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Gesundheitsminister will Klinikbetten reduzieren Behandlung von

EinbettenHerunterladen
G 134 57
04. 2014 Z e i t u n g f ü r D i e Ur o lo g i e
www.uro.de
Ärztestatistik
Prostatakarzinom
Bedenken bleiben
Die Bundesärztekammer sieht die
Mediziner in der Generationenfalle:
Zwar gibt es numerisch mehr Ärzte,
doch die wollen weniger arbeiten,
und der Bedarf steigt. ( Seite 4
Von der Diagnostik mithilfe neuer
­Technologie über die operative Therapie
und die optimale Rehabilitation bis zur
Sequenztherapie in der metastasierten
( Seite 11–19
Situation. Der Streit um den Stellenwert der
CESA/VASA-Operation geht weiter:
­Stefan C. Müller antwortet auf die
­Stellungnahme der Kollegen Mallmann
und Jäger zu seiner Kritik. ( Seite 20
Gesundheitsminister will Klinikbetten reduzieren
Gröhe: „Vielleicht ist ein Abbau sinnvoller“ – ÄKWL protestiert gegen „Kürzung per Rasenmäher-Methode“
ÄKWL
dies immer öfter stationär, weil sie
niemand zu Hause versorgen könne,
wie es im Familienverbund möglich
wäre.
„Maßstab für die politischen Entscheidungen darf nicht die Bettenmenge sein“, forderte Windhorst.
„Maßgabe der Politik muss vielmehr
eine Krankenhausplanung sein, der
Bedarfskriterien zugrunde liegen und
keine blinden rasenmäherartigen Kürzungen, die auf nicht aussagefähigen
Statistiken beruhen.“ Der ÄKWL-Präsident knüpfte an die Meldung des
Gröhe-Vorhabens allgemeine, weiter
gehende Forderungen: „Wir brauchen
eine geplante strukturierte Versor-
Windhorst: „Statistik-Hammer
ist der falsche Weg“
In einer sofortigen Reaktion hat
ÄKWL-Präsident Dr. Theodor Windhorst davor gewarnt, dass infolge
einer rein statistisch begründeten Bettenreduzierung notwendige Kapazitäten bei Notfällen wie Grippewellen,
EHEC- oder Norovirus-Epidemien
wegfallen könnten. Statistische
Durchschnittswerte zeigten keine
Höhen und Spitzen, gab er zu bedenken. „Die Krankenhäuser sind bereits
jetzt auf Auslastungsspitzen durch
Notfalleinweisungen nicht ausreichend vorbereitet.“ Zudem stellte der
ÄKWL-Präsident die Datenbasis infra-
EPSTOCK – Fotolia.com
T
rotz steigender Patientenzahlen seien im Jahresdurchschnitt nur 77 Prozent der Klinikkapazitäten ausgelastet, sagte
Gröhe der „Süddeutschen Zeitung“.
Demnach stünden von den rund
501.000 Klinikbetten etwa 113.000
leer – es sei also fraglich, ob diese
hohe Bettenzahl notwendig sei, um
die Versorgung der Patienten sicherzustellen. Gröhe: „Vielleicht ist ein
Abbau oder eine Umwandlung überzähliger Betten sinnvoller.“
Der Minister forderte die Krankenhäuser auf, ihre Patienten künftig in
verständlicher und präziser Form
umfassend über die Qualität ihrer
Leistungen zu informieren. „Die Menschen sollen die Informationen verstehen, ohne vorher ein Medizin- und
Jurastudium absolvieren zu müssen.“
Kliniken, die durch zusätzliche
Anstrengungen ihre Qualität verbessern wollen, sollten mehr Geld erhalten. Die große Koalition hat sich auf
eine umfassende Reform des Kranken-
ge. Diese würde nämlich die
Wochenenden mit einbeziehen. Ohne die Einbeziehung
der Samstage und Sonntage
seien die Krankenhäuser zu 85
Prozent belegt, weil viele Patienten möglichst schon zum
Wochenende nach Hause wollten, so Windhorst.
