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E-Commerce einführen – aber wie?

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Ausgabe 03/2000
SCHWERPUNKT
HINTERGRUND
MEINUNG
PRAXIS & TECHNIK
E-Commerce einführen –
aber wie? Woran Sie bei
den wichtigsten EC-Anwendungen denken sollten.
Eine Übersicht.
Regierung und Wirtschaft
wach geküsst: Die Initiative
D21. Damit Deutschland das
E-Commerce-Land Nummer
eins in Europa wird.
E-Mails zum zweiten
Frühstück: Erfahrungen mit
der E-Commerce-Einführung
von Dr. Dietrich Brügelmann.
Wie teuer sind E-CommerceLösungen eigentlich? Eine
Untersuchung der Kasseler
TechConsult GmbH im Auftrag
von IBM und der Zeitschrift
Impulse.
Seite 1
Seite 2
Seite 9
Seite 10
E-Commerce
einführen –
aber wie?
Ob E-Mail, Internet-Präsentation oder OnlineVerkauf: Die Einführung von E-Commerce-Anwendungen im Unternehmen bringt eine Reihe
von Aufgaben mit sich. Woran Sie bei den wichtigsten EC-Anwendungen denken sollten, dazu
hier eine Übersicht. Detaillierte Informationen
zu diesen Anwendungen werden die nächsten
e-f@cts-Ausgaben liefern.
Mitarbeiter mit einbeziehen und schulen
Für alle „Nicht-Einzelkämpfer“: Die Arbeit am PC
werden vor allem Ihre Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter erledigen müssen. Beziehen Sie diese
daher auch möglichst früh in die Planung mit
ein. Auf diese Weise identifizieren sie sich frühzeitig mit neuen Aufgaben und der dazu gehörigen Technik.
Für einen erfolgreichen Einsatz von E-Commerce-Anwendungen im Unternehmen müssen Sie
und Ihre Mitarbeiter außerdem ausreichend qualifiziert sein. Da es sich für die meisten Beteilig-
1
ten um ein neues Aufgabengebiet handelt, müssen sie die erforderlichen Fertigkeiten und Techniken lernen. Dazu gehört auch ein gewisses Hintergrundwissen, wie z.B. zur Funktionsweise des
Web oder Aufgabe der Provider (s. E-CommerceABC). Anbieter von Schulungen und Seminaren
sind die Kompetenzzentren für den Elektronischen Geschäftsverkehr (Adressen: www.ecnet.de). Zudem empfiehlt es sich, auch bei Weiterbildungsträgern vor Ort (Kammern, Verbände, Volkshochschule) und Ihrem Hardware-Lieferanten nachzufragen. Kosten für einen externen
Referenten: ca. 1.500 DM/Tag.
Schritt für Schritt vorgehen
Stellen Sie zunächst fest, welche E-CommerceAnwendungen für Sie sinnvoll sind (s. dazu ef@cts 2). Wenn Sie wissen, welche Anwendung
Sie einführen wollen: Gehen Sie Schritt für
Schritt vor. Machen Sie eine genaue Zeitplanung.
weiter auf Seite 3
Hintergrund
Ausgabe 03/2000
Regierung und
Wirtschaft wach
geküsst
INHALT:
Schwerpunkt
E-Commerce einführen –
aber wie? Woran Sie bei den
wichtigsten EC-Anwendungen denken sollten. Eine
Übersicht.
Seite 1
Hintergrund
Regierung und Wirtschaft
wach geküsst: Die Initiative
D21. Damit Deutschland das
E-Commerce-Land Nummer
eins in Europa wird.
Seite 2
E-Commerce-ABC
Seite 6
Meinung
E-Mails zum zweiten Frühstück: Erfahrungen mit der
E-Commerce-Einführung von
Dr. Dietrich Brügelmann.
Seite 9
Praxis&Technik
Wie teuer sind E-CommerceLösungen eigentlich? Eine
Untersuchung der Kasseler
TechConsult GmbH im
Auftrag von IBM und der
Zeitschrift Impulse.
Seite 10
Nachrichten
Seite 11
Service
Veranstaltungen
Informationen
Literaturtipps
Ratgeber
Seite 12
Gespräch mit Erwin
Staudt, Vorsitzender
der Initiative D21 und
Vorsitzender der
Geschäftsführung der
IBM Deutschland GmbH
e-f@cts: Was ist die Initiative D21?
Welche Ziele hat sie?
men Frauen für IT-Ausbildungsberufe gewinnen
wollen.
Staudt: D21 ist eine Initiative von Unternehmen
in Deutschland. Für unseren Beirat konnten wir
zahlreiche namhafte Persönlichkeiten gewinnen,
an der Spitze Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Die Initiative ist vor etwa einem Jahr von 23
Gründungsunternehmen aus der Taufe gehoben
worden und hat inzwischen 105 Mitgliederfirmen, über 100 Förderer und Unterstützer. Unser
Ziel ist, den Wandel von der Industrie- zur Informationsgesellschaft in Deutschland zu beschleunigen. Das ist dringend nötig: Wir müssen nämlich einen Rückstand Deutschlands im Vergleich
zu anderen Ländern aufholen, um die Chancen
der Informationsgesellschaft wirklich nutzen zu
können, also mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr
Wachstum und Beschäftigung. Salopp gesagt:
D21, das ist das Bündnis für mehr Tempo für
Deutschland.de. Damit Deutschland das E-Commerce-Land Nummer eins in Europa wird.
e-f@cts: Was tut die Initiative D21 für Unternehmen
und Existenzgründer, die E-Commerce-Anwendungen nutzen wollen?
ef@cts: Was sind die konkreten Aktionen der
Initiative D21?
Staudt: Im Mittelpunkt steht die Bildungsarbeit.
Im „Ambassador“-Programm haben sich z.B.
rund 1.800 Mitarbeiter unserer Mitgliedsfirmen
als Botschafter gemeldet, um an Schulen über
die neuen IT-Berufe zu informieren. Wenn die
Green Card ausläuft, sind unsere „D21-Fachleute“
mit ihrer Ausbildung fertig. Oder nehmen Sie
das Programm „Internet-Klassenzimmer“: Hier
gibt allein das Mitgliedsunternehmen Hewlett
Packard jährlich rund fünf Mio. DM für die Ausstattung von Schulen mit PCs aus. Die Deutsche
Telekom hat 5.000 Schulen mit insgesamt 20.000
Computern versorgt. Und eine ganze Reihe von
Firmen der Initiative hat im letzten Jahr Förderprogramme aufgelegt, von verbilligter Bildungssoftware wie z.B. Microsoft, Lehrerfortbildung
von Intel bis zum freien Internet für Lehrer von
AOL etc.
Außerdem werben wir um Frauen als IT-Nachwuchskräfte. Wie Sie wissen, haben wir in
Deutschland nur einen sehr geringen Anteil von
jungen Frauen, die Berufe oder Studiengänge
der Informationstechnologie wählen. In dem
Projekt "Idee_IT" haben sich 25 Unternehmen zusammengefunden, die durch gezielte Maßnah-
2
Staudt: Wir wollen dafür vor allem die richtigen
Weichen stellen, so schnell wie möglich die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Es
darf nicht geschehen, dass z.B. der Ordnungsrahmen für den Handel einfach auf den elektronischen Handel übertragen wird und das junge
Pflänzchen E-Commerce im Keim erstickt wird.
