close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

essentials11 d.pdf - farfalla.ch: Home

EinbettenHerunterladen
essentials
Das Farfalla-Magazin
Vol. 11
Hydrolate
Ravintsara
Kühe verstehenAutor Martin Ott
u.v.m.
Editorial
Wenn Sie essentials regelmässig lesen,
ist Ihnen sicher aufgefallen: Diese Ausgabe hat sich fein gemacht. Nach zehn
Ausgaben fanden wir, dass auch dem Magazin ein neues Kleid gut stehen würde.
Seit fünf Jahren informiert Sie essentials
zweimal jährlich über Themen rund um
einen nachhaltigen Lebensstil, Aromatherapie und Naturkosmetik. Statt unseres
Jahreskatalogs erhalten Sie in diesem
Herbst diese essentials-Ausgabe. Unsere
Neuheiten wie die aromatischen Blütenduft-Badesalze, liebevoll verpackte Geschenksets u.v.m. präsentieren wir Ihnen
übersichtlich auf www.farfalla.ch/eu, wo
Sie wie immer unser komplettes Sortiment finden.
Und noch ein Jubiläum steht ins Haus:
Im Jahr 2015 wird Farfalla 30 Jahre alt.
Mit einem Aroma-Kongress feiert Farfalla auch 30 Jahre gelebte Aromatherapie,
denn die Aromatherapie stand am Anfang der Firmengeschichte und ist seither Motivation wie auch Inspiration. Bei
diesem Kongress kommen Menschen zu
Wort, die sich täglich mit Düften auseinandersetzen, ob in Forschung oder
Anwendung. Merken Sie sich jetzt schon
den 6. und 7. Juni 2015 vor! Mehr Infos
finden Sie auf Seite 9.
Viel Vergnügen beim Lesen
Ihre Farfalla Redaktion
Impressum
Herausgeber
Farfalla Essentials AG
Florastrasse 18b, 8610 Uster
Tel. +41 44 905 99 00
Fax +41 44 905 99 09
info@farfalla.ch
Redaktion: Julia Fiagbedzi
11. Ausgabe, Oktober 2014
gedruckt bei pva Landau
Blattlinie
essentials informiert 2x jährlich über
Themen, die einem nachhaltigen Lebensstil verpflichtet sind, und bietet
Hintergrundwissen aus den Bereichen
Aromatherapie und Naturkosmetik.
Wettbewerbe
Von der Teilnahme ausgenommen sind
Mitarbeitende der Farfalla Essentials
AG und deren beauftragten Firmen.
Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Barauszahlung
und Rechtsweg sind ausgeschlossen.
Abbestellen
Sind Sie nicht am kostenlosen Erhalt
von essentials interessiert? Senden
Sie bitte eine formlose E-Mail an
redaktion@farfalla.ch oder melden
Sie sich unter T +41 44 905 99 00 ab.
essentials vol.11 3
Inhalt
6
Hydolate –
die vergessene
Dimension
10
Ravintsara –
Madagaskars
gutes Blatt
16
Begegnungen mit
bemerkenswerten
Menschen:
Martin Ott
2 Impressum
4 Aktuell
5 Zeit der grossen Reisen
9 Farfalla-Akademie
14 Gewinnspiel
15 RIGOLO Swiss Nouveau Cirque
4 essentials vol.11
Farfalla
aktuell
Versprochen:
Farfalla verzichtet
Zwei Themen wurden in den Medien der letzten Monate diskutiert und von uns bereits Online kommentiert: Tierversuche in China und Aluminium im Deo.
Bei beidem können Sie sich auf Farfalla verlassen:
Weder sind Aluminiumsalze Bestandteil der Farfalla-Deos, noch beliefern wir Märkte, die Tierversuche
vorschreiben. Heute nicht. Und nicht in Zukunft.
Kommentar-Gewinnspiel auf
www.farfalla.ch
Haben Sie beim Stöbern auf unserer neuen Website schon die Kommentarfunktion entdeckt?
Neuerdings können Sie nämlich alle unsere Produkte mit einer eigenen Aussage bewerten.
Sagen Sie uns Ihre Meinung – und machen Sie
bei unserem Kommentar-Gewinnspiel mit:
Teilnehmen können Sie mit einem sinnvollen Kommentar (in den Sprachen deutsch, französisch,
englisch oder italienisch) zu einem Produkt Ihrer
Wahl. Dazu müssen sie sich lediglich einen „Nickname“ zulegen und können dann online Ihre Meinung zum gewünschten Artikel verfassen. Wichtig:
Bitte schreiben Sie unter Ihren Kommentar Ihre EMailadresse dazu. Die E-Mailadresse wird selbstverständlich vor der Freischaltung im Web gelöscht und
nicht online veröffentlicht, sie dient lediglich der
Kontaktaufnahme mit Ihnen im Falle eines Gewinns.
Und das können Sie gewinnen:
1. Preis Einkaufsgutschein über 150 chf
2. Preis Einkaufsgutschein über 100 chf
3. Preis Einkaufsgutschein über 50 chf
Der Teilnahmeschluss ist der 1.12.2014.
neu
www.
farfalla.
ch
Inkanussöl bio
Das sog. Sacha Inchi-Öl ist das Pflanzenöl mit dem
höchsten Gehalt an wertvollen Omega-Fettsäuren.
Zirka 47% Linolensäure (Omega 3), ca. 35% Linolsäure (Omega 6) und ca. 10% Ölsäure (Omega 9)
machen es zu einem einzigartigen Pflegeöl für verschiedenste Hautzustände:
Auf trockene und reife Haut wirkt das Bio-Inkanussöl
stärkend, regenerierend, zellerneuernd und elastizitätssteigernd, z.B. gemischt als Zeitlos-Schön-Öl:
30 ml Inkanussöl bio, 2 Tr. Rose, 1 Tr. Weihrauch,
2 Tr. Neroli, 2 Tr. Palmarosa.
Auf unreine Haut wirkt es ausgleichend, erfrischend
und beruhigend, z.B. gemischt als Klarer-Teint-Öl:
30 ml Inkanussöl bio, 1 Tr. Manuka, 2 Tr. Lavendel,
4 Tr. Melisse.
essentials vol.11 5
Maja dal Cero
Zeit der grossen Reisen
Haben Sie heute schon die Jahreszeit mit der Nase erkundet? Es riecht nach Herbst
– Pilzgeruch hängt in der nebelfeuchten Luft. Das Blattgrün, die Farbe von Frühling
und Sommer hat sich zurückgezogen; rote, braune und gelbe Farbtöne herrschen vor,
die vielleicht bald schon unter einer Schneedecke verschwinden.
