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Geschäftsessen 2010: Wie Sie als Gast eine gute Figur - stil.de

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Restaurant-Einladungen, geschäftlich
R 30/1
top-thema
Geschäftsessen 2010: Wie Sie als Gast
eine gute Figur machen
Tipps & Trends
DARUM GEHT ES: Gastfreundschaft gilt in unserer Kultur als ein hohes Gut mit
langer Tradition: Rituale definieren die Rollen von Gast und Gastgeber und teilen beiden Parteien bestimmte Rechte und Pflichten zu. Auch heute
noch geht es nicht nur um die Nahrungsaufnahme, sondern um Stand und Status
der Beteiligten. Welche Rituale Sie als Gast kennen sollten und wie Sie die Signale
des Gastgebers richtig deuten, verrät Ihnen dieser Beitrag.
Suchwortverzeichnis
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 Sind Sie ein „Geschäftsessen-Muffel“? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
 Vor dem Business-Essen: So bereiten Sie sich vor . . . . . . . . . . . 2
 Die 5 Phasen des Geschäftsessens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
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 Nach dem Business-Essen: Extra Dank . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
 Die Rolle des Gastes in den 5 Phasen eines Business-Essens 20

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Phase 1: Sie treffen zusammen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Phase 2: Sie wählen Speisen und Getränke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Phase 3: Sie überbrücken die Wartzeiten mit guter Unterhaltung . . . . .
Phase 4: Sie genießen gemeinsam die Speisen . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Phase 5: Sie verabschieden sich zur rechten Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Ihr Experten-Team:
Agnes Anna Jarosch und Michael Kugel
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Agnes Anna Jarosch ist Chefredakteurin von „Der
große Knigge“, Leiterin des „Deutschen KniggeRats“ und zertifizierter Coach. Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit Michael Kugel. Der
versierte Gastronomie-, Wein- und Knigge-Experte lernte sein Handwerk als Koch und Restaurantfachmann von der Pike auf. Mittlerweile ist er gefragter Referent, Berater, Trainer und Mitglied im
Deutschen Knigge-Rat.
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Restaurant-Einladungen, geschäftlich
Sind Sie ein „Geschäftsessen-Muffel?“
Vielleicht denken Sie: „Muss dieses Geschäftsessen wirklich sein? Das ist so langweilig. Ich würde viel lieber
durch den Wald joggen, ins Kino gehen oder ein gutes
Buch lesen.“
Geschäftliche Einladungen erscheinen häufig als lästige
Pflicht. Hinzu kommt, dass gerade in Zeiten knapper Kassen – wie sollte es anders sein – auch an den lukullischen
Genüssen in Form von Business-Essen gespart wird. Das
knappe Gut „Zeit“ scheint in Mammut-Besprechungen mit
rauchenden Köpfen effizienter genutzt als auf der gediegenen Terrasse des örtlichen Sterne-Restaurants. Doch es
sind nicht nur Zahlen und Fakten, die über Ihren geschäftlichen Erfolg entscheiden. Der Wert eines gut vorbereiteten und geführten Geschäftsessens wird unterschätzt:
Geschäftsessen sind eine gute Plattform, um
 Kontakte zu pflegen und aufzubauen
 geschäftliche Partnerinnen und Partner privat
kennen zu lernen
 persönliche Differenzen auszuräumen
 Erfolge, Abschlüsse oder Jubiläen zu feiern
 Beteiligte zu motivieren
 Präsenz zu zeigen
 informelle Beratungsgespräche und Besprechungen
zu führen
 Ihr Image und das des Unternehmens zu pflegen.
Vor dem Business-Essen:
So bereiten Sie sich vor
Für Sie als Gast ist es wichtig, Ihre Rolle zu kennen, damit
Sie sich auf dem gesellschaftlichen Parkett sicher und
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souverän bewegen können. Beim Geschäftsessen sind
Gast und Gastgeber wie zwei Tänzer auf der Tanzfläche.
Der Gastgeber führt, der Gast lässt sich führen. Nur wenn
Sie die Signale des Gastgebers und die „Gast-Rolle“ kennen, gelingt es Ihnen, sich selbst und allen Anwesenden
einen angenehmen Abend zu bereiten und niemandem auf
die Füße zu treten. Sie verbreiten Wohlfühl-Atmosphäre.
„Wohl fühlen“ wiederum ist die Basis für Vertrauen,
Netzwerkpflege und langfristige Geschäftsbeziehungen.
1. Wie ist der Rahmen der Veranstaltung?
Ob Business-Lunch oder -Frühstück, formelles Geschäftsessen am Abend oder festliches Bankett – es gibt verschiedene Einladungsformen.
Frühstück, Lunch oder Abendessen?
