close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

INSIDE Nr. 3/2014 - gemeindewerke erstfeld

EinbettenHerunterladen
ECO = Haushaltungen, BUSINESS BASIC = Gewerbe, BUSINESS AGRO = Landwirtschaft, BUSINESS LGM = Kunden > 100'000 kWh, BUSINESS MS = Mittelspannung
1) Systemdienstleistungen an nationale Netzgesellschaft (SDL) / 2) Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV): Die gesetzlich vorgeschriebene Förderabgabe für die kostendeckende Einspeisevergütung wird jeweils im Herbst vom Bundesamt für Energie festgelegt und beträgt max. 1,5 Rp./kWh.
Das Ersatzwasserkonzept
Das geplante Partnerprojekt «KW Erstfeldertal» sieht vor,
den Alpbach in den Bodenbergen zu fassen und das Wasser in die Kraftwerkzentrale Hofstetten zu leiten. Da die
Wasserfassung Bodenberg in der Schutzzone der Quellen
Hellberg, Schopfen und Sagerberg gebaut würde, müsste
auf die Nutzung der drei Quellen verzichtet werden.
Die zwei Hauptquellen Helltal und Kleeberg sind jedoch
nicht betroffen und können übers Jahr weiterhin über
80% des Trinkwasserbedarfs decken. Das Grundwasserpumpwerk Jagdmatt würde bei Bedarf das restliche Trinkwasser liefern. Die Wasserversorgung ist also nach wie
vor zu 100% mit Erstfelder Wasser gesichert.
Als Ersatz für die drei Quellen würde die KW Erstfeldertal
AG den Anschluss an den Wasserverbund Unteres Reusstal (WUR) bauen. Wichtig zu wissen ist, dass der WURAnschluss nur der Notversorgung (z.B. Verunreinigung
einer Quelle, Ausfall Pumpwerk Jagdmatt) und einzig der
Erhöhung der Versorgungssicherheit dient.
Seit der öffentlichen Informationsveranstaltung vom Mai 2013 ist es ruhig geworden
um die KW Erstfeldertal AG. Die Abklärungen im Hintergrund laufen jedoch weiter.
Aus diesem Grund wurden nun bisher ungenutzte Quellen auf Erstfelder Gemeindegebiet
erneut überprüft. Dabei wurde abgeklärt, ob
sie für eine Trinkwassernutzung in Frage kommen könnten. Die Abklärungen ergaben jedoch,
Fr./Monat
Leistungspreis
Fr./kW/Mt.
BUSINESS
AGRO
BUSINESS
LGM
E
D
I
S
IN
BUSINESS
MS
2015
2014
2015
2014
2015
2014
2015
2014
2015
9.00
6.00
18.00
12.00
9.00
6.00
100.00
50.00
100.00
–
Netznutzung
Ebenen 1–3 (380 kV–50 kV )
Rp./kWh
2.20
2.60
2.20
2.60
2.20
2.60
2.20
2.60
Nr. 3 I 2014
2.20
Ebenen 4–7 (50/15 kV–230/400 V) Rp./kWh
6.50
5.70
10.40
9.40
8.50
7.60
8.75
7.80
5.45
Total Netznutzung
Rp./kWh
8.70
8.30
12.60
12.00
10.70
10.20
10.95
10.40
7.65
Energiepreis
Rp./kWh
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
Rp./kWh
14.60
14.00
18.50
17.70
16.60
15.90
16.85
16.10
13.55
1) SDL
Rp./kWh
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
2) KEV
Rp./kWh
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
Abgabe an Gemeinwesen
Rp./kWh
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
Total Abgaben pro kWh
Rp./kWh
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
Gesamtpreis (exkl. MWSt.)
Rp./kWh
16.49
15.49
20.39
19.19
18.49
17.39
18.74
17.59
15.44
Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld
Total Netznutzung +
Energielieferung pro kWh
Abgaben
Die nationalen Abgaben für Systemdienstleistungen und KEV sowie Netznutzung und
Energie schlagen auf. Die Erstfelder Bevölkerung kann jedoch weiterhin von einem
vergleichsweise tiefen Energiepreis von 5,9 Rp. pro kWh profitieren.
dass keine der überprüften, ungenutzten Quellen in den wasserarmen Monaten Dezember
bis März ausreichend Wasser führt.
