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Frage 1: Wie groß ist die jährliche, durch den - Gegen Tempo 80

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Frage 1:
Wie groß ist die jährliche, durch den technischen Fortschritt bedingte NOX-Reduktion?
Wie ist die diesbezügliche Prognose für die Zukunft?
Unter der Annahme, dass die neue EURO6 Abgasnorm für Diesel-PKWs das bringt, was diese
verspricht, sollten sich die Emissionsfaktoren für NOX in den nächsten Jahren gemäß HBEFA 3.1
stufenweise reduzieren. Erste Abgasmessungen bei neuen EURO6 Diesel-PKWs zeigen zwar eine
Verbesserung gegenüber EURO5, die NOX-Emissionsfaktoren liegen aber noch deutlich über den
Grenzwerten der EURO6 Norm. (Diese liegt bei 0,08 g/km, die Messergebnisse, siehe Tabelle, bei
0,45 g/km, also um das fünffache darüber). Belastbare Aussagen über die durch den technischen
Fortschritt bedingte NOX-Reduktion bei Diesel-PKW können daher erst getroffen werden, wenn eine
genügende große Anzahl von EURO6 Fahrzeugen in realen Fahrzyklen getestet werden konnte.
Weiters spielt die zukünftige Verkehrsentwicklung sowie die Geschwindigkeit der Flottenumstellung
auf EURO6 Fahrzeuge eine große Rolle.
Quelle: Fachtagung Luftreinhalteplanung Augsburg, 23.10.2012, Tagungsband
Dazu kommt, dass der Verkehr jährlich zunimmt, und also die Zahl der Emittenten. Ebenso hat sich
mit der Flottenerneuerung und dem erhöhten Anteil an Diesel PKW mit Partikelfiltern der
Primärausstoß von Stickstoffdioxid, dem für die Gesundheit bedeutendsten Teil, wesentlich erhöht
(auf derzeit 50 bis 60%). Kurz: Es wird selbst im günstigsten Verlauf der technischen Entwicklung
noch Jahre dauern, bis der gewünschte Effekt eintritt. Die NOx-Belastung muss aber jetzt gesenkt
werden.
Frage 2:
Was sagen Sie dazu
Für Stickstoffdioxid gibt es zwei unterschiedliche Grenzwerte, die von Medizinern (WHO, ÖAW)
festgelegt wurden. Die Grenzwerte werden also nicht von Technikern festgelegt (oder durch eine von
ihnen zitierte „Abgasgesetzgebung“), sondern dienen dem Schutz der menschlichen Gesundheit.
Der Kurzeitgrenzwert (Halbstundenwert von 200 µg/m³, nicht 220, wie von Ihnen irrtümlich
angegeben) wurde in den letzten Jahren nur noch selten überschritten und stellt somit nicht das
vordringliche Problem dar. Die Langzeitbelastung mit NO2 (Jahresgrenzwert von 30+5 (35) µg/m³)
hingegen ist an verkehrsbelasteten Standorten ein großes Problem. Epidemiologische Studien zeigen
einen signifikanten Zusammenhang zwischen Gesundheit und Schadstoffbelastung. So wurden zum
Beispiel in der AUPHEP Studie eindeutige Zusammenhänge zwischen der Langzeitbelastung mit
Stickstoffdioxid und der Häufigkeit von Asthma an der Westautobahn (Niederösterreich) aufgezeigt.
Die Asthmahäufigkeit in den Orten der höchsten Stickstoffdioxid-Belastung war dabei um das
Fünffache erhöht. Unzählige andere nationale und internationale Studien zeigen dieselben
Zusammenhänge.
Frage 3:
Werden Sie dafür sorgen, dass diese Informationen zukünftigen Berichten angehängt sind?
Bitte übermitteln Sie uns die geforderten Informationen zum aktuellen Tempo 80 Bericht.