Die informellste Variante ist der Business-Lunch; hier geht
es in der Regel – während einer Phase intensiver Zusammenarbeit etwa zwischen zwei Firmen – darum, sich in der
Mittagspause zu stärken und dabei weiterhin Informationen
auszutauschen. Sofern der Gastgeber über eine Kantine verfügt, die es erlaubt, auch Gäste ansprechend zu bewirten,
kann das gemeinsame, informelle Mittagessen dort stattfinden. Ansonsten können Sie als Gast damit rechnen, dass der
Gastgeber ein möglichst gut erreichbares Lokal wählt, das
Qualität, ein ansprechendes Ambiente und raschen Service
bietet. Ungefähr die gleichen Bedingungen gelten auch für
das Business-Frühstück oder den Brunch.
Geschäftsessen und Prestige
Das „typische“ Geschäftsessen mit Prestigefunktion ist
eine meist abendliche Einladung zu einem mehrgängigen
Menü in ein Restaurant der gehobenen Kategorie. Echte
geschäftliche Verhandlungen treten dabei meist in den
Hintergrund. Solche Geschäftsessen mit Prestigefunktion
finden aus pragmatischen Gründen auch oft mittags statt,
dann allerdings wird die Zahl der gereichten Gänge meist
auf drei reduziert.
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Praxis-Tipp für Allergiker und Vegetarier
Bestellen Sie beim Geschäftsessen einzeln (à la Carte) können Sie die Speisen wählen, die Sie vertragen. Wissen Sie,
dass der Gastgeber ein Menü vorbestellt hat?
Bei Menüvorbestellung
Informieren Sie ihn über Ihre Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, z. B. wenn Sie telefonisch zusagen. Haben Sie
das versäumt, geben Sie dem Service am Tag der Veranstaltung unverzüglich Bescheid: „Für mich bitte keine
Gänseleber-Pastete.“ Ein gut organisierter Küchen-Chef
wird in der Lage sein, Ihnen eine schnell bereitete, weniger exotische Alternative anzubieten. Es wäre für alle Beteiligten unangenehm, wenn Sie vor dem leeren Teller sitzen, während die anderen Gäste essen.
extra
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i Wenn Sie mit Begleitung eingeladen sind
p Hin und wieder kommt es vor, dass Geschäftspartner
p
Sie nicht allein sondern mit Begleitung einladen. Dafür
gibt es diverse Gründe:
 Für die Angehörigen zu Hause ist es oft interessant,
einmal bei solchen Treffen dabei zu sein.
Kein Fachjargon
 Viele Geschäftsleute haben erkannt, dass Lebensgefährten und -gefährtinnen einen großen Einfluss auf
berufliche Entscheidungen haben können. Das Ziel
ist, sie positiv zu stimmen und Sympathien zu gewinnen.
 In Bewerbungssituationen existiert häufig der
Wunsch, auch das Umfeld des Bewerbers kennenzulernen, um ein vollständiges Bild von ihm zu erhalten und ihn besser einschätzen zu können.
 Bei allen Veranstaltungen, an denen Angehörige teilnehmen, gilt: Fachjargon, fachliche Debatten und Insider-Themen, die Außenstehende nicht verstehen,
sind tabu!
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Brunch
Frühstück
Formen von Business-Essen und ihre Besonderheiten
Ausrichtung/Zweck
Lokalität
Hinweis
 zweckmäßig
 oft: Hotels/
geeignete
Gastronomie in
Firmennähe
 Einladung kann
mündlich und kurzfristig erfolgen
 oft: Hotels/
Restaurants
 Einladung sollte
schriftlich erfolgen
 wenn der Gastgeber Sie
wegen zeitlicher Vorgaben in den Morgenstunden bewirten möchte
 besonders gut zur Netzwerkpflege geeignet
 Kantine/speziell
angemietete
Räumlichkeiten
 zweckmäßig
Lunch
 während der Mittagszeit
 dient zur Stärkung und
zur Fortsetzung geschäftlicher Gespräche
 wegen Folgeterminen
meistens zeitlich auf ein
bis max. zwei Stunden
beschränkt
Arbeitsessen
 formeller als der Lunch
 mittags oder abends
 geschäftliche Besprechung in angenehmer
Atmosphäre außerhalb
des Firmengeländes
 meistens:
MittelklasseRestaurant in
Firmennähe
 Kantine möglich,
wenn Ambiente
und Qualität des
Essens es zulassen
 ruhiges Restaurant der mittleren bis gehobenen Kategorie
 Einladung kann
mündlich und kurzfristig erfolgen
 Rechnen Sie als Gast
damit, dass es sich
hierbei um ein Arbeitsessen handeln
könnte
 Einladung kann
mündlich und kurzfristig erfolgen
 Als Gast wissen Sie,
dass das Essen ggf.
genutzt wird, um
bestimmte Themen
zu besprechen
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Restaurant-Einladungen, geschäftlich
Geschäftsessen ohne Begleitung
Formen von Business-Essen und ihre Besonderheiten (Forts.)