Weil fast alle Preiskomponenten aufschlagen,
steigen die Strompreise in Erstfeld per 1.1.2015
im Schnitt um rund 1,5 Rp. pro kWh.
Trinkwassernutzung weiterhin möglich?
Da sich somit die Option von «neuen» Quellen
für die Wasserversorgung Erstfeld zerschlagen
hat, widmen sich die Projektpartner nun wieder
den betroffenen Quellen Hellberg, Schopfen
und Sagerberg. In Zusammenarbeit mit den
kantonalen Amtsstellen und den zuständigen
Bundesämtern werden derzeit Möglichkeiten
ausgelotet, die Quellen trotz Kraftwerkprojekt
als Trinkwasserquellen nutzen zu können.
Bei der Netznutzung steigen die Tarife durchschnittlich um 0,9 Rp./kWh, wobei die Aufschläge
je nach Kundengruppe unterschiedlich ausfallen.
Die Erhöhung gründet auf steigenden Kapitalkosten, welche dazu dienen, dass die Gemeindewerke notwendige Abschreibungen vornehmen und auch in Zukunft ausreichend ins Stromnetz investieren können.
Weihnachtsaktion im Elektrofachgeschäft!
10
Abonnement
BUSINESS
BASIC
Erhöhung der Strompreise per 1. Januar 2015
Wie weiter am Alpbach?
Im Mai 2013 wurde die Erstfelder Öffentlichkeit
letztmals über das Kraftwerkprojekt der zu gründenden KW Erstfeldertal AG informiert. An der
Informationsveranstaltung wurde klar, dass der
Verzicht auf die Trinkwasserquellen Hellberg,
Schopfen und Sagerberg trotz bestehendem
Ersatzwasserkonzept von grossen Teilen der
Bevölkerung nicht gutgeheissen würde.
ECO
Einkaufen in unserem Elektrofachgeschäft lohnt sich. Profitieren Sie
im Dezember von 10% Weihnachtsrabatt auf alle Artikel (ausgenommen davon sind Installationsmaterial, Grossgeräte und Reparaturen).
Wir freuen uns auch auf Ihren Besuch am Erstfelder Weihnachtsmarkt
am Mittwoch, 10. Dezember 2014.
Seite 5
Die nationalen Abgaben steigen um 0,4 Rp. pro
kWh. Der Reduktion der Systemdienstleistungen
(SDL) von 0,64 auf 0,54 Rp./kWh steht die Erhöhung der kostendeckenden Einspeisevergütung
(KEV) von 0,5 auf 1,1 Rp. pro kWh gegenüber.
Der Energiepreis hingegen steigt nur moderat
um 0,2 Rp. auf 5,9 Rp./kWh. Aufgrund des Preiszerfalls an den Strommärkten ist kurz- und mittelfristig mit erheblich kleineren Erträgen aus dem
Stromhandel mit Dritten zu rechnen. Die Gemeindewerke müssen deshalb den Erstfelder
Energiepreis moderat anpassen.
Rund 80 Franken Mehrkosten pro Jahr resultieren für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von etwa 4500 kWh. Im nationalen Vergleich profitieren die Erstfelder Haushalte und
Firmenkunden aber weiterhin von günstigen
Preisen und einem Strommix aus 100% erneuerbaren Energien.
Erstes Erstfelder MINERGIE-A-Haus
Seite 4
Gute Resultate für die Wasserversorgung Erstfeld
Seite 5
Impressum:
Gemeindewerke Erstfeld, Gotthardstrasse 101,
6472 Erstfeld, Tel. 041 882 00 10
www.gemeindewerke-erstfeld.ch
INSIDE – Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld, Nr. 3 I 2014
Seiten 2–3
Wie weiter am Alpbach?
Seite 6
BENCHMARK «SPEZIFISCHE NETZABGABE UND LEITUNGSLÄNGE»
ECKDATEN MINERGIE-A-HAUS BAUMBERGER
Das erste zertifizierte MINERGIE-A-Haus
des Kantons Uri steht in Erstfeld
Das MINERGIE-A-Haus Baumberger im Quartier Taubach wurde Mitte August zertifiziert.
Erstellt und geplant wurde das Haus von der GAMMA AG Holding. Die Gemeindewerke
Erstfeld installierten die Photovoltaikanlage und richteten die Elektroinstallationen ein.