Der Bericht der Fa. Ökoscience steht auf der Homepage des Landes:
http://www.salzburg.gv.at/be_sze_a10_2010-2015.pdf
Sind Sie damit einverstanden oder drücken Sie Tempo 80 einfach durch?
Es verwundert mich, dass „Gegen Tempo80“ gegen Bürgergespräche ist. Ich halte
BürgerInnengespräche für wichtig und sinnvoll, um über die geplante Maßnahme zu informieren.
Den 3-monatigen Testbetrieb wird es geben, danach werden die Ergebnisse evaluiert.
Frage 4:
Warum wurde die neue Messstelle als einzige Messstelle nicht nach dem neuen System benannt?
Dient die systemwidrige Benennung der Messstelle der leichteren politischen Durchsetzbarkeit von
Tempo 80?
Wird eine Umbenennung entsprechend dem bisherigen System, also korrekt in “Wals /
Siezenheim” erfolgen?
Laut Wikipedia wird als Stadtautobahn eine Autobahn oder Schnellstraße bezeichnet, die innerhalb
einer Ortslage (und nicht wie von Ihnen zitiert „Stadt“) verläuft und überwiegend von städtischem
Verkehr genutzt wird. Weiters unterscheidet sich eine Stadtautobahn von Überland-Autobahnen in
verschiedenen Punkten. So ist z.B. ist der Abstand zwischen den Anschlussstellen an einer
Stadtautobahn wesentlich kürzer als von Überland-Autobahnen. Auf der Salzburger Stadtautobahn
befindet sich alle zwei bis drei Kilometer eine Ab- bzw. Auffahrt. Eine Umbenennung der Messstelle
ist daher nicht vorgesehen.
Frage 5:
Veröffentlichen Sie bitte ein hochauflösendes Bild der Originalgrafik
Veröffentlichen Sie bitte die exakte Berechnung der betroffenen Bevölkerung wie bisher
durchgeführt.
Wie wirkt sich oben aufgezeigte Ungereimtheit auf die Zahl der betroffenen Bevölkerung aus?
Wie ist die Situation in Liefering wirklich?
Danke für diesen Hinweis. Die Auswertung wurde der GIS-Stelle zur Aktualisierung übermittelt.
Es sind nun 2.851 betroffene Anrainer im 200-Meter-Korridor.
Frage 6:
Warum wurden die Passivsammler bisher nicht erwähnt?
Welche Auswirkungen hat eine Einbeziehung der Passivsammler auf den Tempo-80-Bericht?
Welche Gründe führen zur Grenzwertüberschreitung beim Passivsammler Eichpointweg?
Warum werden die Grenzwerte bei den anderen Passivsammlern nicht überschritten?
Passivsammler sind eine kostengünstige und einfache Messmethode, mit der die Langzeitbelastung
von Stickstoffdioxid gemessen werden kann und dienen der orientierenden Messung. Alle Messwerte
wurden im Jahresbericht veröffentlicht. Die Einbeziehung der Passivsammler auf den Tempo-80Bericht hat keinerlei Auswirkungen auf die grundsätzliche Aussage von NO2-Überschreitungen
entlang von Autobahnen. So zeigen auch die autobahnnahen Passivsammler in Kuchl-Garnei und in
Hallein mit Werten um die 50 µg/m³ deutliche Überschreitungen des Langzeitgrenzwertes für NO2.
Durch standortspezifische Gegebenheiten können natürlich kleinräumig niedrigere
Schadstoffbelastungen auftreten. So liegt zum Beispiel der Passivsammler am Treppelweg ca. 20
Meter tiefer als die Autobahn und direkt an der Salzach, die für eine gute Durchlüftung und damit
Verdünnung der Schadstoffe sorgt. Der Standort Plainwiesenweg liegt vom Niveau her deutlich unter
der Autobahn wodurch sich die Schadstoffe gegenüber ebenem Gelände anders ausbreiten und
stärker verdünnen. Der Eichpointweg kann mit den Standorten Kuchl-Garnei und Hallein verglichen
werden, wo die Überschreitungen von den Fahrzeugen auf der Autobahn kommen.
