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1 Bernd Gombold Zwei wie Hund und Katz Ein Lustspiel in drei

EinbettenHerunterladen
Gemeinde ins Haus steht! Der Bürgermeister ist derart
von sich überzeugt, daß er sich als Brunnenfigur auf der
Bernd Gombold
Mitte des Dorfplatzes verewigen läßt. Diese
Zwei wie Hund und Katz
Selbstverherrlichung ist dem Pfarrer zuwider. Wen
Ein Lustspiel in drei Akten
wundert es, daß er im Zorn meint, aus diesem
für 5 Damen und 8 Herren
Dorfbrunnen müsse schon Heilwasser fließen, damit er
E 273
mit dem Bürgermeister zusammenarbeiten könne.
Bestimmungen über das Aufführungsrecht des Stückes
Dieser Ausspruch hat fatale Folgen! Der gerissene Opa
Zwei wie Hund und Katz (E 273)
und der Altknecht, zwei "kaisertreue Haudegen" vom
Das Recht zur einmaligen Aufführung dieses Stückes
alten Schlag, nutzen die Ankunft von Feriengästen, um
wird durch den Kauf der vom Verlag vorgeschriebenen
den "Wunsch" des Pfarrers wahr werden zu lassen.
Bücher und Zahlung einer Gebühr erworben. Für jede
Angeblich sei ein Feriengast durch einen Sturz vom
Wiederholung bzw. weitere Aufführung des Stückes
Heuboden schwer verletzt worden, aber durch die
muß eine vom Verlag -festgesetzte Gebühr vor der
Berührung mit dem Brunnenwasser wieder geheilt,
Aufführung an den Deutschen Theaterverlag PF 10 02-
erzählt man sich. Daraufhin bricht das Heilwasser-Fieber
61, 69 442 Weinheim/Bergstraße gezahlt werden, der
aus. Bürgermeister und Pfarrer werten dieses Phänomen
dann die Aufführungsgenehmigung erteilt.
als Ergebnis ihrer "blendenden Nachbarschaft" und
Die Gebühr beträgt 10 % der Gesamteinnahmen bei
werden plötzlich Freunde.
einer im Verlag zu erfragenden Mindestgebühr.
Presse, Fernsehen und Radio lassen nicht lange auf sich
Diese Bestimmungen gelten auch für
warten, ebensowenig der "Commerz". Beflügelt durch
Wohltätigkeitsveranstaltungen und Aufführungen in
unerwartete Einnahmen aus dem Heilwasserverkauf,
geschlossenen Kreisen ohne Einnahmen.
planen die beiden nicht nur eine 1200-Jahr-Feier,
Unerlaubte Aufführungen, unerlaubtes Abschreiben,
sondern ein Jahrhundertereignis. Vorschnell wird ein
Vervielfältigen oder Verleihen der Rollen müssen als
vermeintlicher Opernstar engagiert. Doch an dessen
Verstoß gegen das Urheberrecht verfolgt werden.
Echtheit darf gezweifelt werden, denn der gewiefte Opa
Den Bühnen gegenüber als Handschrift gedruckt.
hat die Fäden in der Hand und bereitet dem Heilwasser-
Alle Rechte, auch die der Übersetzung, Verfilmung,
Fieber ein schnelles Ende.
Rundfunk- und Fernsehübertragung, sind vorbehalten.
Selbstverständlich können - und sollen - die südwest-
Das Recht zur Aufführung erteilt ausschließlich der
deutschen Anspielungen auf solche im Spielort
Deutsche Theaterverlag,
umgestellt werden. Auch die Verwendung des örtlichen
Postfach 10 02 61, D- 69 442 Weinheim/Bergstraße.
Dialekts wird sehr empfohlen.
Für die einmalige Aufführung dieses Stückes ist der Kauf
von 12 Textbüchern und die Zahlung einer Gebühr
PERSONEN
vorgeschrieben.
JOHANNES RESTLE, Bürgermeister, sehr von sich
Zusätzliche Rollen können zum Katalogpreis
überzeugt, überhebliches Auftreten, geldgierig, ca. 50
nachbezogen werden.
Jahre alt
INHALTSANGABE
ERNA RESTLE, seine Frau, "schlagfertig", sehr energisch,
Es ist schon merkwürdig! Über Nacht rückt ein kleines,
resolute Person, kann aber auch gutmütig sein, ca. 50
unscheinbares Dorf in den Mittelpunk der Presse-, Radio-
Jahre alt
und Fernsehberichterstattung. Sogar der
BÄRBEL RESTLE, deren Tochter, Krankenschwester,
Ministerpräsident interessiert sich urplötzlich für dieses
hübsch, intelligent, ca. 20 Jahre alt
Dorf und schickt deshalb einen hochkarätigen
WILHELM RESTLE, Opa, Schlitzohr, vom alten Schlag, für
Ministerialbeamten. Und dabei fing alles so harmlos an:
jeden Streich zu haben, gerissen, ca. 70 Jahre alt
Der Bürgermeister und der Dorfpfarrer, seit jeher
KARL, Altknecht bei Restles, bester Freund von Wilhelm,
Nachbarn, streiten wieder einmal, daß die Fetzen
gemeinsam sind sie unschlagbar, bei jeder Dummheit
fliegen. Und das, wo doch die 1200-Jahr-Feier der
dabei, ca. 60 Jahre alt
1
LINA, Magd bei Restles, naiv, nicht sehr schlau, harte
Hand. Beide marschieren im Gleichschritt um Lina. Aus
Schale, weicher Kern, rauhe Umgangsform, ca. 30 Jahre
einem Cassettenrecorder tönt "Preußens Gloria".
alt
Karl:
SEBASTIAN, Dorfpfarrer, intelligent, hat es faustdick
... und eins, und zwo, und drei, Abteilung haaalt! Rechts
hinter den Ohren, streitet gern, ca. 50 Jahre alt
um zur Meldung an den Kaiser.
HEDWIG, Pfarrhauserin, streng, aber der gute Geist des
beide stehen stramm
Hauses, "ihren Pfarrer" stellt sie über alles, ca. 60 Jahre
Wilhelm:
alt
Seine Majestät, Wilhelm II., König von Preußen und
GUSTAV, Feuerwehrkommandant, hinterlistig, immer zu
Kaiser von Deutschland, er lebe hoch.....
Späßen aufgelegt, hat nur die neue Feuerwehrfahne im
beide
Kopf, ca. 40 Jahre alt
.... hurra, hurra, hurra!
MICHAEL, heimlicher Freund von Bärbel, Musikstudent,
Karl:
begnadeter Sänger, gewieft, ca. 25 Jahre alt
wieder normal
KLOTHILDE SONNENSCHEIN, Feriengast, energisch und
Und was kommt jetzt, Wilhelm?
herrschsüchtig, unangenehme Person, ca. 40 Jahre alt
Wilhelm:
KNUTH SONNENSCHEIN, Feriengast, steht völlig im
piekst Lina mit dem Bajonett und deutet auf den
Schatten seiner Frau, hat nichts zu melden, ängstlich, ca.
Hackstotzen
40 Jahre alt
Die Enthauptung!
LEO LACHMANN, Regierungsdirektor, der typische
Karl:
Beamte, penibel, exakt, diensteifrig, ca.40 Jahre alt
Sollen wir sie wirklich köpfen?
BÜHNENBILD
Wilhelm:
Freie Landschaft.
Warum nicht, das gefällt dem Kaiser!
Auf der rechten Seite das Pfarrhaus mit einem Fenster
Karl:
und einer Tür. Schlichte Fassade, am Vordach hängt eine
Ich meine ja nur, aufhängen ginge bedeutend länger!
