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Aktivcenter: Wie Stefan Schulz doch den Weg in eine

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E I N E P U B L I K AT I O N D E R S T I F T U N G G RO N E-S C H U L E
AUSGABE August 2012
Im Gespräch
Im Fokus
Im Porträt
IAB-Direktor Prof. Möller zu
Fortschritten beim Abbau der
Sockelarbeitslosigkeit und passgenauen Instrumenten. Seite 3
Nach der Reha-Anerkennung baut
das Bildungszentrum Schwerin die
Kompetenzen aus – und setzt dabei auch Pferde ein. Seite 4
Petra Schweckendieck, Schul­
leiterin im Bildungszentrum
Lüchow, mag den kreativen
Freiraum bei der Arbeit. Seite 7
Aktivcenter: Wie Stefan Schulz doch
den Weg in eine Berufsausbildung fand
Innovative Ansätze sorgen für konkurrenzlose Integrationsquoten von über 50 Prozent
Sieben Aktivcenter für junge Erwachsene unter 25 Jahren gibt es über das
gesamte Stadtgebiet verteilt in Hamburg. Und für alle zeichnet das „GroneBildungszentrum für Qualifizierung und
Integration Hamburg“ verantwortlich,
das sich mit seinem Konzept und den
Erfolgen der vergangenen zwei Jahre im
Vergabeverfahren durchsetzen konnte.
Geschäftsführer Oliver Kohrs: „Bestandteil der Ausschreibungen sind u.a.
Integrationsquoten
vergleichbarer
Maß­­nahmen und innovative pädagogische Ansätze, die die Erreichbarkeit
der Zielgruppe überhaupt erst möglich
machen. Die Integrationsquoten in ungeförderte Beschäftigung und Ausbildung lagen bei unseren vier Centern für
junge Erwachsene in den vergangenen
zwei Jahren bei mehr als 50 Prozent –
das ist, wie uns vom Jobcenter team.
arbeit.hamburg berichtet wurde, ein
konkurrenzloser Wert.“
Stefan Schulz ist Teil dieser Erfolgszahl. Vor zwei Jahren kam der damals
20-Jährige zum ersten Mal ins Center. Er erinnert sich: „Ich hatte etwas
zu tun, auch wenn die mich manchmal treten mussten. Nach kurzer Zeit
fing die Sache an, mir massiv Spaß zu
machen und ich hatte wieder Lust am
Leben.“ Dann nahm sich eine der Sozialpädagoginnen einen ganzen Tag nur
für ihn Zeit. Gemeinsam verfassten sie
seinen Lebenslauf und setzten ein Bewerbungsschreiben auf, das Stefan an
einen privaten Wach- und Sicherheitsdienst schickte. „Eine Woche später
erhielt ich die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Und daraus wurde
1
Irgendwann hatte ich mal 200 Absagen in einem Monat. Da habe ich total die
Lust verloren. Ich saß zwei Monate lang zu Hause, habe nichts gemacht und
getrunken.“ Arbeitslosigkeit, bevor es für Stefan Schulz überhaupt Arbeit gab.
Bis seine Mutter ihn eines Tages aus der Wohnung warf und bis team.arbeit.
hamburg ihn zum Grone-Aktivcenter in Bergedorf schickte.
FOTO: Martin Brinckmann
Hamburg – Der Weg für Stefan Schulz schien vorgezeichnet. Mit dem Hauptschulabschluss beendete der junge Mann aus Hamburg-Bergedorf die Schulzeit. Dann kamen die Bundeswehr und danach die bittere Erfahrung, dass
er mit seinen Bewerbungen keine Chance hatte, mit einer Ausbildung in das
Berufsleben zu starten. Stefan: „Die wollten keinen mit Hauptschulabschluss.
Erfolgsbeispiel: Die „Stellenbörse“ am Schwarzen Brett des Aktivcenters in Bergedorf braucht
Stefan Schulz nicht mehr: Er wird „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“
dann gleich ein Einstellungsgespräch“,
berichtet er stolz. Seit dem 1. August
2011 ist Stefan Schulz in der dreijährigen dualen Ausbildung zur „Fachkraft
für Schutz und Sicherheit“.
Boris Dudziak ist als Projektleiter bei
Grone für einen Teil der Aktiv-Center
verantwortlich. Und damit für einen
Teil der 588 Plätze und über 100 Sozialpädagogen und Ausbilder, die hier
mit den Teilnehmern arbeiten. Dudziak:
„Die Teilnehmer, die uns von team.arbeit.hamburg geschickt werden, sind
G RO N E W I SS E N , DAS S I E W E I T E R B R I N GT
junge Erwachsene unter 25 Jahren, die
schwer erreichbar sind, keinen Kontakt
zum Jobcenter haben, keine Erstausbildung besitzen und daher einen ausgeprägten Unterstützungsbedarf haben.
Schwerpunkt unseres Konzeptes der
‘aufsuchenden Sozialarbeit’ ist die Integration der Teilnehmer in Arbeit und
Ausbildung durch eine teilnehmerorientierte, sehr individuelle Förderung.“
Wenn sich der Teilnehmer nicht von
sich aus meldet, rufen die Sozialpädagogen vom Center zu verschiedenen
Uhrzeiten an und probieren es auch mit
Hausbesuchen. Vier Wochen lang unternehmen sie diese Kontaktversuche.
Dudziak: „Wir lassen nicht locker, bis
sie zu uns kommen.“
Im Center selbst wird dann in vielen
Gesprächen über die Interessen und
Kompetenzen für jeden Teilnehmer das
passende Programm aufgebaut. Dabei bietet der praktische Bereich, der
der „niederschwelligen Vorbereitung“
auf den Arbeitsmarkt dienen soll, die
Felder Lager/Handel, EDV/Medien und
Gastronomie. Die Betreuung soll den
Teilnehmern auch die Grundlagen des
Arbeitens vermitteln. Dudziak: „Dazu
gehören vor allem auch Zuverlässigkeit
und Pünktlichkeit – Tugenden, die man
lernen kann.“
Zur Berufsorientierung gehören Betriebsbesuche unf die Einbindung von
Dozenten aus der Praxis. Auch unterhält jedes Center einen Kooperationsvertrag mit einem ortsnahen Baumarkt,
in dem die Teilnehmer Arbeitsluft
schnuppern können. Anschließend wird
ihnen geholfen, ein Betriebspraktikum
zu erhalten.
Auch nach einer erfolgreichen Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung reißen
die Kontakte meist nicht ab. Boris
Dudziak: „Die Teilnehmer kommen
später in allen Problemlagen zu uns.
Das sind familiäre Probleme, Probleme im Job und sehr häufig Probleme
im Kontakt mit Ämtern und Behörden.
Sie kommen zu uns, weil sie häufig
bei uns zum ersten Mal Zuwendung
und praktische Hilfe erfahren haben.“
Weiter Seite 2
Berlin – Unter dem Motto „Weiterbildung ist mehrWert“ findet am
Freitag, den 21. September 2012,
der 4. Deutsche Weiterbildungstag
statt. Mit einer Fülle von Veranstaltungen und Aktionen soll der Weiterbildungstag nach dem Willen
der Veranstalter „die öffentliche
Wahrnehmung davon schärfen,
was Weiterbildung gesellschaftlich leistet“. Zum Auftakt werden
am 20. September vier „Vorbilder
der Weiterbildung“ öffentlich im
Deutschen Bundestag geehrt. Dazu
gehört auch die von Grone vorgeschlagene Service Plus Lüneburg
GmbH. Weiter Seite 6
Freiwillige
Osnabrück – Seit Ende Juni ist
Grone in Osnabrück offizielle Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst. Zurzeit sind zwei Freiwillige im Fahrdienst eingesetzt,
um Menschen mit Behinderung im
Rahmen der Arbeitsassistenz zu
transportieren.
Umbenennung
Hamburg – „Gastronomie ist das,
was draufsteht“, so Geschäftsführer Oliver Kohrs, „drinnen ist schon
seit Langem viel mehr.“ Folgerichtig
firmiert das „Grone-Bildungszentrum für Gastronomie und Ernährung GmbH – gemeinnützig“ jetzt
unter dem neuen Namen „Grone
Bildungszentrum für Qualifizierung
und Integration Hamburg GmbH
– gemeinnützig“. Die starken Veränderungen am Bildungsmarkt und
die Veränderungen der Geschäftsfelder in den vergangenen Jahren
haben Grone zu diesem Schritt
bewogen. Kohrs: „Wir sind in den
vergangenen Jahren ein multifunktionaler Dienstleister geworden.“
im gespräch
seite 2
Friedhelm Siepe, Geschäftsführer team.arbeit.hamburg mit Teilnehmer im Center
Die meisten Männer und Frauen haben
in ihrem bisherigen Leben noch keine
Maßnahme bis zum Schluss durchgehalten. Doch hier hämmern und sägen,
fräsen und schrauben sie mit spürbarer
Zehn Jahre
Freude an der Arbeit.
