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Die Idee von einer Stadt. Wie gestalten wir eine lebenswerte, sozial

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Renaissance 2.0 Die Idee von einer Stadt
Wie gestalten wir eine lebenswerte, sozial
gerechte, wirtschaftlich erfolgreiche, kulturell
lebendige und nachhaltig agierende Stadt?
2.0
Die Idee von einer Stadt.
Augsburg 2010
Renaissance 2.0
Kommunale Profilentwicklung
in Augsburg
Ein Entwurf
|
»Die Stadt der Zukunft wird, ­anders
als die Stadt des 20. Jahrhunderts,
nicht mehr quantitativ ­wachsen,
sondern nur mehr qualitativ.
­Während die Städte in der ­Moderne
unkontrolliert wucherten, wird sich
die Stadt im 21. Jahrhundert mit
sich selbst versöhnen, die Infra­
struktur, die Transportmittel, all das
wird sich verbessern, – die Städte
werden wiedergeboren ­werden als
Orte, an denen man ­gerne leben
möchte.« Santiago Calatrava, Juni 2008
Vgl. Rühle, Alex: Kreative Stadt der Zukunft. In: Süddeutsche Zeitung, 7./8. Juni 2008
|
»Von diesen Städten wird bleiben: der durch sie hindurchging, der Wind!« Bertolt Brecht
Vom armen B.B., 1922
»Die Städte bluten aus. Immer mehr Kommunen
stehen vor dem Bankrott und legen in der
Not r­ adikale, ja ­zuweilen selbstzerstörerische
­Spar­programme auf. Was bedeutet das für
die Identität dieser Städte?«
Rühle, Alex: Am Abgrund. In: Süddeutsche Zeitung, 13./14. Februar 2010
Der Kontrast könnte nicht größer
sein. Während den Städten in den
wissenschaftlichen Diskursen der
jüngeren Vergangenheit eine
blühende Zukunft vorausgesagt wird,
steht den Kommunen Europas das
Wasser bis zum Hals. Nicht urbane
Visionen beflügeln die Fantasie,
sondern die Suche nach Überlebens­
strategien bestimmt das Denken.
Wie deutet die über 2000-jährige
Stadt Augsburg die Zeichen unserer
Zeit?
Welche Position bezieht sie?
|
KONT EXT
Die Idee von einer Stadt
|9
|
Überlegungen zur kommunalen
Profilentwicklung
Eine Annäherung
|
ÜberlegungenzurkommunalenProfilentwicklung
Eine Annäherung
Die Globalisierung – Städte ohne Mauern
In einer globalisierten Welt kommt den Städten eine besondere
Bedeutung zu. Sie sind die »Netzwerkknoten«, – Umschlagplätze
für Informationen, Güter und Daten. Der spanische Soziologe
und Stadttheoretiker Manuel Castells spricht deshalb davon, dass
sich die Stadt von einem »Raum des Ortes« zu einem »Raum der
Ströme« gewandelt habe.1 Nachdem die letzten Stadtmauern Mitte
des 19. Jahrhunderts gefallen sind, setzt man sich gut 150 Jahre
später über die nationalstaatlichen Grenzen hinweg. Urbane Zentren
spielen dafür im »Netzwerk der Städte« eine für sie neue, gewichti­
ge Rolle. Wir sprechen bereits von einem »Jahrhundert der Städte«.2
Doch die internationalen Verflechtungen machen auch verwundbar.
Abhängigkeiten führen zu einem Verlust der Autonomie. Die Krise
des Nachbarn ist schnell auch unser Problem.
1 Vgl. Castells, Manuel: Das Informationszeitalter. Band 1: Der Aufstieg der Netzwerkgesellschaft, 1. Auflage,
Opladen: Leske + Budrich, 2001
2 Vgl. Wolfrum, Sophie et al.: Vorwort. In: Wolfrum, Sophie; Nerdinger, Winfried (Hrsg.): Multiple City, Berlin: jovis, 2008, S. 
|1
Der strategische Ausbau der eigenen Position im globalen
Makrosystem muss einhergehen mit der Pflege eines stabilen
Mikrosystems. Die Stadt denkt global und lokal.
Sie kann nur aus sich heraus zu einer eigenständigen Position
finden. Um im Wettbewerb um Wahrnehmung und Ressourcen
bestehen zu können, müssen Kräfte zum Erhalt und Ausbau
der eigenen Position mobilisiert werden.