Im Pflanzenjahr kehrt langsam Ruhe ein: Die Kräuter sind getrocknet, die letzten Wurzeln gegraben.
Spätsommer und früher Herbst haben mit ihrer Fülle
an Früchten nochmals zu einem Festschmaus eingeladen. Zugvögel sammeln sich in grossen Schwärmen und geniessen das Futterangebot von Hecken,
abgeernteten Feldern und Obstgärten. Sie bereiten
sich auf ihre grosse Reise vor. Mit dieser üppigen
Erntezeit beginnt auch manche grosse Pflanzenreise.
«Geborgen in bunten,
saftigen Früchten sind die
Samen unterwegs, um neue
Lebensräume zu besiedeln»
Geborgen in bunten, saftigen Früchten oder herausgeschleudert aus trockenen Hülsen sind die Samen
nun unterwegs, um neue Lebensräume zu besiedeln,
offene Erde zu begrünen, Mauerritzen zu sprengen. Ihre Mutterpflanzen bleiben fest verankert an
ihrem Platz, doch die Nachkommen werden mit den
Früchten in die weite Welt geschickt. Früchte sind
mit Propellern versehen wie beim Ahorn, damit der
Herbststurm sie mit sich fort wirbelt. Lindenblüten
sind längst zu runden harten Früchten gereift, dank
grossem Tragblatt segeln sie nun elegant durch die
Luft. Klettfrüchte hacken sich im Fell der Tiere fest
und werden an einem neuen Lebensort aus dem Pelz
geputzt. Saftige Beeren und Früchte werden von Vögeln verzehrt, und die Samen zugleich mit einer kleinen Düngerportion irgendwo wieder ausgeschieden.
Da liegen sie nun, die Samen, und warten auf gute
Zeiten. Der Keimling ist umhüllt von einer harten
Samenschale. Das fettreiche Nährgewebe wird dann
im Frühling, wenn die Tage wieder länger werden,
die benötigten Energiereserven bereitstellen, so dass
sich die Keimblätter entfalten und das Sonnenlicht
suchen können. Doch nun ist vorerst Reise- und
dann Ruhezeit für die Samen.
Vielleicht regt sich in uns auch die Sehnsucht im
Herbst, wenn wir dem Vogelzug nachschauen: Jetzt
wäre noch der Moment, um den kalten Wintertagen
zu entfliehen, im Süden in der Sonnenwärme die
nächsten Wochen und kalten Monate zu überdauern.
Und wenn es bei der Sehnsucht bleibt, und wir den
Winter hier verbringen, dann können wir immerhin
dem herbstlichen Pilzgeruch mit Blütendüften eine
Sommererinnerung entgegensetzen.
6 essentials vol.11
Eliane Zimmermann
Hydrolate –
die
vergessene
Dimension
Bereits im Herbst 1998 stellte die Kanadierin Suzanne Catty auf der dritten Aromatherapie-Konferenz des Pacific Institute of Aromatherapy in San Francisco in ihrem
Vortrag «Hydrosols – The Missing Link» damals sicherlich weitestgehend unbekannte
Wirkweisen von Hydrolaten einem breiteren Publikum vor. Sie bezeichnete die duftenden Pflanzenwässer als «das fehlende Bindeglied» zwischen ätherischen Ölen und der
Homöopathie. Nach gut zwanzig Jahren Aromatherapie im deutschsprachigen Gebiet
sind zwar sehr viele Menschen im Umgang mit ätherischen Ölen mehr oder weniger
gut geschult, doch der Bekanntheitsgrad und insbesondere die Einsatzmöglichkeiten
der duftenden Pflanzenwässer sind noch nicht weit verbreitet. Eliane Zimmermanns
Buch «Hydrolate – die vergessen Dimension» ist entstanden, um zum vermehrten
Gebrauch von Hydrolaten zu ermuntern, und ist für interessierte Hydrolate-Laien
verfasst. Die Autorin genehmigte den folgenden Auszug für «essentials»:
Hydrolat oder Pflanzenwasser
nennt man das Produkt einer Wasser- oder Wasserdampfdestillation von Duft- oder Heilpflanzen, bei der das
Destillationswasser nach Anreicherung mit flüchtigen
und wasserlöslichen Molekülen und anschliessender
Kondensation von den ätherischen Ölen getrennt
und aufgefangen wird. Somit ergänzen Therapien mit
Hydrolaten die Aromatherapie hervorragend, denn
ätherische Öle enthalten die fettlöslichen Komponenten der Duft- und Heilpflanzen. Hydrolate, fette
Pflanzenöle und ätherische Öle werden in Zukunft den
Dreiklang einer neuen Aromatherapie bilden.
essentials vol.11 7
echtes Hydrolat, das den Prozess der Destillation durchlaufen ist. Echte Hydrolate, im französisch gebrauchten Sinn, lassen sich nicht ‚herstellen’, das verwendete
Wasser muss sich unter dem Einfluss von Hitze, Druck,
Dampf, Kondensation (schneller Abkühlung) mit dem
jeweiligen Pflanzengut ,auseinander setzen’.
Duft und Reifung
Hydrolate riechen oft ganz anders als die entsprechenden ätherischen Öle, da nur kleine Mengen des jeweiligen ätherischen Öles enthalten sind und schwefelhaltige Anteile enthalten sein können. »
Echte und unechte Pflanzenwässer
In den meisten Apotheken werden unechte ,Hydrolate’
angeboten. Insbesondere bei Rosenwasser, das zur Herstellung und Aromatisierung von Marzipan und türkischen Süssspeisen verwendet wird, handelt es sich um
ein solches Produkt. Zur Herstellung wird destilliertes
Wasser mit ätherischem Öl verschüttelt oder emulgiert.
Es werden natürliche oder künstliche Lebensmittelaromen für diesen Zweck eingesetzt. So ein ‚Rosenwasser’
besteht also im besten Falle aus Wasser plus den lipophilen (fettlöslichen) Bestandteilen aus Rosenblüten (und
kann grundsätzlich auch zu Hause angefertigt werden).
Es ist jedoch ganz anders zusammengesetzt als ein
Eliane Zimmermann: Hydrolate.
Pflanzenwässer – die vergessene Dimension der
Aromatherapie und Aromapflege.
