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Die Berufswegekonferenz - Berufsorientierung

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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
Die Berufswegekonferenz
Zielsetzung der Berufswegekonferenz (BWK)
Die BWK verfolgt das Ziel, die Übergänge und Schnittstellen von Schule und Beruf
unter Beteiligung der Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern und
Sorgeberechtigten, der Kostenträger (insbes. Bundesagentur für Arbeit (BA),
örtlichem
Träger,
Integrationsamt
(InA))
und
den
zuständigen
Integrationsfachdiensten (IFD) zu gestalten. Der IFD hat den Auftrag, diesen
Prozess zu koordinieren und zu moderieren.
Insbesondere umfasst die BWK folgende Aspekte:
-
Jugendliche mit Behinderung mit Potential für den allgemeinen Arbeitsmarkt
werden hinsichtlich ihrer schulischen und beruflichen Weiterentwicklung
beraten. Die Entscheidungsbefugnisse der Schulbehörden bleiben dabei
unberührt (z. B. Schulzeitverlängerung).
-
Schülerinnen und Schülern, denen bislang aufgrund ihrer Behinderung meist
nur eine Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM)
möglich erschien, sollen frühzeitig alternative Beschäftigungen aufgezeigt
werden.
-
Gezielte und frühzeitig ansetzende Maßnahmen zur spezifischen
Unterstützung der Schülerinnen und Schüler werden in die Wege geleitet,
um bei entsprechender Eignung die Schülerinnen und Schüler bei ihrem
Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu unterstützen.
-
Durch die Vernetzung aller betroffenen Sozialleistungsträger und fachlichen
Gremien (Fachausschuss WfbM und Teilhabekonferenzen beim örtlichen
Sozialhilfeträger) ergibt sich eine verbesserte Koordinierung und Steuerung
der Maßnahmen.
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
Die Berufswegekonferenz im Bildungsgang
ganzheitliche Entwicklung an Förderschulen1
Der Personenkreis
Die BWK ist für alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderung geeignet, die
Potential erkennen lassen, um eine Beschäftigung auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt aufzunehmen.
Eine Begleitung durch den IFD zum Zeitpunkt der BWK ist nicht zwingend
erforderlich, kann aber ein Ergebnis der BWK sein. Ebenso ist denkbar, dass sich in
der Zeit zwischen erster und zweiter BWK herausstellt (z.B. durch Praktika oder
eine Kompetenz- und Potentialanalyse (KPA)), dass
• eine zweite BWK für den Schüler/die Schülerin nicht notwendig ist, da die
Voraussetzungen nicht oder nicht mehr vorliegen,
• aufgrund der aktuellen Entwicklungssituation eine erstmalige Teilnahme an
der (zweiten) BWK sinnvoll ist.
Auch wenn der IFD den Schüler oder die Schülerin möglicherweise (noch) nicht
kennt, ist er gehalten, seine fachliche Kenntnisse und Kompetenzen in die Beratung
einzubringen, um damit auf eine bestmögliche Integration des Schülers bzw. der
Schülerin hinzuwirken.
Die Zielsetzung der ersten BWK im Bildungsgang ganzheitliche
Entwicklung an Förderschulen
Die erste BWK dient der Klärung der Interessen und des Wissensstandes des
Schülers bzw. der Schülerin und der damit verbundenen Suche nach geeigneten
Praktikumsplätzen. Dabei können auch die Ergebnisse einer Kompetenz- und
Potentialanalyse (KPA) mit einbezogen werden. Der bzw. die Jugendliche soll
unterstützt werden, Bewusstsein und Interesse für die eigene Entwicklungsfähigkeit
und Lebensgestaltung zu erhalten und somit seine bzw. ihre Zukunft auf dem
ersten Arbeitsmarkt zu sehen und zu finden. Dafür ist es erforderlich, eine
einzelfallbezogene Berufswegeplanung zu erstellen. Es folgt eine Empfehlung für
die anstehenden Maßnahmen und Praktika mit dem Ziel, das Selbstbewusstsein
des jungen Menschen mit Behinderung zu stärken und ihn für eine Tätigkeit am
ersten
Arbeitsmarkt
zu
interessieren,
damit
er
schließlich
Selbstgestaltungskompetenz erlangt.
