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Bildung von Anfang an: Wie kindliche Bildungsbiographien gelingen

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1
Bildung von Anfang an:
Wie kindliche Bildungsbiographien
gelingen können
Prof. Dr. Wassilios E. Fthenakis
Freie Universität Bozen-Universität Bremen –
Fachbereich 12
Weingarten, am 27. Mai 2014
2
Wandel in Bildungssystemen: Bildungssysteme der 20. Jahrhunderts sind nicht geeignet, um den Herausforderungen des 21. Jahrhundert gerecht zu werden Der Paradigmenwechsel:
Nicht bloße Wissensvermittlung,
sondern Stärkung kindlicher Entwicklung
und kindlicher Kompetenzen,
von Anfang an !
4
Die Transforma?onsprozesse im Bildungsbereich haben auf sich zu lange warten lassen. Eine Reform des Bildungssystems häEe bereits in den 70er, spätestens jedoch Ende der 80er Jahre erfolgen sollen. Eine Modernisierung des Bildungssystems umfasst
die Philosophie,
die bildungstheoretische Grundlage,
die Prinzipien des Handelns,
die Bildungsziele,
den methodisch-didaktischen Ansatz
sowie dessen gesamte Architektur !
Eine Bildungsreform von unten nach oben Ein Perspek?venwechsel ! Warum früh beginnen? Drei Argumenta?onslinien Die entwicklungspsychologische Argumenta?on Warum früh beginnen? Die neurowissenschaQliche Argumenta?on Binocular vision
‘Sensitive periods’ in early
brain development
Central auditory system
Habitual ways of responding
Language
Emotional control
High
Symbol
Peer social skills
Relative quantity
Low
0
1
2
3
Years
4
5
6
7
Warum früh beginnen? Die betriebswirtschaQliche Argumenta?on Early Childhood Curricula •  Finland, Ministry of Education, 0-6 years
•  Denmark, Ministry of Education, 0-6 years
•  France, Ministry of Education, 2-5 years
•  Greece, Ministry of Education, 3-6 years
•  UK/ England, Ministry of Education, 3-6 years
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
2003
•  Germany, Framework for early education
•  Chile, Ministry of Education, 0-6 years
•  UK/ Scotland, Ministry of Education, 3-5 years
•  Sweden, Ministry of Education, 1-6 years
•  Australia/ Queensland, Ministry of Education, 4-5 years
•  New Zealand, Ministry of Education, 0-5 years
•  Norway, Ministry of Children and Family affairs, 1-6 years
•  Finland, Ministry of Social affairs, 6-year-old children
14
Bildungspläne der ersten Genera?on Zielsetzung: Konkre?sierung und (mehr oder weniger) verbindliche Festlegung des Bildungs-­‐ und ErziehungsauQrages der Tageseinrichtungen für Kinder unter sechs Jahren. 15
Kri?k an den Plänen der ersten Genera?on: 1. 2. 3.
4. 5.
6. 7.