Eine Bestandsaufnahme über die vielfältigen Pflege- und
Heilmöglichkeiten mit den aromatischen Pflanzenwässern:
114 Seiten ganz in Farbe, dazu
12 Erste-Hilfe-Karten zum Raustrennen.
Immer neue interessante Artikel von Eliane Zimmermann
auf http://blog.aromapraxis.de
Wissenschaftliches Streiflicht
Es gibt einige wissenschaftliche Arbeiten, in denen
nachgewiesen wurde, dass beispielsweise Fisch länger
frisch bleibt, wenn man ihn mit Eiswürfeln aus Bohnenkrauthydrolat schützt (Oral & al 2008).
Mit Salmonellen und anderen Mikroorganismen
kontaminierte Äpfel und Karotten konnten mit diversen
Hydrolaten saniert werden (Tornuk & al 2011).
Mit Listerien verunreinigte frisch geschnittene Apfelwürfel wurden mit unterschiedlichen Hydrolaten (und
unterschiedlichen Erfolgen) gereinigt (Ozturk & al 2012).
In einer Studie wird empfohlen, Lebensmittel vor
Verderbnis durch Pilze zu schützen, indem man sie mit
Bohnenkrauthydrolat behandelt (Boyraz & Ozcan 2006).
Ein sehr engagierter japanischer Hydrolate-Forscher und
sein Team stellten fest, dass von 26 Hydrolaten das
seltene Gewürznelkenhydrolat eine besonders antioxidative Wirkung aufweist (Inouye & al 2010).
Sie fanden auch heraus, dass insbesondere das gefährliche fadenförmige Wachstum von Candida albicans
durch einige Hydrolate unterbunden werden kann
(Inouye & al 2009). Von den bekannteren Hydrolaten
waren dies wieder Gewürznelke, sowie Rosengeranie,
römische Kamille, Palmarosa, Neroli, Zitronenverbene
und Lemongrass.
8 essentials vol.11
Äussere Anwendung und Kosmetik
Hydrolate liegen in der Wirkkraft zwischen einem
ätherischen Öl und dem entsprechenden Kräutertee
und werden somit in manchen Fällen nur verdünnt angewendet. Sie werden üblicherweise nur in kleinen Mengen pur verwendet, Rosen- und Melissenhydrolat beispielsweise sind gut dazu geeignet und werden auch
von Babys und Senioren mit sehr feiner Haut pur
gut vertragen. Man kann diese beiden ‚Wunderwässer’ einfach und schnell auf wunde Haut, Pickelchen,
(geschlossene) müde Augen und Gelenke sprühen.
Innere Einnahme und Küche
Einige der besonders aromatischen Sorten wie Rosenhydrolat und Pfefferminzehydrolat eignen sich sehr gut
zum Einnehmen. Stark verdünnte Hydrolate – innerlich
eingenommen, wenige Tropfen täglich auf einen Liter
Wasser – können bei sensiblen Personen eine homöopathie-ähnliche Konstitutionswirkung haben. Unter Umständen können sich seelische Schieflagen erst einmal
verschlimmern, um dann nach einigen Tagen Besserung
zu zeigen (insbesondere Immortelle und Cistrose berühren bei manchen Menschen tiefe Seelenschichten).
Ähnlich wie beim Einsatz von ätherischen Ölen wählt
man hohe Verdünnungen, um emotionale Schieflagen
anzusprechen, und geringe Verdünnungen oder pure
Hydrolate, um körperliche Beschwerden zu regulieren.
Bei den stark verdünnten inneren Anwendungen ist
darauf zu achten, dass diese mehrmals täglich und
über einen längeren Zeitraum erfolgen, auf gelegentliche Einzelgaben sprechen die wenigsten Menschen
an. Bei Anwendungen wie beispielsweise die Einnahme
von verdünntem Melissenhydrolat bei ADHS (Hyperaktivität oder Zappelphilipp-Syndrom) wird man meistens erst nach einer regelmässigen Einnahme wirkliche
Erfolge sehen und spüren. Ansonsten eignen sie sich
hervorragend für die Hausapotheke, man kann sie bedenkenlos äusserlich und innerlich einsetzen, gerade
wenn es um kleine Alltags-Wunden geht, wenn Erkältungen mit Husten, Halsweh und Heiserkeit plagen,
wenn die Menstruation zu stark ist oder Schmerzen
verursacht, wenn die Stimmung getrübt ist.
neu
Mit dem Suchbegriff Hydrolate finden Sie auf
www.farfalla.ch
das Farfalla-Pflanzenwassersortiment:
Bio-Hamameliswasser
Bio-Immortellenwasser
Bio-Lavendelblütenwasser
Bio-Melissenwasser
Bio-Orangenblütenwasser
Bio-Pfefferminzwasser
Bio-Rosenblütenwasser
Bio-Rosmarinwasser
Bio-Teebaumwasser
Bio-Ylang-Ylangwasser
www.
farfalla.
ch
Alle Detailinformationen und viele hilfreiche Tipps zur
Anwendung auch im neuen Farfalla-Flyer «Hydrolate».
Bio-Immortellenwasser 75 ml
Helichrysum italicum [Roth] D. Don
(Asteraceae, Korbblütengewächse), Italien
Herstellung: Destillation des blühenden Krautes
Haltbarkeit: recht stabil, bis zu zwei Jahre; pH-Wert: 3,5-3,8
Geruch/Geschmack: würzig-warm, curry-artig, sonnig, an
sehr trockenes Heu erinnernd
Der warm-würzige Duft des Bio-Immortellenhydrolats
erinnert an die Blüte der Immortelle, ist aber um einiges
dezenter als das ätherische Öl. Es gilt als Collagen-Booster
und ist trotz des würzigen Dufts ein hervorragendes AntiAgeing-Gesichtswasser.
Tipp: Blauer Fleck? Bei äusserlichen Blessuren ist das
Immortellenwasser genau richtig, denn es hat lindernde
Eigenschaften und beschleunigt ihr Verblassen. Mehrmals
täglich aufsprühen. Empfiehlt sich auch zum Gurgeln nach
grösseren zahnärztlichen Behandlungen.
essentials vol.11 9
Farfalla Akademie
Mit Pflanzenkraft durchs
ganze Jahr - duftende Begleiter für die ganze Familie
Donnerstag, 23. Oktober 2014
mit Natalie Stadelmann
Mit Aromatherapie durch die
ersten drei Lebensjahre.
Babys und Kleinkinder pflegen, schützen und stärken
Freitag, 24. Oktober 2014
mit Natalie Stadelmann
Rose, Lavendel und Co.
