close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Beruf und Familie: Wie es besser geht - Arbeiterkammer

EinbettenHerunterladen
Mitgliederzeitschrift der AK Wien / Mai 2014
wien.arbeiterkammer.at
Mehr netto
vom Brutto!
Steuerentlastung
überfällig
„Wir drei
sind ein Team“
Beruf und Familie: Wie es besser geht
FÜR MÜTTER UND VÄTER IN KARENZ: Die besten Tipps zur
Familie Sulejmanovic:
Versicherungsangestellte
Edvina, Bauingenieur
Hasan, Sohn Ermin
Elternmesse
im Heft
Wolfgang
Mitterlehner
ChEfrEDAKtEur
Wie sich’s
ausgeht
Der Sohn wird nur wenige Minuten vom
´ der Mama entfernt im BetriebskinderBüro
garten gut betreut. Beide Eltern helfen sich
aus beim Hinbringen und Abholen. Nur so
gelingt es Familie Sulejmanovic, Kinderbetreuung und Vollzeitarbeit unter einen Hut zu
bringen. Leider ist das nicht selbstverständlich: Gute Kinderbetreuung ist Mangelware,
vor allem in den Bundesländern. Nur in einem
Viertel der Familien mit Kindern unter 12
können deshalb beide Eltern Vollzeit arbeiten.
Wie Eltern den schwierigen Balanceakt
zwischen Kindern und Beruf meistern und
was sich ändern muss. Ab Seite 18.
neue Wege beim Lernen geht die Integrative Lernwerkstatt Brigittenau. Wie neue Ideen für
die Schule frischen Wind in die Klassenräume bringen könnten, lesen Sie ab S. 28
Die Steuer frisst unsere Löhne. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
Mehr netto! Die ArbeitnehmerInnen wünschen eine Steuerentlastung
Was die EU jetzt tun muss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
EU-Wahl: Was für die Beschäftigten getan wurde und was jetzt nötig ist
AK InItIAtIv: Alle kriegen ihr Konto . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
Von der ersten Lohnerhöhung von gut
40 Euro brutto bleiben einer jungen Frisörin
nur rund 23 Euro mehr im Börsel. Die ArbeitnehmerInnen sind zu hoch belastet. Ganz
anders die großen Vermögen: Die tragen
wenig bei. Deshalb setzt sich die AK für eine
Steuerentlastung ein, die vor allem den unteren und mittleren Einkommen mehr netto
vom Brutto beschert. Ab Seite 7.
Drehen an der Arbeitszeit? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Zur Debatte um flexiblere Arbeitszeiten und wo die Grenzen sind
Gleicher Job, neuer Chef . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14
Frei für Anlässe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
AK LEIStUnG: Jede Menge Lesestoff . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Immer schneller, immer länger, immer
flexibler: Wenn es nach der Wirtschaft
geht, gäbe es keine Pausen mehr für die
Beschäftigten. Das geht auch anders. Wir
zeigen, wie längere, aber auch kürzere Arbeitszeiten über Betriebsvereinbarungen im
Einvernehmen mit den Beschäftigten geregelt werden. Ab Seite 12.
Achtung, Falle: teure teppichpflege . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
tItELtHEMA: Jonglieren mit Arbeit, Kindern und Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Wie Kinder und Beruf unter einen Hut kommen
Elterntipps: Schutz vor Kündigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Im Blick: nicht für Raubkopien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
MeIn PaPa, DaS TurngeräT
Der kleine ermin Sulejmanovic ist ein energiebündel
und „verwendet“ Papa
Hasan auch gerne mal als
´
Turngerät. Beim
CoverShooting mit Mama edvina
war ermin dann ganz
anschmiegsam. Fotograf
Mischa nawrata war
jedenfalls zufrieden.
2
AK FÜR SIE 05/2014
Fotos: Mischa Nawrata, Thomas Lehmann
Viel Spaß beim Lesen!
Rubriken 3 Am Prüfstand: Online-Kunden schützen, Immer mehr Großraumbüros, Kindergärten oft zu
11 Mein neues Leben: „Da geht’s um Autos“ 17 Dürfen die das? Kreditvermittler kassiert saftige Gebühr
25 Alltag in Zahlen: Einmal Baby und zurück 26 Produkttest: Energy Drinks 27 Freizeit: Into the City
30 Rätsel & Was ist hier die Frage? 31 Leserbriefe 31 Umfrage: Wie fair sind wir im Verkehr?
Impressum Herausgeber & Medieninhaber: Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Straße 20-22 Mit den verlegerischen
Agenden beauftragt: Leykam Druck, 8020 Graz, Eggenberger Str 7 Chefredakteur: Wolfgang Mitterlehner verantwortliche RedakteurInnen: ute Bösinger,
Peter Mitterhuber, 1040 Wien, Prinz-Eugen-Str 20-22 Redaktionssekretariat: Alexandra Konnerth Konzept & Gestaltung: B.A.C.K. Grafik- & Multimedia Gmbh,
1070 Wien, Neubaugasse 8/2/4 Coverfoto: Mischa Nawrata MitarbeiterInnen: thomas Angerer, tine Bazalka, Jürgen Bischof, Martin Cmund, Sonja fercher,
Christian fischer, Susannika Glötzl, Jelena Gucanin, helga hess-Knapp, Michaela hubweber, hannah Krumschnabel, thomas Lehmann, Michaela Lexa-frank,
Ingrid Moritz, Katharina Nagele, Angelika Nagele, phoenixen, Nicole reiter, Martin Saringer, Erwin Schuh, Lisi Specht, Doris Strecker, Michael tölle, Alexander
tomanek, ulrike Weiss, Daniela Zimmer Hersteller: Leykam, Druck Gmbh & Co KG, herstellungsort Neudörfl. Verlagsort Wien. Namentlich gezeichnete Kommentare müssen
nicht mit der Meinung der AK Wien übereinstimmen. Offenlegung gemaß Mediengesetz §25: siehe wien.arbeiterkammer.at/impressum
ISSN 1028-463X
Redaktionsschluss: 29. April 2014
Die nächste AK fÜr SIE erscheint am 3. Juni 2014
ARBEIT, WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT
am Prüfstand
Online-Kunden schützen
Der Boom beim Online-Handel hält nach wie vor
an: 96 Prozent der Befragten erklärten, sie würden
auch im Internet einkaufen, so eine Umfrage von
MindTakeResearch unter 500 KonsumentInnen in
Österreich. Die AK meint: Die EU-Verbraucherrichtlinie hat jetzt zumindest für einige Verbesserungen bei den Konsumentenrechten
auch in Österreich gesorgt. Künftig muss im
elektronischen Handel der elektronische Bestellknopf eine deutliche Beschriftung tragen,
dass etwas kostenpflichtig bestellt wird.
Immer mehr
Großraum-Büros
Der Trend zum Großraum-Büro hält an. Bei
einer Umfrage des Immobilien-Unternehmens
CA Immo gaben 28 Prozent der Unternehmen
das Großraum-Büro als überwiegende oder
ausschließliche Büroform an. Die AK meint:
Da wird auf Kosten der Beschäftigten
gespart. Die Lärm- und Stress-Belastung
in Großraum-Büros ist sehr hoch. Höchstens 65 Dezibel Lärm sind erlaubt.
Großraum-Büros sind aber oft lauter.
Suchen Sie im Notfall Rat und Unterstützung bei Ihrem Betriebsrat oder der AK.
Sie kassieren wieder ...
Die Anteilseigner der ATX-Konzerne erhalten 2,1 Milliarden Euro Dividenden – obwohl die Gewinne sinken.
E
ine sorgsame und nachhaltige Unternehmenspolitik kann ich darin
wahrlich nicht erkennen“, kritisiert
AK Präsident Rudi Kaske die Ausschüttungspolitik der österreichischen ATXKonzerne. Denn obwohl die Gewinne
sinken, steigen die Dividenden. Rund
2,1 Milliarden Euro werden für 2013 an
die AktionärInnen ausgeschüttet – 3,9
Prozent mehr als im Vorjahr. Aufgrund
der gesunkenen Gewinne erhöht sich
die Ausschüttungsquote um 45 auf
knapp 60 Prozent.
Dabei dominieren aktuelle negative
Nachrichten wie Personalkürzungen,
Abschreibungen und Umsatz – und
Gewinneinbußen. So erhalten die Anteilseigner von Lenzing und Zumtobel
eine Dividende, obwohl beide Unternehmen Personalkürzungen durchfüh-
kleinteile
ren. Andere Konzerne wie Wienerberger beschenken ihre AktionärInnen,
obwohl 2013 ein Verlust geschrieben
wurde. Und die Österreichische Post
und Conwert schütten mehr aus als sie
Gewinn erwirtschaftet haben.
„Diese Entwicklung ist alles andere
als gerecht“, so Kaske. Und weiter:
„Den Unternehmen werden wichtige
Investitionen in die Zukunft vorenthalten, was zu einem Bumerang werden
kann. Denn irgendwann leidet die
Wettbewerbsfähigkeit und die Folge ist
dann das Unkreativste, was sich die
Manager einfallen lassen können: massiver Personalabbau“, warnt Kaske. Der
AK Präsident fordert die Unternehmen
auf: Weniger ausschütten und mehr in
die Unternehmen und Mitarbeiter investieren. ■ M.L.-F.
www.kleinteile.at
Kindergärten oft zu
Drei Viertel aller Kindergärten in Österreich
hatten über Ostern geschlossen und auch übers
Jahr sind Österreichs Kindergärten durchschnittlich 35 Tage geschlossen, so die Statistik
Austria. Die AK meint: Hier muss sich
dringend etwas ändern. Berufstätige
Eltern haben in der Regel nur 25 Urlaubstage zur Verfügung. Kindergärten sollten
höchstens 5 Wochen im Jahr geschlossen
sein. Hier kann die Stadt Wien Modell
sein. Dort haben die Kindergärten mit nur
3 Tagen die kürzesten Schließzeiten.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
AK FÜR SIE 05/2014
3
Mehr netto!
Die Steuer frisst
unsere Löhne!
Schöne Lohnerhöhungen brutto – aber netto
nur ein Mini-Plus: Die ArbeitnehmerInnen
wünschen sich eine Steuerentlastung.
I
m Frisörsalon „Hair by Bruno“ im
fünften Bezirk ist viel los. Eine der
fleißigen Frisörinnen ist Havva Simsek. Die 18-Jährige hat vor einem
Jahr ausgelernt und erhält in diesem
Monat ihre erste Lohnerhöhung. Die
Freude darüber währte aber nicht lange.
Von 42 Euro mehr brutto bleiben ihr gerade einmal 23 Euro mehr netto im Börsel.
„Ich bekomme zwar ein paar Euro mehr,
aber draußen wird ja auch alles teurer“,
sagt die junge Frau. Im Grunde wird also
das, was der Frisörin vom Lohn-Plus übrigbleibt, von der Inflation und der Lohnsteuer
geschluckt.
Wenn ArbeitnehmerInnen nur aufgrund
eines Inflationsausgleichs eine höhere
Lohnsteuer bezahlen müssen, dann heißt
das „kalte Progression“. Sie zahlen also
nach einer Lohnerhöhung einen höheren
Steuersatz als vorher. Das bringt dem Staat
pro Jahr 500 Millionen Euro mehr, so die
Schätzung der WirtschaftsforscherInnen.
Steuer:
Wer wie viel zahlt
Die Einnahmen des Staates aus der
Lohnsteuer steigen rasant. Dagegen
fällt der Anstieg bei der Körperschaftssteuer, der Gewinnsteuer etwa für Aktiengesellschaften und GmbH, eher gemächlich aus. Mit ein Grund für die Schieflage:
Mit jeder Lohnerhöhung steigt für die
ArbeitnehmerInnen der Steuersatz – und
von der schönen Brutto-Lohnerhöhung
bleibt nettto bestenfalls ein Ausgleich der
Inflation. Die Grafik zeigt die Schieflage.
Für Renate Wunderl ist das
eine Ungerechtigkeit. Die 50-Jährige ist seit 20 Jahren bei Zielpunkt
angestellt. Ohne Überstunden
bringt ihr die letzte Gehaltserhöhung
netto 27 Euro mehr. Das ist nichts im
Vergleich zur letzten Mieterhöhung.
„Wir zahlen zu hohe Steuern“
Die Miete von Renate Wunderl hat angezogen: 85 Euro mehr muss sie im Monat
zahlen, weil das Haus saniert wird: „Ich
muss jeden Cent umdrehen. Miete,
Strom, Lebensmittel – alles wird teurer.“
Die Angestellte wünscht sich weniger
Steuerlast.
„Wir zahlen zu hohe Lohnsteuern“, sagt
auch Heinz Reichenpfader, Facharbeiter
bei Opel Wien. Auch von seiner Lohnerhöhung von knapp 84 Euro brutto bleibt ihm
(ohne Überstunden) weniger als die Hälfte: knapp 39 Euro. „Die Erhöhung spür ich
nicht. Schließlich wird auch alles andere
Steuereinnahmen
25 in Milliarden Euro
24,6
21,3
20
15
■ Lohnsteuer
■ Körperschaftssteuer
6,0
5,9
5
0
2006
Havva Simsek
ist enttäuscht von dem, was von ihrer
ersten Lohnerhöhung wirklich übrigbleibt.
„Draußen wird ja auch alles teurer“, sagt
die 18-Jährige.
Lohnerhöhung brutto
+42,Sozialversicherung
- 6,Steuer ohne kalte Progression - 6,kalte Progression
19,9
10
FRISÖRIN
Lohnerhöhung netto
+23,-
3,8
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Quelle: Statistik Austria, Nationalbank, eigene Berechnungen
4
AK FÜR SIE 05/2014
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Keine Ausreden
mehr
AK Präsident Kaske fordert eine rasche
und deutliche Lohnsteuersenkung.
W
FACHARBEITER
Heinz Reichenpfader
bleibt weniger als die Hälfte von seinem
Lohn-Plus im Börsel. „Wir zahlen zu hohe
Lohnsteuern“, ist der 56-Jährige überzeugt.
Lohnerhöhung netto
+39,-
Renate Wunderl
ist stellvertretende Filialleiterin bei Zielpunkt.
Ihre Gehaltserhöhung macht weniger als die
heurige Mieterhöhung aus.
Lohnerhöhung brutto
+52,Sozialversicherung
- 9,Steuer ohne kalte Progression - 9,kalte Progression
Lohnerhöhung netto
+27,-
Alle Zahlen gerundet. Allfällige Überstunden und vom Lohn abgezogene Gewerkschaftsbeiträge und Betriebsratsumlagen nicht berücksichtigt.
Fotos: Erwin Schuh
Lohnerhöhung brutto
+84,Sozialversicherung
- 15,Steuer ohne kalte Progression - 20,kalte Progression
enn man nur will, ist eine Lohnsteuersenkung machbar. Obwohl die Regierung bereits im Jänner eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, die eine Steuerreform
erarbeiten soll, hat sich die Gruppe bisher nicht
ein einziges Mal getroffen. Dabei haben wir keine
Zeit mehr zu verlieren. Schließlich geht es um
Geld, das den Beschäftigten bald wieder im Börsel bleiben soll.
Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben lange genug gewartet. Viele hart erkämpfte
Lohnerhöhungen sind in den vergangenen Jahren
der kalten Progression zum Opfer gefallen. Das
muss ein Ende haben. Wer es mit den ArbeitnehmerInnen Ernst meint, muss jetzt Nägel mit
Köpfen machen.
Die Lohnsteuer muss spürbar gesenkt werden.
Es reicht nicht, am kleinen Rädchen zu drehen.
Der Eingangssteuersatz ist mit 36,5 Prozent viel zu
hoch. Natürlich soll eine Lohnsteuersenkung auch
gegenfinanziert werden. Aber auch das ist machbar.
Wer Spielräume will, muss Spielräume schaffen.
Es kann nicht sein, dass der Wirtschaft Steuergeschenke gemacht werden und für die Anliegen
der Beschäftigten dann kein Geld da sein soll.
Es gibt viel zu tun, damit das Steuersystem
gerechter wird: Steuerlücken müssen geschlossen werden, damit die großen Konzerne nicht an
der Steuer vorbei können. Die Grundstücksbewertung gehört reformiert. Statt der alten
Einheitswerte sollen die Werte an die tatsächlichen Verkehrswerte angepasst werden, die der
Grund- und Grunderwerbssteuer zugrunde liegen.
Die Bankenabgabe muss bleiben, damit die
Banken ihren Teil zu den Kosten der Bankenrettung beitragen. Und wir lassen auch bei der
Millionärssteuer nicht locker. Daher sage ich
noch einmal in aller Deutlichkeit: Lohnsteuersenkung jetzt, und zwar richtig.
AK FÜR SIE 05/2014
5
Gebrochene Versprechen
Ende April hat der Finanzminister sein Budget präsentiert. Es sieht
weniger Geld für Zukunftsinvestitionen vor, als ursprünglich geplant.