„Ohne das Aktivcenter hätte ich nie den
Mut gehabt, noch einmal alles auf eine
Karte zu setzen“, sagt einer der Teilnehmer, als Friedhelm Siepe, Geschäftsfüh-
: Stimme der Branche
Berlin – Der „Bundesverband der Träger beruflicher Bildung“
(BBB) hat im Frühjahr sein 10-jähriges Jubiläum gefeiert. In
diesen Jahren ist es dem BBB, der bis heute die treibende
Kraft hinter den Kulissen des Deutschen Weiterbildungstages
ist, gelungen, die Kräfte der Branche zu bündeln und ihr eine
starke Stimme zu verleihen.
„Damit ist der Bundesverband für die Politik, die Administration und für die Fachwelt zu einem wichtigen Gesprächspartner geworden“, sagt Grone-Vorstand Achim Albrecht, der im
Mai zum stellvertretenden BBB-Bundesvorsitzenden gewählt
wurde.
Erst im Juni hat Albrecht zusammen mit dem Vorsitzenden
Thiemo Fojkar und Geschäftsführer Horst Palik mit den arbeitsmarktpolitischen Sprechern aller Bundestagsfraktionen
gesprochen. Dabei ging es u.a. um die Bereitstellung der
Mittel für die aktive Arbeitsmarktpolitik der Agenturen für
Arbeit und Jobcenter sowie um den Fluss der zur Verfügung
stehenden Mittel im Rahmen der Instrumentenreform.
Ist Sockelarbeitslosigkeit
ein Phänomen, mit dem
wir einfach leben müssen?
Nein, es gibt ja in den letzten Jahren
bereits deutliche Erfolge. Der harte
Kern der Arbeitslosigkeit beginnt zu
schmelzen und da ist noch einiges mehr
drin, weil der Arbeitsmarkt aufnahmefähiger geworden ist. Ein gewisses
Ausmaß an Arbeitslosigkeit wird aber
immer vorhanden sein. Selbst bei Vollbeschäftigung nimmt die Suche nach
einem neuen Job einfach eine gewisse
Zeit in Anspruch, und manche ausgeschriebene Stelle ist auch nicht sofort
zu besetzen.
2
Was wird zum Abbau
von Sockelarbeitslosigkeit
heute getan?
Nicht zuletzt durch die Hartz-Reformen
ist die Arbeitslosigkeit spürbar zurückgegangen. Jetzt kommt es vor allem
darauf an, dass die Arbeitsvermittler
noch stärker auf den Einzelfall eingehen. Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente wie Trainingsmaßnahmen und
Ein-Euro-Jobs müssen noch passgenauer eingesetzt werden. Zudem brauchen
Alleinerziehende mehr Unterstützung
als bisher bei der Suche nach einer Kinderbetreuung, um überhaupt einen Job
antreten zu können. Hier kann noch einiges verbessert werden.
3
Ist das genug? Was müsste darüber hinaus getan
werden?
Es müsste deutlich mehr in Bildung investiert werden. Der Bedarf an Hochschulabsolventen und anderen gut
qualifizierten Fachkräften wird weiter
steigen, der Bedarf an Geringqualifizierten weiter sinken. Wir sollten nicht
länger zulassen, dass nicht wenige
Schulabgänger nur Lese- und Mathematik-Kompetenzen auf Grundschulniveau erreichen. Viele von ihnen werden
die Langzeitarbeitslosen von morgen
sein.
FOTO: Martin Brinckmann
Eilbek-Chefarzt Prof. Dr. Bernd Löwe
verschiedenen Interventionen vor, doch
aus seiner Praxis heraus nannte Löwe
folgende Erkenntnisse: Interventionen
auf individueller Ebene seien nicht
ausreichend, vielmehr brauchten die
Betroffenen zusätzliche organisationsbezogene Maßnahmen sowohl im Privatleben als auch im beruflichen Alltag.
Dazu gehören nach den Worten des
erfahrenen Mediziners: sich erreichbare
Ziele zu setzen, eigene Stressquellen
aufzudecken, Prioritäten zu setzen und
für einen Ausgleich zur Arbeit zu sorgen.
Arbeitgebern empfahl er, ihren Mitarbeitern in angemessenem Maß Verantwortung und Freiheit, Fairness und
Wertschätzung zu bieten, für Anerkennung und Feedback zu sorgen und sich
zum Beispiel mit Kursen für Rückenschulung und Entspannung um die körperliche und seelische Gesundheit der
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu
kümmern.
Arbeitsmarktes. Bei den Forschungen des IAB geht es um die Wirkungen der
Instrumente der Arbeitsförderungen und um die Leistungen zur Grundsicherung
für Arbeitsuchende. Im Interview mit dem Grone Magazin verweist der Forscher
auf spürbare Erfolge beim Abbau der Langzeit- und Sockelarbeitslosigkeit.
4
Wie stehen Sie zu der
Kritik, es werde zu wenig
zum Abbau der Sockelarbeitslosigkeit getan?
„Die Erfahrung zeigt, dass Frauen
nach einer längeren familienbedingten Erwerbsunterbrechung vor
allem in Westdeutschland noch
zu selten ein substanzieller Wiedereinstieg in den Beruf gelingt“,
erklärte die Ministerin dem Grone
Magazin. Erst müsse man betteln,
um auf Teilzeit reduzieren zu dürfen, dann müsse man betteln, um
wieder Vollzeit arbeiten zu dürfen.
Schröder: „Wir brauchen deshalb
mehr vollzeitnahe Tätigkeiten und
einen Anspruch auf Wiederaufstockung in Vollzeit. Beides dient der
eigenständigen Existenzsicherung
und der Absicherung im Alter.“ Die
Ministerin kündigte an, Frauen weiter und noch stärker dabei zu unterstützen, nach einer familiären Auszeit in den Beruf zurückzukehren.
In den letzten Jahren ist schon viel
getan und manches erreicht worden.
Wir dürfen jetzt aber keinesfalls in unseren Anstrengungen nachlassen. Vor
allem bei den Kinderbetreuungsangeboten und im Bildungsbereich müssen
wir noch erheblich zulegen. Wenn uns
das gelingt und uns die europäische
Schuldenkrise keinen Strich durch
die Rechnung macht,
dann haben wir gute
Chancen, dass wir
uns in den nächsten
zehn Jahren noch
weiter in Richtung
Vollbeschäftigung
bewegen.
Staatssekretär
Gerd Hoofe
Prof. Dr. rer. soc.
Joachim Möller
FOTO: IAB
„Neue Wege“ zur Integration Alleinerziehender
Ihr Achim Albrecht
Seit mehreren Jahren gehört es zur guten Tradition, dass Grone beim Parlamentarischen
Sommerfest vertreten ist, zu dem sich auch in diesem Juni wieder rund 1.500 Gäste aus der
Hamburger Politik und Wirtschaft im Rathaus versammelten. Für einen kleinen Kreis von
Ehrengästen und Unterstützern gab Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit im repräsentativen
Bürgermeistersaal vorab einen Empfang – und Grone war mit dabei. Vorstand Achim Albrecht
(r.) und Justitiar Heinz-Wilhelm Andresen waren geladen und die jungen Servicekräfte vom
„Grone Bildungszentrum für Qualifizierung und Integration Hamburg GmbH – gemeinnützig“, das zu diesem Zeitpunkt noch Bildungszentrum für Gastronomie und Ernährung hieß,
erfreuten die Gäste mit Getränken und den selbst zubereiteten Canapés.
FOTO: Martin Brinckmann
1
Die gesellschaftspolitische Herausforderung lautet, diesen harten Kern der
Arbeitslosigkeit so weit wie möglich abzubauen und dafür den Schwung
der Konjunktur und auch den demografischen Wandel zu nutzen, der es
notwendig macht, viele frei werdende Stellen mit gut ausgebildeten Facharbeitern neu zu besetzen. Deswegen ist Heinrich Alt zuzustimmen, wenn
er einen „Maßanzug für Arbeitslose“ fordert. Will sagen: „Von der Stange“
reicht nicht, mehr denn je kommt es darauf an, für jeden Einzelnen die
passende Maßnahme zu entwickeln.
Im Fokus steht sowohl für die BA als auch für uns als Dienstleister die
nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Die Einrichtungen der Stiftung
Grone-Schule setzen ein ganzes Bündel unterschiedlicher und vielfach innovativer Maßnahmen ein, um Langzeitarbeitslose fit für den Einstieg in
die duale Ausbildung oder in den Arbeitsmarkt zu machen und ihnen dabei
auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze zu vermitteln. Viele dieser Maßnahmen sind individuell auf die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
abgestimmt. Gemeinsam ist ihnen, dass die Förderung sich an den Kompetenzen der Menschen und nicht an ihren Defiziten ausrichtet.