Ausrichtung/Zweck
Lokalität
Hinweis
 formeller Rahmen
 gehobenes
Restaurant
 Einladung erfolgt
schriftlich
 dient der Image- und
Kontaktpflege
 Genuss und gute
Gespräche stehen im
Vordergrund
Geschäftsessen mit Begleitung
Bankett
•
 allgemeine Geschäfts- und Wirtschaftsthemen sind
geeignet
 gut geeignet für feierliche
Anlässe
 in der Regel am Abend
 formeller Rahmen
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 ggf. erfolgt vorab
eine telefonische
Terminabsprache
 dient der Image- und
Kontaktpflege
 Konkrete geschäftliche Gesprächspunkte
können nach dem
Dessert kurz geklärt
werden
 gehobenes
Restaurant
 ggf. wird der Termin
vorher telefonisch
mit Ihnen abgestimmt
 gut geeignet für feierliche
Anlässe
 in der Regel am Abend
 größerer Gästekreis
 eher gesellschaftlicher
statt geschäftlicher
Rahmen
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 Einladung erfolgt
schriftlich
 Gesprächsthemen
werden so gewählt,
dass Begleitpersonen
von der Unterhaltung
nicht ausgeschlossen sind; geschäftliche Gesprächspunkte
können nach dem
Dessert kurz geklärt
werden
 gehobenes
Restaurant
 Einladung erfolgt
schriftlich
 separate
Räumlichkeiten
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Verdacht der Vorteilsannahme?
Wenn Sie als Kunde, Entscheidungsträgerin oder Geschäftspartner eingeladen werden, kann unter Umständen
der Verdacht der Vorteilsannahme mitschwingen. Beherzigen Sie folgende Regeln, damit Ihre Weste weiß bleibt:
1. Beschränken Sie die Gastfreundschaft, die Sie annehmen, auf das Geschäftsessen. Falls der Gastgeber offeriert, Ihnen das Luxus-Wellness-Wochenende im Grandhotel zu bezahlen, lehnen Sie besser dankend ab. Solche
Einladungen können Sie in Zugzwang bringen.
2. Bereiten Sie sich mental darauf vor, wie Sie reagieren,
falls der Gastgeber seine Essenseinladung mit speziellen Erwartungen an Sie verknüpft. Lenkt er nach dem
lukullischen Mammutmenü das Gespräch auf den
nächsten Auftrag, können Sie Ihr Wohlwollen äußern.
Sie sind allerdings zu nichts verpflichtet.
So kommen Sie
nicht in Zugzwang
3. Achten Sie darauf, dass sich Geben und Nehmen die
Waage halten und sprechen Sie bei Gelegenheit eine
Gegeneinladung aus.
extra
Kein „Business Talk“ vor dem Dessert?
Es gilt als typisch deutsch, beim Zusammentreffen und
am Telefon direkt auf den Punkt zu kommen. Das ist
nicht immer sinnvoll.
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p
p
Ich empfehle Ihnen: Halten Sie sich als Gast mit fachspezifischen Debatten zurück. Kritische oder unangenehme Themen schlagen auf den Magen. Klären Sie
sie besser im Besprechungszimmer und nicht im Restaurant.
Sofern der Gastgeber von sich aus einen geschäftlichen
Gesprächspunkt anschneidet, dürfen Sie natürlich kurz
darauf eingehen.
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Ist es die Absicht des Gastgebers, geschäftliche Gesprächspunkte während des Essens mit Ihnen zu klären?
Dann sollte er Sie vorab (per Telefon oder in der Einladung) darüber informieren oder Sie ausdrücklich zu einem Arbeitsessen einladen.
2. Die Lokalität und der Zeitpunkt
Die Lokalität gibt Ihnen Aufschluss über die Art der Veranstaltung und die angemessene Kleidung. Viele Restaurants haben mittlerweile eine Internetseite, so dass Sie
sich vorab über das Ambiente, die Speisen und die Ausrichtung des Lokals informieren können.
Je enger der Kontakt zwischen Gast und Gastgeber ist, desto
informeller wird das Terminproblem gelöst, etwa durch einen Telefonanruf. Der zeitliche Vorlauf hängt davon ab, wie
förmlich die Veranstaltung ist. Zu einem Bankettessen werden Sie als Gast Wochen vorher eingeladen, zum Lunch
können Sie sich auch spontan per Telefon verabreden.
Es gilt die faustregel: Je länger der zeitliche Vorlauf,
desto festlicher und offizieller der Anlass.
3. Richtig gekleidet:
So interpretieren Sie den Dresscode
Heutzutage versäumen es viele Gastgeber, in der Einladung
einen Bekleidungsvermerk vorzugeben. Das liegt daran,
dass sie die Dresscodes selbst nicht kennen oder die Eingeladenen nicht einschränken wollen. Dementsprechend ist
die Verunsicherung seitens der Gäste relativ hoch.
