close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Menschen funktionieren nicht wie Roboter - Technische Rundschau

EinbettenHerunterladen
78
Automatisierung | Qualitätssicherung
Technische Rundschau 5/2011
Menschen funktionieren
nicht wie Roboter
Das menschliche Lern- und Leistungsvermögen ist individuell sehr unterschiedlich und
die Konzentrationsfähigkeit und der Einsatzwille unterliegen bestimmten Schwankungen.
Also wie kann man bei manuellen Arbeiten sicherstellen, dass alle Vorgänge in der
vorgeschriebenen Reihenfolge ablaufen?
(bf) Um an Handarbeitsplätzen
eine zuverlässige Qualitätssicherung
zu etablieren, ist LPS Quality Coach
eine Möglichkeit. LPS steht für Lo­
cal Positioning System und funkti­
oniert ähnlich wie das Global Posi­
tioning System (GPS). Einsetzen
lässt sich die universelle, ultraschall­
basierte Komplettlösung an jedem
Handarbeitsplatz; der Aufwand ist
zeitlich wie monetär gering.
Geschäftsführer Volker Jauch
von Sarissa GmbH verspricht:
Eine Waage ermittelt das Gesamtgewicht der
verpackten Teile und übergibt es an den LPS-PC
zum Vergleich mit dem Sollwert. Stimmt auch die
Packreihenfolge, visualisiert das LPS automatisch
die nächste Aufgabe – ohne Quittierungszwang.
«Das LPS merkt sofort, wenn
Arbeitsanweisungen und Mon­
tagevorschriften übersehen, ver­
gessen oder ignoriert werden.
LPS unterstützt kontinuierliche
Verbesserungsprozesse nach Kai­
zen1) und das Poka Yoke2) an al­
len Arbeitsplätzen, bei denen die
richtige Reihenfolge manueller
Tätigkeiten für eine hundertpro­
zentige Qualität unabdingbar ist.»
Das LPS überwacht nicht nur je­
den Handgriff auf 1 mm genau, es
kann die Mitarbeiter auch führen:
durch klare textliche, multimedia­
le und akustische Arbeitsfolgean­
weisungen, selbst durch komplexe
Arbeitsgänge, was die Einarbeitung
neuer Mitarbeiter beschleunigt
oder den Einsatz von Aushilfen und
Springern erleichtert. Das Quality­
Coach­System funktioniert dabei
Die Ultraschallmarker sind klein
und leicht und senden im Takt von
Millisekunden für den Menschen
unbedenkliche und nicht hörbare
Ultraschallsignale.
wie eine elektronische Arbeitsan­
weisung. Zuerst werden die richti­
gen Arbeitsschritte in der korrekten
Abfolge eingelernt. Anschliessend
kann das System die Arbeitsschritte
verfolgen und auf zufällige Fehler
hinweisen. Bei schwerwiegenden
Fehlern erzwingt das System die
Ablage des betroffenen Produkts im
Ausschuss. Befindet sich der Mitar­
beiter in der Einarbeitungsphase,
wird der QualityCoach als Trainer
eingesetzt. Macht der Werker keine
Fehler, wird er den QualityCoach
nicht bemerken, weil dieser prak­
tisch nur über die Schulter schaut
und nur dann unterstützt, wenn
Unregelmässigkeiten auftauchen.
Nur wenig Hardware
Das Herzstück des Systems ist ein
PC mit Windows 7 Embedded und
einem 10,4" grossen Farb­Touch­
screen. Der PC ist mittels USB mit
der Empfangseinheit verbunden,
die fix über dem Arbeitsplatz mon­
tiert wird und die Schallwellen von
einem (oder mehreren) Ultraschall­
Marker(n) empfängt, den die Per­
son am Arbeitsplatz wie einen Ring
am Finger trägt. Die kleinen, weni­
ge Gramm leichten Marker senden
im Abstand von Millisekunden für
den Menschen nicht wahrnehmba­
re und physiologisch unbedenkli­
che Ultraschallsignale.
Die Empfangseinheit ist im Prin­
zip ein Mikrofon, das die Ultra­
schallsignale der Marker empfängt.