B
Foto: picturedesk.com / vario images / Christoph Papsch
ei der Regierungsbildung hieß es:
Ja, es müsse Kürzungen im Bundesbudget geben. Aber gleichzeitig soll
es Geld geben, um Beschäftigung und
Wirtschaft zu fördern. Jetzt hat der Finanzminister sein Budget präsentiert. Und
eine erste Analyse der AK ExpertInnen
zeigt: Die Regierung hält ihr Versprechen
nicht ein. Das Budget ist ein Rückschritt
im Vergleich zum Regierungsprogramm.
■ Der Ausbau der Kinder- und
Ganztagsbetreuung, der Ausbau des
Breitbandnetzes für Telefon und Internet und eine Wohnbauinitiative: Alle
diese wichtigen beschäftigungswirksamen Vorhaben werden nicht im vollen
Umfang in Angriff genommen. Beim
Wohnbau bleibt von den versprochenen 276 Millionen Euro für das heurige
Jahr nichts übrig, für nächstes Jahr lediglich 30 Millionen Euro. Bis 2018
werden die Mittel um fast 100 Millonen
Euro gesenkt. Ebenso wird beim Ausbau des Breitbandnetzes gekürzt. Dabei hat die Versteigerung einer neuen
Mobilfunkfrequenz erst unlängst zwei
Milliarden Euro gebracht.
■ Wichtige Möglichkeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit blei-
Der tägliche Einkauf wird teurer. Auch
deshalb ist eine Steuerentlastung überfällig
ArbeitnehmerInnen entlasten
Eine Lohnsteuersenkung ist überfällig. Finanziert werden kann diese mithilfe einer
Steuer auf Millionenvermögen. Die AK fordert auch eine Senkung des Eingangssteuersatzes. Kaske: „Kleine und mittlere
Einkommen müssen entlastet werden.“
Diese Entlastung würde der Frisörin
Havva Simsek viel bringen. Sie will in zwei
Jahren bei den Eltern ausziehen und glaubt
nicht, dass sie sich das ohne Steuersenkung leisten kann. „Die 50 Euro mehr netto, die ich sonst bekommen werde, machen das Kraut auch nicht fett.“ ■ JELENA
GUCANIN
6
AK FÜR SIE 05/2014
■ P. M.
Foto: picturedesk.com / vario images / Juergen Moers
teurer, zum Beispiel Milchprodukte, Eier
und Brot“, sagt er.
Die Zahlen geben seiner Forderung
nach weniger Lohnsteuern Recht. Die
Lohnsteuereinnahmen für den Staat steigen rasant. Fast 25 Milliarden Euro an
Lohnsteuern kassierte der Staat von Jänner bis Dezember 2013 – ein Plus von 5,2
Prozent. Erwartet wurden nur 2,2 Prozent
mehr. Die Einnahmen aus Unternehmenssteuern sind hingegen unter Plan gestiegen. „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tragen einen immer größeren Teil
zum Steuerkuchen bei, während sich die
Unternehmen immer weiter aus der Verantwortung ziehen“, kritisiert AK Präsident
Rudi Kaske.
ben auf der Strecke, kritisiert die Arbeiterkammer. Die Bundesländer sind
sowohl beim Wohnbau als auch beim
Ausbau der Kinder- und Ganztagsbetreuung säumig, nehmen vom Bund zur
Verfügung gestellte Mittel nicht in Anspruch. Statt die Ausgaben zu kürzen
oder Projekte auf später zu verschieben, sollten die übrig gebliebenen Mittel auf jene Bundesländer verteilt werden, die sie abrufen, verlangt die AK.
■ Generell vermisst die Arbeiterkammer ernsthafte Schritte zu einer
fairen Verteilung der Steuern und Abgaben: Arbeit wird zu hoch besteuert,
Millionenvermögen kaum. Durch höhere vermögensbezogene Steuern wie
einer gerechten Grunderwerbssteuer
und einer Millionärssteuer wäre die Entlastung der ArbeitnehmerInnen möglich, so die Arbeiterkammer. Jedenfalls
muss die Bankenabgabe in voller Höhe
beibehalten werden. Denn umgekehrt
hat der Bund bereits Milliarden ausgegeben, um die Banken zu stützen. Vor
allem gilt: Die Belastungen durch die
Banken dürfen dringende Weichenstellungen für die Zukunft nicht blockeren.
Investitionen für mehr Arbeit sind dringend nötig. Davon ist im Budget des Finanzministers aber zu wenig vorgesehen, kritisiert die Arbeiterkammer
im Blick
Es wird noch nicht einmal seit einem Jahr
vergeben – und schon sind die Mittel für
das so genannte Fachkräftestipendium
ausgeschöpft: 25 Millionen Euro hatte das
Arbeitsmarktservice im Jahr 2014 dafür
reserviert, dass Erwachsene während einer
schulischen Ausbildung, etwa im Bereich
Gesundheit und Pflege, mit 816 Euro monatlich ihren Lebensunterhalt bestreiten
können. Jetzt ist der Topf ausgeschöpft.
Die Aktion darf nicht wegen großen Erfolgs
eingestellt werden, verlangt die AK. Sie
fordert zusätzlich 30 Millionen Euro jährlich
für das Fachkräftestipendium. Und die
Aktion soll dauerhaft verlängert werden.
Foto: picturedesk.com / APA / Harald Schneider
Lkw-Maut
Die Bundesländer haben vorgeschlagen, die
Lkw-Maut auf Landes- und Gemeindestraßen
auszudehnen. Die AK unterstützt diesen Vorschlag. So kann etwas dagegen getan werden,
dass Lkw auf Landes- und Gemeindestraßen
ausweichen, und die Frächter würden auch
abseits der Autobahn für die Schädigung der
Straßen durch Lkw zahlen. Übrigens: Die LkwMaut führt insgesamt im Schnitt nicht zu höheren Preisen für die KonsumentInnen, zeigen
bisherige Erfahrungen.
Schwere Laster unterwegs: Lkw-Maut ist
auch abseits der Autobahn sinnvoll
E-Books
Elektronische Bücher sind ausgesprochen
beliebt. Aber wer sich den Inhalt eines Buchs
nur für bestimmte Zeit über eine Bibliothek
herunterladen will, wird benachteiligt. Viele
Verlage bieten ihre E-Books grundsätzlich nur
für den Privaterwerb an, verkaufen E-BookLizenzen erst mit erheblicher Verzögerung an
die Bibliotheken – oder sie verlangen von den
Bibliotheken erheblich mehr, als eine Privatperson zahlen müsste. Die AK kritisiert das:
Bestimmte Lektüre steht dadurch nur jenen
zur Verfügung, die sich das Buch oder die EBook-Lizenz sowieso leisten können.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Erwin Schuh
Fachkräftestipendium
Ingrid Moritz, Leiterin der AK Frauenabteilung, und Expertin Bianka Schrittwieser: „Vielfach
sind Stelleninserate nicht aufschlussreich“
Klartext beim Gehalt
Wer einen Job sucht, soll schon aus der Stellenanzeige
erfahren können, ob sich die Bewerbung lohnt.
D
ie AK hat nun zum dritten Mal die
Gehaltsangaben bei Stelleninseraten auf Einhaltung des Gesetzes
und die Qualität der Information überprüft.
Ziel der Regelung ist, Menschen, die Jobs
suchen, Informationen über die zu erwartende Entlohnung zu geben und damit zur
Verringerung der Einkommensschere zwischen Frauen und Männern beizutragen.
Ist-Gehalt nur bei 40 Prozent
Doch zumeist gibt es nur so viel Information, wie vom Gesetz her unbedingt notwendig: Es wird das kollektivvertragliche
Mindestgehalt angegeben und die Bereitschaft zu Überzahlung.
Im Vergleich zu 2013 hat sich die Aussagekraft der Gehaltsangaben noch verschlechtert. Der Anteil der Inserate mit
Information zu Ist-Gehalt oder Bandbreite ist in Tageszeitungen von 54 Prozent
auf 38 Prozent zurückgegangen. Rechnet man die Internetjobbörsen auch dazu, dann ist der Anteil von 48 auf 40 Prozent zurückgegangen. Ingrid Moritz,
Leiterin der AK Abteilung Frauen, Familie,
sagt: „Mindestangaben sind zu wenig
aussagekräftig, um echte Einkommenstransparenz zu erreichen. Die Betriebe sollen das Ist-Gehalt bzw. eine
Bandbreite der möglichen Bezahlung im
Stelleninserat angeben.“ n K.N.
Republik verschenkt A1 Telekom
Ein amerikanischer Konzern übernimmt die Macht im Staatsbetrieb.
E
igentlich hat der Staat Österreich
noch immer die meisten Anteile an A1
Telekom, dem österreichischen Paradebetrieb und Marktführer bei Telefonie
und Internet: Die staatliche Beteiligungsholding ÖIAG hält über 28 Prozent der Aktien, der amerikanische Telefonriese America Movil knapp unter 27 Prozent. Aber im
April segnete der Aufsichtsrat der ÖIAG
einen Vertrag über die Zusammenarbeit mit
America Movil ab, mit dem unsere Telekom
den Amerikanern ausgeliefert wird.
Gegen den Vertrag hat die Arbeiterkammer von Anfang an protestiert, und
die Belegschaftsvertreter gingen nicht zur
Aufsichtsratssitzung. Denn America Movil
bekommt im Aufsichtsrat der A1 Telekom
die Mehrheit, ebenso soll die Mehrheit der
Vorstandsmitglieder von America Movil
gestellt werden. Die ÖIAG soll nur noch
den Generaldirektor bestellen dürfen.
Amerikaner entscheiden
„Dem von der ÖIAG gestellten Generaldirektor kommt maximal die Rolle eines
Frühstücksdirektors zu, der nichts zu entscheiden hat“, kritisiert AK Direktor Werner Muhm. Jetzt entscheide ein Konzern
aus Übersee, was und wie A1 Telekom in
Österreich investieren wird. n P.M.
AK FÜR SIE 05/2014
7
Europa
Vor der EU-Wahl: Was in den letzten Jahren für
die ArbeitnehmerInnen getan wurde und was
jetzt nötig ist. Eine Bilanz.
1
Finanzmärkte
regulieren
Mehr als fünf Jahre sind seit Ausbruch der
Finanzkrise vergangen. Hat Europa aus
der Krise gelernt und die Finanzmärkte
ausreichend reguliert? Teilweise, so die
AK. Viele wichtige Schritte sind in der EU
gesetzt worden. Die Bankenunion etwa
hilft, die Probleme von grenzüberschreitenden Banken in den Griff zu bekommen.
Dazu gehören aber auch klare Regeln wer
zahlt, wenn eine Bank pleite geht. Aktionäre und Gläubiger müssen zur Verantwortung gezogen, kleine Sparer dagegen geschützt werden. Besonders wichtig: Eine
wirksame Finanztransaktionssteuer muss
rasch eingeführt werden, damit die Spekulanten einen gerechten Beitrag zu den
Kosten der Krise leisten. Doch die Finanzlobby hat in Brüssel großen Einfluss (Kasten rechts) und versucht, die Steuer zu
verhindern. „Das dürfen wir nicht zulassen.
Die Finanzlobby darf nicht die Spielregeln
diktieren“, fordert AK Präsident Kaske.
2
Kampf gegen
Arbeitslosigkeit
Aus der Finanzkrise ist eine Krise für die ArbeitnehmerInnen in Europa geworden:
Mehr als 26 Millionen Menschen in der EU
sind derzeit ohne Job. Der Sparzwang in
vielen Ländern hat sich als Irrweg entpuppt
und eine Abwärtsspirale produziert. Jetzt
braucht es vor allem neue Arbeitsplätze.
Das geht nur mit Investitionen etwa in Bildung, sozialen Wohnbau, Infrastruktur und
soziale Dienste wie Pflege oder Kinderbetreuung. Österreich ist besser durch die Krise gekommen als viele andere. Statt eines
harten Sparkurses wurden maßvolle Konjunkturpakete umgesetzt. Daher braucht es
einen Kurswechsel in Europa: Investieren
Für Sie in der EU aktiv
Die EU spielt in der Politik eine zentrale Rolle. Die Arbeiterkammer ist
daher auf vielen Ebenen für die ArbeitnehmerInnen und KonsumentInnen in
der EU aktiv:
■ Arbeiterkammer und ÖGB sind mit einem Büro in Brüssel vertreten
und setzen sich dort direkt vor Ort für die Interessen der ArbeitnehmerInnen in der EU ein. www.akeuropa.at
■ Auf www.financialtransactiontax.eu/de kann man sich für eine
echte Finanztransaktionssteuer einsetzen.
■ Junge Menschen sind der AK besonders wichtig: Beim Projekt
„Europa – was ist jetzt“ wollen die Sozialpartner und die Österreichische
Gesellschaft für Europapolitik das Interesse der Jungen für die EU
wecken. Mitmachen und mitreden unter www.wasistjetzt.eu
8
AK FÜR SIE 05/2014
Fotos: picturedesk.com und European Union 2014 – Source EP
Was die EU jetzt
tun muss
Mehr tun für die Jungen: Die Beschäftigungsgaran tie d
für Jugendliche ist ein wichtiger Schritt. Für den Ka mpf g
Jugendarbeitslosigkeit braucht es aber noch mehr Mitte
statt kaputtsparen. Der Kampf gegen die
Jugendarbeitslosigkeit muss oberste Priorität haben. „Die Jugendlichen sind unsere
Zukunft, da ist jeder investierte Euro Gold
wert“, so Kaske. Die Beschäftigungsgarantie der EU für Jugendliche ist ein Anfang,
aber lange nicht genug. Hier muss mehr
Geld in die Hand genommen werden. „Die
Menschen dürfen nicht auf der Strecke bleiben, weil Banken gerettet werden.“
3
Der Weg zur
Sozialunion
Am Weg zu einem sozialen Europa muss
die EU von einer Wirtschaftsunion zu einer
Sozialunion werden. „Bessere Sozialstandards in ganz Europa sind ein zentrales Ziel
für die nächsten Jahre. Da gibt es viel zu
tun“, so Kaske. Ein Sozialpakt für Europa
soll etwa den Ausbau sozialer Mindeststandards festlegen. Lohnuntergrenzen sollen
gemeinsam mit den Sozialpartnern auf nationaler Ebene verankert werden. Gleichzeitig braucht es wirksame Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping. In Österreich
ist im Zuge der Arbeitsmarktöffnung das
garan tie der EU
en Ka mpf gegen
mehr Mittel
Europa braucht Arbeitsplätze. Investitionen in Infrastruktur,
aber auch in soziale Dienstleistungen und in Bildung schaffen
neue Jobs
Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz umgesetzt worden. Weitere Verbesserungen sollen folgen, damit ArbeitnehmerInnen in Österreich gerecht entlohnt
werden und das österreichische Lohnniveau nicht gefährdet wird. Teilweise bewegt
sich die EU aber in die falsche Richtung:
So genannte Wettbewerbspakte sollen alle
Mitgliedsstaaten für mehr Wettbewerbsfähigkeit zu Lohnkürzungen und Abbau der
Sozialsysteme verpflichten. Aufgrund des
wachsenden Widerstands haben die Regierungschefs in der EU die Entscheidung
Hier haben die EU-BürgerInnen gezeigt, dass man sie nicht ignorieren
darf: Bei der Initiative right2water haben sie durchgesetzt, dass die
Wasserversorgung nicht für Privatunternehmen geöffnet werden muss
über die Einführung der Wettbewerbspakte
mehrfach verschoben.
4
Mehr Mitbestimmung
und Information
„Wenn die Bürgerinnen und Bürger in Europa laut sind, kann die EU sie nicht ignorieren. Das haben viele schon beim Thema
Wasser bewiesen“, so Kaske. Nach Angriffen auf die öffentliche Wasserversorgung
haben Millionen mit ihrer Unterschrift bei
Die Macht der Finanzlobby stoppen
Die Finanzlobby in Brüssel hat viel Macht.
Bei der Kampagne von AK und ÖGB kann man
aktiv werden und auf www.politicsforpeople.eu
KandidatInnen zum EU-Parlament auffordern,
sich gegen die Übermacht der Wirtschaftslobby einsetzen.
■ Die „Finanzlobby“ in Brüssel, das sind
mehr als 700 Organisationen, darunter große
Banken, Versicherungen und Hedgefonds.
Mehr als die Hälfte davon ist nicht im EUNoch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Lobbyregister eingetragen.
Auf jeden Beamten der EU-Kommission
im Finanzbereich kommen vier Lobbyisten.
■ Mehr als 123 Millionen Euro gibt die
Finanzlobby jährlich für Lobbying in der EU
aus – 30-mal so viel wie ArbeitnehmerInnenvertretungen, KonsumentInnenvereine und
NGOs zusammen.
