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Beitrag der IHK zu Essen zum Bericht über die
„Lage der Ruhrwirtschaft zum Herbst 2014“
Konjunktur: Robust trotz Unsicherheiten
Die Konjunktur im Bezirk der IHK zu Essen bleibt – allen Unsicherheiten zum Trotz robust. Die derzeitige Geschäftslage wird von den Unternehmen in Essen, Mülheim an
der Ruhr und Oberhausen nach den Ergebnissen der jüngsten Umfrage weiterhin im
Saldo positiv bewertet. Das Konjunkturprädikat „gut“ wird mit 28 Prozent ein wenig
seltener vergeben als noch zu Jahresbeginn. Aber auch der Anteil der Unternehmen,
die von einer schlechten Lage berichten müssen, ist mit 15 Prozent leicht zurückgegangen. Mit 57 Prozent hat seit der letzten Befragung lediglich der Block der Zufriedenen zugelegt.
In der Industrie stellt sich die Lage ein wenig verhaltener, aber weiterhin zufriedenstellend dar. So verzeichnen 29 Prozent eine gute wirtschaftliche Lage. Damit haben
diese Stimmen seit Frühjahr 2014 um 3 Prozentpunkte leicht abgenommen. Zugleich
steigt der Anteil der Negativbewertungen in diesem Zeitraum um 7 Prozentpunkte auf
23 Prozent deutlich an. Aber immer noch fast jeder zweite Industriebetrieb ist mit der
aktuellen Lage zumindest zufrieden.
Eine gute Stimmung herrscht bei den Dienstleistungsunternehmen. 32 Prozent der
Befragten freuen sich über eine gute Geschäftslage. Nur jedes zwölfte Unternehmen
muss über eine schlechte Wirtschaftslage berichten. Sechs von zehn Dienstleistern
sind mit ihrer aktuellen Situation zufrieden.
Auch im Handel zeichnen sich Lichtblicke ab. Der Anteil der Unternehmen mit guter
Geschäftslage ist seit einem Jahr stetig gestiegen und macht aktuell ein Fünftel der
Befragten aus. Zusätzlich sinkt der Anteil der unzufriedenen Händler spürbar auf 18
Prozent. Damit hat der Handel erstmals seit Frühjahr 2012 die Trendumkehr aus der
negativen Saldenbetrachtung geschafft.
Erwartungen: Zunächst abwartend
Die Wirtschaft in der MEO-Region bleibt mit Blick auf das Jahr 2015 zunächst abwartend. Der Anteil der Optimisten ist mit 19 Prozent zwar weiterhin überlegen; allerdings
ist der Vorsprung auf nur noch zwei Prozentpunkte auf die Pessimisten eingeschmolzen. Knapp zwei Drittel der Unternehmer erwarten einen gleichbleibenden Verlauf ihrer Geschäfte.
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Wie schon zu Jahresbeginn blickt die Industrie ein wenig skeptischer in die Zukunft.
23 Prozent gehen von einem schlechteren Geschäft aus, wohingegen 21 Prozent zuversichtlicher sind. Die große Mehrheit erwartet dagegen weiterhin Konstanz: 56 Prozent der Befragten rechnen mit einer gleichbleibenden Lage im Jahr 2015.
In der Lagebeurteilung hat das Dienstleistungsgewerbe schon bei den letzten Umfragen kontinuierlich erfreuliche Akzente gesetzt. Daher ist es bezeichnend, dass 71 Prozent der Unternehmen auch weiterhin von einem gleichbleibend – optimistischen –
Konjunkturpfad ausgehen. Und selbst die Saldenbetrachtung stimmt zuversichtlich: 17
Prozent Optimisten stehen 12 Prozent Pessimisten entgegen.
Die aktuelle Lage im Handel hat sich seit der Frühjahrsbefragung deutlich verbessert
und es deutet sich an, dass die Entwicklung konstant bleibt. Mit 63 Prozent der befragten Händler rechnet die Mehrheit damit, dass sie auch im nächsten Jahr den eingeschlagenen Kurs beibehalten können. Jeder fünfte Händler erhofft sich sogar eine
noch bessere Entwicklung. Dagegen befürchten 18 Prozent eine Verschlechterung der
Situation.