Für das junge Paar war schon immer klar, dass
ihr künftiges Eigenheim einmal möglichst nach
ökologisch vertretbaren Kriterien erstellt sein
soll. Für ihr Haus in der Überbauung Taubach
wünschten sie sich ein Erdwärme-Heizsystem
und eine Solarstromanlage. Beat Bissig, Projekt-
leiter der GAMMA AG Planung, Schattdorf, Generalunternehmer der Überbauung, empfahl der
Familie Baumberger auf MINERGIE-A zu setzen.
«Die Investitionen sind um vier bis fünf Prozent
höher, aber das lohnt sich – ökologisch und nach
rund 15 Jahren auch finanziell», sagt Dominik
Baumberger.
Das Haus ist ein Nullenergiehaus – ein zentrales Element bei MINERGIE-A-Standard. Das bedeutet, die ganze Energie, die im Jahresmittel
benötigt wird, ist auf dem Grundstück durch erneuerbare Energien selber zu produzieren. Das
dreigeschossige 6,5-Zimmer-Haus mit Doppelgarage ist optimal nach Süden ausgerichtet.
Innen ist es hell und geräumig, aussen schlicht
und weder mit Balkon noch Nischen versehen,
INSIDE – Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld, Nr. 3 I 2014
8
50’000
7
40’000
6
5
30’000
4
20’000
3
2
10’000
1
0
Erstfeld
Zehn weitere Wasserversorgungen unterschiedlicher Betriebsgrössen im Vergleich
Die von den Gemeindewerken erstellte 9,6-kWpSolarstromanlage ist von der Strasse aus kaum zusehen.
Gute Resultate für die Erstfelder Wasserversorgung
Simon (6) und Jonas (4) und ihre Eltern haben sich bereits gut eingelebt in Uris erstem
MINERGIE-A-Haus, das sich von aussen kaum von anderen Häusern unterscheidet.
Gewagt und gewonnen – diese Bilanz ziehen
Lisbeth und Dominik Baumberger-Zgraggen
nach einem halben Jahr in ihrem MINERGIE-AHaus. Es steht in der Erstfelder Überbauung
Taubach, einem kinderfreundlichen Wohnquartier im ruhigen, westlichen Teil von Erstfeld. Anfangs Februar sind die Baumbergers mit ihren
Buben Jonas (4) und Simon (6) eingezogen. Am
18. August wurde ihr Haus als erstes MINERGIEA-Haus des Kantons Uri zertifiziert.
9
60’000
Leitungslänge in Metern pro Einwohner(in)
Einfamilienhaus mit Doppelgarage
6,5 Zimmer EFH
750 m2
Massivbau
256 m2
Steildach (Südausrichtung)
Sole-Wasser-Erdwärmepumpe
(Erdsonden: 2 x 90-m-Bohrung)
Wärmeverteilung:
Bodenheizung
Anzahl Geschosse:
3 (UG, EG, DG )
Energiebezugsfläche:
298 m2
Gebäudehüllzahl:
1,88 ( Verhältnis thermische Gebäudehüllfläche/Energiebezugsfläche)
Erstellungskosten:
700’000.– CHF
Mehrkosten MINERGIE-A: 4–5% der Erstellungskosten
Photovoltaikanlage:
9,6 kWp Leistung: 48 Module mit
einer Modulfläche von 61,3 m2
Bezugstermin:
31. Januar 2014
Zertifizierung:
18. August 2014
Jährliche Wasserabgabe in m3 pro Leitungskilometer
Gebäudetyp:
Grösse:
Grundstück:
Bauweise:
Bruttogeschossfläche:
Dachform:
Heizsystem:
Seite 2
um unnötige Wärmebrücken zu verhindern. Das
MINERGIE-A-Haus der Familie Baumberger unterscheidet sich optisch kaum von anderen
Einfamilienhäusern. Selbst die von den Gemeindewerken Erstfeld auf dem Dach installierte
Photovoltaikanlage ist von der Strasse aus kaum
zu sehen.
