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Eine Band wie ne Currywurst - Archiv

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LL
26 Special Fitness
31. Januar bis 6. Februar 2002
Rock, Pop, Jazz
31. Januar bis 6. Februar 2002
Bewegen und betreuen: Eine Berufung wird Beruf
Seit kurzem kann man sich zum Sportund Fitnesskaufmann ausbilden lassen
nesskaufleute sind in
den Geschäfts- und Organisationsbereichen
von Verbänden, Vereinen, Betrieben der Fitnesswirtschaft und in
der kommunalen Sportund Sportstättenverwaltung tätig. Sie sind unmittelbar in den Verwaltungsbereich des jeweiligen Sportbetriebs ein-
Rechnungswesens der
Büroorganisation, aber
auch der Rahmenbedingungen, unter denen
Leistungen im Sport, ob
im Verein oder in einem
kommerziellen Betrieb,
entstehen und angeboten werden. Da der Auszubildende im direkten
Kontakt mit Menschen
steht, sind soziale und
kommunikative Fähigkeiten unerlässlich.
In Deutschland werden zurzeit 397 Auszu-
Sie kommen!
bildende, 13 davon in
Hamburg, unterrichtet.
Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre und wird
mit einer Püfung vor der
Industrie- und Handelskammer beendet. (pen)
Der „Generator“
von Bad Religion:
Sänger und Sozialpädagoge Greg
Graffin singt zwar
nur PunkrockSongs, zählt aber
zu den intelligentesten und kritischsten Vertretern des Genres −
trotz des Bandnamens ein spiritueller „21 Century Digital Boy“.
L Ausbildung zum Sportund Fitnesskaufmann/
-kauffrau Infos beim BIZ
des Arbeitsamtes Hamburg,
T. 24 85 20 99, und beim
Bundesinstitut für Berufsbildung, T. 0228/107 24 24;
Internet: www.bibb.de
oder www.handels
kammer.de/hamburg
Seite 26,7
2
Wir pfeifen auf
die Alpen −
denn in
Hamburg gibt
es „The Rock“.
Ein IndoorFreeclimbingSelbstversuch
am Harzfelsen
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-Gelb
L
Er sieht kernig aus −
als hätte er gerade einen Dokumentarfilm
über eine Expedition
in unerforschte Gebiete der Erde abgedreht. Der Typ Abenteurer: das Haar ein
wenig wirr, struppiger
Bart, die Haut braun
gebrannt und wettergegerbt.
Michael Ferck ist
Klettertrainer in der
Kaifu-Lodge und Leiter von Anfängerkursen, deren Belegung
Voraussetzung für
das freie Klettern mit
Sicherungspartner ist.
„The Rock“ heißt
Hamburgs erste Indoor-Freeclimbing-Anlage in 3D-Modellbauweise. Das heißt,
dass der Kunstharzfelsen rundherum kletterbar ist. Der Weg zu
ihm führt durch den
Gerätebereich vorbei
an den Kursusräumen. Alles bevölkert
von hippen jungen
Sporttreibenden, die
wirken, als wären sie
aus dem Ei gepellt
worden. Anonym und
irgendwie steril gehen
sie ihrem Workout
nach.
Ganz anders die
Stimmung am Felsen:
Hier wird gelacht, gescherzt, miteinander
geredet. Ein buntes,
verwegenes Völkchen,
das sich zwar auf
mehrere von der Decke herabhängende
Seile verteilt, aber
Klettertrainer Michael Ferck (35) auf
dem Weg zum „Gipfel“ von „The Rock“.
dennoch an einem
Strang zu ziehen
scheint. Toll, hier fühle
ich mich wohl. Außer
mir sind noch Nadia
und Armin neu. Eigentlich sollten es
sechs werden, nun
sind wir nur zu dritt.