Allerdings müssen die politisch Gestaltenden auch wissen: Maßanzüge
kosten mehr als Konfektionsware. Es ist zwar tragisch, dass die Bundesregierung die öffentlich geförderte Beschäftigung – von 2011 bis 2013
gerechnet – um 43 Prozent kürzt. Dies ist sicherlich zu beklagen. Jetzt
müssen aber die Mittel, die für eine aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung stehen, auch zielgerichtet und effizient eingesetzt werden. So haben
wir derzeit neue Angebote entwickelt, die auf die Klientel passen. Beispiele
dafür finden Sie, neben vielem anderen, in diesem Grone Magazin.
Hamburg – Geballte Informationen aus
1. Hand: Prof. Dr. Bernd Löwe, Chefarzt
in der Schön-Klinik Hamburg-Eilbek
und im Universitätsklinikum HamburgEppendorf, zeigte im Heinrich-GroneGespräch, wie es zu Burn-out kommt
und wie es zu vermeiden ist. Das Interesse daran war so groß, dass im Forum
des Bildungszentrum Hammerbrook
weitere Sitzgelegenheiten geschaffen
werden mussten.
Zahlen belegen die Bedeutung des
Themas: 60 Prozent aller Fehlzeiten
europaweit beruhen auf beruflichem
Stress, allein in Deutschland wird der
Schaden auf 20 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Löwe sagte, viele Forscher seien der Auffassung, dass sich
Burn-out erst entwickeln könne, wenn
großes Engagement im Beruf erfolgt sei
und hohe Erwartungen und viel Idealismus eine Rolle gespielt hätten.
Zwar lägen bislang keine aussagekräftigen Studien zu der Wirksamkeit der
G RO N E W I SS E N , DAS S I E W E I T E R B R I N GT
Nürnberg – Prof. Dr. rer. soc. Joachim Möller ist seit Oktober 2007 Direktor des
Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), der Forschungseinrichtung
der Bundesanstalt für Arbeit. Er ist damit auch für die Bundesregierung einer der
wichtigsten Berater zu Fragen der Entwicklung der Beschäftigung und des
Nachhaltige
Integration
steht im Fokus
Burn-out: Entstehung und Vermeidung
2
Arbeitsmarktforscher verweist auf Erfolge beim Abbau der Sockelarbeitslosigkeit
Achim Albrecht:
Sommerfest im Rathaus
Ministerin
Kristina Schröder
FOTO: Ministerium
rer von team.arbeit.hamburg, sich bei
einem Besuch im Center über die Angebote für Langzeitarbeitslose informiert.
Auch hier haben die Sozialarbeiter die
Möglichkeit, sanften Druck auszuüben,
wenn jemand plötzlich nicht mehr zur
Arbeit erscheint. „Dann besuchen wir
die Menschen auch zu Hause“, berichtet Projektleiter Bernhard Schuler.
Dort stelle sich dann häufig heraus,
dass persönliche Lebensumstände den
Menschen eine Rückkehr ins geregelte
Leben erschweren.
„Das können Schulden, Trennungen,
Wohnungssorgen, Krankheiten oder
auch Suchtprobleme sein“, so Schuler.
Die Sozialpädagogen helfen auch in
diesen Fällen.
Ob junge oder ältere Erwachsene: In
den Aktivcentern entwickeln die Teilnehmer Mut und Selbstvertrauen, um
wieder etwas aus ihrem Leben zu machen.
„Bei uns lernen sie, wieder Freude an
regelmäßigen Tätigkeiten zu finden,
sich selbst zu vertrauen und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln“,
erklärt Betriebs- und Personalleiterin
Birgit Starsy.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
aus gutem Grund steht das Problem der sogenannten Sockelarbeitslosigkeit
im Mittelpunkt dieses Grone Magazins: Noch nie waren in der Bundesrepublik
so viele Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, es gibt so viele
offene Stellen wie seit Jahrzehnten nicht mehr – aber immer noch rund zwei
Millionen Langzeitarbeitslose.
FOTO: Markus Mielek
FOTO: Grone
(Fortsetzung von Seite 1) Als Erfolgskonzept gegen die Langzeitarbeitslosigkeit haben sich auch die Aktivcenter für ältere
Erwachsene erwiesen. Zwei davon betreibt Grone in Hamburg. Täglich finden sich hier etwa 250 Menschen ein, die bisher
als kaum mehr integrationsfähig galten. Manche haben Schwierigkeiten, einem geregelten Tagesablauf zu folgen, andere
sind durch problematische Lebensumstände ins Abseits geraten.
IAB-Direktor Prof. Joachim Möller:
„Instrumente passgenauer einsetzen“
Editorial
Natascha Frühauf hat eine Ausbildung zur Köchin begonnen. Die Mutter eines Neunjährigen
hat sich im Projekt zu einer selbstbewussten, verantwortungsvollen jungen Frau entwickelt
Dortmund – „Neue Wege“ und begleitende Umschulungen sind zwei erfolgreiche Konzepte, mit denen Grone
in Dortmund Alleinerziehende – und
das heißt in der Regel Mütter – durch
Stabilisierung, Qualifizierung und durch
Vermittlung aus der Langzeitarbeitslo3
sigkeit in sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung bringt.
„Neue Wege vor Ort für aktive Alleinerziehende“ – ein ESF-gefördertes
Projekt – wurde im Juni als Aktivierungsangebot „Neue Wege II“ vom Job
Center Dortmund in die Regelförderung
aufgenommen. Die Job-Coaches achten besonders auf die Bedingungen,
die gerade für alleinerziehende Mütter
gelten, wie zum Beispiel möglichst kurze Wege zur Kinderbetreuung und zur
Arbeit. Denn es sind besonders Frauen
mit Kind und ohne Partner, deren berufliche Wiedereinstiegsphase problematisch ist.
Die Grone-Kompetenzzentren bieten
den Teilnehmenden persönliche, familiäre und berufsfachliche Hilfsangebote,
immer auf die individuelle Situation
der und des Einzelnen ausgerichtet.
Hinzu kommen berufspraktische Qualifizierungen und die Vorbereitung für
externe Schulabschlüsse. Entsprechend
positiv fallen die Bewertungen der Teilnehmerinnen aus. „Zukunft in Sicht“,
„Alleinerziehend, aber nicht allein“ und
„Hand in Hand in eine neue Zukunft“:
Die Reaktionen der bisher über 100 Teilnehmerinnen bestätigen das Konzept.
Bei der Umschulungsbegleitung für
Menschen mit Betreuungspflichten
geht es zunächst um die persönliche
Stabilisierung der Teilnehmenden. Auch
hier sind es in der Regel alleinerziehende Frauen, von denen viele zum harten
Kern der Sockelarbeitslosigkeit zählen,
die mehr als eine Umschulung benötigen, um sich für den heutigen Arbeitsmarkt zu qualifizieren.
Darum bietet das Projekt ihnen Unterstützung bei der Lösung und Bewältigung von Alltagsproblemen und
individuelle Hilfen zur Bewältigung von
Krisensituationen. Zur Stabilisierung
der sozialen und persönlichen Lebenssituation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiten die Grone-Betreuer in
einem gewachsenen Kooperationsnetz
mit Beratungseinrichtungen, Therapeuten, Ämtern und Behörden.
Doch damit nicht genug. Um die Frauen
und Männer letztlich in eine betriebliche Umschulung und im Anschluss in
ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu bringen, setzen die
Dortmunder ihr tragfähiges Netzwerk
mit rund 800 Betriebskontakten sowie
die Verbindungen zu Wirtschaftsverbänden und Kammern ein.
Gleichzeitig erhöhen die Grone-Berater
die Eingliederungschancen der jungen
Frauen, indem sie Unternehmen für die
Potenziale von Umschülern sensibilisieren. Die stellen besonders vor dem
Hintergrund des wachsenden Fachkräftemangels in der deutschen Wirtschaft
eine äußerst interessante Zielgruppe
für Unternehmen dar, zumal ja bereits
während der Umschulung eine gezielte
Entwicklung auf abzusehende „Versorgungslücken“ im Arbeitsmarkt erfolgen
kann.
FOTO: Ministerium
Auch Ältere profitieren vom Center-Konzept
„Die arbeitsmarktpolitischen Instrumente wurden jüngst noch stärker
am individuellen Unterstützungsbedarf ausgerichtet. Frauen haben
oftmals in einem erheblich größeren
Umfang als Männer familiäre Betreuungsaufgaben. Dieser Umstand
muss bei der Vermittlungsarbeit berücksichtigt werden, beispielsweise
durch Teilzeitmaßnahmen.
In den Jobcentern stehen Beauftragte für Chancengleichheit am
Arbeitsmarkt als Ansprechpartner/
innen in Fragen der Frauenförderung, der Gleichstellung sowie der
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
zur Verfügung.