Für die Solarstromanlage gab es Fördergelder von Bund (Einmalvergütung), Kanton und
Gemeindewerken von fast der Hälfte der Kosten. Die Anlage produziert insgesamt mehr
Strom als die Baumbergers benötigen. Deren
Stromverbrauch ist gering. Dazu tragen etwa
das LED-Leuchten-System und sparsame Elektrogeräte A+++ bei. «Wir haben die Ansprüche
an eine nachhaltige und ökologische Bauweise
sehr ernst genommen und viel Wert auf eine
kompakte Gebäudeform und auf eine hohe
Luftdichtigkeit der Gebäudehülle mittels BlowerDoor-Test gelegt. Durch optimierte Formfaktoren,
durchdachte konstruktive Lösungen und einem
schlanken Haustechnikkonzept erreichten wir
einen niedrigen Wert an <Grauer Energie> mit
entsprechender Ressourcenschonung», sagt
Projektleiter Beat Bissig. Dadurch wurde der
Wohnkomfort nicht beeinträchtigt. «Wir fühlen
uns sehr wohl», sagt Lisbeth Baumberger.
Personelles
Zwei Neueintritte
Seit dem 1. November 2014 arbeitet Andreas Huser, dipl. Elektrotechniker HF, Erstfeld, als Sachbearbeiter Steuerungen/Leitsysteme
und IT bei den Gemeindewerken Erstfeld. Per 1. Dezember 2014 wird
Christoph Grepper, Master in Advanced Studies in Controlling FH,
Erstfeld, seine Stelle als Projektleiter Rechnungswesen/Administration
bei den Gemeindewerken antreten.
Andreas Huser
Christoph Grepper
Verwaltungsrat, Unternehmungsleitung und Belegschaft heissen die neuen Mitarbeitenden im
Gemeindewerke-Team willkommen und wünschen ihnen einen guten Start.
Seite 3
Von Januar bis September 2014 haben die Gemeindewerke an einer Vergleichsstudie
mit insgesamt elf Wasserversorgungen teilgenommen. Die Schlussfolgerungen aus dem
«Benchmarking» sind für die Erstfelder Wasserversorgung fast ausschliesslich positiv.
Insgesamt wurden elf Wasserversorgungen mit
teils ganz unterschiedlichen Betriebsgrössen verglichen. Zuerst wurden per Fragebogen viele
Informationen und Details erhoben, welche die
jeweiligen Wasserversorgungen charakterisieren. Dann wurden daraus relevante Kennzahlen
ermittelt, um die elf Wasserversorgungen vergleichbar zu machen.
7,5 Meter Leitungen pro Einwohner(in)
Wichtigste Bezugsgrösse für die meisten Kennzahlen ist die Wasserabgabe (m3). Andere Kennzahlen bezogen sich auf die Leitungslänge, Anlagenkapazitäten oder andere Bezugsgrössen.
Anschliessend wurden die Aufgabenbereiche
der Wasserversorgungen nach technischen und
finanziellen Kriterien ausgewertet. Die oben abgebildete Grafik zeigt, dass in Erstfeld 7,5 Meter
öffentliche Leitungen pro Einwohner(in) notwendig sind, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Unsere Wasserversorgung hat deshalb – gemessen am Total der Leitungsmeter –
eine vergleichsweise geringe Wasserabgabe.
Diese Besonderheit und ähnliche Faktoren galt
es bei der Beurteilung der Projektergebnisse natürlich zu berücksichtigen. Das «Benchmarking»
lieferte den Gemeindewerken eine wertvolle
Standortbestimmung. Die Schlussfolgerungen
sind fast ausschliesslich positiv:
■ Das lange Leitungsnetz und die geringe spezifische Wasserabgabe sind kostenrelevant. Bezüglich der Gesamtkosten liegt die Wasserversorgung Erstfeld aber im guten Mittelfeld.
■ Unsere Wasserversorgung hat eine hohe
Versorgungssicherheit mit mehreren Einspeisepunkten und Wasserreservoirs für 1,5 Tage.
■ Die Wasserbeschaffung ist günstig. Demgegenüber stehen aber hohe Anlagekosten.
■ Trotz langem Leitungsnetz sind die Kosten
und der Betriebsaufwand durchschnittlich.
■ Das Netz weist trotz hohem Alter eine gute
Qualität auf.
■ Unsere Wasserversorgung basiert auf einer
soliden Finanzierung und es sind Reserven für
notwendige Abschreibungen vorhanden.