Blumenampel. Am Haus eine kleine Holzbank und ein
Wilhelm:
Tisch mit zwei Stühlen.
Also wenn der Kaiser Wilhelm zu unserer 1200-Jahr-Feier
Auf der linken Seite das Haus des Bürgermeisters mit
in die Gemeinde kommt, dann müssen wir ihm ja
schöner Hausfassade, verzierten Fensterläden und
schließlich was bieten. Deshalb ...
Fensterrahmen, Blumenkästen, wuchtige Haustür. An der
macht Handbewegung
Wand hängt ein altes Wagenrad o.ä. Vor dem Haus steht
... runter mit der Rübe, Lina!
ein moderner, runder Tisch mit mehreren Stühlen.
Lina zappelt immer stärker
Die beiden Häuser trennt in der Mitte der Bühne ein
Karl:
Gartenzaun mit einer Gartentür. Entlang des Zaunes sind
Ich wär doch lieber für Aufhängen!
beidseitig kleine Blumenbeete und Strauchwerk.
Wilhelm:
Im Bühnenhintergrund ist eine freie Landschaft mit
Karl, lies doch, was der Kaiser uns geschrieben hat:
Holzschopf oder Gartenlaube oder die Ansicht eines
zieht einen Brief aus dem Uniformrock und liest
Straßenzuges, Dorfes oder Waldstücks.
"Geschätzte Dragoner Wilhelm und Karl........ und
1. A K T
möchte anläßlich meines Kommens an Ihrer 1200-JahrFeier einer Enthauptung des Feindes auf dem
Brunnenplatz Ihres Dorfes beiwohnen." Deutlicher geht
1. Szene:
es wohl nicht mehr, oder, Karl?
Auf der linken Bühnenhälfte ist Lina auf einen Stuhl
Karl:
gefesselt, ein Halstuch ist vor ihren Mund gebunden.
Und warum muß es ausgerechnet die Lina sein?
Neben dem Stuhl steht ein Hackstotzen, darin steckt ein
Wilhelm:
großes Beil. Wilhelm und Karl tragen alte Uniformen mit
Unsere Lina wollte doch schon immer mal im
Säbeln und haben je ein Gewehr mit Bajonett in der
Mittelpunkt stehen.Was bietet sich da besser an, als
2
solch eine Veranstaltung. Komm, Karl, bring die
selbst geschrieben. Typisch, schon in der Volksschule hat
Gefangene her!
der Wilhelm immer im Diktat einen "Sechser" gehabt:
hebt drohend die Axt hoch
Einen Fehler nach dem anderen. Schreibt der "Kommen"
Karl:
vorne mit "ck".
Im Namen seiner Majestät, des Kaisers:
Lina:
Mitkommen, Widerstand ist zwecklos!
Wieso, wie schreibt man das sonst?
bindet Lina los und nimmt das Tuch vom Mund
Hedwig:
Lina:
Oh Lina, mit dir wird es auch nicht mehr besser!
schreit und wehrt sich
Lina:
Hilfe, Hedwig, Hedwig, die wollen mich köpfen ....
Du, Hedwig, tut köpfen eigentlich weh?
2. Szene:
Hedwig:
Hedwig:
Du kannst es ja mal ausprobieren.
mit großem Besen von rechts aus dem Haus, schlägt auf
Lina:
Karl und Wilhelm ein
Also ich glaube nicht. Weil gestern hab ich unserer alten
Loslassen, sag ich! Ihr elende Lumpen, euch werd ich
Legehenne den Kopf abgeschlagen und sie hat sich gar
helfen, laßt mir bloß die Lina in Ruhe!
nicht mehr bewegt und auch nicht mehr gegackert.
Wilhelm:
Deswegen kann das Köpfen gar nicht so weh tun.
Komm Karl, Rückzug zur Lagebesprechung! Der Feind ist
Hedwig:
in der Überzahl! Die Weibsbilderkavallerie kennt keine
Die alte Legehenne? Die war doch euer bestes Vieh im
Gnade.
Stall, die hat doch am meisten Eier gelegt.
beide hinten links ab
Lina:
Lina:
Der Herr Bürgermeister hat gesagt, ich soll das machen.
ganz aufgeregt
Die blöde Henne hat nämlich schon wieder zu euch
Gott sei Dank bist du rechtzeitig gekommen, Hedwig!
rüber in Pfarrers Garten ein Ei gelegt. Dann hat der
Sonst hätten die mich beinahe wieder geköpft, so wie
Bürgermeister gesagt, bevor der Pfarrer nochmal ein
gestern!
einziges Ei von uns bekommt, soll ich der Henne den
Hedwig:
Kragen runterhauen. Außerdem hat sie ein "Kalk-Fidle"
nimmt sie in den Arm
gehabt, jetzt gibts heut eben Hühnersuppe.
Noch sitzt der Kopf auf dem richtigen Platz! Solche
3. Szene:
Kindsköpfe, jetzt bin ich über 30 Jahre Pfarrhauserin,
Pfarrer:
aber das habe ich noch nicht erlebt. Da wird man ja
von rechts aus dem Pfarrhaus, streng
verrückt, wenn man solche Nachbarn hat.
Hedwig, was machst du da drüben? Verlasse sofort dem
Lina:
sein Grundstück und komm wieder rüber.
Hedwig, ich habe solche Angst vor der 1200-Jahr-Feier!
Johann:
Hoffentlich kommt der Kaiser nicht, sonst muß ich ja
von links aus dem Bürgermeister-Haus
wirklich ohne Kopf rumlaufen.
Lina, wie oft hab ich dir schon gesagt, du sollst mit
Hedwig:
denen da drüben nicht mehr reden! Will sie dir wieder
Oh Lina, wie oft hab ich dir schon gesagt, daß es keinen
einen Heiligenschein aufschwatzen?
Kaiser mehr gibt, der ist schon längst gestorben. Und
Lina:
geköpft wird auch niemand!
Herr Bürgermeister, Herr Bürgermeister, hast du gewußt,
Lina:
daß es den Kaiser Wilhelm gar nicht mehr gibt?
Aber lies doch den Brief, den hat der Kaiser doch selbst
Hedwig:
unterschrieben.
Lina, komm wir gehen. Jetzt geht die Streiterei schon
Hedwig:
wieder los!
nimmt den Brief vom Tisch
Johann:
Lina, diesen Brief haben die beiden alten Simpel doch
Wenn da einer geht, dann du, Pfarrhauserin! Die Lina
3
bleibt da! Lina, hol mir die Zeitung raus!
Ihnen sagen, daß..... ??? Herr Bürgermeister, was soll ich
Lina gehorcht, Johann setzt sich mit dem Rücken zum
ihm nochmal sagen?
Pfarrhaus an den Tisch
Pfarrer:
Pfarrer:
Hedwig, sag ihm, daß das Ei vorzüglich schmeckt und
Hedwig, komm sofort rüber und hol mir mein Frühstück
daß seine Hühner spendabler seien als er selbst, sonst
raus!
hätte er schon längst was für die
Hedwig gehorcht, Pfarrer setzt sich mit dem Rücken zum
Kirchendachrenovierung gespendet.
Bürgermeisterhaus an den Tisch
Hedwig:
Lina:
Der Herr Pfarrer sagt, daß das Ei.....
von links
Johann:
Da ist deine Zeitung, Herr Bürgermeister.
Lina, sag ihm, daß er keinen "Roten" von mir bekommt!