■ In ExpertInnengruppen, die die EUKommission bei Gesetzen beraten, dominieren
■
der Europäischen BürgerInneninitiative
„right2water“ dafür gesorgt, dass die Wasserversorgung nicht für Privatunternehmen
geöffnet werden muss. Mehr Mitbestimmung ist auch bei den aktuellen Verhandlungen rund um das Freihandelsabkommen zwischen EU und USA nötig: Die AK
warnt vor einer Deregulierung der guten
Sozial-, Konsumentenschutz- und Umweltschutzstandards in Europa. Es droht auch,
dass große Konzerne Staaten verklagen,
wenn regulative Maßnahmen ihre Gewinne
schmälern. ■ SUSANNIKA GLÖTZL
Wirtschaftsinteressen. Gewerkschaften machen nur rund drei Prozent aller ExpertInnen
aus.
■ Die AK fordert: Lobbying braucht Transparenz und Kontrolle. Das EU-Lobbyregister
muss verpflichtend werden.
AK FÜR SIE 05/2014
9
initiativ
^
AK Erfolg I
Haben erfolgreich für das Recht auf ein Bankkonto gekämpft: die AK KonsumentenschützerInnen Gabriele Zgubic und Christian Prantner
Alle kriegen ihr Konto
Was es in vielen EU-Ländern längst gibt, muss jetzt auch bei uns kommen: ein Recht auf ein Konto. Die AK hat das lange gefordert.
D
as Basiskonto, für das haben wir
wirklich gekämpft“, sagt Gabriele
Zgubic, Abteilungsleiterin für Konsumentenpolitik in der AK Wien. AK Bankenexperte und Konsumentenschützer Christian
Prantner ergänzt: „Ein Recht auf ein Konto
ist wichtig. Ohne Konto ist es schwierig, am
Wirtschaftsleben teilzunehmen.“ Also hat
die Arbeiterkammer immer wieder darauf
hingewiesen, dass 150.000 Menschen in
Österreich benachteiligt sind, weil ihnen die
Banken ein Konto verweigern. Jetzt kommt
das Recht auf ein Konto.
Erfolgreich gekämpft
Konkret hat das EU-Parlament im April eine
Richtlinie beschlossen, wonach alle EUBürger in Zukunft ein Recht auf mindestens
ein Basis-Girokonto haben müssen – auch,
wenn sie keinen festen Wohnsitz haben.
Die Richtlinie muss noch von den zuständigen MinisterInnen der EU-Mitgliedsstaaten
bestätigt werden, aber das gilt als Formsache. Vorher hat es viele Debatten darüber
gegeben, ob die Banken ein Konto verweigern dürfen. Die AK hat sich immer auf die
10
AK FÜR SIE 05/2014
Seite der KonsumentInnen gestellt, hat die
Forderung auch in den österreichischen
Aktionsplan für Konsumentenschutz eingebracht und auf EU-Ebene vorangetrieben.
Leichter Arbeit finden
Die EU-Richtlinie muss bis 2016 umgesetzt
werden. „Unserer Meinung nach kann das
schneller gehen“, sagt Gabriele Zgubic. Es
müsse jedenfalls möglich sein, ein Konto
für Ein- und Ausgänge zu haben. Denn es
ist teurer, Rechnungen bar einzuzahlen, als
zu überweisen. Immer öfter verlangen Vermieter, Energie-, Telefon- und Internetanbieter die Angabe einer Kontonummer. Und
meistens stellen Firmen nur Leute ein, die
ein eigenes Konto haben.
Die EU-Richtlinie schreibt überdies vor,
dass Banken die wichtigsten Kontospesen
veröffentlichen. „Hier sind wir einen Schritt
voraus“, sagt Zgubic. „Mit dem AK Bankenrechner können schon jetzt die Kosten für
ein Girokonto verglichen werden.“ ■ P.M.
Bankspesen vergleichen Sie mit
dem AK Bankenrechner unter
ak-bankenrechner.at
Vom EU-Fonds für ländliche Entwicklung hat
bisher nur die Landwirtschaft profitiert. Aber
„ländliche Entwicklung“ heißt doch auch
Kindergärten bauen, Pflegedienste anbieten
oder die Gesundheitsvorsorge verbessern,
hat die Arbeiterkammer seit dem EU-Beitritt
Österreichs im Jahr 1995 argumentiert. Jetzt
hat sie sich durchgesetzt. Von den fast vier
Milliarden Euro, die Österreich unter dem Titel
ländliche Entwicklung bis 2020 aus der EU
bekommt, werden immerhin 118 Millionen
Euro für den Ausbau der sozialen Dienste in
ländlichen Regionen verwendet. Insgesamt
stehen 240 Millionen Euro zur Verfügung, weil
laut EU-Regeln national noch dazugezahlt
werden muss. Ein Anfang mit Luft nach oben.
AK Erfolg II
Mehr Schutz bei
Verträgen am Telefon
Sie werden am Telefon angerufen, bekommen
irgendetwas angeboten, zeigen sich interessiert – und schon haben Sie etwas gekauft:
Jetzt soll es mehr Schutz bei am Telefon abgeschlossenen Verträgen geben. Laut neuem
Gesetz müssen am Telefon abgeschlossene
Verträge in Zukunft noch gesondert von den
KonsumentInnen bestätigt werden. Freilich
soll das nur für Verträge über bestimmte
Dienstleistungen gelten, zum Beispiel TelefonDienstleistungen. Das ist der AK zu wenig.
Sie verlangt, dass sämtliche am Telefon abgeschlossenen Verträge nur mit schriftlicher
Bestätigung gültig sein sollen.
Foto: picturedesk.com / Caro
Foto: Erwin Schuh
EU-Geld für
die Kindergärten
Am Telefon zum Kauf überredet: Nicht jeder derartige Vertrag soll sofort gültig sein
BERUF, RECHT UND KARRIERE
Mein neues Leben
„Da geht’s um Autos“
Liza Degl kann wegen einer Allergie nicht mehr Karosseriebauerin sein. Jetzt ist sie in einer Firma für Kfz-Teile.
Die Info-Nummern
der AK Wien
Telefon-Info Mo bis Fr, 8.00–15.45 für die
kurze Auskunft über Recht, Geld, Schutz bei
der Arbeit
aufgezeichnet von Michaela Hubweber
Foto: Thomas Lehmann
Wählen Sie 01 / 501 65 -
Ich habe mich schon während
meiner Schulzeit für Autos interessiert. Ich habe auch öfter in einer
Werkstatt mitarbeiten können. Deshalb
habe ich eine Lehrstelle als Kfz-Mechanikerin gesucht. Oft wurde mir aber
gesagt, dass ich als Mädchen nicht
genommen werde. Schließlich habe ich
einen Ausbildungsplatz als Karosseriebautechnikerin bekommen.
Es war sehr interessant für mich. Ich
habe sogar die Möglichkeit gehabt, an
Oldtimern zu arbeiten. Aus privaten Gründen musste ich die Lehre aber abbrechen.
Deshalb habe ich das letzte halbe Jahr
meiner Lehrzeit in der überbetrieblichen
Ausbildung am bfi absolviert.
Dort wurde ich auch auf das Projekt
go.on des Vereins sprungbrett aufmerksam,
Verein sprungbrett, Beratung für junge Mädchen und Frauen, www.sprungbrett.or.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
das speziell Mädchen und Frauen in technischen Berufen unterstützt. Die Lehrabschlussprüfung habe ich mit Auszeichnung
abgeschlossen. Leider kann ich nicht
weiter als Karosseriebautechnikerin arbeiten. Ich habe eine Stauballergie. Darum
habe ich gemeinsam mit meiner Beraterin
bei go.on eine neue Lehrstelle für mich
gesucht.
Im September beginne ich meine
Lehre zur Großhandelskauffrau in einem
Unternehmen für Kfz-Teile. Da geht’s auch
um Autos. Zur Überbrückung arbeite ich
schon jetzt im Lager mit. Ich freue mich,
eine Lehrstelle gefunden zu haben, wo ich
mein bisheriges Wissen wieder einbringen
kann. Ich würde mir wünschen, dass sich
in mehr Unternehmen die Einstellung ändert, denn noch ist es für Mädchen in der
Branche schwieriger als für Burschen.
zum Arbeitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zur Elternkarenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zum Lehrlings- und
Jugendschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 201
zur Steuer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 207
zur Pensions-, Kranken-,
Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 204
für Konsumenten (8–12 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . . . . 209
Sicherheit, Gesundheit
und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
Insolvenzen (Mo–Do 8–14 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . 342
Brauchen Sie persönliche Beratung?
Terminvereinbarung Mo bis Fr, 8–14 Uhr
wenn Ihre Ansprüche nachgerechnet werden
müssen oder Sie mehr Infos brauchen.
Wählen Sie 01 / 501 65 für Arbeitsrecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Elternkarenz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Lehrlings- und
Jugendschutz. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Steuer. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
für Pensions-, Kranken-,
Unfallversicherung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 341
Sicherheit, Gesundheit
und Arbeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
Insolvenzen (Mo–Do 8–14 Uhr) . . . . . . . . . . . . . . 342
AK FÜR SIE 05/2014
11
Betriebe
Drehen an der
Arbeitszeit?
Längere, flexiblere Arbeitszeiten fordern Wirtschaftsvertreter. Aber die Beschäftigten in
Österreich arbeiten längst über den klassischen
8-Stunden-Tag hinaus, wenn es sein muss.
geschneiderte Betriebsvereinbarung
aus. Bis zu zehn
Stunden kann der
Arbeitstag im Notfall
ausgedehnt werden.
„Länger
arbeiten
bringt nichts: Die Arbeitsunfallzahlen gehen an langen Arbeitstagen hoch“, so
Bauleiter Robert
Halwachs.
Baranyai vorm TerminDie Industriellen- plan: Jede Woche ist
vereinigung will den- Flexibilität gefragt
noch längere Arbeitstage. Sie macht sich für einen
12-Stunden-Tag stark, „um Auftragsspitzen“ abdecken zu können. „Eine unverständliche Forderung“, so Betriebsrat Hal-
Arbeitszeit mit Augenmaß
AK Präsident Rudi Kaske zur Arbeitszeit-Debatte
270 Millionen Überstunden im Jahr leisten die Beschäftigten in
Österreich. Die Beschäftigten sind flexibel, wenn „ihre“ Firma sie braucht.
Aber es geht nicht ohne Pause, ohne Auszeit für die Freizeit oder die
Familie. Deshalb: Der 8-Stunden-Tag bleibt die Regel. Ausnahmen
regeln die Kollektivverträge und Betriebsvereinbarungen.
Wer jetzt für alle ArbeitnehmerInnen überlange Arbeitstage bis zu 12 Stunden fordert,
weiß nicht, wovon er redet: Die große Arbeitsproduktivität, der Fleiß der Beschäftigten, haben schon
jetzt einen hohen Preis: Die Zahl der Menschen, die wegen psychischer Überlastung, wegen Stress
und Burnout nicht mehr arbeiten können, steigt seit Jahren an. In Ziffern: Rund drei Milliarden Euro
kostet die Behandlung von arbeitsbedingten psychischen Erkrankungen in Österreich jährlich.
Einzelne verlängerte Arbeitstage kann es nur für wenige geben, die an überlange Arbeitstage auch
entsprechende Erholungsphasen anhängen können. Beim Thema Arbeitszeit sind ganz andere
Rezepte zeitgemäß: Betriebsvereinbarungen und die Kollektivverträge sind die Instrumente.
Die werden schon längst genützt, immer mit viel Augenmaß und mit Blick auch auf die Wirtschaft.
12
AK FÜR SIE 05/2014
Fotos: Christian Fischer
B
ei uns auf der Baustelle ist flexibles Arbeiten Programm“, sagt
Robert Baranyai. Der Bauleiter
von Integral sorgt seit Juli 2013
mit seinen 15 Monteuren und
Schweißern dafür, dass die etwa 500
Trassenmeter Rohre fürs neue Fernheizwerk Arsenal zeitgerecht gut drei Meter
tief unter die Erde verlegt werden. Weil auf
einer Baustelle nie alles nach Plan läuft,
ändert sich der Termin- und Arbeitsplan
jede Woche. Und das heißt auch mal, länger bleiben als die üblichen achteinhalb
Stunden.
Damit die Firma ihren Auftrag pünktlich
erledigen kann, aber die Beschäftigten dabei nicht auf der Strecke bleiben, handelt
Integral-Arbeiter-Betriebsrat Ernst Halwachs für jede Baustelle eine genau maß-
wachs. „Wir verlängern die Arbeitszeit nur
für ganz dringende Notfälle. Die Arbeit im
Leitungsbau ist hart.“ So sieht das auch
Walter Unterweger. Seit 21 Jahren schweißt
und montiert er Rohre für Integral. „Acht
Stunden Arbeit, bei jedem Wetter draußen,
am Abend spürst du das überall“, sagt er.
Weniger ist mehr
„Der Acht-Stunden-Tag wird für Vollzeitarbeitskräfte die Regel bleiben“, sagt auch AKSozialpolitik-Experte Christoph Klein. „Die
Debatte um sinnvolle Arbeitszeiten, die es
Walter Unterweger dreht den Kugelhahn
zwischen zwei Leitungen auf: Die harte
Arbeit hält man auf Dauer nicht länger als
achteinhalb Stunden am Tag aus
Wie die Arbeitszeit geregelt ist
Bank Austria-Betriebsrat Adolf Lehner mit der
Vereinbarung über „Flexydays“: Auszeiten von
52 bis 104 Tagen am Stück sind möglich
den Menschen ermöglicht, produktiv und
kreativ zu arbeiten, muss in eine ganz andere
Richtung gehen“. Statt den Menschen immer
mehr an immer längeren Arbeitstagen abzuverlangen, sollte man ihnen ermöglichen,
selbstbestimmter über ihre Zeit zu verfügen.
„Ausreichende und zeitnahe Erholungszeiten
werden angesichts des wachsenden Arbeitsdrucks immer wichtiger“, so Klein.
Ähnlich sieht das Adolf Lehner, stellvertretender Zentralbetriebsratsvorsitzender
der Bank Austria (UniCredit) in Wien. Seit
wenigen Wochen stehen die Eckpfeiler eiNoch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
ner neuen Vereinbarung, die auf weniger
Arbeitstage statt auf Verlängerung setzt.
„Flexydays“ heißt das Konzept, das eine flexible Form von freien Tagen bis hin zu einer
geblockten Teilzeit ermöglicht: Die Beschäftigten können entscheiden, ob sie
künftig weniger Tage im Jahr arbeiten. Zwischen 52 und 104 Tage weniger sind möglich. Dies wird im Vorhinein und im Einvernehmen mit dem Vorgesetzten festgelegt.
Auslöser waren drohende Personaleinsparungen. „Wir wollten den KollegInnen
ihre Arbeitsplätze mit kreativen, neuen Lösungen erhalten“, sagt Lehner. Aber er
hofft, mit dieser Vereinbarung auch ein Angebot für überlastete KollegInnen gefunden zu haben.
Denn viele klagen seit langem über den
wachsenden Arbeitsdruck. „Wer bei Flexydays mitmacht, wird weniger verdienen als
bisher. Aber für viele ist Zeit kostbar geworden“, sagt Lehner. Für die, die sich schnell
entscheiden, gibt es einen finanziellen Anreiz. Die Älteren bekommen einen Ausgleich für eventuelle Pensionsverluste von
der Firma. Auf zumindest drei Jahre müssen sich die Beschäftigten festlegen, wenn
sie bei Flexydays mitmachen. Dann kann,
wer will, zurück zum ursprünglichen Arbeitszeitausmaß. Wer kürzer arbeitet, hat
dennoch Karrierechancen. Auch die Führungs-Positionen und hochwertige Expertenfunktionen sollen den Flexydays-NutzerInnen offen stehen. „Wir wollen einen
Kulturwandel und vor allem auch verstärkt
Männer ansprechen. Da sind wir mit dem
Management auf einer Linie. Teilzeit darf
kein alleiniges Frauenthema bleiben“, sagt
Lehner. ■ UTE BÖSINGER
8 Stunden sind die gesetzliche Normalarbeitszeit. Viele arbeiten inklusive Überstunden
länger. Pro Woche sind je nach Kollektivvertrag in der Regel zwischen 37 und maximal 40
Stunden festgelegt. Ruhezeiten muss es geben: 11 Stunden Ruhe zwischen Arbeitsschluss
und neuem Arbeitsantritt. Am Wochenende
oder einmal in der Woche muss es mindestens
36 Stunden Ruhe ohne Unterbrechung geben.
■ Geregelt werden Arbeitszeiten im
Gesetz, im für Sie geltenden Kollektivvertrag, einer Betriebsvereinbarung und immer
öfter auch über den Arbeitsvertrag. Wenn Sie
unsicher sind, fragen Sie bei der AK oder Ihrer
Gewerkschaft nach, bevor Sie eine Arbeitszeitregelung im Arbeitsvertrag unterschreiben.
■ Immer öfter wird Gleitzeit vereinbart:
Die Beschäftigten können dann über Beginn
oder Arbeitsende selbst entscheiden, müssen
aber die vereinbarte Wochenarbeitszeit im
Durchschnitt erfüllen.