Aromatherapie bei häufigen
Frauenbeschwerden
Freitag, 31. Oktober 2014
mit Angela Gleixner-Lück
Die Kunst des Mischens (1 Tag)
Donnerstag, 06. November 2014
Donnerstag, 27. November 2014
mit Iris Müller-Hottinger
Fit und vital
statt müde und schlapp
Freitag, 14. November 2014
mit Angela Gleixner-Lück
Blitzschnell entspannt
Mit Kurzpausen den
Alltag meistern
mit Angela Gleixner-Lück
Freitag, 20. März 2015
Mehr auf www.farfalla-seminar.ch
save
the
30 Jahre Farfalla
te
d
Die moderne Aromatherapiea
Aromakongress
6. / 7. Juni 2015
Botanischer Garten Zürich
save
the
date
Die Aromatherapie stand am Anfang der FarfallaGeschichte und ist seither Motivation und Inspiration.
Mit diesem Kongress feiert Farfalla 30 Jahre gelebte
Aromatherapie! Menschen kommen zur Wort, die sich
täglich mit Düften und Aromen auseinandersetzen, ob
in Forschung oder Anwendung.
Themenschwerpunkte:
Neuentdeckungen aus der Riechforschung
Aromatherapie/-Pflege in der Gesundheitsförderung
ReferentInnen:
Barbara Bernath · Maja Dal Cero · Evelyn Deutsch ·
Dr. Ingelore Ebberfeld · Florianne Koechlin ·
Dr. Sabine Krist · Dr. med. Roland Kunz · Dr. Jürgen
Reichling · Eliane Zimmermann · Jean-Claude Richard
Voranmeldung:
Reservieren Sie unverbindlich Ihren Platz mit Betreff
„30 Jahre Farfalla“ via info@farfalla.ch T +41 905 99 00.
Sie erhalten Anfang 2015 das vollständige Programm
und die Kongressunterlagen für eine Anmeldung.
10 essentials vol.11
Waltraud Reischer
Ravintsara
Madagaskars
gutes
Blatt
Essentials vol.11 11
«Geh doch dahin wo der Pfeffer wächst!» Für Liebhaber von ätherischen Ölen ist
das wohl vielmehr ein langgehegter Traum als eine uncharmante Aufforderung, sich
zu entfernen. Zumindest wenn man damit eine Heimat des Pfeffers verbindet –
die Gewürzinsel Madagaskar. Dieses umwerfend schöne Land bietet eine grandiose
Pflanzen- und Tierwelt, die teilweise nur hier anzutreffen ist. Neben Pfeffer ist Madagaskar auch die Heimat von Ylang Ylang, Ravintsara, Vanille u.v.m.
12 Essentials vol.11
so ist es Zeit, uns die madagassische Gelassenheit
anzueignen. Herrlich, einfach mal abzuschalten.
Viele aussergewöhnliche, nicht so alltägliche, ätherische Öl-Pflanzen wie z.B. Ylang Ylang, Ravintsara,
Ravensara, Pfeffer, Vanille usw. werden in Madagaskar kultiviert. Die Liste ist lang. In der madagassischen Medizin werden rund 13.000 Arten heimischer
Naturheilpflanzen traditionell verwendet.
Neben dem Artenreichtum in der Pflanzen- und Tierwelt ist Madagaskar auch ein Land, das durch verschiedenste Landschaftsformen geprägt ist. Man findet dort tropische Regenwälder, aber auch bergiges
Hochland und Steppen. Die Insel gehört landschaftlich, klimatisch und kulturell zu einem der vielfältigsten Ländern unserer Erde.
Auf einer Reise durch Madagaskar begleiten uns immer und überall die Worte „Mora mora“. In der Sprache der Madagassen – Malagasy – bedeutet das „langsam“. Dass hier die Uhren langsamer ticken, merkt
man sehr schnell. Ungeduld gilt als unhöflich, und
Farfalla ist seit 2012 einer von 4 Anteilseignern/
Projektträgern einer Plantage im feucht-tropischen
Gebiet von Ambanja. Ambanja ist eine Stadt im Nordwesten Madagaskars am Fluss Sambirano. Das Projekt
unterstützt bzw. beschäftigt vor allem Frauen als
Pflückerinnen. Zudem sind über 2.000 Kleinstbauern
der Region Nordmadagaskar durch Zukauf in ihrer
Lebensgrundlage abgesichert. Für die Mitarbeiter
und ihre Familien gibt es dadurch auch ein krankenkassenähnliches Modell für deren medizinische
Versorgung. Zudem wird das Projekt durch madagassische Agronomen zum Thema Biolandbau unterstützt. Mit dem eigenen Label „Grand Cru“ zeichnet
Farfalla die ätherischen Öle wie Ylang Ylang, Citronella und Ravintsara aus Madagaskar aus. Damit honoriert sie nicht nur die ausserordentliche Qualität
der ätherischen Öle, sondern auch das Engagement
der Inselbewohner, das in der Region Ambanja für
F·O·R·U·M
ESSENZIA
Über Madagaskar und dessen Pflanzenvielfalt lassen sich ganze Bücher
schreiben. Heute möchten wir unser Augenmerk speziell auf das aus
einem Kampferbaum gewonnene
ätherische Öl Ravintsara (Cinnamomum camphora Ct. 1,8-Cineol
(L.) J. Presl) richten. Wenn das
ätherische Öl, durch Wasserdampf-
«eines unserer
liebsten
Grand-Cru-Öle –
denn dieses
Projekt ist
Fair Trade in
Reinkultur»
destillation gewonnen, uns um die
Nase streicht, empfängt uns ein
frischer, klarer und an Eukalyptus
erinnernder Duft.
Ravintsara gehört zur Familie der
Lorbeergewächse. Die stark aromatischen Blätter des immergrünen
kleinen Baumes werden ein- bis
zweimal pro Jahr geerntet. Im
Zuge des Fairtrade-Projekts wurden
3000 Ravintsara-Bäume gepflanzt.
Dieser Ravintsara-Wald soll den
Boden auch vor Erosion schützen,
da auf Madagaskar täglich riesige
Baumbestände gerodet werden.
Für die Gewinnung von 1 Liter
Ravintsaraöl benötigt man 80 kg
Blattgut.