Wir machen uns
warm und müssen am
Sockel des Felsens
einmal ganz herumklettern. Anschließend
Eine Band wie ’ne Currywurst
bekommen wir die
Leihausrüstung. Er erklärt uns das Equipment, die Knoten- und
Sicherungstechnik −
und los gehts. Zu Beginn wird der Kletternde jeweils doppelt abgesichert.
Learning by doing.
Während wir klettern,
sagt uns der Trainer,
was wir falsch machen und wie es richtig geht. Am Fels gibt
es Kletterrouten mit
unterschiedlichen
Griffen und Tritten. Je
nach Farbe markieren
sie verschieden
schwierige Wege zum
„Gipfel“, der in acht
Meter Höhe liegt.
Es macht unglaublich viel Spaß, auch
wenn ich schnell an
meine Grenzen stoße.
Schon nach kurzer
Zeit schwinden die
Kräfte. Die Unterarmmuskulatur verhärtet
sich, weil ich nicht beherzige, was gelehrt
wird: Körperschwerpunkt nah am Fels,
Arme lang, die Kraft
aus den Beinen holen! „Das wird schnell
besser, wenn du viel
übst“, tröstet Michael.
Während der Pausen plaudert der Lehrer ebenso unterhaltsam wie spannend
aus dem Nähkästchen. Viel zu schnell
vergehen die drei
Stunden. Schade, hier
könnte ich ewig hängen bleiben.
Ein Tipp zum
Schluss: Getränke
zum Durststillen am
besten vorher in Gläser umfüllen. Flaschen bekommt man
nach dem Training
nicht mehr auf . . .
Die Beach Boys
des Punk sind
wieder da: Bad
Religion will am
1. 2. in der
Großen Freiheit
36 auftrumpfen
„Jetzt kann man ins Molotow nicht
mal mehr zum Pinkeln kommen“, lautet ein Eintrag im Gästebuch der im
Aufbau befindlichen Molotow-Webside. Tja, Polaroidsammler von Hamburgs versifftesten Entleerungsorten
haben ein Vorzeigeobjekt weniger.
Mieterin Gesine Judjahn und ihr
Team haben Hamburgs lautestes
Kellerloch einer gründlichen Generalüberholung unterzogen: Der berühmte Tunnel, die WCs, der Vorraum und
der − kicher − „Saal“ wurden umgestaltet, neu gestrichen und modernisiert, das dämliche Türsteherkabuff,
der schrottreife Kicker und andere
Platzhemmer entfernt. Alles unter der
Devise: mehr Platz und Sehkomfort
für den Gast. Doch keine Panik, der
klassische schummerige Kellercharakter ist weiterhin vorhanden,
Underground eben.
Das Re-Opening-Konzert mit Alternative-Veteran Bobby Conn und den
Hamburgern von Moonbuggy wirds
beweisen: Es bleibt alles anders. (tl)
L Bobby Conn, Moonbuggy Do 31. 1.,
22.00, Molotow (U St. Pauli), Spielbudenpl. 5,
Karten: zu 9,50 im Vvk. und zu 11,- an der
Ak.; Internet: www.molotowclub.com
lifornischen San Fernando
Valley bieten die Mannen
um Sänger Greg Graffin
stets das gleiche Produkt
feil: melodischer Midtempo-Punk gepaart mit unverwechselbaren „Ahhh“Chören irgendwo zwischen
Beschwörungsritus und
Kurzatmigkeit.
Aber während in den
Erfolgsformeln anderer
Künstler hinter dem
Gleichheitszeichen meistens Langeweile steht,
geht bei Bad Religion die
Rechnung auf. Es ist wie
mit der tausendmal verputzten Currywurst: Auf
den ersten Blick erweist
sich der viel zitierte „Schimanski-Teller“ höchstens
als lieblos auf die Pappschale geklatschte Ansammlung von − na ja −
Phosphaten und Benzolsäuren, und dennoch beißt
jeder zu.
