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Benvenuti, Italia: Im Kino wie im alltäglichen Leben - Bremen-Mitte

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Benvenuti, Italia: Im Kino wie im alltäglichen Leben - Bremen-Mitte - WESER-KURIER
13.09.14 23:09
- 18.07.2013
Benvenuti, Italia: Im Kino wie im alltäglichen
Leben
Von Ina Schulze
Mitte. Bahnhofsvorstadt. In "Monaco, Italia" lässt der Regisseur Alessandro Melazzini Italienerinnen
und Italiener ihre "Geschichten vom Ankommen in Deutschland" erzählen. Einige sind aus beruflichen
Gründen ausgewandert, andere der Liebe wegen oder wie Melazzini wegen des Studiums. Der
preisgekrönte Dokumentarfilm ist im City 46 gelaufen, auf Initiative der Societá Dante Alighieri, der
Deutsch-Italienischen Gesellschaft, die damit die Filmreihe "Benvenuti, Italia" gestartet hat. Drei bis
vier Mal im Jahr sollen Filme im italienischen Original mit Untertiteln gezeigt werden.
Die Porträtierten in Melazzinis Film hatten
ähnliche Schwierigkeiten. Die Sprache sei
eine Hürde gewesen, die sie alle zu
meistern hatten, sagt der Regisseur. Aber
auch die Sehnsucht nach der Heimat und
das Klima mache vielen zu schaffen. In
Bremen leben laut Marco Eggert von der
© Kuhaupt
Einer der Repräsentanten Italiens im
Viertel: Lebensmittelhändler Ennio
Chiarilli.
Deutsch-Italienischen Gesellschaft rund
2500 Menschen mit italienischen Wurzeln.
Italien im Viertel – das ist für viele Ennio
Chiarilli, der als Anstreicher auf der Werft
angefangen hat und dann ein
Lebensmittelgeschäft eröffnete, das ist die Casa d’talia und die Italienischlehrerin, das
ist das Eis der Familien Ferrari/Chiamulera, Simonetti und Panciera oder die Pasta im
Bellini. Aber es zögen auch zunehmend Ingenieri nach Bremen, sagt Marco Eggert.
Giovanna Martino (26) aus Foggia wohnt seit Anfang des Jahres in Schwachhausen.
Nachdem sie ihr Diplom in Englisch und Deutsch an der Universität in Bari gemacht
hatte, sei sie der Liebe gefolgt und zu ihrem Freund, einem Ingenieur, gezogen, sagt
die Kinobesucherin. Außerdem sei die wirtschaftliche Lage in Italien schwierig. "Mein
Traum ist es, Lehrerin zu werden." Über ihre Ankunft in Bremen sagt sie: "Es war
einfach, weil es meinen Freund gab, und er hatte ein Haus gefunden und kannte
schon die Stadt. Es war auch schwierig, weil ich sonst niemanden kannte und auch
wenn ich Deutsch studiert hatte, verstand ich fast nichts." Giovanna Martino bildet
Tandems mit Muttersprachlern, um ihr Deutsch zu verbessern. Und das Wetter? "Ich
vermisse viel die Sonne und das Licht", sagt die Italienerin.
Dem 72-jährigen Bruno Donatiello hingegen gefällt die Kälte in Deutschland. Seine
Frau schüttelt lächelnd den Kopf. "Der hat die Sonne Neapels in sich", sagt Antje
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Donatiello. Die beiden haben sich vor rund
50 Jahren in der Schweiz kennen gelernt,
wo sie arbeiteten. Als sie Heimweh bekam,
ging er mit ihr nach Deutschland. Ihr Mann
sei ein Mensch, der sich schnell anpassen
könne und lernfähig sei, sagt Antje
Donatiello. Außerdem nähmen Italiener das
Leben leichter. Wenn ihr Mann wegen seiner
Herkunft oder seiner Einstellung Kritik
ernte, stecke er das anders weg als sie. Er
mache dann immer diese typische
Handbewegung und sehe lieber das Gute im
Leben, mit seiner Frau, den Kindern und
Enkelkindern. "Lachen kostet kein Geld",
betont Bruno Donatiello. Er habe nun eben
© Fr
Wahlbremerin Giovanna Martino
bessert ihre Deutschkenntnisse im
Tandem auf.
zwei Heimaten.
Simonetta Bifini hat sich ein Stückchen Italien im Peterswerder geschaffen. In ihrer
Sprachschule "Italienischer Sprachkontakt" an der Hamburger Straße gibt es eine
Piazzetta, eine Trattoria und einen Mercato. "Ich fühle mich als Italienerin", sagt die
50-Jährige aus der Toskana, die seit über 20 Jahren in Bremen lebt und sich erst an
die Bremer Mentalität gewöhnen musste. In Deutschland seien die Menschen
distanzierter, ist ihr Eindruck. Ihr habe der Körperkontakt gefehlt, weil sich Italiener
gerne zur Begrüßung umarmen. Generell sei es schwieriger, Kontakte zu knüpfen,
aber dafür seien die Beziehungen vermutlich tiefer. Außerdem seien die Deutschen
sehr direkt, während Italiener lieber durch die Blume reden.
Trotz der Sehnsucht nach der Heimat haben
es Bruno Donatiello, Giovanna Martino und
Simonetta Bifini nicht bereut, nach
Deutschland gezogen zu sein. Und sie sind
sich einig, dass die Südländer und vor allem
die Italiener das Land bereichert haben.
Nicht nur in gastronomischer Sicht. "Die
Menschen umarmen sich mehr", sagt
Regisseur Alessandro Melazzini.
Mehr auf www.benvenuti-italia.de.
© Stoss
Hat sich ein Stück Italien im
Peterswerder geschaffen: Simonetta
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Bifini vom Italienischen
Sprachkontakt.
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