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Die Menschen werden älter – Wie reagieren wir darauf? ab S. 8

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Ausgabe 4/2009
Die Menschen
werden älter –
Wie reagieren
wir darauf? ab S. 8
Herzlich willkommen
Liebe Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter,
es scheint, als hätte das Jahr 2009 gerade erst angefangen, doch
halten wir heute bereits die letzte Ausgabe der UKGlive für dieses
Jahr in den Händen.
Den drei vorausgegangenen Ausgaben unserer Mitarbeiterzeitung konnten Sie entnehmen, wie viel bei uns am Klinikum
geschah. So hat Prof. Zygmunt das Amt des Ärztlichen Direktors
übernommen, auf dem Sommerfest wurde wie gewohnt ausgelassen gefeiert und der Prozess der Strategieentwicklung 2014
wurde beendet. Forschungserfolge wurden verbucht und wieder
einmal war der Andrang auf unsere Studienplätze überwältigend.
Das sind nur einige Großereignisse und viele weitere Aktivitäten
wären es wert, hier erwähnt zu werden.
Nur durch den Einsatz eines jeden einzelnen Mitarbeiters sind
Erfolge möglich. Deshalb möchte ich mich für die geleistete
Arbeit bei Ihnen, auch im Namen des Vorstandes, recht herzlich
bedanken.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien im Namen des gesamten
Vorstandes ein ruhiges und besinnliches Weihnachtsfest.
Genießen Sie die Feiertage und kommen Sie gesund und gestärkt
in das neue Jahr, denn dort warten die nächsten Anforderungen
auf uns, die wir gemeinsam meistern wollen.
Ihr
zur letzten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung in diesem Jahr.
Weihnachten steht vor der Tür und wir haben natürlich wieder
eine Weihnachtsgeschichte für Sie. Diesmal hat der Weihnachtsmann mit einer seltsamen Grippe zu kämpfen.
Der Schwerpunkt dieser Ausgabe liegt auf dem Thema „Alt
werden”. Wie rüstet sich das Klinikum für die Veränderungen im
Zuge des demografischen Wandels? Wie könnte ein seniorenfreundliches Krankenhaus aussehen oder wie ist die Alterstruktur
eigentlich an unserem Klinikum? Interessante Beiträge aus verschiedenen Bereichen erwarten Sie.
In unserer Reportage „Ein Tag mit…“ begleitete das UKGliveTeam die Clowns der Greifswalder Grypsnasen. Regelmäßig
besuchen sie die Stationen der Kinderklinik und bringen
Abwechslung und gute Laune in den Alltag der kleinen Patienten.
Auf Seite 12 sehen und lesen Sie, wie sich die Clowns engagieren.
Das Klinikum ist aktives Mitglied des Klimaschutzbündnisses
„Greifswald 2020“. Lesen Sie auf Seite 25, welche Maßnahmen
unsere Einrichtung ergreift, um die Umwelt zu entlasten und
einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Apropos Klima! In der Hoffnung auf weiße Weihnachten möchte
ich Ihnen nun eine besinnliche Zeit wünschen. Genießen Sie die
Tage mit gutem Essen und im Kreis Ihrer Familie und Freunde.
Kommen Sie gesund ins neue Jahr, damit das Team der UKGlive
auch 2010 mit Ihrer Unterstützung rechnen kann.
Es grüßt Sie herzlich
Katja Watterott-Schmidt
Leitende Redakteurin
Peter Hingst
Pflegedirektor
Titelfoto: Martin Pierags ist einer der 12 Klinikclowns, die zu den
„Grypsnasen” gehören. Er sorgt regelmäßig für gute Laune bei den
kleinen Patienten in der Kinderklinik.
Unser Redaktionsmitglied, Frau Ina Rönsch (li.), geht in den verdienten
Ruhestand. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit!
INHALT
14
21
16
22
8
KURZ UND BÜNDIG
4
Nachrichten aus dem Universitätsklinikum
ALTERN
8
9
10
11
Keine Angst vorm Alter Uniklinikum stellt Weichen
Praxis geschlossen?
Wenn die Hormone im Alter streiken
Wie sieht ein seniorenfreundliches Krankenhaus aus?
Faltenfrei und ohne graue Haare Altersstruktur im Klinikum
EIN TAG MIT...
12
Lachvisite im Krankenhaus Grypsnasen bringen gute Laune
NEUBAU
14
Kinderchirurgie, Hautklinik, Stroke Unit in neuen Räumen
IM SPIEGEL DER ZEIT
16
17
Krankenakten Ein Schatz für die medizinhistorische Forschung
Wie ehemalige Mediziner über Greifswald dachten
ÄRZTE VON MORGEN
18
Schultafel hat ausgedient SMART Board für Studenten
BESSER INFORMIERT
19
24
25
Eierstockkrebs erfolgreich behandeln Symposium
„Wir möchten neuen Mitarbeitern ein gutes Gefühl geben”
Energieeffizienz am Klinikum
FAKULTÄT
20
21
Internationale Konferenz in Lund, Medizinertaufe
Promotionsbörse, Startschuss für GANI_MED,
Erstsemesterbegrüßung
KKH WOLGAST
22
Wo Ärzte selten Kittel tragen
PERSONALRAT
26
Wechsel an der Spitze des Personalrats
WEIHNACHTSGESCHICHTE
27
Weihnachten in Kohortenisolierung oder Alles nur ein Bluff?
NAMEN
30
Verabschiedung von Prof. Dr. Klebingat
Herzlichen Glückwunsch! Dienstjubiläen, Habilitationen
10 Fragen an Prof. Dr. Martin Burchardt
Märchen & Unterwasserwelten Malaktion in der Kinderklinik
31
TERMINE
32
Was? Wann? Wo?
APPENDIX
34
Für zwischendurch
UKG LIVE 4/2009
3
KURZ UND BÜNDIG
Greifswalder ist jetzt „Weltzahnmediziner“
Professor Georg Meyer überzeugte in Singapur
mit Plädoyer für Amalgam
ey
Prof. Georg M
er
Der Direktor des Zentrums für Zahn-,
Mund- und Kieferheilkunde an der Universität Greifswald, Prof. Georg Meyer, ist auf
dem 97. FDI-Welt-Zahnärztekongress in
Singapur als neues Mitglied in das Wissenschaftskomitee gewählt worden. Über 150
Nationen sind im Dachverband der World
Dental Federation (FDI), die ihren Sitz in
Genf (Schweiz) hat, organisiert.
Das Wissenschaftskomitee besteht aus
sieben Mitgliedern und vertritt die internationalen wissenschaftlichen Interessen der
Zahnmedizin. Gemeinsam mit Vertretern
aus Brasilien, Frankreich, Hongkong, Israel,
der Türkei und den USA ist der Greifswalder
nun für zunächst drei Jahre zuständig für
wissenschaftliche Stellungnahmen seines
Fachgebietes, unter anderem auch für
Anfragen der Weltgesundheitsorganisation
(WHO).
Ein wichtiges Thema bei der diesjährigen
Sitzung war das von Umweltministern
geplante weltweite Verbot von Quecksilber.
Ohne eine entsprechende Ausnahmerege-
lung würde hiermit ein Verbot des bewährten zahnärztlichen Füllungswerkstoffes
Amalgam einhergehen, warnte Meyer. Er
plädierte klar und überzeugend für die
weitere Nutzung von Amalgam, zumal die
als Alternative erhofften Kunststofffüllungen sowohl mechanische als auch biologische Risiken in sich bergen. Amalgam
sei eine äußerst stabile Legierung aus Silber,
Zinn, Kupfer und Quecksilber. „Eine Vielzahl an wissenschaftlichen Studien und
Langzeituntersuchungen hat bislang keinerlei Hinweise ergeben, dass diese Füllungen,
trotz ihres Quecksilbergehaltes, gesundheitsschädlich sind“, betonte Meyer.
Schwimmen für den Behindertensport – Teams in Topform
Beim diesjährigen Staffelschwimmen von
Greifswalder Firmen zugunsten des Behindertensports waren die Teams unseres
Klinikums überaus erfolgreich. In der Kurzdistanz über 4 x 25 m Freistil gingen allein 3
Klinikumsstaffeln an den Start, wobei das
vorher hoch gewettete Team „4 gewinnt“
seiner Favoritenrolle gerecht wurde und
den Siegerpokal verteidigen konnte. Die
Mannschaften „3+1“ (Platz 3) sowie „5-1“
(Platz 6) unterstrichen ihre einjährigen individuellen Vorbereitungen durch Spitzenzeiten. Im Wettbewerb der Langdistanz
über 8 x 25 m Freistil war unserem Team die
Dreifachbelastung durch Arbeit, Forschung
und Lehre anzumerken, so dass im Endkampf mit dem hauchdünnen Rückstand
einer Zehntelsekunde der 2. Platz erkämpft
wurde.
Sollte die tägliche Arbeit keine konsequente Vorbereitung für das nächste Event
gewährleisten können, wird eine enge
Kooperation mit der Uniapotheke und der
Pharmazie in Erwägung gezogen.
4
UKG LIVE 4/2009
Danke an Johanna, Mathias, Taras, Petra,
Heinrich, Rene, Laura, „Johannas Aushilfe“,
„Pilzkopp“ und Richard für die Leistungen.
Dr. Toralf Scheltz
Auch das Gesundheitszentrum Greifswald
GmbH war beim diesjährigen Firmenstaffel
Event dabei und erhielt tatkräftige Unterstützung vom ehemaligen WM- und Olympiastarter Lars Hinneburg. Für die DDR
holte er in vielen Wettkämpfen nationale
und internationale Titel und Medaillen. Das
Team wurde von Erik Ramthun, Mike
Bergeman (Gesundheitssport und Sporttherapie „Formsache“ Wolgast) und HansMagnus Holzfuß komplettiert. Das Mixed
Team des Gesundheitszentrums holte den
4. Platz in der 4 x 25 m Freistil-Staffel. Auch
für das Jahr 2010 hoffen alle Teilnehmer
wieder auf ein spannendes Rennen und auf
einen neuen Spendenrekord!
Hans-Magnus Holzfuß
Hochkonzentriert beim Sprung vom Startblock
v.l.: Lars Hinneburg, Erik Ramthun, Mike Bergeman,
Hans-Magnus Holzfuß
KURZ UND BÜNDIG
Blut
Prof. Andreas Greinacher
Klinikum „Überregionales Traumazentrum“
„Baukasten Blut“ – Vorpommern helfen,
Erbinformationen zu entschlüsseln
Gesundheitsstudie SHIP wird immer wichtiger für die Forschung
Greifswalder Forscher haben zusammen
mit Wissenschaftlern aus Europa und Nordamerika Gene entschlüsselt, die sich direkt
auf die Blutzellen auswirken. „In einer beispiellosen Zusammenarbeit ist es 80 Forschern gelungen, Erbinformationen zu
identifizieren, durch die die Anzahl und
Größe der wichtigsten menschlichen Blutzellen beeinflusst werden“, informierte
Prof. Andreas Greinacher, Leiter der Abteilung Transfusionsmedizin am Greifswalder
Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin.
Die Ergebnisse wurden im November in
Nature Genetics publiziert, einer der bedeutendsten Fachzeitschriften für naturwissenschaftliche Forschung. „Erneut haben dabei
die Daten der Gesundheitsstudie SHIP
(Study of Health in Pomerania) geholfen,
wichtige genetische Funktionen aufzudecken“, so Greinacher. In dem wissenschaftlichen Gemeinschaftswerk unter der
Federführung des renommierten britischen
Wellcome Trust Sanger Instituts wurden die
Gene von rund 14.000 Menschen, davon
4.300 aus Vorpommern, untersucht. Die
Daten aus Vorpommern stammen aus der
seit zehn Jahren laufenden SHIP-Studie aus
den Regionen Greifswald, Stralsund, Ostund Nordvorpommern. Die Forscher haben
über zwei Millionen genetische Unterschiede analysiert und konnten 22 genetische Veränderungen herausfiltern, die für
die Zahl und die Größe unserer Blutzellen
von Bedeutung sind. Davon sind 15 Genvarianten weltweit erstmals identifiziert
worden.
Von deutscher Seite waren neben Greifswald mit den Instituten für Immunologie
und Transfusionsmedizin, Klinische Chemie
und Laboratoriumsmedizin, Community
Medicine, Genetik und Funktionelle Genomforschung das Helmholtz Zentrum
München, das Uniklinikum Kiel-Lübeck
sowie die Universität Regensburg beteiligt.
1.200 Endoprothesen bereits implantiert
Kürzlich konnte ein Jubiläum besonderer
Art begangen werden. Die von der Biomechanischen Arbeitsgruppe Greifswald /
Göttingen entwickelte Knieendoprothese
wurde zum 1.200 Mal implantiert. Bereits
24 Kliniken in Deutschland wenden diese
Prothese aus Titan und Polyäthylen mit
Erfolg an. Mit dieser Neuentwicklung werden die natürlichen Roll- und Gleitbewegungen des menschlichen Gelenks optimal
nachvollzogen. In dieser Form ist die Prothese einmalig. Sie wird stets in ihrer Form
verbessert und dabei der Bandapparat des
Menschen in die Prothese involviert. In den
Bändern sitzen Nervenendigungen, die eine
Art Sensoren darstellen. Sie registrieren Lage
und Stellung des Kniegelenkes. Das Greifswalder Team wird von Prof. Fanghänel
„angeführt“ und es besteht aus Vertretern
der Anatomie, der Radiologie und dem
Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.
Die Professoren Jochen Fanghänel und Tomasz
Gedrange beim Begutachten der Gelenkflächen.
Prof. Axel Ekkernkamp (li.) mit Dr. Peter Hinz (re.)
Das Uniklinikum Greifswald wurde in der
höchsten Versorgungsstufe als „Überregionales Traumazentrum“ zertifiziert. Anfang
November hat die Abteilung Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie am Klinikum
das Prüfverfahren erfolgreich absolviert.
„Professionelle Strukturen zur Versorgung
von Unfallopfern helfen Leben zu retten.
Dabei zählt jede Sekunde“, unterstrich der
Leiter der Unfallchirurgie, Professor Axel
Ekkernkamp.
Das Trauma-Netzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU/www.
dgu-traumanetzwerk.de) soll für jeden
Schwerverletzten in Deutschland rund um
die Uhr die bestmögliche Versorgung unter
standardisierten Qualitätsmaßstäben ermöglichen. Es wird differenziert zwischen lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren, die im „Weißbuch der DGU“
definiert sind (www.dgu-online.de). Bereits
2007 wurde in Greifswald auf Initiative der
Universitäten Greifswald und Rostock das
Trauma-Netzwerk „Mecklenburg-Vorpommern“ mit 18 teilnehmenden Kliniken gegründet. Aktuell existieren in Deutschland
42 Trauma-Netzwerke mit 715 Kliniken.
Jedes Jahr erleiden über 35.000 Menschen
in Deutschland schwere, oft lebensbedrohliche Verletzungen. Die Überlebenschance
sinkt mit jeder Viertelstunde, kann sich aber
andererseits durch eine gute Versorgungsstruktur erhöhen. Entscheidend sind die
Rettungsdauer des Verunfallten sowie dessen schnellstmögliche verletzungsadäquate
Behandlung in einer spezialisierten Klinik.
UKG LIVE 4/2009
5
KURZ UND BÜNDIG
Kulturnacht im
Greifswalder Hospiz
Lebensretter mit Schutzweste & Pfefferspray?
Notärzte in Mecklenburg-Vorpommern diskutierten
über zunehmende Gewalt gegen Rettungskräfte
Am 25. und 26. September 2009 fand in
Greifswald der 17. Notärztetag des Landes
statt. Im Mittelpunkt stand das Thema
„Gewalt im Rettungsdienst“. Das Problem
wird auch für Rettungskräfte immer gegenwärtiger: Gewalt gegen Notärzte und Sanitäter sowie die Konfrontation mit Aggressionen unterschiedlichster Art im Dienstalltag. Der lebensrettende Einsatz von Medizinern am Rande von Großdemonstrationen,
Fußballspielen und Randalen, aber auch im
Bereich häuslicher Gewalt wird zunehmend
zu einer Gefahr für die Helfer. Oftmals
spielt dabei der Missbrauch von Drogen
und Alkohol eine Rolle.