ÜberlegungenzurkommunalenProfilentwicklung
Eine Annäherung
Die Stadt im Wandel – Fremdbestimmung oder Eigeninitiative
Städte sind lebende Organismen. Ihr bestimmendes Merkmal ist
der meist evolutionäre, seltener revolutionäre Wandel. Bestehendes
wird weiterentwickelt, ersetzt, konserviert oder zerstört. Neues
entsteht, baut auf Bestehendem auf, stellt Bestehendes in Frage,
etabliert sich oder vergeht.
In der Geschichte der Stadt Augsburg gab es immer wieder Zeiten
der Prosperität und des Glanzes, aber ebenso dunkle Kapitel,
geprägt von Not und Instabilität. Die Gründe für all diese Entwick­
lungen sind vielfältig. Sie sind stets innerhalb und außerhalb der
»Stadtmauern« zu suchen.
Während beispielsweise Naturkatastrophen oder Kriege, aber auch
günstige klimatische oder politische Konstellationen das Schicksal
einer Stadt ohne deren eigenes Zutun maßgeblich bestimmen, ist es
doch immer auch die Bürgerschaft, die über aktuelle Maßnahmen
befindet und zukünftige Entwicklungen einleitet.
»Städte entstehen nicht von selbst, sondern werden von Menschen gemacht.
Räume bilden gesellschaftliche Strukturen ab, sind Abdruck zeittypischer
Konditionen, Vorlieben und Maßgaben.« 3
Prof. Sophie Wolfrum, Prof. Winfried Nerdinger, Susanne Schaubeck; TU München
|17
Die Bürger haben eine Verantwortung und die Möglichkeit,
den Wandel der eigenen Stadt in ihrem Sinne zu gestalten.
Sie entscheiden letztendlich, ob ihre Stadt die Initiative ergreift,
Gestaltungsspielräume nutzt und langfristig denkt oder ob
vornehmlich Sachzwänge den Kurs bestimmen. Entwicklungs­
potenziale müssen rechtzeitig erkannt und genutzt werden.
»Dabei kommt es allerdings darauf an, von bloß reaktiven, stabilisierenden
und kompensatorischen Strategien wegzukommen, von denen unsere
Stadtentwicklungspolitik sehr beherrscht war und ist. Nicht, dass sie keine
Bedeutung mehr haben, ganz im �egenteil. Sie müssen aber aufgehen in
einer Strategie, die aktive Zukunftsbilder entwirft – im Unterschied zu
den allein passiven und traditionsbasierten. Ein neues �roßstadtversprechen
wird und kann nicht das von gestern sein. Es geht um einen umfassenden
städtischen Erneuerungsprozess, ein breit angelegtes Politikkonzept, mit dem
Ziel einer neuen ›Innovationslandschaft Stadt‹.« 4
Prof. Dipl.­Ing. Jörn Walter, Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg
3 Wolfrum, Sophie et al.: Vorwort. In: Wolfrum, Sophie; Nerdinger, Winfried (Hrsg.): Multiple City, Berlin: jovis, 2008, S. 
4 Walter, Jörn, Perspektiven der Metropole. In: Hellweg, Uli, Internationale Bauausstellung IBA Hamburg GmbH (Hrsg.):
Metropole: Reflexionen, Berlin: jovis, 2007, S. 18
ÜberlegungenzurkommunalenProfilentwicklung
Eine Annäherung
Komplexität und Vielfalt vs. Profilierung – Ein Widerspruch?
Sowohl urbane Erneuerungsprozesse als auch Sparmaßnahmen
lassen sich nur dann sinnvoll umsetzen, wenn ein Konsens über
langfristig angelegte Zielsetzungen in der Stadtentwicklung
besteht.
Trotz ihrer Komplexität besitzt also jede Stadt bereits ein Profil,
das seit ihrer Gründung gewachsen ist und sich stets dynamisch
weiterentwickelt. Auch die Wahrnehmung der Stadt Augsburg hat
sich über die Jahrhunderte hinweg gewandelt.
Dieser Gedanke liegt nahe. Doch der Konsens scheitert oft an einem
Aspekt, der all unsere Städte charakterisiert: ihre Komplexität.
Soweit scheint die Komplexität der Stadt einer Profilbildung also
nicht im Wege zu stehen.
Städte sind von Natur aus komplexe Gebilde. Im »Ballungsraum«
Stadt treffen zunächst einmal Individuen mit ihren unterschied­
lichen Vorstellungen, Interessen, Lebensweisen und Biografien auf­
einander. So vielfältig wie ihre Bewohner ist auch die Stadt. Und
doch ist sie mehr als eine bloße Ansammlung von Einzelpersonen.