Ins?tu?onsfokussierende, keine Ins?tu?onen übergreifende Bildungspläne Sie verstärken die Struktur des Bildungssystems Fehlende Lernortorien?erung Unzureichende Konsistenz und Differenzierung Teilweise sich widersprechende theore?sche Posi?onen Keine Begründung für Lern-­‐ bzw. Bildungsfelder etc. Keine Implementa?onshilfen Eine gewandelte
theoretische
Fundierung von
Bildungsprozessen
Kindliche Entwicklung und
kindliches Lernen vor dem
Hintergrund unterschiedlicher
Entwicklungsmodelle:
17
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Maria Jan Jaques Rousseau 1712 -­‐ 1778 1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Jean Piaget
1896 - 1980
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Maria Montessori
1870 - 1952
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Bildung wird primär als ein intrapsychischer Vorgang betrachtet. Der bevorzugte didaktische Ansatz ist der Ansatz der Selbstbildung (Autopoesis) Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Das (aktive) Kind als Konstrukteur seiner eigenen Entwicklung und Bildung Bildung: die Entwicklung eines subjektiven Bildes von der äußeren Wirklichkeit Andere Akteure haben keinen direkten Einfluss auf den vom Kind moderierten Bildungsprozess Grundannahmen selbstgestaltungstheoretischer Positionen Anregende Umgebung beeinflusst positiv die Gestaltung kindlicher Bildungsprozesse Die Rolle der Fachkraft, soweit konzeptualisiert, wird als beobachtende, begleitende, dokumentierende Fachkraft; sie bleibt passiv Interaktionen werden zwar berücksichtigt, ihnen wird jedoch nachgeordnete Bedeutung beigemessen. Dualistische Ontologie: Die Annahme des individuellen Geistes Das Zwei-­‐Welten-­‐Problem Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Kind passiv
Umwelt aktiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Exogenistische Theorien:
(kooperativer) Vermittlungsansatz
John Broadus Watson
1878 - 1958
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Welche Vorstellungen von Entwicklung gibt es?1
Kind passiv
Umwelt passiv
Kind aktiv
Umwelt passiv
Kind passiv
Umwelt aktiv
Kind aktiv
Umwelt aktiv
Endogenistische Theorien:
Selbstentfaltungsansatz
Lew Semjonowitsch
Wygotski
Selbstgestaltungstheorien:
Selbstbildungsansatz
Exogenistische Theorien:
(kooperativer) Vermittlungsansatz
Interaktionistische Theorien:
Ansatz der Ko-Konstruktion
1) Einteilung nach: Montada, L.. (2002). Fragen, Konzepte, Perspektiven. In Rolf Oerter &
Leo Montada (Hrsg.), Entwicklungspsychologie (5. Auflage, S. 3-53). Weinheim: Beltz.
Grundlage für
die Gestaltung
von Bildungsprozessen in
hoher Qualität
25
Meine Position:
Das Kind von Anfang an in soziale
Beziehungen einbetten.
Das Kind gestaltet seine
Entwicklung aktiv mit, aber nicht
allein!
26
Das Verständnis von Bildung: Bildung
als sozialer Prozess. Die
Generierung von Wissen und vor
allem die Erforschung von
Bedeutung wird sozial prozessiert
27
28
Konsequenzen:
Eine veränderte Architektur des Bildungsplans EIN KOHÄERENTES BILDUNGSSYSTEM
Bildungsvisionen
30
Bildungsvisionen
Wertorientiert
handelnde und
mitwirkende Kinder
Lernende, forschende und
entdeckungsfreudige
Kinder
Starke Kinder
Kreative, fantasievolle
und künstlerische
Kinder
Kommunikations- und
medienkompetente
Kinder
Stärkung kindlicher Kompetenzen
Individuum bezogene
Kompetenzen
Kompetenter Umgang mit
Veränderung und Belastung
- Widerstandsfähigkeit
31
Kompetenzen zur
gesellschaftlichen
Teilhabe
Lernmetodische
Kompetenzen
Stärkung von Basiskompetenzen
32
Emotionale Kompetenzen
zum Beispiel
Personale
Kompetenzen
•  Gefühle identifizieren und äußern
zum Beispiel:
•  emotionale Situationen anderer
wahrnehmen
•  Selbstwertgefühl
Motivation betreffende
Kompetenzen
zum Beispiel:
•  Selbstwirksamkeit
•  positives Selbstkonzept
Individuumsbezogene
Kompetenzen
•  Selbstregulation
•  Neugier, Interesse