Der Empfangsraum ist darstellbar
Technische Rundschau 5/2011
als Rotationsparaboloid mit einem
Radius von maximal vier Metern.
Die Bewegungen der Marker im
definierten Raum werden von der
Empfangseinheit erfasst, an das
Arbeitsprogramm weitergegeben
und in Echtzeit mit der vorher
definierten Abfolge der Monta­
geschritte verglichen. Korrekte
Montageschritte werden wahlweise
akustisch oder optisch signalisiert.
Nicht vorgesehene Handgriffe wer­
den als Fehler angezeigt. Das 3D­
System erfasst Positionen mit einer
Auflösung von bis zu 0,1 mm. In
der Praxis werden Genauigkeiten
von ±1 bis 2 mm erreicht.
Die Konfiguration des Systems
erfordert lediglich zwei Schritte:
Zuerst wird die Arbeitsumgebung
festgelegt. Diese umfasst den Ar­
beitsplatz mit den dort zu kontrol­
lierenden Bereichen. Das können
Qualitätssicherung | Automatisierung
Montagepositionen im Arbeitsbe­
reich oder Entnahmepositionen
von Materialbehältern, Ablage­
boxen sowie Werkzeugpositionen
sein. Dann wird die Montagerei­
henfolge festgelegt. Hierbei wird die
Abfolge der festgelegten Greifposi­
tionen Schritt für Schritt definiert.
Die LPS­Software ist «schlank»
programmiert und weitgehend
selbsterklärend. Die Konfiguration
des Systems und die Dateneinga­
be gliedern sich in übersichtlich
strukturierte und benutzerfreund­
liche Eingabefenster. Die Integra­
tion von Zeichnungen und Bildern
in das Ablaufprogramm ist ebenso
einfach wie die Nutzung von In­/
Output­Kanälen oder der Daten­
austausch mit externen Geräten
wie etwa Waagen oder Drucker.
Einmal erstellte Programme lassen
sich jederzeit modifizieren oder
79
auch an Montageplätze mit glei­
cher Konfiguration übertragen.
Wie es sich gehört, ist der Zugang
zu diesen Einstellungen und Funk­
tionen passwortgeschützt. Das
Personal selbst muss für den Be­
trieb lediglich den oder die Marker
anlegen und den Startbutton am
Touchscreen betätigen – alles Wei­
tere läuft dann automatisch ab. n
Kaizen ist eine japanische Denkund Managementweise zur Veränderung (kai) zum Besseren (zen) und
2) Poka Yoke eine japanische Null-Fehler-Strategie zur Vermeidung (yoke)
zufälliger Fehler (poka) durch einfache technische Vorkehrungen oder
Vorgehensweisen.
1)
Sarissa GmbH
DE-88250 Weingarten, Tel. +49 751 509 159 00
office@sarissa.de, www.sarissa.de
���� ��������� ���
�������������������
WÜRTH Industrie Service
WIR VERKAUFEN SICHERHEIT!
Mit einem breiten, zielgruppengerichteten Sortiment aus über 420.000 Artikeln
sowie einem einzigartigen logistischen Versorgungssystem ist die Würth Industrie
Service der C-Teile-Partner der Industrie.
���
� ��������������������������� ���� ��������� ���������
� ����������������� �� �� ������������� ��� ��� ���������
���� ������ ��� ����������
��������� ������� �����
���� ��� ��� �� ��� ��� ��� ��� �� ��
��������������
�������������
Erhalten Sie bei unserem
Fachseminar „Schlanke Produktion und C-Teile-Management“
am 17. Juni 2011 bei der Noventa AG in Diepoldsau direkt vor Ort einen Eindruck unserer C-Teile-Management-Lösungen. Sie können sich bei Interesse gerne
an seminare@wuerth-industrie.com wenden.
Würth Industrie Service GmbH & Co. KG · Badstrasse 5 · 8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)
T +41 5267455-00 · F +41 5267455-50 · wis-schweiz@wuerth-industrie.ch
Document
Kategorie
Technik
Seitenansichten
1
Dateigröße
195 KB
Tags
1/--Seiten
melden