1
Dies schließt auch Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten motorische
Entwicklung, Hören und Sehen an Förderschulen und Förderzentren ein.
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
Die erste BWK
Die erste BWK findet in der 11. Klasse (2. Jahr der Werkstufe) mit dem oben
benannten Personenkreis statt.
Ablauf:
1. Schulleitung lädt IFD, ggf. örtlichen Träger (Kommune), Arbeitsagentur
(Teilnahme optional), Eltern bzw. Sorgeberechtigte (Teilnahme optional) und
den betreffenden Schüler bzw. die betreffende Schülerin ein.
2. IFD setzt sich mit der Schulleitung in Verbindung, informiert sich zu den zu
besprechenden Schülern und Schülerinnen, die er noch nicht kennt und
bespricht den Ablauf der BWK mit der Schulleitung.
3. In der BWK werden die Interessen und Fähigkeiten des Schülers bzw. der
Schülerin und die Möglichkeiten seines bzw. ihres zukünftigen schulischen
oder beruflichen Werdegangs besprochen. Zudem wird geklärt, was dafür
weiter zu veranlassen ist (z.B. Praktikum) und durch wen. Die Stärken und
Einschränkungen des Schülers bzw. der Schülerin sind unbedingt zu
berücksichtigen.
4. IFD moderiert und leitet die Sitzung.
5. Die Schulleitung lässt das Protokoll fertigen.
6. Das Protokoll
• fasst die Ergebnisse der BWK zusammen,
• empfiehlt die zwischen den Kostenträgern abgestimmten Maßnahmen,
• hält fest, welche weiteren Schritte erfolgen sollen und durch wen,
• beinhaltet die Einwilligung des Schülers bzw. der Schülerin und ggf. der
Eltern bzw. Sorgeberechtigte zur Weitergabe der Sozialdaten an den
oder die Kostenträger und ggf. an den Leistungserbringer oder
Maßnahmeträger bzw. bzgl. des Datenschutzes (Unterschriften) und
• enthält den Termin für die nächste BWK.
7. Das Protokoll ist von den Kostenträgern zu unterschreiben.
8. Die Schule stellt das Protokoll allen Kostenträgern zur Verfügung. Sofern
Andere eine Abschrift des Protokolls benötigen, ist dies zu vermerken. Die
Eltern bzw. Sorgeberechtigten können auf Anfrage eine Durchschrift
erhalten.
Es wird empfohlen, dass IFD und Schule die Sitzung gemeinsam reflektieren (was
muss veranlasst werden, was war gut und sollte beibehalten werden, was kann
verbessert werden).
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
Die Zielsetzung der zweiten BWK im Bildungsgang ganzheitliche
Entwicklung an Förderschulen
Die zweite BWK dient der Sicherung der Nachhaltigkeit der in der ersten BWK
vereinbarten Aktivitäten. Die Zusammenarbeit der Kostenträger (insbes. BA,
örtlicher Träger und InA) unter Einbeziehung der Betroffenen hat zum Ziel, jungen
Menschen mit Behinderungen eine dauerhafte Beschäftigung auf dem ersten
Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Dabei ist die einzelfallbezogene Berufswegeplanung
notwendig. Die Kostenträger stimmen gemeinsam mit dem IFD im Rahmen ihrer
Zuständigkeiten die Leistungen für die jungen Menschen ab. Abschließend erfolgt
eine Empfehlung an die Sozialleistungsträger.
Zweite BWK
Die zweite BWK findet im letzten Schuljahr (12. Klasse, 3. Jahr der Werkstufe) mit
dem benannten Personenkreis statt.
Ablauf:
1. Schulleitung lädt IFD, örtlichen Träger (Kommune), Arbeitsagentur
(Teilnahme verpflichtend), Eltern bzw. Sorgeberechtigte (Teilnahme optional)
und den betreffenden Schüler bzw. die betreffende Schülerin ein.
2. IFD setzt sich mit der Schulleitung in Verbindung, informiert sich zu den zu
besprechenden Schülern und Schülerinnen, die er ggf. noch nicht kennt und
bespricht den Ablauf der BWK mit der Schulleitung.