■ Als „Rufbereitschaft“ gilt: Sie können zu Hause sein, müssen aber im Notfall
für die Firma erreichbar und einsetzbar sein,
beispielsweise EDV-Notdienste, Lift-Notdienst.
Die Rufbereitschaft darf aber höchstens an 10
Tagen pro Monat vereinbart werden.
■ Mehrstunden sind alle Stunden, die
Teilzeitbeschäftigte über die vereinbarte Arbeitszeit hinaus bis zur wöchentlichen Normalarbeitszeit von 40 Stunden leisten. Mehrstunden
müssen innerhalb von 3 Monaten durch Zeitausgleich abgegolten werden. Ansonsten müssen
sie mit 25 Prozent Zuschlag abgegolten werden.
■ Überstunden sind vom Arbeitgeber
angeordnete Arbeitsstunden über die Wochenarbeitszeitgrenze von 40 Wochenstunden. Sie
müssen mit Zuschlag (50 bis 100 Prozent, je
nach Kollektivvertrag) bezahlt oder als Zeitausgleich mit Zuschlag abgegolten werden.
Arbeiten, die nur mit Überstunden bewältigt
werden können, gelten auch ohne ausdrückliche Anordnung als Überstunde.
■ Wichtig: Notieren Sie genau, wann, warum und mit wem Sie tätig waren, um bei
eventuellen Streitigkeiten Ihre Arbeitsleistung
beweisen zu können. Dabei hilft Ihnen der AK
Zeitspeicher.
wien.arbeiterkammer.at/zeitspeicher
AK FÜR SIE 05/2014
13
jobtipps
So gelingt die Bacheloroder Masterarbeit!
Vor allem für berufstätige studierende ist die Abschlussarbeit an einer Universität oder Fachhochschule oft eine große Hürde. Das schreiben von
Diplom-, Bachelor- oder Masterarbeiten muss
aber nicht zwangsläufig zur Qual werden!
■ Finden Sie das „richtige“ Thema:
Grenzen sie Ihr Thema gut ein. Berufstätige
studierende können mit Themen aus der
eigenen Arbeitspraxis oft gut punkten.
■ Beachten Sie die formalen Vorschriften:
Erkundigen sie sich vorweg genau über die
studien- und formalrechtlichen Anforderungen
wie etwa Zitierregeln, Layout-Vorgaben und so
weiter. Verlassen sie sich dabei nicht nur auf
Hinweise anderer studierender.
■ Über Arbeitstechniken und Strategien
zur Vorbereitung von Abschlussarbeiten gibt
es hilfreiche Bücher. sie sind kostenlos verfügbar, zum Beispiel im Lesesaal der AK Bibliothek Wien. Klicken sie sich rein unter
wien.arbeiterkammer.at/bibliothek
■ Fühlen Sie sich beim Schreiben wie blockiert? Manchmal sind Prüfungsängste oder
Lernstörungen die Ursache, warum mit der
Abschlussarbeit nichts weitergeht. Die Psychologischen Beratungsstellen für studierende geben
hier Hilfestellung unter www.studentenberatung.at
im AK Folder „Tipps für wissenschaftliche
Arbeiten“ unter bestellservice@akwien.at
oder am kostenlosen Bestelltelefon unter 310 0010 496
Foto: picturedesk.com / Action Press / Zimmermann, Katja
kurznotiert
Beim Betriebsübergang muss die neue InhaberIn bestehende Arbeitsverträge übernehmen
Gleicher Job, neuer Chef
Wenn der Betrieb, in dem Sie arbeiten, verkauft wird, darf Ihr
Arbeitsvertrag nicht einseitig verändert werden.
G
abriele F. arbeitete seit 15 Jahren in
einem Handelsbetrieb als Buchhalterin. Sie war lange in der Firma und verdiente gut. Dann wurde der Betriebsteil, in
dem sie beschäftigt war, verkauft. Mit der
Information über den neuen Firmeninhaber
wurde Gabriele F. vor die Wahl gestellt:
Weniger Gehalt oder Job weg.
Gabriele F. bat die AK um Hilfe. „So
geht das nicht. Der neue Firmeninhaber
muss die bestehenden Arbeitsverträge im
Zuge eines Betriebsübergangs übernehmen“, sagt AK Arbeitsrechtsexpertin Nicole
Reiter. „Das gilt auch für Lohn und Gehalt.“
„Und wenn der neue Chef mit Kündigung
droht?“, fragte Frau F. „Während des Betriebsüberganges darf der Arbeitgeber
nicht kündigen“, sagt Arbeitsrechtsexpertin
Reiter. Eine solche Kündigung kann man
vor Gericht anfechten. Entscheidet man
sich für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses, können alle Ansprüche wie Abfertigung und Sonderzahlungen geltend gemacht werden. „Das kann ganz schön ins
Geld gehen und wird den Chef vielleicht
überzeugen, einzulenken“, rät Reiter.
Gabriele F. schrieb ihrem neuen Chef,
dass sie keiner Gehaltsreduktion zustimmen kann. Der Chef ließ daraufhin alles auf
sich beruhen.
Betriebsübergang: Das gilt
Tipp von Nicole reiter,
JETZT
ATIS!
GR
STELLEN
BE
DAS NEUE BFI WIEN
BILDUNGSPROGRAMM UNTER:
0800/20 21 22 oder www.bfi-wien.at
14 AK FÜR
AK_Inserat_64x80_neu.indd
1
SIE 05/2014
24.04.2014 15:51:46
AK ArBEITsrEcHTsExPErTIN
Firma verkauft, Firma vererbt: Jedes Jahr wechseln bei tausenden Firmen die Inhaber.
■ Lassen Sie sich eine schriftliche Mitteilung über den Betriebsübergang geben. Denn nach
einigen Jahren wird es möglicherweise schwierig, einen Betriebsübergang nachzuweisen.
■ Wenn der Arbeitgeber im Zuge eines Betriebsübergangs fix vereinbarte Teile des
Arbeitsvertrags wie das Gehalt, die Arbeitszeit oder die Tätigkeit ändern möchte, prüfen sie den
Vorschlag genau. Wenn sie nicht einverstanden sind, weisen sie darauf hin, dass Ihr Vertrag vom
neuen Arbeitgeber mit allen rechten und Pflichten übernommen werden muss.
■ Wenn der Arbeitgeber sie wegen des Betriebsüberganges kündigt, erwidern sie so schnell
wie möglich, dass die Kündigung rechtsunwirksam ist, am besten schriftlich per Einschreiben.
■ Wenn der neue Chef bei der Kündigung bleibt und sie das Arbeitsverhältnis fortsetzen
wollen, sollten sie sofort reagieren. suchen sie dazu rat bei der AK oder Ihrer Gewerkschaft.
Ihr Resturlaubsrechner
unter resturlaubsrechner.arbeiterkammer.at – QR-Code fürs Smartphone rechts
Frei für gewisse Anlässe
Tipp Irene Holzbauer
AK ArBEITsrEcHTsExPErTIN
Stichwort Dienstverhinderung: Wo sie zur Anwendung kommt und
welche Unterschiede es bei Angestellten und ArbeiterInnen gibt.
Pflege notwendig!
Foto: picturedesk.com / Caro
D
er Mai ist da – und mit ihm die Zeit
der Eheschließungen. Das Ja-Wort
inmitten von blühenden Frühlingsblumen unter freiem Himmel ist für viele Paare
eines der schönsten Erlebnisse. Aber der
schönste Tag im Leben muss entsprechend
vorbereitet werden – das kostet Zeit. Stellen Sie sich folgende Fragen: Für welchen
Anlass muss mir der Arbeitgeber frei geben? Wie lange bekommen ich frei? Wird
in dieser Zeit mein Entgelt weiterbezahlt?
Zunächst einmal: Dienstverhinderungen
aus wichtigen persönlichen Gründen sind
etwa familiäre Pflichten (Hochzeit, Begräbnis, Pflege erkrankter Angehöriger), aber
auch öffentliche Pflichten wie Vorladungen
vor Ämtern und Gerichten und Elementarereignisse wie Hochwasser oder Stürme.
Viele Kollektivverträge sehen für Dienstverhinderungen pauschalierte Zeiten vor, zum
Beispiel drei Tage für die eigene Hochzeit
gemäß KV für Handelsangestellte.
Die Regeln für Angestellte und ArbeiterInnen sind zum Teil unterschiedlich. Bei
Angestellten gilt: Sie haben Anspruch auf
Freistellung und Bezahlung, wenn sie durch
wichtige, ihre Person betreffende Gründe
ohne ihr Verschulden für verhältnismäßig
kurze Zeit verhindert sind, ihre Arbeit zu leisten. Eine ausdrückliche Obergrenze für die
Dauer der Verhinderung ist nicht festge-
Für Ihre Hochzeit bekommen Sie vom
Dienstgeber frei
setzt. Die Bestimmung ist zwingend. Der
Grund für die Dienstverhinderung ist dem
Arbeitgeber durch Vorlage entsprechender
Unterlagen nachzuweisen.
Auch ArbeiterInnen haben Anspruch
auf Freistellung im Falle einer Dienstverhinderung. Die gesetzliche Bestimmung ist
jedoch anders als bei den Angestellten
nicht zwingend. Fast alle Arbeiter-Kollektivverträge haben daher entgeltpflichtige
Dienstverhinderungsgründe geregelt und
führen die dafür zu gewährende Freizeit
an. Ob ein bezahlter Freistellungsanspruch
vorliegt, kann daher nur nach einem Blick
in den anzuwendenden Kollektivvertrag
geklärt werden.
Was tun, wenn das Kind oder der Ehepartner
krank ist? Hier Tipps zur Pflegefreistellung:
■ Erkrankt ein im gemeinsamen Haushalt lebender naher Angehöriger, gibt es
Anspruch auf bezahlte Pflegefreistellung. Der
Anspruch besteht sofort nach Antritt des Arbeitsverhältnisses.
■ Als naher Angehöriger gelten: EhegattInnen, eingetragene PartnerInnen und
LebensgefährtInnen, Eltern, Großeltern,
Urgroßeltern, Kinder, auch Kinder von EhegattInnen, eingetragene PartnerInnen und
LebensgefährtInnen, Enkel, Urenkel und
Adoptiv- und Pflegekinder.
■ Für leibliche (eigene) Kinder ist kein gemeinsamer Haushalt erforderlich.
■ Der Arbeitgeber muss unverzüglich informiert werden. Verlangt er eine ärztliche
Bestätigung als Nachweis, muss er auch die
möglicherweise anfallenden Kosten tragen.
■ Sie erhalten während der Pflege jenes
Entgelt, das sie bekommen hätten, wenn sie
die Freistellung nicht in Anspruch genommen
hätten.
■ Der Anspruch besteht für die Dauer von
einer Woche pro Arbeitsjahr. Wird das Kind
innerhalb des Jahres ein zweites Mal krank
und ist es noch nicht zwölf Jahre alt, gibt es
eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche.
InfoAbend an der Fachhochschule des bfi Wien
Wir bilden Europas Spitze!
pRomotIon
Informieren Sie sich am 22. Mai, 18.00 Uhr
über das vielseitige studienprogramm, Auslandssemester und Auslandspraktika. Erfahren sie
Wissenswertes über den studienalltag und Ihre
Jobchancen.
Bachelor- und Masterstudiengänge:
■ Banken und Finanzwirtschaft
■ Europäische Wirtschaft
■ Human resources
■ Logistik
■ Medienproduktion
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
■
■
■
Projektmanagement
risk Management
Vertriebsmanagement
Bewerbungsfristen:
Bachelorstudiengänge berufsbegleitend: 15. Mai
Bachelorstudiengänge Vollzeit: 31. Mai
Masterstudiengänge: 31. Mai
Ort: FH des bfi Wien, Wohlmutstraße 22,
1020 Wien, Tel. 01/720 12 86, info@fh-vie.ac.at,
www.fh-vie.ac.at
AK FÜR SIE 05/2014
15
t
Termine
Elternkarenz
Foto: Thomas Lehmann
8., 15. und 22. Mai sowie am 5. Juni Gerne
informieren wir Sie über Karenzurlaub und die
Varianten des Kinderbetreuungsgeldes. Die
nächsten Info-Veranstaltungen in der AK Wien,
Prinz-Eugen-Str. 20-22, 1040 Wien, finden am
8. und 22. Mai sowie am 5. Juni jeweils von 14
bis 16 Uhr statt. Einen weiteren Beratungstermin gibt es im AK Beratungszentrum Nord
in Floridsdorf, Prager Straße 31, 1210 Wien,
am 15. Mai von 13 bis 15 Uhr. Die InfoNachmittage sind kostenlos. Bitte melden
Sie sich an unter der Telefonnummer
01 50165-341, Mo. bis Fr. 8 bis 14 Uhr.
Workshop Berufswahl
Jede Menge Lesestoff
Die AK Bibliothek hat umgebaut und bietet 16 zusätzliche Arbeitsplätze. Immer mehr Leser und Leserinnen nutzen auch die E-Books.
Das Angebot wird laufend ausgebaut.
F
ast 19.000 BesucherInnen pro Jahr
nutzen die 500.000 Bücher- und
Zeitschriftentitel der AK Bibliothek.
Für sie wurde jetzt mehr Platz geschaffen: Zusätzlich zu den vorhandenen
31 Arbeitsplätzen im Lesesaal kamen 16
neue Arbeitsplätze dazu.
Politik, Sozialwissenschaften, Geschichte, Wirtschaftswissenschaften und Recht
Die AK Bibliothek
■ geöffnet Mo. bis Fr. von
10 – 19.30 Uhr
■ Erreichbar am Telefon
unter: 01 501 65 23 52 oder
per E-Mail unter
bibliothek@akwien.at
Im Internet erreichbar unter:
wien.arbeiterkammer.at/service/bibliothek
oder als QR-Code fürs Smartphone.
sind die Schwerpunkte der AK Bibliothek.
Für die monatlich bis zu 2.000 BesucherInnen und 1.500 E-Book-LeserInnen
wird der Bestand laufend erweitert. Darum
setzt sich die AK Bibliothek auch dafür ein,
dass es Bibliotheken möglich sein muss,
alle produzierten E-Books zu fairen Konditionen für AutorInnen, Verlage und Bibliotheken anbieten zu können.
„Wir wollen, dass sich BibliotheksleserInnen auch im digitalen Lesezeitalter ohne
Kostenaufwand umfassend mit Literatur
versorgen können und der Zugang zum
Buch nicht wieder auf diejenigen beschränkt
wird, die sich das leisten können“, so Ute
Weiner. Die europaweite Petition für „the
right to e-read“ kann auf der Internetseite
des Büchereiverbands Österreich unterzeichnet werden.
Petition für fairen E-Book-Zugang über Bibliotheken unter: eread.bvoe.at
Radio-Tipp: Ganz auf Ihrer Seite
16
AK FÜR SIE 05/2014
Diébédo Francis Kéré
22. Mai Bauen für die Menschen in Einklang
mit den lokalen Gegebenheiten: Dieses Ideal
einer „sozialen Architektur“ hat der Architekt
und Stadtplaner Diébédo Francis Kéré beim
Bau einer Grundschule in Burkina Faso genauso verfolgt wie beim Bau
des berühmten Operndorfes
Afrika mit dem Künstler
Christoph Schlingensief
oder bei der preisgekrönten
Planung eines Gewerbegebietes in Mannheim.
Kéré kommt zum Wiener
Stadtgespräch ins Bildungszentrum der AK Wien am
Donnerstag, 22. Mai, ab 19 Uhr. Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien. Infos und Anmeldung
unter www.wienerstadtgespraech.at
AK Expertinnen und Experten geben Rat auf Radio Wien
Jeden Donnerstag 17–19 Uhr / auf den Frequenzen 89,9 und 95,3
Foto: Kéré Architecture
Mehr Platz für die LeserInnen: Ute Weiner (stehend) mit AK BibliotheksmitarbeiterInnen
Victoria Ledolter, Meral Uysal, Katharina Zenk und Emmanuel Ernst
16. oder 23. Mai In einem gemeinsamen
Workshop suchen Jugendliche und Eltern
Antworten auf die zentralen Fragen der Berufswahl. Die Teilnahme ist kostenlos. Die
Workshops finden im Bildungszentrum der
AK Wien, Theresianumg 16-18, 1040 Wien,
statt. Bitte melden Sie sich per E-Mail
an. Betreff „ElternWS“. Suchen Sie sich Ihren
Wunschtermin aus: 16. oder 23. Mai, jeweils
von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr. Geben Sie Ihren
Wunschtermin, Name und Telefonnummer bekannt unter: veranstaltungenbp@akwien.at.
ALLTAG, GELD UND KONSUMENTENSCHUTZ
Kreditvermittler
kassiert saftige Gebühr
Dürfen die das?
Achtung, Falle!
Teure Teppichpflege
Teppichreinigungsfirmen werben derzeit ziemlich heftig.