Es gelten folgende Grundsätze:
 Findet ein Essen während der Arbeitszeit oder im direkten Anschluss statt, ist die reguläre Geschäftskleidung angemessen.
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 Sofern der Gastgeber einen Bekleidungsvermerk vorgibt, befolgen Sie diesen (vgl. Beitrag D 68 „Dresscode, schriftlich“ in Ihrem Grundwerk).
 Macht der Gastgeber keine Angaben, sollten Sie sich als
Herr für einen Business-Anzug entscheiden. Dunkelgraue
oder -blaue, wahlweise (je nach Branche, Typ, Jahreszeit
und Geschäftsessen-Anlass) auch modische Braun- und
Beigetöne geeignet. Als Dame haben Sie die Qual der
Wahl. Im Zweifel sind Sie mit einem Business-Kostüm
oder einem Hosenanzug hervorragend gekleidet. Ein oder
zwei auffallende Schmuckstücke runden das Outfit ab
und geben ihm eine feierabendliche Note.
4. Wappnen Sie sich fürs Tischgespräch
Als Gast ist es Ihre Aufgabe, den Gastgeber zu unterstützen, indem Sie aktiv zum Gelingen der Tischgespräche
beitragen. Um einer peinlichen Stille zwischen den Gängen vorzubeugen, überlegen Sie sich ruhig ein paar allgemeine Themen, über die Sie bei der geplanten Veranstaltung plaudern können.
Aktuelle kulturelle oder sportliche Ereignisse sind gut geeignet, sofern sie nicht zu viel Vorwissen erfordern: Haben Ihre Gäste den neuen Film, den Sie so begeistert
schildern, verpasst, stehen sie Ihren Ausführungen hilflos
gegenüber.
Da kann es interessanter sein, über das Kultursponsoring
Ihrer Partnerfirma oder über die Kulturszene in der Heimatstadt Ihres Gastgebers zu sprechen, über Reisen, Hobbys oder – warum nicht – auch einmal über das Wetter.
Zur Vorbereitung sind die aktuelle Tageszeitung und Informationen über die Vorlieben der Ihnen bekannten Anwesenden eine große Hilfe.
Was ist eigentlich Small Talk?
Dem britischen König Charles II. wird nachgesagt, er habe
die Kunst der leichten Konversation so definiert: „Zuallerwww.stil.de
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erst geht es darum, in einem Gespräch dafür zu sorgen,
dass die Menschen sich wohl fühlen.“ Bringen Sie die Anderen zum Reden! Ein guter Start ist häufig eine direkte
Frage, mit der man an Informationen aus der Begrüßung
anknüpfen kann. Falls Ihr Gegenüber ein besonderes Hobby oder Interessensgebiet hat, sollten Sie sich darüber informieren. Schneiden Sie das Thema mit Fingerspitzengefühl an. Ihr Interesse sollte ehrlich sein, sonst verkehrt
sich der Effekt ins Negative!
Allgemeine wirtschaftliche und geschäftliche Themen
sind geeignet, sofern Sie keinen Ihrer Gäste damit langweilen und jeder mitreden kann.
Einander besser kennen lernen
Ein Geschäftsessen ist eine gute Gelegenheit, Geschäftspartner, die Sie bislang nur in einem sachlich-formellen
Rahmen erlebt haben, persönlich kennen zu lernen. Dieser
Hintergrundgedanke gilt natürlich für beide Seiten. Häufig spricht man deshalb auch über Persönliches wie Hobbys, die Zahl der eigenen Kinder oder die persönliche berufliche Entwicklung.
Nicht zu viel Persönliches verraten
Gesprächig – aber
nicht redselig
Wenn Sie im Gespräch bei persönlichen Themen landen,
können Sie dezent nachfragen. Antworten Sie im Gegenzug auf persönliche Fragen offen und ehrlich, geben Sie
dabei aber nicht alles preis. Sie leben in Scheidung? Erwähnen dürfen Sie das, falls nach Ihrem Familienstand
gefragt wird, Details aber möchte niemand wissen.
Lassen Sie sich auch keine konkreteren Angaben über
Ihre weiteren beruflichen Ziele entlocken. Persönliche
Gespräche sind im geschäftlichen Kontext immer ein Balanceakt. Ihr Gesprächspartner möchte einschätzen, ob
Sie ein vertrauenswürdiger Mensch sind, wie weit Ihre
Fachkompetenz und Ihre Visionen reichen. Wenn Sie alle
Informationen ehrlich und geschickt dosieren, wird das
Ergebnis dieser informellen „Prüfung“ positiv ausfallen
und Ihre Geschäftsbeziehungen festigen.