Johann:
Vorher baue ich im Nachbarort ein Kongresszentrum,
Lina, das ist die Zeitung von gestern!
obwohl ich von denen keine einzige Stimme bei den
Lina:
Kreistagswahlen bekommen habe.
Dann hab ich mit der neuen Zeitung heute morgen das
Lina:
Feuer angemacht. Ist das schlimm?
Herr Bürgermeister, was ist ein Kongresszentrum?
Pfarrer:
Johann:
ruft auffällig laut ins Haus
Lina, und frage ihn, ob er meinen Leserbrief schon
Hedwig, bring mir auch gleich die Zeitung von heute
gelesen hat!
morgen mit, damit ich sie in aller Ruhe lesen kann.
Pfarrer:
Hedwig:
liest Zeitung vor, erbost
mit Tablett von rechts
"Pfarrer behütet nicht seine Schafe, sondern schaut, daß
Lassen Sie es sich gut schmecken, Herr Pfarrer!
er seine Schäfchen im Trockenen hat", so eine Frechheit!
Pfarrer:
Hedwig, sag diesem Geizkragen, daß ich auf sein Geld
erhebt sich und betet andächtig zum Himmel
verzichte! Von mir aus soll er sich damit nochmals einen
Herr, ich danke dir für deine Güte, daß du fremde
Bürgermeister-Gedächnisbrunnen ins Dorf stellen. Sag
Hühner schickst, die in meinen Garten Frühstückseier
ihm, daß er aber diesmal als Brunnenfigur nicht wieder
legen.
sich selbst, sondern seine Legehenne zur Erinnerung an
klopft auffällig und genüßlich das Frühstücksei auf
die vielen Frühstückseier nehmen soll.
Johann:
Johann:
betet ebenso
Lina, frag ihn, ob er aus dem Klingelbeutel vom letzten
Und ich danke dir, Herr, daß ausgerechnet das Huhn,
Sonntag wieder seinen Urlaub finanziert!
das in anderleuts Gärten Eier legt, einen Wassergack und
Pfarrer:
keine Federn mehr hatte. Das Ei soll Ihnen besonders gut
Hedwig, frag diesen Steuerbetrüger, ob er überhaupt
schmecken, Herr Pfarrer!
noch weiß, wie ein Klingelbeutel aussieht oder ob das
für sich
Bierglas das einzige ist, in das er noch reinschaut!
Bauchkrämpfe soll er davon bekommen!
Hedwig:
Lina:
Komm Lina, wir gehen arbeiten, das hören wir uns nicht
Herr Bürgermeister, du hast doch gesagt, daß du mit
alles an!
dem Herr Pfarrer kein Wort mehr sprichst.
beide beginnen links und rechts des Zaunes den Garten
Johann:
zu machen
Von mir aus! Lina, dann sag dem da drüben, er soll sich
Johann:
das Ei besonders gut schmecken lassen!
Hiergeblieben, Lina! Soll ich dir mal erzählen, was unser
Lina:
Merkwürden mit dem Klingelbeutel macht? Immer nach
geht zum Zaun
dem Gottesdienst in der Sakristei wirft er das Geld in die
Herr Pfarrer, der Herr Bürgermeister hat gesagt, ich soll
Luft und sagt zu den Ministranten: "Was der Herr
4
brauchen kann, wird er schon oben behalten, der Rest
Wilhelm:
ist für uns!"
mit Karl von links hinten, wieder in normaler
Pfarrer:
Arbeitskleidung
Hedwig, was glaubst du, wie unser sauberer Schultes
Komm Karl, die Luft ist rein! Kein einziger Rock mehr in
mit den Gemeindefinanzen umgeht? Seine ganzen
der Nähe! Wissen Sie, Herr Pfarrer, wir Dragoner haben
Frauengeschichten läßt er als Kultur- und
da unsere Prinzipien!
Gemeinschaftspflege laufen und finanziert sie aus dem
Pfarrer:
Repräsentationsfond!
So, welche denn?
4. Szene
Karl:
Erna:
Eine Frau ist ein Ärgernis...
mit Teppichklopfer erbost von links aus dem Haus
Wilhelm:
Johann! Johannes Restle! Was muß ich zufällig im
...zwei Frauen sind eine Strafe ....
Vorbeigehen erfahren? Weibergeschichten? Du Lump,
Pfarrer:
du Weiberheld, du Betrüger, du Paragraphen-Casanova,
Aber drei Frauen sind eine Heimsuchung! Ich weiß, ich
du Rathaus-Bandit! Dir werd ich helfen! Dir bring ich
weiß! Oh Wilhelm, mit dir kann man auch ab und zu
noch Respekt bei! Komm sofort mit ins Haus, damit ich
einen Scherz machen. Wenn ich da an deinen Sohn
dir deine Weibergeschichten austreiben kann!
denke, den Bürgermeister! Der hat den wahrhaftigen
prügelt ihn mit dem Teppichklopfer ins Haus, beide links
Teufel in sich!
ab
Karl:
Pfarrer:
Aber Herr Pfarrer! Manchmal würden Sie mit Hörnern
blickt zum Himmel, gütig
auch nicht auffallen!
Unser Herrgott vermag eben den Spreu vom Weizen zu
Wilhelm:
trennen.
Meint ihr beiden nicht, daß ihr euch auf die 1200-Jahr-
Erna:
Feier endlich mal vertragen müßtet? Oder kocht da etwa
blickt nochmals aus der Tür
jeder sein eigenes Süppchen?
Gelobt sei Jesus Christus, Herr Pfarrer.
Pfarrer:
wieder links ab, im Hintergrund hört man sie wieder
Wilhelm, bevor ich mit deinem Herrn Sohn und
schimpfen
Bürgermeister irgendetwas gemeinsam für die 1200-
Lina:
Jahr-Feier mache, müßte gerade aus dem Dorfbrunnen,
schreit plötzlich auf und jammert
auf dem er sich als Brunnenstatue hat verewigen lassen,
Au, auweh, ohje, jetzt verblute ich ....
Heilwasser fließen.
Hedwig:
5. Szene:
erschrocken
Gustav:
Was ist passiert, Lina?
von rechts hinten
Lina:
Grüß Gott, die Herren, so, wie gehts ums Haus rum?
Der Herr Bürgermeister hat gesagt, ich soll hier im
Pfarrer:
Garten Stacheldraht legen, daß es den Pfarrer
Es könnte besser sein, Gustav.
jenseitsmäßig erwischt, wenn er bei Nacht wieder hier
Gustav:
umeinanderschnüffelt, und jetzt hat es mich selbst
Man sieht Ihnen aber noch keine Not an, Herr Pfarrer.
erwischt!
Ich wollt mich nur mal erkundigen wegen der
Pfarrer:
Fahnenweihe.
Lina, die kleinen Sünden straft der Herr sofort!
Pfarrer:
Hedwig:
Fahnenweihe?
Das bringt was! Es wäre besser, er würde es sofort
Gustav:
verbinden. Komm mit ins Pfarrhaus, Lina, ich mache dir
Der Schultes spendiert doch der Freiwilligen Feuerwehr
einen Verband ran.
anläßlich der 1200-Jahr-Feier unserer Gemeinde eine
5
neue Feuerwehrfahne! Und die müssen Sie weihen!
und fällt rückwärts über die Koffer, liegt hilflos auf dem
Wilhelm:
Boden
Ohje, wenn mein Sohn die Fahne spendiert, dann ist sie
Klothilde:
nicht viel größer als ein Taschentuch!
brüllt wieder
Pfarrer:
Steh auf, Tolpatsch! Oder willst du hier Wurzeln
Wenn der Bürgermeister die Fahne spendiert, dann
schlagen?
weihe ich sie auf keinen Fall!