Doch die Preise sind bisweilen weit überteuert.
H
err S. benötigt für eine neue Wohnung und
Möbel einen günstigen Kredit. Bei seiner
Recherche im Internet stößt er auf verschiedene Kreditvermittler. Herr S. schreibt einige per
E-Mail an. Ein Kreditvermittler meldet sich telefonisch. Er könne einen günstigen Kredit anbieten.
Seine Provision würde fünf Prozent ausmachen.
Eine Bearbeitungsgebühr von 350 Euro sei ebenfalls zu zahlen. Er schicke Herrn S. per Post ein
Formular zu, das er zum persönlichen Termin
mitbringen solle. Bei diesem Termin sollen die
Details besprochen und der Kreditvermittlungsauftrag unterschrieben werden. Herr S. ist von
der Höhe der Provision und Bearbeitungsgebühr
überrascht. „Dürfen die das?“, fragt Herr S.
F
Michaela Kollmann
AK Konsumentenschützerin
D
er Kreditvermittler darf keine Bearbeitungsgebühr von Herrn S. kassieren. Er
darf maximal fünf Prozent der vertraglich vereinbarten Kreditsumme ohne Zinsen nach erfolgreicher Vermittlung verlangen. Tatsache ist:
Kreditvermittler verrechnen immer wieder auch
im Vorhinein eine Bearbeitungsgebühr. Dadurch
wird die gesetzlich definierte Höchstprovision
überschritten. Quittungen darüber erhalten Konsumenten meist nicht. Daher ist die Rückforderung schwierig. Ein Kreditvermittler vermittelt
ein Kreditinstitut, das dem Kreditwerber eine
Finanzierung gewährt. Der Weg zum Kreditvermittler zahlt sich daher für den durchschnittlichen Kreditkunden, also auch für Herrn S., wegen der Provisionen nicht aus. Besser ist, selbst
bei den Banken nachzufragen und mehrere
Angebote einzuholen und zu vergleichen.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Foto: federicofoto - Fotolia
So sicher nicht!
rühjahrsputz – die Geschäfte für Reinigungsfirmen florieren. Momentan
überfluten
Teppichreinigungsfirmen
Haushalte mit ihrer Werbung – günstige
Preise, gratis Abholung und Zustellung,
auch bei langen Anfahrtswegen, ExtraRabatte und und und. Auch Frau P. fiel
die Werbung in die Hände und sie kontaktierte eine Firma. Einige Tage später
standen zwei überaus kompetent wirkende Herren in ihrer Tür und nahmen ihre
zwei Teppiche in Augenschein. Und
schon hatte Frau P. einen Auftrag über
sage und schreibe 14.000 Euro unterschrieben. Ein volles Service von Waschen über Imprägnieren, Ausbessern
der Fransen und Kanten bis hin zu neu
Färben wurde vereinbart. Doch noch am
selben Tag war Frau P. klar: Sie hatte sich
über den Tisch ziehen lassen. Sie zog
einen Sachverständigen zu Rate, der bei
der vereinbarten Rückgabe der Teppiche
die Arbeiten inspizierte. Er kam zu dem
Ergebnis: 800 Euro wären für die durchgeführten Arbeiten mehr als fair gewesen. Frau P. hatte Glück im Unglück und
konnte sich mit dem Unternehmen auf
den geringeren Preis einigen. „Verlangen
Sie vorweg unbedingt einen verbindlichen Kostenvoranschlag und lassen Sie
sich bei der Auftragserteilung nicht unter
Druck setzen“, rät AK Konsumentenschützerin Jutta Repl. ■ D.S.
Teppichreinigung: Die AK warnt vor oft
überhöhten Preisen
Teppichpflege-Preise vergleichen
Flattern Angebote von Reinigungsfirmen oder anderen Unternehmen in
Ihren Postkasten, nicht voreilig zugreifen. Vergleichen Sie die Preise verschiedener Anbieter.
■ Sie haben ein Rücktrittsrecht von einer Woche, wenn ein Mitarbeiter eines Unternehmens unangekündigt zu Ihnen nach Hause kommt und einen Vertrag mit Ihnen abschließt.
■ Verbindliche Kostenvoranschläge dürfen nicht überschritten werden. Ein
Kostenvoranschlag ist immer bindend, sofern der Unternehmer nicht das Gegenteil
ausdrücklich erklärt hat. Achtung bei Circa-Preisen und Abrechnung nach Naturmaß!
■ Infos zum Rücktrittsrecht unter wien.arbeiterkammer.at/einkaufen. Ein Video
zum Kostenvoranschlag finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at/service/videos/
konsumententipps
AK FÜR SIE 05/2014
17
Familie
Jonglieren mit Arbeit,
Kindern und Zeit
Beruf und Kinder – die Kombination ist nicht
leicht unter einen Hut zu bringen. Vier Familien
erzählen, wie sie damit zurechtkommen.
A
uf
Edvina
Sulejmanovic‘ renz geblieben und in Teilzeit rasch wieder
Schreibtisch in der Abteilung in den Beruf zurückgekehrt. Seit Ermin
Leistungsverrechnung
der zweieinhalb ist, arbeitet sie wieder Vollzeit:
Wiener Städtischen stehen „Ich bleibe bis 16 Uhr, gehe dann rüber und
zwei Fotos von ihrem Sohn hole ihn ab.“ Hinbringen tut ihn Papa Hasan
Ermin.
Und
Sulejmanovic. Die Eltern
auch Ermin selbst ist nicht
sind da ein eingespieltes
weit: Er besucht den BeTeam. Dass Ermins Eltern
triebskindergarten, wenige
beide Vollzeit arbeiten, ist
Gehminuten vom Arbeitsnicht selbstverständlich: Nur
platz seiner Mutter entfernt.
ein Viertel der Eltern mit KinDamit hat Edvina so etwas Edvina Sulejmanovic,
dern unter 12 tun das, wie
wie das große Los im Kin- Versicherungsangestellte
eine Studie der L & R Sozialderbetreuungslotto gewonnen, und das forschung im Auftrag der AK ergeben hat.
weiß sie auch: „Das Unternehmen ist wirkDass es bei ihnen geht, verdankt Familich familienfreundlich, der Kindergarten lie Sulejmanovic vor allem den geregelten
hat das ganze Jahr offen und wenn Ermin Arbeitszeiten von Edvina, denn ihr Mann
krank ist, ist das nie ein Problem.“
Hasan kann nicht so flexibel sein: „Ich bin
Edvina Sulejmanovic ist ein Jahr in Ka- Bauingenieur in einem Statikerbüro und
„Das Unternehmen ist
familienfreundlich,
der Kindergarten hat
das ganze Jahr offen.“
AK Messe Beruf Baby Bildung
A
m 15. und 16. Mai lädt die AK zur BBB – Beruf Baby Bildung, Messe für ArbeitnehmerInnen in
Elternkarenz. Hier gibt es Tipps und Tricks rund um den Wiedereinstieg, arbeitsrechtliche
Beratung, Informationen zu Kinderbetreuung. Weiterbildungen können Sie oft direkt vor Ort
buchen. Und das alles selbstverständlich mit kostenloser Kinderbetreuung. Zudem gibt es auf der
Messe selbst einige Workshops. AUS DEM PROGRAMM: ■ 9.30 bis 10.30 Uhr: Bewerbungsstrategien. Beleuchtet werden Besonderheiten des Arbeitsmarktes und auch neue Medien. ■ 9.30
bis 10 Uhr: Kompetenz-Check . Viele unserer Fähigkeiten stehen nicht in unseren Zeugnissen.
Hier erfahren Sie, wie Sie sie trotzdem bei der Bewerbung nutzen können. ■ 10.30 bis 13 Uhr:
Mein Auftreten – meine Stärken. Selbstbewusstsein für Frauen. ■ 10.30 bis 12 Uhr: Kinderbetreuungsgeld & Co. Infos über Zuverdienst, Elternteilzeit und partnerschaftliche Teilung von Karenz.
15. & 16.5.2014 8:30 – 14 Uhr
AK Wien Bildungszentrum,
Theresianumgasse 16-18, 1040 Wien
18
AK FÜR SIE 05/2014
Hasan Sulejmanovic bringt
Sohn Ermin gerne in den
Kindergarten: „Ich hätte gerne
mehr Zeit für ihn“
Edvina Sulejmanovic blieb ein Jahr in
Karenz und arbeitet jetzt wieder Vollzeit als
Versicherungsangestellte
muss oft unvorhergesehene Überstunden
machen. Als Ermin auf die Welt kam, haben wir ein Haus gebaut und ich habe oft
die Samstage auf der Baustelle verbracht.
Es wäre schön gewesen, mehr Zeit mit
ihm zu haben. Aber man kann es sich nicht
aussuchen“, meint er.
Foto: Mischa Nawrata
Unregelmäßige Arbeitszeiten
Eine ähnliche Situation gibt es auch bei
Familie Höller: Daniela Höller ist die Mutter
des achtjährigen Stefan und arbeitet Vollzeit im Zahlungsverkehr bei einer Privatbank. Sie war eine Zeit lang alleinerziehend und konnte auf flexible Arbeitszeiten
und das Entgegenkommen ihres Arbeitgebers zählen. Ihre jetzige Partnerin Anna
aber ist Filialleiterin im Lebensmittelhandel
und kann sie bei der Betreuung nur wenig
unterstützen: „Sie geht oft in aller Früh in
die Arbeit und kommt um 19.30 Uhr wieder heraus. Sie arbeitet natürlich auch
samstags“, sagt Daniela Höller.
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Eine hat Zeit, der andere Geld
Mit Arbeitszeiten, die nur schwer mit der
Kinderbetreuung vereinbar sind, sind Hasan Sulejmanovic und Anna Höller nicht allein: Ein Drittel der befragten Eltern arbeitet
zu Tagesrandzeiten besonders früh oder
spät am Abend, über ein Viertel samstags
und ein Fünftel sonntags. Vier von fünf Vollzeitbeschäftigten machen regelmäßig oder
manchmal Überstunden, wobei Männer
stärker betroffen sind als Frauen. Dabei
spielt auch die Tatsache eine Rolle, dass in
der überwiegenden Mehrheit der Familien
AK FÜR SIE 05/2014
19
Fotos: Thomas Lehmann
Michaela Mayer
arbeitet als JuniorProduktmanagerin.
Wenn sie heim
kommt, warten ihr
Partner Christoph
Mayrhofer und ihre
Tochter Johanna
schon auf sie
ein Elternteil Teilzeit arbeitet – und das ist
meist die Mutter. Der Vollzeitbeschäftigte –
und das ist meist der Vater – muss das geringere Familieneinkommen dann oft mit
Überstunden ausgleichen.
Väter in Karenz
Michaela Mayer hat sich ganz bewusst dazu entschlossen, nach der Geburt ihrer
Tochter nicht mehr wie früher Vollzeit zu
arbeiten, sondern nach nur einem Jahr Babypause in Elternteilzeit zurückzukehren.
Sie arbeitet 25 Stunden wöchentlich als
Anna Höller (li.) schafft es selten, ihre Partnerin
Daniela zu begleiten, wenn diese ihren Sohn
Stefan von der Schule abholt
20
AK FÜR SIE 05/2014
Junior-Produktmanagerin in einem Audio- er im Moment mehr Zeit mit Johanna vertechnik-Unternehmen. Trotz der geringeren bringt, bevor sie im September in den KinStundenanzahl hat sie nicht das Gefühl, in dergarten kommt, hat Christoph kein Probder Arbeit den Anschluss zu verlieren: „In lem: „Auch wenn es sich nicht so ergeben
meiner Abteilung arbeiten
hätte, hätte ich gerne unviele Teilzeit, und mein
terbrochen.“ Die Frage, ob
Vorgesetzter ist sehr besie da mit ihrem Partner
müht, MitarbeiterInnen ihGlück gehabt habe, findet
ren Qualifikationen entMichaela Mayer ein bisssprechend einzusetzen.
chen komisch: „Warum
Michaela Mayer, Angestellte
Da bin ich froh, denn es
muss man das denn so sebesteht ja die Gefahr, in Teilzeit die gering- hen? Umgekehrt überlegt sich das nie jewertigeren Aufgaben übertragen zu be- mand – also dass man dem Mann sagt: ,Du
kommen.“ In Unternehmen, in hast Glück mit deiner Frau, weil sie daheim
denen das der Fall ist, kann län- bleibt und du weiter arbeiten gehen kannst.‘“
gere Teilzeitarbeit einen Karrie- Es gibt, erzählen die beiden, in ihrem Bereknick bedeuten.
kanntenkreis viele junge Väter, die auch in
Während Michaela Mayer ar- Elternkarenz gehen.
beitet, übernimmt ihr Partner
Christoph Mayrhofer die Betreu- Zu wenig Ganztagsbetreuung
ung der eineinhalbjährigen Jo- Tatsächlich ist der Anteil der Väter stetig gehanna. Er ist Medizinstudent und stiegen. 16 Prozent haben das beim letzten
hat in diesem Semester nur we- Kind gemacht. Aber im Vergleich zum Anteil
nige Pflichtseminare. Wer wann der Mütter in Karenz sind das noch immer
für Johanna da sein kann, wird wenige – und dieses Ungleichgewicht setzt
minutiös vorausgeplant, und sich auch fort, wenn es darum geht, wer
auch Michaelas Mutter spielt in später auf das Kind aufpasst. Fehlende Bediesem Plan eine nicht unwichti- treuungsangebote schränken dann vor alge Rolle: „Sie springt ein, wenn lem Frauen in ihren Möglichkeiten ein. In
Christoph doch auf die Uni größeren Städten ab 100.000 Einwohnemuss, während ich arbeite. Ohne sie würde rInnen gibt es zwar prinzipiell bessere Infraes nicht gehen,“ sagt Michaela. Damit, dass struktur. So haben 20 Prozent der berufstä-
„Warum hab’ ich Glück,
wenn der Mann daheim
bleibt? Umgekehrt
überlegt das niemand.“
Sonja Siegert freut sich, wenn Ilias Fortschritte beim Fußballspielen macht. Oft
wünscht sie sich mehr Unterstützung: „Ich
strample mich ab und trotzdem muss ich
jeden Euro zweimal umdrehen“
tigen Eltern mit Kindern unter 12 eine
Ganztagsbetreuung. Trotzdem wünscht
sich auch dort noch die Hälfte der Eltern
eine ganztägige Betreuung.
Auch Daniela Höller hatte Probleme,
einen öffentlichen Hort für Stefan zu finden, und musste auf ein teureres Privatangebot ausweichen. Das fehlende Angebot
ist nicht ihre einzige Kritik am bestehenden
System, auch dass Alleinerziehenden
nicht mehr Pflegefreistellung zusteht als
ArbeitnehmerInnen in Partnerschaften, findet sie unfair. „Ich finde, dass zwei Wochen Pflegefreistellung einfach zu wenig
sind. Vor allem, wenn man alleinerziehend
ist und vielleicht mehr Kinder hat – Kinder
werden einfach nicht zur selben Zeit krank.
Es ist sich bei mir immer knapp ausgegangen, aber ich finde es viel zu wenig.“
Alleinerzieherinnen unter Druck
Da trifft es sich gut, dass Sonja Siegert einen sehr robusten Sohn hat: „Ilias war eigentlich noch nie richtig krank“, sagt sie.
Siegert lebt alleine mit ihrem Sohn, „aber
ob ich wirklich alleinerziehend bin, das weiß
ich nicht. Er ist immer von Donnerstag bis
Samstag bei seinem Vater.“ Das ist dann die
Zeit, in der sie noch mehr arbeitet als sonst.
Alleinerzieherinnen, das zeigt die Studie, stoßen im Gegensatz zu Eltern in Partnerschaften auf weniger Verständnis im
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Beruf. Nur etwas mehr als die Hälfte kann
jederzeit auf kurzfristige Betreuungspflichten reagieren, bei den anderen Eltern sind
es fast zwei Drittel. Sie arbeiten auch weniger häufig in Gleitzeit. Sie sind also nicht
nur in finanzieller Hinsicht benachteiligt,
sondern auch bei den sonstigen Rahmenbedingungen.
Sonja Siegert ist auch sehr eingespannt, denn eigentlich hat sie zwei Jobs.
Sie ist 30 Stunden im Kinderbüro der Uni
Wien angestellt und arbeitet dort an Projekten, die Kinder und Jugendliche an die
Wissenschaft heranführen sollen. Daneben ist sie in einem Lernhilfe-Verein tätig.