Darüber hinaus werde die
demografische Entwicklung in
der Bettendiskussion nicht
Hermann Gröhe
Theodor Windhorst
berücksichtigt. Nach Zahlen
haussektors verständigt. Dies wird des Statistischen Bundesamts steige
Aufgabe einer Kommission aus Ver- die Zahl der Single-Haushalte stetig.
tretern von Bund und Ländern, die Wenn die allein lebenden Menschen
behandelt werden müssten, geschehe
künftig regelmäßig tagen soll.
CDU/Laurence Chaperon
berlin/münster [dpa/ms] Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe
(CDU) will die Zahl der Krankenhausbetten in Deutschland reduzieren. Scharfe
Kritik kam prompt vom Präsidenten der
Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL),
der die Diskussion für „komplett fehl­
geleitet“ hält.
Wie hoch sind die Überkapazitäten in den Kliniken wirklich?
gungsdiskussion, die ambulante und
stationäre Versorgung zusammenfügt.“ Die Betten-Diskussion sei
innerhalb der regionalen Versor­
gungsverantwortung Aufgabe des
Krankenhausmanagements.
Überkapazitäten im Krankenhaussektor sind allerdings schon seit Langem in der Diskussion. Prof. Michael
Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg, bezeichnete während seiner
Präsidentschaft für die Deutsche
Gesellschaft für Urologie (DGU) den
verschärften Wett­
bewerbsdruck vor
allem aufgrund einer zu großen Krankenhausdichte in Deutschland als eine
der größten Herausforderungen überhaupt für die Urologie (wir berichteten). Im Gespräch mit den Urologischen Nachrichten warf er der Politik
vor, die finanziellen Rahmenbedingungen für die Krankenhäuser immer
strammer zu ziehen, „und anstatt das
eine oder andere zu schließen, gibt sie
den von außen lastenden ökonomischen Druck nach innen weiter“ (Ausgabe 9/2013). Nun scheint es, als
würde die Politik doch auch versuchen, Überkapazitäten abzubauen. Die
Art und Weise, wie sie dies zu tun
beabsichtigt, wird aber wohl – wie die
Reaktion aus Münster Zeit – noch zu
heftigen Diskussionen führen. W
Bei einer Tagung in Saarbrücken diskutierten Experten über neue Therapien und die Suche nach Biomarkern
P
ro Jahr erkranken in Deutschland nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) rund 16.500 Menschen an
einem Nierenzellkarzinom. Immer
häufiger entdecken Ärzte auch kleine
Tumoren, die bei einigen Patienten
bösartig sind, bei anderen jedoch gut-
eine Operation entfernt
artig. „Hier müssen wir in
und der Patient in der
Zukunft zunehmend kritiRegel geheilt werden. „In
scher entscheiden, ob
Homburg können wir mitwirklich bei allen Betroffehilfe eines Operationsronen die sofortige operative
boters die Tumore miniEntfernung des Tumors
malinvasiv, häufig bei
notwendig ist“, so Prof.
Erhalt der Niere, entferMichael Stöckle, Direktor
nen“, sagt Prof. Stefan
der Klinik für Urologie und
Siemer, Stellvertretender
Kinderurologie in HomKlinikdirektor.
burg. „Allerdings brauchen
„Werden Metastasen in
wir dazu neue Biomarker, Kerstin Junker
Lunge oder Leber, in den
die zwischen aggressiven
Knochen oder im Gehirn festgestellt,
und harmlosen Tumoren unterscheiverschlechtern sich die Heilungschanden können.“ Wenn der Tumor nur auf
die Niere beschränkt ist, kann er durch cen jedoch drastisch“, erklärt Prof.
Junker
saarbrücken [ms] Am 28. und 29.
März kamen Mediziner und Wissenschaftler am Saarbrücker Schloss
zusammen, um sich beim „4. Symposium
Nierenzelltumoren“ über aktuelle Therapieansätze und Forschungsergebnisse
auszutauschen.