Stichwort: Rabattgesetz. Oder denken Sie an die
Überlegungen, die private Nutzung des Internets
am Arbeitsplatz zu besteuern. Wir wollen die
Mitarbeiter ermutigen, das Internet zu nutzen.
Nicht umgekehrt.
e-f@cts: Welche Erfolge und Ergebnisse sind bisher
zu verzeichnen? Welche Defizite?
Staudt: Das wichtigste Ergebnis ist, dass Deutschland „wach geküsst“ worden ist und die Informationsgesellschaft als Chance für seine Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit sieht. Dazu
hat nicht zuletzt die Entwicklung der Green
Card-Regelung und die längst überfällige
Diskussion über die Internationalisierung in
Deutschland beigetragen. An beiden war die
D21-Initiative entscheidend beteiligt. Inzwischen
ist allen klar, dass wir in Bildung investieren müssen, dass Verwaltung und Politik nicht nur über
das Internet reden kann, sondern es anwenden
muss und dass wir mehr Frauen in den Berufen
der Informationstechnologie brauchen. Das ist
gut so, aber es reicht noch nicht. Wir haben z.B.
immer noch nicht genügend Sponsoren für die
Ausstattung der Schulen gewinnen können. Hier
sind alle Unternehmen aufgefordert, mehr zu
tun.
e-f@cts: Wie können sich Unternehmen in der
Initiative D21 engagieren?
Staudt: Wer sich z.B. zu Hause vor Ort engagieren will, kann das als „Ambassador“ tun, als „ITSachverständiger“, der in die Schulen geht. Oder
als Coach und „Pate“ für Start-up Unternehmen.
Da gibt es viele Möglichkeiten.
Informationen: www.initiatived21.de
Schwerpunkt
E-Commerce
einführen –
aber wie?
Fortsetzung von Seite 1
Überlegen Sie sich, wie viel Geld Sie investieren
wollen oder können. Richten Sie womöglich eine
Projektgruppe ein. Diese Gruppe sollte für jede
angepeilte E-Commerce-Anwendung ermitteln,
1. welche Ziele damit verfolgt werden sollen,
2. welche Qualifikationen die Mitarbeiter benötigen (qualifikatorische Anforderungen),
3. welche organisatorischen Umgestaltungen
eventuell notwendig werden (organisatorische Anforderungen),
4. welche Hard- und Software benötigt wird
und welche sicherheitstechnischen Maßnahmen ergriffen werden müssen (technische
Anforderungen).
Für Sicherheit sorgen
Das Senden und Empfangen von E-Mails sowie
Downloads bei der Internetnutzung sind mit Sicherheitsrisiken verbunden. Sie können „Viren“
und „Trojanische Pferde“ enthalten (Programme,
die dann geheime Informationen, z.B. Ihre Passwörter, ausspionieren und selbsttätig an einen
unbefugten Empfänger übermitteln). Darum
sollte jeder E-Mail- und Online-Arbeitsplatz mit
einer Antivirus-Software ausgestattet sein. Diese
Virensoftware sollte stets als neueste Version (Update) in den Rechnern geladen sein, da immer
wieder neue „Viren“ auftauchen. Sie überprüft
jede E-Mail und Downloads aus dem Internet automatisch. Übersicht und Kosten von Virenprogrammen: s. www.sicherheit-im-internet.de.
Machen Sie dabei keine „halben Sachen“. So
kann möglicherweise ein Internetauftritt ohne
attraktive, regelmäßig aktualisierte Inhalte und
ohne Interaktion mit den potenziellen Kunden
schädlicher für das Image Ihres Unternehmens
sein als gar kein Internetauftritt.
Keine „halben Sachen“:
Lieber gar kein Internetauftritt als ein unattraktiver,
nicht aktueller Internetauftritt.
Hilfe für den E-Commerce-Start suchen
Wenden Sie sich für eine Erstberatung an ein
Kompetenzzentrum für den Elektronischen Geschäftsverkehr oder Ihre IHK. Details für Ihr
Unternehmen sollten Sie mit Fachleuten aus
Internet- oder Multimedia-Agenturen sowie Unternehmensberatungen klären. Hilfreich kann
auch eine Werbeagentur sein, die sich mit dem
Thema „Internet“ auskennt. Bei der Suche nach
Agenturen hilft: zdnet.de/internet. Fragen Sie
auch Geschäftspartner, die schon EC-Erfahrungen gesammelt haben. Häufig kann Ihnen auch
Ihre Print-Werbeagentur Experten empfehlen.
Wenn Sie die Qual der Wahl einer Internet-Agentur haben: Es empfiehlt sich, Angebote und Leistungen zu vergleichen. Erste Anhaltspunkte geben die Webseiten der Agenturen selbst. Inhalt,
Aufbau und Gestaltung sagen schon sehr viel
über deren Kompetenz aus. Sprechen Sie diese
Seiten an? Finden Sie sich zurecht? Außerdem
sollten im Agenturangebot Referenzkunden angegeben sein, deren Seiten man sich ebenfalls
zunächst kritisch ansehen sollte. Wichtig: Für
den Start eine Web-Agentur in der Nähe suchen,
da hier viel persönlicher Kontakt für Planung
und Abstimmungen notwendig ist.
3
Schwerpunkt
Ausgabe 03/2000
E-Commerce
einführen –
aber wie?
Fortsetzung von Seite 3
Tipps zur
Einrichtung Ihrer
E-CommercePräsentation:
Testen Sie Ihre InternetPräsentation im eigenen
Unternehmen! Einiges können Sie selbst übernehmen,
anderes muss Ihre InternetAgentur erledigen. Auf folgende Punkte sollte Sie
achten:
• Nutzer-Pre-Test: Lassen Sie
zunächst Unbeteiligte, z.B.
Geschäftsfreunde, ausgewählte Kunden oder Mitarbeiter Ihre Seiten überprüfen. Sie sehen den InternetAuftritt mit den Augen unvoreingenommener Nutzer:
Finden sie die Seiten ansprechend, informativ, übersichtlich etc.?
• Test der Übertragungszeiten: Wie lange dauert es,
bis die einzelnen Seiten auf
dem Bildschirm vollständig
aufgebaut sind? Können
diese Zeiten den Nutzern
zugemutet werden (Kostenaspekt)?
Anwendungsbeispiel:
Internet zur Informationsbeschaffung
Ziel: Sie wollen Informationen aus dem Internet
gewinnen: z.B. für gezielte Markt-, Trend- und
Konkurrenzbeobachtungen, über Zulieferer, Angebote für Bürobedarf, Ausschreibungen, Zahlen
zu wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, Hinweise auf Veranstaltungen, Tipps
und Fakten zur Vorbereitung von Geschäftsreisen etc.