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5. Entscheiden Sie sich ggf. für ein
Gastgeschenk
Anders als bei geschäftlichen Einladungen nach Hause
müssen Sie bei Einladungen in ein Restaurant kein Gastgeschenk mitbringen. Falls Sie eine Aufmerksamkeit
überreichen möchten, tun Sie dies am besten am Ende des
Essens vor der Verabschiedung.
Blumen per Boten
schicken
Geeignet sind Klassiker wie Pralinen, Wein und regionale
Spezialitäten. Wenn Sie die Vorlieben/Interessen des
Gastgebers kennen, dürfen Sie auch darauf eingehen.
Blumen bringen Sie besser nicht ins Restaurant mit, weil
ein Bouquet während des Essens störend ist. Schicken Sie
sie vorab oder am Tag danach.
6. Erscheinen Sie pünktlich,
aber nicht überpünktlich
Für den Gastgeber gilt die Regel, dass er mindestens 15
Minuten vor der Zeit im Restaurant ist. So kann er in Ruhe
prüfen, ob er mit dem reservierten Tisch zufrieden ist und
entspannt seine Gäste begrüßen.
Als Gast sollten Sie pünktlich, aber nicht überpünktlich
sein. Geben Sie dem Gastgeber die Chance, vor Ihnen im
Restaurant zu sein und Sie formvollendet zu begrüßen.
mein erlebnis
Wenn der Gastgeber sich verspätet
Mein Mann und ich erlebten einmal folgende Situation:
Wir sind von einem Geschäftspartner ins Restaurant
eingeladen und erscheinen auf die Minute pünktlich.
Unser Gastgeber ist allerdings nicht da. Wir überprüfen
unsere Handys. Kein Anruf.
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Draußen regnet es in Strömen, so dass wir uns entschließen, das Restaurant zu betreten.
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Einen Barbereich hat es nicht. Leider. Im Eingangsbereich stehen wir im Weg, so dass der Ober uns gut zuredet, schon einmal am reservierten Tisch Platz zu nehmen.
Wir setzen uns auf die Plätze an der Wand, so dass wir
die Tür im Blick haben. Der Kellner reicht uns die Karten, doch wir bestellen nichts. Auf Kosten des Gastgebers zu bestellen, ohne seine Vorstellungen über den
Verlauf des Abends zu kennen, wäre vermessen.
Als er schließlich zur Tür herein kommt, sitzen wir bereits 15 Minuten auf dem Trockenen. Die Begrüßung
verläuft hektisch. Noch bevor wir die Stühle rücken und
uns erheben können, reicht er uns schon die Hand über
den Tisch hinweg. Wie ein Unbeteiligter setzt sich der
Gastgeber zu uns an den Tisch. Seine Chance als Regieführer des Abends ist vertan.
Zum Glück habe ich wenige Monate später erlebt, dass
es auch anders geht. Ein Gastgeber, der sich verspätete,
rief früh genug im Restaurant an. Der Ober empfing
mich am Eingang mit den Worten: „Sie müssen Frau
Jarosch sein. Herzlich willkommen. Viele Grüße von
Herrn … Er verspätet sich um wenige Minuten. Ich soll
Sie zum Tisch führen und Ihnen schon einmal einen
Aperitif anbieten.“
Die 5 Phasen des Geschäftsessens
Phase 1: Sie treffen zusammen
Die Begrüßung
Die Initiative zur Begrüßung geht immer vom Gastgeber
aus. Er heißt Sie mit einem Handschlag willkommen.
Aktiv werden müssen Sie, sofern der Gastgeber Ihren Begleiter/Ihre Begleiterin nicht kennt. Der korrekte Ablauf
ist wie folgt:
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beispiel:
 Der Gastgeber, Herr Bayer, reicht dem Gast, Frau
Schneider, die Hand: „Frau Schneider! Herzlich willkommen in München. Ich freue mich, dass wir kurzfristig einen Termin gefunden haben.“
 Frau Schneider antwortet: „Herzlichen Dank für die
Einladung, Herr Bayer. Ich möchte Ihnen gern meinen
Mann, Raimund Schneider, vorstellen.“
 Frau Schneider zu ihrem Mann gewandt: „Rainer, das
ist Herr Bayer, Geschäftsführer der ABC-Druckerei.“
(Herr Bayer reicht als Gastgeber Herrn Schneider die
Hand.)
Schnell-Check: Das sollten Sie über die Begrüßung
beim Geschäftsessen wissen
 Der Gastgeber ergreift die Initiative zum Begrüßen.
 Er begrüßt zuerst die ranghöhere, dann die rangniedere Person.
 Begleitpersonen „erben“ den Rang ihres Partners/
Begleiters.
 Sofern der Gastgeber die Begleitung kennt, gilt
„Ladies first“: Die Dame wird zuerst begrüßt.