Die Inlandsnachfrage hat die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größtes
Risiko für das eigene Unternehmen knapp überholt. 58 Prozent der Befragten sehen
hier die größte Unsicherheit. Mit 57 Prozent folgen die politischen Rahmenbedingungen aber direkt nach. Die Arbeitskosten haben als Unsicherheitsfaktor stark an Bedeutung zugelegt. Vier von zehn Unternehmen bereitet dieses Thema Sorgen, nicht zuletzt spielen die Themen Mindestlohn oder auch Rente mit 63 hierbei eine Rolle. Die
Energie- und Rohstoffkosten haben an Brisanz leicht verloren. Nur noch etwa einem
Viertel der Betriebe treiben sie die Sorgenfalten auf die Stirn. Lediglich 12 Prozent der
Unternehmen sehen Finanzierungsprobleme als Risiko an. Dazu trägt wahrscheinlich
auch der niedrige Zinssatz für die Kreditvergabe seinen Teil bei.
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Binnennachfrage: Volle Auftragsbücher
Satte 46 Prozent der befragten Unternehmen in der MEO-Region berichten über einen
gestiegenen Auftragsbestand. Nur 24 Prozent der Betriebe müssen dagegen Auftragsrückgänge verzeichnen. Bei drei von zehn Unternehmen hat sich der Bestand nicht
wesentlich geändert.
Nicht ganz so positiv sieht es in der Industrie aus. Der Anteil der Unternehmen mit
zurückgehenden Inlandsaufträgen (28 Prozent) ist leicht größer als der mit Zuwächsen
(26 Prozent). Trotzdem stimmt die Entwicklung: Aktuell können mehr Unternehmen
von hinzugewonnen Aufträgen berichten als noch zu Jahresbeginn. Bei 46 Prozent änderte sich das Inlandsvolumen nicht. Damit hat sich die Binnennachfrage in der Industrie gegenüber der letzten Umfrage zwar leicht verbessert. Von einem Umschwung
kann hier aber noch nicht die Rede sein.
Gut laufende Geschäfte vermeldet der Handel. Jeder zweite konnte seinen Umsatz
steigern. Damit hat sich der Anteil der Händler seit Jahresbeginn verdoppelt. Von einem Rückgang mussten nur noch drei von zehn Befragten berichten. Jeder fünfte
Händler hat sein Geschäft stabil gehalten.
Auch der Dienstleistungssektor blickt auf eine sich erfreulich abzeichnende Umsatzkurve. 44 Prozent konnten höhere Erlöse als zuvor erzielen. Nur noch jedes fünfte Unternehmen musste einen Rückgang hinnehmen. Für 36 Prozent der Servicebranche
haben sich die Umsätze nicht verändert.
Exporterwartungen: Zunahme im Auslandsgeschäft
Der Export behält seine Rolle als tragende Säule für die Konjunktur in der MEORegion. Ein Drittel der Unternehmen rechnet mit einer Zunahme des Auslandsgeschäfts. Damit bleiben die Erwartungen auf einem hohen Niveau. Nur 15 Prozent befürchten eine schlechtere Exportentwicklung. Etwa jeder zweite Betrieb wird seine
Auslandsaktivitäten konstant fortsetzen.
In der Industrie füllen wieder vermehrt die Aufträge aus dem Ausland die Bücher. Drei
von zehn Unternehmen verzeichneten hier einen Zuwachs. 53 Prozent konnten ihre
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Nachfrage aus dem Ausland stabil halten. Nur 17 Prozent der Industriebetriebe mussten von rückläufigen Zahlen berichten. Dabei hat sich der Saldo von steigenden und
fallenden Ordereingängen aus dem Ausland seit Herbst 2013 gedreht und befindet
sich aktuell deutlich im positiven Bereich. Trotz dieser insgesamt erfreulichen Entwicklung: Die weltweiten Krisen beunruhigen die Industrieunternehmen der MEO-Region.
Für 40 Prozent der Unternehmen ist die Auslandsnachfrage nicht frei von Risiken für
ihre wirtschaftliche Entwicklung.