Qualifikatorische Anforderungen: Um die gewünschten Informationen auch möglichst
schnell zu finden, müssen Sie und Ihre Mitarbeiter für die Informationssuche im Internet „fit“
sein. Wo und wie findet man im Riesenangebot
des Web konkrete und zuverlässige Informationen? Wie „merkt“ man sich die Quellen?
Wichtig ist hier vor allem, Suchmaschinen,
Kataloge oder so genannte Newsgroups gezielt
zu nutzen.
Eine Schulung kann in Ihrem Betrieb (InhouseSchulung) entweder von einem externen Referenten oder von einem qualifizierten Mitarbeiter durchgeführt werden. Dauer: zumindest
einen halben Tag.
Organisatorische Anforderungen: Alle Mitarbeiter, für die eine Internetnutzung im Rahmen
ihrer Aufgaben sinnvoll ist, sollten über einen
Internetzugang an ihrem Arbeitsplatz verfügen.
Viele Unternehmen haben, um privates „Surfen“
im Internet zu verhindern, nur einen FirmenInternetzugang. Hier geht der Schuss nicht selten „nach hinten los“: Ein einziger Internetzugang an nur einem Rechner im Unternehmen
wird erfahrungsgemäß zu wenig genutzt.
Ein Router sorgt dafür, dass gleichzeitig von
mehreren Arbeitsplätzen im Internet recherchiert werden kann. Dieser Router ist bei fast
allen Hardwarelieferanten zu kaufen, die ihn
auch installieren. Kosten: ab 600 DM.
Technische Anforderungen: Auf allen InternetArbeitsplätzen muss ein Browser (z.B. Internet
Explorer oder Netscape Communicator) installiert sein. Der ist entweder Teil des Betriebssystems Ihres Computers oder in der Regel heute kostenlos als Download oder z.B. auf CDs von Computerzeitungen zu haben. Mit seiner Hilfe kann
man Internetseiten „lesen“. Das Tor zum Internet
selbst öffnen Online-Dienste wie T-Online, AOL,
Compuserve oder Germany-Net. Sie offerieren
darüber hinaus eine eigene E-Mail-Adresse, ggf.
auch eine eigene Homepage. Kontakt: Werbung,
Telekom-Läden. Außerdem bieten sie Homebanking, Reiseinformationen oder Nachrichten an.
Neben Online-Diensten gibt es so genannte
Access-Provider (z.B. Comundo, 12move, Uunet),
die in erster Linie die Verbindung ins Internet als
Dienstleistung anbieten. Kosten für Online-Dienste und Access-Provider: Grundgebühren (je nach
Anbieter verschieden, im Extremfall sogar kostenlos) sowie Leitungsgebühren abhängig von
der Nutzung. Ausnahme: unbeschränkte Nutzung bei monatlicher Pauschale (Flatrate). Auflistung aller Provider unter www.zdhnet.de;
www.heise.de)
Anwendungsbeispiel: E-Mail
Ziel: Sie wollen sowohl die interne als auch die
externe Kommunikation bei relativ geringem
Aufwand deutlich verbessern. Sowohl Kunden als
auch Lieferanten sollen die Möglichkeit nutzen,
in Ihrem Unternehmen elektronisch schneller
und kostengünstiger als auf herkömmlichen
Weg (Brief, Fax) zu kommunizieren.
Qualifikatorische Anforderungen: E-Mailen ist
nicht schwieriger als Faxen. Trotzdem müssen
Sie und Ihre Mitarbeiter in die Benutzung eines
E-Mail-Programms, dem Anlegen von Verteilerlisten, dem Versenden von Textdateien oder Grafiken und auch der automatischen Weiterleitung
von Mails an die Vertretung bei Urlaub oder
Dienstreise eingearbeitet werden.
Diese Schulung kann – wie beim Thema Internet
- in Ihrem Betrieb entweder von einem externen
Referenten oder von einem qualifizierten Mitarbeiter durchgeführt werden. Die Dauer ist abhängig von den genutzten Funktionen und beträgt ca. 1-2 Tage.
Organisatorische Anforderungen: Da E-Mails
in einem virtuellen „Briefkasten“ eintreffen,
muss dafür gesorgt werden, dass dieser mehrmals täglich „geleert“ wird. Dies wird von
„Greenhorns“ nicht selten zu Beginn vergessen.
Außerdem muss sicher gestellt sein, dass eingegangene E-Mails von den jeweiligen Empfängern auch sofort beantwortet werden. Der
Kunde erwartet bei einer E-Mail-Anfrage wie bei
einer telefonischen Anfrage eine „zeitnahe“ Antwort (im Gegensatz zu einer Anfrage mit der
normalen Post). Faustregel: bis 24 Stunden später = optimal; bis 48 Stunden = ausreichend; später als 48 Stunden = schlecht).
Technische Anforderungen: Eine E-Mail-Software gehört heute in der Regel zur Standardausstattung eines PCs, braucht also nicht eigens angeschafft werden. Wer E-Mails verschicken und
empfangen will, muss sich dafür bei einem
Online-Dienst oder Access-Provider (s. Anwendungsbeispiel: Internet zur Informationsbeschaffung) anmelden. Bei diesen technischen
Helfern befindet sich auch der virtuelle „Briefkasten“ für eingehende Mail-Post. Um diesen
„Briefkasten“ zu „leeren“, muss er jeweils angewählt und „gecheckt“ werden. Dies kostet Telefongebühren. Je mehr E-Mails Sie versenden
oder empfangen und je mehr Mitarbeiter durch
E-Mails kommunizieren, desto eher empfiehlt
sich für Betrieb und Verwaltung Ihrer elektronischen Post die Einrichtung eines eigenen E-MailServers im Unternehmen: ein Programm, das in
regelmäßigen Abständen automatisch im „Brief-
Tipps zur
Einrichtung Ihrer
E-CommercePräsentation:
• Test von „Nur-Text-Darstellung“: Bilder oder Grafiken sind speicherintensiv
und benötigen eine gewisse
Zeit, bis sie auf dem Bildschirm erscheinen. Um Nutzern lange Wartezeiten (und
damit nicht unerhebliche
Kosten) beim Bildaufbau zu
ersparen, besteht die Möglichkeit, Grafiken abzuschalten. Überprüfen Sie, ob dann
bei der reinen Textdarstellung ihre Informationen
weiterhin verständlich und
die Seiten noch "ansehnlich"
sind.
• Tests mit verschiedenen
Browsern: Liefern die gebräuchlichen Browser
(Netscape, Microsoft Explorer) die gewünschten Bilder
und Informationen ohne
Probleme oder kommt es zu
Störungen?
• Test der Links: Führen sie
auch wirklich dahin, wo sie
hinführen sollen (hier kann
es böse Überraschungen
geben)? Vor allem nach
Änderungen von Seiten bzw.
Inhalten: Laufen bisherige
Links nicht ins Leere?
4
5
Schwerpunkt
Ausgabe 03/2000
E-Commerce
einführen –
aber wie?