Die 17. Jahrestagung der Notärzte in
Mecklenburg-Vorpommern wurde von der
Arbeitsgemeinschaft in MV tätiger Notärzte
e. V. und der Universitätsklinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Greifswald organisiert. Themen waren
unter anderem das Verhalten bei Gewalt
gegen Kinder sowie das Vorgehen des Notarztes bei unnatürlichen Todesursachen. Im
gemeinsamen Erfahrungsaustausch wurden
Aspekte der Selbstverteidigung und der
Deeskalation im Umgang mit schwierigen
Situationen diskutiert.
Der Gesundheitswissenschaftler und Rettungsassistent Marian Lenk aus Groß
Nemerow stellte erstmals die Ergebnisse
seiner Studie zur „Gewalt gegen Rettungsdienstmitarbeiter“ vor. Danach berichteten
im Jahr 2007 zwei Drittel der befragten
Einsatzkräfte von mindestens einem Gewalterlebnis während eines Einsatzes.
An der traditionellen Kulturnacht unserer
Hansestadt beteiligte sich zum zweiten Mal
auch das Greifswalder Hospiz. Um die
Bewohner nicht zu stören, fanden die Darbietungen vor dem Hospiz und im Wohnzimmer der Einrichtung statt.
Derartige Veranstaltungen sind eine gute
Gelegenheit die Einrichtung zu präsentieren. Den Gästen wird die Möglichkeit
gegeben, auch ohne zeitnahes Interesse an
einer Hospizaufnahme die Einrichtung
kennen zu lernen. Auch trägt diese
Veranstaltung dazu bei zu zeigen, dass im
Hospiz nicht nur gestorben wird.
Strahlende Gesichter und viel Applaus
waren das Honorar für die gekonnten
Darbietungen des Gützkower Blasorchesters e.V. und das Spiel des „Greifswalder
Klaviertrios“ mit Olga Bille (Klavier), Helmut
Küster (Violine) und Andrej Gudzuhn (Violoncello).
5. Usedomer Ärztetage gaben Orientierung
Mittlerweile hat sich das Konzept für die
jährlich stattfindenden Usedomer Ärztetage, das sowohl niedergelassene Kollegen
und angestellte Klinikärzte einbezieht, zur
größten regionalen fachübergreifenden
ärztlichen Fortbildung entwickelt. An der
diesjährigen Tagung nahmen 126 Ärzte teil.
Das Schwerpunktthema war die „Orientierung in der Medizin”. So fachübergreifend
wie die Thematik, gestaltete sich auch der
Inhalt der Tagung. Aus ganz unterschied-
6
UKG LIVE 4/2009
lichen Perspektiven näherten sich die Referenten und Teilnehmer den brennenden
Gesundheitsthemen der Zeit, mal philosophisch, mal ganz praktisch oder auch
kommunikativ.
Sowohl die Referenten, als auch insbesondere die Zuhörer waren von der Atmosphäre und den Inhalten der Fortbildung
begeistert. Diese wird jährlich durch einen
festen Stamm von mehr als 30 pharmazeutischen Unternehmen unterstützt.
Das Gützkower Blasorchester sorgte für Stimmung
KURZ UND BÜNDIG
Magnesium tut Zähnen gut – Forscherpreis für Zahnklinik
gen wurden die Wissenschaftler
nun mit dem Miller-Preis ausgezeichnet. Der Preis zu Ehren des
Pioniers
der
Zahnheilkunde,
Willoughby Dayton Miller (18531907), ist mit 10.000 Euro dotiert.
Die Greifswalder Forscher hatten
anhand der großen Greifswalder
Bevölkerungsstudie SHIP (Study of
Health of Pomerania) mit über
v.l.n.r. DGZMK-Generalsekretär Dr. K.-Rudolf Stratmann,
4.000 Probanden aufzeigen könProf. Thomas Kocher, Dr. Careen Springmann und
DGZMK-Präsident Prof. Thomas Hoffmann
nen, dass bei ausreichend hoher
Magnesium-Konzentration im Blut
weniger Entzündungen des Zahnfleisches
Eine ausreichend hohe Magnesium-Konauftreten und damit einhergehend ein
zentration im Blut sorgt für einen langen
verbesserter Erhalt der Zähne zu verzeichErhalt der Zähne. Zu diesem Forschungsnen ist. Auch die altersbedingte Zunahme
ergebnis kam eine Arbeitsgruppe der
der Parodontitis (Entzündungen des ZahnGreifswalder Zahnklinik mit dem Pharmahalteapparates) und der Zahnverlust über
kologen Prof. Peter Meisel und den Zahneine fünf Jahre dauernde Nachuntermedizinern Dr. Careen Springmann und
suchungszeit verliefen bei ausreichender
Prof. Thomas Kocher. Für ihre Untersuchun-
Magnesiumzufuhr wesentlich langsamer.
„Nach den Ergebnissen dieser Studie sind
insbesondere Diabetiker und junge Frauen
von einer Unterversorgung mit Magnesium
betroffen“, erklärten die Preisträger um
Prof. Peter Meisel. „Die gute Nachricht
dabei ist, dass dunkle Schokolade reichlich
Magnesium enthält und darüber hinaus
auch Inhaltsstoffe mit günstigen Wirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem.“
Der Deutsche Miller-Preis wird vom Vorstand
der DGZMK jährlich zur Würdigung der
besten wissenschaftlichen Arbeit auf dem
Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ausgelobt. Er stellt die höchste Auszeichnung einer wissenschaftlichen Leistung durch die DGZMK dar. Die drei
Wissenschaftler wollen das Preisgeld nutzen, um ihre Forschungen auch in Zukunft
weiterführen zu können.
Eindrücke vom Pflegesymposium 2009
„Der Anfang aller Erkenntnisse ist Staunen.” (Aristoteles)
SCHWEINEGRIPPEIMPFUNG:
ZAHLEN UND FAKTEN
Nach anfänglicher Zurückhaltung ist
die Bereitschaft zur SchweinegrippeImpfung in den letzten Wochen am
Universitätsklinikum Greifswald deutlich angestiegen. Wie der Betriebsärztliche Dienst mitteilte, wurden bis
Ende November 1.119 Impfungen
durchgeführt. Neben den Mitarbeitern
des Klinikums haben sich seit Ende
Oktober auch Studenten, HKS-Mitarbeiter und Mitarbeiter der BDH-Klinik
immunisieren lassen. Die Möglichkeit
zur Impfung besteht weiter.
Am 25. November trafen sich über 200
interessierte Pflegekräfte aus der Region
Vorpommern im Mercure Hotel zum ersten
Pflegesymposium. Es war ein interessanter
Erfahrungsaustausch zwischen ambulanten
und stationären Einrichtungen. Wir haben
gestaunt über die tollen Leistungen der
Referenten und die sehr gute Organisation.
An den professionellen Vorträgen hat sich
gezeigt, wie viele Pflegekräfte nicht „nur“
ihre Arbeit engagiert verstehen.
Stolz können wir Pflegekräfte darauf sein,
mit welchem Einsatz das schmerzfreie
Krankenhaus durch uns getragen und
unterstützt wird. Wir würden uns auf ein
zweites Symposium sehr freuen.
Das Team der gynäkologischen Abteilung,
Ute Stutz
www.klinikum.uni-greifswald.de/
index.php?id=89
oben: Peter Hingst, Pflegedirektor des Klinikums
unten: 1. Reihe (v.l.n.r.) G. Krause, S. Maletzki,
Dr. A. Jülich, P. Hingst
UKG LIVE 4/2009
7
ALTERN
Aber nicht nur die Strukturveränderungen,
sondern auch die neue und adaptierte
Vorgehensweise ist für den zukünftigen
Erfolg entscheidend. Aus dem Prozess soll
die Universitätsmedizin Greifswald als eine
von der Bevölkerung anerkannte Marke
hervorgehen. Die Markenbildung schafft
nicht nur Vertrauen und verbessert das
Image, sondern sie stiftet auch interne
Identität und sichert uns vor den möglichen
Krisen des Gesundheitssystems.
Keine Angst vorm Alter
Die alternde Gesellschaft wird die Struktur der Krankenversorgung verändern. Das Klinikum stellt die Weichen.
Die Gesellschaft wird älter. Der demografische Wandel steht uns nicht bevor. Die
Statistik beweist: Wir stecken bereits
mittendrin. Mit einem Durchschnittsalter
von 35,8 Jahren hatte Mecklenburg-Vorpommern zu Wendezeiten die jüngste
Bevölkerung in der Bundesrepublik. Heute
liegt das Durchschnittsalter im Nordosten
bereits bei 44,7 Jahren. Künftig wird es
mehr ältere und kränkere Patienten geben,
der Betreuungs- und Pflegeaufwand wird
steigen. Die Medizin des Alters und des
älteren Menschen, die Neurologie sowie
Teile der Inneren Medizin und Onkologie,
aber auch die palliativmedizinische Versorgung werden einen wichtigeren Stellenwert
in der Krankenversorgung einnehmen. Das
Uniklinikum Greifswald stellt sich diesen
gesellschaftlichen Veränderungen.
8
UKG LIVE 4/2009
Die „Individualisierte Medizin“ haben wir
zum zentralen Leitbild erhoben. Mit der
Förderung des interfakultären Projektes
Gani_Med (Greifswald Approach to Individualized Medicine) durch das BMBF ist der
Medizinischen Fakultät und dem Klinikum
ein wichtiger Schritt für die zukünftige Ausrichtung in der Versorgung der Patienten
gelungen. Bei dem Bundesforschungsprojekt geht es vorrangig um maßgeschneiderte Diagnose- und Behandlungsstrategien
für einzelne Menschen und spezielle Patientengruppen (www.medizin.uni-greifswald.
de/GANI_MED). Die Beteiligung des Klinikums an diesem wichtigen Projekt ist in
unseren Augen nicht nur für das Gelingen
des Projektes an sich, sondern auch für die
noch bessere und individualisierte Behandlung unserer Patienten von entscheidender
Bedeutung.
Prof. Dr. med. Marek Zygmunt
Vorstandsvorsitzender / Ärztlicher Direktor
Universitätsklinikum Greifswald
DIE MEDIZIN DES ALTERS WIRD EINEN WICHTIGEREN
STELLENWERT IN DER KRANKENVERSORGUNG EINNEHMEN.
Bereits in der Ausgabe 2/2009 der Mitarbeiterzeitung haben wir die Herausforderungen für die Struktur unseres Klinikums
erläutert. Unterstützend wurde im Juli das
Strategiepapier „Universitätsmedizin Greifswald 2014“ verabschiedet. Diese ist unsere
wichtigste Orientierungsgrundlage für das
Klinikum und seine Mitarbeiter, um für die
bevorstehenden Veränderungen gerüstet
zu sein. In den nächsten fünf Jahren soll die
Universitätsmedizin Greifswald als der führende forschende und lehrende Gesundheitsanbieter im Norden der Republik etabliert werden.
Prof. Marek Zygmunt
ALTERN
Praxis geschlossen?
Innovative Konzepte sollen die ärztliche
Versorgung für ältere Patienten absichern.
Hausärztemangel und der demografische
Wandel fordern neue Ideen für die Zukunft.
Eine Folge des demografischen Wandels ist ein Anstieg der Patientenzahlen, vor allem für altersassoziierte chronische Erkrankungen
und Multimorbidität sowie eine alters- und morbiditätsbedingt
abnehmende Mobilität. Gleichzeitig besteht bei Hausärzten ein
Wiederbesetzungsbedarf von etwa 40% bis 2020. Die Nachfolge
ist in vielen Fällen nicht gesichert. Das führt dazu, dass in einigen,
insbesondere ländlichen Regionen in naher Zukunft Lücken in der
hausärztlichen Versorgung zu erwarten sind oder bereits heute
bestehen.
Um die ärztliche Versorgung in ländlichen Regionen auf dem bisherigen hohen Niveau zu sichern, sind innovative, integrative Versorgungsmodelle notwendig. Das Klinikum kann dabei in Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten subsidiär (nachrangig) Versorgungsaufgaben in der Region übernehmen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Krankenhäuser, sich an der
ambulanten Versorgung zu beteiligen, z. B. mit hoch spezialisierten
Leistungen sowie Leistungen für die Behandlung seltener Erkrankungen und Erkrankungen mit besonderen Krankheitsverläufen
nach SGB V §116b. Ein weiteres Beispiel ist die Beteiligung an
Verträgen zur Integrierten Versorgung nach SGB V §140 a-d. Hier
ist die Bedingung, dass die Leistungen entweder sektorenübergreifend oder interdisziplinär-fachübergreifend sein müssen.
Wenn die Hormone
im Alter streiken
Forscher untersuchen den Zusammenhang von
Testosteron und Männergesundheit im Alter
Am Institut für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin ist seit
einiger Zeit eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe etabliert, die sich
schwerpunktmäßig mit Hormon- und Stoffwechselerkrankungen
befasst. Die Forschergruppe, bestehend aus Labormedizinern,
Endokrinologen und Epidemiologen, untersucht unter anderem
den Zusammenhang zwischen dem männlichen Sexualhormon
Testosteron und Fragen der Gesundheit des alternden Mannes im
Rahmen der SHIP-Studie.
Auch Forschungsprojekte bieten die Möglichkeit, innovative Konzepte für regionale Versorgungsmodelle in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten zu implementieren und zu evaluieren. Ein
Beispiel hierfür ist der Integrierte Funktionsbereich Telemedizin (IFT),
der am 10.6.2009 vom Klinikvorstand eingeweiht wurde.
Da der demografische Wandel und die zunehmende Alterung
unserer Gesellschaft auch vor dem „starken“ Geschlecht nicht Halt
machen, sind altersbedingte Erkrankungen beim Mann auf dem
Vormarsch. So ist bekannt, dass der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter des Mannes kontinuierlich sinkt. Bei 15-20% der
untersuchten Männer über dem 50. Lebensjahr konnte im Rahmen
der SHIP-Studie ein erniedrigter Testosteronspiegel nachgewiesen
werden.
In Analysen der Daten der SHIP-Studie konnten die Wissenschaftler
belegen, dass erniedrigte Testosteronspiegel häufig mit Adipositas,
Fettstoffwechselstörungen und einer Steatosis Hepatis verknüpft
sind. Niedrige Testosteronspiegel sind auch mit einer erhöhten
Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen bzw. erhöhten
ambulanten Gesundheitskosten verbunden. Zudem konnte gezeigt
werden, dass ein niedriger Testosteronspiegel als Biomarker für ein
zukünftiges Metabolisches Syndrom, einen Typ 2 Diabetes, oder
Hypertonus angesehen werden kann und bei Männern mit einem
erhöhten Mortalitätsrisiko zusammenhängt. Die Arbeitsgruppe
setzt modernste analytische Verfahren, wie z.B. NMR-Spektroskopie
zur Charakterisierung der Stoffwechselsituation, in ihrer Forschungsambulanz ein.
Auch im Rahmen von GANI_MED wird diese Arbeitsgruppe in
Zusammenarbeit mit Kardiologen, Frauenärzten und Ärzten der
Klinik für Psychiatrie den Einfluss von Sexualhormonen auf die
Entwicklung der oben genannten Stoffwechselerkrankungen
untersuchen. Ziel ist dabei, eine individuelle Diagnostik mit Risikoanalyse und Lebensstilberatung bzw. Therapie zu etablieren.
Prof. Wolfgang Hoffmann, Neeltje van den Berg
Henri Wallaschofski
UKG LIVE 4/2009
9
ALTERN
Paul Kramer
Wie sieht ein seniorenfreundliches Krankenhaus aus?
Realität und Vision klaffen noch auseinander.
Paul Kramer (Krankenpfleger auf der Aufnahmestation)
berichtet von seinen Erfahrungen.