Auch die Arbeitgeber sind gefordert:
Es gilt Langzeitarbeitslosen eine
Chance zu geben und Arbeitnehmer/
innen mit familiären Betreuungsaufgaben flexible Arbeitsmodelle zur
Verfügung zu stellen.“
Pferdepfleger in unterstützter Beschäftigung: Martin Bock hat es geschafft
TORA: Fähigkeiten und Grundfertigkeiten für den Arbeitsmarkt testen
im fokus
Aktivieren, qualifizieren und
stabilisieren: Reha in Schwerin
„Berufsstart plus“ ebnet Schülerinnen
und Schülern den Weg ins Berufsleben
Nach Anerkennung viele Angebote der beruflichen Rehabilitation
Kompetenzfeststellung und breites Spektrum von Berufsfeldern zur Orientierung
Schwerin – „Wenn es möglich ist, lassen wir sie mit den Pferden arbeiten. So versuchen wir Selbstvertrauen aufzubauen.“
Der Niederländer Paul Goldsteyn leitet in Neustadt-Glewe das Gestüt Lewitz des deutschen Weltklassereiters Paul Schockemöhle. 3.500 Pferde stehen hier auf 2.700 Hektar saftig grüner Wiesen und in großen, luftigen Stallungen.
Weimar – Kompetenzfeststellung und praktische Orientierung: Seit 2007 ist das
Grone-Bildungszentrum in Weimar an dem Projekt „Berufsstart plus“ beteiligt,
das Schülerinnen und Schülern den Weg ins Berufsleben ebnet. Jugendliche aus
Weit über 100 Mitarbeiter beschäftigt
das Gut – darunter auch drei von Grone in Schwerin betreute Teilnehmer des
Programms „Unterstützte Beschäftigung“. Der 21-jährige Martin Bock ist
einer von ihnen, seit Ende Mai arbeitet
er als Pferdepfleger auf dem Gestüt.
„Martin passt sehr gut zu uns, er macht
einen guten Job“, lobt Goldsteyn. Silvia
Rödiger, Anleiterin bei Grone, lobt die
„tolle Zusammenarbeit mit dem Gestüt
Lewitz“.
Die „Unterstützte Beschäftigung“ gehört ebenso wie die „betreute betriebliche Reha-Umschulung“ (bbUReha),
die „Teilnehmerorientierte Reintegration in den Arbeitsmarkt“ (TORA) und
die „Diagnose der Arbeitsfähigkeit“
(DIA-AM) in den Bereich der RehaMaßnahmen, die am Grone-Standort
Schwerin ständig weiter ausgebaut
werden. Schulleiterin Nicole Feldmann,
die den Bereich mit insgesamt 14 fest
angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leitet: „Die Rehabilitation und
die Inklusion sind ja schon lange Thema – und sie sind in den Leitmotiven
unserer Stiftung enthalten.“ Niederlassungsleiter Jürgen Knittel ergänzt: „Der
Bedarf im Reha-Bereich wird immer
größer. Damit sind diese Maßnahmen
auch ein verstärktes Betätigungsfeld
für Grone.“
Um den wachsenden Bedarf nach beruflicher Rehabilitation mit decken zu
können, hat Grone in Schwerin die Anerkennung als „vergleichbare Einrichtung nach § 35 SGB IX“ angestrebt,
die Anfang Februar erteilt wurde. Jetzt
dürfen Leistungen für die berufliche Rehabilitation erbracht werden, „soweit
Art oder Schwere der Behinderung oder
die Sicherung des Erfolges die besonderen Hilfen dieser Einrichtungen er-
Die „Teilnehmerorientierte Reintegration in den Arbeitsmarkt“ (TORA) richtet sich individuell nach dem Vermögen der Teilnehmenden
4
G RO N E W I SS E N , DAS S I E W E I T E R B R I N GT
forderlich machen.“ Nicole Feldmann:
„Wir aktivieren und qualifizieren unsere Teilnehmer nicht nur im beruflichen
Bereich, sondern stabilisieren sie auch
im familiären und sozialen Umfeld, so
dass sie neue berufliche Möglichkeiten
erkennen können.“
drei Regelschulen in und um Weimar können sich in der 7. und 8. Klasse in je einem
Orientierungsbaustein eine Woche lang mit unterschiedlichen Berufsfeldern auseinandersetzen und sich praktisch in berufstypischen Tätigkeiten ausprobieren.
habilitation kommen aus unterschiedlichen Bereichen. Und sie kommen mit
unterschiedlichen Behinderungen in
geistiger, psychischer oder körperlicher
Hinsicht. Häufig fehlen ihnen neben
fachlichen Kompetenzen auch die Lebens- und Sozialkompetenzen und die
Selbstständigkeit
Erfurt – Selbstständigkeit kann ein
Ausweg aus der Arbeitslosigkeit
sein. Ein Selbstgänger ist die Gründung eines eigenen Unternehmens
allerdings meist nicht. Das GroneBildungszentrum in Erfurt hilft
Selbstständigen, die auf finanzielle
Hilfen des Jobcenters angewiesen
sind, dabei, ihre Unternehmen erfolgreich zu leiten und ein Leben
ohne staatliche Unterstützung zu
führen. Zu der auf maximal neun
Monate angelegten modular aufgebauten Maßnahme gehören
Bestandsaufnahme und Analyse,
die Optimierung des jeweiligen
Unternehmens und gegebenenfalls
eine Neuausrichtung der Selbständigkeit.
Übergewicht
FOTOS: Grone (3)
FOTOS: Martin Brinckmann (6)
im fokus
Erfolgreiche Zusammenarbeit: Nicole Feldmann, Cornelia Pollin und Jürgen Knittel
Leben und manchmal auch Hektik bringen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer von „Berufsstart plus“ in die Werkstätten und Unterrichtsräume von Grone in Weimar
Dr. Roswitha Malarski, Schulleiterin
bei Grone in Weimar: „Wir bieten den
Schülerinnen und Schülern ein breites
Spektrum von Berufsfeldern an – Metall, Holz, Bau/Farbe, Ernährung/Hauswirtschaft, Gesundheit und Soziales,
Handel/Verkauf, Wirtschaft und Verwaltung, IT/Medien sowie Garten- und
Landschaftsbau und Floristik.“
Die Teilnehmenden im Projekt werden
von einer externen Bildungsbegleitung
betreut, die zusätzlich Berufsinteressentests und persönliche Gespräche
durchführt und die jungen Menschen
Verantwortlicher Arbeitgeber: Paul Goldsteyn leitet das Schockemöhle-Gestüt Lewitz
Mit der Anerkennung kann Cornelia
Pollin, Reha-Teamleiterin der Agentur
für Arbeit in Schwerin, Maßnahmen
jetzt frei an den Grone-Standort vergeben. Pollin: „Es gibt klare Zielsetzungen, wie viele Rehabilitanden wir in
den Arbeitsmarkt bringen müssen. Hier
gibt es auch in der Politik ein Umdenken, indem neue Schwerpunkte gesetzt
werden.“ Mit einer Vermittlungsquote von ca. 40 Prozent trägt Grone in
Schwerin dazu bei, dass die Zielsetzungen der Agentur eingehalten werden. Feldmann: „Unser Ziel ist es, die
Arbeitsmarktchancen für Menschen mit
Behinderungen am örtlichen Arbeitsmarkt zu verbessern und sie in einem
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis zu integrieren.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
der Maßnahmen zur beruflichen Re-
notwendigen Kulturtechniken. Da ist es
selbstverständlich, dass die Maßnahmen sich ganz individuell nach dem
Vermögen der Teilnehmerinnen und
Teilnehmer richten.
So, wie es jeden Tag auf Gestüt Lewitz
passiert. Von den drei Teilnehmern arbeitet einer im Bereich der Zaunreparatur, ein zweiter im Hofdienst und Martin Bock mit den Pferden. Gestütsleiter
Goldsteyn: „Wir können die Leute gut
gebrauchen. Und wir versuchen, ihnen
unser Bestes zu geben: Wir möchten,
dass sie auf Dauer selbstständig werden und selbstständig mitarbeiten.“ Noch braucht Martin Bock Unterstützung. Doch die wöchentlichen Kontakte zu seinen Anleitern am Arbeitsplatz
und bei den Projekttagen bei Grone
machen ihn immer fitter für ein normales Arbeitsleben.
auch bei der Auswahl der Berufsfelder
berät.
Im Schuljahr 2011/2012 sind insgesamt
285 Schülerinnen und Schüler bei Grone. Malarski: „In manchen Wochen
sorgen über 90 junge Menschen in
unseren Werkstätten und Unterrichtsräumen für Leben, und manchmal auch
für Hektik. Das Projekt stellt unsere
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor
neue Herausforderungen. Doch wir
haben uns auf die Besonderheiten der
Altersstufen eingestellt und bereiten
die Orientierungswochen intensiv vor.“
„Berufsstart plus“ bietet in kleinen
Gruppen vielfältige und interessante
Einblicke in die Berufswelt. Die meist
positiven Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler und auch der Lehrer
sorgen für zusätzliche Motivation bei
den Grone-Beteiligten.