Aber auch in den anderen Wirtschaftszweigen bereiten die internationalen Krisen den
Betrieben Sorge. So befürchtet ein Teil der Unternehmen Umsatzeinbußen aufgrund
der Sanktionen, die im Zuge der Ukrainekrise beschlossen wurden. Zwar gehen nur
wenige Unternehmen von hohen Ausfällen aus, doch rechnen immerhin 19 Prozent mit
geringeren oder mittleren Umsatzeinbußen bzw. mit höheren Beschaffungskosten im
Zuge der internationalen Spannungen. Allerdings unterhält der überwiegende Teil der
befragten Unternehmen keine Geschäftsbeziehungen in diese Region.
Arbeitsmarkt: Keine Impulse zu erwarten
In der MEO-Region herrscht weiterhin eine verhältnismäßig hohe Arbeitslosenquote.
Für das nächste Jahr senden die Unternehmen insgesamt keine signifikanten Impulse
zur Verbesserung des Arbeitsmarkts aus. Mit 64 Prozent geht die überwiegende Mehrheit von unveränderten Belegschaften aus. Der Saldo aus zunehmender und zurückgehender Beschäftigung ist jedoch negativ – wenn auch mit 4 Prozentpunkten nur
leicht. So rechnen 16 Prozent der Unternehmen mit einem Beschäftigungsaufbau, 20
Prozent mit einem Rückgang.
Inlandsinvestitionen: Rationalisierung legt zu
Der Anteil der Unternehmen mit steigenden Investitionsabsichten (23 Prozent) überdeckt deutlich den mit sinkender Bereitschaft (15 Prozent). Der Saldo liegt im grünen
Bereich. 62 Prozent der Befragten gehen von einem gleichbleibenden Niveau ihrer Investitionsmittel aus.
Die Ersatzbeschaffungen (68 Prozent) bleiben ganz oben auf der Agenda. Auf dem
zweiten Platz folgt mit einigem Abstand die Rationalisierung. Kapazitätserweiterungen
spielen in den nächsten Monaten nur noch für jedes fünfte Unternehmen eine Rolle.
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Deutlich eingebüßt haben die geplanten Ausgaben für den Umweltschutz. Nur noch 8
Prozent der befragten Unternehmen plant hier eine Ausweitung ihrer Mittel.
Kapazitätsauslastung: Kräftig zugelegt
Die Auslastung der Produktionskapazitäten hat im Vergleich zum Jahresbeginn noch
einmal kräftig zugelegt. So steigerte sie sich von rund 80 Prozent auf aktuell 82 Prozent. Gleichzeitig ist zu spüren, dass eine weitere Zunahme der Auslastung in den
nächsten Monaten nicht zwingend erfolgen wird. Wie beschrieben, liegt der Fokus der
Unternehmen zurzeit eher auf der Rationalisierung als auf einem Aufbau weiterer Kapazitäten.
Fokus Fachkräftegewinnung
21 Prozent der befragten Unternehmen in der MEO-Region sieht den Fachkräftemangel als ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des eigenen Unternehmens an. Aber nicht nur für die Zukunft, auch heute spüren die Betriebe die Auswirkungen. So können 27 Prozent der befragten Betriebe mit offenen Stellen diese aktuell längerfristig nicht besetzen. 29 Prozent haben hier keine Probleme. Nicht beantwortet werden kann, wie die 44 Prozent der Betriebe ohne akuten Personalbedarf von
einem plötzlich auftretenden Engpass getroffen werden: Kann dieser dann problemlos
gedeckt werden oder stellt er diese Betriebe in diesem Fall ebenfalls vor Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung?
Neben der bekannten Schwierigkeit offene Stellen mit Hochschulabsolventen zu besetzen, rücken aber auch weitere Gruppen in den Fokus: So meldet ein Drittel der Unternehmen mit offenen Stellen, dass Positionen für Mitarbeiter mit Dualer Ausbildung
längerfristig unbesetzt bleiben müssen. Und auch weiter qualifizierte Facharbeiter sind
Mangelware. So geben 35 Prozent dieser Betriebe an, längerfristig bei gewünschten
Fachwirten oder Meistern nicht fündig zu werden.