Kognitive Kompetenzen
zum Beispiel
•  Problemlösefähigkeit
•  Kreativität
Körperbezogene Kompetenzen
zum Beispiel
•  Eigenverantwortung für Gesundheit und
Wohlbefinden
•  Gedächtnis
Stärkung von Basiskompetenzen
33
Fähigkeit und Bereitschaft zur
demokratischen Teilhabe
zum Beispiel:
•  Einhalten und Akzeptieren von
Gesprächs- und Abstimmungsregeln
•  Einbringen und Überdenken des
eigenen Standpunkts
Soziale Kompetenzen
zum Beispiel:
•  Empathie
•  Kooperations- und
Teamfähigkeit
•  Kommunikationsfähigkeit
•  Zuhören und Aushandeln
Kompetenzen zum
Handeln im
Fähigkeit und Bereitschaft zur sozialen Kontext
Verantwortungsübernahme
zum Beispiel
•  Verantwortung für das eigene
Handeln
•  Verantwortung anderen Menschen
gegenüber
•  Verantwortung für Umwelt und
Natur
Entwicklung von Werten und
Orientierungskompetenz
zum Beispiel:
•  Wertschätzung von Diversität
•  Solidarisches Handeln
Das Kind im Mittelpunkt: die Stärken
stärken:
Bildungsprozesse individualisieren:
das Prinzip der Ganzheitlichkeit
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
35
Lebenspraxis und
Bewältigung von
Altagssituationen
Emotionalität
und soziale
Beziehungen
Starke Kinder
Gesundheit
Bewegung
und Sport
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Sprache - Literacy
Kommunikations- und
medienkompetente
Kinder
Informations- und
Kommunikationsmedien
36
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
37
Musik und Tanz
Kreative, fantasievolle
und künstlerische
Kinder
Bildnerische und
darstellende Kunst
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Mathematik
Technik
Kinder als aktive
Lernende,
forschende
Lerner, Forscher
undund
entdeckungsfreudige
Entdecker
Kinder
Naturwissenschaften
38
Bildungsvisionen und Bildungsbereiche
Religiosität und
Werteorientierung
Gesellschaft,
Wirtschaft und Kultur
Wertorientiert
handelnde und
mitwirkende Kinder
Demokratie und Politik
39
Umwelt
Bildungspläne stellen eine notwendige
Voraussetzung für hohe Bildungsqualität
dar.
Diese allein garantieren sie jedoch nicht.
Es werden Implementationsstrategien
benötigt.
Die MINT-Bildungsbereiche:
Die vernachlässigten Bildungsbereiche der
Frühpädagogik international
Das Projekt „Natur-Wissen schaffen“
Leitung: Prof. Dr. Dr. Dr. W. E. Fthenakis
Zielsetzung des Projekts
Natur-Wissen schaffen
•  Professionalisierung von
Fachkräften
•  Fachliche Fundierung der
Umsetzung
•  Grundlage: Bildungspläne
Phase I
•  Handreichungen und Materialien
für die Praxis
Phase II
•  Professionalisierung von Fachkräften
•  Stärkung der Ausbildungsqualität
•  Evaluation und Implementierung
•  Stärkung des Bildungsortes Familie
Das Projekt „Natur-Wissen schaffen“
Implementationsstrategien für die Praxis
Portfolios zur
Dokumentation
Dokumentation
von Praxisbeispielen
Ausgangslage: Kindertagesstätten als
Bildungsorte
Verständnis der frühen
mathematischen/
naturwissenschaftlichen Bildung?
Bildungspläne verlangen
mathematischnaturwissenschaftliche
Bildung
Verläßliches Konzept
der Bildungsinhalte?
Umsetzbare
Handlungskonzepte?
Ausgangslage - Naturwissenschaftliche
Phänomene sind Teil der
Lebenswelt von Kindern.
-  Kinder weisen eine starke
intrinsische Motivation auf, mehr
über naturwissenschaftliche
Phänomene zu erfahren.
-  Kinder stellen viele Fragen - wieso, weshalb, warum ?
- Kausale Informationen ermöglichen Kindern, Ereignisse in
ihrer Umwelt zu erklären, vorherzusagen und zu steuern.
Goswami (2001)
Entwicklungspsychologische
Grundlagen
-  Bereichsspezifische Ansätze:
Das Denken entwickelt sich in wichtigen
Inhaltsbereichen (Domänen):
Physikalischer, biologischer, numerischer
und psychologischer Bereich.
-  Innerhalb dieser Bereiche ist das Wissen Theorie-ähnlich
organisiert.
-  Neben diesem domänenspezifischen Wissen spielt
domänenübergreifendes, meta-kognitives Verständnis eine
zentrale Rolle bei der Entwicklung des Denkens.