Ein seniorenfreundliches Krankenhaus zeichnet sich meiner Meinung nach durch eine
hohe Flexibilität in Bezug auf die Bedürfnisse und den Zustand des einzelnen
Patienten aus. Nicht jeder Mensch, der alt
ist, ist auch alt. Es ist wichtig, gut
geschultes, motiviertes und ausreichend viel
Personal zu haben. Das Personal wiederum
benötigt Zeit, Erfahrung und eine gute
Kommunikation untereinander, um die
Bedürfnisse des Patienten erfassen, seinen
Zustand einschätzen und ihn fördern zu
können.
Denn jeder Mensch ist individuell.
Dazu fällt mir eine wahre Geschichte ein, in
der der Zustand des Patienten nicht richtig
eingeschätzt und somit die Ressourcen
nicht genutzt wurden.
Ein Mann wurde ins Krankenhaus eingewiesen. Er wirkte alt und gebrechlich. Da
sich niemand ein richtiges Bild von dem
Patienten gemacht hatte, nahm man ihm
die Ganzkörperpflege und das Ankleiden
komplett ab. Er wurde sogar im Bett mobilisiert. Als er dann am Entlassungstag alles
allein durchführte und mit gepackter Tasche
auf dem Flur saß, waren alle Pflegekräfte,
Ärzte und Physiotherapeuten, die den
Patienten betreuten, sehr überrascht.
Auch die räumlichen und baulichen Gegebenheiten sind von großer Bedeutung. Ausreichend Platz in den Patientenzimmern
und eine angepasste Ausstattung gehören
dazu. Alles sollte hell, freundlich und einladend sein. Ein wenig Farbe macht das
Leben ja bekanntlich bunter.
In einem seniorenfreundlichen Krankenhaus ist ebenso eine leichte Orientierung
notwendig, da ja alles „größer, schneller
und höher” wird. Damit sich alte und auch
junge Patienten sicher fühlen und ihre
Station, die Funktionsabteilung, die Cafeteria oder auch nur den Ausgang wieder
finden können, sollte es ein leicht verständliches, selbsterklärendes Navigationssystem
geben.
Was ein seniorenfreundliches Krankenhaus
noch ausmacht, ist die Aufklärung und
Information des Patienten über seine
Gesundheit und auch Krankheit. Es wäre
sinnvoll, die Ressourcen des gut geschulten
und motivierten Personals zu nutzen, um
Selbsthilfegruppen zu moderieren, Schulungen zu halten und Netzwerke aufzubauen.
Außerdem sollte der Patient auch nach der
Entlassung immer einen Ansprechpartner
haben, damit er gut informiert ist und sich
in Krisensituationen nicht allein fühlt.
Ich denke, dass es noch viele andere
Faktoren gibt, die wesentlich sind, um ein
seniorenfreundliches Krankenhaus zu sein.
Manchmal reichen auch schon ganz
kleine, banale Dinge wie beruhigende Worte, ein offenes Ohr
oder ein Lächeln.
Diese Dinge kann jeder umsetzen und
damit eine große Wirkung erzielen. Alle
Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sollten
täglich über ihren Tellerrand schauen und
sich kreativ einbringen zum Wohle der
älteren Menschen.
Paul Kramer
(Krankenpfleger auf der
Aufnahmestation der KIM A)
Physiotherapeutin Gudrun Graupner
hilft einer Patientin
10
UKG LIVE 4/2009
AUSBILDUNG
Ein Blick in die Mitarbeiterstatistik beweist:
Unser Klinikum ist jung. Das Durchschnittsalter aller 3.359 Mitarbeiter liegt bei etwas
mehr als 38 Jahren. Unsere männlichen
Kollegen sind statistisch gesehen sogar
etwas jünger als die Frauen mit 38,8 Jahren.
Liebe Damenwelt – nicht traurig sein! Dafür
haben Sie mit einem Mitarbeiteranteil von
75% die Übermacht.
Faltenfrei und ohne
graue Haare – Wir sind
ein junges Klinikum
Die Klinikumsmitarbeiter haben ein Durchschnittsalter
von 38 Jahren. Besonders jung ist das Pflegepersonal.
Besonders jung hält offenbar die Arbeit im
Pflegedienst. Das Durchschnittsalter liegt
hier bei 32,9 Jahren. Im Verwaltungs- und
technischen Dienst zählt dagegen die
Erfahrung – glaubt man den Zahlen: Diese
Mitarbeiter zählen 46 Lenze und sind
innerhalb der letzten zehn Jahre statistisch
gesehen auch nur um ein Jahr gealtert. Im
Oktober 2000 lag das Durchschnittsalter
der Angestellten in Verwaltung und Technik
bei 45 Jahren.
35
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Durchschnittliches Alter
Die Ärzte sind nur Durchschnitt. Nein, nicht
dass Sie das falsch verstehen! Aber mit
einem Alter von 38-39 Jahren liegen Sie
genau im statistischen Mittel.
33
30
46
45
Trotzdem ist eines unverkennbar: Das
Personal des Universitätsklinikums wird
älter. So sank der Anteil der 16-20-jährigen
Mitarbeiter seit 2000 um 1,3%. Auch der
Anteil der 31-40-Jährigen ging um 5,2%
zurück. Dagegen nimmt die Zahl der
erfahrenen Mitarbeiter stetig zu. Die
Fraktion der 41-50-jährigen Mitarbeiter
wuchs seit 2000 um 1,2% an. Der Anteil
der 51-60-jährigen sowie der 61-67jährigen Klinikumsmitarbeiter stieg um
1,5% beziehungsweise 1,1%.
Dienstart
UKG LIVE 4/2009
11
EIN TAG MIT...
Lachvisite im Krankenhaus
„Grypsnasen” bringen gute Laune
in die Kinderklinik
„Lachen ist gesund“
oder „Lachen ist die
beste Medizin“ sind bekannte Sprichwörter, in denen Wahrheit steckt. In Greifswald bringen seit 2005 die
Clowns der „Grypsnasen“ das Lachen auf die Stationen der Kinderklinik. Das UKGlive-Team begleitete die
Greifswalder Klinikclowns bei ihrer Visite.
14:00 Uhr: Die Mittagsruhe auf der Kinderstation ist vorbei. Einige der kleinen Patienten spielen, andere genießen den Besuch
und Trost ihrer Eltern – ein normaler Kliniktag. Währenddessen betreten zwei Männer
die Kinderklinik. Es könnten Väter sein,
seriös gekleidet sehen sie aus, auf dem
Weg zu ihren Kindern. Doch Martin Pierags
und David Knauft haben eine Mission, die
Mission zum Lachen. Mit ihren Späßen
wollen die Klinikclowns an diesem Nachmittag die Kinder verzaubern, mit Seifenblasen die Sorgen und Ängste wegblasen.
„Ich mag die Interaktion mit den Kindern,
die Herausforderung, sich schnell auf unterschiedlichste Situationen einstellen zu müssen“, erklärt Martin Pierags, der hauptberuflich als Clown arbeitet. Für ihn sei das
Clownsein nicht nur Beruf sondern Berufung. David Knauft steht am Anfang seines
Clownseins. Als Lehramtsstudent unterstützt
er die Grypsnasen seit einem Jahr. „Sollte es
12
12
UKG LIVE 4/2009
im Unterricht mit den Schülern
später einmal nicht so klappen wie gewünscht, kann ich ja eine Einlage als Clown
geben“, verrät er schmunzelnd.
Schnell geht es zur Station – die beiden
kennen den Weg. Beim Pflegepersonal erkundigen sie sich über die kleinen Patienten. Welches Lieblingsspielzeug haben sie,
wie geht es ihnen, wie lange sind sie bereits
in der Klinik? Die Antworten der Schwestern helfen den Männern, individuell auf
die kleinen Patienten einzugehen.
Martin Pierags öffnet seinen großen Koffer,
der vollgestopft ist mit allerlei Utensilien
und einem Kilogramm Fantasie: Jonglierbälle, buntbeklebte Dosen, Bastelpapier,
Luftballons und Strohhalme kullern durch
den Koffer. Die Stimmung ist ernst, die
Männer sind konzentriert. „Klinikclown zu
sein ist keine einfache Aufgabe. Die Clowns
Martin Pierags (li.) und
David Knauft sind Matte
Lacchiato und Theo
der Grypsnasen
verfügen nicht nur
über komisches Talent und viel
Fantasie, sondern auch über vielseitige
Erfahrungen im Bereich Schauspiel und
Clownerie“, erfahren wir von Martin
Pierags, selbst Vater von drei Kindern. Viele
Klinikclowns sind Mitglieder von Laienspielgruppen oder Studententheatern wie
in Greifswald im „StuThe“. Einmal in der
Woche treffen sich die zwölf Clowns zum
Training und organisieren regelmäßig
Weiterbildungsmöglichkeiten mit ClownLehrern von außerhalb.
Nach und nach verwandeln sich die beiden
Männer nicht nur äußerlich, sondern auch
innerlich zu Clowns. Ein bisschen Schminke, ein Hut, eine Clownnase und Sprechübungen lassen aus Martin Pierags Matte
Lacchiato werden. David Knauft wird zu
Theo.
15:00 Uhr: Die beiden Clowns betreten das
Zimmer 3 der allgemeinen Kinderstation.
EIN TAG MIT...
Anne, Louis und Veronika, die kleinen
Patienten, machen große Augen. Die
siebenjährige Anne kann zurzeit nur Flüssignahrung zu sich nehmen – einen gelben
Strohhalm hat sie deshalb. Behutsam tastet
sich Clown Matte vor. „Ist das ein ZitronenStrohhalm?“ Die kleine Patientin schaut
schüchtern und bejaht. Dann holt der
Clown aus seinem großen Koffer zwei
Riesentrinkhalme. Grün und rot. „Schau
mal, ich habe hier auch noch Waldmeister
und Erdbeere!“ Das Eis ist gebrochen. Die
Situation entwickelt sich, es wird gefragt,
gelacht und auch gebastelt. Clown Matte
zeigt den kleinen Patienten, wie man aus
dem Trinkhalm eine Tröte baut. Da kommt
schließlich tatsächlich ein Ton heraus. Anne
ist begeistert. Auch die Muttis von Anne
und Louis sind im Zimmer. Ihre anfängliche
Skepsis weicht, fleißig tröten sie mit den
Kindern mit. Hier werden selbst die Eltern
wieder zu Kindern. Für einige Zeit sind so
die Sorgen und die Krankheit vergessen.
Nach etwa zwanzig Minuten verabschieden
sich die Clowns, um in das nächste Zimmer
zu gehen. Die zu Tröten umgebauten Strohhalme dürfen Anne, Louis und Veronika
behalten. So werden sie weiterhin an die
Clowns erinnert und der Moment der Freude hält länger an.
Im nächsten Zimmer liegen Lukas und
Merle. „Dürfen wir reinkommen?“, fragen
die Clowns vorsichtig. Ohne das Einverständnis der kleinen Patienten wird kein
Zimmer betreten. Lukas ist zwei Jahre alt. Er
trägt einen Schlauch in der Nase, am kleinen Körper hängt eine kleine rote Tasche, in
der ein Gerät versteckt ist. Während Merle etwas ängstlich
GRYPSNASEN E.V.
und zurückhaltend ist,
blickt Lukas die Clowns
Der 2005 gegründete Verein „Grypsnasen“ hat 12
erwartungsvoll an. Matte
aktive Mitglieder, die regelmäßig auf den Stationen
Lacchiato und Theo müsder Greifswalder Kinderklinik unterwegs sind.
sen sich umstellen, die
Im Jahr 2007 konnten sie den jetzigen MinisterTricks und Kniffe, die sie
präsidenten Erwin Sellering von ihrer Arbeit überden „Großen“ gezeigt hazeugen und als Schirmherren gewinnen.
ben, sind bei den Lütten unSeit Mitte 2009 unterstützt die Stiftung „Humor
geeignet. Die Umstellung
hilft Heilen“ für ein Jahr die Arbeit der Grypsnasen.
gelingt den Clowns in Sekunwww.grypsnasen.de
denschnelle. Matte füllt den
Raum mit bunten Seifenblasenkugeln. Eine zerplatzt an seiner roten
Nase und spritzt ihn voll. Der kleine Lukas
bietet sein Schnuffeltuch zum Trocknen an.
Auch Theo holt seine bunten Jongliertücher
Gelächter, aber auch ganz stille und berühhervor und zusammen testen alle drei deren
rende Momente. Die Kinder und Eltern
Weichheit. Nachdem Lukas den Clowns
waren begeistert. Aus den beiden Clowns
seinen Schlauch an der Nase gezeigt hat,
Matte und Theo werden beim Abschminentdeckt Clown Matte, dass er auch zwei
ken wieder Martin Pierags und David
Schläuche an der Nase hat. Die drei
Knauft. „Was ist gelungen? Was kann ververstehen sich auf Anhieb. Hier ist der Vater
bessert werden?“ Viele Fragen schwirren
dabei, auch hier ist die anfängliche Skepsis
den Männern durch den Kopf. Wichtige
zu sehen. Doch während der Clownvisite
Sachen halten sie in einem Protokoll fest,
tritt bei ihm ein Stimmungswandel ein. Am
zum Beispiel welche Aktionen sie bei den
Ende des Besuchs zeigt Lukas den beiden
Kindern durchgeführt haben oder wie
Clowns noch seine Kanüle, die in der Hand
intensiv die Interaktion mit den Kindern
steckt. „Die habe ich geschenkt gekriegt“,
war. Diese Informationen dienen dem
sagt er in seiner kindlichen Sprache. Alle im
Clownensemble als Grundlage für komZimmer befindlichen Erwachsenen sind
mende Auftritte und bei ihren Proben.
gerührt.
Der Tag geht zu Ende. „Nach dem Auftritt
Fünf Visiten auf der Allgemeinen Pädiatrie
ist vor dem Auftritt“, sagt David Knauft zur
und zwei auf der Brieger-Station folgen.
Verabschiedung und tritt zufrieden den
Nach zwei Stunden Auftritt sind die Clowns
Heimweg an.
erschöpft – aber glücklich. Es gab viel
Katja Watterott-Schmidt,
Kerstin Oswald
DAS KONZEPT
der Klinikclowns kommt aus den USA, wo es von dem Arzt Hunter „Patch“ Adams
ins Leben gerufen wurde. Heute beschäftigen sich weltweit circa 200 Ärzte,
Soziologen und Psychologen mit den positiven Auswirkungen des Lachens auf
Körper und Psyche. In den letzten 20 Jahren wurden weltweit umfassende wissenschaftliche Studien durchgeführt, die aufzeigen, dass Lachen eine positive Auswirkung auf verschiedene Funktionen des Körpers hat.
Die Clowns haben eine Schweigepflichtserklärung unterschrieben und verpflichten
sich so, alle persönlichen und vertraulichen Dinge, die sie während der Auftritte in
Erfahrung bringen, für sich zu behalten.
Wenn es der Pflegeplan zeitlich zulässt, kommen die Clowns ins Krankenhaus. Oft
können die Eltern die Visite der Kinder miterleben.
Eine Dosis Lachen – Medizin von Matte Lacchiato
UKG LIVE 4/2009
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Heike Rosenow, Funktionsdiagnostik:
„Ich war am Umzugstag ganz schön fertig.
Meine Funktionsräume wurden bei der Umzugsplanung vergessen, so dass die Firma
sie nicht eingeplant hatte. Meine Kollegen
haben mir geholfen, die Ausstattung in die
neuen Räume zu transportieren.”
OA Dr. Toralf Scheltz, Poliklinik:
Kisten packen,
Akten räumen
Die Kinderchirurgie hat den
Umzug bewältigt
Hautklinik im
Neubau
Nach dem Umzug ist der
Alltag wieder eingezogen
14
UKG LIVE 4/2009
„Der Umzug hat termingerecht stattgefunden. Die Umzugsfirma hat genau nach
Zeitplan gearbeitet, da zwei Teams parallel
gearbeitet haben (1Team Poliklinik, 1 Team
Station). Wir hatten am Umzugstag nur
Notfallpatienten, so dass die Kollegen sich
überwiegend dem Einräumen der Möbel
und Utensilien widmen konnten. Als Tipp
für die nächsten Umzüge: „Alles was man
nicht mehr gebrauchen kann, schon vorher
aussortieren und am Umzugstag beim
Einräumen nochmals sortieren. Was man
zwei Jahre nicht benutzt hat, nimmt man
dann auch nicht mehr.