Seite 4
BENCHMARK «SPEZIFISCHE NETZABGABE UND LEITUNGSLÄNGE»
ECKDATEN MINERGIE-A-HAUS BAUMBERGER
Das erste zertifizierte MINERGIE-A-Haus
des Kantons Uri steht in Erstfeld
Das MINERGIE-A-Haus Baumberger im Quartier Taubach wurde Mitte August zertifiziert.
Erstellt und geplant wurde das Haus von der GAMMA AG Holding. Die Gemeindewerke
Erstfeld installierten die Photovoltaikanlage und richteten die Elektroinstallationen ein.
Für das junge Paar war schon immer klar, dass
ihr künftiges Eigenheim einmal möglichst nach
ökologisch vertretbaren Kriterien erstellt sein
soll. Für ihr Haus in der Überbauung Taubach
wünschten sie sich ein Erdwärme-Heizsystem
und eine Solarstromanlage. Beat Bissig, Projekt-
leiter der GAMMA AG Planung, Schattdorf, Generalunternehmer der Überbauung, empfahl der
Familie Baumberger auf MINERGIE-A zu setzen.
«Die Investitionen sind um vier bis fünf Prozent
höher, aber das lohnt sich – ökologisch und nach
rund 15 Jahren auch finanziell», sagt Dominik
Baumberger.
Das Haus ist ein Nullenergiehaus – ein zentrales Element bei MINERGIE-A-Standard. Das bedeutet, die ganze Energie, die im Jahresmittel
benötigt wird, ist auf dem Grundstück durch erneuerbare Energien selber zu produzieren. Das
dreigeschossige 6,5-Zimmer-Haus mit Doppelgarage ist optimal nach Süden ausgerichtet.
Innen ist es hell und geräumig, aussen schlicht
und weder mit Balkon noch Nischen versehen,
INSIDE – Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld, Nr. 3 I 2014
8
50’000
7
40’000
6
5
30’000
4
20’000
3
2
10’000
1
0
Erstfeld
Zehn weitere Wasserversorgungen unterschiedlicher Betriebsgrössen im Vergleich
Die von den Gemeindewerken erstellte 9,6-kWpSolarstromanlage ist von der Strasse aus kaum zusehen.
Gute Resultate für die Erstfelder Wasserversorgung
Simon (6) und Jonas (4) und ihre Eltern haben sich bereits gut eingelebt in Uris erstem
MINERGIE-A-Haus, das sich von aussen kaum von anderen Häusern unterscheidet.
Gewagt und gewonnen – diese Bilanz ziehen
Lisbeth und Dominik Baumberger-Zgraggen
nach einem halben Jahr in ihrem MINERGIE-AHaus. Es steht in der Erstfelder Überbauung
Taubach, einem kinderfreundlichen Wohnquartier im ruhigen, westlichen Teil von Erstfeld. Anfangs Februar sind die Baumbergers mit ihren
Buben Jonas (4) und Simon (6) eingezogen. Am
18. August wurde ihr Haus als erstes MINERGIEA-Haus des Kantons Uri zertifiziert.
9
60’000
Leitungslänge in Metern pro Einwohner(in)
Einfamilienhaus mit Doppelgarage
6,5 Zimmer EFH
750 m2
Massivbau
256 m2
Steildach (Südausrichtung)
Sole-Wasser-Erdwärmepumpe
(Erdsonden: 2 x 90-m-Bohrung)
Wärmeverteilung:
Bodenheizung
Anzahl Geschosse:
3 (UG, EG, DG )
Energiebezugsfläche:
298 m2
Gebäudehüllzahl:
1,88 ( Verhältnis thermische Gebäudehüllfläche/Energiebezugsfläche)
Erstellungskosten:
700’000.– CHF
Mehrkosten MINERGIE-A: 4–5% der Erstellungskosten
Photovoltaikanlage:
9,6 kWp Leistung: 48 Module mit
einer Modulfläche von 61,3 m2
Bezugstermin:
31. Januar 2014
Zertifizierung:
18. August 2014
Jährliche Wasserabgabe in m3 pro Leitungskilometer
Gebäudetyp:
Grösse:
Grundstück:
Bauweise:
Bruttogeschossfläche:
Dachform:
Heizsystem:
Seite 2
um unnötige Wärmebrücken zu verhindern. Das
MINERGIE-A-Haus der Familie Baumberger unterscheidet sich optisch kaum von anderen
Einfamilienhäusern. Selbst die von den Gemeindewerken Erstfeld auf dem Dach installierte
Photovoltaikanlage ist von der Strasse aus kaum
zu sehen.