Frage 7:
Wie wirkt sich die Aufnahme der Messwerte der Passivsammler in den Tempo 80 Bericht auf die
Abbildung 2 aus?
Warum wurden nur Passivsammler mit Grenzwertüberschreitungen in die übersendete Grafik
aufgenommen?
Als Eingangsparameter für die Ausbreitungskarten werden die jeweiligen Einzelemissionen
(Straßenverkehr, Industrie, Haushalte, etc.) des Emissionskatasters herangezogen. Diese
Einzelemissionen (Punkt-, Linien- und Flächenquellen) werden mittels „Langrange´sches
Partikelmodell“ und einem Windfeld flächenhaft modelliert. Die Messwerte der Passivsammler
dienen der Überprüfung der Ausbreitungskarten und haben damit keinen Einfluss auf die
Ausbreitungskarten. Wie unter Pkt. 6 schon erwähnt können durch standortspezifische
Gegebenheiten kleinräumige Unterscheide auftreten, die vom Modell nicht erfasst werden.
Frage 8:
Wie hoch sind die NOX Emissionen an den aufgezählten Straßen im unmittelbaren Nahebereich der
Autobahn?
Wie wirken sich die NOX Emissionen von diesen Straßen auf die autobahnnahe NOx-Belastung aus?
Die Aussage „Der wahre NOX-Erzeuger ist also der Stop & Go-Verkehr“ stimmt nur bedingt aus
folgenden Gründen:
1. Stop & Go Fahrsituationen herrschen nur wenige Stunden am Tag
2. Stop & Go Fahrsituationen sind meist nur in eine Fahrtrichtung (Morgens Pendlerverkehr in
die Stadt, abends andere Richtung)
3. Zum überwiegenden Teil der Zeit herrscht dichter bis flüssiger Verkehr
4. Die Emissionsfaktoren für dichten oder flüssigen Verkehr sind wiederum deutlich niedriger
als die Emissionsfaktoren für die Autobahn
5. Auf der Autobahn herrscht 100% der Zeit Tempo 100
Ein Vergleich:
Die NOX-Emissionen der Autobahn im Bereich Liefering belaufen sich laut Emissionskataster auf ca.
2.500 g/km*h. Die Münchner Bundestrasse kommt auf 720 g/km*h.
Frage 9:
Ist die neue Messstelle Wals / Siezenheim vulgo Stadtautobahn A1 geeignet, um tatsächlich die
reinen Autobahn-Emissionen zu messen?
Welche anderen NOX-Quellen werden dort mitgemessen und wie sind diese zu gewichten?
Die neue Messstelle „Stadtautobahn A1“ entspricht den Standortkriterien für verkehrsnahe
Messungen, die einen Abstand von höchstens 10 m zum Fahrbahnrand vorsieht. Natürlich werden an
diesem Standort aber auch die Emissionen anderer Straßen mitgemessen. Emissionen aus anderen
Bereichen (Industrie, Flugzeuge, etc.) spielen dort nur eine untergeordnete Rolle und liegen im
Nahbereich der Autobahn bei einigen wenigen Prozenten.
Frage 10:
Wie wird aus viel weniger plötzlich viel mehr?