Sodian (2005)
Bildungspläne der Länder -  Erkenntnisse aus der Entwicklungspsychologie spiegeln
sich auch in den Bildungsplänen der Länder wider
- Bildungsbereich
Naturwissenschaften
wird in allen Plänen
aufgegriffen
-  Analyse aller bundesdeutschen Pläne der
Länder und Einbeziehung
internationaler Curricula
Bildungsziele im Bereich Naturwissenschaften
Ergebnis der Bildungsplananalysen:
•  Inhalte
der unbelebten Natur:
•  Bildung für eine
nachhaltige Entwicklung
•  Wasser, Luft, Feuer, Boden, Weltraum,
Wetter, Licht, Akustik,
verschiedene
Energieformen
•  Inhalte der belebten Natur
•  Pflanzen: Säen, Wachstum,
Versorgung
•  Tiere: Arten, Lebensräume,
•  Ökologie
Pflege, Versorgung
• Kompetenzen für wissenschaftliches Denken und Handeln
•  Beobachten, Vergleichen, Klassifizieren, Messen,
Beschreiben, Kommunizieren, Experimentieren
Verständnis der frühen
naturwissenschaftlichen Bildung
Das Lernen knüpft an
Alltagserfahrungen an,
es findet in
bedeutungsvollen und
bekannten Situationen
statt
Vertiefung und
Erweiterung dieses
Wissens über die
belebte und unbelebte
Natur
z.B. in Projekten
Das
naturwissenschaftliche
Potential in
Aktivitäten und
Alltagssituationen
erkennen
•  Bewusstwerdung
Entwicklung
effektiver und
systematischer Wege,
Wissen zu erforschen und
sich anzueignen
•  Ganzheitliche
Kompetenzentwicklung
•  Bereichsübergreifendes
Lernen
Bildungsziele und Bildungsaktivitäten
Beispiele für Inhalte der frühen naturwissenschaftlichen Bildung im Überblick
Unbelebte Natur
Thema
Alltagssituationen
• 
• 
Wasser
Luft
• 
• 
• 
• 
Wasser trinken
Sich mit Wasser waschen
und darin baden
Regen sehen und nass
werden
Luft ein- und ausatmen
Kerze auspusten
Schwimmflügel aufpusten
Von Grunderfahrungen …
... naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Feuer
Boden
Weltraum,
Sonne,
Mond und
Sterne
• 
• 
• 
Brennende Kerze
Lagerfeuer
Feuerwehr kennenlernen
• 
• 
• 
Auf dem Erdboden spielen
In der Erde buddeln
Mit Steinen und anderen
Materialien der unbelebten
Natur spielen
• 
• 
• 
Die Sonne beobachten
Den Mond und Sterne sehen
Den Himmel bei Tageslicht
und im Dunkeln sehen
zu
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Wasser mit allen Sinnen erfahren, beobachten,
anfassen, fühlen und hören
• 
Wasser umschütten
Stöckchen und Steine in einen Bach werfen
• 
Die Eigenschaften von Wasser kennen lernen
z.B. Oberflächenspannung, Mischbarkeit
Aggregatzustände von Wasser kennen lernen
z.B. fest, flüssig, gasförmig
Experimentieren, z.B. Stoffe in Wasser lösen
Warme und kalte Luft drinnen und draußen
erfahren
Spüren, wie sich die Luft über einer Glühbirne
erwärmt
Unter Wasser ausatmen und sehen wie Luft
nach oben steigt
• 
• 
Luft hat Eigenschaften, z.B. Luft nimmt Raum
ein, dehnt sich bei Wärme aus
Experimentieren, Luft in einer Flasche
erwärmen und beobachten wie sich ein
Luftballon füllt
Lufttemperatur messen
Kerze auspusten und wieder anzünden
Den verantwortungsvollen und sicheren
Umgang mit Feuer lernen
Feuer wärmt genauso wie die Sonne
• 
• 
• 
Brennen verändert und verwandelt Substanzen
Feuer gibt Energie (Licht und Wärme) ab
Feuer verbraucht Sauerstoff
Verschiedene Böden riechen, anfassen, damit • 
kneten, bauen, konstruieren
Verschiedene Bodenarten mit den Füßen
explorieren
• 
Verschiedene Gestalten der Erdoberfläche, wie
Meere, Gebirge und Wüsten kennenlernen
• 
Verschiedene Bodenarten und deren
Zusammensetzung und Eigenschaften kennen
lernen