3. In der BWK werden die Interessen und Fähigkeiten des Schülers bzw. der
Schülerin und die Möglichkeiten seines bzw. ihres zukünftigen schulischen
oder beruflichen Werdegangs besprochen. Zudem wird geklärt, was dafür
weiter zu veranlassen ist (z.B. Praktikum) und durch wen. Die Stärken und
Einschränkungen des Schülers bzw. der Schülerin sind unbedingt zu
berücksichtigen.
4. Zu diesem Zeitpunkt hat sich in der Regel die Arbeitsagentur bereits mit den
zu besprechenden Schülern und Schülerinnen in Verbindung gesetzt.
Gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen hat sie inzwischen geklärt,
welche Arbeitsanforderungen erfüllt sein müssen und die Ressourcen und
Fähigkeiten der jeweiligen Schüler und Schülerinnen analysiert. Aufgrund
der gewonnenen Erkenntnisse und vorliegenden Ergebnisse kann sie
verschiedene Maßnahmen vorschlagen.
5. IFD moderiert und leitet die Sitzung.
6. Die Schulleitung lässt das Protokoll fertigen.
7. Das Protokoll
• fasst die Ergebnisse der BWK zusammen,
• empfiehlt die zwischen den Kostenträgern abgestimmten Maßnahmen,
• hält fest, welche weiteren Schritte erfolgen sollen und durch wen,
• beinhaltet die Einwilligung der Schülerin bzw. des Schülers und ggf. der
Eltern bzw. Sorgeberechtigte zur Weitergabe der Sozialdaten an den
oder die Kostenträger und ggf. an den Leistungserbringer oder
Maßnahmeträger bzw. bzgl. des Datenschutzes (Unterschriften) und
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
• enthält ggf. den Termin für die nächste BWK.
8. Das Protokoll ist von den Kostenträgern zu unterschreiben.
9. Die Schule stellt das Protokoll allen Kostenträgern zur Verfügung. Sofern
Andere eine Abschrift des Protokolls benötigen, ist dies zu vermerken. Die
Eltern bzw. Sorgeberechtigten können auf Anfrage eine Durchschrift
erhalten.
Zu diesem Zeitpunkt sind u.a. folgende Empfehlungen im Protokoll denkbar:
•
•
•
•
•
•
•
•
Besuch einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule,
Besuch
einer
berufsbildenden
Schule
(Berufsvorbereitungsjahr,
Berufsfachschule),
Beginn und Abschluss einer Ausbildung (anerkannte Ausbildungsberufe,
Helfer- und Werkerberufe),
Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit,
Teilnahme an einer Berufsvorbereitungsmaßnahme (Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahme, spezielle Grundausbildung, Qualifizierung in einem
Integrationsprojekt),
Teilnahme an einer Maßnahme im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung
(Individuelle betriebliche Qualifizierung),
Ausbildung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im
Berufsbildungsbereich (BB) mit dem Ziel des anschließenden Wechsels in
den Arbeitsbereich (AB),
Kontaktaufnahme mit der Agentur für Arbeit.
Es wird empfohlen, dass IFD und Schule die Sitzung gemeinsam reflektieren (was
muss veranlasst werden, was war gut und sollte beibehalten werden, was kann
verbessert werden).
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
Die
Berufswegekonferenz
im
Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) an der Berufsbildenden
Schule (BBS)
Der Personenkreis
Die BWK ist für alle Schülerinnen und Schüler mit Behinderung geeignet, die
Potential erkennen lassen, um eine Beschäftigung auf dem allgemeinen
Arbeitsmarkt aufzunehmen.
Für die Teilnahme des IFD an der der BWK ist eine Begleitung des Schülers bzw.
der Schülerin durch den IFD zum Zeitpunkt der BWK zwingend erforderlich.
Die Zielsetzung der Berufswegekonferenz (BWK) an der BBS
Die BWK an der BBS dient der Sicherung der Nachhaltigkeit der in der
Netzwerkkonferenz vereinbarten Aktivitäten. Die Zusammenarbeit der Kostenträger
(insbes. BA, örtlicher Träger und InA) unter Einbeziehung der Betroffenen hat das
Ziel, junge Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu
beschäftigen. Die Leistungen sollen junge Menschen dabei unterstützen langfristig
auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung zu finden. Daher ist es notwendig,
eine einzelfallbezogene Berufswegeplanung zu erstellen. Die Kostenträger und der
IFD stimmen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die Leistungen für die jungen
Menschen ab. Abschließend folgt eine Empfehlung an die Sozialleistungsträger.
