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Im Kugel-Lager läuft es wie geschmiert - Billard Club Stuttgart 1891 eV

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SPORT VOR ORT
Nummer 158
Donnerstag, 12. Juli 2007
Die Kugel und die erste
Bundesliga im Visier:
Max Klinsmann – eines der
großen Nachwuchshoffnungen
in der Snooker-Mannschaft
des Billard-Clubs Stuttgart
Fotos: Baumann
1891.
Max Klinsmann
genießt die Ruhe
B
illard-Spieler sind stille Helden. Nicht nur der ruhigen Atmosphäre während der Wettkämpfe wegen. Bekannt ist kaum einer, der nicht gerade in den Übertragungen der TV-Sender auftaucht.
Also auch nicht die Spieler des Billard-Clubs Stuttgart. Sie sind erfolgreich, doch für die Öffentlichkeit im
Grunde Namenlose. Bis auf einen:
Max Klinsmann.
Klar, dass er die Frage ständig zu
hören bekommt, in welcher Beziehung er zum ehemaligen Bundestrainer steht. Dass es da eine Verbindung
geben muss, liegt nicht nur wegen des
Nachnamens nahe. Max lebt in Botnang, er spielt Fußball – und er ist der
Neffe von Jürgen Klinsmann. Was
richtig spannend klingt, spielt der
16-Jährige bewusst herunter. „Das
tut doch nichts zur Sache“, sagt er
dann nur. Viel lieber redet er über
seine Leidenschaft. Und die ist nicht
der Fußball, sondern Billard. Snooker, um genauer zu sein. „Max ist ein
sehr großes Talent“, sagt der Stuttgarter Topspieler Andreas Heidt.
Was Max Klinsmann an Snooker
so fasziniert, sind Dinge, die der Welt
des großen Fußballs fremd sind.
„Man hat die Zeit, sich den nächsten
Spielzug ganz genau zu überlegen“,
sagt er, „alles ist so ruhig, kein Trainer schreit von draußen rein.“ Dass er
dennoch auch zweimal in der Woche
in der Jugend der SKG Botnang Fußball spielt, widerspricht seiner Liebe
zum Snooker nicht. Im Gegenteil:
Der Sportplatz ist für Max Klinsmann die perfekte Ergänzung zum
Billardtisch. „Das mache ich, um Bewegung zu haben.“ Und wer konditionell stark ist, dem fällt es auch leichter, sich mit dem Queue zu konzentrieren. Und das ist notwendig. Schließlich steht er bis zu viermal in der Woche am Billardtisch – obwohl die mit
den öffentlichen Verkehrsmitteln
eine Stunde dauernde Strecke von
Botnang ins Vereinsheim nach Ludwigsburg nicht gerade kurz ist. Doch
mit weiten Entfernungen hatte schon
Jürgen Klinsmann als Bundestrainer
kein Problem.
Stefan Klinger
Im Kugel-Lager läuft es wie geschmiert
Snooker-Mannschaft des Billard-Clubs Stuttgart 1891 spielt künftig in der Zweiten Bundesliga
Stuttgart – Ohne eine einzige Niederlage ist die Snooker-Mannschaft des
BC Stuttgart in die Zweite Bundesliga
aufgestiegen. Die Sportler haben damit aber erst eine Etappe auf einem
noch weiten Weg zurückgelegt.
VON STEFAN KLINGER
Es ist eine paradoxe Situation: Als Andreas
Heidt und Davut Dikme auf die vergangene
Saison zurückblicken, wirken sie völlig ruhig – fast schon emotionslos. Obwohl sie in
den Monaten zuvor von Sieg zu Sieg geeilt
und am Ende als Meister der Baden-Württemberg-Liga aufgestiegen waren, fehlt bei
ihnen jegliche Euphorie. Denn über ihren
Erfolg können sie sich kaum freuen. „Die
Ligaspiele in der vergangenen Saison waren
Zeitverschwendung“, sagt Andreas Heidt.