 Kennt der Gastgeber Ihren Begleiter/Ihre Begleiterin nicht, sollen sie ihn/sie vorstellen.
 Falls Sie sitzen: Stehen Sie zur Begrüßung auf. Das
gilt im Geschäftlichen auch für Damen.
Betreten des Lokals
Betreten Sie das Lokal zusammen, geht der Gastgeber vor
und hält für Sie die Tür auf. Im Lokal übernimmt er die
Führung und wartet auf den Service. Als männlicher Gast
helfen Sie ggf. Ihrer Begleiterin aus dem Mantel, bevor
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Sie Ihren eigenen ausziehen. Delegieren Sie diese Aufgabe nicht an den Gastgeber oder an den Ober.
Gastgeber und weiblicher Gast
Der Gastgeber hilft einer Dame nur dann aus dem Mantel,
wenn sie ohne Partner erschienen ist. Ansonsten hält er
sich dezent zurück und sorgt dafür, dass die Mäntel sicher
verwahrt werden.
Gastgeberin und männlicher Gast
Als Mann, der zum Business-Essen eingeladen wird, werden Sie es vermutlich nicht schätzen, dass eine Gastgeberin Ihnen aus dem Mantel hilft. Ziehen Sie Ihren Mantel
selbst aus und übergeben Sie ihn der Gastgeberin.
Eine charmante Lösung ist auch, wenn Sie als aufmerksamer Gast der Gastgeberin beim Ablegen ihres Mantels behilflich sind, ihr aber ansonsten die Regieführung überlassen. Achten Sie auf ihre Körpersprache um herauszufinden,
welche Kavaliersgesten erwünscht sind.
Der Weg zum Tisch
Als Gast verhalten Sie sich abwartend. Folgende Möglichkeiten gibt es:
1. Der Kellner führt zum Tisch
In diesem Fall wird der geschulte Gastgeber Ihnen den
Vortritt lassen und hinter Ihnen gehen. Setzen Sie sich am
Tisch nicht sofort hin! Warten Sie einen Moment, um zu
klären, welche Vorstellungen der Gastgeber zur Platzwahl
hat. Vielleicht hat er sich bereits eine Sitzordnung überlegt.
2. Der Gastgeber führt selbst zum Tisch
In kleineren oder gutbürgerlichen Restaurants ist es zum
Teil noch üblich, dass Gäste den Tisch frei wählen. In diesem Fall geht der Gastgeber voran und Sie folgen ihm als
Gast.
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3. Größere Gruppen
Führt der Gastgeber eine größere Gruppe aus, entscheidet
er zweckmäßig und geht hinter dem Kellner voran, um
den Gästen bei der Platzwahl behilflich zu sein.
Warten auf weitere Gäste
Besitzt das Restaurant einen Barbereich, kann es sein,
dass Sie den Aperitif dort zu sich nehmen. Stehtische und
Barhocker bieten den Vorteil, dass der Gastgeber flexibel
agieren und die eintreffenden Gäste nach und nach begrüßen und alle miteinander bekannt machen kann. Sie dürfen erwarten, dass der Gastgeber Sie mit den Gästen, die
Sie noch nicht kennen, bekannt macht. Versäumt er diese
Aufgabe, stellen Sie sich notfalls selbst vor.
Vorsicht Fettnäpfchen:
 Vergessen Sie nicht, vor dem Geschäftsessen Visitenkarten einzustecken.
 Achten Sie bei der Ansprache neuer Kontakte darauf,
Titel und Funktionsbezeichnungen Ihrer Gäste korrekt
zu nennen – Professor Müller, der Vorstandsvorsitzende, ist eben nicht nur „Herr Müller“.
 Schalten Sie das Handy spätestens beim Eintreffen im
Restaurant aus.
 Sobald der Herr sich an den Tisch setzt, darf er die Jackettknöpfe öffnen; denken Sie daran, diese bei jedem
Aufstehen wieder zu schließen!
Phase 2: Sie wählen Speisen und Getränke
Der Gastgeber ist der Regieführer des Abends und als Gast
achten Sie auf seine Regieanweisungen. Bietet er Ihnen einen Aperitif an? Trockener Sherry, Champagner/Sekt,
Campari-Tonic oder Martini sind typische Klassiker. Sie
dürfen auch den Kellner fragen, welche Aperitifs er empwww.stil.de
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Sommerlich
erfrischend
Das In-Getränk ist derzeit
„Spritz“, ein herrlich prickelnder Drink aus Italien, der auch
an warmen Herbsttagen erfrischt. Zubereitung: Eine
Orangenscheibe wird mit ein
paar Eiswürfeln in ein großes
Weinglas geben. Mit Bitter
(z. B. Aperol oder Campari),
Prosecco und Soda auffüllen
und mit einem Strohhalm
servieren.
fehlen kann. Viele Restaurants bieten spezielle, saisonale (alkoholische und alkoholfreie)
Cocktails an, die als Aperitif geeignet sind.