Das eher unbekannte ätherische
Öl weist in vielen Bereichen äusserst interessante Eigenschaften
auf. Seine wohltuenden Stärken
werden besonders in der frostigen
und kalten Jahreszeit sehr geschätzt. Egal ob wir unsere Wohnund Arbeitsräume von Bakterien
und schlechter Luft reinigen und
vitalisieren möchten, oder ob wir
bei einem geschwächten Immunsystem an das Öl denken, sein Wirkungsspektrum ist breit gefächert.
Bei normaler Dosierung sind keine
Nebenwirkungen bekannt, jedoch
sollte der Duft nicht unverdünnt
und nicht bei Säuglingen Verwendung finden.
www.forum-essenzia.org
Arbeitsplätze und gesunde Böden,
für eine nachhaltige Nutzung und
faire Löhne sorgt.
Fachwissen
· Erfahrung
Austausch · News · Forum
Informationen · Heilkunde
Natur ·
Aromatherapie
Aromapflege · Aromakultur
Sein Hauptinhaltstoff, 1,8-Cineol,
der bis zu 65% in diesem Öl enthalten ist, zeigt die Wirkungsrichtung auf. Dieser Inhaltsstoff
gehört zu der kleinen, aber feinen
Gruppe der Oxide. Die Wirkung
dieses Stoffes wurde in vielen Studien erforscht. Man hat u.a. fest-
Wissen · Fragen · Forschung
Fachzeitschrift · Vielfalt
Lesen · Bildung · Neugier
Anwendung · Bilder · Öle
Website · Login ·
Verein
Unsere Fachzeitschrift F·O·R·U·M
ist bei farfalla erhältlich.
14 essentials vol.11
gestellt, dass dieser chemische Bestandteil stark
schleimlösend und auswurffördernd ist. 1,8-Cineol
wird auch in Medikamenten verarbeitet, welche gegen Sinusitis, Bronchitis und Asthma wirken.
Achtung Verwechslungsgefahr: Der ebenfalls in Madagaskar beheimatete Baum namens „Ravensara
aromatica“ (früher auch als Ravensara anisata bezeichnet), wurde in der Vergangenheit des Öfteren
mit dem beschriebenen Ravintsara verwechselt. Es ist
jedoch ein völlig anderer Baum. Auf Madagaskar wird
er auch Havozo, Madagassischer Nelkennussbaum,
genannt. Das ätherische Öl wird aus der Rinde gewonnen und hat einen stark nelkenartigen Geruch.
Hier kann selbst die ungeübte Nase den Unterschied
erkennen.
Ravintsara bio
Duft: frisch, kampferartig, klar
Wirkung: lösend, luftreinigend, schützend,
stärkend
Hilft bei: winterlichen Unpässlichkeiten
Sorgt für: Winterschutz, gereinigte Raumluft
www.
farfalla.
ch
Ein wunderbar wohltuendes ätherisches Öl für
frostige Tage, und eine der besten Essenzen,
um Wohn- und Arbeitsräume geruchlich und
energetisch zu reinigen und zu vitalisieren.
Empfiehlt sich zur Raumbeduftung, für die
Sauna und für die persönliche Aromapflege.
Für den Einsatz in der Aromatherapie die
Fachliteratur konsultieren!
Tipps:
Wenn im Büro alle erkältet sind, eine Duftlampe mit 3 Tropfen Ravintsara aufstellen. Bei
Anzeichen winterlicher Unpässlichkeiten am
Fläschchen schnuppern.
Das Ravintsaraöl aus Madagaskar steckt auch im
Aloe vera Gel energizing
Das Feuchtigkeitswunder Bio-Aloe Vera
kombiniert mit ätherischen Ölen von Rosmarin
und Ravintsara kühlt und erfrischt müde Beine
und Füsse nach einem langen Tag.
Anwendung: Auf Füsse und Beine auftragen,
evtl. Beine hochlagern.
Gewinnspiel
Wie werden Pflanzenwasser auch genannt?
D Hydrolat B Ätherisches Öl
Madagaskar ist die weltweit ...
O zweitgrösste Insel E viertgrösste Insel
Farfalla Deos enthalten kein
O Aluminium A Pflanzenwasser
Und das können Sie gewinnen:
Wir verlosen 10 Hydrolat-Pakete mit je 5
Pflanzenwässern nach Ihrer Wahl.
Senden Sie das Lösungswort mit Ihrer vollständigen
Adresse und Ihren 5 Wunschhydrolaten per E-Mail bis
zum 31.3.2015 an redaktion@farfalla.ch.
Die GewinnerInnen aus der letzten Ausgabe sind Regina Weßels, Angela Hegi-Rölli, Johann Isenschmid,
Irene Kessler-Riget, Gabriela Zandron Rickenbacher,
Isabelle Mäder, Elisabeth Bucher Zingg, Marie-Cécile
Goetschmann, Mechthild Wagner und Sandra ValettiCrameri.
essentials
essentialsvol.11
vol.11 15
15
RIGOLO Swiss Nouveau Cirque
Wings In My Heart
Seit über 20 Jahren ist Farfalla fasziniert vom RIGOLO Swiss Nouveau Cirque und
seiner poetischen Artistik. Eine eigene Farfalla-Parfumkomposition für eine RIGOLOProduktion war der Höhenpunkt dieser Freundschaft. Jetzt begeistert RIGOLO Swiss
Nouveau Cirque mit dem neuen Programm «Wings In My Heart» – einer sinnlichen
Mischung aus Tanz, Artistik, Musik und Animation.
RIGOLO Swiss Nouveau Cirque entführt mit «Wings
In My Heart» in eine Bilderwelt voller Poesie und Lebensweisheit. Das neueste und bisher umfassendste
Nouveau Cirque-Spektakel der Toggenburger Truppe
soll die Zuschauenden inspirieren, die Flügel in ihrem eigenen Herzen zu entdecken. Mit atemberaubender Luftakrobatik, mit Stepp- und Hip Hop-Tanz
von Weltklasse, mit berührenden Tanztheater-Szenen und berauschender Musik zeigt ein internationales Ensemble RIGOLOs Idee der Selbstentdeckung.
Aufwändig entwickelte Kunstobjekte entfalten auf
der Bühne ihr Eigenleben und heben die Naturgesetze scheinbar aus den Angeln. Alles kulminiert in RIGOLOs weltberühmter Sanddornbalance-Performance,
über die die «NZZ» schrieb: «…eine der bemerkenswertesten Darbietungen auf Bühnen und in Manegen
weltweit». Konzentration, Achtsamkeit und bewuss-
te Wahrnehmung auf der Suche nach der absoluten
Realität manifestieren sich in dieser 15-minütigen
Performance.