Fortsetzung von Seite 5
E-Commerce-ABC
Browser
Allgemeiner Begriff für Software, mit deren Hilfe im Internet gesucht und Inhalte
auf einem Monitor sichtbar
gemacht werden können (z.
B. Internet Explorer, Netscape-Navigator). Diese Browser
können auch für die Nutzung von Multimedia-CDs
verwendet werden.
Firewall
Ein Rechner, der einem lokalen Netzwerk (z.B. in einem
Unternehmen) vorgeschaltet
wird. Seine Aufgabe ist, den
angeschlossenen Rechnern
den Zugang auf das Internet
zu erlauben und umgekehrt
das Netz vor Zugriffen aus
dem Internet abzuschirmen.
Newsgroup
Diskussionsforum oder
„Schwarzes Brett“ zu bestimmten Themen im
Internet. Hier kann man
nach Neuigkeiten „stöbern“,
Fragen stellen und – wenn
man „eingreifen“ will –
Fragen beantworten.
Router
Ein Rechner, der dafür sorgt,
dass gleichzeitig von
mehreren Arbeitsplätzen im
Internet gearbeitet werden
kann, der den Datenaustausch in einem Netzwerk
oder zwischen verschiedenen Netzwerken organisiert
und Datenpakete, die mit
einer bestimmte Adresse versehen sind, an den betreffenden Rechner weiter leitet.
kasten“ nach allen eingegangenen E-Mails
„fragt“ und gleichzeitig alle ausgehende Mails
verschickt. Das spart Leitungsgebühren. Außerdem wickelt es die Verteilung der E-Mails im
Unternehmen in interne Postfächer ab. Damit EMails auch möglichst schnell an den zuständigen
Mitarbeiter gelangen, sollten klare und eindeutige Adressen vergeben werden: Sie können den
Namen des Mitarbeiters (z.B. meier@meinefirma.de) oder aber eine bestimmte Abteilung im
Unternehmen enthalten (z.B. den Einkauf).
Wenn eine E-Mail eintrifft, landet sie direkt im
PC des betreffenden Mitarbeiters. Ein solcher EMail-Server kann auch für E-Mail-Mailings (z.B.
an bestimmte Kundengruppen) genutzt werden
und leitet E-Mails automatisch weiter, wenn der
Empfänger im Urlaub oder auf Dienstreise ist.
Kosten: ca. 500 DM.
Anwendungsbeispiel:
Präsentation im Internet
Ziel: Sie wollen Ihr Unternehmen und dessen Angebote per Internet weltweit bekannt machen,
um „alte“ und „neue“ Kunden vor Ort sowie im
In- und Ausland über Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu informieren. Die Kunden sollen bei
Interesse Kontakt aufnehmen oder direkt Produkte ordern können.
Qualifikatorische Anforderungen: Eine Webseite ist eine wichtige und hochsensible „Mehrzweckwaffe“ Ihres Unternehmens. Sie verlangt
aus diesem Grund neben fundiertem technischen Know-how auch komplexe Marketingkenntnisse. Darum sollten Sie für Ihren ersten
Internetauftritt oder eine Neugestaltung die
Hilfe einer professionellen Internet-Agentur in
Anspruch nehmen. Dies ist – nach aller Erfahrung – preiswerter und effektiver, als sich selbst
oder Mitarbeiter in die Materie einzuarbeiten.
Trotzdem sollten einige Kollegen, die dann die
Pflege der Präsentation übernehmen, zum
Thema „Internetpräsentationen“ geschult werden. Dauer: 1-2 Tage.
Organisatorische Anforderungen: Webseiten
müssen – wie jedes Werbemittel – exakt auf die
Zielgruppe und das jeweilige Kommunikationsmedium zugeschnitten sein. Es reicht daher
nicht aus, Inhalte und Design von bestehenden
Werbebroschüren einfach ins Netz zu übertra-
6
tet? Werden die Daten regelmäßig auf externen
Datenträgern gesichert? Werden die Regelungen des Datenschutzgesetzes eingehalten?
Anwendungsbeispiel:
Verkauf von Produkten per Internet
gen. Das Internet ist kein typisches „Lesemedium“: Texte müssen daher kurz sein und interessante Verweise oder Links auf weiterführende
Informationen enthalten. So können sich Nutzer
individuell im gesamten Informationsangebot
„fortbewegen“. Besonders relevant sind persönliche Kommunikationsmöglichkeiten: z.B. konkrete Anfragen zu Produkten per E-Mail. Das bedeutet: Das Medium Internet verlangt völlig neue
Konzepte. Kosten für einen Internet-Auftritt:
2.000 bis 20.000 DM je nach Aufwand.
Eine verstärkte und neue Bindung von Kunden
kann nur dann erreicht werden, wenn der Internetauftritt regelmäßig aktualisiert wird, entweder durch Ihre Internet-Agentur oder aber Mitarbeiter aus Ihrem Unternehmen. Die Häufigkeit der Aktualisierung hängt dabei von den
Inhalten ab. Eine Seite mit den neuesten Informationen aus der Firma muss häufiger auf den
neuesten Stand gebracht werden als die Seite mit
der Firmengeschichte. Legen Sie Verantwortliche
für den Inhalt und für die Realisierung fest, falls
Sie die Aktualisierungen im eigenen Unternehmen durchführen. Lassen Sie sich ggf. von der
Internet-Agentur eine Software zur Verfügung
stellen, mit der sich Änderungen leicht umsetzen lassen.
Überlassen Sie nichts dem Zufall. Nehmen Sie
das Verhalten Ihrer Internet-Besucher „unter die
Lupe“. Ihr Provider (s. Technische Anforderungen) führt – in der Regel – eine Statistik darüber,
wie oft Ihr Unternehmensauftritt insgesamt und
welche Seiten Ihrer Präsentation im Einzelnen
„besucht“ wurden. Werden Sie im Internet ausreichend wahrgenommen? Finden die Besucher
auf Ihren Seiten, was sie finden sollen? Nehmen
die Kunden Ihre Angebote an?
Für einen Erfolg des Internetauftritts ist es besonders wichtig, mit treffenden Suchwörtern (Keywords z.B. „Pizza“) in den wichtigsten InternetSuchmaschinen (z.B. Altavista, Yahoo) vertreten
zu sein. Den Eintrag in die Suchmaschinen erledigt die Internet-Agentur.
Ihre Internet-Adresse (URL= Uniform Resource
Locator) erhalten Sie über Ihren Service-Provider. Liste aller URLs in Deutschland:
www.denic.de. Hier können Sie auch prüfen, ob
Ihre Wunschadresse noch frei ist. Diese Adresse
– wie auch Ihre E-Mail-Anschrift – muss auch auf
dem Briefpapier und auf allen gedruckten Prospekten angegeben werden und gehört auf die
Visitenkarte jeden Mitarbeiters. Auf Veranstaltungen und Messen, an denen Sie teilnehmen,
sollten beide an auffälliger Stelle, ggf. auf einem
gesonderten Blatt, publiziert werden.