Der erste Tag nach dem Umzug war für
uns noch mal anstrengend, weil gleichzeitig Patienten versorgt wurden, neue
Kollegen eingearbeitet werden mussten
und ständig Handwerker und Verwaltung
nach dem Rechten sahen.”
NEUBAU
Schwester Gabi, Poliklinik:
„Die Firma hat zügig gearbeitet, das klappte
wunderbar. Zuerst waren zwei Tage Umzug
geplant, letztendlich war es dann nur einer.
Jetzt ist alles an Ort und Stelle. Ein großes
Lob an die Stabsstelle Klinikumsbau, an die
Hausmeister und die Stabsstelle Klinische
Informationstechnologien.”
Der Umzug ist geschafft!
Stroke Unit in neuen Räumen
Die 31 Pflegekräfte sind inzwischen zu einem harmonischen
Team zusammengewachsen.
Nach vielen und langen Vorbereitungen ist
die Stroke Unit endlich am 12.10.2009
umgezogen! Die Planungsphase begann
bereits Anfang des Jahres, als klar wurde,
dass die Unfallchirurgie ein neues Gesicht
bekommen würde.
Nun befindet sich im Bereich G Null
(Erdgeschoss) eine weitere neurologische
Station mit 14 peripheren, 10 Stroke Unitund vier Notaufnahme-Betten. Durch kurze
Wege zum CT und anschließender neurologischer Diagnostikabteilung werden die
Patienten noch schneller versorgt. Dadurch
werden kostbare Minuten gespart.
Der periphere Bereich ist bereits Anfang
Juni umgezogen. In dieser Zeit wurde die
Stroke Unit mit vielen Umbaumaßnahmen
auf den neuesten technischen und räumlichen Stand gebracht. Der Umzug der
Station ging auf Grund der tollen Zusammenarbeit des gesamten Pflegepersonals
reibungslos für alle Beteiligten vonstatten.
Am 12.10.2009 ist sie nun eröffnet
worden. Es gab einen kleinen Empfang, an
dem auch Herr Gotal und Herr Hingst teilnahmen. Nach Ansprachen durch Prof.
Kessler, Herrn Gotal und die zuständige
Pflegedienstleitung, Frau Biebler, wurde die
Station eröffnet. Die Pflegekräfte auf der
Station Neuro-3 und der Stroke Unit haben
in den letzten Wochen durch viel Schweiß,
Engagement und Arbeit die neue Station
eingerichtet.
Das gesamte Team umfasst nun 31 Pflegekräfte, die in einem Rotationsprinzip arbeiten werden. Aus diesem Konzept ergibt
sich ein noch flexibleres Arbeiten für die
Pflegenden, die komplett die Versorgung
von Intensivpatienten übernehmen. Bereits
in den ersten Tagen seit der Eröffnung hat
sich gezeigt, wie gut das Team zusammenarbeitet und harmoniert.
Matthias Knörich
UKG LIVE 4/2009
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IM SPIEGEL DER ZEIT
Vor dem Zerfall gerettet –
Historische Krankenakten auf
dem Dachboden geborgen
Die Geschichtsschreibung „von unten” entwickelte sich
zu anerkannter Quellengattung in der Medizingeschichte
In den Kellerräumen des Instituts für
Geschichte der Medizin lagern Tausende
Krankenakten der Greifswalder Hautklinik,
die teilweise bis in die frühe Zeit des Nationalsozialismus zurückreichen. Die Mitarbeiter des Instituts hatten sich immer wieder
bemüht, diese Akten vom Dachboden der
Hautklinik zu bergen und bestimmte Jahrgänge vor der Vernichtung zu bewahren.
Dieses wichtige medizinhistorische Quellenmaterial wartet nun darauf, untersucht zu
werden.
Der wohl interessanteste Teil dieser Sammlung umfasst knapp 3.000 Akten von
Patienten, die während der Zeit des Nationalsozialismus zwischen 1933 und 1945 in
der Hautklinik aufgrund von Geschlechtskrankheiten behandelt wurden. Ein weiterer Teil besteht aus Akten von Patienten, die
an Tuberkulose erkrankt waren. Die Erforschung dieser Quellen bietet eine hervorragende Möglichkeit, verschiedene quantitative und qualitative Aussagen zu treffen.
So lassen sich beispielsweise biografische,
demografische oder geschlechtsspezifische
Aspekte untersuchen. Auch Informationen
über die Tätigkeit der Ärzte und Schwestern, ihre therapeutischen und diagnostischen Konzepte, soziale Bedingungen (z.B.
räumliche Verhältnisse, Arbeitsbedingungen) sowie über die Patienten (soziale
Herkunft, Verhalten etc.) können gewonnen werden. Nicht zuletzt verdeutlichen die
Akten auch das Ausmaß sowie die Art und
Weise der politischen Einflussnahme der
Nationalsozialisten auf die Arbeit und
Forschung in der Klinik. Der Bestand der
Krankenakten geschlechtskranker Patienten
wurde bereits im Rahmen einer Promotion
„Die Universitäts-Hautklinik Greifswald in
der Zeit des Nationalsozialismus mit besonderer Berücksichtigung von Krankenakten
16
UKG LIVE 4/2009
geschlechtskranker Patienten in der Zeit
von 1933 bis 1945“ bearbeitet, wobei ein
besonderer Schwerpunkt gerade auf die
Erforschung der Auswirkungen nationalsozialistischer Politik gelegt wurde. Kleine
handschriftliche Bleistiftnotizen neben den
mit der Schreibmaschine aufgenommenen
Patientendaten und Krankheitsverläufen
können dabei aufschlussreiche Einblicke in
die Gedanken und Handlungen der betreuenden Ärzte gewähren. Krankenakten einzelner Patienten, die teilweise über Jahre
hinweg geführt wurden, geben Auskunft
über den Verlauf von Erkrankungen und die
sich daraus für den Betroffenen ergebenden Probleme.
Beispielweise gab es Patienten, die immer
wieder wegen einer Erkrankung an Syphilis
oder Gonorrhö in der Hautklinik behandelt
wurden und bei denen ein Vermerk an der
Krankenakte zu finden ist, dass ein Verfahren zur „gesetzlichen Unterbringung“
einzuleiten oder die Überführung in ein
„Arbeitslager“ aufgrund eines „liederlichen
Lebenswandels“ zu empfehlen sei.
In den Akten enthaltene Fotografien von
Krankheitsbildern zeigen Krankheitsausprägungen, die heutzutage aufgrund besserer Behandlungsmöglichkeiten kaum
noch anzutreffen sind. Weiterhin lassen
sich Hinweise auf Nebenwirkungen von
Arzneimitteln finden. So wird deutlich,
dass das damals verwendete „Salvarsan“, das erst nach dem Zweiten
Weltkrieg durch die zunehmende
Bedeutung des Penicillins in der
Behandlung der Syphilis abgelöst
wurde, zum Teil tödliche Nebenwirkungen hatte.
Tabea Kapp,
Hartmut Bettin
Krankenakten der Universitäts-Hautklinik
in den Kellerräumen der Sammlung des
Instituts für Geschichte der Medizin der
Universität Greifswald
Postkarte aus einer Krankenakte, in der
von der schlechten Versorgung mit Lebensmitteln in der Hautklinik berichtet wird.
IM SPIEGEL DER ZEIT
„Eine Universität mit Dorf”
Professoren erinnern ihre ersten Eindrücke
Vieles scheint bis heute unverändert: Neu ankommende Forscher erleben zunächst eine kleine
Stadt und dann eine lebendige Universität. Manchmal lauert das Abenteuer in der Nachtbar.
Prof. em. Günter Ewert trug Anekdotisches aus der Geschichte zusammen.
Seine ersten Eindrücke von Greifswald hat
er literarisch festgehalten (1):
Georg Günther (links) und Hanns Schwarz
Zwei Dekane der Medizinischen Fakultät,
der Psychiater Hanns Schwarz (1946-1965
Direktor der Nervenklinik) und der Ophthalmologe Georg Günther (1953-1972
Direktor der Augenklinik) haben nach ihrer
Emeritierung noch Zeit gefunden, ihre
Lebenserinnerungen aufzuschreiben.
Beginnen wir mit Hanns Schwarz. Er half,
über den Kulturbund mit Musikabenden,
regelmäßigen Vorträgen und auch nur mit
geselligen Treffs im Kollegenkreis, meist im
„Klubhaus der Universität“, wieder ein anspruchsvolles kulturelles Leben an die Universität zurückzubringen. Auf Medizinerbällen war er der Conférencier, dem es stets
gelang, auf ein zugerufenes Stichwort mit
einer geistvollen Replik zu antworten.
Legendär wurden seine überfüllten wöchentlichen Vorlesungen zur gerichtlichen
Psychiatrie, bei der Medizinstudenten als
Einlasskontrolleure darüber wachten, dass
keine ungebetenen Gäste aus anderen
Fakultäten daran teilnahmen. Wollten
Studenten nach bestandenen Prüfungen im
„Corso“, einer Tanzgaststätte in der Mühlenstraße, den Abend noch ausklingen
lassen, kam es vor, Hanns Schwarz auf
einem Hocker an der Bar in einem angeregten Gespräch mit der Bardame anzutreffen.
Es gibt Städte, in denen liegt eine Universität, und es gibt Universitäten, in denen liegt
eine Stadt … zu diesen letzteren gehörte
Gryps am Ryck…
Bissige Zungen sprachen von einer Universität mit Dorf, von einem provinzigen Fleck
auf der Landkarte, wo abends noch die
Kühe durch die Gassen in die Ställe getrieben werden (S. 288).
Schwarz hat aber Frieden mit der Stadt, in
die er 49-jährig zuzog, mit den Jahren
geschlossen. Er baute sich hier sein Haus, in
dem er bis zu seinem Tod lebte. Als der
Abschied aus dem Berufsleben nahte, trat
er mit freundlichen Worten vor seine
Mitarbeiter:
Was mich betrifft, so verabschiede ich mich
überhaupt nicht, sondern ein Mensch, der
so lange Klinikluft geatmet hat, so lange an
unsere Universität und die Medizinische
Fakultät gebunden war und so stark an
seinem Beruf hängt, verabschiedet sich
nicht, sondern blättert ein neues Kapitel
seines Lebens auf und bleibt seinen alten
Freunden treu (S. 443).
Auch Georg Günther hatte anfangs seine
Schwierigkeiten, sich in Greifswald einzugewöhnen (2).
Wohin bin ich geraten? Mein erster Eindruck von der Stadt im zeitigen Frühjahr
1953 war, gelinde gesagt, niederschmetternd.
Für die geringen Entfernungen anzustrebender Ziele reichten Fußgänge aus.
Auf den Straßen waltete keine überstürzte
Betriebsamkeit, keine Hektik, nur ein ge-
mächliches Schlendern, Stehen und Gehen.
Hier hat jemand die Zeituhr abgestellt –
jeder Neuankömmling wird es gedacht oder
laut vor sich hin gesagt haben.
Ob ich mich hier einlebe, mich dieser
Melancholie anpasse?
Günther begann dann seine Runde der
damals noch üblichen Antrittsbesuche:
Ich machte nun meine Runde, beginnend
bei Professor Bommer, dem Dermatologen,
er sprach mir viel Mut zu. Professor Wels,
der Pharmakologe, den ich als nächsten
aufsuchte, erklärte mir, er wäre hier sitzengeblieben, würde es aber nicht bedauern.
Der schon fast emeritierungsreife Professor
Wegner, der Anatom, zeigte mir stolz sein
anatomisches Museum. Professor Steinhausen, dem Vertreter der Physiologischen
Chemie, unterhielt mich über seine CupulaForschung.
An einem sonnigen Frühlingsvormittag
führte mich mein Weg in die Kinderklinik,
zu Professor Brieger. In Erinnerung geblieben ist mir die ungewöhnliche Wärme
seiner Art, zu sprechen, und die Geduld,
mich anzuhören. Wir schlossen auf Anhieb
Freundschaft.
Allein der erste Kontakt mit den Kollegen
der Medizinischen Fakultät brachte eine
Wandlung in meiner Beziehung zu Greifswald. Hier lebten Persönlichkeiten, die Geist
ausstrahlten und die sich über die scheinbar
verschlafen wirkende Stadt erhoben. Und
plötzlich bekam ich Lust, mich dieser
Gemeinschaft anzuschließen (S. 214-216).
Literatur:
(1) Schwarz H. Jedes Leben ist ein Roman.
Berlin: Buchverlag Der Morgen, 1975
(2) Günther G. Gewinne das Leben. Autobiographie. Berlin: Verlag der Nation, 1989
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ÄRZTE VON MORGEN
Computer, Beamer und Tafel in Einem – die Ausbildung wird interaktiv
Schultafel hat ausgedient – Ausbildung
in der Unfallchirurgie wird interaktiv
Das SMART Board ist eine Einheit aus Computer, Beamer und berührungsempfindlicher Tafel.
Aus der Studentenausbildung ist das Gerät inzwischen nicht mehr wegzudenken.
Auf die Ausbildung der Studenten am Universitätsklinikum wird in
der Unfallchirurgie besonders großen Wert gelegt. Neben unserer
praxisnahen Ausbildung mit Patientenkontakt, Gipskurs und einem
speziellen Nahtkurs wird das theoretische Wissen den Studenten in
einer zeitgemäßen multimedialen Weise mittels SMART Board
vermittelt. Das interaktive SMART Board vereint Computer, Beamer
und berührungsempfindliche Tafel zu einer Einheit. Hier erfolgt die
Demonstration von Röntgenbefunden, Vorträgen und Kurzfilmen
zu ausgewählten Themen, wobei die Studenten die Möglichkeit
haben, direkt an der interaktiven Tafel mitzuwirken. Im Vorfeld
einer speziellen für die Studierenden durchgeführten Visite erfolgt
die Besprechung jedes Patienten ausführlich im Kurs. Nach
Abschluss dieses theoretischen Teils wird eine Lehrvisite unter
Anleitung eines erfahrenen Arztes durchgeführt. Hierbei wird
insbesondere auf das Verständnis der einzelnen Krankheitsbilder
und auf den persönlichen Kontakt zum Patienten Wert gelegt.
Einmal pro Woche können die Studenten ihr manuelles Geschick im
Nahtkurs unter Beweis stellen. Hier kann jeder Student anhand
eines Präparates vom Schwein einzelne Knotentechniken und verschiedene Nahtformen erlernen und trainieren. In einem weiteren
Kursabschnitt wird praxisnah das Anlegen verschiedener Gipsverbände geübt. Der Seminarraum befindet sich neben den
Behandlungsräumen der Zentralen Notaufnahme in der Sauerbruchstraße. Der Unterricht bezieht eintreffende Notfallpatienten
mit ein, die Studierenden werden in die Erstversorgung integriert,
somit ist eine praxisnahe Ausbildung garantiert. Wenn es die
Situation im Schockraum zulässt, können auch dort Behandlungspfade bei der Erstversorgung von polytraumatisierten Patienten demonstriert werden. Die durchgeführte Computertomographie und angefertigte Röntgenbilder werden dann am SMART
Board aufgerufen, so dass die Studierenden hautnah an der
Patientenversorgung teilnehmen. Den Abschluss bildet häufig das
18
UKG LIVE 4/2009
Röntgenbild aus dem OP, wobei das Ergebnis der durchgeführten
operativen Versorgung des Patienten besprochen wird.
Über die ganze Woche des Blockpraktikums ist ein und derselbe
Arzt zuständig. So haben die Studierenden im Kursverlauf immer
denselben Ansprechpartner und die gesamte Lerneinheit wird zum
letzten Kurstag in einer mündlichen Prüfung durch einen Facharzt
„evaluiert“.