Für soziale Kontakte bleibt kaum Zeit. Unterstützung bekommt sie von ihren Eltern,
die Ilias manchmal abholen oder zum Fußballtraining begleiten. Finanziell kommt sie
mehr schlecht als recht über die Runden
und fühlt sich allein gelassen: „Ich finde,
es gibt zu wenig Unterstützung. Ich
strample mich ab und ziehe gleichzeitig ein
Kind groß und trotzdem muss ich Mitte
des Monats anfangen, jeden Euro zehnmal
umzudrehen.“ ■ TINE BAZALKA
Mehr Ganztagsbetreuung
„Genug Zeit für die Kinder und trotzdem die Chance, einem guten Beruf nachzugehen – das sollte Müttern und Vätern zustehen“, sagt AK Präsident Rudi Kaske. Dafür
fordert die Arbeiterkammer von Politik und Betrieben:
■ Der Ausbau der Kleinkindbetreuung sowie von Nachmittagsbetreuung und
Ganztagsschulen muss zügig fortgesetzt werden. Kindergarten und Hort sollen
ganzjährig verfügbar sein, es soll keine Lücken in den Ferien geben.
■ Die Elternteilzeit wird gut angenommen und verhilft ArbeitnehmerInnen zu familienfreundlichen Arbeitszeiten. Deswegen soll sie auch
in Betrieben mit weniger als 21 ArbeitnehmerInnen eingeführt werden.
■ Alleinerzieherinnen müssen besser unterstützt werden
und sollen bei ganztägigen Betreuungsangeboten und bei
Ferienbetreuung vorrangig zum Zug kommen.
■ Erhöhung der Pflegefreistellung auf zwei Wochen jährlich,
auch bei durchgehender Krankheit des Kindes.
AK FÜR SIE 05/2014
21
elterntipps
Tipp Alexander Tomanek
AK ARBEITSRECHTSEXPERTE
E
s gibt 5 Varianten des Kinderbetreuungsgeldes. Für alle gilt: Beziehen beide
Elternteile das Kinderbetreuungsgeld
(hintereinander, nicht gleichzeitig), kann dieses
länger bezogen werden.
Bei der Langzeitvariante 30 plus 6 Monate: 436 Euro pro Monat. Gemeinsam haben
Eltern einen Anspruch bis zum vollendeten
36. Lebensmonat des Kindes (3. Geburtstag),
wenn der zweite Elternteil für zumindest sechs
Monate das Kinderbetreuungsgeld bezieht.
Bezieht nur einer das Kinderbetreuungsgeld,
endet der Bezug mit dem 30. Lebensmonat.
Achtung: Die Karenz beim Arbeitgeber endet
trotzdem mit dem zweiten Geburtstag des
Kindes. Der Kündigungsschutz spätestens vier
Wochen danach fällt weg.
20 plus 4 Monate: 624 Euro pro Monat.
Nehmen beide Eltern das Kinderbetreuungsgeld in Anspruch, steht der Bezug bis zum
24. Lebensmonat zu, sonst bis zum 20.
Mit der Variante 15 plus 3 Monate: rund
800 Euro pro Monat.
Variante 12 plus 2 Monate: rund 1.000
Euro pro Monat.
Einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld: bis zu 2.000 Euro. Die Höhe hängt davon
ab, was Sie zuvor verdient haben. Davon gibt es
80 Prozent bzw. maximal 2.000 Euro. Dauer: bis
zum 12. bzw. 14. Lebensmonat des Kindes.
www.arbeiterkammer.at/beratung/
berufundfamilie
en für werdende
AK RATGEBER
mütter
Mutterschutz
Bestelltelefon:
310 00 10 519
GerechtiGkeit
.indd 1
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an.
Sie finden sie auf der Heftrückseite (neben
Ihrem Namen) und auf Ihrer AktivKarte.
22
Muss sein
Mutterschutz 2013_Cover
E-Mail: bestellservice@akwien.at
akwien.at
AK FÜR SIE 05/2014
Arbeitsrechtsberatung auf der BBB, Messe für Beruf Baby Bildung
Schutz vor Kündigung
Wer ein Kind hat, braucht am Arbeitsplatz besonderen
Schutz. Dafür gibt es für Eltern gesetzlich verankerte Rechte.
Schwangerschaft melden: Die Mutter
muss die Schwangerschaft sofort dem/der
DienstgeberIn melden. Erst dann können
Sie von bestimmten schweren Tätigkeiten
befreit werden. Den Verdacht einer
Schwangerschaft müssen Sie nicht melden. Beim Bewerbungsgespräch müssen
Sie, gefragt nach einer Schwangerschaft,
nicht sagen, dass Sie ein Kind erwarten.
■ Kündigungs- und Entlassungsschutz:
Dieser gilt ab Eintritt der Schwangerschaft
bis mindestens vier Monate nach der Geburt. Ist die Mutter in Karenz, jeweils bis vier
Wochen nach dem Ende der Karenz. Spätester Rückkehrtermin aus der Karenz ist
der 2. Geburtstag Ihres Kindes.
■
Kinderbetreuungsgeld: Das Kinderbetreuungsgeld ist eine staatliche Sozialleistung. Es gibt fünf Varianten. Achtung: Der
gesetzliche Kündigungsschutz ist von der
Inanspruchnahme der Karenz beim Arbeitgeber abhängig und nicht vom Bezug des
Kinderbetreuungsgeldes! (Siehe links:
Kinderbetreuungsgeld)
■ Elternteilzeit und fixe Dienstpläne: Elternteilzeit erleichtert die Vereinbarkeit von
Beruf und Familie. (Siehe Story unten: Elternteilzeit)
■ Keine Verschlechterung beim Wiedereinstieg: Grundsätzlich darf niemand
nach der Karenz auf eine schlechtere Stelle versetzt werden. ■ A.N.
■
Elternteilzeit und fixer Dienstplan
Mutterschutz
SchutzbeStimmung
Foto: Lisi Specht
Geld für Eltern
4/30/2013 12:52:54
PM
Mit der Elternteilzeit haben Sie Zeit für Ihre Kinder und können trotzdem schnell
wieder zurück in den Beruf.
■ Arbeitszeit verringern, Dienstplan fixieren. Sie können die Arbeitszeit verringern und
deren Lage bestimmen. Die Lage der Arbeitszeit können Sie übrigens auch dann festlegen, wenn
Sie die Arbeitszeit gar nicht reduzieren! Vor allem bei unregelmäßigen Dienstplänen.
■ Väter und Mütter können gleichzeitig in Elternteilzeit gehen. Solange ein Elternteil allerdings
noch in Karenz ist, darf der andere Teil nicht schon mit der Elternteilzeit beginnen.
■ Die Voraussetzungen sind: das Arbeitsverhältnis hat zum Zeitpunkt des Antritts ununterbrochen drei Jahre gedauert und im Betrieb sind mehr als 20 ArbeitnehmerInnen beschäftigt.
■ Der Kündigungs- und Entlassungsschutz dauert maximal bis vier Wochen nach dem
Ablauf des vierten Lebensjahres des Kindes. Danach kann aber eine Kündigung, die wegen der
Teilzeit ausgesprochen wurde, vor Gericht angefochten werden.
www.arbeiterkammer.at/beratung/berufundfamilie/elternteilzeit
Ihr Brutto-Netto-Rechner
unter wien.arbeiterkammer.at – QR-Code fürs Smartphone rechts
Elternarbeit fair teilen
Zeit für Ihre
Weiterbildung
Eine gerechte Aufteilung entlastet Mütter und zeigt Kindern
von Anfang an, wie man fair zusammenarbeitet.
Foto: picturedesk.com / PhotoAlto / Ale Ventura
D
ie geteilte Karenz: Sowohl Mütter
als auch Väter können Karenz in Anspruch nehmen. Es muss ein gemeinsamer Haushalt mit dem Kind bestehen. Die Karenz kann mit dem anderen
Elternteil zweimal geteilt werden. Ein Karenzteil muss mindestens zwei Monate
lang dauern. Beim erstmaligen Wechsel
können die Eltern gleichzeitig einen Monat
in Karenz sein. Dadurch endet aber die
Gesamtdauer der Karenz um einen Monat
früher. Somit einen Monat vor dem 2. Geburtstag des Kindes. Beachten Sie die
Meldefristen und -pflichten gegenüber
dem/der ArbeitgeberIn.
Die geteilte Elternteilzeit: Elternteilzeit
kann von den Eltern auch gleichzeitig in Anspruch genommen werden. In der Regel
muss ein gemeinsamer Haushalt mit dem
Kind bestehen. Es sei denn, es wurde eine
andere dementsprechende Obsorgeregel
bei Gericht festgelegt. Jeder Elternteil kann
für ein Kind die Elternteilzeit nur einmal in
Anspruch nehmen. Die Teilzeit muss mindestens zwei Monate dauern. Auch hier
sind die Meldefristen zu beachten.
Pflegeurlaub: Eltern, auch getrennte Eltern, haben unabhängig davon, ob sie in
einem gemeinsamen Haushalt mit ihrem
Kind leben oder nicht, Anspruch auf „Krankenpflegefreistellung“. Jeder Elternteil hat
Elternarbeit teilen bringt doppelte Freude
Anspruch auf Fortzahlung des Entgelts bis
zum Ausmaß von einer Woche pro Arbeitsjahr. Für Kinder unter 12 Jahren gibt
es pro Elternteil eine, bei einer neuerlichen
Erkrankung eine zusätzliche Pflegefreistellungswoche pro Arbeitsjahr. Das heißt
zum Beispiel für ein Kind unter 12 Jahren
haben beide Elternteile in Summe pro Arbeitsjahr maximal vier Wochen bezahlten
Pflegeurlaub.
Aufgabeneinteilung: Achten Sie bei der
Verteilung der Kinderbetreuungs- und
Hausarbeiten auf eine faire Verteilung. Legen Sie zum Beispiel fest, wer die Kinder
zur Schule bringt! ■ A.N.
www.arbeiterkammer.at/beratung/
berufundfamilie
Der Weg zum Krippenplatz
Tipp von Helga Hess-Knapp,
AK EXPERTIN FRAUEN- UND FAMILIENPOLITIK
Den Wunschplatz für den Start im
September bekommen Sie in Wien am ehesten, wenn Sie sich im November und Dezember anmelden (auch wenn Sie noch in Karenz
sind). Krippenplätze gibt es in Wien für Kinder
zwischen null und drei Jahren.
■ Die Anmeldung für einen Wiener Kindergarten erfolgt bei den Servicestellen der Magistratsabteilung 10 (Tel. 277 55 55) oder im Internet.
■ Gratiskindergarten: Öffentliche Plätze
sind kostenlos, private werden bis zur Höhe
■
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
eines öffentlichen Krippenplatzes gefördert,
wenn Kind und betreuender Elternteil in Wien
hauptgemeldet sind. Für Essen und Extras
werden Beiträge eingehoben.
■ Vorrang bei der Platzvergabe haben Berufstätige, WiedereinsteigerInnen vor dem Ende der Karenz (Karenzmeldung mitbringen!),
TeilnehmerInnen einer AMS-Schulung und
Jobsuchende mit Jobzusage.
www.wien.gv.at/bildung/
kindergarten/krippe
Weiterbildung erleichtert den Wiedereinstieg.
Wenn Sie nach der Geburt Ihres Kindes in
Karenz sind, ist das auch eine Gelegenheit für
Weiterbildung.
■ Überlegen Sie, wie viel Zeit Sie für Weiterbildung aufwenden können. Weiterbildung
wird auch stundenweise angeboten, oft mit
Kinderbetreuung.
■ Nutzen Sie Weiterbildungsmöglichkeiten,
die Ihre Firma anbietet. So halten Sie auch
Kontakt mit der Firma.
■ Holen Sie sich den AK Bildungsgutschein. Für AK plus-Kurse (z. B. bei VHS, bfi)
gibt es 120 Euro plus 50 Euro zusätzlich für
Eltern in Karenz.
■ Auf jeden Fall sollten Sie sich über Weiterbildungsangebote beraten lassen, wenn
Sie nach der Karenz nicht mehr in dieselbe
Firma zurückkehren. Alle Infos bekommen Sie
auf der Messe BBB (Beruf Baby Bildung) für
ArbeitnehmerInnen in Elternkarenz am 15. und
16. Mai 2014. Sie werden Infos zu Weiterbildungsangeboten, Kinderbetreuung und zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen finden.
■ Beratung bieten auch abz*austria (01/667
03 00, www.abzaustria.at), die waff-Maßnahme NOVA (wenn Ihr Wohnsitz Wien ist
– 01/2174832, www.waff.at) und das Arbeitsmarktservice im Rahmen von Info-Veranstaltungen für WiedereinsteigerInnen.
www.arbeiterkammer.at/beratung/
bildung/bildungsfoerderungen
EltErntEilzEit
Anspruch der elter
teilzeitbeschäftigu n Auf
ng
AK RATGEBER
Elternteilzeit
Bestelltelefon:
GErEchtiGkEit
310 00 10 521
muss sEin
Elternteilzeit 2013_Cover.
indd 1
4/30/2013 12:50:41
PM
E-Mail: bestellservice@akwien.at
und geben Sie Ihre Mitgliedsnummer an.
Sie finden sie auf der Heftrückseite (neben
Ihrem Namen) und auf Ihrer AktivKarte.
AK FÜR SIE 05/2014 23
Seit 1. Mai
www.radeltzurarbeit.at
Wer bei iTunes Musik gekauft hat, hat bereits für das Recht auf eine Privatkopie bezahlt
Teure Festplattenabgabe
Die Festplattenabgabe soll eine Abgeltung für Privatkopien von
Musik und Co sein. Für „Raubkopien“ darf sie aber nicht gelten.
D
ie Festplattenabgabe soll eine Abgeltung für Privatkopien von Musik,
Filmen und Co sein. Bis zu 40 Millionen Euro im Jahr fordern Österreichs Verwertungsgesellschaften für die von ihnen
vertretenen KünstlerInnen. Anfang April hat
der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden: „Raubkopien“ dürfen nicht einberechnet werden. Argument: „Ein System
der Privatkopievergütung, das … nicht unterscheidet, ob die Quelle … rechtmäßig
oder unrechtmäßig ist, trägt nicht zu einem
angemessenen Ausgleich bei.“
Für die KonsumentInnen bedeutet das
Urteil aber indirekt auch die Klarstellung, dass
das Runterladen von illegalen Quellen (sogenannte „Raubkopien“) nicht zulässig ist.
KonsumentInnen zahlen doppelt
Bisher war die Rechtslage in Österreich
hier nicht eindeutig. Insgesamt lehnt die AK
die Festplattenabgabe weiterhin klar ab.
Denn mit der Festplattenabgabe werden
alle Geräte, in denen Speicher enthalten
sind, teurer: vom Musikplayer bis zur Digitalkamera. Außerdem würden KonsumentInnen, die ihre Musik etwa bei iTunes kaufen,
doppelt zahlen. Denn in vielen legalen Angeboten ist die Lizenz für eine Privatkopie
im Kaufpreis bereits einberechnet. ■ K.N.
Geld zurück von Santander Bank
Foto: Thomas Lehmann
D
Eleonora Turco radelt täglich 6 Kilometer
bei jedem Wetter
24
AK FÜR SIE 05/2014
ie Santander Consumer Bank hat
KreditnehmerInnen regelmäßig eine
teure Kreditversicherung „mitverkauft“
und die Versicherungsprämie für die gesamte Laufzeit dem Kreditbetrag zugeschlagen
und mitverzinst. Beispiel aus der AK-Beratung: Statt dem gewünschten Kreditbetrag
von 10.000 Euro hatte ein Konsument einen verzinsten Kredit in Höhe von 13.000
Euro zu bezahlen – also inklusive einer Prämie für die Versicherung von 3.000 Euro.
Der Oberste Gerichtshof hat nun festgestellt, dass die Bank die Versicherungen unzulässigerweise nicht in den sogenannten
Effektivzins eingerechnet hat. Die Bank muss
nun alle betroffenen Kredite neu berechnen
und zu viel bezahlte Zinsen gutschreiben so-
Santander hat Versicherungen zu Unrecht
nicht im Effektivzinssatz ausgewiesen
wie die Monatsrate für die restliche Laufzeit
neu berechnen und entsprechend senken.
Der VKI bietet KreditnehmerInnen kostenlos
Unterstützung bei der Durchsetzung dieser
Rückzahlungen an.
www.arbeiterkammer.at/beratung/
konsument/geld
Foto: picturedesk.com / Peroutka Guenther
Jeder kann noch mitradeln. Die Aktion „Wien
radelt zur Arbeit“ läuft noch den ganzen Mai.
Bilden Sie Zweier-, Dreier- oder Vierer-Teams
mit Ihren Kolleginnen und Kollegen im Betrieb
und radeln Sie mit. Die Mobilitätsagentur der
Stadt Wien ruft bereits im vierten Jahr im Mai
zu der Radel-Aktion auf. Die Arbeiterkammer
hat den Radel-Monat von Anfang an unterstützt. „Wer zur Arbeit radelt, schafft für sich
selbst eine Win-Win-Situation: Radlerinnen und
Radler kommen mit Schwung in die Arbeit
und tun etwas für ihre Gesundheit“, sagt AK
Präsident Rudi Kaske. Die AK Wien unterstützt
„Wien radelt zur Arbeit“ aber auch, weil diese
Aktion den Teamgeist fördert: Kolleginnen und
Kollegen sammeln im Team Radkilometer und
können mit etwas Glück gemeinsam gewinnen.