„Berufsstart plus“ ist in Thüringen das
größte Projekt der Berufsorientierung,
an dem im Schuljahr 2011/2012 insgesamt ca. 13.000 Schülerinnen und
Schüler teilnehmen. Seit 2005 wurden
für die Kompetenzfeststellungen und
die Orientierungsbausteine einheitliche
Standards entwickelt. Eine Projektsteuerung verhandelt mit den maßgeblichen
Entscheidungsträgern, koordiniert die
Aktivitäten, sorgt für die Entwicklung
und Einhaltung der Standards sowie für
den Transfer von Know-how. Bis 2011
wurde „Berufsstart plus“ aus Mitteln
des Europäischen Sozialfonds (ESF) und
der Bundesagentur für Arbeit finanziert. Seit 2011 gibt es eine Regelförderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), was die
Antragstellung und Mittelverwaltung
erheblich vereinfacht.
Authentische Information
Mit „ProBe“ zur Inklusion
Lübeck – Sie sind 14 und 15 Jahre alt,
die Jugendlichen aus der Lübecker
„Schule an der Wakenitz“, die jetzt in
einem Grone-Projekt zur Berufsorientierung ihre Interessen und Fähigkeiten
erprobten und erstmals die Berufspraxis
erlebt haben.
Monika Backe vom Grone-Bildungszentrum Lübeck, die das vom Bundesinstitut für Berufsbildung unterstützte
Projekt leitet: „Wir haben zunächst die
Neigungen der Jugendlichen ermittelt.
Dabei ging es um Werkzeugerfahrung,
handwerkliches Geschick, Auffassungsgabe, aber auch um kommunikative Fähigkeiten.“ Am Ende der Testreihe stand
dann eine Empfehlung für eines von drei
möglichen Berufsfeldern, bei denen die
Schülerinnen und Schüler an drei Tagen
im Ausbildungspark Blankensee praktische Erfahrungen sammeln konnten.
Osnabrück – „Hier ist es toll, ich möchte gar nicht mehr in die Schule zurück“,
so ein Schüler der Förderschule, der im
Frühjahr im Grone-Bildungszentrum in
Osnabrück am ersten Modul des Projekts „ProBe“ teilgenommen hat. „Probiere Berufe“ ist ein Projekt im Rahmen
der Initiative Inklusion des BMAS im
Auftrag des Landes Niedersachsen –
Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration.
„Wir haben mit drei Förderschulen aus
der Stadt und dem Landkreis Osnabrück
aus dem Bereich Geistige Entwicklung
eine Kooperation geschlossen“, so
Ulrike Berger, Schulleiterin des Osnabrücker Bildungszentrums. „Die beteiligten Schulen stehen dem Angebot
sehr offen gegenüber und sehen uns als
zusätzlichen Baustein in deren Berufsorientierung“, erläutert Berger weiter.
5
Hintergrund des Berufsorientierungsprogramms, für das Monika Backe
auch die finanzielle Unterstützung der
Lübecker Possehl-Stiftung einwerben
konnte, ist die immer noch hohe Zahl
von Jugendlichen, die ihre Lehre abbrechen und dann kaum noch Chancen im
Arbeitsmarkt haben. Da haben die 73
Siebtklässler und die 70 Achtklässler, die
an dem Projekt teilnahmen, einen Vorsprung. „Nach der Analyse ihrer Stärken
konnten sich unsere Jugendlichen authentisch über die Arbeitsbedingungen
und Möglichkeiten der Berufsfelder informieren. Das ist sehr hilfreich für ihre
Zukunft“, erklärt Ariane Brauns, Lehrerin
an der Grund- und Regionalschule und
dort Koordinatorin des Projektes. „Darum freuen wir uns, dass wir als erste
Lübecker Schule bei dem Programm mitmachen können.“
An dem Projekt teilnehmen können
Förderschüler der Vorabgangs- und
Abgangsklassen aus den Bereichen
Geistige Entwicklung sowie Körperliche
und Motorische Entwicklung. In drei
Modulen bestehend aus der Kompetenzfeststellung, einem Berufswegeparcours und einer betrieblichen Erprobung werden die jungen Menschen von
einer pädagogischen Mitarbeiterin bei
Grone betreut und auf ihrem Weg vom
Übergang in den Beruf begleitet.
Das Projekt, zunächst bis 2014 angelegt, soll den Schülern helfen, Klarheit
über ihre beruflichen Perspektiven zu
erlangen. „Wir wollen Potenziale entdecken und gemeinsam mit der Schule
fördern, um den Jugendlichen den besten Weg ins Berufsleben zu ermöglichen“, so Projektmitarbeiterin Nadine
Becker.
Berlin – Gesundheitliche Einschränkungen, persönliche Unsicherheit
und Vorurteile der Arbeitgeber:
Menschen mit starkem Übergewicht
sind häufig von Arbeitslosigkeit
betroffen. Bei der Grone-Tochter
Perform in Berlin werden Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Migrationshintergrund und mit Übergewicht bei der Maßnahme „XXL
– Aktiv sein und Stärke zeigen“ mit
Gesundheits- und Ernährungstraining, fachlichen Qualifizierungen
und Vermittlung beim Wiedereinstieg ins Berufsleben begleitet.
Management
Bielefeld – Personalmanagement
wird für Unternehmen immer wichtiger und entsprechend steigt der
Bedarf nach qualifizierten Mitarbeitern für diesen Bereich. Das GroneBildungszentrum Bielefeld bietet
Arbeitsuchenden mit akademischer
oder kaufmännischer Ausbildung
eine gezielte Qualifizierung im
Bereich Personalmanagement an.
Agentur für Arbeit, Jobcenter Arbeitplus, Rentenversicherungsträger, das Land NRW und der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr
tragen die Kosten.
Training
Hamburg – „Wir nennen es Lernen
im eigenen Rhythmus“, beschreibt
Beate Spyrou von der Grone Wirtschaftsakademie Hamburg das
neue Angebot im Bereich des kaufmännischen Trainings, das sich an
Weiterbildungsinteressierte, Berufsrückkehrer/innen sowie Teilnehmer
aus Transfergesellschaften wendet.
Wann die Teilnehmer kommen, wie
lange sie am Tag bleiben und wie
schnell sie ihr Programm absolvieren, bleibt ihnen überlassen. Auch
der Einstieg ist jederzeit möglich.
Am Ende steht allerdings immer
eine Prüfung, deren Bestehen mit
einem Zertifikat bescheinigt wird.
Vor Ort
vor ort
Im Porträt: Petra Schweckendieck
mag den kreativen Freiraum ihrer Arbeit
Vorschläge zum Deutschen Weiterbildungstag zeigen Bandbreite der Möglichkeiten
Schulleiterin in Lüchow ist „Best Practice“-Beispiel für die Bildungsarbeit mit Jugendlichen
Vier „Best Practice“-Beispiele hat die Stiftung Grone-Schule für den Deutschen Weiterbildungstag benannt. Grone-Partner „Service Plus Lüneburg GmbH“wird im
Bundestag geehrt. Doch auch die drei anderen Vorschläge, der junge Hauptschüler Christopher Freese, die Berliner „BIO COMPANY“ als Weiterbildungs-Unternehmen
und Grone-Schulleiterin Petra Schweckendieck aus Lüchow mit ihrer engagierten Bildungsarbeit im Jugendbereich (Bericht: rechte Seite) sind Vorbilder.
Lüchow – „In Jugendlichen sehe ich immer zuerst das Potenzial“, sagt Petra
Schweckendieck, seit Anfang dieses Jahres für die Grone-Schulen Niedersachsen
GmbH – gemeinnützig – Schulleiterin in Lüchow. Jugendliche standen in ihrer
Schulversager wird zum Jahrgangsbesten
Hamburg – „Ohne Ausbildung bist Du
immer nur der Hilfsarbeiter, immer nur
der Depp“, sagt Christopher Freese. Und
der heue 24-jährige Hamburger weiß,
wovon er spricht.
Als notorischer Schulschwänzer wurde
er in der neunten Klasse von seiner
Schule verwiesen und stand ohne
Abschluss da. „Hilfsarbeiter“ blieb ihm
als einzige Möglichkeit. Bis er im
September 2009 zur gemeinnützigen
Grone Netzwerk GmbH in Hamburg kam,
um den Hauptschulabschluss zu machen.
Im Sommer 2010 bestand er die Prüfung
für den Schulabschluss. „Er verbesserte
die Konzentrationsfähigkeit und entwickelte Durchhaltevermögen. Er steigerte
sein persönliches Engagement und seine
Eigeninitiative“, heißt es in der
Beschreibung, mit der Grone Netzwerk
Christopher Freese jetzt als „Best
Practice“-Beispiel für den Deutschen
Weiterbildungstag nominierte.
Inzwischen macht er eine Ausbildung
beim Versandhändler Otto und hat die
Zwischenprüfung als jahrgangsbester
Hauptschüler bestanden.
Fachschule für Altenpflege
Christopher Freese ist am Ziel
Was passiert am Weiterbildungstag bei Grone?