Für «Wings» hat die Truppe, die seit bald 40 Jahren performt, nochmals aus dem Vollen geschöpft,
internationale Artisten, Choreografen und Performer engagiert und eine abendfüllende, berührende
Tanztheater-Show geschaffen, die die Grenzen des
Bekannten sprengt.
Details und Spielplan: www.rigolo.ch
RIGOLO bietet «essentials»-LeserInnen für die Vorstellungen vom 8. Oktober bis 8. November 2014 Tickets
mit 20% Rabatt an. Ab sofort auf www.ticketcorner.ch
mit Gutscheincode «farfalla» erhätlich.
16 essentials vol.11
Begegnungen mit bemerkenswerten Menschen
Martin Ott
Foto: Dok.Stelle Rheinau
In Rheinau, einem geschichtsträchtigen Dorf am nördlichsten Zipfel des Kantons Zürich, wächst seit 1998 unter dem Namen Fintan ein visionäres Stiftungs-Projekt. Zu den
verschiedenen Betrieben der Stiftung gehören neben dem bio-dynamischen Gutsbetrieb
u.a. die Sozialtherapie mit geschützten Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsplätzen wie
auch die Sativa AG für biologisches Pflanz- und Saatgut. Ein Mitinitiant der Stiftung ist
Martin Ott, der dort als Landwirt den Gutsbetrieb mit aufbaute, inzwischen auch andere Betriebe und Projekte anstiess, begleitet oder verantwortet. Im Forschungsinstitut
für Biolandbau in Frick ist der ehemalige Primarschullehrer Stiftungsratspräsident,
er singt in der Bio-Band Baldrian und plädiert für einen wesensgemässen Umgang
mit der Kuh. «Kühe verstehen» lautet der programmatische Titel seines Buchs. Für
«essentials» spricht Martin Ott mit Jean-Claude Richard und Julia Fiagbedzi von Farfalla.
demeter-Bauer, Primarschullehrer, grüner Ex-Kantonsrat, Stiftungsrat, FiBL-Präsident, Musiker, Anthroposoph, Schuldirektor – was von all dem bist
Du mit Herz? Wenn möglich alles. Meine Stärke und
meine Schwäche ist, dass ich alles kann und nichts so
richtig. Ich beneide Leute, die ihr Leben lang an einem
Thema arbeiten und tiefer und tiefer gehen können. Da
bin ich anders begabt. Ich gehe vielleicht nicht so direkt in die Tiefe, aber meine Evidenz entsteht durch die
Vielfalt der verschiedenen Zugänge. Eine meiner Stärken
ist darum die, dass ich verschiedene Sachen verbinden
kann, sowohl kabarettistisch, wie philosophisch, wie
auch fachlich über dasselbe Thema reden kann. Als
Bauer, als Landwirtschaftslehrer oder als Sänger habe
ich jeweils andere Zugänge zu einem Thema. Diese Vielfarbigkeit macht einen Teil meiner Persönlichkeit aus –
ist aber auch eine Schwäche, weil ich so immer gegen
Banalisierung und Oberflächlichkeit kämpfen muss.
Die Bauern finden mich eher zu theoretisch, philosophisch und intellektuell, die Intellektuellen finden das
aber emotional bäuerisch. Ich bin immer an der Grenze
der Banalität und der Visionen, ein Grenzgänger eben:
Bei den Bauern gelte ich nicht als Bauer, obwohl wir
einen der grössten Bauernhöfe im Kanton Zürich bewirtschaften dürfen. Aber bei Wissenschaftlern habe ich die
Bauernrolle. Dadurch geniesse ich auch eine Position
von Narrenfreiheit.
«Ich bin an der Grenze
der Banalität und
der Visionen, ein
Grenzgänger eben»
Du hast ein Buch über Kühe geschrieben. Zeigt sich
da nicht Deine besondere Leidenschaft? Ja, die Kuh
spielt, seit ich denken kann, schon immer eine grosse
Rolle in meinem Leben. Ich fühle aber vor allem Leidenschaft für das Anliegen, dass man ihr Wesen besser
erkennt.
Ihr habt festgestellt, dass in einem Sommer, in
dem Ihr keine Kühe hattet, weil alle auf die Alp
gehen konnten, das ganze System auf dem Hof
durcheinander geriet. Die starke und essentielle
Bedeutung vom Rhythmus erlebt man sowohl in der
Musik, als auch in einer Beziehung oder in der Erzie-
essentials vol.11 17
hung, und man sieht das rhythmische auch in der
Verdauung der Kuh, die damit ihre drohende Explosion beherrscht. Diesen Rhythmus schenkt sie auch den
um sie und mit ihr lebenden Menschen. Kühe können
dem Menschen einen Tag wunderbar strukturieren, das
schafft Heimat und Ruhe.
«Nur der kleinste Teil
des Wissens, das wir in
unserem Körper tragen,
ist in unserem Kopf.»
Wie bist Du von Deiner Tätigkeit als Primarschullehrer zum Biolandbau gekommen? Das wurde durch
eine persönliche Lebenssituation ausgelöst. Ich war mit
21 schon Lehrer, habe sehr früh geheiratet und hatte
früh zwei wunderbare Kinder. Die Ehe hat nicht gehalten, was dazu geführt hat, dass ich eine völlig neue
Ausrichtung in meinem Leben gebraucht habe. Ich habe
mit der Landwirtschaft angefangen, weil ich darin für
mich selber gespürt habe, dass ich überhaupt existiere.
Man kann sich praktisch ein neues Existenzgefühl dadurch geben, dass man bei der Produktion des Essens
selbst dabei ist, dass man Kühe füttert, Milch produziert, Käse, Brot und Butter herstellt, und plötzlich habe
ich gemerkt, was für eine existentielle Berechtigung
man jeden Tag als Bauer unmittelbar erlebt: Wenn Du
nichts machst, passiert nichts. Wenn Du am Tisch sitzt
und denkst, Du solltest Heu machen, hast Du noch kein
Hälmli im Heustock. Du musst es machen! Darum habe
ich immer die Landwirtschaft mit Pädagogik und Sozialtherapie zusammen gesehen. Quasi als hochwertiges
therapeutisches Milieu.
