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Idee hinter den Rechtschreibplakaten Wie man aus der Praxis weiß

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Idee hinter den Rechtschreibplakaten
Wie man aus der Praxis weiß, ist es nicht einfach, Regeln und Rechtschreibstrategien bei
allen Kindern zu verankern.
Es gibt eine große Anzahl von Kindern, die die Regeln, ihre Anwendung und ihre
Verknüpfungen intuitiv erlernen. Nur bei ungewohnten Rechtschreibproblemen müssen diese
Kinder die Regeln wirklich abrufen, um richtig zu schreiben. Sie verfügen über ein relativ
sicheres Sprachgespür, auf dem sie ihr Rechtschreibgespür aufbauen und zu einer
Rechtschreibsicherheit ausbauen können.
Es gibt aber auch Kinder, deren Lernvoraussetzungen bezogen auf Sprache weniger
entwickelt sind. Sie können sich nicht sicher innerhalb der lautlichen, semantischen,
syntaktischen und kommunikativen Struktur von Sprache bewegen. Beim Erwerb der
Schriftsprache benötigen sie daher zum einen mehr Zeit, diese unterschiedlichen Elemente
von Sprache zu erfassen, zu verschriftlichen oder beim Lesen zu berücksichtigen. Zum
anderen benötigen sie mehr Übung bzw. Wiederholungen, um sich
Rechtschreibbesonderheiten oder Regeln zu merken.
Die in den Lernstrategien zusammengestellten Regeln und Strategien zum Rechtschreiben
sind deshalb im Folgenden auf DinA4-Plakaten in immer gleicher Weise zusammengefasst .
Vorangestellt ist häufig ein „Merker“, der das Problem umreißt, gefolgt von einem kognitiven
Zusatz, wie die Regel anzuwenden ist oder welche Strategie man benötigt, um richtig zu
schreiben.
Diese Visualisierung der Regeln kann für Kinder, die Schwierigkeiten in der auditiven
Verarbeitung (besonders was die Merkfähigkeit angeht) haben, eine zusätzliche Merkhilfe
sein. Aus diesem Grund sind die Regeln auch zu Gruppen zusammengefasst. Jede Gruppe
wird durch eine bestimmte Farbe symbolisiert. Dann reicht es oft, auf das entsprechende
Plakat zu zeigen, und das Kind kann sich die Regel selbstständig herleiten bzw. seinen
Fehler verbessern.
Die Plakate werden nach und nach eingeführt, besprochen und aufgehängt. Am Anfang hat
man nur sehr wenige Plakate, vor allem natürlich solche, die sich auf alphabetische
Schreibungen beziehen wie z.B. „Achtung Zwilling“, um auf die Verwechslung klangähnlicher
Phoneme hinzuweisen. Schon bald können die Kinder sehr klar benennen, welche Laute sie
nicht mehr verwechseln und auf welche sie noch aufpassen müssen. Hier werden also
phonologische Probleme ganz klar als solche benannt und Hilfen angeboten. Hat sich ein
„Problem“ in der ganzen Klasse erledigt, wie z.B. die Problematik <ao> für /au/ beim
überdeutlichen Lautieren, so kann man diese Plakate auch wieder abhängen. Die Mehrzahl
der Plakate wird aber bis zum 4. Schuljahr hängen bleiben, da die Kinder in ihrer
Rechtschreibentwicklung unterschiedlich voran schreiten bzw. an den unterschiedlichsten
Stellen Schwierigkeiten haben.
In meiner Klasse hängt ein ABC aus DinA4-querformatigen
Blätter. Auf jedem Blatt steht ein Groß- und Kleinbuchstabe des
Alphabets. Die Regeln hängen dann über den entsprechenden
Buchstaben: also z.B. „Rette das h!“ hängt über dem
Buchstaben h.
Die Farbwahl ist völlig beliebig, nur müssen die Regeln, die
inhaltlich zusammengehören auch auf einer Farbe sein. Ich
drucke die Regeln nicht auf farbigem Papier aus (ginge auch,
aber dann ist der Kontrast bei einigen Farben schwierig),
sondern mache mir die Mühe, die einzelnen „Kästchen“
auszuschneiden und auf entsprechend farbiges Papier aufzukleben.
© 2006 Idee hinter den Rechtschreibplakaten / Lernstrategien für den Schriftspracherwerb - Jutta Pillong
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Übersicht über die Plakate
1. Alphabetische Ebene
-
Alle „Höre!Schreibe!“-Plakate sind hellblau und haben den hörenden
und schreibenden Teddy.
-
Alle „Achtung Zwilling“-Plakate sind gelb und haben ein Ohr für
ordentliches Hinhören.
-
Alle „Sprich, wie du schreibst“ oder „Rette das...“-Plakate sind grün (Inlaut
/r/ nach Vokalen, silbentrennendes /h/)
2. Orthographische Ebene
-
Rechtschreibregel zu kurzen Vokalen sind auf orange.
-
Rechtschreibregeln zu langen Vokalen sind auf rosa.
-
Merkwörter sind auf dunkelblau.
-
Groß und Kleinschreibung/Wortarten bleibt auf weiß.
3. Morphematische Ebene
-
Ableitungsregel „-Alarm“ kommen auf lila
-
Zusammengesetzte Wörter – Bausteine – kommen auf rot.
© 2006 Idee hinter den Rechtschreibplakaten / Lernstrategien für den Schriftspracherwerb - Jutta Pillong
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