Metalbands entdeckten
Depeche Mode oder
Country, frühere Punk-Ikonen wiedervereinten sich
zur großen Geld-Abzocke,
und Multi-Oktaven-Stimmwunder sangen playback,
aber Bad Religion ist sich
immer treu geblieben. Gegründet zu einer Zeit, als
„Punk“ für Plattenfirmen
noch ein Schimpfwort war,
bissen sich die Boys
durch, gründeten ihr eigenes erfolgreiches Label
und erspielten sich eine
große und treue Fan-Gemeinde. „The Process Of
Belief“, die neue auch von
Kritikern der Band gelobte
Platte, und das Konzert in
der Großen Freiheit 36
werden zeigen, dass „konservativ“ kein Schimpfwort
sein muss.
TINO LANGE
L Bad Religion Fr 1. 2., 19.30,
Große Freiheit 36 (S Reeperbahn), Große Freiheit 36, Karten zu 19,43 in den bekannten
Vvk.-Stellen; Infos im Internet:
www.badreligion.com
Funk, bis der Schweiß läuft
Das Molotow hat wieder geöffnet.
Am 31. 1. wird mit Bobby Conn
und Moonbuggy heftig gefeiert
PETER NOSSEK
L Indoor-ClimbingAnfängerkurse KaifuLodge (Bus 181), Bundesstr. 107, Gäste mit
Leihausrüstung 40,-, Infos und Anmeldung unter
T. 40 12 81; Internet:
www.kaifu-lodge.de
Zum erlesenen Kreis der
Verwandten und Bekannten gehört eigentlich immer ein schwarzes Schaf,
das entweder Mitglied in
der falschen Partei, Kirmes-Boxer oder Musiker in
einer Coverband ist.
Die meisten KopistenCombos dürfte AC/DC auf
dem Kerbholz tragen, doch
der alte Revival-Band-Jokus „Macht es denn Spaß,
die ganze Zeit nur ein Lied
zu spielen?“ zieht auch bei
Bad Religion, der bekanntlich besten Bad-ReligionCoverband der Welt. Seit
den fast 20 Jahre zurückliegenden Anfängen im ka-
Das schöne Klo!
Fotos: MALZKORN; SKIP REC.
Nr. 26
Der Aufstieg zum Gipfel:
Eine runde Sache
Foto: NOSSEK
LIVE
Die Fitnessbranche
boomt. Aber erst seit
August 2001 gibt es in
Deutschland die Berufsausbildung zum Sportund Fitnesskaufmann
respektive zur Sportund Fitnesskauffrau.
Es ist der erste staatlich anerkannte Ausbildungsberuf im Bereich
Sport. Sport- und Fit-
gebunden und nehmen
dort auch Organisationsaufgaben wahr.
Mit ihrer Tätigkeit tragen sie zu einem reibungslosen Sportbetrieb
bei. Außerdem betreuen
sie Mitglieder und Kunden und beraten diese
über Sport- und Bewegungsangebote.
Die Aufgaben der
Sport- und Fitnesskaufleute erfordern Kenntnisse der Betriebswirtschaft, des Finanz- und
7
Pee Wee Ellis und Fred Wesley,
zwei Drittel der JB Horns, kommen
am 6. Februar in die Fabrik
Von Pee Wee
Ellis’ US-Tournee ist beim
Hamburger
Label Skip
Records eine
Live-CD mit
dem Titel „Live
& Funky“
erschienen.
Posaunist Fred
Wesley war damals auch mit
von der Partie.
Konzerte von Maceo Parker in der
Fabrik sind inzwischen Selbstgänger,
weil die Auftritte des Saxophonisten
mehr schweißtreibende Tanzparty als
konzentrierter Konzertgenuss sind.
Etwas in seinem Schatten steht Kollege
Pee Wee Ellis, und dabei gehörten doch
beide zu den legendären JB Horns, jener Bläsercombo, die Ende der 80erJahre aus der Band von James Brown,
dem „Godfather of Soul“, entstanden ist.