Kerstin Junker, Leiterin der Abteilung
für klinisch-experimentelle Forschung
an der Klinik für Urologie und Kinderurologie und Organisatorin der
Tagung. „In den vergangenen Jahren
wurden neue vielversprechende Therapien entwickelt. Allerdings sprechen
die Patienten sehr unterschiedlich darauf an.“ An diesem Punkt setzt die
Forschung von Junker und ihren Kollegen am Homburger Uniklinikum an:
Sie arbeiten unter anderem an effi­
zienteren Therapiemöglichkeiten, die
auf den einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Die Wissenschaftler
und Ärzte suchen nach Biomarkern,
die Aufschluss über die Ursachen der
Meta­stasierung oder den Verlauf der
Krankheit geben. Mit bestimmten
Molekülen, zum Beispiel den micro­
RNAs, könnte man künftig schnell
feststellen, wie hoch das Risiko für
einen Patienten ist, dass ein Tumor
Metastasen bildet oder ob er resistent
gegen bestimmte Arzneimittel ist. W
( Quelle: Universitätsklinikum des Saar­
landes
Lesen Sie Fachbeiträge aus dieser Tagung
in der Juni- und Juli/August-Ausgabe der
Urologischen Nachrichten mit den Schwerpunkten Niere und Uro-Onkologie.
Biermann Verlag GmbH, Otto-Hahn-Str. 7, 50997 Köln, G 420 41 PVST, DP AG, Entgelt bezahlt
Behandlung von Nierentumoren – Wann und wie?
2
| forum
urologische Nachrichten
Kommentar
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat im Gesundheitsressort für einen neuen Stil gesorgt. Bisher war die Gesundheitspolitik immer ein Garant für Koalitionskrach, doch Teilnehmern zufolge sollen interne Runden der Fachpolitiker von Union und
SPD jetzt freundlich und zielgerichtet ablaufen. In dem ideologisch
aufgeladenen Bereich steht der ehemalige CDU-Generalsekretär für
Kompromissfähigkeit statt für Konfrontation. Das kann in gewisser
Weise verwundern, denn Generalsekretäre stehen in der Regel dafür,
dass sie die Interessen ihrer Organisation mit Verve durchzusetzen
versuchen. Ob Gröhe vielleicht gerade deshalb zum ÜberraschungsGesundheitsminister wurde, gehört ins Reich der Spekulation.
Jedenfalls hat er sich jetzt durch die Ankündigung, die Zahl der
Krankenhausbetten zu reduzieren, mit der mächtigen Krankenhauslobby und mit den Ärzten angelegt, wie die scharfe Kritik aus Westfalen-Lippe zeigt. Es fragt sich, wie lange der Friede da noch hält. W
( Das Urologische Zentrum Lübeck ist beim „Jahreskon-
gress Männergesundheit 2014“ von der Deutschen
Gesellschaft für Mann und Gesundheit (DGMG) zum
Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Aktive Männergesundheitspraxis 2014“ gewählt worden. Mit der
jährlich vergebenen Auszeichnung prämiert die DGMG
das aus ihrer Sicht vorbildliche Engagement von Arztpraxen rund um das Thema Männergesundheit. Den
Preis überreichte DGMG-Präsident Prof. Frank Sommer.
Die Jury, bestehend aus DGMG-Vorstand und DGMGGeschäftsstelle sowie dem Dresdener Unternehmen Apogepha Arzneimittel GmbH, würdigt damit den umfassenden Leistungskatalog, den das UZL für seine männlichen
Preisverleihung mit (v. l.) Frank Sommer (DGMG), Peter Renner
(UZL), Thomas Dann (UZL) und Susanne Beutlich (Apogepha).
DGFIT lobt Preis aus
direkt mit der klinischen Immun- und
Targeted-Therapie befassen, wobei
insbesondere onkologische Schwerpunkte berücksichtigt sein sollen. Die
Verleihung des Preises findet anlässlich der nächsten Jahrestagung der
DGFIT auf dem 66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU)
Anfang Oktober in Düsseldorf statt,
wobei die Arbeit als Vortrag persönlich durch den/die Preisträger vorgestellt werden soll.
Mit Einreichung der jeweiligen
Arbeit wird das Copyright an die DGFIT
übertragen und gleichzeitig bestätigt,
dass alle genannten Autoren den Inhalt
kennen und verantworten.
W
( Die Arbeit ist per Post zu senden an:
Deutsche Gesellschaft für Immun- und
­Targeted-Therapie e.V.