Technische Anforderungen: Um Web-Seiten
unter dem eigenen Namen anzubieten, ist in der
Regel ein Service-Provider notwendig. Er speichert die Seiten Ihrer Firma auf seinem Rechner
und stellt sie zum weltweiten Zugriff für beliebig
viele Benutzer im Internet zur Verfügung. Geschäftspartner oder Freunde, die schon im World
Wide Web präsent sind, können Ihnen meist aufgrund eigener Erfahrungen Adressen von zuverlässigen Service-Providern nennen. Wenn nicht:
Provider-Adressen
gibt
es
u.a.
unter
www.zdnet.de/internet (Artikel, Checklisten,
Tests), verschiedene Provider in unterschiedlichen Preisklassen unter www.heisse.de/ix/provider, Tests von Providern bei Stiftung Warentest
unter www.warentest.de.
Generell gilt: Es gibt kostengünstigere (ab 5,60
DM pro Monat) und teurere Service-Provider (bis
zu ca. 50 DM pro Monat). Prüfen Sie darum,
bevor Sie sich fest legen, genau deren Preis-Leistungs-Verhältnis: Müssen Sie für jede weitere
Leistung extra zahlen? Bietet der Provider Hilfen
bei Problemen an? Gibt es eine Hotline? Welche
Sicherheitsstandards bietet der Provider? Steht
das Internetangebot rund um die Uhr und über
die gesamte Woche zur Verfügung? Werden
nachts eingehende Bestellungen sofort bearbei-
Ziel: Sie wollen Produkte oder Dienstleistungen
über das Internet verkaufen, um Ihren Vertrieb
darüber zu verbessern und zusätzliche Kunden
zu gewinnen. Für alle weiteren Überlegungen
bei der Einführung eines Online-Verkaufs ist
wichtig: Werden Sie nur einige wenige Produkte
oder Dienstleistungen anbieten oder haben Sie
ein umfangreiches Verkaufsangebot?
Qualifikatorische Anforderungen: Wie auch
schon bei der Präsentation im Internet müssen
Sie und das Personal sich darauf einrichten, mit
Kunden elektronisch zu kommunizieren, Nachfragen zu beantworten, geänderte Liefertermine
bekannt zu geben etc. Daher sollten die Mitarbeiter, die Bestellungen per Internet bearbeiten,
geschult sein im Umgang mit Computern und in
der E-Mail Kommunikation. Der Schulungsaufwand entspricht dem für das E-Mail-Handling
bzw. der Informationsbeschaffung per Internet.
Organisatorische Anforderungen: Wenn Sie
nur wenige, spezielle Produkte oder Dienstleistungen verkaufen möchten, können Sie Ihr Internetangebot schon mit geringem Aufwand einrichten. Dazu gehören einige ansprechend gestaltete Web-Seiten (s. Anwendungsbeispiel: Präsentation im Internet), die über eine reine Präsentation hinaus nun u.a. mit einem Bestellformular, Angaben zu geltenden Geschäftsbedingungen und einer E-Mail-Adresse, über die Bestellungen abgewickelt werden, ausgerüstet sein
müssen. Werden nur wenige Bestellungen erwartet, könnten diese per E-Mail im Unternehmen
eintreffen und dann im Vertrieb/Verkauf weiter
bearbeitet werden.
Wenn Sie aber ein umfangreiches Verkaufsangebot mit breiter Produktpalette, zahlreichen
Produkten und Leistungen ins Internet stellen
möchten, sollten Sie einen Internet-Shop einrichten. Dazu gehört auch, Werbung in herkömmlichen Medien und im Internet (z.B. Bannerwerbung) und Marketingmaßnahmen zu planen
(z.B. Gewinnspiele, E-Mail-Newsletter, Kundenbe-
7
E-Commerce-ABC
Provider
Provider sind technische
Dienstleistungsunternehmer.
Access-Provider bieten Kunden einen Zugang zum Internet an. Service-Provider speichern die Web-Seiten eines
Kunden auf ihrem Rechner,
stellen sie zum weltweiten
Zugriff für beliebig viele Benutzer im Internet zur Verfügung, liefern Statistiken über
die Zahl der „Besucher“, nehmen ggf. auch „Post“ oder
Bestellungen von Nutzern
entgegen etc. Für Leistungen
muss der Kunde eine leistungsabhängige oder pauschale Gebühr bezahlen.
Server
1. Ein Rechner, auf dem Anwendungen und Dokumente
platziert sind. So kann ein
Server als zentraler Rechner
in einem UnternehmensNetzwerk als gemeinsamer
Speicher für Daten und
Programme zur Verfügung
stehen.
2. Ein spezielles Programm,
das bestimmte Aktionen ausführt. Es kann z.B. für Empfangen, Versenden und
Verteilen von E-Mails zuständig sein. Dieses Programm
läuft dann auf dem o.g. zentralen Server-Rechner.
Quellen: akademie.de/com!
Online/ECIN/KMUNet/mediamit e-compendium
Schwerpunkt
Ausgabe 03/2000
E-Commerce
einführen –
aber wie?
Meinung
E-Mails
zum zweiten
Frühstück
Erfahrungen von Dr. Dietrich
Brügelmann, ehemaliger
Geschäftsführer der Firma
Dietrich-Maßhemden in Köln,
heute Geschäftsführer der
Dietrich Net-Consulting, mit
der Einführung von ECommerce.
Fortsetzung von Seite 7
nachrichtigungen etc.). Größerer Betreuungsund Beratungsbedarf auf Seiten der Kunden
kann zusätzlich erfordern, ein Call- und Clearingcenter einzurichten oder zu beauftragen. Bestellungen sollten direkt in eine Datenbank gespeichert und weiter verarbeitet werden (z.B. weiterleiten an Vertrieb, Rechnungswesen etc.), um
manuelle Nacharbeit im Vertrieb/Verkauf (s.o.)
zu sparen.
Die „halbe Miete“ Ihres Online-Verkaufs ist ein
gut organisierter Vertrieb. Welche Vertriebswege Ihr Unternehmen für den Online-Verkauf
auswählt, hängt von der Art der Angebote ab.
Digitale Produkte (z.B. vorrätige Dokumente,
Software, Musik, Videos) können dem Kunden
automatisch direkt nach der Bestellung übermittelt werden, und zwar über die noch bestehende
Online-Verbindung. Alternative: Versand per
Post oder Kurierdienste.
Technische Anforderungen: Zum Aufbau eines
Online-Shops sollten Sie auf jeden Fall eine spezielle Software benutzen. Wichtiges Element: ein
Produktkatalog mit Ihrem Angebot, in dem sich
die Kunden leicht orientieren können. Das Suchen nach bestimmten Produkten kann unterstützt werden z.B. durch den Einsatz einer eigenen Suchfunktion. Eine Warenkorbfunktion sammelt automatisch alle eingegebenen Bestellungen.
Kleine und mittlere Unternehmen haben in der
Regel keine Programmierer im Hause, die eine
eigene Shop-Lösung „bauen“ könnten. Deshalb
sollten Sie die Entwicklung Ihres Online-Shops
von einer qualifizierten Internet-Agentur ausführen lassen oder ein geeignetes Shopsystem
mieten oder kaufen. Einfache Online-Shops „von
der Stange“ bekommt man sogar kostenlos.