BERLIN
MECKLENBURG-VORPOMMERN
NORDRHEIN-WESTFALEN
AFW Akademie für Weiterbildung – Tag der offenen Tür:
Weiterbildung + Personaldienstleistungen = mit Garantie zum Job
Bergen – Tag der offenen Tür:
Wir bringen Leben in Ihre Bewegung – ein Projekt
zum Krankheitsbild Apoplex
Bielefeld – Tag der offenen Tür: Fotowettbewerb / Bildungsangebote im Blick
Detmold – Eröffnungsfeier mit Tag der offenen Tür:
Networking / Infos rund um Altenpflege
Rostock – Tag der offenen Tür:
Bildungsangebote im Blick
Dortmund – Kooperationsveranstaltung Dortmunder Weiterbildungsforum e.V.:
Weiterbildung bringt weiter – Dortmund kommt zusammen
Schwerin – Tag der offenen Tür:
Gewusst wie: Pflegeworkshop und Rollstuhltraining
SACHSEN-ANHALT
Grone Netzwerk Berlin – Tag der offenen Tür:
Angebote des Qualifizierungs- und Vermittlungsdienstes
Grone-Schule Berlin – Tag der offenen Tür:
Bildungsangebote im Blick
HAMBURG
Stralsund – Tag der offenen Tür:
Arbeitsmarkt Reintegration am Beispiel Gesundheitsmanagement
Grone-Bildungszentrum für Gesundheit
und Sozialberufe – Tag der offenen Tür:
Aus- und Weiterbildungen in Ergo- und Physiotherapie
NIEDERSACHSEN
Grone Wirtschaftsakademie Hamburg / Grone Netzwerk
Hamburg (in Kooperation mit Weiterbildung HH e.V):
Weiterbildungsmesse Bildungskiez
Grone-Bildungszentrum für Qualifizierung
und Integration Hamburg – Tag der offenen Tür:
Kinderbetreuung und Ausbildung
6
Eickendorf – Tag der offenen Tür: Bildungsangebote im Blick
Magdeburg – Tag der offenen Tür: Bildungsangebote im Blick
SCHLESWIG-HOLSTEIN
Bad Essen – Weiterbildungsfrühstück:
Bildung in Häppchen – das Bildungsfrühstück
Pinneberg – Kooperationsmesse: Weiterbildung ist mehr Wert!
Hannover – Kooperationsveranstaltung:
Bildung ist mehrWert – auch in Hannover!
THÜRINGEN
Lüneburg – Kooperationsmesse:
Zukunft nachhaltig gestalten – Marktplatz Lüneburg
HESSEN
Kassel – Tag der offenen Tür:
Beratung, damit Weiterbildung gut läuft
Mit Herz und Verstand bei der Arbeit:
Schulleiterin Petra Schweckendieck
Eine Auswahl: Weitere Grone-Beteiligungen sowie die genauen Zeiten und Veranstaltungsorte
finden Sie unter: www.deutscher-weiterbildungstag.de/aktionen
G RO N E W I SS E N , DAS S I E W E I T E R B R I N GT
Erfurt – Tag der offenen Tür:
Grone verbindet – Mobile Kommunikation
Gotha – Tag der offenen Tür:
Mit allen Sinnen lernen und genießen – Ein Augen- und Gaumenschmaus
Weimar – Tag der offenen Tür:
Vom Feuerschweißen bis zur Hightech-Schmiede
Weimar – Zwei Partner, eine neue
Einrichtung: In Weimar haben sich die
Grone-Bildungszentren Thüringen und
der Förderkreis JUL zusammengeschlossen, um ein neues Angebot für die Alten­
pflege­ausbildung zu schaffen. Am 1.
September nahm die „Grone – JUL
Weimar Fachschule für Gesundheit und
Soziales“ in den Räumen des GroneBildungszentrums die Arbeit auf.
Schulleiterin Alexandra Kuntze: „Wir
starten zunächst mit einer Klasse von ca.
20 Schülerinnen und Schülern. Doch abhängig von den politischen Entscheidungen, wie zum Beispiel die neue
Qualifizierungsinitiative Alten­pflege,
können das schnell viel mehr werden.“
Auch gibt es Überlegungen, die
Ausbildung in der Altenpflegehilfe in das
Lehrprogramm aufzunehmen.
Aufgrund der steigenden Lebens­
erwartung steigt die Zahl der Menschen,
die auf Hilfe und Pflege angewiesen
sind. Bis zum Jahr 2020 werden nach gegenwärtigen Berechnungen allein in der
Altenpflege bundesweit 260.000
Pflegekräfte fehlen. Alexandra Kuntze:
„Mit der Altenpflegeausbildung leisten
wir einen Beitrag, dass den Menschen,
die auf Hilfe angewiesen sind, qualifiziertes Personal zur Verfügung steht.“
Die Weimarer Fachschule orientiert sich
an den aktuellen und zukünftigen
Qualitätsanforderungen und aktuellen
Erkenntnissen. Die Schülerinnen und
Schüler erwerben fachliche, personelle,
aber auch soziale und methodische
Kompetenzen, um in der Altenpflege zu
arbeiten. Am Ende der dreijährigen
Ausbildung steht die Prüfung zum staatlich anerkannten Altenpfleger oder zur
staatlich anerkannten Altenpflegerin.
mern der Maßnahmen nicht nur Wissen
und Fähigkeiten vermitteln, um sie für
den Arbeitsmarkt fit zu machen: „Die
Herausforderung besteht für mich in
der nachhaltigen Entwicklung des
Menschen für das eigene Leben und
die Gesellschaft.“
Die staatlich anerkannte Erzieherin, die
durch Fort- und Weiterbildungen eine
Vielzahl zusätzlicher Qualifikationen
erworben hat, interessiert besonders
die Arbeit mit den unterschiedlichen
Persönlichkeiten und Charakteren, „um
die verborgenen Schätze in jeder Person zu entdecken“.
Aktuell arbeitet Petra Schweckendieck
an einer Kooperation mit der Bestsellerautorin und Moderatorin Judith Alwin,
die früher auch als Modell tätig war.
Dabei sollen Felder wie Körpersprache,
Rhetorik und äußerer Eindruck in Form
eines „Cat Walk-Trainings“ umgesetzt
werden. Das sei spannend, sagt sie und
man spürt, dass die Arbeit „draußen“
7
Personalien
in ihren Projekten für Petra Schweckendieck auch weiterhin im Mittelpunkt
steht.
Besonders erfüllend sei der kreative
Freiraum, den ihre Arbeit ermögliche.
Petra Schweckendieck: „Hier gehe ich
mit Herz und Verstand an die Arbeit
und kann in der Regel auch die Teilnehmenden begeistern. Besonders identifiziere ich mich mit Schülerprojekten, die
auf Berufsorientierung und Ausbildung
zielen. Jugendliche sind unsere Zukunft
und ich investiere dort sehr gerne Engagement über das Geforderte hinaus.
Ich liebe es zu beobachten, wie die Jugendlichen im Laufe der Projektzeit in
ihrer Persönlichkeit wachsen. Das erfüllt mich dann mit Stolz, weil ich weiß,
dass die Arbeit gemeinsam mit dem
Grone Team richtig war.“
Die Balance zwischen dem Familienleben und dem Berufsleben findet Petra
Schweckendieck beim gemeinsamen
Tanz und den Reisen mit ihrem Mann.
Hartmut Heine leitet
seit Februar 2012 das
Bildungs­zentrum Mag­
deburg der AFW Akade­
mie für Weiter­­bil­dung
GmbH – gemeinnützig –.
Michael Lemser übernahm zum 1. April 2012
die Leitung der Nieder­las­sungen Erfurt, Gotha
und Weimar der GroneBildungs­zentren Thürin­gen
GmbH – gemeinnützig –.
Claudia Schüller ist seit
Dezember 2011 Nieder­
lassungsleiterin der
Grone-Bildungs­zentren
Schleswig-Holstein GmbH
– gemeinnützig – in Kiel.
Erfolgreiche Floristinnen
Jubiläen
25 Jahre
Martin Schatke, Dozent, GroneBildungszentrum für Qualifizierung und
Integration Hamburg GmbH – gemeinnützig –
Fünf Umschülerinnen von Grone, viermal die Prüfungsnote „gut“ und damit die vier ersten
Plätze im Kammerbezirk Erfurt: Besser hätte die IHK-Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf „Florist/-in“ Ende Juni nicht laufen können. Von den insgesamt 21 Auszubildenden
und Umschülern, die sich der Prüfung stellten, kamen drei Lehrlinge und fünf Umschüler
von Grone. Sie hatten sich unter Leitung der Ausbilderin Birgit Metschulat auf die Prüfung
vorbereitet, bei der es unter anderem darum ging, Sträuße zu binden sowie Steckarbeiten,
Pflanzarbeiten und Themenarbeiten zu bewältigen.