Die BWK an der BBS
Die BWK findet ca. 3 Monate vor Ende des BVJ statt.
Ablauf:
1. Schulleitung lädt IFD, ggf. örtlichen Träger (Kommune), Arbeitsagentur
(Teilnahme verpflichtend), Eltern bzw. Sorgeberechtigte (Teilnahme optional)
und den betreffenden Schüler bzw. die betreffende Schülerin ein.
2. IFD setzt sich mit der Schulleitung in Verbindung und bespricht den Ablauf
der BWK mit dieser.
3. In der BWK werden die Interessen und Fähigkeiten des Schülers bzw. der
Schülerin und die Möglichkeiten seines bzw. ihres zukünftigen schulischen
oder beruflichen Werdegangs besprochen. Zudem wird geklärt, was dafür
weiter zu veranlassen ist (z.B. Praktikum) und durch wen. Die Stärken und
Einschränkungen des Schülers bzw. der Schülerin sind unbedingt zu
berücksichtigen.
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
Seite 6 von 7
Anlage (1) der Anlage 2 (Konzept IFD-ÜSB/BOM)
4. Zu diesem Zeitpunkt hat sich in der Regel die Arbeitsagentur bereits mit den
zu besprechenden Schülern und Schülerinnen in Verbindung gesetzt.
Gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen hat sie inzwischen geklärt,
welche Arbeitsanforderungen erfüllt sein müssen und die Ressourcen und
Fähigkeiten der jeweiligen Schüler und Schülerinnen analysiert. Aufgrund
der gewonnenen Erkenntnisse und vorliegenden Ergebnisse kann sie
verschiedene Maßnahmen vorschlagen.
5. IFD moderiert und leitet die Sitzung.
6. Die Schulleitung lässt das Protokoll fertigen.
7. Das Protokoll
• fasst die Ergebnisse der BWK zusammen,
• empfiehlt die zwischen den Kostenträgern abgestimmten Maßnahmen,
• hält fest, welche weiteren Schritte erfolgen sollen und durch wen,
• beinhaltet die Einwilligung des Schülers bzw. der Schülerin und ggf. der
Eltern bzw. Sorgeberechtigte zur Weitergabe der Sozialdaten an den
oder die Kostenträger und ggf. an den Leistungserbringer oder
Maßnahmeträger bzw. bzgl. des Datenschutzes (Unterschriften) und
• enthält ggf. den Termin für die nächste BWK.
8. Das Protokoll ist von den Kostenträgern zu unterschreiben.
9. Die Schule stellt das Protokoll allen Kostenträgern zur Verfügung. Sofern
Andere eine Abschrift des Protokolls benötigen, ist dies zu vermerken. Die
Eltern bzw. Sorgeberechtigten können auf Anfrage eine Durchschrift
erhalten.
U.a. sind folgende Empfehlungen im Protokoll denkbar:
•
•
•
•
•
Beginn und Abschluss einer Ausbildung (anerkannte Ausbildungsberufe,
Helfer- und Werkerberufe),
Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit,
Teilnahme an einer Berufsvorbereitungsmaßnahme (Berufsvorbereitende
Bildungsmaßnahme, spezielle Grundausbildung, Qualifizierung in einem
Integrationsprojekt),
Teilnahme an einer Maßnahme im Rahmen der Unterstützten Beschäftigung
(Individuelle betriebliche Qualifizierung),
Ausbildung in einer Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im
Berufsbildungsbereich (BB) mit dem Ziel des anschließenden Wechsels in
den Arbeitsbereich (AB).
Es wird empfohlen, dass IFD und BBS die Sitzung gemeinsam reflektieren (was
muss veranlasst werden, was war gut und sollte beibehalten werden, was kann
verbessert werden).
IFD-ÜSB-BOM / Konzept BWK (Stand: 06/2014)
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