Bodenmaterialien sammeln, sortieren und
klassifizieren
Veränderungen im Erdmaterial beobachten
Licht und Schatten durch die Sonne erfahren
Die Sonne wärmt und trocknet
Den Tageslauf erleben
• 
• 
• 
• 
Den Weltraum mit seinen Planeten kennen
lernen
Die unterschiedlichen Mondformen beobachten
und dokumentieren
Die Erddrehung kennen lernen und verstehen
Unbelebte Natur
Thema
Wetter
Alltagssituationen
• 
• 
• 
• 
Licht
Akustik
Verschiedene
Energieformen
• 
• 
In der Sonne spielen
In Pfützen planschen
Im Schnee toben
Im Licht stehen und in den
Schatten gehen
Räume verdunkeln
Licht machen
Von Grunderfahrungen …
zu
... naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Regen, Sonne und Wind auf der Haut spüren
Verschiedene Wettererscheinungen erkennen
Kurz- und längerfristige Wetter-Veränderungen
beschreiben und vergleichen
Spüren, dass es in der Sonne und im Schatten
unterschiedlich warm ist
Hell und dunkel, Tag und Nacht erfahren
Verschiedene Lichtverhältnisse in den
Jahreszeiten erkunden
• 
• 
• 
Sprechen
Musik hören
Geräusche und Töne in der
Natur wahrnehmen
• 
• 
• 
Körpergeräusche erzeugen
Mit verschiedenen Materialien Krach machen
Unterschiedliche Lautstärken erzeugen und
wahrnehmen
• 
Durch Essen Energie
bekommen
Auto voll tanken
Wohnung heizen
• 
Erleben, wie Essen auf dem Herd erwärmt
wird
Fühlen, dass Wasser sich erwärmt oder
abkühlt
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Wetterkreisläufe kennenlernen und
dokumentieren
Wetter und Temperatur Tabellen erstellen
Regenmengen messen
• 
• 
• 
Licht und Schatten selbst erzeugen
Mit Spiegelbildern experimentieren
Mit Licht und Farben experimentieren, z.B. den
Regenbogen mit Licht und Prisma erzeugen
• 
• 
Schall entsteht, wenn etwas schwingt
Schall sind Wellen, die sich in der Luft
ausbreiten
Mit verschiedenen Materialien experimentieren
und Schall erzeugen
Vielfalt von Energieformen kennen lernen,
chemische, elektrische, mechanische,
magnetische Energie, Licht-, Wärmeenergie
experimentieren, z.B. einen Stromkreis
nachstellen
• 
• 
• 
Belebte Natur
• 
Pflanzen
• 
• 
• 
• 
Tiere
• 
Sich in einer Umwelt mit
Bäumen und Pflanzen
bewegen, auf Rasen und
Wiesen spielen
Samen und Früchte
entdecken
Pflanzen im Haushalt
erleben
Haustiere erleben
In der Natur Tiere erleben,
von Insekten über
Weichtiere bis Wirbeltiere
Die verschiedenen Lebensräume und Lebenswelten
von Tieren erkunden
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Pflanzen mit allen Sinnen erfahren, sie
anschauen, daran riechen und sie anfassen
Pflanzen säen, düngen, pflegen
Materialien der belebten Natur explorieren und
mit allen Sinnen erfahren
Tiere mit allen Sinnen erfahren und
kennenlernen z.B. durch streicheln
Emotionale Erfahrungen mit Tieren machen
Für Tiere Verantwortung übernehmen, sie
versorgen und pflegen
• 
• 
• 
• 
• 
• 
Säen, Düngen und Ernten und andere
ökologische Kreisläufe verstehen
Verstehen, was Pflanzen zum Leben brauchen
Verschiedene Arten von Pflanzen kennen
lernen, beschreiben und klassifizieren
Verschiedene Tierarten kennen lernen
Themen wie Fortpflanzung, Geburt, Wachstum
und Tod vertiefen
Verstehen, wie Tiere sich ernähren, wie sie ihr
Überleben sichern und in Wechselbeziehung
zur Umwelt stehen
Bildungsziele: Bildungsbereich „NaturwissenschaQen“ Quelle:
Fthenakis, W. E., Wendell, A., Eitel, A., Daut, M. & Schmitt, A. (2009). Natur-Wissen schaffen. Band 3:
Frühe naturwissenschaftliche Bildung. Troisdorf: Bildungsverlag EINS.