Der überwiegende Teil der Betriebe will einem drohenden Fachkräftemangel in erster
Linie mit mehr Bildung entgegenwirken. 48 Prozent setzen dabei auf mehr Ausbildung
im eigenen Haus und wollen sich so ihre Nachwuchskräfte sichern. 46 Prozent werden
die Weiterbildung der bestehenden Belegschaft ausbauen. Ein Drittel der Betriebe will
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die eigene Marke stärken und vermehrt die eigene Attraktivität als Arbeitgeber herausstellen. 28 Prozent sehen in einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf
einen Weg, für Fachkräfte ansprechender zu sein. Die Einstellung von Fachkräften aus
dem Ausland kommt nur für 19 Prozent der Unternehmen in Betracht. Eigenen Nachwuchs aus dem Ausland zu gewinnen und diesen selbst auszubilden, kann sich sogar
nur eine kleine Minderheit (3 Prozent) vorstellen.
Nach Hindernissen für die Einstellung ausländischer Fachkräfte gefragt, werden am
häufigsten die fehlenden Sprachkenntnisse des Bewerbers angeführt. Aber auch die
Suche nach geeigneten Bewerbern im Ausland und die sich anschließende Bewertung
der vorhandenen Qualifikationen gestalten sich schwierig. Festzuhalten bleibt aber:
Der weit überwiegende Teil der Befragten gibt an, die Hürden bzw. Hindernisse nicht
adäquat beurteilen zu können. Das spiegelt sicherlich auch ein wenig das mangelnde
Interesse an der Einstellung von Fachkräften aus dem Ausland wider.
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Blick in die Branchen
Industrie: Mehr Zuversicht durch Export
In der Industrie bleibt die Geschäftslage robust. Dies ist gerade vor dem Hintergrund
der internationalen Verflechtungen der Unternehmen des IHK-Bezirks und der aktuellen Krisenherde eine gute Nachricht. 29 Prozent der Industriebetriebe äußern sich zufrieden. Dieser Anteil ist verglichen mit der Umfrage zu Jahresbeginn leicht rückläufig.
Dennoch: Der Saldo liegt klar im positiven Bereich. So beurteilen 23 Prozent ihre Geschäftslage als nicht zufriedenstellend. Fast jedes zweite Unternehmen (48 Prozent)
vergibt immerhin die Konjunkturnote „befriedigend“.
In den Geschäftsaussichten bleiben die Betriebe zurückhaltend: 21 Prozent gehen von
einem besseren Verlauf im kommenden Jahr aus, 23 Prozent befürchten eine Verschlechterung. 56 Prozent erwarten einen gleichbleibenden Verlauf. Der Saldo liegt
damit leicht im negativen Bereich. Zum Vergleich: Im Herbst 2013 überwogen die Optimisten mit einem satten Mehr von 20 Prozentpunkten.
Das internationale Geschäft bietet Anlass zur Zuversicht. Schließlich erwarten vier von
zehn Unternehmen, dass sich der Export günstiger entwickeln wird. Ebenso viele
rechnen mit Kontinuität auf den ausländischen Märkten. Aber die internationalen Unsicherheiten führen auch dazu, dass der Anteil der Industriebetriebe mit pessimistischer
Einschätzung auf aktuell 19 Prozent deutlich angewachsen ist (Jahresbeginn 7 Prozent).
Bei der Investitionsbereitschaft halten sich die Anteile der Varianten „steigen“ und
„fallen“ mit je 23 Prozent die Waage. 54 Prozent der Unternehmen werden das bisherige Investitionsniveau beibehalten. Für gut drei Viertel der Befragten bleibt das
Hauptmotiv die Ersatzbeschaffung. Die Entscheidung zur Rationalisierung hat jedoch
kräftig zugelegt. Vier von zehn Industriebetrieben verfolgen dieses Ziel in den nächsten Monaten. Die Kapazitätserweiterung hat dagegen an Bedeutung verloren. Nach 30
Prozent zu Jahresbeginn, nennen aktuell nur noch 14 Prozent dieses Motiv. Knapp drei
von zehn Unternehmen setzen vermehrt auf Innovationen und wollen sich so dem
Wettbewerb stellen.