Geschäftsstelle, Dr. Andrea Hübner
Hoheneckstr. 21, 81243 München
Personen- und Firmenindex
person
Altpeter, Katrin
Berges, Dr. Richard
Bublitz, Alexis
Burkhart, Michael
Busch, Günter
Buvat, Prof. Jacques
Cicha, Dr. Axel
Dann, Dr. Thomas
Dryden, Dr. Wolfgang-Axel
Durek, Dr. Christoph
Enger, Dr. Ilka
Fahlenkamp, Prof. Dirk
Feldmann, Dipl.-Med. Regina
Feyer, Prof. Petra
Fölsch, Prof. Ulrich R.
Frambach, Dr. Martin
Gaerte, Dirk
Gassen, Dr. Andreas
Gröhe, Hermann
Hübner, Dr. Jutta
Huml, Melanie
Jäger, Prof. Wolfgang
Junker, Prof. Kerstin
Kapitza, Thomas
Knispel, Prof. Helmut
Krombholz, Dr. Wolfgang
Kürbitz, Dr. Viola
Kurth, Prof. Andreas
Liese, Dr. Peter
Lüftner, Dr. Diana
Mallmann, Prof. Peter
Miller, Prof. Kurt
Moncada, Prof. Ignacio
Montgomery, Prof. Frank Ulrich
Nettekoven, Gerd
Otremba, Dr. Burkhard
Overkamp, Dr. Friedrich
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Patel, Prof. Hitrenda R.
Pfeiffer, Dr. Doris
Porst, Prof. Hartmut
Ram-Liebig, Dr. Gouya
Reis-Berkowicz, Dr. Petra
Renner, Dr. Peter
Reumann, Thomas
Schmelz, Dr. Pedro
Schmiegel, Prof. Wolff
Siemer, Prof. Stefan
Sommer, Prof. Frank
Stephan-Odenthal, Dr. Michael
Stöckle, Prof. Michael
Tarapore, Pheruza
Thomas, Dr. Stephan
Todenhöfer, Dr. Tilman
von Komorowski, Alexis
Wille, Prof. Eberhard
Windhorst, Dr. Theodor
Wulfmeier-von der Lühe, Dorothea
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firma
Alexianer
Amgen
Apogepha
Bayer HealthCare
Berlin-Chemie
concile
Ecovis
Helios
Lilly
MedCom
PwC
Sana Kliniken
Sanofi-Aventis
SRH
UroTiss
Patienten entwickelt hat. Genannt wurden hier vor allem
spezielle Männerangebote zu den Themen Wechseljahre
des Mannes, Beratung zur Erektilen Dysfunktion, allgemeine Prävention, Sexualmedizin sowie Sport- und
Ernährungsberatung. Hervorgehoben wurden zudem die
enge Verzahnung von Ambulanz und stationärer
Behandlung sowie die Teilnahme am urologischen Forschungsprojekt PREFERE zur Behandlung des Niedrig­
risiko-Prostatakarzinoms. Gelobt wurden außerdem die
Gründung einer Fortbildungsinitiative mit Veranstaltungen und Vorträgen für Patienten, Angehörige, medizinisches Fachpersonal und Fachärzte, die Einrichtung einer
Abendsprechstunde, aber auch die Einrichtung eines
Leseraums anstelle eines Wartezimmers. „Die Auszeichnung zeigt uns, dass unser Vorsorge-Engagement und
unsere Beteiligung an Studien gewürdigt werden“, sagte
Praxismitbegründer Dr. Peter Renner erfreut.
Das Urologische Zentrum Lübeck wurde 2011 als örtliche
Gemeinschaftspraxis von sechs Urologen gegründet und
deckt im ambulanten Bereich das gesamte urologische
Spektrum ab. Die Praxisgründer Dr. Thomas Dann, Dr.
Christoph Durek, Dr. Martin Frambach, Dr. Stephan Thomas, Dr. Peter Renner und Dorothea Wulfmeier-von der
Lühe leiten gleichzeitig die von ihnen gegründete urologische Abteilung an den SANA-Kliniken Lübeck.