Attraktive Preise, vom E-Bike über Radausflüge
und Fahrrad-Accessoires bis hin zu Ballonflügen,
werden unter den TeilnehmerInnen verlost.
Eleonora Turco zum Beispiel radelt täglich bei
jedem Wetter sechs Kilometer ins Biocenter St.
Marx und zurück. „Das geht viel schneller als
mit den Öffentlichen. Mit den Öffis müsste ich
dreimal umsteigen.“ Sie können sich ganz leicht
im Internet registrieren und Ihre Kilometer zählen. Einfach einloggen und mitradeln.
Foto: Erwin Schuh
Durchstarten mit „Wien
radelt zur Arbeit“
Einmal Baby und zurück
Trotz Verbesserungen ist ein weiterer Ausbau der Kinderbetreuung punkto Plätze, Qualität und
Öffnungszeiten dringend nötig. Auch der Wiedereinstieg für Mütter nach der Karenz muss erleichtert werden.
... aktuell der beliebteste Name für ein
Mädchen. Bei den Buben ist übrigens
momentan Lukas der Top-Favorit.“
„Tamara hat im Vorjahr ihr erstes Baby
bekommen. Der Name des kleinen
Mädchens ist Anna ...
Windelverbrauch
(Stückzahl pro Monat)
240
Tamara war bei der Geburt
ihrer Tochter Anna
35Jahre alt
180
25
0 bis 3 Monate
35
40
28,8 Jahre betrug 2013 im Schnitt
das Alter der Erstgebärenden
älter als 3 Monate
„Jetzt geht Anna schon in den
n
Kindergarten – zumindest an den
Vormittagen.“
So viele Geburten gab es im Jahr 2013
78.103
So viele Kinderbetreuungsplätze
für Kinder bis 2 Jahre
gibt es ...
28.400
00
30
0,5 Prozent mehr als 2012
So viele Kinder haben (im Durchschnitt)
einen Betreuungsplatz
50.000
Kinder bis 2 Jahre
21von 100
2013
2007
7
Kinder 3 bis 5 Jahre
90 von 100
So viele Frauen sind nach der Geburt
wieder berufstätig
So viele Kinder (bis 3 Jahre)
kommen auf eine PädagogIn ...
nach 2 Jahren
Niederlande, Dänemark, Finnland, Schweden und Frankreich
38 von 100
nach 4 Jahren
5 bis
max. 6,5
70 von 100
So viele Frauen verdienen mehr als
2000 € brutto im Monat
Österreich
Vor der Geburt
45 von 100
8,7
Quellen: AK Wien, Statistik Austria, OECD
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
4 Jahre nach der Geburt
17 von 100
Infografik: Martin Cmund, Colourbox
AK FÜR SIE 05/2014 25
produkttest
Kurze Kicks
Energy Drinks sind der Renner im Getränkeregal,
nicht nur bei Müdigkeit. Was ist dran an den
angeblichen Kicks und was steckt dahinter?
M
üde? Unkonzentriert? Viele greifen in solchen Momenten nicht
mehr zum Kaffee, sondern zu
Energy Drinks. Sie sollen für den
Kick sorgen. Längst sind die süßen Säfte
aber auch zum Kult geworden. Was ist dran
an Marktführer Red Bull und Co.? Das Verbrauchermagazin „Konsument“ hat 19 Energy Drinks untersucht.
Die exotisch klingenden Inhaltsstoffe Taurin,
Inosit und Glucuronolacton
sind in den meisten Energy
Drinks enthalten. Das sind
Substanzen, die der
menschliche Körper selbst
in ausreichenden Mengen
produziert. Eine leistungssteigernde Wirkung ist
wissenschaftlich nicht
nachgewiesen. Der Effekt
von Energy Drinks beruht
daher auf Zucker und Koffein.
Am meisten Koffein findet sich im Getränk
Full speed (307 mg/l) und damit gerade noch
im gesetzlich erlaubten Rahmen (320 mg/l).
Am wenigsten Koffein enthält mad bat (249
mg/l). Für Erwachsene sind rund 300 Milligramm (mg) Koffein am Tag akzeptabel, das
entspricht etwa drei Tassen Kaffee. Ab 500
mg sind Nervosität, Übelkeit, Schlaflosigkeit
oder Herzrasen möglich.
Die meisten Drinks sind aufgezuckert. Am
wenigsten süß ist Red Bull (25 g Zucker pro
Dose). Das entspricht aber immerhin rund 8
Stück Würfelzucker. Beim Genuss eines 28
Black Acai verschlingt man gleich 12 Stück
davon (35 g Zucker pro Dose). Ein Rockstar
enthält noch einmal fast das
Doppelte (67 g), allerdings
bei doppelter Füllmenge.
Mit nur einer Dose hat eine
Frau die tolerierbare tägliche Menge an Zucker bereits überschritten. Das gilt
auch für Monster und Power Horse.
Achtung: Die Kombination von Energy Drinks mit
Alkohol oder Sport kann
gefährliche gesundheitliche
Folgen haben – von Herzrhythmusstörungen bis Nierenversagen. Von
möglichen Risiken liest man auf den Verpackungen aber nichts. Auch sonst sind die
Verpackungshinweise teils mangelhaft. Es gilt
also: Genuss mit Maß und Ziel.
Den kompletten Test finden Sie in der
Mai-Ausgabe des Magazins „Konsument“,
erhältlich in der Trafik oder unter der Nummer 01/588 774.
Illustration: Carla Müller
Zuckerhaltige Energy Drinks
Marke
Preis (Euro)
Koffein (mg/l)
pro 100 ml
Stück Würfelzucker
je Dose
Full speed
Monster
Red Bull
Power Horse
Rockstar
28 Black Acai
mad bat
0,28
0,28
0,52
0,30
0,44
0,64
0,57
307
302
301
300
287
277
249
9
18
8
18
22
12
10
26 AK FÜR SIE 05/2014
Kostenlose
Zahlscheine
Überweisung oder Einzugsermächtigung? Viele KonsumentInnen wollen
den Überblick über ihre Zahlungen
behalten und lehnen es ab, Einzugsermächtigungen zu erteilen. Viele
Unternehmen „bestrafen“ solche KundInnen mit einem zusätzlichen Entgelt
für „Zahlscheinzahlung“. Zusatzentgelte für bestimmte Zahlungsarten sind
in Österreich schon seit 2009 verboten. Dennoch werden sie von vielen
Unternehmen verlangt, insbesondere
in der Telekommunikationsbranche.
Das soll sich ändern: Der Europäische
Gerichtshof bekräftigte nun das österreichische Verbot. Zusätzliche Entgelte
für die Zahlung per Zahlschein dürfen
gesetzlich untersagt werden. Jetzt ist
der OGH am Zug. In einem AK-Verfahren hat der OGH bereits klargestellt, dass die Regelung auch für
Versicherungen gilt.
Überteuertes
Wasser
Immer mehr Wirte wollen Geld für das
Wasser aus der Leitung. Die Stichproben-Erhebung der AK zeigt, dass nur in
drei von 30 überprüften Wiener
Gaststätten Leitungswasser gratis ist.
Dafür drehen 27 Lokale an der
Preisschraube: 23 von 30 Wirtshäusern
verrechnen für einen halben Liter
Leitungswasser 0,30 bis 3,60 Euro,
sogar dann, wenn im Lokal gegessen
wird. Die Wirte argumentieren: Was
bestellt wird, muss auch bezahlt
werden. Jedes Wasserglas muss
abgewaschen und serviert werden.
„Geld für Leitungswasser zu verlangen,
ist nicht vertretbar“, sagt AK Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.
„1.000 Liter Wasser aus der Leitung
kosten den Lokalbesitzer nur 1,80 Euro.
Daher soll das Leitungswasser gratis
bleiben.“
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
INTO THE CITY
Performance und mehr
Das Festwochenprogramm Into the City bietet lebendige
Kunst in der Stadt. Drei Höhepunkte.
Face to Face with the Monument
Eröffnung: 16.5., 18:00 / Dauer: 17.5. bis 14.6. / Programm täglich 14 bis 21 Uhr
Am Schwarzenbergplatz / Eintritt frei www.festwochen.at/into-the-city / Eintritt frei
JEDE MENGE FÜR KINDER.
Tanz-Workshops
Am 18. u. 25. Mai / 1. und 8. Juni von
16-18 Uhr / Schwarzenbergplatz, 1040
Wien / Eintritt frei / Weitere Infos:
www.festwochen.at/into-the-city
Masses and Motets
THEATER AM SPITTELBERG, die Sommerbühne, bietet vom 1. Juni bis 30. September 2014
wieder ein einzigartiges und
kraftvoll gelebtes Miteinander
der Kulturen in Wien. Mit einem
täglich abwechselnden
„bühnenreifen“ Sommerprogramm mit berührenden und
humorvollen Begegnungen
unterschiedlichster Genres
belebt die Bühne mit unverwechselbarem Charme und
Intelligenz das Kulturleben der
Stadt. Mit AktivKarte zahlen Sie
1,50 Euro weniger auf den jeweiligen Eintrittspreis. Infos+Karten: 01/526 13 85 oder
www.theateramspittelberg.at
Wir sind Wien
JEDE MENGE SPASS.
Musikfestival / Eröffnung: 1.6., 14-24 Uhr
1., Michaelerplatz / alle Infos zum Festival
1.-23.6. / www.wirsindwien.com / Eintritt frei!
Wenn ich gleiche Chancen will,
chalte ich sie ein.
PK_P
ANGELIKA NIEDETZKY. Niedetzky marschiert!
Über die Bühnen des Landes und mit stets
wachsamem Auge durchs Leben. Denn für ein
gelungenes Kabarett-Programm braucht man
nichts zu erfinden. Das Leben selbst schreibt die
besten Geschichten. Am 1., 8. und 15.6. im
Kabarett Niedermair. Mit AktivKarte zahlen Sie
statt 19 nur 17 Euro auch am Veranstaltungstag.
Infos+Karten: 01/408 44 92, www.niedermair.at
18. 5., 20 Uhr / Hundsturm, Margarethenstraße 166, 1050 Wien / Eintritt frei
www.hundsturm.org
Gemeinsam mit der Reihe Into the City entsteht am Hundsturm ein
außergewöhnliches Chorprojekt des bildenden Künstlers Luigi Coppola. In
drei Akten geht es um Widerstand, Harmonie oder Konflikt, sowie um
Vision und Prophezeiung. Die KünstlerInnen der Musikperformance,
darunter der Chor des KSSSD, Mieze Medusa oder Jasmin Hafedh
kommen aus unterschiedlichen Musik- und Performancebereichen wie
Hip-Hop, performative Literatur, polyphoner Gesang, Theater, Poetry Slam,
der U-Musik bzw. der experimentellen E-Musik.
Am Schwarzenbergplatz gibt es
diverse Tanz- und Theater-Workshops. Zum Beispiel den von „The
Dancing Communities _ Flying
Moments“ unter der Leitung von
Nina Gasteva und Chto Delat.
Einfach vorbeikommen. Eine
Anmeldung ist nicht nötig. Weitere
Infos zu weiteren Workshops unter
www.festwochen.at/into-the-city.
MUSIK UND THEATER
Das „Wir sind Wien - Festival“
bietet an 23 Tagen in 23 Bezirken
232 Veranstaltungen bei freiem
Eintritt. Bei der Eröffnung am
1.6. am Michaelerplatz mit dabei:
Neuwirth & Extremschrammeln,
Wiener Tschuschenkapelle & Wiener
Beschwerdechor, Harry Stojka –
Gitancœur d‘Europe, Garish und viele
andere mehr.
„So ein Theater!“
mit Otto Schenk
Foto: Moritz Schell
JEDE MENGE UNTERHALTUNG.
zum Programm unter
www.festwochen.at/
into-the-city
Foto: Daniel Mazza
NENNT MICH NICHT ISMAEL ist eine mitreißende und höchst amüsante Geschichte über
Mobbing, Freundschaft und Zivilcourage sowie
über die Macht der Sprache. Der Roman wurde
mehrfach ausgezeichnet und in viele Sprachen
übersetzt. Für Kids ab 11 Jahren. Bis 21. Juni
2014 im Theater im Zentrum. Mit AktivKarte
erhalten Sie 30 Prozent Ermäßigung auf den
Originalkartenpreis. Termine, Infos und Karten:
01/521 10-230, www.tdj.at
Foto: Face to Face
Täglich Kunst und mehr am Schwarzenbergplatz. Mit der interdisziplinären
Installation „Face to Face with the Monument“ verwandelt das russische
Künstlerkollektiv Chto Delat den Wiener Schwarzenbergplatz zu einem
Schauplatz und einer interaktiven Bühne mit Ausstellungen, Sound-Walks,
Performances, Lectures und Lesungen. Einfach mal vorbeischauen und
staunen.
23. 5., 12.6., jw. 19:30 / Theater Akzent
4., Argentinierstraße 37 / Karten:
01/501 65 3306 / Preise: EUR
42,-/35,-/28,-/21,- www.akzent.at
Seit über 65 Jahren steht der
grandiose Schauspieler und
Theatermann Otto Schenk auf der
Bühne und hat so einiges vor und
hinter dem Vorhang erlebt. In
seinem neuen Programm „So ein
Theater!“ hat er seine unzähligen
Bühnenabenteuer und weitere
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
heitere Anekdoten von SchauspielkollegInnen zusammengefasst. In
historischen Filmzuspielungen sind
auch Schenks bekannteste
BühnenkollegInnen wie Helmuth
Lohner, Alfred Böhm und viele
andere mehr zu sehen.
AK FÜR SIE 05/2014
27
Wissen
Frische Luft im
Klassenzimmer
A
lle Türen sind offen, Jugendliche Schule ist rein rechtlich eine ganztägige
blättern
in
Lernunterlagen, Volksschule der Stadt Wien. Aber hier lerselbst am Gang sitzen Schü- nen SchülerInnen von der ersten bis zur
lerInnen zusammen und arbeiten achten Schulstufe. Sie sind in nur drei Alim Team. Alltag in der Integrati- tersgruppen aufgeteilt. Innerhalb dieser
ven Lernwerkstatt Brigittenau, wo die Klas- Gruppen lernen die Kleineren von den
sen Fachräume heißen und jeder Schultag Größeren, und sie alle lernen, indem sie
einem bestimmten Thema gewidmet ist.
den Stoff selbstständig bearbeiten.
„Es ist nicht dieses
„Wir können uns in die
schlechte Gefühl da, wenn
Themen hineinknien, die
ich in der Früh aufstehe
uns interessieren“, erklärt
und in die Schule gehe“,
Caroline. Neben den Untersagt Schülerin Caroline
richtsfächern gibt es VertieKuba. Das schlechte Ge- Martina Piok, Cool-Initiative
fungsgebiete – bis zum
fühl kennt Caroline aus der
Cheerleading-Team,
das
Volksschule, in der sie früher war. Jetzt Caroline selbst ins Leben gerufen und
fühlt sich die 15-Jährige wohl: „Meine auch gleich geleitet hat.
Kreativität wird mir nicht genommen.“
´Vor 16 Jahren beschloss Schulleiter Im eigenen Tempo
Josef Reichmayr, den „Unterricht so zu ver- Dass die österreichischen Schulen besser
ändern, dass er auch etwas bringt“. Seine sein könnten, darin
„Ich bin als Coach da.
SchülerInnen und
LehrerInnen arbeiten
gemeinsam.“
Ideen für die Schule
Sie ärgern sich über ein starres Schulsystem, schlechte Ausrüstung
und zu große Klassen für den Unterricht für Ihr Kind? Hier muss etwas
geändert werden, sagen die AK BildungsexpertInnen. Gleichzeitig zeigen
sie, wie sich auch auch im bestehenden Rahmen kleine Projekte
umsetzen lassen, die den Schulalltag für alle Beteiligten lebenswerter machen. Das ist
der Gedanke hinter der DVD „Ideen machen Schule“, die von der AK herausgegeben wurde.
n Auf der DVD „Ideen machen Schule“ finden sich 50 kurze Videos, die je ein Projekt
vorstellen, das bereits jetzt praktiziert wird. Da wird zum Beispiel bei den Schulkonferenzen
mittels Kärtchen angedeutet, dass ein Thema lange genug beredet wurde; die Mitarbeit der
SchülerInnen nachverfolgt, indem jede/r eine Karte erhält, die er nach einer Wortmeldung
wieder abgibt; oder mit „Pausenläufen“ Bewegung in die Pause gebracht.
n Verteilt werden die DVDs an interessierte SchulleiterInnen – eine nächste Auflage mit 50
weiteren Ideen ist auch schon angedacht. Auch Sie können die DVD haben. Bestellungen unter
veranstaltungenbp akwien.at
28
AK FÜR SIE 05/2014
Fotos: Thomas Lehmann
Nicht Stoff in Kinderköpfe stopfen, sondern die
Kinder selbst lernen lassen: Neue LehrerInnenInitiativen zeigen, wie Unterricht besser geht.