Der 34-Jährige und sein gleichaltriger
Partner, die sich an der Seite ihrer Mitspieler Raed Jaafar, Johan d’Hondt und Christian Böhm den Meistertitel erkämpften,
spielten bereits vor einigen Jahren in der
Bundesliga. Dann schloss ihr damaliges Vereinslokal jedoch für immer seine Türen,
Heidt und Dikme mussten mit ihrem Team
absteigen. Ein Rückschlag, den die beiden
locker verkrafteten. Zu groß war und ist
noch heute ihre Liebe zum Snooker. 2003
schlossen sie sich dem Billard-Club Stuttgart 1891 an und gründeten dort die Snooker-Abteilung. Seither kümmern sich Heidt
und Dikme um alles. Sie leiten das Training
in den verschiedenen Teams, kümmern sich
um neues Material oder suchen in den Kneipen der Region nach begeisterten SnookerTalenten. Das Engagement der beiden
sprach sich in der Szene schnell herum. Topspieler, welche in der Region leben und bis
dahin keinen Trainingspartner hatten, meldeten sich bei den beiden.
Einer von ihnen war der Belgier Johan
d’Hondt, der 2002 die Bronzemedaille bei
der Amateur-Weltmeisterschaft gewann.
„Als wir erstmals gemeinsam Snooker gespielt haben, hatten wir so viel Spaß, dass
wir seither regelmäßig miteinander spielen“, blickt Dikme zurück. Die drei bildeten
nicht nur eine Trainingsgruppe, sondern
nahmen 2005 auch erstmals am Ligaspielbetrieb teil. Sie mussten zwar in der untersten
Internes Tauschgeschäft
Der SC Stammheim II steigt auf, die Spieler bleiben aber in der B-Klasse
Stuttgart – Die Spieler des SC Stammheim
II sind in die Kreisliga A aufgestiegen, werden aber wohl weiter in der B-Klasse spielen. Stattdessen bekommen die Kicker der
ersten Mannschaft eine zweite Chance in
der höheren Klasse – obwohl sie in der abgelaufenen Saison abgestiegen sind.
VON OLIVER SCHMIDTCHEN
Die zweite Mannschaft wird also in der Saison 2006/2007 höherklassig spielen als die
erste. „Das Personal werden wir aber weit
gehend austauschen“, sagt Harald Panten,
der Coach der zweiten Mannschaft. Das gilt
auch für ihn selbst. Der 42-Jährige wird
künftig die erste betreuen – in der B-Klasse.
„Wir haben also viel für den Verein getan“, sagt Harald Panten. Wäre der Aufstieg
nicht geglückt, der SC wäre mit zwei Teams
in der untersten Spielklasse vertreten gewesen. Dabei kam der Erfolg unerwartet. Zu
sehr drückten die Stammheimer die Personalsorgen. Das Training beider Mannschaften fand zumeist zusammen statt, dennoch
verloren sich bisweilen lediglich 15 Spieler
bei den Übungseinheiten. Hektisch wurde
es vor den Begegnungen, wenn die Trainer
per Telefon mal wieder versuchten, je eine
Mannschaft zusammenzutrommeln. Selbst
Trainer Panten gab oftmals den Libero.
Trotz der Sorgen – angetreten ist der SC
zu jedem Spiel. Zumeist tat er das auch erfolgreich. Nach einem holprigen Start kam
die Mannschaft in Tritt und schaffte Sieg
um Sieg. Zur Winterpause hatten sich die
Stammheimer bereits an der Spitze festgesetzt. Doch einmal noch geriet die Mission
Titel in Gefahr. Am vorletzten Spieltag verlor der SC nach 2:0-Führung noch beim Ver-
folger TSV Jahn Büsnau, der bis auf einen
Punkt heranrückte. Im abschließenden Saisonspiel machte der SC gegen Rohracker
beim 6:0 alles klar. „Ein bisschen nervös“
sei er schon gewesen, so der Trainer, nachdem lange kein Tor fallen wollte. Schließlich war die Defensive bisweilen anfällig.