Wenn Pee Wee Ellis am 6. 2. in die
Fabrik kommt, hat er auch das fehlende
Drittel der JB Horns dabei, den Posaunisten Fred Wesley. Und natürlich jede
Menge Funk- und Soulstücke aus eigener Feder und aus dem großen Repertoire von „Sex Machine“ James Brown.
Auf jeden Fall wird Pee Wee Ellis den
Klassiker „Cold Sweat“ anstimmen,
denn den hat er für seinen früheren
Meister geschrieben.
Ob er den Partyvergleich mit Maceo
Parker jedoch gewinnen kann, muss abgewartet werden.
(oeh)
L Pee Wee Ellis feat. Fred Wesley Mi 6. 2.,
21.00, Fabrik (S Altona), Barnerstraße 36,
Karten zu 16,- in den bek. Vvk.-Stellen
„Metal ist bloß Krach und
Gebrülle.“ Mag sein, aber
nicht bei Dream Theater: Komplexe Rhythmik,
eingängige Melodien, metallische Wucht. Das
kommt an, so dass ihr
Konzert am 3. 2. (20 Uhr)
im Docks bereits ausverkauft ist.
„Erst wenn sich keiner
mehr über uns aufregt,
dann können wir nach
Hause gehen.“ Das ist
der Leitsatz der TechnoTruppe Scooter. Da das
nie passieren wird, macht
das Trio munter weiter.
Das nächste Mal beim
Abschlusskonzert ihrer
Deutschlandtournee am
3. 2. (21 Uhr) in der ausverkauften Markthalle.
Neonazis und andere
dumpfe Mitmarschierer
mögen ihre Parolen noch
so laut von den Spickzetteln ablesen („Wie war
das noch? Deutschland
den was?“), gegen den
Phon-Orkan, der ihnen
am 31. 1. (19 Uhr) im
Grünspan entgegenschallt, sind sie machtlos:
4Lyn, Herzer, KungFu,
Rantanplan und SubstyleCosmotron werden
dort Laut Gegen Rechte
Gewalt und spenden die
Einnahmen an die Aktion
„Mut Gegen Rechte Gewalt“. Eintritt: 13 Euro.
Das waren noch Zeiten.
1972: Deep Purple und
Led Zeppelin waren auf
ihrem Höhepunkt, und
dicht dahinter schuf auch
Wishbone Ash melodiöse Rockmusik, die zahllose spätere Bands inspirierte. Zeitloser Rock ist
am 31. 1. (21 Uhr) in der
Fabrik zu hören − für
20 Euro.
Einen Bandnamen zu finden ist nicht so einfach,
Zita Swoon etwa hieß
früher noch Moondog Jr.,
bevor der Bluesmusiker
Louis „Moondog“ Hardin
der Band den Namen abspenstig machte. Auf
einen mit verschiedenen
Genre-Elementen angereicherten Poprock gibt
es zum Glück keine
Rechte, daher kann Zita
Swoon am 1. 2. (21 Uhr)
im Schlachthof frei
drauflosspielen. Eintritt:
13 Euro.
Schrottverwertung der besonderen Art: Christian
von Richthofen und Stephan Gwildis machen
Auto Auto: Ausgediente
Karossen sind ihre Instrumente. Am 5. 2. (21 Uhr)
wird für 20 Euro in der
Fabrik getrommelt, dass
sich der C-Holm biegt.
Kaum haben die Iren ihre
Sachen gepackt, rollt das
nächste Folk-Festival heran: Beim Scottish Folk
Festival am 5. 2.
(20 Uhr) vertreiben Ceolas, Malinky, Burach
und Moderator Jim Malcolm in der Musikhalle
ab 20,90 Euro mit Fidel
und Bagpipe die Wartezeit auf eventuell folgende Festivals mit Engländern und Walisern.
(tl)
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Seele and Geist
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