Das SMART Board kommt seit Februar 2009 in der Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie zur Anwendung und ist seither zu
einem festen Bestandteil der Kurse geworden. Diese Investition in
die Qualitätssteigerung der Studentenausbildung wurde aus
investiven Mitteln der Abteilung finanziert.
Dr. Peter Hinz
SMART BOARD™ INTERACTIVE WHITEBOARD
Das ist eine elektronische Tafel, die an einen Computer
angeschlossen wird. Das Bild wird im Regelfall von einem
Beamer projiziert. Das interaktive Whiteboard stellt nun über
Sensoren ein Koordinatensystem dar, das es ermöglicht, einen
Computer mit all seinen Funktionen und für alle sichtbar
einzusetzen. Das Steuern des Computers erfolgt je nach Modell
per Fingerdruck oder mit einem kabellosen Stift. Auf dem
interaktiven Whiteboard bedient man nun die Menüs wie mit
der Maus. Die „Schul“tafel wird quasi mit den zahllosen
Möglichkeiten eines Computers verbunden. Das weltweit erste
interaktive Whiteboard wurde vor 15 Jahren entwickelt.
BESSER INFORMIERT
Eierstockkrebs erfolgreich behandeln
Das Ovarialkarzinom ist vergleichsweise selten, aber besonders schwer zu therapieren.
Auf einem Symposium in Greifswald diskutierten Ärzte über Behandlungsstrategien.
Der Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) ist die
sechsthäufigste Krebserkrankung der Frau.
Durchschnittlich erkranken jährlich 9.000
Frauen in Deutschland, der mediane Altersgipfel liegt bei 57 Jahren. Die Häufigkeitsrate der Erkrankung liegt bei 14:100.000.
„Die Therapie des Ovarialkarzinoms hat
sich in den letzten Jahren zunehmend
gewandelt. Hierbei sind Therapiekonzepte
sowohl hinsichtlich der operativen als auch
der systemischen Therapie zu verzeichnen”,
so Prof. Dr. Marek Zygmunt, Direktor der
Frauenklinik, Ärztlicher Direktor und
Vorstandsvorsitzender des Klinikums.
Um über das Krankheitsbild zu informieren,
die Komplexität in der Diagnose und Therapie des Ovarialkarzinoms zu thematisieren
und Erfahrungen auszutauschen, wurde
von der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am 23. Oktober
2009 ein Symposium zum Thema „Das
Ovarialkarzinom – eine multidisziplinäre
Herausforderung“ durchgeführt. 70 Teilnehmer aus verschiedenen Fachbereichen
informierten sich über neue Therapiekonzepte und diskutierten über die seltene
Krebsart.
Obwohl das Ovarialkarzinom im Vergleich
zu anderen Krebserkrankungen der Frau
seltener auftritt, liegt die Erkrankung im
Vergleich zu anderen Krebsarten aber an
erster Stelle bei der Sterblichkeitsrate. „Aufgrund fehlender spezifischer Frühsymptome
und geeigneter effizienter Screeningmethoden weist die Mehrheit der Frauen zum
Zeitpunkt der Erstdiagnose ein fortgeschrittenes Stadium der Erkrankung auf“, so
Dr. Dominique Könsgen, Oberärztin an der
Greifswalder Frauenklinik und Organisatorin des Symposiums.
Die aktuelle Standardtherapie in der Primärsituation besteht aus einer radikalen multiviszeralen Operation mit dem Ziel der maximalen Tumorentfernung, gefolgt von einer
platinhaltigen Chemotherapie. Trotz des
kurativen Ansatzes und hoher Ansprechraten in der adjuvanten (unterstützenden)
Therapie erfahren mind. 65% aller Patientinnen innerhalb von zwei Jahren ein
Wiederauftreten der Krankheit (Rezidiv).
Aktuell werden im Rahmen verschiedener
Studien neue Therapieansätze zur Optimierung der First-Line-Therapie durchgeführt.
Für die Rezidivsituation existiert bisher keine
Standardtherapie.
Das multidisziplinäre Vorgehen bei der
Betreuung von Patientinnen mit Ovarialkarzinom war das zentrale Thema des
Symposiums. So kamen verschiedene Fachbereiche zusammen und es referierten
Prof. Evert aus dem Institut für Pathologie,
Dr. Hesse aus der Klinik für Anästhesie,
Dr. Patrzyk aus der Klinik für Chirurgie
sowie PD Dr. Mustea, Frau Dr. Belau und
Frau Dr. Könsgen aus der Gynäkologie über
die fachspezifischen Besonderheiten des
Managements beim Ovarialkarzinom.
Weiterhin wurden zwei Gastreferenten aus
Wiesbaden und Kiel begrüßt. Herr Dr.
Harter aus der Frauenklinik der Dr.-HorstSchmidt-Kliniken in Wiesbaden sprach über
das operative Management des Ovarialkarzinomrezidivs. Herr PD Dr. Hilpert aus
der Universitätsfrauenklinik in Kiel berichtete über das Management der älteren
Patientinnen mit Ovarialkarzinom.
„Es ist wichtig, die Patientinnen nach
neuestem fachlichen Wissensstand (State of
the art) zu behandeln“, so PD Dr. Alexander
Mustea. „Durch die Seltenheit der Erkrankung ist viel Aufklärungsarbeit nötig. Eine
Behandlung sollte nur von spezialisierten
Zentren, wie hier an der Frauenklinik in
Greifswald, durchgeführt werden. Wir arbeiten interdisziplinär mit unseren Kollegen
der anderen Kliniken zusammen, um das
bestmögliche Resultat für die Patientin zu
erzielen.“
Katja Watterott-Schmidt
Prof. Wiersbitzky in jungen Jahren
schon beim Forschen
UKG LIVE 4/2009
19
MedizinerTaufe 2009
Alljährliches Ritual im
Strandbad Eldena
Medizin in der Dritten Welt –
Studenten diskutierten in Lund
Austausch über Ländergrenzen hinweg sorgt für Weitblick.
Neun Studenten fuhren zur Medizinstudenten-Konferenz.
In diesem Semester fand die traditionelle
IMSP-Konferenz für Medizinstudenten in
Lund, Schweden, statt. Das IMSP – oder
„International Medical Student Project” –
ist eine gegenseitige Partnerschaft der
Universitäten Greifswald in Deutschland,
Lund in Schweden, Stettin in Polen und seit
kurzem Tartu in Estland. Das Projekt wurde
ursprünglich 1996 von Professor Knabe in
Greifswald im Austausch mit der Universität
in Lund mit dem Gedanken gegründet, den
Dieses Jahr war es einer Gruppe von neun
deutschen Studenten möglich, an der Konferenz vom 30. Oktober bis 1. November in
Lund teilzunehmen. Diese konzentrierte
sich auf das Thema „Medizin in der Dritten
Welt” und beinhaltete Vorlesungen und
Diskussionen, die von schwedischen Dozenten und Fachexperten dargeboten wurden.
So sprach Professor Dr. Hakan Miörner, ein
ehemaliger Forscher des Armauer-HansenForschungsinstitutes in Äthiopien, über
Lepra- und Tuberkuloseforschung in Entwicklungsländern („Leprosy and Tuberculosis research in low-income countries”).
Andere Referate stellten die Situation der
Medikamentenproduktion in der Dritten
Welt sowie die Bedeutung von Menschenrechten in verschiedenen Ländern dar.
oben: Universität Lund
unten: Teilnehmer des Kongresses –
Die deutsche Gruppe
Neben dem wissenschaftlichen Ablauf gab
es auch ein vielfältiges kulturelles Programm für die Teilnehmer. Alle haben die
Konferenz sehr genossen und erwarten nun
freudig den Frühling 2010, wenn die
nächste Versammlung von uns in Greifswald organisiert wird.
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UKG LIVE 4/2009
Der Siegerehrung folgte der Höhepunkt der
Erstsemestler-Woche: Die Taufe im Bodden
zu „wahren Greifswalder Medizinstudenten“. Nachdem der Taufspruch eines jeden
Erstis verlesen worden war, galt es, einen
Schluck aus medizinischen Utensilien wie
der Infusionsflasche, gefüllt mit diversen
Getränken, zu sich zu nehmen und damit
die Taufe zu bestätigen. Im Anschluss
dieses „feierlichen Aktes“ wurde sich mit
Glühwein und Gegrilltem von innen und
außen wieder aufgewärmt. So ging für
hunderte Medizinstudenten ein erlebnisreicher Nachmittag in einen Abend mit
Lagerfeuer über, das zum Erzählen und
besseren Kennenlernen einlud.
Wenke Wichmann, 3. Semester
18 Teams sammelten Punkte; hier beim Tauziehen
Julia Aschenbach
wissenschaftlichen und kulturellen Austausch in Form von Konferenzen und
regelmäßigen „journal clubs” zu fördern.
Am 9. Oktober war es wieder soweit – die
Erstsemester der Medizinischen Fakultät
versammelten sich mit ihren Tutoren
höherer Semester im Strandbad, um sich
bei „Doktorspielen“ in Geschicklichkeit,
Schnelligkeit, Ausdauer, Teamfähigkeit und
auch „Köpfchen“ zu messen. 18 Gruppen
traten an neun Stationen gegeneinander
an. Um die begehrten Punkte wurde
sowohl in klassischen Disziplinen wie Sackhüpfen, Tauziehen und Zweifelderball gekämpft, als auch in neueren „Sportarten“
wie Bierkastenlauf, Wackelschlangenrennen, Raufball oder der Kleiderkette. Nach
mehr als zwei Stunden Spiel, Spaß und
Spannung stand das Siegerteam fest.
Mehr Informationen finden Sie
auf unserer Website:
www.medizin.uni-greifswald.de/imsp
FAKULTÄT
Der effektive
Weg zum
Doktortitel
kann starten
2. Greifswalder Promotionsbörse im Krupp Kolleg
Nach der erfolgreichen Premiere vor einem
Jahr veranstaltete die Fachschaft der Medizin in Zusammenarbeit mit dem Dekanat
der Medizinischen Fakultät der Universität
Greifswald am 21. Oktober 2009 im Alfried
Krupp Wissenschaftskolleg die 2. Greifswalder Promotionsbörse.
Über 40 Projektteams aus allen Kliniken
und Instituten präsentierten hier ihre For-
schungsschwerpunkte und mögliche Themen für Doktorarbeiten. Studierende konnten sich umfassend über Promotionen,
Projekte und Fördermöglichkeiten informieren sowie Kontakte zu Betreuern knüpfen. An der Medizinischen Fakultät studieren gegenwärtig rund 1.550 Studenten
Human- und Zahnmedizin.
15,4 Millionen Euro für
Individualisierte Medizin
In der Ausgabe 2/2009 berichtete UKGlive
über die Förderung des interdisziplinären
Forschungsverbundes zur Individualisierten
Medizin durch Bund und Land. Nun liegt
der Zuwendungsbescheid vor. Insgesamt
sind 15,4 Millionen Euro für GANI_MED
(Greifswald Approach to Individualized
Medicine) vorgesehen. Die Laufzeit des
Projektes endet im September 2014.
Ansturm auf Studienplätze
Bewerberzahlen zum Wintersemester 2009/2010 waren Spitze
Der Ansturm auf Studienplätze in den Studiengängen Medizin und Zahnmedizin an
der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ist ungebrochen. Die Medizinische Fakultät hat in einem mehrstufigen Verfahren
60% der Studienplätze in Eigenregie vergeben. Seit vier Jahren werden an der Medizinischen Fakultät Auswahlgespräche geführt. In diesem Jahr wurden 300 Bewerber
eingeladen.
Erstsemesterbegrüßung im Hörsaal der Anatomie
Studienplätze gesamt
• vergebene Studienplätze von der ZVS
Medizin
Zahnmedizin
179
45
62
13
14
4
2.600
359
103
28
(Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen)
• vom Akademischen Auslandsamt vergebene
Studienplätze
Auswahlverfahren der Hochschule (AdH)
• Bewerbungen mit Greifswald in 1. Ortspräferenz
• Anzahl Studienplätze
• zu vergebende Studienplätze ohne Auswahlgespräch
21
6
• zu vergebende Studienplätze mit Auswahlgespräch
82
22
246
66
- Anzahl der Einladungen zu Auswahlgesprächen
- Anzahl der Gesprächskommissionen
- Anzahl der pro Kommission geführten Gespräche
5
2
ca. 45
ca. 33
Sieben Kommissionen mit jeweils zwei
Professoren haben eine Woche lang die
künftigen Studenten für Human- und Zahnmedizin in Einzelgesprächen zu ihrer Motivation und zu persönlichen Vorstellungen
befragt. Neben Kenntnissen zum Greifswalder Ausbildungsmodell spielten auch
die persönliche Belastbarkeit und soziale
Kompetenzen eine große Rolle.
Am 13. Oktober 2009 fand im Hörsaal für
Anatomie die inzwischen traditionelle Erstsemesterbegrüßung statt. Die Professoren
aller Institute und Kliniken informierten die
neuen Studierenden über ihr Fachgebiet.
UKG LIVE 4/2009
21
BESSER INFORMIERT
Holztiere statt Zimmernummern – so finden sich
die Kleinen besser zurecht.
Wo Ärzte selten
Kittel tragen
Das Holzboot Buttje ist das Aushängeschild der Wolgaster Kinderstation.
Jasmin-Manja (6) möchte damit am
liebsten gleich mit Dr. Victoria Kratz
nach Karlshagen fahren und Eis essen.
Auf der Wolgaster Kinderstation fühlen sich die kleinen Patienten wie
in der Villa Kunterbunt. UKGlive besuchte die farbenprächtige Klinikabteilung.
Seit über einem Jahr gehören das Kreiskrankenhaus Wolgast und
das Uniklinikum Greifswald zusammen. UKGlive stellt in einer Serie
die einzelnen Fachabteilungen der Klinik vor. Die vierte Stippvisite
führt in die Kinderklinik.
Der weiße Kittel von Dr. Christian Niesytto kommt im Dienst selten
zum Einsatz. Das Statussymbol der Mediziner würde die Kinder
eher verschrecken. „Wir setzen auf eine natürliche Umgebung und
normale Kleidung“, so der 41-Jährige. In der Tat erweckt die
Kinderstation im Wolgaster Kreiskrankenhaus eher den Eindruck
einer liebevoll ausgestatteten Kindertagesstätte. „Es ist mit die
schönste Kinderabteilung, die ich gesehen habe“, so der Chefarzt
der Kinder- und Jugendmedizin. Immerhin ist der gebürtige Hamburger, der seit einem Jahr die Wolgaster Pädiatrie leitet, schon
weltweit unterwegs gewesen.
Nach dem Studium in Hamburg war Christian Niesytto recht schnell
klar, dass ihm der Massenbetrieb einer deutschen Großklinik nicht
liegt. Fünf Jahre arbeitete er als Kinderarzt in Großbritannien, wo er
auch seine Frau kennen lernte. Eigentlich wollte er Internist werden,
hätte aber ein halbes Jahr warten müssen.
Ein Kurzeinsatz in einer Kinderklinik begeisterte ihn für sein heutiges Fachgebiet. Zwei weitere Jahre arbeitete er als Auszubildender
für Frühchen in Australien. Als die gemeinsame Entscheidung für
eine Rückkehr nach Deutschland fiel, schickte er aus England
Bewerbungsmails an mehrere medizinische Zentren, die ihm zusagten. Der damalige Leiter der Greifswalder Neugeborenenklinik
reagierte prompt und lud ihn in die
Universitäts- und Hansestadt ein.
Bis zum Wechsel nach Wolgast
war Dr. Niesytto fünf Jahre als
Oberarzt am Universitätsklinikum Greifswald tätig.