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Als Unwägbarkeiten für das eigene Geschäft nennen die Industriebetriebe an erster
Stelle die Inlandsnachfrage (64 Prozent), es folgt die Sorge über unklare wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (62 Prozent). Dagegen haben die Energie- und Rohstoffpreise anscheinend für einen Teil der Betriebe ihren Schrecken verloren. Aber
noch immer stellen sie für ein Drittel der Befragten einen bedrohlichen Unsicherheitsfaktor dar. Und weiterhin benennt fast jeder vierte Befragte aus dem produzierenden
Gewerbe den Fachkräftemangel als Belastung für das eigene Unternehmen. Dabei
werden in der Industrie derzeit vor allem Hochschulabsolventen gesucht. Knapp drei
Viertel der Betriebe haben hier offene Stellen zu besetzen. Mit 27 Prozent stellen aber
auch die Fachwirte bzw. Meister für das produzierende Gewerbe eine echte Mangelware dar.
Handel: Geschäftslage gedreht
Die Geschäftslage im Handel hat sich zusehends verbessert. 21 Prozent der Händler
berichten von einer guten, nur noch 18 Prozent von einer schlechten Situation. Immerhin 61 Prozent sind mit der Lage insgesamt zufrieden. Daraus ergibt sich erstmals
seit Jahresbeginn 2012 wieder eine positive Saldenbetrachtung.
Die Umsätze haben sich dabei für jedes zweite Handelsunternehmen besser entwickelt. Nur für drei von zehn Händlern stellte sich der Umsatz schlechter dar. Dieser
Verlauf zeigte sich dabei sowohl für Einzelhändler als auch für Großhändler in etwa
gleicher Ausprägung.
In den Aussichten dominiert mit 63 Prozent die Erwartung einer gleichbleibenden Entwicklung im Handel. Im Saldo gibt es einen kleinen Vorsprung der Optimisten. Jeder
fünfte Befragte hofft auf eine Verbesserung, aber 18 Prozent bleiben skeptisch und
befürchten eine weitere Verschlechterung.
Wie in der Industrie, so halten sich auch im Handel die Planungen zum Ausbau bzw.
Zurückfahren von Investitionen mit je 18 Prozent die Waage. 58 Prozent der Betriebe
setzen auf Ersatzbeschaffungen und mehr als ein Drittel auf Rationalisierung. Der
Handel plant stärker mit Neuheiten: 26 Prozent - und damit spürbar mehr als noch zu
Jahresbeginn – will mehr in Produktinnovationen investieren.
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Das größte Risiko sehen die Händler in erster Linie in der Inlandsnachfrage und den
wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Aber auch die Arbeitskosten treiben den
Händlern die Sorgenfalten auf die Stirn. Dagegen befürchtet nur jeder zehnte Händler
Unsicherheiten aufgrund des Fachkräftemangels.
Dienstleistungswirtschaft: Bleibt Stabilitätsanker
Die Dienstleistungswirtschaft bleibt der konjunkturelle Anker der MEO-Region. Knapp
ein Drittel der befragten Dienstleister beurteilen die allgemeine Geschäftslage zum
Herbst 2014 als gut. Dagegen steht nur jedes zwölfte Unternehmen, das ein negatives
Votum abgibt. Sechs von zehn Betriebe sind weiterhin zufrieden.
Und es wird auch so weitergehen: 71 Prozent der Befragten aus dem Dienstleistungsgewerbe erwarten in den nächsten Monaten einen gleichbleibenden Verlauf. Der Saldo
bleibt ebenfalls positiv. 17 Prozent erwarten eine günstigere Entwicklung, dagegen
stehen 12 Prozent mit einer pessimistischen Prognose.
56 Prozent der Dienstleister sehen Risiken vor allem in den wirtschaftspolitischen
Rahmenbedingungen. Direkt dahinter folgt die Inlandsnachfrage mit 54 Prozent. Im
Vergleich zum Jahresbeginn hat die Sorge vor steigenden Arbeitskosten kräftig zugelegt: 46 Prozent der Dienstleister sehen hier Risiken für das eigene Geschäft. Etwa
jeder vierte Dienstleistungsbetrieb befürchtet des Weiteren Nachteile aufgrund des
Fachkräftemangels. So können bereits heute 32 Prozent der befragten Unternehmen
offene Stellen nicht besetzen. In erster Linie fehlen diesen dabei Fachwirte (38 Prozent) und Mitarbeiter mit Dualer Ausbildung (29 Prozent) sowie mit Hochschulabschluss (24 Prozent).
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