Bitte beachten Sie:
 Wählen Sie keine süßen, reichhaltigen Getränke/Cocktails. Sie sind zu gehaltvoll und
beeinflussen das Geschmacksempfinden.
 Stark gesüßte Getränke und delikate Speisen vertragen sich generell nicht.
 Sie müssen keinen Alkohol trinken. Rechtfertigen Sie sich nicht, sondern teilen Sie
kurz mit: „Ich bleibe bei Mineralwasser.“
 Den Wein wählt in der Regel der Gastgeber aus und
berücksichtigt dabei auch die Vorlieben seiner Gäste.
Wenn Sie es vorziehen, während des gesamten Menüs
beim selben Wein zu bleiben, statt die eigentlich vorgeschriebene Reihenfolge von leicht zu schwer einzuhalten, teilen Sie das dem Gastgeber ohne Rechtfertigung mit.
 Bier ist als Alternative zum Aperitif mittlerweile akzeptiert, aber als Getränk zu einem edlen Menü immer
noch unüblich.
Dürfen Sie nach Herzenslust bestellen?
Ein guter Gastgeber gibt Ihnen Signale, inwiefern Sie
nach Herzenslust bestellen dürfen. Er berät Sie bei der
Speisenauswahl und fragt nach Ihren Vorlieben. Durch
kleine Hinweise wie „Das Heilbutt-Carpaccio klingt als
Vorspeise sehr verlockend“ signalisiert er Ihnen unauffällig, wie viele Gänge Sie wählen können. Empfiehlt er Ihnen das teuerste Gericht auf der Karte, so können Sie sicher sein, dass Sie nach Belieben wählen dürfen.
Schlechte Gastgeber geben Ihnen keine Signale sondern
lassen Sie mit der Speisenauswahl und der Bestellung allein. In diesem Fall bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als
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die Regieanweisung sanft einzufordern: „Wie ist es um Ihren Appetit bestellt? Starten wir mit einer Vorspeise oder
bestellen wir direkt das Hauptgericht?“
Achtung: Als Gast sollten Sie die Gastfreundschaft des
Gastgebers nicht ausnutzen. Es gibt Menschen, die bestellen das billigste Tafelwasser, wenn es auf die eigene
Rechnung geht. Auf fremde Kosten ist der teuerste Champagner gerade gut genug. Übertreiben Sie es nicht,
schließlich sollte man Ihnen keine Gier nachsagen.
Warten statt trinken
Sobald der Aperitif (alternativ: der erste Wein) serviert ist,
ist es bei einem Gastgeberpaar Aufgabe des Mannes, das
Glas zu erheben und „zum Wohl“ zu wünschen. Fehlt der
Gastgeber, übernimmt die Gastgeberin diesen Part. Als
Gast zeigen Sie sich geduldig und trinken nicht, bevor die
Getränke offiziell freigegeben wurden.
Zu kalt, zu salzig, zu fad: Wenn Sie reklamieren müssen
Stimmt etwas mit Ihrem Essen nicht? Geben Sie dem
Gastgeber freundlich Bescheid: „Die Suppe ist köstlich,
aber leider nur lauwarm.“ Der umsichtige Gastgeber
wird die Reklamation für Sie übernehmen. In größerer
Runde, wenn der Gastgeber weiter weg sitzt, sprechen Sie
den Kellner dezent an und reklamieren selbst.
Der Gastgeber
reklamiert für Sie
Phase 3: Sie überbrücken die Wartezeiten
mit guter Unterhaltung
Während Sie auf das Essen warten, ist die beste Gelegenheit für einen entspannten Small Talk. Greifen Sie die Gesprächsthemen auf, die der Gastgeber offeriert. Bringen
Sie selbst Themen ein, falls die Unterhaltung ins Stocken
gerät. Besonders geeignet für eine entspannte Konversation sind allgemein interessierende Themen, zu denen Ihre
Sitznachbarn viel zu sagen haben. Bitten Sie Ihre Tischnachbarin also ruhig, von ihrer gerade abgeschlossenen
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Restaurant-Einladungen, geschäftlich
Reise nach Südamerika zu berichten. Durch Blickkontakt,
aktives Zuhören und gezieltes Nachfragen signalisieren
Sie ihr ernsthaftes Interesse an der Unterhaltung.
Normalerweise wählen Sie für den Small Talk leichte
Themen. Wenn Ihr Kreis aber plötzlich engagiert und
kenntnisreich über die jüngsten Steuererhöhungen debattiert, müssen Sie nicht eingreifen – erlaubt ist auch beim
Small Talk, was gefällt. Sobald Sie merken, dass die
Mehrheit der Gesprächsteilnehmer sich langweilt, dürfen
Sie geschickt zu einem anderen Thema überleiten, ohne
deshalb oberflächlich zu wirken.