22
UKG LIVE 4/2009
Kindern und Eltern die Angst nehmen
Wird ein Kind ernsthaft krank, durchleben die Eltern enorme
Ängste. Das Team um Dr. Christian Niesytto und Oberärztin Victoria
Kratz hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die Familienangehörigen von Anfang an „mitzunehmen“ und optimal aufzuklären. „Wir sind immer ansprechbar und informieren die Eltern
über alle Schritte. So können wir insgesamt zur Beruhigung beitragen.“ Zu fast allen Krankheiten gibt es Informationsmaterial, so
dass die Eltern zuhause in Ruhe alles noch einmal nachvollziehen
können. Die Zufriedenheit der kleinen und größeren Patienten sowie ihrer Familien wird regelmäßig in Umfragen geprüft. Zusammen mit der benachbarten Geburtenstation werden die Meinungen
sowohl zu den behandelnden Ärzten und Schwestern als auch zum
Essen, Trinken, zur Station und zu Spielmöglichkeiten sowie Besuchs- und Ruhezeiten eingeholt. Angaben zu Extrakritik oder Lob
sind ausdrücklich erwünscht. Die Ergebnisse werden ausgewertet
und auf den Stationen öffentlich ausgehängt. „Auch wenn die
Ergebnisse für uns sehr erfreulich sind, so können wir doch noch
besser werden. Das oftmals sehr ehrliche und offene Feedback der
Eltern hilft uns dabei“, so Niesytto.
Spontane Urlaubsdiagnosen
Wie in allen Abteilungen des Wolgaster Krankenhauses spielen
eher zufällige „Urlaubspatienten“ eine nicht unbedeutende Rolle
auf der Kinderstation. Gleich zwei markante Erlebnisse aus der
diesjährigen Saison weiß der Kinderarzt zu berichten. Eine Familie
mit einem vierjährigen Zwillingspärchen hat Urlaub auf Usedom
gemacht. Während das Mädchen völlig normal entwickelt war, sah
der Bruder extrem abgemagert aus. Dementsprechend unglücklich
war die Familie aus Sachsen. Die erfahrenen Kinderärzte diagnostizierten recht schnell eine Glutenunverträglichkeit, im Kindesalter
auch Zöliakie genannt. Bei einer Glutenunverträglichkeit reagiert
der Körper überempfindlich auf Gluten, einem Eiweißbestandteil im
Getreide. Anfang Oktober kam ein Dankesbrief aus Chemnitz mit
KKH WOLGAST
WOLGAST
KKH
Fotos. Darauf ein kaum wieder zu erkennender Hans, der inzwischen deutlich zugenommen hat. Ganz ähnlich ging es einem
deutsch-norwegischen Ehepaar mit Wurzeln in der Region. Während eines Aufenthaltes bei den Großeltern bekam ihr einjähriger
Sohn eine Lungenentzündung. Die Wolgaster Ärzte machten den
deutschen Vater auf eine Fehlbildung der Lunge und der Wirbelsäule aufmerksam. Der Kleine, der ansonsten an der Universitätsklinik Oslo betreut wird, muss nun zur Spezialoperation nach
England. Vorher kommen aber auf Wunsch der Eltern die Röntgenbilder aus Norwegen per Mail nach Wolgast, damit Dr. Niesytto
dazu seinen Rat abgeben kann.
Der bestmögliche Weg für die Kinder
Die Wolgaster Kinder- und Jugendmedizin deckt die komplette
Grundversorgung in der Kinderheilkunde ab. Die Stationsärzte
können rund um die Uhr moderne Ultraschalltechnik, EKG, EEG,
Labor- und Röntgendiagnostik nutzen. „Die Nähe zu Greifswald
kommt uns in vielerlei Hinsicht zugute“, so Dr. Niesytto. „Viele
Ärzte und Schwestern haben am Uniklinikum gearbeitet, wir
kennen uns alle sehr gut.“ Es gehe immer darum, den
bestmöglichen Weg für ein krankes Kind zu finden. „Was für Hilfe
braucht das Kind, was können wir leisten, was andere?“ Die
Uniklinik stehe als starker Partner zur Seite. Nach und nach wird die
medizinische Ausstattung angepasst. Ende des Jahres kommt
beispielsweise eine neue Erstversorgungseinheit für Neugeborene,
die auch in der Greifswalder Klinik verwendet wird. „Viele wertvolle
Erfahrungen aus England, Australien und Greifs-wald versuche ich
in den Wolgaster Klinikalltag einzubringen. An Wolgast schätze ich
besonders das unkomplizierte kollegiale Mit-einander, die sehr
enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen und den
Jugend- und Sozialämtern.“
Cys
Chefarzt Dr. Christian Niesytto
Küstenfan
In seiner Freizeit ist der zweifache Familienvater begeisterter
Bodden-Segler. Sein altes Segelboot ist Jahrgang 1932 und
aus Holz. Neben der Liebe zum Wasser und zur Küste hat
der Kinderarzt ein Faible für alte Motorräder, die er selbst
wieder flott macht. So auch seine älteste Maschine aus
England, Baujahr 1952. Doch die größte Freude gilt derzeit
seinem dritten Kind, das im nächsten Jahr in Wolgast zur
Welt kommt. Fieke (6), geboren in Australien, und Jonny (3),
geboren in Greifswald, wachsen 2½-sprachig auf: englisch,
deutsch und ein wenig platt.
Kontakt
Chefarzt Dr. Christian Niesytto
Tel. (03836) 25 74 61
niesytto@kreiskrankenhaus-wolgast.de
www.kreiskrankenhaus-wolgast.de
ZAHLEN UND FAKTEN
Die Kinderstation umfasst 22 Betten und 5 Mutter-Kind-Einheiten. Jedes Jahr werden durchschnittlich 1.200 Kinder stationär und 2.500 Kinder ambulant behandelt sowie die Erstuntersuchung U2 am dritten Lebenstag bei den rund 400 Neugeborenen vorgenommen. Zum Team der Kinderklinik zählen 5 Ärzte
Oberärztin Dr. Victoria Kratz untersucht Merle.
Das achtmonatige Mädchen aus Heringsdorf
ist wieder gesund und kann nach Hause.
und 16 Pflegekräfte. Zur Ausstattung gehören ein Spielzimmer
und Spielzeug aus Holz sowie eine Kinderbibliothek. In der
Woche kommen täglich ehrenamtlich Frauen, die sich mit den
Kindern beschäftigen. 6 Plätze werden als HNO-Belegbetten
genutzt.
Kilian (li.) und Cosima sind als Zwillinge zehn Wochen zu früh in Greifswald geboren worden.
In Wolgast werden sie nun für die baldige Entlassung von Stationsschwester Michaela (li.)
und Schwester Marion aufgepäppelt.
BESSER INFORMIERT
„Wir möchten unseren neuen Mitarbeitern
ein gutes Gefühl geben”
Jeder Anfang ist schwer. Damit sich neue Mitarbeiter besser und schneller zuhause fühlen,
hat das Personaldezernat pfiffige Ideen aus der Wirtschaft im Klinikum umgesetzt.
Die Mitarbeiter des Personaldezernats sind
typischerweise im klassischen Kerngeschäft
des Personalmanagements tätig. Doch
neben der Erledigung von administrativen
Aufgaben wollen sie sich auch als Dienstleister für alle Mitarbeiter verstehen. Um
den Mitarbeitern des Klinikums die Arbeit
zu erleichtern, wurden nun einige Konzepte im Bereich Personal und Organisation
entwickelt.
Herr Rocke, Frau Krüger – welche
neuen Konzepte sind das?
Rocke: Die Konzepte beziehen sich im
Wesentlichen auf Neueinstellungen und die
allgemeine Organisation. So haben wir
unter anderem in Ergänzung zu unserer
Einstellungsmappe eine Willkommensbro-
die Stadt Greifswald, mit Hinweisen zur
Wohnungssuche und unserem betrieblichen
Kindergarten sowie einen Stadtplan zu.
Wie kam es zu der Idee der
Willkommensbroschüre?
Rocke: Wir möchten unsere neuen Mitarbeiter von Beginn an unterstützen und
ihnen ein gutes Gefühl geben. Jeder, der
sich an seine Einstellung erinnert, kennt
sicherlich diese ungewohnte Situation. Wir
wollen uns auch bewusst von anderen
Arbeitgebern abheben.
Krüger: Gerade am Anfang ist es nicht
immer leicht, sich in einer neuen Umgebung zu orientieren. Nach Vertragsunterzeichnung händigen wir dem neuen
Mitarbeiter eine Willkommensbroschüre aus.
v.l.: UKG-live-Redaktionsleiterin, Katja Watterott-Schmidt, sprach mit Anja Krüger und Hinrich Rocke
schüre für neue Mitarbeiter sowie ein
Organigramm mit allen Ansprechpartnern
und Zuständigkeiten erstellt. Außerdem
bieten wir neue Englischkurse und unseren
ausländischen Mitarbeitern jetzt auch
Deutschkurse an.
Krüger: Jedem „Neuen” senden wir im
Vorfeld mit den Einstellungsunterlagen eine
Einstellungsmappe mit Prospekten rund um
24
UKG LIVE 4/2009
Darin findet er allgemeine Informationen
speziell zum Klinikum, wie z. B. zur Geschichte, Struktur- und Leistungsdaten und
Erklärungen zu A wie Apotheke über N wie
Nebentätigkeit bis V wie Vorstand. In
einigen Bereichen der Industrie ist es üblich,
den neuen Mitarbeitern solche Informationen in gebündelter Form auszuhändigen.
Warum also nicht auch bei uns?
Eine weitere Neuerung ist die Neuordnung des Organigramms. Das klingt
etwas unspektakulär.
Rocke: Ganz im Gegenteil! Um mehr
Transparenz und Übersichtlichkeit bei den
Zuständigkeiten zu schaffen, wurde ein
Organigramm für den kaufmännischen Bereich mit allen Ansprechpartnern entwickelt.
Bei so vielen Mitarbeitern und Zuständigkeiten kein einfaches Unterfangen. Wer Rat
sucht, aber nicht weiß, wen er ansprechen
soll, kann nun einfach auf das Organigramm im Intranet (linke Seite) gehen und
über die Dezernate und Stabsstellen den
jeweiligen Ansprechpartner auswählen.
Kommen wir zu den Englischkursen.
What’s the news here?
Rocke: Das Klinikum hat viele internationale
Kontakte. Allerdings ist bei vielen Mitarbeitern das Englische wenig präsent. Hier
wollten wir etwas tun. Die Resonanz auf
die ersten Kurse war so gut, dass wir jetzt
weitere anbieten. Auch ich nehme am
Englischkurs teil.
Krüger: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule können wir mittlerweile 22
Kurse für über 250 Mitarbeiter anbieten.
Die Kurse laufen bereits im 3. Semester.
Zusätzlich können unsere rund 60 ausländischen Mitarbeiter nun auch Deutsch
als Fremdsprache belegen.
Was kommt als nächstes?
Rocke: Wir sind ständig bemüht, die
Einrichtungen mit neuen Angeboten zu
unterstützen. Neu sind ein Mutterschutz-/
Elternzeit-Ratgeber, Checklisten zur Einführung neuer Mitarbeiter für die Einrichtungsleiter, Zielvereinbarungsrichtlinien für AöRMitarbeiter und eine Dienstvereinbarung
für die Anwerbung von neuen Mitarbeitern.
Informationen dazu gibt es im Intranet. Die
Mitarbeiter können sich aber auch gern an
uns persönlich wenden.
BESSER INFORMIERT
Energieeffizienz
am Klinikum
Umweltentlastende Maßnahmen sollen das Klima schonen.
Im Dezember 2008 wurde das Klimaschutzbündnis Greifswald 2020 gegründet. Mitglieder sind das Universitätsklinikum, die
Universitäts- und Hansestadt Greifswald,
die Ernst-Moritz-Arndt-Universität, die Stadtwerke und die beiden größten Wohnungsunternehmen der Stadt, WVG mbH und
WGG e.G. Gemeinsam haben sich die Mitglieder des Bündnisses das Ziel gesetzt, den
CO2-Ausstoß der Stadt bis zum Jahr 2020
gegenüber 2005 um 14% zu senken.
Was machen wir dafür im Klinikum? Wir
senken den Wärme- und Elektroenergieverbrauch durch intelligente Technik und
reduzieren die Fahrten zwischen den Kliniken.
Im Jahr 2008 lag der Wärmeverbrauch am
gesamten Klinikum bei 25.392 MWh.
Durch kontinuierliche Optimierung der vorhandenen Anlagen der Gebäudeleittechnik
konnte der Jahresverbrauch an Wärmeenergie um ca. 6% verringert werden, das
entspricht einer Einsparung von 1.500
MWh/a. Hierbei ist der Wärmeverbrauch im
Neubau geringer als in den Altbauten.
Der Elektroenergieverbrauch belief sich
2008 auf 16.800 MWh. Die Einsparung
wurde durch eine systematische Beleuchtungssteuerung erzielt und lag bei 300
MWh/a. Doch weiteres Einsparpotenzial ist
vorhanden. „Durch die Nutzung der Gebäudeleittechnik ist es möglich, den Energieverbrauch in bestimmten Grenzen zu
optimieren. Wir können Vorlauftemperaturen und Nutzungszeiten in den verschiedenen Heizkreisen regeln sowie die
Einhaltung der Raumtemperaturen bestimmen. Außerdem ist die Nachtabsenkung
der Raumtemperaturen in den
Polikliniken und Instituten sinnvoll,
da hier nur tagsüber Betrieb
herrscht. Ein weiterer Einsparungspunkt ist die Steuerung der Beleuchtung in den Fluren durch EIB-Steuerung,
d. h. Helligkeitssteuerung sowie Tag- / Nachtschaltung“, erklärt der Dezernent Technik,
Herbert Solinksi. „Ausschlaggebend für den
Verbrauch von Elektroenergie ist der Technisierungsgrad der jeweiligen Einrichtung.
Durch eine Komfortsteigerung, wie z. B.
elektrisch öffnende Türen, ist der Bedarf im
Neubau allerdings weiterhin hoch.“
Doch nicht nur in den Gebäuden werden
Maßnahmen zum Klimaschutz durchgeführt. Mit dem Umzug der Kliniken in den
Neubau reduzieren sich mehr und mehr die
Fahrten zwischen den Standorten in
der Stadt. „Pro Jahr finden rund
18.000 Einzelfahrten zwischen den Klinikkomplexen
statt. Hinzu kommen diverse Regeltouren, wie
z. B. die Auslieferung von
Waren aus dem Lager, der
Apotheke oder dem Steri.
Um Bürgern den Klimaschutz in
Greifswald näher zu bringen,
wurde Ende Oktober der
1. Greifswalder KlimaAktionstag im Rathaus
veranstaltet. Neben
den Mitgliedern des
Bündnisses, die ihren
Beitrag zur Umweltentlastung darstellten, gab es ein tagfüllendes Programm
aus Vorträgen, Präsentationen an Ständen,
Musik, Kunst und Bastelei.
Fotos: Michael Hauffe, Stadtbauamt
Greifswald, Abt. Umwelt
Ferner gibt es noch Regeltouren für den Arzt- und
Labordienst, die Entsorgung,
die Post und die Essenauslieferung“, so Max Conrad Etzenberg von der SZG. „Mit allen Einzelfahrten und Regeltouren kommen wir auf
eine Gesamtjahresfahrleistung von rund
200.000 km.“ Der Fachmann rechnet grob
geschätzt mit einem sukzessiven Wegfall
der Kraftstoff- und Werkstattkosten sowie
der Kilometeranzahl von 30 - 40% bereits
in den kommenden zwei Jahren.
Katja Watterott-Schmidt
UKG LIVE 4/2009
25
PERSONALRAT
Wechsel an der Spitze des Personalrates
Zum 31.10.2009 hat Frau Liane Kons ihren Rücktritt als Personalratsvorsitzende erklärt.
Der Personalrat bedankt sich für die Arbeit. Die Nachfolge ist bereits gesichert.
Dazu erklärt Frau Liane Kons:
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
ich möchte Euch darüber informieren, dass
ich als Vorsitzende und als Mitglied des
Personalrates des UKG zum 31.10.2009
ausgeschieden bin. Mit der Freistellung
eines Mitgliedes des Personalrates von
seiner fachlichen Arbeit und der Aufnahme
einer hauptamtlichen Tätigkeit in der
Geschäfts-stelle des Personalrates im
August dieses Jahres gestaltete sich die
gemeinsame Arbeit von Beginn an sehr
schwierig. Da mein Handeln als Vorsitzende
ständig in Zweifel gezogen wurde, war eine
vertrau-ensvolle Zusammenarbeit nicht
mehr mög-lich. Deshalb entschied ich mich
Anfang Oktober zu meinem Rücktritt.