Mit Zusatzqualifikationen zu einem Ausbildungsplatz
Witzenhausen – 32 Jugendliche im Alter von 16 bis 22 Jahren haben bis Mitte Juli an einer Berufsvorbereitenden
Bildungsmaßnahme der Bundesagentur
für Arbeit teilgenommen. Zehn Monate
lang beschäftigten sie sich im GroneBildungszentrum in Witzenhausen intensiv mit verschiedenen Trainings zur
Förderung und Eingliederung in die
Arbeitswelt.
Neben zusätzlichen Qualifikationen im
Wolfgang Prill, Staatsrat
a.D. und Stiftungsvorstand
bis zum 30. April 2012,
wurde in das Kuratorium
der Stiftung Grone-Schule
berufen.
FOTO: Grone
Grone in Lüneburg hatte seinen Partner im Projekt 50 plus zur Integration
Älterer in den Arbeitsmarkt als „Best
Practice“-Beispiel für den Deutschen
Weiterbildungstag benannt.
Die Service Plus Lüneburg GmbH ist mit
Da gilt es, die bestehenden Maßnahmen zu organisieren und zu koordinieren, neue Maßnahmen zu akquirieren
und die Teams vor Ort zu führen. Der
Standort habe bisher noch nie eigene
Projekte entwickelt und durchgeführt,
sagt sie – und will das ändern. Etwa
als Ansprechpartnerin für die Auftraggeber wie Jobcenter und Agentur für
Arbeit.
Das sei eine besondere Herausforderung, sagt die 42-Jährige, „immer wieder neue Kostenträger für Projekte zu
gewinnen, damit einerseits den vielen
hilfesuchenden und hilfsbedürftigen
Menschen eine Perspektive, eine Alternative und Anlaufstelle geboten werden kann und andererseits die Arbeitsstellen der Mitarbeiter gesichert sind.“
Ihr besonderes Interesse gilt dabei der
Entwicklung neuer Geschäftsfelder im
sozialen Bereich.
Petra Schweckendieck, die seit 1999
bei Grone arbeitet, will den Teilneh-
Kuratorium
vorigen Station bei Grone in ihrer Heimatstadt Salzwedel im Fokus ihrer Arbeit.
Jetzt steht sie in Lüchow vor neuen Herausforderungen, die sie „mit Herz und
Verstand“ meistert.
FOTO: Grone
Lüneburg – Zu den Vorbildern, die am
20. September 2012 zum Auftakt des
Deutschen Weiterbildungstages im
Bundestag öffentlich geehrt werden,
gehört in der Kategorie Unternehmen
die „Service Plus Lüneburg GmbH“.
zu den insgesamt vier Preisträgern zu
küren.
Drei Gründe führten zu der Auszeichnung als ein in Sachen Weiterbildung
vorbildliches Unternehmen: das außergewöhnliche Engagement, mit dem die
Belegschaft weitergebildet wird, die
breite Palette an internen Aufstiegsqualifizierungen und die besonderen Wege,
um Mitarbeiter zu gewinnen.
Hierzu zählt u. a. ein in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit
und der Rentenversicherungsanstalt
entwickeltes Netzwerk, über welches
Menschen mit Behinderung, Langzeitarbeitslose und ältere Menschen eine
Chance erhalten, über Praktika und
Qualifizierungen in den Arbeitsmarkt
einzusteigen.
Mit großem Erfolg: 95 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesen
Einstiegsmaßnahmen erhielten ein Angebot auf Festeinstellung.
FOTO: Privat
Ein Team der Service Plus Lüneburg GmbH in der Telefonzentrale der Psychiatrischen Klinik
mit Jutta Kateinecke (2. v. l.), vermittelt über das Programm „Reife Leistung – 50+“
380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
für so unterschiedliche infrastrukturelle
Dienstleistungen wie Speisenversorgung, Reinigungsdienst, Transportdienst, Wäscheversorgung sowie Hausmeister- und Stationsdienste zuständig.
Service Plus ist eines von acht Unternehmen, die sich unter dem Dach der
Gesundheitsholding Lüneburg zusammengeschlossen haben. Unter dem
Motto „Hand in Hand für Ihre Gesundheit“ stellt die Unternehmensgruppe
für die Region ein Gesundheitsangebot
von hoher Qualität bereit. Und dazu
gehören unabdingbar gut ausgebildete
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die
sich durch ständige Weiterbildung auf
immer wieder neue Anforderungen einstellen.
Dies motivierte auch die 15-köpfige
Jury aus Veranstaltern des Deutschen
Weiterbildungstages, aus den 25 eingereichten Vorschlägen Service Plus
FOTO: Privat
Berlin – Die BIO COMPANY mit 26 Filialmärkten in Berlin und Niederlassungen in Hamburg und Dresden expandiert. Aber Wachstum will gelernt sein.
Darum steht Weiterbildung bereits seit
2010 auf dem Stundenplan der Gesellschaft, die Grone als „Best Practice“Beispiel für den Deutschen Weiterbildungstag vorgeschlagen hat.
Seit 2010 wird der Veränderungsprozess des Unternehmens durch spezielle
Personalentwicklungsmaßnahmen unterstützt. Dazu gehört ein individuelles
Coaching der Führungskräfte. Seit 2011
werden auch die stellvertretenden
Marktleiter in den Filialen weitergebildet. In diesem Jahr ergänzen Trainings
und ein Coaching für Fach- und Führungskräfte des administrativen Bereichs das Angebot.
Zum Engagement der Geschäftsleitung
in Sachen Weiterbildung gehört es
auch, dass neue Mitarbeiter im Rahmen
ihrer Einarbeitung regelmäßig produktund systemspezifische Trainings und
Schulungen erhalten.
Die Erfolge des Weiterbildungsengagements bleiben nicht aus. Die Mitarbeiter
empfinden die Angebote als besondere
Wertschätzung und reagieren mit Motivation und hoher Arbeitszufriedenheit.
Die Expansion der BIO COMPANY
schafft den Boden für die Aufstiegsmöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter.
Inzwischen wählen die Berliner ihre Führungskräfte zum großen Teil aus den eigenen Reihen aus. Die für einen Aufstieg
notwendigen Voraussetzungen werden
durch das große Engagement des Unternehmens für die Weiterbildung gelegt, das zudem auf allen Ebenen die Arbeitsplätze sichert und für Stabilität und
Kontinuität im Personalbereich sorgt.
Viermal „Best Practice“: Vorbildliche
Weiterbildung wird ausgezeichnet
FOTO: Service Plus Lüneburg GmbH
Wachstum
mit Bildung
Andrea Vergin von der Agentur für Arbeit (r.) und Projektbegleiterinnen mit den Absolventen
Bereich EDV und Sprachkenntnisse und
der Vermittlung von schulischen Basiskompetenzen stand die Suche nach
einem geeigneten Ausbildungsplatz im
Mittelpunkt.
In der Maßnahme arbeitet Grone mit
Ausbildungsbetrieben, Ämtern und
Behörden zusammen. Der Erfolg kann
sich sehen lassen: 90 Prozent der Teilnehmenden hatten am Ende der Maßnahme einen Ausbildungsplatz.
Edgar Vogelsang, Schulleiter, Grone-Schulen
Niedersachsen GmbH – gemeinnützig – in
Bremen
20 Jahre
Regina Lepper, Sozialarbeiterin, GroneBildungszentren Thüringen GmbH – gemeinnützig – in Weimar
Maritta Oguzer, Sachbearbeiterin, Grone
Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH in
Hamburg
10 Jahre
Christian Dlugosch, Ausbilder, Grone-Bildungszentren Thüringen GmbH – gemeinnützig – in Erfurt
Dittmar Knopp, Arbeitsvermittler, GroneBildungszentren Thüringen GmbH – gemeinnützig – in Weimar
Birgit Metschulat, Ausbilderin, Grone-Bildungszentren Thüringen GmbH – gemeinnützig – in Gotha
Ralf Riechard, Dozent, Grone-Schulen Niedersachsen GmbH – gemeinnützig – in Lüneburg
Heike Zahn, Grone-Bildungszentren NRW
GmbH – gemeinnützig – in Dortmund
vor ort
Fachkräfte mit Durchblick:
Kurse für Kanalinspekteure
Kiel – Ohne Kanalisation fließt gar nichts. Die Welt unter der Oberfläche ist von Röhren und Kanalsystemen durchzogen,
über die zum Beispiel unsere Abwässer transportiert werden. Einsichtig, dass in diesem schwer zugänglichen Labyrinth
Kontrolle Not tut. Einsichtig auch, dass dafür hochtechnische Inspektionssysteme eingesetzt werden müssen, die von
ausgebildeten Fachkräften bedient werden.