Was steckt dahinter? Dass ich gelernt hatte, dass das
was mir da gut tut, die Wurzeln meiner Existenz berührt. Nur der kleinste Teil des Wissens, das wir in unserem Körper tragen, ist in unserem Kopf. Der grösste
Teil ist in unseren Muskeln, in unserer Verdauung, lässt
unser Blut richtig zirkulieren usw. Die Landwirtschaft
hat mich interessiert, weil sie ein Tor ist zu dem Wissen,
das in meinem Körper steckt. So fühlt man eine wirkliche Verbindung zwischen dem Leben in mir und dem
Leben ausser mir. Wenn Du Menschen mit einer Einseitigkeit oder Behinderung auf die richtige Art an dieses
Wissen heranführst, dann bist nicht Du der Heiler oder
18 essentials vol.11
Therapeut, sondern die Situation selbst. Landwirtschaft
ist eine Art Gravitationsfeld von Heilungs- und Harmoniemöglichkeiten, in dem der Mensch getragen werden
kann. Ich gehe davon aus, dass 90% unserer Schwierigkeiten Denkstörungen sind und später Wahrnehmungsstörungen aus einer Spaltung zwischen Kopf und Bauch.
Und wenn Du den Bauch einmal in Ordnung bringst,
wird der Kopf etwas ruhiger. Das gilt aber nicht für alle
Formen der Landwirtschaft, sobald sie zu industriell wird
verliert sie den entsprechenden Charme, Ausstrahlung
und therapeutisches Kapital.
Um zu den Kühen zurückzukommen: Du hast einmal
über die verschiedenen Hierarchiestufen der Kühe
gesprochen. Das Besondere im Sozialen der Milchkuhherde ist, dass sie keine Sippe, keine Familie mehr hat.
Sie hat nur noch einen gemeinsamen emotionalen Bezugspunkt, und das ist der Bauer selbst. Zu uns kommen die Kühe zweimal am Tag und sagen, ich geb` Dir
das Beste, was mein Körper zu bieten hat. Je besser der
Bauer diese Situation als Kalbersatz antizipiert, umso
gesünder ist die Kuh. Ist ja klar: Wenn Dich jemand in
die Brust beisst, gibst Du die Milch nicht gern. Melken
ist Beziehungsarbeit. Für die Kuh hat das aber zur Folge, dass ihre Sozialstruktur zerschlagen wird. In jeder
anderen grossen Herde gibt es Familienbildungen, eine
vater- oder mutterorientierte Sippe, je nach Tierart, in
der meistens das Muttertier die Jungen der letzten Jahre
um sich schart. Aber diese emotionalen Kräfte des Zusammenhalts hat nun der Bauer in der Hand. Ohne ihn
ist nur noch die Hierarchie in der Herde da, welche das
Tier eher vereinzelt.
Deswegen bestimmt die Beziehung der Kuh zum
Bauern auch ihren Platzbedarf? Genau. Wieviel Platz
Kühe brauchen, ist ein wirtschaftlicher Faktor und bestimmt letztendlich den Milchpreis. Darum ist es wichtig, in der Herde Ruhe zu stiften, so dass sie trotz engem
Platz nicht aufeinander losgehen. Es ist im Sozialen der
Kuhherde nicht vorgesehen, dass das einzelne Tier nicht
ausweichen kann. Der Zaun kommt vom Menschen. Es
ist ein längerer Prozess, diese Situation für die Kuh
stressfrei zu gestalten. Viele Bauern haben resigniert
und nehmen der Kuh die Hörner weg. Der Effekt ist erstens, dass man nicht sieht, wenn sie sich gegenseitig
verletzen, selbst wenn sie sich die Rippen anbrechen,
und zweitens dass die Kommunikation der Kuh gestört
ist. Sie sieht nämlich relativ schlecht, und macht die
wichtigste visuelle Kommunikation über die Kopfhal-
tung. Wenn Kühe keine Hörner mehr haben, kann die
Eine die Kopfhaltung der Anderen weniger gut einschätzen. Das heisst, ihr werden die Feinheiten in den Ausdrucksmöglichkeiten genommen. Dadurch bringt man
sie zwar näher zusammen, aber die Kuh fällt in eine Art
soziale Resignation, die man ihr auch ansieht.
Sind die Hörner auch eine Art Antenne? Das ist ein
Begriff aus der Mechanik, den ich nicht verwenden würde, die Kuh ist ja kein Radio. Ich würde eher sagen, die
Hörner sind ein Kommunikationsinstrument, auch eines
das Kommunikation einfordert und so fördert. Durch
eine Waffe auf dem Kopf wird Spannung aufgebaut –
also braucht es für Spannungsabbau eben Kommunikation. Eigentlich ist das Horn das, was die Gegnerin beim
Kämpfen hält, so dass sie Kopf an Kopf nicht abrutscht.
Das Horn, also die dauernde lebenslange Bildung des
Hornes, hilft der Kuh auch, das Gleichgewicht zwischen
Innen- und Aussenwelt zu regulieren. Die Kuh ist wie
ein Gleichgewichtsorgan für den Standort. Sie ist das
einzige Tier, das so im Gleichgewicht ist, dass es am
gleichen Ort scheissen und fressen kann, und der Boden
besser wird. Darum ist die Kuh und die dazugehörige
Wiese „die Mutter“ der Landwirtschaft an sich. So konnte der Mensch sesshaft werden. Die Kuh ist das Tier, mit
dem man einen Zaun aufstellt und sagt: Hier ist es gut,
hier kann ich bleiben.
Und wie ist das mit dem Stier? Ein alter, erfahrener
Stier, doppelt so schwer wie die schwerste Kuh, hat eine
sehr beruhigende Wirkung auf die Herde. Denn jede Art
Auseinandersetzung ist für ihn der Anfang von Erotik,
und da stellt er sich dazwischen und signalisiert konsequent: „Gib jetzt Ruhe. Dafür bin ich zuständig." Das ist
eine zusätzliche Hilfe für den Bauern, um Ruhe in die
Herde zu bringen. Und ich meine, das ist er der Herde
auch schuldig, wenn er sie schon in einen Zaun einsperrt. Die heutige Viehhaltung ist aber so falsch, dass
das Durchschnittsalter der Kuh in den letzten 50 Jahren
um fünf Jahre auf nur noch vier bis fünf Jahre gesunken
ist. So können auch keine stabilen Herden entstehen,
weil die Kühe zu oft wechseln.