Der Evaluierungsbericht des flexiblen Tempolimits auf der A10 zwischen Salzburg und Golling von
Mai 2011 bis April 2012 bescheinigt dem flexiblen Tempolimit eine NOX-Reduktion von 6-7%. Diese
Aussage beruht auf den tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten in der Situation, dass ein Wechsel
der Geschwindigkeiten am gleichen Abschnitt mittels VBA gesteuert wird:
Tempolimit
Leichtverkehr
Leichtverkehr
6-22 Uhr
22-6
Mit IG-L Schaltung (100 km/h)
103,6 km/h
103,3 km/h
Ohne IG-L Schaltung (130
km/h)
113,9 km/h
108,7 km/h
Es kann davon ausgegangen werden, dass die relativ tiefe ‘Tempo130‘-Geschwindigkeit (113.9 km/h)
auch mit dem Vorhandensein der VBA und den damit verbundenen Kontrollen zu tun hat. Dies
bestätigt sich durch zahlreiche Rückmeldungen, dass Autofahrer nicht genau wissen, ob Tempo 100
geschaltet ist und daher vorsichtiger fahren bzw. von vornherein den Tempomaten auf ca. 100
einstellen. Für die frühere Situation (vor Einführung von Tempo100-Limits) wird für die A10 bei
Hallein von einer ‘Tempo130‘-Geschwindigkeit von tagsüber 123 km/h ausgegangen, was als typisch
für eine Überlandautobahn ohne VBA gelten kann. Hier ergibt sich eine Reduktion von -19,5% bei
den NOX-Emissionen (Quelle: Evaluierungsbericht, Seite 35).
Ein Vergleich der Wirkung der VBA an der Tauernautobahn mit den dem geplanten Tempo80 ist also
nur mit der früheren Situation (Kapitel 6.3.2) möglich! Wenn sie den ganzen Bericht gelesen hätten,
wäre Ihnen das sicherlich aufgefallen.
Frage 11:
Wie hoch ist die jährliche NOx-Reduktion aufgrund des technischen Fortschrittes und der
schrittweisen jährlichen Erneuerung der Fahrzeugflotten?
Siehe Frage 1
Frage 12:
Welche NOx-Reduktionen sind durch Euro 6 zu erwarten?
Welche Auswirkungen hätte die Einbeziehung der Euro 6 Norm in den Tempo 80 Bericht?
Siehe Frage 1
Frage 13:
Wie hoch wird der Ausweichverkehr aufgrund von Tempo 80 durch die Innenstadt sein?
Es wird davon ausgegangen, dass es keinen Ausweichverkehr wegen einer Minute Zeitverzögerung
geben wird. Dies wäre allein schon widersinnig, da allein Wartezeiten an Ampeln – geschweige denn
im Stau – ganz andere Verzögerungen bewirken.
Frage 14:
Wozu das Ganze?
Geht es nur um die Millionenzuschüsse für das Budget aus den Radarstrafen?
Wie hoch sind die Einnahmen aus den IG-L 100 Radarstrafen?
Wie hoch werden die Einnahmen aus den IG-L 80 Radarstrafen veranschlagt?
Es geht wie gesagt um den Schutz der betroffenen AnrainerInnen und nicht um eine Schikane für die
AutofahrerInnen. Die Einnahmen aus den IG-L Strafen sind für Umweltschutzmaßnahmen
zweckgebunden (z.B. 20% Förderung für Jahreskarten, Förderung von Hybrid-, Elektro- sowie
Erdgasfahrzeugen, Maßnahmen an Wärmeenergieversorgern im Wohnungsbereich, der Industrie
etc). Die Strafeinnahmen aus der IG-L Geschwindigkeitsbeschränkung an der A10 belaufen sich pro
Jahr auf etwa 2 Millionen Euro.
Frage 15:
Wie ist das mit den angeblich drohenden EU-Strafzahlungen wirklich?
Grenzwertüberschreitungen treten im Salzburger Zentralraum an stark verkehrsbelasteten
Standorten, insbesondere den Autobahnen auf. Die Grenzwerte für Stickstoffdioxid hätten im Jahr
2010 laut EU-Richtlinie eingehalten werden müssen. Dem Ansuchen um Fristerstreckung wurde dem
Land Salzburg von der EU-Kommission nicht stattgegeben. Die EU-Kommission stellte in Ihrem
Antwortschreiben klar, dass die bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen und weitere
Maßnahmen erwartet werden, damit spätestens bis zum Jahr 2015 die Grenzwerte eingehalten
werden.
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