Beispiele bestehender Shops: www.shop.de. Wie
auch immer: Ihr Online-Shop wird schließlich
von Ihrem Service-Provider ins Netz gestellt
(s. Anwendungsbeispiel: Präsentation im Internet).
Nicht vergessen: Sie müssen sich vor allem auch
überlegen, wie Sie die Bezahlung abwickeln werden (auf Rechnung, per Nachnahme, mit Kreditkarte). Wichtige Frage in diesem Zusammenhang: Werden Ihre Kunden möglicherweise
Hemmungen haben, mit Kreditkarte zu bezahlen?
Bestellungen von Kunden, bei denen sensible
Kundendaten (z.B. Kreditkartennummer) an Ihr
Unternehmen übermittelt werden, sollten nur
mit Hilfe eines sicheren Servers abgewickelt werden (mit dem so genannten SSL Protokoll). So
können Sie einen irrtümlichen oder gewollten
Missbrauch der Daten verhindern. Dieses SSLProtokoll verwendet Ihr Provider auf Anforderung. Bedenken Sie: Nur bei einer sicheren Übermittlung und Schutz vor Datenmissbrauch werden Kunden online bei Ihnen bestellen.
Dr. Jürgen Seidel, GMD – Forschungszentrum
Informationstechnik GmbH, Sankt Augustin
Bernd Geisen
8
„Maßhemden? Ganz einfach: Das sind Hemden
nach Wunsch. Also z.B. die Kragenform, die
Manschettenform und das Wichtigste: die Stoffe.
Unsere Kunden können aussuchen, geben ihre
Maße durch, darauf hin schneidern wir die Hemden und schicken sie zu. Fertig.
Das hat unsere Firma über viele Jahre erfolgreich
so praktiziert. Und dann sprach mich vor drei
Jahren auf einer Messe ein junger IT-Experte an
und fragte mich, ob ich meine Hemden nicht per
Internet anbieten wollte. Internet? Ich konnte
mir darunter überhaupt nichts vorstellen. Aber
dann haben wir das Angebotsverfahren durchgespielt und schließlich unser gesamtes Auftragsformular ins Internet gestellt. Jetzt kann sich auf
unseren Seiten jeder sein Hemd selbst zusammenbauen und sich das Ergebnis anschauen.
Und bestellen natürlich.
Es war übrigens auch vorher nicht so, dass die
Leute zu uns ins Geschäft zum Maßnehmen gekommen sind. Sie konnten ihre Wünsche und
Maße schon vorher per Post, per Fax oder per
Telefon durchgeben. Und wenn Sie sich jetzt vorstellen, wie sich das Bestellprozedere vom Fax
zum Internet verändert hat: Das hat unschlagbare Vorteile. Wie oft fehlte bei uns z.B. die Angabe
zum Monogramm. Früher mussten wir dann aufwendig hinterher telefonieren und nachfragen.
Das Internetformular wird jetzt vom Rechner erst
dann akzeptiert und abgeschickt, wenn es vollständig ist.
Das klappte natürlich nicht alles von heute auf
morgen. Vieles war neu. Sie bekommen z.B. Ihre
Bestellungen plötzlich per E-Mail. Beim Fax
kommt ein Blatt Papier aus dem Gerät, beim Telefon reagieren wir, weil es klingelt. Um die EMail zu empfangen, müssen Sie aber den Computer anmachen. Bei uns blieb der erst mal aus.
Gott-sei-Dank bekam unser IT-Experte parallel
auch alle unsere Mails in seinen Rechner. Eines
Tages fragte er uns: ‚Sagt mal, lest Ihr Eure EMails eigentlich?‘ Da mussten wir zugeben, dass
wir das einfach vergessen hatten. Wir haben uns
dann eine Eselsbrücke geschaffen: Immer morgens um zehn Uhr, wenn man die zweite Tasse
Kaffee trinkt, klicken wir mit der freien Hand unsere E-Mails an. Durch diesen festen Rhythmus
sind wir tatsächlich dazu gekommen, auch regel-
mäßig in den E-Mail-Briefkasten zu gucken.
Kontakt: www.dietrich.com
Ein anderes Problem war: Wenn zu Beginn neue
Stoffe kamen oder sich Kragen veränderten, haben wir unsere Prospekte aktualisiert und wie
immer im Monatsrythmus verschickt. Und das
Internet dabei einfach vergessen. Das hat sich
erst geändert, als wir jemanden abgestellt haben, der regelmäßig auf seinem Kalender stehen
hatte: wöchentlich Internet neu bestücken! Also
wöchentlich, nicht nur monatlich!
Sie dürfen nämlich nie vergessen: Internet ist
Geschwindigkeit. Die hatten wir total unterschätzt. Nehmen Sie als Beispiel einen Brief.
Einen Brief können Sie getrost mal einen Tag liegen lassen. Am nächsten Tag beantworten, zwei
bis drei Tage Laufzeit, macht etwa fünf Tage, bis
der Absender seine Antwort hat. Beim Telefon
können Sie noch sagen: „Wir rufen Morgen zurück”, wenn das Gespräch von z.B. der Sekretärin entgegen genommen wurde. Beim Internet,
bei E-Mails, erwartet man sofort eine Antwort.
Aber das geht ja noch weiter: Es kommen ja viel
mehr E-Mail-Anfragen in einer Stunde als vorher
per Telefon oder per Fax. Sie müssen lernen, sich
kurz zu fassen und im Telegrammstil zu schreiben. Und Querverweise aufs Internet zu machen.
Das ist das Wunderbare: Sie müssen gar nicht
mehr alles erklären. Wenn es um einen bestimmten Stoff geht, setzen wir einen Link auf die entsprechende Internet-Seite, auf der dieser Stoff zu
sehen ist.
Zunächst habe ich festgestellt, dass ich in der
Buchhaltung keine Position als Ausgleich für die
Internetkosten streichen konnte. Das stört viele
Unternehmer, hat uns auch erst gestört. Aber:
Die früheren Telefon- und Faxbesteller bestellen
heute alle per E-Mail. Und diese Bestellungen
können technisch schnell und reibungslos direkt
in den Rechner eingegeben werden, weil der
Auftrag ja schon vom Computer geprüft ist. So
konnten wir die Kosten für die Auftragsbearbeitung um zehn bis 15 Prozent reduzieren. Und
durch das Internet haben wir neue Kunden gewonnen. Wir hatten bisher die Zielgruppe von
35 Jahren aufwärts bis zum ‚letzten Hemd‘. Jetzt
haben wir auch die Gruppe ab 25 Jahren neu
dazu bekommen. Für das ‚erste Hemd‘ so zu
sagen.
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Internet ist Geschwindigkeit.
Die hatten wir total unterschätzt.
Dr. Dietrich Brügelmann
P r a x i s & Te c h n i k
Ausgabe 03/2000
Wie teuer sind
E-CommerceLösungen
eigentlich?