Für die Solarstromanlage gab es Fördergelder von Bund (Einmalvergütung), Kanton und
Gemeindewerken von fast der Hälfte der Kosten. Die Anlage produziert insgesamt mehr
Strom als die Baumbergers benötigen. Deren
Stromverbrauch ist gering. Dazu tragen etwa
das LED-Leuchten-System und sparsame Elektrogeräte A+++ bei. «Wir haben die Ansprüche
an eine nachhaltige und ökologische Bauweise
sehr ernst genommen und viel Wert auf eine
kompakte Gebäudeform und auf eine hohe
Luftdichtigkeit der Gebäudehülle mittels BlowerDoor-Test gelegt. Durch optimierte Formfaktoren,
durchdachte konstruktive Lösungen und einem
schlanken Haustechnikkonzept erreichten wir
einen niedrigen Wert an <Grauer Energie> mit
entsprechender Ressourcenschonung», sagt
Projektleiter Beat Bissig. Dadurch wurde der
Wohnkomfort nicht beeinträchtigt. «Wir fühlen
uns sehr wohl», sagt Lisbeth Baumberger.
Personelles
Zwei Neueintritte
Seit dem 1. November 2014 arbeitet Andreas Huser, dipl. Elektrotechniker HF, Erstfeld, als Sachbearbeiter Steuerungen/Leitsysteme
und IT bei den Gemeindewerken Erstfeld. Per 1. Dezember 2014 wird
Christoph Grepper, Master in Advanced Studies in Controlling FH,
Erstfeld, seine Stelle als Projektleiter Rechnungswesen/Administration
bei den Gemeindewerken antreten.
Andreas Huser
Christoph Grepper
Verwaltungsrat, Unternehmungsleitung und Belegschaft heissen die neuen Mitarbeitenden im
Gemeindewerke-Team willkommen und wünschen ihnen einen guten Start.
Seite 3
Von Januar bis September 2014 haben die Gemeindewerke an einer Vergleichsstudie
mit insgesamt elf Wasserversorgungen teilgenommen. Die Schlussfolgerungen aus dem
«Benchmarking» sind für die Erstfelder Wasserversorgung fast ausschliesslich positiv.
Insgesamt wurden elf Wasserversorgungen mit
teils ganz unterschiedlichen Betriebsgrössen verglichen. Zuerst wurden per Fragebogen viele
Informationen und Details erhoben, welche die
jeweiligen Wasserversorgungen charakterisieren. Dann wurden daraus relevante Kennzahlen
ermittelt, um die elf Wasserversorgungen vergleichbar zu machen.
7,5 Meter Leitungen pro Einwohner(in)
Wichtigste Bezugsgrösse für die meisten Kennzahlen ist die Wasserabgabe (m3). Andere Kennzahlen bezogen sich auf die Leitungslänge, Anlagenkapazitäten oder andere Bezugsgrössen.
Anschliessend wurden die Aufgabenbereiche
der Wasserversorgungen nach technischen und
finanziellen Kriterien ausgewertet. Die oben abgebildete Grafik zeigt, dass in Erstfeld 7,5 Meter
öffentliche Leitungen pro Einwohner(in) notwendig sind, um die Wasserversorgung zu gewährleisten. Unsere Wasserversorgung hat deshalb – gemessen am Total der Leitungsmeter –
eine vergleichsweise geringe Wasserabgabe.
Diese Besonderheit und ähnliche Faktoren galt
es bei der Beurteilung der Projektergebnisse natürlich zu berücksichtigen. Das «Benchmarking»
lieferte den Gemeindewerken eine wertvolle
Standortbestimmung. Die Schlussfolgerungen
sind fast ausschliesslich positiv:
■ Das lange Leitungsnetz und die geringe spezifische Wasserabgabe sind kostenrelevant. Bezüglich der Gesamtkosten liegt die Wasserversorgung Erstfeld aber im guten Mittelfeld.
■ Unsere Wasserversorgung hat eine hohe
Versorgungssicherheit mit mehreren Einspeisepunkten und Wasserreservoirs für 1,5 Tage.