Pfarrer:
Karl:
Ist er Ihr Diener?
Geht das schon wieder los?
Klothilde:
Gustav:
Diener? Herr Pastor, ich wünschte, es wäre so!
Und wenn sie der Pfarrer weiht, dann bezahlt der
enttäuscht
Schultes keinen Pfennig daran! Wenn ich so genau
Er ist mein Gatte, leider!
überlege, dann ist mir eine bezahlte Fahne lieber als eine
Pfarrer:
geweihte!
Womit kann ich Ihnen nun helfen?
geht auf die linke Bühnenhälfte zum Haus des
Klothilde:
Bürgermeisters
Ach Herr Pastor, ich bin ganz verzweifelt! Seit einer
Wo ist der Schultes?
halben Stunde irre ich hier im Dorf umher! Ob ich wohl
Pfarrer:
nun richtig bin?
schadenfroh
Pfarrer:
Er hat gerade eine private Unterredung mit seiner Frau!
Bei mir sind Sie immer richtig! Setzen Sie sich bitte!
6. Szene:
Kann ich Ihnen etwas Frisches zu trinken anbieten?
Klothilde:
Knuth will sich setzen
von rechts hinten, aufgestylt, mit großem Sonnenhut
Klothilde:
und Sonnenbrille, schmuckbehangen. Dahinter Knuth in
Hat der Herr Pastor etwa dich gemeint, Knuthchen? Ich
spärlicher Kleidung, trägt mehrere Gepäckkoffer und
bezweifle dies.
Klothildes Schminkkoffer
setzt sich
Gütiger Gott, Herr Pastor, helfen Sie mir, ich habe mich
Pfarrer:
völlig verirrt.
Ihr Gatte kann sich natürlich auch setzen!
Pfarrer:
Klothilde:
Verirrte Schäflein soll man zur Herde zurückführen.
Nur keine Umstände, Herr Pastor! Knuthchen ist es
Womit kann ich Ihnen helfen?
gewohnt zu stehen! Lange Rede, kurzer Sinn, Herr
Knuth:
Pastor, ich suche Herrn Bürgermeister Johannes Restle.
Wir ... wir ....
Ich bin höchstpersönlich von ihm eingeladen worden!
Klothilde:
Pfarrer:
Knuthchen, Knuthchen! Wie oft habe ich dir schon
springt auf, wütend
gesagt, daß du dich nicht ungefragt äußern sollst!
Und was wollen sie dann noch bei mir? Ich bin der
Knuth:
Pfarrer, sieht man das nicht? Und zu trinken gibt's auch
Klothilde, ich.....
nichts!
ihm fällt der Schminkkoffer zu Boden
Wilhelm:
Klothilde:
Oha, Herr Pfarrer, weist man so verirrte Schäflein
brüllt ihn an
zurecht?
Waschlappen, nicht einmal imstande, etwas Gepäck zu
Pfarrer:
tragen! Entschuldigen Sie, Herr Pastor, aber Knuthchen
Als Hirte bin ich für schwarze Schafe nicht zuständig!
ist für mich wie ein Bremsklotz, der meine vielfältigen
rechts ab ins Haus
Initiativen bremst!
Karl:
Knuth muß husten, läßt dabei die restlichen Koffer fallen
Wenn Sie den Herrn Bürgermeister suchen, dann müssen
6
Sie mit ihrem großen Hut und ihrem Knuthchen auf
Johannes, Johännchen, Jojo-Schatz, ich bin da!
unsere Seite kommen, denn der Bürgermeister wohnt
Johann:
hier!
Um Gottes willen, wer ist das?
Klothilde:
Klothilde:
Das hätten Sie auch gleich sagen können!
Erkennst du mich nicht mehr? Ich bin es, Klothilde
Karl:
Sonnenschein, Klothildchen hast du mich immer
Sie haben ja nicht danach gefragt!
genannt! Du hast mir doch als 10.000ste Besucherin des
Klothilde:
Bauernmuseums ein Essen spendiert. Und dann in der
Knuthchen, die Koffer!
Nacht hast du mich zwei Wochen zu dir eingeladen. Und
Knuth hat Mühe, alle Koffer wieder aufzunehmen
nun bin ich hier! Freust du dich denn nicht auf mich?
Klothilde:
Johann:
steht vor der Gartentür
Ja ja, ich kann mich erinnern! Aber erzähle bloß nicht so
Knuthchen, öffne mir gefälligst die Tür!
viel, wenn das meine Frau hört! Komm schnell mit ins
Knuth:
Gästezimmer, meine Frau darf dich nicht sehen!
Wenn du meinst, Klothilde.
deutet auf Knuth
läßt alle Koffer wieder fallen
Wer ist der da?
Klothilde:
Klothilde:
brüllt
Ach, er ist keiner Erwähnung wert! Laß uns gehen!
Wie oft muß ich dir noch beibringen, daß du die Koffer
zu Knuth
nicht fallen lassen sollst! Waschlappen!
Und du bleibst hier stehen, rührst dich nicht von der
stolziert durch die nun geöffnete Tür
Stelle und machst keinen Mucks, bis ich wiederkomme,
Wilhelm:
ist das klar?
Du, Karl!
Johann:
Karl:
Und ihr drei habt nichts gehört und gesehen!
Was ist?
mit Klothilde links ab ins Haus
Wilhelm:
Wilhelm:
Wenn die mir gehören würde, der würde ich mehr
stellt sich vor Knuth und bellt
Schläge als Essen geben!
Wau-wau.... der bellt ja gar nicht! Komm, setz dich zu
Gustav:
uns her!
Die gehört an den Herd, der Herd in den Keller und der
Knuth:
Keller unter Wasser!
Aber Klo.....
Klothilde:
Karl:
Verzeihen Sie, meine Herrn. Es ist mir äußerst peinlich,
Wenn du aufs Klo mußt, kannst du hinters Haus gehen!
aber Knuthchen braucht einfach eine starke Hand. Er ist
Knuth:
so unbeholfen und benimmt sich wie ein ungezogenes
Aber Klothilde, was wird sie dazu sagen?
Schoßhündchen!
Gustav:
Wilhelm:
Sag bloß, die nimmst du auch noch auf's Klo mit?
Aber beißen tuts Knuthchen nicht, oder?
Wilhelm:
7. Szene:
Also für meine Begriffe ist deine Klothilde eine
Johann:
"Beißzange", und zwar eine granatenmäßige! Komm,
von links aus dem Haus, hält sich den Kopf
hock dich her zu uns!
Jetzt hat meine Erna schon wieder einen Teppichklopfer
Knuth:
an mir zusammengeschlagen, schon der dritte in dieser
Wenn Sie meinen.
Woche. Das geht langsam ins Geld!
setzt sich zaghaft
Klothilde:
Wilhelm:
freudig, fällt Johann um den Hals
Wie heißt du eigentlich richtig?
7
Knuth:
Ein Kaiser Wilhelm kennt auch keine Angst!
Knuth, Knuth Sonnenschein.
mit Knuth und Karl links hinten ab
Karl:
Gustav:
Kann man auch Knuth heißen. Man heißt entweder Karl
Ich bin gespannt, ob der frischgebackene Kaiser Wilhelm
oder Gustav oder Wilhelm, aber nicht Knuth!
das überlebt! Wenn die beiden erst mal loslegen! Aber
Wilhelm:
den Schultes bekomme ich heute auch nicht mehr zu
Knuth ist nichts! Du brauchst einen richtigen Namen!
sehen!