Die Scheu vor hohen Kosten ist für ein Gutteil der
Unternehmen ein wichtiger Grund dafür, sich
beim Engagement im E-Commerce zurückzuhalten. Dies ergibt eine Untersuchung der Kasseler
TechConsult GmbH im Auftrag von IBM und der
Zeitschrift Impulse. Mehr als 1500 Unternehmen
wurden im Rahmen der Untersuchung befragt.
Kosten für einfache KMU-Lösungen gering
Wie teuer sind E-Commerce-Lösungen? Diese
Frage ist selbstverständlich nicht pauschal zu beantworten. Dass die geschätzten Kosten für die
Einführung von E-Commerce-Anwendungen je
nach angestrebter EC-Lösung steigen, ist nicht
überraschend. So sind denn die Antworten der
befragten Unternehmen breit gefächert, je nachdem, welche Ansprüche an die jeweilige ECLösung gestellt werden: ein einfacher Produktkatalog auf der Hompage oder aber ein komplexer Online-Shop mit ausgefeilten Sicherheitseinrichtungen. Besondere Anforderungen stellt die
Einrichtung einer Online-Anbindung zwischen
verschiedenen Unternehmen (B2B), über die z.B.
eine gemeinsame Produktion überwacht und gesteuert werden kann (Materiallieferungen, Personalplanung etc.). Eine generelle Erfahrung ist
allerdings: Weniger erfahrene Anwender neigen
dazu, die Kosten – insbesondere für das Webmarketing – zu unterschätzen. Dennoch: WebMarketing, z.B. mittels einer einfachen Unternehmens-Präsentation im Internet, muss keinesfalls kostspielig sein.
Dienstleister profitieren von E-CommerceNutzung
Nur rund ein Viertel der kleinen und mittleren
Unternehmen setzt seine E-Commerce-Projekte
ohne Unterstützung Dritter um. Alle anderen
Unternehmen nehmen u.a. Werbeagenturen
und in zunehmendem Maße spezialisierte Multimedia-Dienstleister in Anspruch. Für externe
Dienstleister bedeutet dies ein Marktvolumen
von 609 (2000) bzw. 924 Mio. DM (2001). Für die
benötigte Technik (Hard- und Software, Infrastruktur etc.) geben die Mittelständler in diesem
Jahr 821 Mio. DM und 2001 fast 1,23 Mrd. DM
aus. Damit erschließt der deutsche Mittelstand in
seiner Entwicklung nicht nur geschäftliche Potenziale für sich selbst, sondern auch für andere.
Nach zwei Jahren schwarze Zahlen
Selbstverständlich möchten Unternehmen mit
ihrem Engagement im Electronic Business vor
allem selbst Geld verdienen. Die meisten Befragten geben sich in dieser Hinsicht optimistisch:
Zwei Drittel gehen davon aus, nach spätestens
zwei Jahren schwarze Zahlen schreiben zu können. Am zuversichtlichsten sind die fortgeschrittensten E-Commerce-Anwender, die gezielt in
ihre Entwicklung investiert haben.
Tatsächlich bestätigen sich nach Auskunft von
TechConsult diese optimistischen Erwartungen
in der Rückschau über mehrere Untersuchungen. Wobei – streng genommen – nicht ausgeschlossen werden könne, dass sich die beobachteten positiven Unternehmensentwicklungen
nicht auch ohne den Einsatz von E-Commerce
eingestellt hätten. Was nicht zu beweisen (und
kaum anzunehmen) sei.
Quelle: TechConsult/ECIN
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Nachrichten
Nachrichten
Mehr als der Hälfte der deutschen Unternehmen fehlt eine E-Commerce-Strategie
70 Prozent der Gelder, die in den elektronischen
Handel gesteckt werden, sind fehlinvestiert. Das
behauptet Jeffrey Mann, der bei der amerikanischen Beratungsfirma Meta Group für die Sparte
E-Business-Strategien zuständig ist. „B2N, business to nobody (zu deutsch: elektronischer
Handel mit niemandem)“, nennt er diese Fehlversuche. Erklärungsversuch: „Im elektronischen
Handel geht derzeit noch Vieles nur über Ausprobieren. Man muss es erst falsch machen, bevor man weiß, was wirklich ankommt. “
Wichtiger Hintergrund: Viele Manager überlegten sich zu wenig, welchem Zweck der elektronische Handel dienen solle. Jeffrey Mann: „Wenn
man die 16. Fluggesellschaft ist, die Tickets online verkauft, nur um festzustellen, dass es bei den
ersten 15 nicht klappt, bringt das wenig“. Vernachlässigt würde auch das „Business to Employees“. Auf gut Deutsch: Die Vorgesetzten klären
die Angestellten nicht über die Ziele auf, die sie
mit dem elektronischen Handel verfolgen, und
sie schulen sie nicht ausreichend in den neuen
Technologien.
Andreas Zilch, bei Meta Group für den deutschen
Markt verantwortlich, stellt den IT-Verantwortlichen in Unternehmen ein schlechtes Zeugnis
aus. Weltweit hätten 60 Prozent der IT-Abteilungen einen sehr geringen Reifegrad. In Deutschland erklärten gar 64 Prozent der Unternehmen,
dass sie keine ausgearbeitete E-Business-Strategie
verfolgten. „Absolut fahrlässig“, urteilt Zilch.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Das dortmund-project: Zukunftspaket für
Dortmunds Sprung in die Informations- und
Wissensgesellschaft
Die Stadt Dortmund will Stadt und Region durch
einen grundlegenden Strukturwandel auch auf
den E-Commerce vorbereiten. Mit der Gründung
des dortmund-project haben sich Stadt und Wirtschaft zu einer in Deutschland einzigartigen
Initiative zusammengeschlossen: die Stadt Dortmund sowie privatwirtschaftliche Investoren
werden weit mehr als eine Mrd. DM investieren,
um rund 70.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen,
davon 60.000 in den neuen Führungsbranchen
wie z.B. Softwareentwicklung oder E-Commerce.
Erster Schritt: der Start der “International School
for Advanced Studies in Information Technologies”. Sie führt eine für NRW bisher einmalige
Ausbildung ein. Experten aus den Hochschulen
und den IT-Unternehmen bilden 60 Hochschulabsolventen in zwei Jahren zu IT-Professionals
aus. Das Konzept: In kleinen Teams wird eng bezogen auf die aktuellen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben von Wirtschaft und Wissenschaft gearbeitet, Ausbildungsmodule in deutscher und englischer Sprache werden multimedial unterstützt, Praktika sorgen für einen tiefen
Einblick in die IT-Unternehmen vor Ort. Die Beteiligung von IHK, Universität und Fachhochschule Dortmund sowie der Stadt Dortmund garantiert, dass die Ausbildung optimal auf die
Bedürfnisse der in der Region ansässigen ITUnternehmen zugeschnitten ist.