Sind Kühe eigentlich gute Riecher? Sie haben einen
sehr guten Geruchssinn, haben auch immer eine feuchte
Nase und sind dadurch sehr sensibel gegenüber dem Wetter. An der Menge, die sie frisst, merkst Du genau, wie
das Wetter wird. Wenn Schnee kommt, frisst sie Mengen,
obwohl sie schon 4.000 Jahre im Stall ist – denn wenn es
schneit, deckt es ihr ja den Teller zu. Spannend ist, und
das kann jeder Melker bestätigen, dass Du selbst in der
Nähe der Kühe viel besser riechen kannst, Dein Geruchssinn sensibler wird. Wenn ich am Melken bin, rieche ich
auf 50m, wenn sich jemand eine Zigarette angezündet
hat, und jedes Auto, das an meinem Hof vorbeifährt,
jeden Mensch, jeden Körpergeruch und jedes Parfum.
Woran es liegt, weiss ich nicht. Es ist ein Phänomen.
Du merkst dann auch sofort den Unterschied, ob ein
Parfum künstlich ist oder nicht. Ich würde den Duftspezialisten von Farfalla empfehlen, in der Nähe von Kühen
zu arbeiten.
«Ich würde den Duftspezialisten von Farfalla
empfehlen, in der Nähe
von Kühen zu arbeiten.»
Du hast viel über das Soziale der Kuh geredet,
siehst Du darin auch Parallelen zum Mensch? Der
Unterschied zur Kuh ist, dass der Mensch ab und zu
zwischen die prägenden Verhaltensmuster und entsprechenden Aktionen, die den grossen Teil unseres Lebens
bestimmen, einen Moment der Autonomie schalten
kann. Das ist dann genau das Menschliche. Wenn wir
dem Mensch und seinen Fähigkeiten gerecht werden
wollen, entsteht im menschlichen Kontext die für jede
Beziehung wichtige Verlässlichkeit nicht nur aufgrund
von Mustern, sondern auch aus der Autonomie, der Freiheit heraus. Du verbesserst eine Beziehung durch einen
selbstständigen Entscheid, aber gleichzeitig schaust du,
dass es Dir gut geht, dass Du Dich zugunsten der Beziehung auch um Dich selbst kümmerst. So bekommt
die menschliche Beziehung eine andere Dimension, die
man in der Natur so nicht trifft. Bei Menschen mit einer
Behinderung trifft man das z.B. noch stärker, gerade
bei solchen mit einem Down Syndrom erleben wir, dass
sie spüren, dem anderen geht es nicht gut, und dann
fangen sie an zu weinen – weil sie wissen, dem tut es
gut, wenn er mich jetzt trösten kann. Deswegen sollten
wir Lebensformen einführen, in denen „die Normalen“
nicht allein gelassen werden. In denen sie behütet, geführt und gestört werden von Leuten, die nicht so normal funktionieren. Das fördert den Autonomieteil, der
sich manchmal, wenn der Mensch Glück hat, zwischen
seine Muster und seine Aktionen schaltet. Das macht
essentials vol.11 19
ihn unterscheidbar vom Schimpansen. Mani Matter
nennt diesen Teil ,Hemmige‘.
Vegan ist ja ein Megatrend. Unsere Kosmetik zum
Beispiel ist auch vegan. Heute gibt es auch viele Allergien, Laktoseintoleranz. Wie stehst Du zu diesem
Thema? Ich glaube an eine zunehmende fortlaufende
Individualisierung des Menschen, das finde ich etwas
Wunderschönes. Und vegan ist eine individuelle Reaktion auf unsere grauenhafte kollektive Nutztierhaltung.
Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Leute das nicht
essen wollen. Ich sehe aber daneben in all diesen und
ähnlichen Trends, seinen Körper zu gestalten, das Bedürfnis sich von Innen her zu individualisieren. Das finde ich schön und wichtig. In Gesellschaften, in denen es
dem Mensch gut geht, kann er sich das leisten. Da macht
sich auch der Zwischenraum zwischen Muster und Aktion im Menschen individuell noch stärker bemerkbar. Da
könnte sich ein Kontinent auftun, wenn jeder Mensch
eine individuelle Würde entwickelt. Tattoos und Schönheitsoperationen sehe ich auch in diesem Kontext: Ich
gestalte mich! Spannend und wichtig wäre es in diesem
Zusammenhang, dass der Mensch sich aus Freiheit auch
seine Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität durch
eine Persönlichkeitsschulung bewusst verfeinert und
steigert. So wird er erst recht zum Menschen.
Das Lied der Bio-Band Baldrian endet mit der Zeile:
Ohne Ehrfurcht vom Leben sind wir alle verloren.
Du siehst dennoch, dass es möglich ist, die Ehrfurcht vom Leben wiederzuerlangen? Das ist eine
Zeile, die wir vor Jahrzehnten, etwas mit dem Mahnfinger geschrieben haben. Ich finde heute, dass wir in
der schönsten Zeit überhaupt leben. Noch nie war es so
einfach, etwas besser zu machen. Je mehr ,Seich’ gemacht wird, umso besser können wir es aus Erkenntnis
und Erfahrung richtig machen. Aus der Freiheit, nicht
aus einem Zwang heraus, entsteht Fortschritt. Der Staat,
der einen zwingt, richtig zu sein, ist nicht mein Staat.
Eine Religion, die einen strafenden Gott hat, ist nicht
meine Religion. Mein Staat ist der vom ethischen Individualismus, von möglichst grosser persönlicher Freiheit und einer im sozialen Zusammenhang erarbeiteten
Übereinkunft. Darum ist für mich die Tatsache, dass wir
die Welt zugrunde richten können, zugleich eine wunderbare Chance, es besser zu machen. Wie sonst sollen
wir es lernen? Das ist Bestandteil der Evolution. Ich bin
sehr guter Dinge. Wenn man älter wird, sollte man den
Moralfinger ablegen.
feel beautiful
blütenduftbadesalz
neu!
Mineralstoffreiches Meersalz und naturreine
ätherische Öle vereinen sich zu höchstem Badegenuss.
kuschelbad
Wer möchte sich nicht geborgen und umarmt
fühlen? Kuscheliges Blütenduft-Badesalz mit
umhüllenden Düften von Vanille, Mimose,
Mandarine, Rose und Sandelholz.
Farfalla ist zertifiziert nachhaltig nach CSE-Standard.
Seit bald 30 Jahren bio-logisch. www.farfalla.ch
glücksbad
Glücksmomente in der Badewanne verspricht dieses
Blütenduft-Badesalz mit lichtbringenden naturreinen ätherischen Ölen von Benzoe, Bergamotte,
Kakao u.a.
Zertifizierte Naturkosmetik
vegan
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
9
Dateigröße
797 KB
Tags
1/--Seiten
melden