Weißt du was, wir nennen dich einfach Wilhelm, Kaiser
Pfarrer:
Wilhelm, wie ist das?
von rechts aus dem Haus
Knuth:
So Gustav, mit der großzügigen Fahnenspende wirds
Aber was wird Klothilde dazu sagen?
wohl nichts!
Karl:
Gustav:
Das ist Männersache, das geht diese Wetterhexe gar nix
Die Fahne ist das kleinste Problem, Herr Pfarrer. Ich muß
an!
den Schultes noch dazu überreden, daß er uns ein
Wilhelm:
niegel-nagel-neues, blitze-blankes, wunderschönes,
Zu der bist du auch gekommen, wie die Jungfrau zum
rotes Feuerwehrfahrzeug kauft. Und Sie, Herr Pfarrer,
Kind, oder?
muß ich noch überreden, daß Sie beides weihen!
Knuth:
Pfarrer:
Ich hatte mir das auch ganz anders vorgestellt.
Niemals! Was mit schmutzigem Geld finanziert wird,
Gustav:
verdient keine Weihe.
Als du die genommen hast, hast du wahrscheinlich auch
wieder rechts ab ins Haus
so einen rabenschwarzen Tag gehabt, wie unser
Gustav:
Herrgott, als er die restlichen Weibsbilder erschaffen
Lobe den Tag nicht vor dem Abend!
hat!
8. Szene:
Karl:
Erna:
Willst du was zum Saufen?
aus dem Haus links mit Teppichklopfer, schubst Klothilde
Knuth:
grob vor sich her und zieht Johann am Ohr hinterher
Ja bitte, Wasser.
Bei allen Heiligen, jetzt hockt der am hellen Morgen mit
Wilhelm:
dieser hochdeutschen Schnepfe auf dem Gästebett und
Obst- oder Zwetschgenwasser?
säuft den teuersten Sekt, den wir im Haus haben. Und
Knuth:
dabei hab ich ihm vor knapp einer halben Stunde wegen
Mi ... mi..mineralwasser.
seiner Weibergeschichten noch kräftig die Leviten
Karl:
gelesen! Schämst du dich nicht, du Lump! Und dieser
Haben deine Nieren überhaupt schon mal etwas
schräge Vogel hat die Bluse schon halb offen!
richtiges zum Saufen bekommen?
schlägt mit dem Teppichklopfer auf beide ein
Knuth:
Ich habe jetzt endgültig genug, ich will dich nicht mehr
An unserer Hochzeit gestattete mit Klothilde ein Glas
sehen, samt dieser, dieser aufgetakelten Schachtel!
Sekt.
Verschwindet, alle beide!
Wilhelm:
wieder links ab ins Haus
Ein Kaiser Wilhelm braucht was richtiges zum Saufen!
Gustav:
Komm mit auf den Heustock, zu unserem Vorratslager!
Das waren klare Worte!
Vom Obstler bis zum Kirschwasser, alles da!
Erna:
Knuth:
kommt nochmals heraus und wirft Johann den
Aber Klothilde ......
Teppichklopfer an den Kopf
Wilhelm:
Den brauche ich jetzt Gott sei Dank nicht mehr! Sucht
schiebt Koffer beiseite und zieht Knuth mit sich
euch ein anderes Sündennest, aber nicht bei mir zu
8
Hause!
Pfarrer:
wieder ab
sehr freundlich
Klothilde:
Aber Frau Klothilde, da sind Sie bei mir genau an der
Johannes, war diese Kratzbürste etwa deine Frau?
richtigen Stelle! Kommen Sie doch rein. Sie bekommen
Johann:
mein Gästezimmer.
hält ihr schnell den Mund zu
beide rechts ab ins Haus
Psst, nicht so laut, wenn sie das gehört hat, kommt sie
Gustav:
nochmal!
Ha ha.., mit Speck fängt man Mäuse! Auch
er hebt den Teppichklopfer auf
Kirchenmäuse sind nicht heikel!
Nummer 4 in dieser Woche!
rechts hinten ab
Gustav:
Tja, Johann, wer eine Brennessel im Garten hält, braucht
sich nicht wundern, wenn er sich daran verbrennt!
9. Szene:
Johann:
Wilhelm:
Gustav, du mußt mir helfen! Nimm die Klothilde zu dir
mit Karl von links hinten
mit nach Hause. Bei mir kann sie nicht mehr wohnen!
Herrschaftszeiten, ich spüre von den paar Schnäpsen
Gustav:
überhaupt noch nichts, und den Kaiser Wilhelm haut es
Zu mir? Du bist ja verrückt! Meine Frau macht
um wie einen nassen Sack!
Hackfleisch aus mir! Bring sie doch zum Pfarrer rüber!
Karl:
Der braucht auf die Weibsbilder keine Rücksicht
Der hat das Zeug aber runtergeleert, wie der Pfarrer den
nehmen!
Meßwein! Als ich dem den Eimer Wasser über den Kopf
Johann:
geschüttet habe, hat der nicht mal gezuckt! Wie wenn er
Mach mit ihr, was du willst! Ich muß jetzt zuerst meine
vom Heustock gefallen und mausetot wäre! Unseren
Frau besänftigen, sonst setzt sie mich wirklich vor die
Kaiser Wilhelm bringt wohl nur noch Heilwasser auf die
Tür!
Füße!
links ab ins Haus
Bärbel:
Gustav:
von links hinten in Kleidung einer Krankenschwester
Also, Frau Klothilde, wenn sie die kommenden beiden
Hallo Karl und Opa, ich habe meine Handtasche
Wochen nicht unter der Brücke schlafen wollen, dann
vergessen, meine Schicht im Krankenhaus beginnt
machen Sie jetzt am besten, was ich sage! Kommen Sie
gleich. Man hat mich deswegen sogar mit dem
mal her......
Krankenwagen hergefahren.
flüstert ihr etwas ins Ohr
links ab ins Haus
Klothilde:
Wilhelm:
Nun gut, auf ihre Verantwortung!
überlegt krampfhaft
Gustav:
... vom Heustock gefallen... Heilwasser ...
geht mit Klothilde nach rechts zum Pfarrhaus, ruft
Krankenwagen... Mensch, Karl, ich hab's!
Herr Pfarrer! Herr Pfarrer, hier will jemand was von
Karl:
Ihnen!
Spinnst du, Wilhelm?
Pfarrer:
Bärbel:
wirft böse Blicke auf Klothilde
wieder aus dem Haus links mit Handtasche
Was will die? Schickt Sie der da drüben zum Spionieren?
Sag mal Opa, haben die Mutter und der Vater schon
Klothilde:
wieder gestritten?
Ach, Herr Pastor! Der Bürgermeister ist ein Schwein, er
Wilhelm:
hat mich einfach rausgeworfen, weil ich ihm sagte, er
ganz aufgeregt
hätte mit Ihnen einen netten Nachbarn! Wie kann ich
Bärbel-Kind, bist du wirklich mit dem Krankenwagen da,
ihm das nur heimzahlen?
hast du noch einen Sanitäter dabei?
9
Bärbel:
Erna:
Aber ja, sogar zwei! Weshalb denn?
öffnet von innen das Fenster, wirft einige
Karl:
Kleidungsstücke heraus
Denk dir nichts dabei, dein Opa spinnt mal wieder!
Nix Entschuldigung! Was passiert ist, ist passiert.