(DGMG/ms) W
Buchtipps
Clinical Science Award 2014
D
DGMG
Den Autor erreichen Sie unter: ms@biermann.net
er Wissenschaftspreis zur Förderung klinischer Immun- und
Targeted-Therapie ist mit 1000
Euro dotiert. Eingereicht werden können wissenschaftliche Arbeiten in englischer Sprache im Umfang von maximal 3000 Wörtern mit der Struktur
Title, Authors, Institutions, Abstract,
Pur­
pose, Methods, Results, Conclu­
sions unter Angabe der kompletten
Adresse des Erstautors und Presenters
(mit E-Mail, Telefon und Fax) in einfacher Ausfertigung in Papierform und
auf PC-Diskette/CD-Rom (Word) bis
zum 1. August 2014 (Eingangsdatum!).
Die Arbeiten werden durch ein
unabhängiges Preiskomitee beurteilt.
Gefördert werden Arbeiten, die sich
04.2014
Namen & Nachrichten
Wie lange hält der Bonus?
münchen [ms] Die Deutsche Gesellschaft für Immun- und Targeted-Therapie
(DGFIT) lobt auch dieses Jahr wieder
ihren „Clinical Science Award“ aus.
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Was integrative Onkologie
wirklich bedeutet
Interdisziplinarität ist ein Schlagwort, das auf onkologischen Kongressen gern und oft im Mund geführt wird. Diesen Anspruch in der täglichen Praxis zu realisieren, ist weit
schwieriger, da hierbei mehrere ärztliche und nicht ärztliche Personen, die in den Behandlungsprozess involviert
sind, über ihren Horizont blicken und dabei gleichzeitig
den Patienten im Auge behalten müssen. Das neue Werk
von Dr. Jutta Hübner, Hämato-Onkologin bei der Deutschen
Krebsgesellschaft (DKG) und Autorin des Standardwerks
„Komplementäre Onkologie“ kann hier eine Richtschnur
geben, wie die verschiedenen Disziplinen optimal ineinandergreifen können.
Die Autorin selbst wie auch DKG-Präsident Prof. Wolff
Schmiegel rücken in einleitenden Worten zunächst einmal
den Begriff „Integrative Medizin/
Onkologie“ ins rechte Licht: Sie
warnen davor, den Patienten mit
einer ganzen Reihe von Zusatztherapien zu überfrachten, aus
denen er gar als „Kunde“ selbst
wählen soll. „Umso mehr ist ein
wirklich integratives Konzept
erforderlich, das statt eines
zusätzlichen Angebots zunächst
eine Bestimmung der individuellen Patientensituation zum Ziel
hat und dann einen Gesamttherapieplan mit dem Patienten gemeinsam erarbeitet“,
beschreibt Schmiegel seine Vorstellung von einer optimalen interdisziplinären Vorgehensweise. Diese soll dem
zunehmend von Patienten eingeforderten „ganzheitlichen“
Ansatz gerecht werden: als Mensch mit Geist und Körper in
der Gesamtsituation betrachtet und nicht nur von Spezialist zu Spezialist durch das Medizinsystem geschleust zu
werden.
Ärzten, die dem gerecht werden wollen, wird einiges
abverlangt. Um hier den Überblick zu behalten, können
etwa Urologen in Hübners Werk zahlreiche Anhaltspunkte
finden. Im ersten Teil werden die Grundlagen der konventionellen medizinischen Krebsdiagnostik und -therapie
erläutert, sodann alle Formen von begleitender und unterstützender Therapie wie etwa die Behandlung von Blutbildveränderungen, Übelkeit oder Fatigue, Ernährungstherapie, Physiotherapie und – immer mehr im Kommen – Sport.
Auch Alternativverfahren werden aufgeführt, wobei auch
die immer wieder angebotenen Quacksalbereien nicht ausgespart und entsprechend beurteilt werden. Ein Kapitel zur
Psychoonkologie fehlt ebensowenig wie zu sozialen Hilfen. Im zweiten, etwas umfangreicheren Teil werden die
einzelnen Tumorentitäten aufgeführt. Das Kapitel über
urologische Tumoren wird einem praktizierenden Urologen wohl nicht viel Neues bieten, jedoch erhält man in der
zweiten Buchhälfte den zunehmend nötigen Überblick
über andere Tumorentitäten. Auch Studenten und junge
Ärzte finden hier sicherlich eine geeignete Zusammenfassung des für die interdisziplinäre Onkologie nötigen Wissens. (ms) W
Jutta Hübner: „Onkologie interdisziplinär: evidenzbasiert – integrativ – patientenzentriert“; 69,99 Euro; Schattauer, Stuttgart 2014;
ISBN-13: 978-3-7945-2668-0.