FOTO: Grone
Deutschlandweit einmaliges Angebot von Grone in Kiel
Hans Ditting (FANUC Robotics), Frank Mansius (Grone), Werner Schollenberger (FANUC Robotics)
und Grone-Trainer Sylvio Rossin (v.l.n.r.) mit Schulungs-Schweißroboter ARC Mate 129iB
FOTO: Grone
Mit Robotern schweißen
Von links: Marcel Tavernier (IBAK) und Wiltrud Sommerfeld (Grone) mit den Teilnehmern der Fachkräfte-Qualifizierung
Diese Fachkräfte werden dringend
gesucht. Und in Kiel jetzt von Grone
ausgebildet. Zusammen mit der IBAK
Helmut Hunger GmbH & Co. KG, dem
größten Hersteller und Vertreiber von
Kanalinspektionssystemen, und der
Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft (DWA), dem größten Seminardienstleister der Kanalrohrbranche, bietet die Grone-Bildungszentren
Schleswig-Holstein GmbH jetzt ein spezielles Seminar an, um für die Branche
qualifizierte Fachkräfte auszubilden.
Wiltrud Sommerfeld-Knutz, Grone-Projektleiterin: „Die Kurse finden bewusst
nicht im Bildungszentrum statt, sondern
im Schulungszentrum unseres Partners
IBAK in Kiel. Das ist ein Nischenprodukt, das einmalig in Deutschland
nur einmal pro Jahr angeboten wird.
Die Teilnehmer können allerdings sicher sein, auf eine hohe Nachfrage im
Markt und gute Verdienstmöglichkeiten
zu treffen. Denn alleine in SchleswigHolstein bieten wir Kontakte zu 50
Unternehmen der Branche. Auch lernen
unsere Teilnehmenden, zu denen gerne
auch Frauen gehören können, potenzielle Arbeitgeber bei den Praktika und
einer Info-Veranstaltung kennen.“
Zurzeit läuft ein Kurs mit 15 Teilnehmern, die vom Jobcenter vermittelt wurden. In 216 Stunden Theorie und 120
Stunden Praxis werden die Teilnehmer
in drei Modulen auf drei eigenständige Prüfungen vorbereitet, die mit den
Zertifikaten „Geprüfte Kanalfachkraft“,
„DACH-KI-Kurs“ und „Sachkundelehrgang“ enden.
Weimar – Sie sind aus der modernen
Industrie nicht mehr wegzudenken: Roboter übernehmen in Schlüsselbranchen
wie der Automobilproduktion und beim
Maschinenbau überall dort Aufgaben,
wo sich die Herstellung automatisieren
lässt.
Dies gilt insbesondere auch für die moderne Schweißtechnik. Doch bevor die
Roboter zum Einsatz kommen, müssen
die Menschen, die mit ihnen arbeiten,
selbst etwas vom Schweißen verstehen.
Das Grone-Bildungszentrum in Weimar
ist jetzt an der Qualifizierung von Indus-triebeschäftigten beteiligt, die mit
der neuesten Robotertechnik umgehen
sollen.
Geschäftsleiter Frank Mansius: „Wir führen als einer von drei Schulungsstandorten für die FANUC Robotics Deutschland
GmbH in Neuhausen, die deutsche Vertretung des weltweit führenden japanischen Roboterherstellers FANUC, die
Schulung in den neuen Bundesländern
durch. Dabei hat uns FANUC die notwendige Technik zur Verfügung gestellt.
Die Curricula der Kurse werden durch
FANUC Deutschland selbst vorgegeben
und entwickelt.“ Werner Schollenberger,
Leiter des FANUC Schulungszentrums in
Neuhausen: „Durch die strategische
Partnerschaft können wir jetzt auch
Roboterbediener und Programmierer
mit den Grundlagen der Schweißtechnik
vertraut machen und somit die für das
Schweißen wichtigen Parameter sensibilisieren, die ein klassischer Schweißer
motorisch beherrschen muss.“
Fachmann für die Robotertechnik und
damit verantwortlich für die Schulung ist
Sylvio Rossin, Fachbereichsleiter Schweißen bei Grone in Weimar. Bevor er zu
Grone kam, hat Rossin drei Jahre lang
als Projektmanager bei FANUC gewirkt.
In den Schulungskursen gibt er jetzt sein
Wissen an die Menschen weiter, die in
Zukunft mit dem „Kollegen Roboter“
arbeiten werden.
Gesundheits-Fachwirte
Hamburg – Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
verlangt zur Qualitätssicherung ihres Zertifikats „Diätetisch
geschulter Koch / Köchin DEG“ eine kontinuierliche Fortbildung, bei der innerhalb von drei Jahren 24 Fortbildungspunkte nachzuweisen sind. Jeweils acht Punkte gibt es für die Tagesseminare, die das Grone-Bildungszentrum für Gastrono-
Hamburg – 15 Frauen und ein Mann
haben im Mai an der Grone Wirtschaftsakademie in Hamburg einen
Kurs aufgenommen, um sich innerhalb von 18 Monaten zum/zur „Gepr.
Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK)“ zu qualifizieren. Sie
reagieren damit auf die zum Teil erheblichen Veränderungen, mit denen
Fachkräfte im Gesundheitswesen sich
zurzeit konfrontiert sehen.
Nicht nur finanzielle Probleme, sondern
auch die Einführung von Qualitätsmanagementsystemen und neuen EDVTechniken verursachen strukturelle Veränderungen in sozialen Einrichtungen.
Und aus Pflegediensten, den großen
Hamburger Krankenhäusern oder Arztpraxen kommen die Teilnehmer im Alter
von 21 bis 50 Jahren. Bei manchen för-
mie und Ernährung anbietet. Schwerpunktthemen sind dabei
Senioren, Kinder, Gesundheit, Allergien – Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Diabetes, Diätetik im Gesundheitswesen
und Gemeinschaftsverpflegung. Inhaltlich bieten die Seminare eine Mischung aus Fachinformationen und praktischen
Beispielen.
FOTO: Grone
Tanzlehrerausbildung auch im Süden
In den Erfolg getanzt: Das „kommende Führungspersonal“ nach dem Abschluss
Frankenthal – Die Grone Wirtschaftsakademie in Hamburg weitet ihr erfolgreiches Programm mit der Ausbildung
zum Geprüften Fachwirt bzw. zur Geprüften Fachwirtin für Tanzschulen auf
Süddeutschland aus.
Gemeinsam mit der Swinging World
e.V., dem Zusammenschluss der im
Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerver8
band (ADTV) organisierten Inhaber von
Tanzschulen, wurde jetzt ein erster Kurs
in Frankenthal (Baden-Württemberg)
organisiert.
„Wir wollten die Wege zum Kunden
verkürzen“, erklärt Martin Vorhauer,
Leiter der Grone Wirtschaftsakademie,
den Schritt nach Süden. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verzeich-
G RO N E W I SS E N , DAS S I E W E I T E R B R I N GT
nete der erste Kurs in Frankenthal, laut
Vorhauer „Nachwuchskräfte, die das
kommende Führungspersonal der Tanzschulen stellen“.
Das Seminar vermittelt die Kompetenz,
ein Unternehmen zu führen, denn eine
Tanzlehrerausbildung allein reicht nicht,
wenn man eine Tanzschule gründen
oder die Leitung einer bestehenden
Einrichtung übernehmen will. Das bedeutet, die kaufmännischen Aufgaben
eines Betriebes zu übernehmen, Mitarbeiter zu führen, Produktkonzepte zu
entwickeln sowie das Marketing und die
Kundenkommunikation zu gestalten.
Dabei werden die Inhalte auf die realen Bedingungen an Tanzschulen
abgestimmt. Der Kurs führt zu einem
bundesweit anerkannten Abschluss als
Fachwirt vor der IHK. Ein neuer Kurs ist
bereits geplant.
IMPRESSUM
Fortbildungspunkte für Diätköche
dert der Arbeitgeber die Kursteilnahme,
die Mehrheit zahlt den Kurs aber aus
eigener Tasche und nimmt zur Unterstützung „Meister Bafög“ in Anspruch.
Die Absolventen lernen, die Strukturen
im sozialen Sektor zu analysieren und
kaufmännische sowie personalwirtschaftliche Aufgaben in sozialen Unternehmen fachgerecht und zeitgemäß
zu erfüllen. So können sie anschließend
Führungsaufgaben in Krankenhäusern,
Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
übernehmen und auch bei Krankenkassen oder Versicherungen tätig werden.
Die Kurse finden über einen Zeitraum
von 18 Monaten einmal in der Woche
und alle vier Wochen am Sonnabend
statt. Hinzu kommen zwei Vollzeitwochen. Die nächsten Kurse beginnen am
17. Oktober.
Grone Magazin
Eine Publikation des Unternehmensverbunds Stiftung Grone-Schule
HERAUSGEBER:
Grone Service- und Verwaltungsgesellschaft mbH, Hamburg
VERANTWORTLICH /REDAKTION:
Meta Märtens, Tel. 040 23707-338, m.maertens@grone.de
TEXTE/GESTALTUNG:
BKM GbR – Beratung, Kommunikation, Medien, www.hamburg-bkm.de
DRUCK:
Hartung Druck+Medien GmbH, Hamburg, www.hartung-online.de
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