Ich bedaure diese Entwicklung sehr, da ich
der Meinung bin, dass in schwierigen Zeiten, wie sie uns auf der Personalversammlung durch den Vorstand des Klinikums
geschildert wurden, ein starker Personalrat
die Interessen der Mitarbeiter vertreten
sollte.
Auf diesem Weg möchte ich mich bei all
meinen Wählern und den Mitarbeitern, die
mich während meiner Amtszeit unterstützt
und mit ihren Hinweisen zur Seite gestanden haben, recht herzlich bedanken.
Meine Erfahrungen und mein persönlicher
Rat stehen Euch selbstverständlich auch
weiterhin als Kollegin zur Verfügung.
Sehr geehrte Frau Liane Kons,
wir bedanken uns für das von Ihnen gezeigte Engagement während Ihrer Amtszeit
im Personalrat des UKG und wünschen
privat sowie beruflich weiterhin viel Erfolg.
Personalrat des UKG
ZUSATZURLAUB FÜR ÄRZTE
Ein Anspruch auf Zusatzurlaub für Nachtarbeitsstunden (21:00 - 06:00 Uhr) besteht auch für Ärzte. Dieser muss aber
individuell geltend gemacht werden!
Hintergründe, Antragsformular etc. finden Sie im Intranet unter: Mitarbeiter
(Personalinfo) > Mitarbeiter News.
Liane Kons
WAHL DES PERSONALRATSVORSITZES VOM 3. NOVEMBER 20 09
Als neue Personalratsvorsitzende wurde
Frau Hannelore Wienrich gewählt.
Frau Wienrich ist nach einer Auszeit seit
1992 wieder am Uniklinikum als Krankenschwester tätig. Bis zu ihrer Freistellung
für den Personalrat (Kontaktdaten unverändert) arbeitet sie in der Klinik für Innere
Medizin, Abt. Kardiologie, als stellvertretende Stationsleitung (Tel. 86-67 80).
Mit dem Ausscheiden von Frau Kons
aus dem gesamten Personalrat ist das
erste Ersatzmitglied, Frau Kati Schack
(ITS 1), nachgerückt und somit seit dem
01.11.2009 ordentliches Personalratsmitglied.
Kontakt des Personalrates:
Frau Kathrin Raedel
(Stationäre Dialyse) bleibt
1. stellv. PR-Vorsitzende.
26
26
UKG LIVE 4/2009
Frau Dr. Sylke Möller
(Gynäkologie) wurde als
2. stellv. PR-Vorsitzende gewählt.
Tel.: (03834) 86-52 80
Fax: (03834) 86-52 83
E-Mail: persklin@uni-greifswald.de
Weihnachten in Kohortenisolierung
oder Alles nur ein Bluff?
Eine Weihnachtsgeschichte von Dr. Clemens Jürgens
„Advent, Advent, ein Licht…ähem…lein, HUST, brennt…“ Die
Stimme des Weihnachtsmannes versagt mitten auf dem Höhepunkt
der zentralen Weihnachtsfeier am Universitätsklinikum Greifswald.
Besorgte Blicke mustern den Alten. „Geht es Ihnen nicht gut?“,
fragt ein aufstrebender Jungarzt. „Das – schnief – tut mir sehr leid.
Ich muss mich wohl erkältet haben“, versucht sich Ruprecht zu
entschuldigen. Das traditionelle Adventsgedicht endet in einem
Hustenanfall. Der Hals kratzt und dazu diese Triefnase. Nur wenige
Augenblicke zuvor hatte er noch ganz munter gewirkt. Er schritt
fröhlich durch die Reihen der Mitarbeiter, verteilte seinen weihnachtlichen Segen und kleine Geschenke. Einige Kollegen hatten
sogar das Glück, vom Weihnachtsmann umarmt zu werden.
Oben auf der Bühne sieht der Weihnachtsmann jetzt allerdings
erbärmlich aus. Mitleid erregend steht er zitternd da, mit Schweißperlen auf der Stirn und den Hustenattacken. Die Kolleginnen und
Kollegen des Klinikums sind sich sehr schnell darüber einig, dass die
Weihnachtsfeier erst einmal ohne den Alten weitergehen muss. Das
Organisationskomitee lässt ihn in die Notaufnahme fahren. Die
Feier wird nun mit den nächsten Programmpunkten fortgesetzt:
Das Pflegepersonal trällert als Weihnachtsengelschor „Stille Nacht,
heilige Nacht“, die Ärzteschaft verköstigt würzig-duftenden Glühwein, der nach einem traditionellen Geheimrezept aus der Anästhesie zubereitet wurde, und die Hausmeister führen ihr ergreifendes
Weihnachtsballett auf. Zu guter Letzt ist die Bühne frei für den
Weihnachtssketch der Klinikumsverwaltung.
Vergessen scheinen die gesundheitlichen Probleme des Weihnachtsmannes, bis plötzlich einer der Organisatoren ans Mikrofon
tritt: „Liebe Kolleginnen und Kollegen! Soeben erhielt ich eine
Mitteilung aus unserem Labor. Der Weihnachtsmann hat einen
positiven Schnelltest – auf Rentiergrippe!“
Urplötzlich schlägt das geschäftige Gemurmel in bleiernes Schweigen um. In den Gesichtern der Anwesenden steht das blanke
Entsetzen geschrieben. Jeder am Universitätsklinikum kennt selbstverständlich die „Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums
zur Eindämmung der Ausbreitung der saisonalen Jahresendgrippe“.
Da haben sich die Politiker mal wieder einen schönen bürokratischen Namen ausgedacht – weiß doch eigentlich jeder, dass es
die Rentiergrippe ist. Aber auf diese Weise soll wohl das Panikmachen vermieden werden, besonders zur Weihnachtszeit. Dabei
wird die Panik erst durch die Verordnung verursacht, denn was jetzt
UKG LIVE 4/2009
27
FROHES FEST
auf alle Gäste der Weihnachtsfeier zukommt, ist nicht nur allen
bekannt, sondern wird zudem noch über das Saalmikrofon offiziell
verkündet: „Unverzüglich nach dem positiven Schnelltest wurde
der Rachenabstrich des Weihnachtsmannes zur Charakterisierung
des Erregers ins Friedrich-Loeffler-Institut geschickt. Bis zur Bekanntgabe des Ergebnisses sind alle Kontaktpersonen dem Gesundheitsamt zu melden und unter Quarantäne zu stellen“, erklärt ein
Mann, der sich als Dezernent für Personalhygiene vorstellt. Die
Meldung ans Gesundheitsamt sei bereits erfolgt. Alle 1.200 Teilnehmer der Weihnachtsfeier seien sofort in Kohortenisolierung
unterzubringen. „Die Dauer dieser Maßnahme wird vorläufig bis
zum Ergebnis der Erregercharakterisierung festgelegt“, beendet er
seine Rede.
„Wie lange dauert es denn, bis wir das Ergebnis mitgeteilt bekommen?“ wollen die erstaunten Mitarbeiter ungeduldig wissen.
„Das Testergebnis liegt in der Regel nach 48 Stunden vor!“
„Dann müssen wir Heiligabend ja im Klinikum verbringen!“ stellen
die Mitarbeiter entgeistert fest. „Können unsere Familien uns denn
wenigstens besuchen?“
„Die Festlegung einer Besuchsregelung muss durch die entsprechende Landesaufsichtbehörde erfolgen. Wir sind gerade fieberhaft
28
UKG LIVE 4/2009
dabei, die Zuständigkeiten klären zu lassen. Sie können sich vorstellen, dass es einen Tag vor Weihnachten gar nicht so einfach ist,
jemanden zu erreichen! Bis zur endgültigen Klärung müssen wir
aber von einer sehr restriktiven Auslegung der Besuchsregelung
ausgehen. Wir wollen da auf Nummer sicher gehen!“ erklärt der
Referatsleiter den schockierten Anwesenden.
Mitten zwischen den ratlos murmelnden Kollegen sitzt auch Susi
Sonnenschein. In ihrer Funktion als logistisch-pflegende Verwaltungsoberärztin in leitender Position sind ihr die Auswirkungen des
positiven Schnelltests natürlich in jeder Hinsicht bekannt. Immerhin
war ihr kurz vor der Weihnachtsfeier die Umsetzung der Verordnung zur Rentiergrippe aufgetragen worden. Auch sie hat keine
Lust, den Heiligabend ohne ihre Familie in Kohortenisolierung zu
verbringen. Sie überlegt: „Für eine Impfung ist es jetzt leider zu
spät, heimlich davonschleichen ist zu gefährlich, vielleicht fällt
meinem Sohn etwas ein – der promoviert schließlich am FriedrichLoeffler-Institut“, murmelt sie. Während sich also alle anderen mehr
oder weniger lustvoll auf die bevorstehende Übernachtung am
Klinikum vorbereiten, geht Susi noch einmal in ihr Büro und ruft auf
der Insel Riems an.
FROHES FEST
„Komisch!“ sagt Susis Sohn verwundert am Telefon. „Wir haben
hier gar nichts von einer offiziellen Verordnung gehört. Ich müsste
doch davon wissen! Wir haben hier auf Riems immerhin die weltweit größte normierte Rentierreferenzherde für die Erforschung
saisonaler Tierseuchenhygiene. Die Jahresendgrippe ist unser Fachgebiet, da sind wir weltweit führend. Also das ist echt seltsam…“
Nun ist auch Susi verwirrt und beschließt, der Sache auf den Grund
zu gehen. Zuerst sucht sie die Ärzteschaft auf. Schließlich will sie
wissen, woher ihre ärztlichen Kollegen von der Verordnung zur
Rentiergrippe gehört haben. Es stellt sich heraus, dass alle Ärzte per
Hauspost ein Rundschreiben aus dem Referat „Personalhygiene“
erhalten haben. Auch von den Pflegekräften bekommt sie dieselbe
Information: Post aus dem Referat „Personalhygiene“. ‚Jetzt wird
es aber mysteriös’, denkt sich Susi. Von dem Referat hat sie noch
nie etwas gehört. Dann macht sie sich auf den Weg zu den
Hausmeistern. Im Pausenraum der Hausmeister ist es jedoch
menschenleer und mucksmäuschenstill – bis auf ein leises Kratzen,
das aus dem Umkleideraum zu kommen scheint. Susi öffnet
vorsichtig die Tür und kann ihren Augen nicht trauen: Die
Hausmeister haben angefangen, einen Fluchttunnel zu graben.
„Wenn wir die ganze Nacht in diese Richtung weiter graben, dann
kommen wir morgen Vormittag an der Glühweinbude auf dem
Weihnachtsmarkt raus. Wir wollen hier nicht tatenlos rumsitzen
und uns wegen so einem Quatsch das Weihnachtsfest verderben
lassen“, verkündet Hausmeister Kurt Knubbel. „Jeder, der mit
durch den Tunnel in die Freiheit möchte, kann sich bei uns
melden“, ergänzt sein Kollege in gönnerischem Unterton.
Das Angebot hilft Susi nicht wirklich weiter. Anstatt sich an den
Erdarbeiten zu beteiligen, beschließt sie, sich in der Verwaltung
nach dem ominösen Referat für Personalhygiene zu erkundigen. In
den Büros des Verwaltungstraktes herrscht geschäftiges Treiben.
Hektisch laufen ihre Kollegen über die Flure. Pausenlos wird
telefoniert, gefaxt und gemailt. Als ein Kollege direkt an ihr
vorbeisausen will, greift sie ihn am Unterarm und erkundigt sich
nach dem Grund der Betriebsamkeit.
in Gedanken schon eine Verschwörungstheorie zusammen:
Weihnachten, Rentiergrippe, Kohortenisolierung, Verkauf des Klinikums – das kann doch kein Zufall sein. Sie nimmt sich vor, gleich als
Erste mit einer Wortmeldung auf die Ungereimtheiten aufmerksam
zu machen.
Doch auf einmal macht sich um sie herum Totenstille breit. Das
Auditorium schaut gebannt zum Rednerpult. An dem steht zum
Erstaunen aller der weltberühmte pommersche Filmemacher
Ramon Palonski, wirbelt mit dem Arm durch die Luft und ruft
„Cut!“ Dann begrüßt er die verblüfften Anwesenden: „Frohe
Weihnachten! Es tut mir Leid, dass ich Ihnen Unannehmlichkeiten
bereiten musste. Aber ich brauchte nun mal möglichst authentische
Aufnahmen für meinen neuen Weihnachtsthriller The Frost. Wir
haben deswegen die Sache mit der Rentiergrippe nur erfunden, um
sie alle mit versteckten Kameras filmen zu können. Jetzt ist die
Szene im Kasten und Sie können alle selbstverständlich wieder nach
Hause zu Ihren Familien gehen, um das Weihnachtsfest zu feiern.
Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest Ihnen allen!“
Den Kolleginnen und Kollegen fehlen die Worte. Das Entsetzen
weicht langsam einem euphorischen Gefühl. Die Aussicht, in einem
Hollywoodstreifen mitgewirkt zu haben, stimmt letztendlich alle
gnädig. Natürlich ist der Weihnachtsmann kerngesund. Für seine
schauspielerische Leistung erhält er eine fette Gage von eintausend
Rentierdollar.
Nur die Hausmeister bekommen nichts von der glücklichen Schicksalswendung mit. Sie stecken tief in einem Tunnel unter den
Häusern Greifswalds. Pünktlich um 11:00 Uhr am Heiligabend
öffnet Maria W. zum letzten Mal ihre Glühweinbude auf dem
Greifswalder Weihnachtsmarkt. Fragend schaut sie in ein dunkles
Loch im Boden vor ihrem Stand. Daneben liegt ein großer Haufen
Sand und ein kleinerer Haufen Pflastersteine. Um das Loch herum
stehen eine Handvoll Männer, die aussehen wie Bergleute, die
gerade Untertage gewesen sein müssen.
„Wir hätten gerne Glühwein mit Schuss!“ bestellen sie erschöpft
und ergänzen feierlich: „Frohe Weihnachten!“
„Der Meier aus der Revision hatte die Idee, das Klinikum über
Nacht an ein amerikanisches Investmenthaus zu verkaufen. Somit
wären die Klinikumsmitarbeiter nicht mehr im Öffentlichen Dienst.
Dann könnten wir alle Kollegen in einer Beschäftigungsgesellschaft
im nichteuropäischen Ausland, mit dem kein Gesundheitsabkommen besteht, anstellen und schon liegen wir nicht mehr im
Geltungsbereich der Rentiergrippenverordnung. So einfach ist
das!“
„So einfach ist das?“ fragt Susi erstaunt.
„Ja klar! In einer halben Stunde ist eine Personalversammlung. Da
kann ein entsprechender Entschluss gefasst werden. Bis dann! Ich
hab zu tun“, sagt er knapp, verschwindet hinter einem Kopierer in
einer Bürotür und lässt Susi sprachlos im Gang stehen.
Auf der Personalversammlung sieht immer noch alles sehr weihnachtlich aus, außer den aufgebrachten Mitarbeitern, die heftig die
Gerüchte vom bevorstehenden Verkauf diskutieren. Susi strickt sich
UKG LIVE 4/2009
29
NAMEN
FEIERLICH VERABSCHIEDET
Am 4. Dezember wurde Herr Prof. Dr. med. habil.
Klaus-Jürgen Klebingat, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, im Rahmen einer akademischen
Festveranstaltung in der Aula der Universität feierlich
in den Ruhestand verabschiedet. Der Vorstand sowie
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums
und der Medizinischen Fakultät danken ihm für die
langjährige Tätigkeit, sein Engagement, seine Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit und wünschen
ihm persönlich alles Gute für die kommende Zeit
außerhalb des bisherigen gewohnten Klinikalltags.
Prof. Dr. Kla
us-Jürgen K
lebingat
Herzlichen
Glückwunsch!