Lernen, wo es gerade passt
– und wenn es am Gang ist: In
der Integrativen Lernwerkstatt
Brigittenau sind die Klassenräume immer offen
sind sich viele SchülerInnen und Eltern einig:
Mittelmäßige Ergebnisse bei Bildungsvergleichen, über 100 Millionen Euro für Nachhilfe jährlich und viele abgebrochene Schulkarrieren sprechen für sich. Und der Blick in
die Zukunft fällt in erster Linie auf die Gefahr
von Einsparungen im Bildungsbereich.
Trotzdem: Wie in der Brigittenauer
Schule versuchen viele engagierte PädagogInnen, den Unterricht besser zu gestalten. Aus einer solchen Initiative ist
das mittlerweile österreichweite Netzwerk „Cool – cooperatives offenes Lernen“ entstanden. Beim Cool-Unterricht
sollen die SchülerInnen selbstständig
werden und die LehrerInnen ihnen als
Coaches zur Seite stehen. Arbeitsaufträge werden vergeben, die SchülerInnen arbeiten in ihrem eigenen Tempo daran. CoolLernen setzt auf Zusammenarbeit, bei den
SchülerInnen wie bei den LehrerInnen.
LehrerIn als Coach
Martina Piok vom Wiener Büro der CoolInitiative: „Meine Rolle in Cool ist ganz eine
andere als beim Frontalunterricht. Ich bin
als Coach und Begleitung da. Es verändert sich das Klima, wir arbeiten gemein-
Den Kollegen helfen: Caroline Kuba hat in der Lernwerkstatt Brigittenau nicht mehr „dieses schlechte
Gefühl“, wenn sie in der Früh aufsteht
Viel Platz zum selbstständigen Arbeiten: Nora Haddad,
Larissa Simmovcic und Katrin Renner in der Donaustädter Handelsakademie (von links)
sam an etwas. Die SchülerInnen werden
selbstbewusster und helfen sich gegenseitig.“ Das sei auch gut für die Schwächeren, die sich vielleicht nicht trauen, vor der
Klasse Fragen zu stellen und so zunächst
beim Nachbarn Rat suchen können.
Auch in der Handelsakademie und Handelsschule Wien 22, der Business Academy Donaustadt, wird nach Cool-Regeln
unterrichtet. Nora Haddad, Larissa Simmovcic und Katrin Renner sitzen gerade an
ihren Arbeitsaufträgen. „Wir üben SEPAÜberweisungen“, erklärt Katrin. Das selbst-
ständige Arbeiten gefällt den 14-Jährigen.
Lehrerin Erika Liebel: „In der Ersten gehen
wir den Stoff noch gemeinsam durch, und
sie üben dann, später geht es auch darum,
dass sie sich Dinge selbst erarbeiten.“
„Nicht mehr Frontfrau“
Die Business Academy Donaustadt hat vor
etwa einem Jahr ein neues Gebäude bekommen. Je zwei Klassen und ein EDVRaum öffnen sich zu einem Lernzimmer,
sodass die SchülerInnen sich verteilen und
auch Computer nützen können. Auch die
LehrerInnen profitieren vom Neubau: „Mein
Platz hatte früher A4-Größe“, sagt Liebel.
„Jetzt habe ich eine größere Fläche zur Verfügung. Zusätzlich gibt es einen großen Sozialraum und Besprechungszimmer.“
Genug Platz ist vor allem für die CoolLehrerInnen wichtig, die immer im Team
arbeiten. „Die Vor- und Nachbereitung ist
aufwändiger“, sagt Martina Piok, „dafür
läuft der Unterricht entspannter ab, ich
muss nicht sechs Stunden am Tag die
Frontfrau spielen. Das könnte ich mir gar
nicht mehr vorstellen.“ n TINE BAZALKA
Foto: picturedesk.com / ANP / Koen Suyk
Geld für Schulen sozial staffeln
Gleiche Lernchancen für alle: Mittelzuteilung
nach sozialen Kriterien hilft
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Was sind in Österreich entscheidende Kriterien für schulischen Erfolg? Einkommen und
Ausbildung der Eltern spielen eine viel zu große Rolle bei der Leistung von SchülerInnen. Zuletzt
wurde das vom PISA-Test 2012 bestätigt. Das ist der falsche Weg, findet die AK.
n Die Schule muss helfen, wo die Eltern ihren Kindern beim Lernen nicht selbst helfen oder für
teure Nachhilfe zahlen können. Dort, wo SchülerInnen aus Familien von WenigverdienerInnen
kommen, sollen mehr Mittel investiert werden, so die AK.
n Das Modell zum Ausgleich von sozialen Benachteiligungen wird in mehreren europäischen
Ländern, zum Beispiel in den Niederlanden, seit Jahren erfolgreich praktiziert. Es zeigt sich, dass
die Chance auf Bildung weniger stark vom Elternhaus abhängt als in Österreich, und auch der
Abstand zwischen guten und schlechten SchülerInnen ist weniger groß.
AK FÜR SIE 05/2014
29
hirnsport
2
3
6
4
5
8
Waagrecht
6
1 Laut fußballerischer Verein-barung sind die Sessel für Polster
reserviert? 3 Angeschlagen, doch nicht finanziell: Die Fortzahlung ist nett, leg krank ich mich ins Bett 8 Das Klima dort
ist nicht zu rau, um Bier zu brauen 9 Opportunistisches
Gefühlsleben: Im Frühling bin ich gern verliebt, / wenn sich
Gelegenheit – 10 Dem Betrieb steht ein Firmapate vor? Wollen
wir im Urlaub ... was aktiv tun? 12 Regnet es, wat ich durch
Pfützen – wenigstens ein bisschen 15 Seine ausstandesgemäße Ausrufung weckt die Arbeitskampfgeister 16 Wer das kurz
als Religionsbekenntnis angibt, macht ein Rotes-Kreuzzeichen?
17 Ohrfeigeln? In der Gangart kommst du nach Entenhausen?
21 Beschäftigung der Begleitgitarristin beim Fließband-Auftritt?
7
8
9
1
9
10
11
5
11
13
12
15
7
14
www.phoenixen.at
16
2
2
18
17
20
10
21
22
4
9
Kreuzworträtsel-Lösung aus Heft 04/14
Die Buchstaben in den unterlegten Feldern ergeben ein Lösungswort für die Reisekasse.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Schreiben Sie das Lösungswort auf eine Postkarte an AK Wien, Postfach 535, 1040 Wien,
oder per E-Mail unter akfuersie@akwien.at. Einsendeschluss: Freitag, 23. Mai 2014
Kreuzworträtsel lösen und gewinnen:
3 HauptprEiSE. Die GewinnerInnen können wählen zwischen 1 Canon Digital-Kamera,
1 LCD-TV, 1 Apple iPod. 10 troStprEiSE: je ein Büchergutschein im Wert von 20 €
W: 6 KINDERGARTEN 8 STIMME 9 KLEID 11 FRUEHLING 12 UK 14 SI
15 EDELBRAND 16 HELLEBARDEN 18 INNENDIENSTE
S: 1 HINTERZIEHEN 2 FRIEDLIEBEND 3 BANKENABGABE 4 STOER 5 ON
7 DOMAENE 10 DEKADENTE 13 HANDYS 17 LEE
LW: HEIZKOSTEN
DIE GEWINNERiNNEN des Rätsels aus Heft 04/2014
Tünde Fuchs, 1090 Wien, Gregor Gullberg, 1120 Wien, Martha Schöberl, 1050 Wien
Büchergutscheine im Wert von 20 Euro:
Michaela Strutz, 1210 Wien, Elfriede Heinz, 1110 Wien, Peter Zemlicka, 1110
Wien, Brigitte Wurzer, 1220 Wien, Franz Schmitzer, 2232 Deutsch-Wagram,
Gerhard Schmitt, 2320 Schwechat, Wolfgang Teichmann, 1100 Wien, Benedikt
Schneiber, 3451 Rust am Tullnerfeld, Birgit Buchacher, 1100 Wien, Tamara
Redl-Franz, 1210 Wien
Die Ziehung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Funktionärinnen, Funktionäre und Angestellte der Kammer für Arbeiter und Angestellte können an der Verlosung nicht teilnehmen. Die GewinnerInnen werden schriftlich verständigt und in der nächsten Ausgabe von AK für Sie veröffentlicht.
1. Da hilft kein
Nachbohren.
Üblicherweise gilt es bei Rätseln Fragen
zu beantworten, doch hier stellen wir die
LöserInnen vor eine noch viel kniffligere
Aufgabe: Die Antwort ist bekannt, doch was
ist hier die Frage? Von den drei Möglichkeiten stimmt jeweils mindestens eine
(Lösungen siehe unten).
A. Wie lautet der Befund der
Zahnärztin, wenn in die Lücke
keine Brücke passt?
B. Mit welchen Worten gibt der
Interviewer auf, wenn „Kein
Kommentar“ der einzige bleibt?
C. Womit wird bestätigt, dass die
Erdölquelle versiegt ist?
2. Sie hat nicht den
richtigen Biss.
A. Warum verlässt die Patientin
die Warteschlange bei der
Entgiftungsstation „Kobra“?
B. Wieso muss an der Zahnprothese noch herumgedoktert
werden?
C. Wie wird von einer Sportlerin
mit mangelndem Kampfgeist
gesprochen?
3. Es sagt gar
nichts.
A. Wie wird konstatiert, dass
das Handy nicht funktioniert?
B. Was qualifiziert das
Neumitglied für den „Club der
schweigenden Mehrheit“?
C. Was meint der Arzt dazu,
dass das Kind mit einem halben
Jahr noch nicht spricht?
1. am ehesten b, 2. c, 3. alles ist möglich
© phoenixen
3
19
Senkrecht
1 Arbeitest du tippischerweise daran, dann mach mal Bildschirmpause! 2 Mist, er verschandelt die Natur um Traun! 4 Letztlich
mit Sahne-Häubchen: Er ist schnee-ll einmal Gegenstand
Regen(!) Interesses 5 Dass in der RATINGAGENTUR der Schmäh
rennt, ist ja wohl ein Witz 6 Unverbenheiratet? Putzmunter!
7 Ob User in den Schreibtischlerwerkstätten an 1 senkrecht
arbeiten? 11 Der Apostel ist in einer anstandesgemäßen
Sitt-uation 13 Wie tief die Schifffahrt gesunken ist, sieht man
auf Grund(!) der Unterwasser-Ruinen (Mz) 14 Beim PRAKTIKUM
in der Behörde leistete ich mit ihm Ordner-Dienste 18 Wellenserklärung: Auf dem Brett gurk ich durchs Internet 19 Wanne
erlaubt die Poolizei, dass wir es Frei- nehmen? 20 Womit wir
dir in SOLIDARITÄT Augen-blicklich zuzwinkern 22 Braucht man
den ersten Uni-Abschluss, um kurz über Barium zu sprechen?
30
AK FÜR SIE 05/2014
*) Die GewinnerInnen können wählen zwischen
1 Canon Digital-Kamera, 1 LCD-TV, 1 Apple iPod
1
der AK Wien
Mitgliederzeitschrift
/ April 2014
kammer.at
wien.arbeiter
Jetzt mit
vollem Einsatz
is und Analyse
AK Wahl 2014 Ergebn
JEDE MENGE
mt:
Mitgewählt, mitbestim
AK Mitglieder Daniela
´
Krajić, Irene
Steiner, Slaviša
(von
Masnec-Raymann
t
links) mit AK Präsiden
Rudi Kaske (Mitte)
tzen
erbildung, Computer abse
FÜR SIE: Wohnkredite, Weit
umfrage
Wie fair sind wir
im Verkehr?
Jeder ist mal zu Fuß, mit dem Rad, dem Auto oder den Öffis
unterwegs. Aber wie fair sind wir miteinander im Verkehr?
leserbriefe
H E FT 04/2014
Leider finde ich den Artikel „Die Musik und das liebe
Geld“ ziemlich schlecht und auch nicht einwandfrei
in seiner Darstellung der - nämlich mehreren
unterschiedlichen - Sachverhalte. Die „Festplattenabgabe“ oder besser Privatkopienvergütung ist keine
Vorauszahlung, wie es die Haushaltsabgabe (z.B.
über GIS) wäre. Ich zahle für das gekaufte Gerät
einmal, bei Haushaltsabgaben aber immer wieder in
regelmäßigen Abständen für den Fall, dass ich mir
ein Gerät kaufe. Bei Streaming- oder Clouddiensten
geht es nicht zwangsläufig ums Kopieren und
finanziell könnten da die Anbietenden herangezogen
werden. Und für jede Kopie brauche ich ein Device.
Ich bin für die Festplattenabgabe!
Daniela Fürst, per Mail
Fotos: Erwin Schuh
Festplattenabgabe
Das gegenseitige Verständnis könnte
größer sein. Fairness gegenüber den
anderen Verkehrsteilnehmern zahlt sich
auf jeden Fall aus. Davon profitieren alle.
Ein respektvoller und höflicher Umgang
ist wichtig und wünschenswert, nicht nur
im Verkehr. Nur dann gehen wir auch auf
der Straße fair miteinander um.
Die meiste Zeit geht es auf unseren
Straßen fair zu. Hat einer der Verkehrsteilnehmer jedoch schlechte Laune, kann
die Stimmung schnell kippen.
Radfahrer nehmen auf Fußgänger oft
keine Rücksicht. Autofahrer wiederum
sollten besser aufpassen, weil sie
gegenüber den Zweiradlenkern die
stärkeren sind. Lilla Leiter, Verkäuferin
Alexander Salzmann, Sonderpädagogiklehrer
Lukas Kirisits, Filmvorführer
Die AK will einen gerechten Ausgleich für das Recht
auf Privatkopie. Die Festplattenabgabe würde aber
KonsumentInnen belasten. Daher sind wir für eine
andere Lösung: Eine Pauschalabgabe, die nicht an
Geräte oder Speichermedien anknüpft und damit unabhängig von Technologien den UrheberInnen einen
gerechten Ausgleich für die Privatkopie sicherstellt.
H E FT 04/2014
Wofür die AK
weiter kämpft
Insgesamt sind die angeführten Punkte wichtig, doch
zu zwei Details möchte ich kurz Stellung nehmen.
[...] Eine Qualitätssicherung bei der Lehre begrüße
ich, doch man muss in diesem Zusammenhang sehr
aufpassen, dass die ausbildenden Betriebe nicht für
Versäumnisse des Schulsystems verantwortlich
gemacht werden.
Mag. E. Steyrer, per E-Mail
Schreiben Sie uns Ihre Meinung
Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir
lange Leserbriefe nur gekürzt abdrucken.
Leserbriefe an akfuersie@akwien.at
Noch Fragen? wien.arbeiterkammer.at
Gabi Krotler, Ärztin
Die Antworten im Internet: Ich werde fast jeden Tag von den Autofahrern gefährdet. Aber Gott sei Dank gibt es
auch viele FahrerInnen, die aufmerksam sind. Ich lasse gerne die Fußgänger über die Zebrastreifen. Dupuis / Was ich tagtäglich von ALLEN Seiten an Rücksichtslosigkeit, Dummheit, Sorglosigkeit und Aggression erlebe, ist unbeschreiblich. Helmpflicht und Kennzeichnung für alle Radfahrer!!! Esther Heller / Das verhält sich ganz situationselastisch (Unwort des Jahres?): Unfair sind immer jene zwei Gattungen an Verkehrsteilnehmern, denen man gerade nicht angehört. Rupert Wolffhardt
Posten Sie Ihr Statement fürs nächste Heft:
Mehr Männer in Karenz? Was meinen Sie?
Ihre Antwort unter wien.arbeiterkammer.at/umfrage – oder per QR-Code rechts
AK FÜR SIE 05/2014
31
15.– 16. MAI 2014
8.30 – 14.00 UHR
DIE MESSE FÜR ARBEITNEHMERINNEN
IN ELTERNKARENZ.
AK Wien Bildungszentrum, Theresianumgasse 16 – 18, 1040 Wien
wien.arbeiterkammer.at/berufundfamilie
wien.arbeiterkammer.at
GERECHTIGKEIT MUSS SEIN
Ändert sich Ihre Adresse – schicken Sie uns bitte diesen Abschnitt
und teilen Sie uns bitte im linken Feld die richtige Schreibweise oder die neue Adresse mit.
Nam e
Vorname
Straße
H a u s-N r.
PLZ
02Z034652 M
St i e g e
Tü r - Nr.
DVR 0063673
Ort
05.14
ISSN 1028-463X
P.b.b. Erscheinungsort Wien Verlagspostamt 1040 Wien
1040 Wien, Prinz Eugen Straße 20-22
ADRESSEN-SERVICE
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
74
Dateigröße
14 509 KB
Tags
1/--Seiten
melden