■ Die Wasserbeschaffung ist günstig. Demgegenüber stehen aber hohe Anlagekosten.
■ Trotz langem Leitungsnetz sind die Kosten
und der Betriebsaufwand durchschnittlich.
■ Das Netz weist trotz hohem Alter eine gute
Qualität auf.
■ Unsere Wasserversorgung basiert auf einer
soliden Finanzierung und es sind Reserven für
notwendige Abschreibungen vorhanden.
Seite 4
ECO = Haushaltungen, BUSINESS BASIC = Gewerbe, BUSINESS AGRO = Landwirtschaft, BUSINESS LGM = Kunden > 100'000 kWh, BUSINESS MS = Mittelspannung
1) Systemdienstleistungen an nationale Netzgesellschaft (SDL) / 2) Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV): Die gesetzlich vorgeschriebene Förderabgabe für die kostendeckende Einspeisevergütung wird jeweils im Herbst vom Bundesamt für Energie festgelegt und beträgt max. 1,5 Rp./kWh.
Das Ersatzwasserkonzept
Das geplante Partnerprojekt «KW Erstfeldertal» sieht vor,
den Alpbach in den Bodenbergen zu fassen und das Wasser in die Kraftwerkzentrale Hofstetten zu leiten. Da die
Wasserfassung Bodenberg in der Schutzzone der Quellen
Hellberg, Schopfen und Sagerberg gebaut würde, müsste
auf die Nutzung der drei Quellen verzichtet werden.
Die zwei Hauptquellen Helltal und Kleeberg sind jedoch
nicht betroffen und können übers Jahr weiterhin über
80% des Trinkwasserbedarfs decken. Das Grundwasserpumpwerk Jagdmatt würde bei Bedarf das restliche Trinkwasser liefern. Die Wasserversorgung ist also nach wie
vor zu 100% mit Erstfelder Wasser gesichert.
Als Ersatz für die drei Quellen würde die KW Erstfeldertal
AG den Anschluss an den Wasserverbund Unteres Reusstal (WUR) bauen. Wichtig zu wissen ist, dass der WURAnschluss nur der Notversorgung (z.B. Verunreinigung
einer Quelle, Ausfall Pumpwerk Jagdmatt) und einzig der
Erhöhung der Versorgungssicherheit dient.
Seit der öffentlichen Informationsveranstaltung vom Mai 2013 ist es ruhig geworden
um die KW Erstfeldertal AG. Die Abklärungen im Hintergrund laufen jedoch weiter.
Aus diesem Grund wurden nun bisher ungenutzte Quellen auf Erstfelder Gemeindegebiet
erneut überprüft. Dabei wurde abgeklärt, ob
sie für eine Trinkwassernutzung in Frage kommen könnten. Die Abklärungen ergaben jedoch,
Fr./Monat
Leistungspreis
Fr./kW/Mt.
BUSINESS
AGRO
BUSINESS
LGM
E
D
I
S
IN
BUSINESS
MS
2015
2014
2015
2014
2015
2014
2015
2014
2015
9.00
6.00
18.00
12.00
9.00
6.00
100.00
50.00
100.00
–
Netznutzung
Ebenen 1–3 (380 kV–50 kV )
Rp./kWh
2.20
2.60
2.20
2.60
2.20
2.60
2.20
2.60
Nr. 3 I 2014
2.20
Ebenen 4–7 (50/15 kV–230/400 V) Rp./kWh
6.50
5.70
10.40
9.40
8.50
7.60
8.75
7.80
5.45
Total Netznutzung
Rp./kWh
8.70
8.30
12.60
12.00
10.70
10.20
10.95
10.40
7.65
Energiepreis
Rp./kWh
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
5.70
5.90
Rp./kWh
14.60
14.00
18.50
17.70
16.60
15.90
16.85
16.10
13.55
1) SDL
Rp./kWh
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
0.64
0.54
2) KEV
Rp./kWh
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
0.60
1.10
Abgabe an Gemeinwesen
Rp./kWh
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
0.25
Total Abgaben pro kWh
Rp./kWh
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
1.49
1.89
Gesamtpreis (exkl. MWSt.)