Kontakt: dortmund-project
Tel. 02 31 / 28 65 84-10,
E-Mail : info@dortmund-project.de
Internet : www.dortmund-project.de
Passwörter oft zu leicht zu erraten
Um in fremde Computernetzwerke einzusteigen,
versuchen Computer-Hacker in der Regel, deren
„Password“ zu „knacken“. Das geht zwar auch
mit technischer Hilfe. Aber Raten führt immer
noch am schnellsten ans Ziel. Der Grund: Die erschreckende Einfallslosigkeit der Passwörter.
Trotz zunehmender Sicherheitsrisiken wird die
Hitliste der Computer-Passwörter weiterhin vom
schlichten Namen des Computer-Nutzers angeführt. Das ergab ein Test der schwedischen Computer-Sicherheitsfirma Defcom in 500 Unternehmen. Auf Platz zwei folgen Namen aus dem persönlichen Umfeld: von Kind, Partner oder Haustier. Dritthäufigste Variante: überhaupt kein
Passwort. Auf Platz vier rangiert die englische
Bezeichnung für Passwort “Password”. Auch
Platz fünf ist keineswegs sicher, fällt aber irgendwie aus dem Einfallslosigkeits-Rahmen: er wird
von “Sommer” beziehungsweise “Winter” eingenommen.
“Erstaunlich viele PC-Nutzer wählen ein Kennwort, das mit der eigenen Person verknüpft ist”,
sagte Bosse Norgren, Sicherheitschef bei Defcom. “Das macht es ausgesprochen leicht, Passwörter zu vermuten.“ Ein gutes Passwort bestehe
dagegen immer aus einer möglichst zufälligen
Kombination von Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen, zum Beispiel den Anfangsbuchstaben der Wörter eines leicht zu merkenden
Satzes.
Quelle: www.zdf.msnbc.de
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Service
Ausgabe 03/2000
Veranstaltungen
Informationen
Literaturtipps
Ratgeber
Welcher Online-Dienst, welcher Provider?
Die „Stiftung Warentest“ hat eine ganze Reihe
von Online-Diensten und Providern verglichen.
Unter der Rubrik „Suchen“ das Suchwort „OnlineDienst“ oder Provider“ eingeben. Kontakt:
www.warentest.de.
Literaturtipps
Impressum
Veranstaltungen
Herausgeber:
Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie
Referat Öffentlichkeitsarbeit
D-11019 Berlin
E-Mail:
buero-li@bmwi.bund.de
Internet: www.bmwi.de
Hinweise auf Veranstaltungen vor Ort finden
sich auf der gemeinsamen Internet-Plattform des
Netzwerkes der Kompetenzzentren Elektronischer Geschäftsverkehr. www.ec-net.de
Redaktion:
Bernd Geisen
Regine Hebestreit
PID Arbeiten für Wissenschaft
und Öffentlichkeit GbR
Menzenberg 9
53604 Bad Honnef
Tel.: 0 22 24/90 03 40
Fax: 0 22 24/90 03 41
E-Mail:
bernd.geisen@t-online.de
Mitarbeiter dieser Ausgabe:
· Dr. Jürgen Seidel, GMD –
Forschungszentrum
Informationstechnik GmbH,
Sankt Augustin
· Andreas Vollmert,
Kompetenzzentrum
Bonn/Rhein-Sieg (KompEC)
Gestaltungskonzept:
Thomas Gambke
Werbeagentur Bonn,
E-Mail: thomas@gambke.de
Internet: www.gambke.de
Bildnachweis:
Photodisc, MEV
Druckvorlagen:
imaging service flöer, Bonn
Druck:
KVD Kölnische Verlagsdruckerei GmbH,
Köln-Gremberghoven
Informationen
CD-ROM „Elektronischer Geschäftsverkehr für
kleine und mittelständische Unternehmen“
Welche Folgen hat E-Commerce für die Unternehmensorganisation? In welcher Weise muss
das Personal qualifiziert werden? Wie ist mit
Rechtsproblemen umzugehen? Diese und andere Fragen werden auf dieser CD beantwortet und
die wesentlichen Elemente des E-Commerce
sowie die wichtigsten Schritte bei der E-Commerce-Einführung im Unternehmen auf unterhaltsame Art und Weise vermittelt. Zusätzlich
besteht die Möglichkeit, ein elektronisches Formular mit unternehmensspezifischen Daten zu
füttern. Die CD liefert daraufhin ein Grob-Konzept für E-Commerce-Lösungen im Unternehmen. Dies kann eine fundierte E-Commerce-Planung zwar nicht ersetzen, ist aber für eine erste
EC-Orientierung hilfreich. Zusätzlich enthält die
CD ein Glossar mit ca. 360 EC-Fachbegriffen.
Die CD ist für einen Selbstkostenbeitrag von
29,95 DM zu beziehen bei
IFPO Consulting
Ubierstrasse 92
53173 Bonn
Tel.: 02 28 / 36 77 90
Fax: 02 28 / 36 77 92 0
oder über die Webseite des Unternehmens:
www.ifpo.de
Auflage: 100.000 Stück
Schwerpunkt der nächsten
Ausgabe: "Entscheidung:
Anwendungsmöglichkeiten
von E-Commerce".
Wenn Sie dazu Fragen oder
Anregungen haben oder Fragen zu anderen Themen der
e-f@cts, wenden Sie sich bitte
an:
Bernd Geisen
Regine Hebestreit
PID Arbeiten für Wissenschaft
und Öffentlichkeit GbR
Step by step:
Der perfekte Internet-Auftritt in 180 Tagen
Erfolgreiche Präsenzen im World Wide Web resultieren nicht aus spontanen Entscheidungen,
sondern aus einer maßgeschneiderten Ablaufplanung. Hierbei hilft der E-Commerce-Planer
von impulse. Sie können Ihre Netzchancen
Schritt für Schritt ausloten und innerhalb eines
realistischen Zeitrahmens realisieren. Zu einem
Zeitpunkt Ihrer Wahl. www.impulse.de, Rubrik:
E-Commerce.
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Elektronischer Geschäftsverkehr. Ratgeber
für kleine und mittlere Unternehmen.
Von: Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie (BMWi).
Bestelladresse:
BMWi, Postfach 300265, 53182 Bonn
Tel.: 0 18 88/615 41 71
Bestellfax: 02 28/42 23 462
Internet-Download: www.bmwi.de
Die Broschüre enthält grundlegende Informationen zum Einstieg in den elektronischen Geschäftsverkehr: zum „Sprung“ ins Netz, über
mögliche Ziele eines E-Commerce-Engagements,
zur Finanzierung des Einstiegs, über notwendige
Sicherheitskonzepte, Beispiele von E-CommerceAnwendern verschiedener Branchen etc. Der
Anhang bietet Hilfen für die Praxis: Checklisten,
Informationen zu Rechtsfragen und wichtigen
Adressen.
Handbuch Electronic Commerce.
Von W. Gora, E. Mann (Hrsg): Springer Verlag.
Berlin 1999
Electronic Commerce.
Eine Praxishilfe zur Nutzung des Internet für
Electronic Commerce für kleine und mittlere
Unternehmen (KMU).
Von Dr. Ronald Tost, Kompetenzzentrum
Electronic Commerce Bonn/Rhein-Sieg
(KompEC) 1999.
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