„30 Gegentore muss man in der untersten
Klasse nicht kriegen“, findet Panten. In der
neuen Saison soll das besser werden.
Bis der Trainer an seiner Abwehr feilen
kann, muss aber die Entscheidung fallen, ob
sein Team überhaupt am Spielbetrieb teilnehmen wird. Schließlich haben einige Spieler den Verein verlassen. „Wir wollen versuchen, das über die Jugend auszugleichen.“
Sollte der SC antreten, dann will Harald Panen mit seinem Team erneut „vorne mitspielen“. Ein erneutes Tauschgeschäft am Saisonende muss aber nicht sein.
Bereit für jeden Angriff
ATK-Sportler aus Leinfelden als Meister der Selbstverteidigung
N
ein, wie eine Kampfsportlerin sieht
Sigrun Petersen so ganz und gar nicht
aus. Die 40-Jährige lächelt nett, während sie von ihrer Freizeitbeschäftigung erzählt, und nippt ab und zu vorsichtig an ihrem Glas Apfelschorle. Man würde sie wohl
eher auf einem Familienausflug als bei der
Deutschen Jiu-Jitsu- und ATK-Meisterschaft in Leinfelden erwarten – wäre da
nicht ihr schwarzer Kampfanzug.
VON PHILIPP GERBER
Wie man sich doch täuschen kann. „Es gibt
einiges, was mich an ATK bindet“, sagt
Sigrun Petersen über den Sport, der sie
einst fasziniert hat und nun nicht mehr loslässt. Einerseits sei es der Ausgleich vom
stressigen Alltag einer vierfachen Mutter.
„Es macht einfach Spaß, und ich komme regelmäßig mal raus“, sagt sie. Zudem sei die
Gruppe, mit der Petersen zuvor an der
ATK-Vorführung verschiedener Stilelemente im Rahmen der Titelkämpfe teilgenommen hat, inzwischen mehr als eine reine
Zweckgemeinschaft. Es herrscht Freundschaft.
Dabei geht es bei ATK im Grunde um weniger freundliche Situationen. Beziehungsweise: auf die Vorbnereitung darauf. „ATK
ermöglicht mir bei Angriffen die Verteidigung im Stehen genauso wie am Boden.
Auch Rollen oder Stürzen habe ich hier in
der Bewegungsschule gelernt“, sagt Sigrun
Petersen. Gerade als Frau fühle sie sich
durch das Training mittlerweile deutlich sicherer: „Ich hatte früher zwar keine Angst,
laufe nun aber bewusster durch die Gegend
und bin bereit, falls etwas passiert.“
Bei ATK lernt man seinen Körper kennen
– Schmerzerfahrungen inklusive. „In erster
Linie geht es um Selbstverteidigung“, erklärt Günther Kolb von der ATK-Schule
Leinfelden. Ihm ist wichtig: „Wir brauchen
keine Höchstleistung, um jemanden kampfunfähig zu machen.“ Nicht zuletzt deswegen ist das Symbol der europäisch geprägten Sportart, die viele Elemente anderer
Kampfkünste vereinen will, eine Kralle.
„Sie steht für Reißen und Schlagen“, sagt
Kolb und fügt mit einem Augenzwinkern
hinzu: „Wir sind nicht fair. Wir suchen beim
Gegner die Schwach- und Nervenpunkte
am Körper.“
Diese „Artverwandtschaft mit Jiu-Jitsu“
(Kolb) hat die gemeinsame deutsche Meisterschaft
der
beiden
Kampf-Disziplinen, die
kürzlich in Leinfelden
stattfand, ermöglicht.