Wilhelm:
Ausziehen kannst du, sonst gar nichts, ist das klar! Was
Wie lange braucht ihr, bis ihr einen Volltrunkenen
du außer Haus treibst, kann ich wenigstens nicht
wieder ansprechbar macht?
kontrollieren, aber nun machst du mich in meinem
Bärbel:
eigenen Haus zum Zeugen der Sünde!
Hm, zwei Infusionen schieben und beidseitig
Johann:
intramuskulär eine Spritze reinhauen, so ungefähr 10
Aber Erna ....
Minuten, dann redet er wie ein Buch!
Erna:
Wilhelm:
Nix aber Erna, verschwinden sollst du ....
Habt ihr Verbandmaterial und Blutkonserven dabei?
schlägt Fenster wieder zu, plötzlich hört man die Sirene
Bärbel:
eines Krankenwagens
Klar, jede Menge! Gehört doch zur Grundausstattung
Hedwig:
von jedem Sanka.
von rechts aus dem Haus
Karl:
Hörst du das, Lina, jetzt holen sie wieder so einen armen
Wilhelm, spinnst du jetzt?
Tropf!
Wilhelm:
Lina:
Karl, begreif doch! Der Kaiser Wilhelm kann sich doch
hinterher mit dick eingebundenem Finger, ängstlich
vor Rausch an nichts mehr erinnern! Wir reden ihm ein,
Wollen die mich wegen meinem Finger holen?
er sei vom Heustock 12 Meter auf den Betonboden
Hedwig:
gefallen. Das überlebt normalerweise kein Mensch!
Keine Sorge Lina, die lassen dich, wo du bist! Die
Dann laden wir ihn in den Krankenwagen und schalten
könnten nämlich mit dir nicht viel anfangen!
die Sirene ein, tatü-tata, so daß es das ganze Dorf hört!
Pfarrer:
In dieser Zeit müssen die Sanitäter von der Bärbel den
von rechts aus dem Haus
Kaiser Wilhelm wieder aus seinem Rausch aufwecken
Hedwig, hast du den Krankenwagen auch gehört, ist
und überall Verbände anlegen und mit Blut
was passiert? Das war doch ganz in der Nähe!
verschmieren, natürlich so, daß es niemand merkt!
Lina:
Karl:
sieht die aus dem Fenster geworfenen Kleidungsstücke
Ich verstehe gar nichts!
So gehts einer Magd wie mir! Am Anfang wird die
Wilhelm:
schmutzige Wäsche noch in die Wäschetruhe geworfen,
Karl, alle sollen glauben, daß der Kaiser Wilhelm schwer
jetzt wirft man sie mir schon auf den Hof!
verletzt war, überall offene Wunden und alle Knochen
Gustav:
gebrochen hatte! Und plötzlich am Dorfbrunnen, da
Was war mit dem Krankenwagen? Der ist wie verrückt
geschieht dann das Wunder! Er wird wieder geheilt,
durchs Dorf gefahren, da muß ein schwerer Unfall
dabei war der Kaiser Wilhelm nur sternhagelbesoffen
passiert sein! Die Sirene kam hier aus der Nähe!
und weiß von nichts! Denk doch an den Ausspruch vom
Klothilde:
Pfarrer mit dem Heilwasser!
von rechts aus dem Haus
Karl:
Herr Pastor, haben Sie das Martinshorn auch gehört? Es
Ich verstehe! Prima Idee. Los, kommt mit!
klang, als sei es von dort hinten gekommen.
Bärbel:
die Sirene nähert sich wieder
Dafür verstehe ich überhaupt nichts!
Pfarrer:
wird von Karl und Wilhelm nach hinten links gezogen
Der Krankenwagen kommt hierher, was ist denn da los!
Klothilde:
10. Szene:
Wo ist übrigens Knuthchen? Wenn man nicht ständig
10
auf diesen Tolpatsch aufpaßt! Wehe, wenn es mit ihm
würden! Und jetzt hat der Knuth keine einzige Wunde
zu tun hat!
mehr und kein Knochen ist gebrochen!
Gustav:
Karl:
Ihnen fällt Ihr Knuthchen ziehmlich früh ein!
Wißt ihr, was das bedeutet? Die bloße Berührung mit
Johann:
dem Wasser aus dem Brunnen hat den Knuth gerettet!
stolpert aus dem Haus links, verfolgt von Erna mit dem
Aus Johanns' Mund an der Dorfbrunnenstatue kommt
Teppichklopfer
Heilwasser!
Erna, ich schwöre......
Alle
Erna:
starren Johann mit weit aufgerissenem Mund an, wie
Dir schwöre ich gleich, du scheinheiliger Lump,
aus einem Munde
Ehebrecher, in der tiefsten Hölle sollst du braten, bis
H e i l w a s s e r ???
zum Hals im Schlamm stecken, gell Herr Pfarrer!
einer nach dem anderen kniet vor Johann nieder, Erna
Pfarrer:
versteckt schnell den Teppichklopfer und kniet ebenfalls
Vollkommen richtig, meine Tochter! Die Hölle wäre der
Johann:
richtige Platz für ihn!
blickt stolz um sich
Wilhelm:
Unser Herrgott weiß halt doch, wer die Seinen sind!
trägt von hinten links mit Karl eine Trage herein, auf der
VORHANG
Knuth halb liegt, halb sitzt
2. A K T
Ein Wunder, ein Wunder, ein Wunder ist geschehenl
Karl:
Zaun und Garten in der Mitte sind nun weg, statt dessen
Herr Pfarrer, ein Wunder!
steht in der Mitte nur noch ein großer Tisch mit
Knuth:
mehreren Stühlen.
völlig eingebunden mit Verbandmaterial, blutig, mit
schwerem Kopfverband
Ein... ein... Wunder,....ich ...lebe...
1. Szene:
Klothilde:
Knuthchen, oh Gott, was ist passiert?
Johann, Pfarrer, Wilhelm, Karl, Hedwig, Erna, Knuth und
Pfarrer:
Klothilde sitzen am Tisch und starren auf ein Bündel
Weshalb ein Wunder?
Geld, das in der Mitte liegt
Wilhelm:
Johann:
Der Knuth ist auf unseren Heustock auf den obersten
blättert genüßlich das Bündel mit Hundertmarkscheinen
Boden geklettert, rutscht aus und fällt die ganzen 12
durch und legt abwechselnd einen vor sich und den
Meter runter auf den Betonboden! Als der Karl und ich
Pfarrer hin
ihn gefunden haben, lag er in einer riesigen Blutlache,
Einen für dich, einen für mich. Und einen für dich und
regungslos! Wir haben sofort den Krankenwagen geholt
einen für mich. Und noch einen für dich und einen für
und sind mit ihm ins Krankenhaus gefahren......
mich..... Ha ha ha, Sebastian, das Geschäft floriert!
Karl:
klopft dem Pfarrer auf den Rücken
...und am Dorfbrunnen mußten wir anhalten, damit ihm
Pfarrer:
die Sanitäter eine Infusion setzen konnten. Der arme
Wundert dich das, Johann? Sogar im Radio ist schon
Knuth hatte circa 40 Knochenbrüche und blutete überall.
gekommen, daß aus dem "Johannes-Restle-Brunnen"
Da holt der Wilhelm eine Handvoll Wasser direkt von
Heilwasser kommt.
Johanns Brunnenstatue, um dem Patienten damit das
links im Haus klingelt das Telefon
Blut aus dem Gesicht zu wischen und was passiert ....
Johann:
Wilhelm:
Erna, geh mal ran!
... der Knuth wacht auf, beginnt putzmunter zu reden
Erna:
und fragt uns, was los sei und was wir mit ihm machen
Johannle, für dich tue dich doch alles.