Quelle:
Fthenakis, W. E., Wendell, A., Eitel, A., Daut, M. & Schmitt, A. (2009). Natur-Wissen schaffen. Band 3:
Frühe naturwissenschaftliche Bildung. Troisdorf: Bildungsverlag EINS.
Quelle:
Fthenakis, W. E., Wendell, A., Eitel, A., Daut, M. & Schmitt, A. (2009). Natur-Wissen
schaffen. Band 3: Frühe naturwissenschaftliche Bildung. Troisdorf: Bildungsverlag EINS.
Elementarpädagogische Prinzipien
im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich
•  Entdeckerfreude im Alltag aufgreifen und stärken
•  Gemeinsame Entwicklung von Sinnverständnis
•  Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts und
positiver Lernmotivation
•  Entwicklung von
lernmethodischen Kompetenzen
Entdeckerfreude im Alltag
aufgreifen und stärken
• Mo?va?on und Interesse nutzen • Lernen in lebensweltlichen Sinnzusammenhängen • Vernetztes Lernen NaturwissenschaQliche Bildung Aufteilung in Fächer ist für Kinder nicht
primär von Interesse, sondern
Anknüpfungspunkte an ihre Fragen und
ihre Lebenswelt
Verknüpfung mit anderen Bildungsbereichen und Verknüpfung der
naturwissenschaftlichen Inhaltsbereiche
Fragen, Interessen und
forschende Aktivitäten lassen
sich nicht einem einzelnen
Themenbereich zuordnen
•  Ganzheitliche
Kompetenzentwicklung
•  Bereichsübergreifendes
Lernen
NaturwissenschaQliche Bildung Kompetenzen für
wissenschaftliches Denken
und Handeln
Beobachten, Vergleichen,
Klassifizieren, Messen,
Beschreiben,
Experimentieren
Entwicklung
effektiver und
systematischer Wege,
Wissen zu erforschen und
sich anzueignen
Verschiedene Lernformen:
z.B. Spielen, Erkunden mit
allen Sinnen,
Kommunizieren, erklären
Lernkompetenz:
Metakognitive
Kompetenzen
Aufgabe der FachkräQe Naturwissenschaftliche
Phänomene
im Alltag der Kinder
Naturwissenschaftliche
Interessen
und Fragestellungen der Kinder
Die Fachkraft gestaltet die Interaktion mit den Kindern
Das Lernen und Denken der Kinder wird nicht als ein isolierter,
individueller Prozess gesehen, sondern entsteht in der Interaktion
mit anderen Personen, Erwachsenen und Kindern
Ko-Konstruktiver Interaktionsprozess
Gemeinsame Entwicklung von Sinnverständnis: Das ko-­‐konstruk?ve Prinzip Im Vordergrund stehen: §  Entwicklung eigener Fragen und Ideen Bildung als
sozialer Prozess
§  Gemeinsames Ausprobieren, Erklären, Entdecken §  Beschreiben und Vergleichen von Beobachtungen, Ideen und Lösungswegen §  Gemeinsame Problemlösungen Mitgestaltung der
Bildungsprozesse
Entwicklung von
Sinnverständnis
Entwicklung eines positiven Selbstkonzepts und
positiver Lernmotivation
•  Ideen der Kinder werden ernst genommen
•  Sie finden eigene Lösungswege
•  Keine Abhängigkeit von „Autoritäten“, die eine
„richtige“ Lösung vorgeben
Entwicklung von
lernmethodischen Kompetenzen
• „Lernen lernen“ • Eigene Bildungsprozesse planen, steuern und bewerten Beispiel für einen Themenbereich: Wasser
Alltagssituationen der Kinder
§  Wasser trinken, sich damit waschen, darin baden, Regen erleben Grunderfahrungen
-  Mit Wasser spielen,
gießen, spritzen, darin
plantschen
- Im Regen laufen, in
Pfützen spielen
Naturwissenschaftliche
Grundkenntnisse
Wasser hat Eigenschaften,
z.B.:
- Oberflächenspannung
-  In Wasser lösen sich
Stoffe
-  Mischbarkeit
-  Zustände von Wasser:
fest, flüssig, gasförmig
- Kreisläufe und Zyklen
von Wasser
Kompetenzen für
wissenschaftliches