Zwar gibt es bei ATK
keine echten Wettkämpfe, sondern nur
eine Präsentation der
verschiedenen Formen.
In größeren Gruppen
wird so um Wertungspunkte gekämpft. Das
Ergebnis ist dabei meist
zweitrangig. „Uns geht
Foto: Baumann
es darum, Sport zu trei- Der Angreifer hat es schwer
ben und Spaß zu haben“, sagt Kolb. Gut drei Dutzend Mitglie- gen Respekt vor den Gefahren zu haben“,
der hat die ATK-Schule, in der unter ande- sagt Kolb.
Welche Risiken das in letzter Konsequenz
rem gelehrt wird, „wie man sich gegen jemanden verteidigt, der mit einer Pistole für Sigrun Petersen und ihre Sport-Kolleoder einem Stock angreift“. Dabei wollen gen sein könnten, darauf weist schon der
ATK-Schüler solch brenzlige Situationen ausgeschriebene Name von ATK hin: Antieher vermeiden. „Man lernt auch, den nöti- Terrorkampf-Selbstverteidigung.
Klasse starten, die Männer mit dem Queue
in der Hand störte das nicht. „Wir wussten,
dass der BC Stuttgart ein alter Verein ist.
Ein Verein, bei dem nicht die Gefahr bestand, schon bald wieder aufgelöst zu werden – das motivierte uns“, sagt Heidt. Denn
er und Dikme haben noch einiges vor: „Wir
wollen schnellstmöglich in die Bundesliga
aufsteigen.“ Die spielerische Qualität besitzt das Team allemal – einen soliden Verein im Hintergrund diesmal auch. Momentan läuft es im Kugel-Lager wie geschmiert.
Jetzt arbeiten sie daran, mehr Talente zu
gewinnen und diese auszubilden. Denn ihr
Ziel ist nicht nur, in die deutsche Eliteklasse
aufzusteigen – sondern die Grundlage zu legen, damit sich ein Stuttgarter SnookerTeam dort etabliert.
Club-Service
̈ TSV Rohr
Im Rahmen des Sommerfestes findet
am Samstag ab 10 Uhr beim TSV ein
Jugendfußballturnier statt. Weitere
Infos unter Telefon 07 11 / 74 87 84.
̈ HSG Ca-Mü-Max
Die Handballspielgemeinschaft feiert vom 13. bis zum 15. Juli ihr Sommerfest beim TSV Münster. Freitags
(ab 18 Uhr) findet ein Seniorenturnier statt, am Samstag (ab 12 Uhr) ein
Jugend- und Laienturnier.
̈ Schiedsrichtergruppe
Am kommenden Samstag (ab 9 Uhr)
treffen sich über 30 Schiedsrichtermannschaften aus Württemberg, Hessen, Bayern und der Schweiz zu einem Fußballturnier auf dem Gelände
des VfB Obertürkheim. Weitere Infos
im Internet unter www.abseits.biz.
̈ VfL Kaltental
Am Freitag und Samstag (jeweils von
17 bis 24 Uhr) findet das erste Sommerfest des VfL im Vereinsheim in
der Christian-Belser-Straße statt.
Am Freitag werden dabei kostenlose
Schnupperkurse in Rückenfitness (17
Uhr), Aerobic, Walking, BauchBeine-Po (je 18 Uhr) und Fit und Fun
(20 Uhr) angeboten. Am Samstag gibt
es ab 17 Uhr einen Fitnesstest für jedermann sowie eine Rate- und Spielewanderung für Kinder bis 13 Jahre.
̈ SV Cannstatt
Der SVC hat vom Schwimmverband
Württemberg das Prädikat „Anerkannte Schwimmschule“ erhalten.
Anruf genügt
Dirk Preiß
Am Freitag für Sie am
Service-Telefon von 16 bis 18 Uhr
Tel.: 07 11 / 72 05 - 78 80
E-Mail: d.preiss@stn.zgs.de
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