Phase 4: Sie genießen gemeinsam die Speisen
Zeitgleich beginnen
In einem Restaurant der gehobenen Kategorie werden alle
Speisen eines Ganges etwa zur gleichen Zeit serviert. Bei einem Gastgeberpaar ist es Aufgabe der Frau, das Besteck zu
ergreifen und somit das Zeichen zum Essensbeginn zu geben. Fehlt die Gastgeberin, gibt der Gastgeber dieses Signal.
In kleiner Runde wird der Gastgeber Ihnen einen „Guten
Appetit“ wünschen, bei einem großen formellen Bankettessen hingegen entfällt jeglicher Kommentar: Sie beginnen einfach mit dem Essen, wenn jeder an Ihrem Tisch
sein Gericht hat.
Wenn Sie Ihr Essen schon haben –
und andere Gäste noch nicht
Sollte es zu Verzögerungen in der Küche kommen, werden der aufmerksame Gastgeber/die aufmerksamen
Tischnachbarn Sie bitten, bereits mit dem Essen zu beginnen. Dieser Aufforderung dürfen Sie folgen und zum Besteck greifen.
Vorsicht fettnäpfchen:
Keine Restaurierungs-Arbeiten am Tisch
Wenn Sie sich frisch machen oder einen Zahnstocher benutzen wollen, tun Sie dies nie am Tisch; verlassen Sie
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zwischen den Gängen kurz den Platz und suchen Sie den
Waschraum bzw. die Toilette auf. Dort können Sie sich
nicht nur in Ruhe überzeugen, dass beim Essen nichts
zwischen Ihren Zähnen hängen geblieben ist, sondern ggf.
auch Frisur und Make-up kontrollieren.
Phase 5: Sie verabschieden sich
zur rechten Zeit
Nach dem Kaffee ist der richtige Moment, um ggf. noch
kurz ein geschäftliches Thema anzusprechen. Möchte der
Gastgeber allzu kritische Punkte anschneiden oder in die
Tiefe gehen, bleiben Sie allgemein und bitten um Vertagung. Schlagen Sie vor, die Diskussion darüber auf das
nächste Sachmeeting zu verlegen.
Als Gast wissen Sie, dass etwa 15 Minuten nach dem Kaffee die Zeit zum Aufbruch gekommen ist. Der Gastgeber
wird sich für Ihr Kommen bedanken und die Tafel aufheben. Zieht sich der Abend nach dem Kaffee noch weiter in
die Länge, dürfen Sie auch als Gast die Initiative zum
Aufbruch ergreifen.
Nach dem Business-Essen: Extra Dank
Sollte während des Geschäftsessens einer der Anwesenden zu viel getrunken haben, ein Malheur oder eine Peinlichkeit passiert sein, versteht sich von selbst, dass Sie
darüber schweigen.
Der Gastgeber wird sich stattdessen freuen, wenn Sie sich
noch einmal für die Einladung bedanken, die Restaurantauswahl loben und die Intensivierung des persönlichen
Kontakts würdigen.
Geben und Nehmen
Geben und Nehmen halten in einer tragfähigen Geschäftsbeziehung die Waage. Machen Sie sich in Ihrem Kalender
jedoch eine Notiz, damit Sie nicht vergessen, bei nächster
Gelegenheit eine Gegeneinladung auszusprechen.
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Die Rolle des Gastes in den 5 Phasen
eines Business-Essens
1. Zusammentreffen/Begrüßung
 pünktlich eintreffen
 Begrüßungs-Rituale beherzigen
 Begleitpersonen vorstellen
 sich bekannt machen lassen/sich notfalls selbst
bekannt machen.
2. Speisen- und Getränkeauswahl
 Speisen und Getränke wählen und dabei die Regieanweisungen des Gastgebers beachten (Anzahl der
Gänge, Preisniveau)
 ggf. Regieanweisung des Gastgebers sanft
einfordern.
3. Aktive Beteiligung an Tischgesprächen
 Themen vorbereiten
 alle Anwesenden ins Gespräch einbeziehen
 keine Vertraulichkeiten ausplaudern
 hitzige oder ungeeignete Themen abwiegeln und
umschiffen.
4. Speisen und Getränke genießen
 nicht mit dem Trinken beginnen, bevor der
Gastgeber zum Glas greift und Ihnen zuprostet
 nicht mit dem Essen beginnen, bevor die Gastgeberin (alternativ: Der Gastgeber) zum Besteck greift
 Tischsitten beachten
 eigenen Alkoholkonsum mäßigen.
5. Abend beenden
 auf die Aufbruch-Signale und Körpersprache
des Gastgebers achten
 ca. 15 Minuten nach dem Kaffee aufbrechen
 sich für die Einladung bedanken.
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Seele and Geist
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