11
links ab ins Haus
5 DM pro Liter.
Knuth:
Pfarrer:
Ich kann das alles immer noch nicht fassen, ich erinnere
Wenn das so weitergeht, haben wir Aufträge für das
mich noch, wie wir auf den Heuboden geklettert sind....
nächste halbe Jahr!
Wilhelm:
Klothilde:
unterbricht ihn schnell
Mein Johännchen ist ein richtig guter Geschäftsmann,
... und dann bist du Simpel auf der Leiter abgerutscht
nicht wahr, Herr Pastor?
und 12 Meter tief gefallen.
Erna:
Karl:
von links aus dem Haus
.... und dann haben wir den Krankenwagen geholt und
Frau Sonnenschein, wenn sie wollen, können Sie gerne
den Rest haben wir schon bald hundert Mal erzählt!
wieder bei uns im Gästezimmer wohnen.
Klothilde:
zu Johann
Fällt dieser Trottel vom Heuboden.
War das recht so, Johännle?
Erna:
Johann:
ruft aus dem Fenster
Das hab ich doch von Anfang an gesagt!
Johann, Johännle, ein Reporter der Stuttgarter Zeitung
Erna:
will ein Interview mit dir machen.
Ist recht, Johännle, wie du meinst.
Johann:
Wilhelm:
Interview? Schon wieder? Keine Zeit, heute ist die
Karl, jetzt vertragen sich der Pfarrer und der
Bildzeitung dran und außerdem hat sich das
Bürgermeister, dann gibt es wenigstens eine richtige
Fernsehteam angemeldet. Er soll es morgen nochmal
1200-Jahr-Feier, wie es sich gehört!
probieren!
Johann:
Erna:
Feier? Das gibt eine Orgie!
Ist gut, Johännle, ich richt es aus!
Hedwig:
schließt Fenster wieder
Da wird aber der Herr Pfarrer gar nicht mit einverstanden
Pfarrer:
sein!
Schau mal, Johann, was die Schwäbische Zeitung
Pfarrer:
schreibt:
Keine Sorge, Hedwig, ich werde den Johann schon
"Eigenartiges Phänomen in einem kleinen Dorf in Süd-
bremsen.
Württemberg - Jahrelange gute Nachbarschaft und
Johann:
aufopferungsvolle Freundschaft zwischen Dorfpfarrer
Laßt mich nur machen. Ihr wißt ja: "Willst a Feier oder
und Bürgermeister gipfelt in einem Wunder! Aus dem
Feschtle, überleg it lang und komm zum Restle"! Ha ha
Dorfbrunnen fließt nun Heilwasser!
... Diese 1200-Jahr-Feier gibt das Jahrhundertereignis!
Johann:
Da machen wir eine Operngala draus. Geld haben wir ja
Genau so ist es! Drum teilen wir auch den Gewinn aus
jetzt genug und jeden Tag kommt noch mehr rein.
dem Heilwasserverkauf. Auf gute Nachbarschaft,
Gustav:
Sebastian!
Und der Pfarrer gibt ja jetzt auch seinen Segen, oder?
Erna:
Pfarrer:
ruft aus dem Fenster
Falls du an deine Feuerwehrfahne denkst, das läßt sich
Johännle, da ruft schon wieder einer an, aus Hamburg,
einrichten.
er will 50 Liter Brunnenwasser bestellen und fragt, was
Gustav:
das kostet.
Johann, dann bleibt bestimmt noch Geld übrig für ein
Johann:
neues Feuerwehrfahrzeug, wie wäre es mit einem LF 16?
Aus Hamburg? Da verlangen wir den
Johann:
Auswärtigenzuschlag! Sag ihm, der Liter zu 30 DM,
Wenn unser Heilwasser weiterhin verkauft wird, dann
Lieferzeit 3 Wochen frei Haus. Für die Lieferung weitere
bekommst du für deine Kameraden sogar noch eine
12
Drehleiter oben drauf und eine Feuerwehr-Fahne, die so
Brunnen, damit er auch gesund wird und wißt ihr, was
groß ist, daß sie fünf Leute tragen müssen!
die Bande gesagt hat? "Ich soll meine schmutzigen
Gustav:
Pfoten da raus nehmen, das sei ja schließlich
Das ist ein Wort. Dich wähle ich wieder bei den nächsten
Heilwasser"!
Schulteswahlen.
Hedwig:
wieder klingelt das Telefon
Wer hat das gesagt?
Erna:
Lina:
Jetzt klingelts schon wieder, ich geh ran.
Alle, die von der Zeitung, die vom Fernsehen und die,
links ab
die mit ihren Kanistern Wasser holen wollen. Und die
Johann:
Gemeindearbeiter haben gesagt, ich soll dem Schultes
Und unser Knuth, der den Stein sozusagen ins Rollen
ausrichten, daß sie den Brunnen nicht mehr länger
gebracht hat, bekommt auch einen Hunderter
alleine bewachen können! Sie brauchen Verstärkung!
schiebt ihm das Geld zu
Johann:
Klothilde:
Lina, spring runter zum Förster-Fidel und sag, er soll alle
greift den Schein schnell und steckt ihn gierig ein
Waldarbeiter mit Äxten und Beilen als Verstärkung zum
Knuthchen konnte noch nie mit Geld umgehen.
Brunnen schicken! Heilwasser holen und nichts bezahlen
Erna:
wollen, das wäre ja noch schöner!
ruft aus dem Fenster
Lina rechts hinten ab
Johännle, ich versteh kein Wort, das muß, ein Engländer
Und wir gehen jetzt zum Fernsehinterview an den
sein. Der redet so komisch.
Brunnen! Alle Mann mitkommen!
Johann:
Klothilde:
Typisch Weiber, 9 Jahre auf die Nähschule gegangen,
Johännchen, warte auf mich, ich muß nur noch meine
aber kein englisches Wort rausbringen. Gib mir mal den
Schminke und meinen Hut holen.
Hörer raus, alles muß man selber in die Hand nehmen.
dann alle außer Wilhelm und Karl links hinten ab
nimmt den Hörer, strengt sich an
"What is los?..Yes, this is Johannes Restle speaking, what
you will from me? .... Ah, jetzt sieht's anders, äh...I say it
looks very other,....you want holy water..?
zum Pfarrer
2. Szene:
Sebastian, was ist "holy water"?
Wilhelm:
Pfarrer:
Da haben wir was angestellt, Karl!
Heilwasser natürlich!
Karl:
Johann:
Wieso? Von nix kommt nix! Außerdem verdient der
Wieviel?..Äh, how many water you will ... hundred liters
Johann jetzt jede Menge Geld. Vielleicht gibt er uns
hält den Hörer zu
auch was.
Sebastian, was heißt "hundred"?
Wilhelm:
Pfarrer:
Für was brauchst du ausgerechnet Geld?
Hundert.
Karl:
Johann:
Wir zwei Dragoner könnten ja zum Beispiel beim Zillhart
All right, ich notier ... äh, I write it! Good bye.
Paul an der großen Treppe eine 20 Meter große Kaiser-
legt auf
Wilhelm-Statue aufstellen, dann hätte die Treppe
Siehst du, Erna, so macht man das!
wenigstens auch eine Funktion.
Lina:
Wilhelm:
von links hinten, hält ihren klatschnassen Fingerverband
Und dann stellen wir ein Schild hin mit der Aufschrift:
hoch und schimpft
"Porta Zillharta", ha ha ha ...