25 JAHRE
BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT
Januar 2010:
• Gabriele Jahn
•
•
VITA
1967
1973
1975
1983
1984
1989
1990
Abschluss des Medizinstudiums, Humboldt-Universität Berlin
Facharzt für Urologie, Krankenhaus Schwedt/Oder
Wechsel an die Klinik und Poliklinik für Urologie Greifswald,
zunächst als Oberarzt, später als stellvertretender Direktor
Habilitation
Dozentur
Außerordentlicher Professor
Berufung zum ordentlichen Professor, Übernahme des Lehrstuhls
für Urologie und Ernennung zum Direktor der Klinik
•
•
Institut f. Diagnostische Radiologie
u. Neuroradiologie
Andreas Lenz
Dezernat Technische Dienste
Hans-Dieter Brüssow
Stabsstelle Klinische Informationstechnologien
Horst Hühr
Koordinierungsstelle
Silke Hoffmann
Institut für Pathophysiologie
40 JAHRE
BETRIEBSZUGEHÖRIGKEIT
Januar 2010:
• Helga Flindt
• Aktives Mitglied in mehreren medizinischen Gesellschaften
• Tätigkeiten in der universitären Selbstverwaltung wie Fakultätsrat, Konzil,
Senatskommissionen. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement in
der Lehrkommission der Medizinischen Fakultät, als Leiter der Auswahlkommission für Studienbewerber und als Mitglied im Projektbeirat
„Integrierte Qualitätssicherung Hochschullehre“ der Universität.
• Zahlreiche weitere Funktionen: u. a. Vorsitzender der Fach- und Prüfungskommission Urologie der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern,
Mitglied in Kommissionen des Medizinischen Fakultätentages der
Bundesrepublik Deutschland, Medizinischer Sachverständiger am Institut
für Medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen
Poliklinik f. Zahnerhaltung, Parodontologie u. Endodontologie
Februar 2010:
• Brigitte Brinkert
Klinik u. Poliklinik f. Innere Medizin A
März 2010:
• Sabine Richert
Klinik u. Poliklinik f. Innere Medizin A
• Karin Martens
Institut f. Medizinische Mikrobiologie
Wir gratulieren zur Habilitation
An alle künftigen Jubilare:
Im Rahmen der Festveranstaltung der Universität zur Verleihung akademischer Grade
wurden am 20. November 2009 folgende Habilitationen verliehen:
• der akademische Grad doctor rerum
medicinae habilitatus an
Frau Dr. Gabriele Andrea Jedlitschky
für das Fachgebiet Pharmakologie
30
UKG LIVE 4/2009
• der akademische Grad doctor medicinae
dentalis habilitatus an
Herrn Dr. Jörgen Sigfrid König
für das Fachgebiet Parodontologie
Gemäß Tarifvertrag erhalten Beschäftigte ein Jubiläumsgeld bei Vollendung
einer Beschäftigungszeit von 25 Jahren
in Höhe von 350,00 Euro und nach
40 Jahren 500,00 Euro. Außerdem gibt
es einen arbeitsfreien Tag!
NAMEN
10
10 FRAGEN AN
Prof. Dr. Martin Burchardt
Prof. Dr. Martin Burchardt
Seit dem 1. Dezember 2009
Leiter der Klinik und Poliklinik für Urologie
1. Wie alt sind Sie?
42 Jahre
2. Familienstand, Kinder?
Ich bin verheiratet, habe einen Sohn und zwei Töchter.
3. Ihr Berufsabschluss?
Humanmedizin, Facharzt für Urologie
4. Was war Ihre letzte Arbeitsstelle?
Ich war an der Medizinischen Hochschule Hannover als
stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Urologie und
Urologische Onkologie tätig.
7.
Welche Ziele haben Sie für die Arbeit in Greifswald?
Wir wollen eine Patientenversorgung in einer hohen,
überregional bekannten Qualität anbieten. Innovative
Behandlungskonzepte – so in der operativen Onkologie,
der minimal-invasiven Chirurgie, der endourologischen
Steintherapie und der Lasertherapie des Harntraktes –
sollen weiterentwickelt werden. Interdisziplinäre Behandlungskonzepte, z. B. Beckenbodenzentrum mit Gynäkologie, Chirurgie, Neurologie und Neurochirurgie, oder
in der Tumortherapie in Zusammenarbeit mit den Onkologen, Strahlentherapeuten und Radiologen, sollen ausgebaut werden. Ein weiteres unserer Ziele ist die Etablierung eines molekular-urologischen Forschungslabors.
Wir planen, an die ausgezeichneten Leistungen und
Ergebnisse im Bereich der Lehre anzuknüpfen. Wichtig
ist mir auch die enge Zusammenarbeit und Bindung
niedergelassener Kollegen an die Klinik.
5. Was motivierte Sie, nach Greifswald zu kommen?
In Greifswald übernehme ich einen Lehrstuhl und eine
attraktive Klinik an einer renommierten Universität. Das
Interesse an meinem Wechsel war in Greifswald groß. Ich
habe zuvorkommende und zielorientierte Unterstützung
von Seiten des Vorstandes und des Vorgängers erlebt.
Zudem sehe ich, wie hoch motiviert die Mitarbeiter der
Urologischen Klinik sind. Dass die Urologische Klinik vor
der Modernisierung steht, war ebenfalls ein nicht unwesentlicher Fakt für mein Kommen. Außerdem gefällt mir
die Hansestadt und die schöne Umgebung.
9. Hobbys?
Bedingt durch Arbeit und Familie bleibt derzeit lediglich
Zeit zum Lesen.
6. Welche Herausforderungen bieten die neuen Aufgaben?
Unzählig viele! Ich möchte eine sinnvolle Balance zwischen
eigenen und externen Erwartungen finden.
10. Lebensmotto?
Lieber ein Optimist, der sich mal irrt, als ein Pessimist,
der immer recht hat.
8. Arbeitsmotto?
Die Lösung lauert überall.
Märchen und Unterwasserwelten
Malaktion in der neuen Kinderklinik
Nach der Dschungel-Malaktion in der neuen Klinik für Kinderchirurgie wurde nun auch der Umzug der Kinderklinik aus der Soldmannstraße in den Neubau 2 im Januar 2010 farblich vorbereitet.
An zwei Wochenenden im Oktober und November gestalteten
jeweils 20 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren gemeinsam mit dem
Greifswalder Künstler André Kalunga-Peters die Kinderklinik mit
Märchenmotiven und Unterwasserwelten und sorgen somit für ein
freundliches Ambiente für die kleinen Patienten.
Kleine Künstler in Aktion – Farben zaubern eine freundliche Stimmung
UKG LIVE 4/2009
31
TERMINE
Was, wann, wo?
Datum
Uhrzeit
Was / Thema
Wo
Leiter / Referent
Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
15.01.10
29.01.10
12.02.10
26.02.10
12.03.10
26.03.10
jeweils
13:30-15:30
Interdisziplinäre Hospizbesprechung
Hospiz Ellernholzstraße
07.01.10
03.03.10
16:00-17:00
Seminar Patientenverfügung für Ärzte,
Pflegende u. Patienten (Patientenverfügung,
Vorsorgevollmacht aus medizinischer und
rechtlicher Sicht)
Schmerzambulanz
26.01.10
14:00-16:00
„Kontinuierliche Weiterbildung perioperative Fleischmannstr. 6, Raum 326
Schmerztherapie – Basiskurs”, Einführung
medikamentöse und nichtmedizinische
perioperative Schmerztherapie für Pflege
und Ärzte
Klinik und Poliklinik für Chirurgie (Abt. für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie)
27.01.2010
24.03.2010
16:00
16:00
12./13.03.10
TraumaTreff
Hörsaal Nord, Neues Klinikum
DAF I Anatomischer Kurs Fußchirurgie
Dr. J. Lange
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin C
4. Interdisziplinäre Palliativmedizinische
Seminarreihe:
05.01.10
17:00-18:30
Kommunikation mit terminal Kranken
Dipl.-Psych. B. Buchhold
02.02.10
17:00-18:30
Physiotherapie in der Palliativmedizin:
Atemtherapie
Annett Fritsche und
Maik Niemann (Physioth.)
Palliativmedizin bei Kindern
Schw. Mary Rosolski
02.03.10
16.01.10
09:00-13:30
Symposium Palliativmedizin I
06.03.10
IX. OnkoNet-Vorpommern Symposium
„Neue Entwicklungen in der Onkologie”
19./20.03.10
2. CML-Diskussionsforum im Rahmen einer
ausgewählten Expertengruppe
32
UKG LIVE 4/2009
BioTechnikum Greifswald,
Raum Lund I/II
Dr. Ch. Busemann,
Dr. A. Klenner,
Prof. C. A. Schmidt,
Prof. G. Dölken
TERMINE
Datum
Uhrzeit
Was / Thema
Wo
Leiter / Referent
Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
30.01.10
10:00-17:00
„DIES ACADEMICUS u. Prüfungskolloquium
im Rahmen des Weiterbildungsstudiums der
Universität Greifswald”
Seminarraum E045 im
neuen Klinikum,
Prof. H.-R. Metelmann
26.03.10/
27.03.10
13:30-19:00
09:00-15:00
TMJ-Arthroscopy-Courses 2010
(Der Kurs findet in englischer Sprache statt.)
Hörsaal Anatomie
Prof. Kaduk
Institut für Medizinische Psychologie
23.01.10
09:00-17:00
5. Fachtagung der LandesarbeitsgemeinHörsaal der Rechtwissensch.
schaft Notfallbegleitung M-V
Friedrich-Loeffler-Str. 70
„Wer ist für die Helfer da? Einsatznachsorge
im Rahmen der Psychosozialen Notfallversorgung”
www.medizin.uni-greifswald.de/
medpsych/institut/veranstaltungen.html
27.01.10
10.02.10
10.03.10
jeweils
17:00-18:00
Bio-psycho-soziale Konferenz
Themen finden Sie unter:
www.medizin.uni-greifswald.de/
medpsych/institut/versorgung.html
Prof. H.-J. Hannich
Vortragssaal der Uni-Bibliothek Prof. H.-J. Hannich
Felix-Hausdorff-Str. 10
Ein beliebter Ort für Veranstaltungen und Vorträge: die Uni-Bibliothek in der Felix-Hausdorff-Straße
UKG LIVE 4/2009
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APPENDIX
SUDOKU
Bei diesem Rätselspaß kommt es darauf an, die Zahlen 1 bis 9 so zu
verteilen, dass jede Zahl in einer Zeile, einer Spalte und einem 3 x 3
Felder-Quadrat nur einmal vorkommt. (Lösung in Ausgabe 1/2010)
9 2 4
1
3
9
8
5 4
5 4
1
2
6
4
7
8 7
2
4 9
6 7
5
9
2
3 4
7
6
„SCHLESISCHES HIMMELREICH“
Zutaten:
•
•
•
•
•
•
•
Lösungen der Ausgabe 3/2009:
Worträtsel:
Steine: Torf (kein Gestein)
Krankheiten: Malaria (alle anderen sind Kinderkrankheiten)
Inseln: Korsika (alle anderen sind griech. Inseln)
Figuren: Figaro (alle anderen sind weiblich)
Opern: Fidelio (alle anderen sind Opern von
W. A. Mozart)
•
Sudoku-Rätsel:
4
2
8
6
9
7
5
3
1
1
7
6
2
5
3
9
4
8
9
5
3
1
4
8
6
7
2
6
8
7
3
2
9
4
1
5
5
1
9
8
6
4
3
2
7
3
4
2
5
7
1
8
6
9
2
6
1
4
8
5
7
9
3
7
3
5
9
1
6
2
8
4
8
9
4
7
3
2
1
5
6
FÜR ARGUS-AUGEN
Beide Bilder sehen auf den ersten Blick gleich aus. Sie sind es aber
nur fast. Zehn kleine Fehler gibt es zu entdecken.
34
UKG LIVE 4/2009
Kassler (200 g
je Person)
Backobst / Trockenobst (Pflaumen,
Aprikosen...)
Kartoffelklöße
Weißkohl
Möhren
Öl, Gewürze
Schwarzbrot
Petersilie
Und so geht’s:
•
•
•
•
•
•
Backobst am Vorabend einweichen und
kurz vor dem Servieren erhitzen
Kassler ca. 2 Stunden weich kochen und
in Scheiben zu je 100 g schneiden
Kartoffelklöße zubereiten
Weißkohl und Möhren fein reiben. Mit
Öl und Gewürzen den Salat abschmecken.
Servieren: Das heiße Backobst über die
Kasslerscheiben geben.
Vorsuppe: Dazu passt eine schlesische
„Brotsuppe” aus Kasslerfond, Gemüsefond
und gerösteten Schwarzbrotwürfeln –
verfeinert mit gehackter Petersilie.
DIE BESTEN ARZTWITZE
Sagt einer zum anderen: „Was, du bist kerngesund? Dann hast du
dich nur noch nicht eingehend untersuchen lassen!“
Der Professor fragt den Medizinstudenten: „Bei welchem Bruch
darf das betroffene Glied nicht eingegipst werden?” – „Beim
Ehebruch!”
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Buchtipp
Cornelia Funke „Hinter verzauberten Fenstern”
Lassen Sie sich einmal von einer spannenden Adventsgeschichte verzaubern, in der es um einen geheimnisvollen
Adventskalender geht. Auf wundersame Weise werden die
Figuren hinter den Fenstern lebendig und entführen seinen
Besitzer in ihre zauberhafte Welt.
Diese Geschichte wird nicht nur Kindern gefallen. Sie aber
werden ihren Kalender bestimmt mit anderen Augen sehen.
Ein besinnliches Weihnachtsfest wünscht Ihnen
Ihre Kathrin Greffin
Buchladen im Klinikumsneubau
IMPRESSUM
Herausgeber:
Vorstand des Universitätsklinikums Greifswald
Fleischmannstr. 8, 17475 Greifswald
Redaktionsleitung:
Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit
Katja Watterott-Schmidt, Tel. (03834) 86-52 76
Email: ukglive@uni-greifswald.de
Redaktion:
Susanne Bernstein, Andreas Bladt,
Ruth Bohnefeld-Schruhl, Manuela Janke,
Clemens Jürgens, Wieland Köhn,
Kerstin Oswald, Jens Reinhardt,
Hinrich Rocke, Ina Rönsch
Fotos:
Zentrale Fotoabteilung des
Universitätsklinikums Greifswald
Redaktionelle Beratung / Bearbeitung:
Dr. Martina Rathke
Tel. (03834) 89 94 90
Illustration:
Grafik-Designerin Anke Münnich
Tel. (03834) 51 44 07
Gestaltung:
Grafik-Design Katrin Rexin,
Ulrike Cymek, Susa Schrader
Tel. (03834) 59 49 69
Druck:
Druckhaus Panzig Greifswald
Studentenberg 1a, 17489 Greifswald
Auflage 4.000
Alle Rechte vorbehalten.
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Spende Blut –
Jeder Tropfen hilft!
Herzlichen Dank an unsere Blutspender für die gute Spendebereitschaft in diesem Jahr.
Mit Ihrer Hilfe konnten wir die Patientenversorgung in unserem Klinikum hundertprozentig
sicherstellen. Einige unserer Stammspender spenden neben Vollblut auch schon regelmäßig
Blutplasma. Damit ist die Plasmapherese fest in unserer Einrichtung integriert. Pro Woche
bieten wir inzwischen bis zu 200 Spendetermine für Blutplasma an.
Bitte unterstützen Sie uns auch im nächsten Jahr wieder mit Engagement und spenden Sie
regelmäßig Blut und Blutplasma.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Blutspende-Team
Blut- und Plasmaspendezentrum
Unsere Öffnungszeiten:
Vollblutspende
Mo - Mi
Do - Fr
13 - 19 Uhr
7 - 13 Uhr
Plasmaspende
(nur mit Termin)
Mo - Mi
Do - Fr
7 - 12 Uhr
14 - 19 Uhr
Tel. (03834) 86-54 78 (Mo - Fr 7 - 19 Uhr)
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Seele and Geist
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