Denken und Handeln
- Wasser mit allen
Sinnen explorieren,
beobachten und
beschreiben
-  Beim Umschütten und
Befüllen Messungen
vornehmen
-  Experimentieren
Der Projektansatz
§  beteiligt Kinder aktiv an der Gestaltung
ihrer Bildungsprozesse
§  fordert auf, das Verständnis eines
Themas ko-konstruktiv zu erschließen
§  stärkt die Kompetenz zur Kooperation
und zum gemeinsamen Problemlösen
§  begünstigt das Lernen in Sinnbezügen
§  organisiert Lernen ganzheitlich
§  stärkt lernmethodische Kompetenzen
Vertiefung und
Erweiterung dieses
Wissens über die
belebte und unbelebte
Natur
z.B. in Projekten
66
Der Ansatz der Ko-Konstruktion
Definition
67
§  Ko-Konstruktion bedeutet, dass Lernen durch Zusammenarbeit
stattfindet.
§  Lernprozesse werden von Kindern und Fachkräften gemeinsam
konstruiert.
Ziel der Ko-Konstruktion
Im Vordergrund steht bei der KoKonstruktion von Wissen die
ERFORSCHUNG VON BEDEUTUNG,
weniger der Erwerb von Fakten.
68
Der Schlüssel der Ko-Konstruktion ist die
soziale Interaktion
In ko-konstruktiven Lernprozessen lernen Kinder,
wie man gemeinsam mit Erwachsenen in einer
„Lerngemeinschaft“ Probleme löst, Bedeutungen
und ihr Verständnis von Dingen und Prozessen teilt,
diskutiert und verhandelt.
69
Durch die Ko-Konstruktion von Bedeutung
lernen die Kinder dass:
70
§ Bedeutungen miteinander geteilt und
untereinander ausgehandelt werden
§ Ideen ausgetauscht, verwandelt und erweitert
werden können
§ Ihr Verständnis bereichert und vertieft wird,
§ Die Welt auf viele Arten erklärt werden kann
§ Ein Phänomen oder Problem auf viele Weisen
gelöst werden kann
§ Die gemeinsame Erforschung von Bedeutung
zwischen Erwachsenen und Kindern aufregend
und bereichernd ist
Ziele von Ko-Konstruktion
-
-
Neue Inhalte gemeinsam
erarbeiten
verschiedene Perspektiven
kennen lernen
zusammen mit anderen
Probleme lösen
momentanen
Verstehenshorizont
erweitern
Ideen austauschen
71
Wertschätzung als Grundlage von ko-konstruktiven Bildungsprozessen
" 
Ideen der Kinder ernst nehmen und
wertschätzen
" 
Gedanken der Kinder besser verstehen " 
In sich schlüssige Theorien der Kinder
verstehen und nachfragen " 
Fehler als wichtigen Teil des Lernprozesses
verstehen 73
Umgang mit Diversität
74
„Wir fahren mit Vollgas in die Sackgasse des
Durchschnitts“"
„Wir brauchen Peaks und Freaks, damit
sich eine Gesellschaft weiterentwickeln
kann und für die Zukunft gerüstet ist“.
Prof. Dr. Markus Hengstschläger
75
Umgang mit individuellen Unterschieden
und soziokultureller Vielfalt
1. Kinder verschiedenen Alters – Erweiterte
Altersmischung
2.  Mädchen und Jungen – Gender
3.  Kinder mit verschiedenem kulturellem Hintergrund
– Interkulturalität
4. Kinder mit verschiedenem sozioökonomischem
Hintergrund
5. Kinder mit besonderen Bedürfnissen: Hochbegabung,
erhöhte Entwicklungsrisiken, (drohende) Behinderung
76
„Philosophie“ im Umgang
mit und bei der Bewertung
von (auch familialen)
Differenzen
77
78
Stärkung kindlicher
Kompetenzen
79
Gestaltung von
Bildungsprozessen
Interaktion, der Schlüssel
für hohe Bildungsqualität
Unterschiedliche Niveaus von KoKonstruktionen
Oberste Stufe: Die Erzieherin setzt
sich individuell mit einem Kind
auseinander, indem sie eine
systematische und intensive
Anleitung praktiziert. Beide, Kind und
Erzieherin sind eng in die KoKonstruktion eingebunden.