Ein Urologe, seine ­Briefmarkensammlung
und der Alte Fritz
Dirk Fahlenkamp, Urologieprofessor in Chemnitz, hat außer
der Medizin noch eine weitere Leidenschaft: das Zeitalter
Friedrichs des Großen, seine Person und die Entwicklung
von Wissenschaft und Medizin in der Aufklärung. Alles
dies hat der Chefarzt an den Zeisigwaldklinien Bethanien
nun in einem opulenten, hervorragend gedruckten Bildband zusammengetragen – in Form von Briefmarken. Diese
„kleinen Wertpapiere“, wie der Autor sie im Vorwort nennt,
erzählen die Geschichten von
Friedrichs Vorfahren, seinen
Vorbildern und Konkurrenten,
seinen geistigen Leitbildern, seinem Privatleben, seiner Selbstverwirklichung und seinen
Krankheiten wie auch von der
Aufklärung in Preußen und der
Entwicklung von Postwesen und
Wissenschaft. Der Bildband
könnte eine komplette Ausstellung ersetzen: Jede einzelne der
321 Briefmarken ist hervorragend wiedergegeben und minutiös benannt, Gemälde und
Zeichnungen aus Friedrichs Zeit ergänzen das Konvolut,
und der flüssig zu lesende Text klärt über die Hintergründe
auf – von zeitgeschichtlich spannenden Kapiteln wie „
Maria Theresia – die unterschätzte Gegnerin“ bis hin zu
Kuriositäten wie „Friedrich und die Kartoffeln“. Umso
erstaunlicher ist das alles insofern, als Friedrich II. schon
mehr als 50 Jahre tot war, als in England die erste Briefmarke gedruckt wurde. Kurzum: ein Werk, das Philatelisten, geschichtlich Interessierte und Freunde gut gemachter
Kunstbücher gleichermaßen erfreuen dürfte. (ms) W
Dirk Fahlenkamp: „Friedrich der Große. Sein Zeitalter in Briefmarken“; 29,90 Euro; Edition Rieger, Karwe 2014. ISBN-13: 978-3-94118748-1
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steht ihm gut.
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50 mmHg) od. Hypertonie (> 170/100 mmHg); instabile Angina, Angina während des Geschlechtsverkehrs, kongestives Herzversagen (Stauungsinsuffizienz) im NYHA-Stadium ≥ 2; schw. Leberfunktionsstör. (Child-Pugh-Stadium C); schw.
Nierenfunktionsstör. (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min); Verlust des Sehvermögens wg. nicht arteriitischer anteriorer ischämischer Optikusneuropathie (NAION); bekannte erbliche degenerative Netzhauterkrankungen; gleichz. Anwendung
mit starken CYP3A4-Inhibitoren. Nebenwirkungen: Häufig: Kopfschmerzen, Hitzegefühl, Nasenverstopfung. Gelegentlich: Schwindel, Somnolenz, Nebenhöhlenschmerzen, verschwommenes Sehen, Palpitationen, Hitzewallungen, Sinussekretstauung, Belastungsdyspnö, Dyspepsie, Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Rückenschmerzen, Muskelverspannungen, Müdigkeit, erhöhte Leberenzyme, abnormes EKG, erhöhte Herzfrequenz. Selten: Influenza, Nasopharyngitis, saisonale
Allergie, Gicht, Schlaflosigkeit, vorzeitiger Samenerguss, Affektstör., psychomotor. Hyperaktivität, Angina pectoris, Tachykardie, Hypertonie, Rhinorrhö, Verstopfung d. oberen Atemwege, Mundtrockenheit, Gastritis, Bauchschmerzen, Diarrhö, Ausschlag, Flankenschmerz, Myalgie, Muskelspasmen, Pollakisurie, Penisstörungen, spontane Erektion, Juckreiz i. Genitalbereich, Asthenie, Brustschmerzen, grippeähnl. Symptome, peripheres Ödem,
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