So eine Saubande! Jetzt halt ich meinen Finger in den
Bärbel:
13
von links hinten in normaler Kleidung
Karl:
Mensch, ihr beide habt was angerichtet! Im Dorf gehts
Was ist das wieder für eine Schnapsidee?
zu wie in einem Taubenschlag: Fernsehen, Radio,
Wilhelm:
Zeitungsreporter, Touristen, alle stehen sie um den
Dem Johann seine 1200-Jahr-Feier soll doch, wie er
Brunnen rum, wie die Fliegen um ein Stück Dreck! Und
selbst sagt, ein Jahrhundertereignis werden. Er will doch
im Krankenhaus steht auch alles Kopf, Gott sei Dank
eine Operngala daraus machen. Also brauchen wir auch
weiß niemand, daß wir mit dem Sanka gefahren sind!
einen Opernstar!
Wilhelm:
Bärbel:
Dann ist ja gut, Bärbel.
Und du meinst, weil der Michael Musik studiert und gut
Bärbel:
singen kann, soll er ... ?? Das kommt überhaupt nicht in
Nix ist gut! Heut wäre normal mein erster Urlaubstag,
Frage!
aber wegen dem ganzen Hick-Hack gibts Urlaubssperre!
Wilhelm:
Und ab heut hat mein Freund, der Michael,
Ist es dir lieber, wenn der Michael allein nach Italien
Semesterferien. Normal wären wir heut für zwei Wochen
fährt? Denk doch nur mal an die knackigen
nach Mailand in Urlaub gefahren. Wir haben schon
Italienerinnen!
Karten für die Oper. Und jetzt kann ich alles streichen,
Bärbel:
kein Urlaub, kein Michael!
Oh Mann! Glaubst du, das funktioniert wirklich?
Karl:
Wilhelm:
Der Michael hat schon wieder Semesterferien? Die
Natürlich! Kommt beide mit, ich erklär euch das. Also,
Musikstudenten haben doch ein lockeres Leben!
Bärbel, du sagst zu deinem Vater ....
Schaffen die überhaupt mal was? Da brauchst du bloß
alle drei links hinten ab
ein bißchen zu singen und als Schmalspur-Pavarotti
aufzutreten, schon hast du das schönste Leben!
Wilhelm:
"Schmalspur-Pavarotti"? Karl, ich hab die Idee!
Bärbel:
Was kommt jetzt schon wieder?
Wilhelm:
Du würdest doch gerne mit deinem Freund Michael
zusammen sein, Bärbel, obwohl es dein Vater nie
3. Szene:
erlauben würde!
Lina:
Bärbel:
von rechts hinten mit einem Eimer
Was sonst, ist doch logo!
So, die Waldarbeiter wissen Bescheid, aber ob das was
Wilhelm:
bringt? Das Heilwasser hat meinem Finger überhaupt
Dann bring ihn doch her!
nicht geholfen und die Medizin ist auch nur Beschiß! Da
Bärbel:
bleib ich lieber bei den bewährten Hausmitteln!
Spinnst du, Opa? Du weißt doch selbst, was der Vater
faßt mit dem Finger tief in den Eimer
sagt, wenn ich mit dem Michael ankomme! "Die Tochter
Gänsedreck, das nimmt alles! Pfui, stinkt das Zeug, aber
des Bürgermeisters mit einem Musikstudenten als
es hilft wenigstens!
Freund? Das schadet dem Ansehen eines
Johann:
Bürgermeisters!" Der Vater würde den Michael fortjagen,
mit Pfarrer, Hedwig, Erna und Klothilde von hinten links
bevor er richtig hier wäre! Du kennst doch seine
Die kaufen das Wasser wie warme Semmeln. Mein
Meinung, die Tochter eines Bürgermeisters muß doch
Heilwasser ....
mindestens mal einen Arzt oder Ingenieur heiraten!
Pfarrer:
Wilhelm:
... und mein Segen ...
Oder einen Opernstar!
Johann:
14
... so schlägt uns niemand! Das Bild von uns in der
Vater? Bekannt aus Funk und Fernsehen!
Zeitung wird bestimmt gut: "Unzertrennliche Freunde
Bärbel:
machen das Unmögliche wahr!" Das gibt die
Vater, du wirst es nicht glauben, was mir heute morgen
Jahrhundertstory.
im Krankenhaus passiert ist.
Pfarrer:
Johann:
Der vom Fernseher hat dich als Oberbürgermeister und
Erzähl, Mädchen.
mich als Eminenz angesprochen!
Bärbel:
Johann:
Heut morgen, als ich Unfallbereitschaft hatte, fährt da
Wer weiß, wer weiß! Wann sind in Stuttgart die nächste
eine dicke schwarze Limousine her und ein vollbärtiger
OB-Wahlen? Und der Erzbischof wird auch nicht jünger!
Italiener steigt aus!
Sebastian, zuerst kommt aber unsere 1200-Jahr-Feier!
Johann:
Das ganze Ländle wird auf uns schauen! Geld haben wir
erschrocken
in Hülle und Fülle, jetzt müssen nur noch die Stars her!
Und, hat dir der Spaghettifresser was getan?
Hedwig:
Bärbel:
fällt ins Schwärmen
Ach was! Er hatte sich die Schulter ausgekugelt und ich
Ich wüßt da einen, den Vico Torriani, der kann so schön
habe sie ihm wieder eingekugelt. Und es hat ihm
singen.
überhaupt nicht weh getan!
Erna:
Pfarrer:
Also mir gefällt der Heino besser. Und dir, Johännle?
Braves Mädchen, sie versteht ihr Handwerk.
Lina:
Wilhelm:
Oder die Wildecker Herzbuben, die sind zwar dick, aber
Jetzt erzähl uns doch, wer das war.
die singen so tolle Lieder.
Bärbel:
Klothilde:
Das war der Giuseppe Parmesani, ein italienischer
Gott, wollen Sie etwa aus Ihrer 1200-Jahr-Feier einen
Opernsänger. Der macht zur Zeit Urlaub in unserer
Alm-Abtrieb machen? Stars wie José Carreras, Placido
Gegend.
Domingo und Luciano.......
Johann:
Johann:
Ein Opernsänger?? Ist der bekannt?
unterbricht sie
Bärbel:
Vollkommen richtig! Unser Klothildchen hat recht! Leute
Und wie! Er muß inkognito reisen, sonst würden ihn
wie der Carrera und der Dommino müssen her! Aber das
seine Fans erdrücken! Der kostet pro Stunde 5000 DM,
ist Männersache, alle Weibsbilder ins Haus, wenn
hat er mir erzählt. Er hat mir auch seine Telefonnummer
Männer verhandeln!
gegeben und gesagt, wenn er sich für die schmerzfreie
Klothilde:
Behandlung irgendwie revanchieren kann, soll ich ihn
Mir wird ganz schwindelig, wenn ich an diese feurigen
einfach anrufen.
Italiener denke!
Johann:
mit Hedwig rechts ab ins Haus, Lina und Erna links ab ins
Sebastian, der muß für unsere 1200-Jahr-Feier her!
Haus
Bärbel, ruf ihn an, er soll sofort kommen. Den
engagieren wir!
Bärbel:
ungläubig
4. Szene:
Vater, meinst du wirklich?
Bärbel:
Johann:
mit Wilhelm und Karl von links hinten
Du könntest schon am Telefon sein!
Hallo, Vater. Grüß Gott, Herr Pfarrer.
Bärbel schnell links ab ins Haus, Johann ruft
Johann:
Erna, Lina, rauskommen!
Ja Bärbel, mein Mädchen! Und, bist du stolz auf deinen
Pfarrer:
15
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