Unterste Stufe:
KoKonstruktionen
finden sich im
Kontakt mit
anderen Kindern,
wenn Wissen
und
Symbolsysteme
erworben und
aufgebaut
werden.
80
Van Kuyk unterscheidet drei
aufeinanderfolgende pädagogische
Interventionsniveaus, die auch für
Ko-Konstruktionen zutreffen:
Mittlere Stufe: Auch durch die
komplexere Anreicherung von
Spielangeboten
(Gruppenexplorationen) durch
die Erzieherin, werden kokonstruktive Lernprozesse
angeregt und initiiert.
81
Der Bildungsort und Sozialraum
orientierte Ansatz
82
Vernetzung und Ko-Konstruktion
kindlicher Bildungsbiographien mit der
Familie und anderen Bildungsorten:
Bildung einer
Bildungspartnerschaft
Armutsbericht der Stadt Gießen
SchulabgängerInnen mit und ohne Hauptschulabschluss – Anteile je Stadtteil
Schuljahr 2000/2001
0,0 bis unter 2,7 Prozent
aller SchulabgängerInnen
2,7 bis unter 11,9 Prozent
aller SchulabgängerInnen
Wieseck
Nord
Rödgen
West
11,9 bis unter 18,5 Prozent
aller SchulabgängerInnen
Innenstadt
Ost
18,5 bis 21, 2 Prozent
aller SchulabgängerInnen
Süd
Kleinlinden
Allendorf
Lützellinden
Schiffenberg
Stand: Schuljahr 99/00 bzw. 00/01
Unter 20 Prozent
aller Grundschulkinder
Wieseck
24 %
20 bis unter 25 Prozent
aller Grundschulkinder
31 %
Nord
42 %
25 bis unter 30 Prozent
aller Grundschulkinder
West
30 Prozent und mehr
aller Grundschulkinder
24 %
29 %
44 %
Rödgen
23 %
Innenstadt
Ost
40 %
Süd
17 %
21 %
Kleinlinden
30 %
Allendorf
Schiffenberg
27 %
Lützellinden
° Es
handelt sich um die Kinder, die die Grundschulen
in den jeweiligen Stadtteilen besuchen.
Map 4.7.2: Vulnerability on Any EDI Scale
and Socioeconomic Status in BC
Map 4.7.2-Highlight1: Vulnerability on Any EDI
Scale and Socioeconomic Status in BC
Map 4.7.2-Highlight2: Vulnerability on Any EDI
Scale and Socioeconomic Status in BC
Map 4.7.2-Highlight3: Vulnerability on Any EDI
Scale and Socioeconomic Status in BC
Von der Elternarbeit zur
Bildungspartnerschaft
92
Stärkung von Basiskompetenzen - Positives
Selbstkonzept
§ 
Selbstkonzept = Kognitionen und Einstellung über sich selbst
§ 
Modell des Selbstkonzepts:
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Selbsteinschätzung (Einstellungen über sich selbst) und
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Selbstwirksamkeit (Erwartungen an eigene Kompetenz)
à Entwicklung und Genese ist abhängig von sozialer Interaktion mit wichtigen
Bezugspersonen;
à das Selbstkonzept entsteht in einem sozialen Konstruktionsprozess!
Eltern und Fachkräfte lernen, …
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ihr eigenes Selbstkonzept und dessen Genese zu
reflektieren; sich z.B. negativer Attributionsstile
bewusst werden, etc.
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sich gegenseitig ko-konstruktiv in ihrem
Selbstkonzept positiv zu bestärken
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Kinder durch positive Interaktionsmuster
systematisch in ihrem Selbstkonzept zu stärken
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Kindeswohl hat Vorrang:
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Kunst und Fotos
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