Rp./kWh
16.49
15.49
20.39
19.19
18.49
17.39
18.74
17.59
15.44
Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld
Total Netznutzung +
Energielieferung pro kWh
Abgaben
Die nationalen Abgaben für Systemdienstleistungen und KEV sowie Netznutzung und
Energie schlagen auf. Die Erstfelder Bevölkerung kann jedoch weiterhin von einem
vergleichsweise tiefen Energiepreis von 5,9 Rp. pro kWh profitieren.
dass keine der überprüften, ungenutzten Quellen in den wasserarmen Monaten Dezember
bis März ausreichend Wasser führt.
Weil fast alle Preiskomponenten aufschlagen,
steigen die Strompreise in Erstfeld per 1.1.2015
im Schnitt um rund 1,5 Rp. pro kWh.
Trinkwassernutzung weiterhin möglich?
Da sich somit die Option von «neuen» Quellen
für die Wasserversorgung Erstfeld zerschlagen
hat, widmen sich die Projektpartner nun wieder
den betroffenen Quellen Hellberg, Schopfen
und Sagerberg. In Zusammenarbeit mit den
kantonalen Amtsstellen und den zuständigen
Bundesämtern werden derzeit Möglichkeiten
ausgelotet, die Quellen trotz Kraftwerkprojekt
als Trinkwasserquellen nutzen zu können.
Bei der Netznutzung steigen die Tarife durchschnittlich um 0,9 Rp./kWh, wobei die Aufschläge
je nach Kundengruppe unterschiedlich ausfallen.
Die Erhöhung gründet auf steigenden Kapitalkosten, welche dazu dienen, dass die Gemeindewerke notwendige Abschreibungen vornehmen und auch in Zukunft ausreichend ins Stromnetz investieren können.
Weihnachtsaktion im Elektrofachgeschäft!
10
Abonnement
BUSINESS
BASIC
Erhöhung der Strompreise per 1. Januar 2015
Wie weiter am Alpbach?
Im Mai 2013 wurde die Erstfelder Öffentlichkeit
letztmals über das Kraftwerkprojekt der zu gründenden KW Erstfeldertal AG informiert. An der
Informationsveranstaltung wurde klar, dass der
Verzicht auf die Trinkwasserquellen Hellberg,
Schopfen und Sagerberg trotz bestehendem
Ersatzwasserkonzept von grossen Teilen der
Bevölkerung nicht gutgeheissen würde.
ECO
Einkaufen in unserem Elektrofachgeschäft lohnt sich. Profitieren Sie
im Dezember von 10% Weihnachtsrabatt auf alle Artikel (ausgenommen davon sind Installationsmaterial, Grossgeräte und Reparaturen).
Wir freuen uns auch auf Ihren Besuch am Erstfelder Weihnachtsmarkt
am Mittwoch, 10. Dezember 2014.
Seite 5
Die nationalen Abgaben steigen um 0,4 Rp. pro
kWh. Der Reduktion der Systemdienstleistungen
(SDL) von 0,64 auf 0,54 Rp./kWh steht die Erhöhung der kostendeckenden Einspeisevergütung
(KEV) von 0,5 auf 1,1 Rp. pro kWh gegenüber.
Der Energiepreis hingegen steigt nur moderat
um 0,2 Rp. auf 5,9 Rp./kWh. Aufgrund des Preiszerfalls an den Strommärkten ist kurz- und mittelfristig mit erheblich kleineren Erträgen aus dem
Stromhandel mit Dritten zu rechnen. Die Gemeindewerke müssen deshalb den Erstfelder
Energiepreis moderat anpassen.
Rund 80 Franken Mehrkosten pro Jahr resultieren für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von etwa 4500 kWh. Im nationalen Vergleich profitieren die Erstfelder Haushalte und
Firmenkunden aber weiterhin von günstigen
Preisen und einem Strommix aus 100% erneuerbaren Energien.
Erstes Erstfelder MINERGIE-A-Haus
Seite 4
Gute Resultate für die Wasserversorgung Erstfeld
Seite 5
Impressum:
Gemeindewerke Erstfeld, Gotthardstrasse 101,
6472 Erstfeld, Tel. 041 882 00 10
www.gemeindewerke-erstfeld.ch
INSIDE – Aktuelle Informationen der Gemeindewerke Erstfeld, Nr. 3 I 2014
Seiten 2–3
Wie weiter am Alpbach?
Seite 6
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
6
Dateigröße
3 603 KB
Tags
1/--Seiten
melden