Aus dem Beziehungsgefüge der Stadtgesellschaft erwächst eine
Stadtkultur, die zusammen mit den lokalen Gegebenheiten, dem
»genius loci«, als charakteristisches Profil der Stadt innerhalb und
außerhalb ihrer Grenzen wahrnehmbar wird. Wir machen uns ein
»Bild« von einer Stadt, in dem subjektive Erfahrungen und kollek­
tive Sichtweisen (»Image«) zusammenfließen.
Das ändert sich allerdings, sobald man den Versuch unternimmt,
das Profil einer Stadt bewusst zu gestalten. Welche Aspekte einer
Stadt sind für die Profilentwicklung von großer Bedeutung und
welche werden weniger stark gewichtet? Vor dem Hintergrund
welcher Überlegungen und Zielsetzungen werden hier Entschei­
dungen getroffen? Und von wem? Die Vielfalt der Stadt lässt sich
nicht auf einen simplen Nenner bringen.
|19
Dennoch ist es für die Zukunftssicherung einer Stadt heute
unerlässlich, das eigene Stadtprofil proaktiv zu gestalten und
den eingangs erwähnten Konsens über langfristig angelegte
Zielsetzungen in der Stadtentwicklung herbeizuführen. Wie
erreichen wir dieses Ziel?
ÜberlegungenzurkommunalenProfilentwicklung
Eine Annäherung
Alle reden vom Profil. Wir auch.
Städtische Profilentwicklungsprozesse müssen der Vielfalt der
Stadtgesellschaft gerecht werden. Ein Stadtprofil muss mit der Zeit
gehen können. Es muss, ausgehend von Vorhandenem, Zukunfts­
perspektiven eröffnen. Der Profilentwicklungsprozess muss selbst
zum Impulsgeber für eine zukunftsorientierte und langfristig an­
gelegte Stadtentwicklung werden.
Landauf und landab suchen bundesdeutsche Städte nach ihrem
eigenen Profil. Das Thema ist wieder in Mode gekommen, seit
Richard Florida in seinem Buch »The Rise of the Creative Class«
2002 den Städten ein Rezept zur Positionierung als »Kreativstand­
ort« an die Hand gab, und verdankt seine Popularität natürlich
auch dem Glauben an die Allmacht der »Markenkommunikation«.
Das Ziel ist allerorts das Gleiche. Man möchte die eigenen Stärken
zum Tragen bringen, den Schwächen entgegenwirken und so zu
einer eigenständigen und wettbewerbsfähigen Position finden.
Nur die Wege dorthin unterscheiden sich grundlegend. Manche
Städte legen die Aufgabe in die Hände der eigenen Stadtverwal­
tung, andere betrauen damit Unternehmensberatungen, Architek­
ten oder Werbeagenturen. Wieder andere schreiben internationale
Wettbewerbe aus.
Es gibt hier sicher keinen Königsweg. Nur einige Feststellungen
kann man bei der Auseinandersetzung mit den verschiedenen
Herangehensweisen machen.
|21
ÜberlegungenzurkommunalenProfilentwicklung
Eine Annäherung
1
Eine glaubwürdige und tragfähige Profilentwicklung benötigt Zeit.
Das komplexe Thema »Stadt« entzieht sich einer schnellen Annähe­
rung und lässt sich auch nicht mit einem Werbeslogan »abfeiern«.
2
Warum also hat sich Augsburg dazu entschlossen, ebenfalls einen
Profilentwicklungsprozess anzustoßen?
Weil es in schnelllebigen Zeiten gesund ist, ab und an innezu­
halten und den eigenen Kurs zu hinterfragen.
Die Bestandssicherung der städtischen Infrastruktur sowie
Maßnahmen zum Erhalt der Lebensqualität haben nichts mit
Profilentwicklung zu tun. Die Konturen eines positiv besetzten
Stadtprofils treten erst dann zu Tage, wenn die kommunalen
Hausaufgaben gemacht sind.
3
Ein Stadtprofil kann man nicht künstlich erschaffen, man kann
jedoch heute den Boden für eine positive und zukunftsweisende
Profilentwicklung bereiten.
Weil Augsburg vieles hat, womit es glänzen kann, und dennoch
oft nicht richtig wahrgenommen wird.
Weil sich in Augsburg viele Organisationen und Interessen­
gruppen immer wieder mit der Stadt und ihrer Zukunft be­
schäftigen, aber bisher selten der Versuch unternommen wurde,
die Stadt in ihrer Vielfalt zu »begreifen«, um aus den dabei
gewonnenen Erkenntnissen unvoreingenommen und ohne den
Blick auf Eigeninteressen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Einen Versuch ist es also nicht nur wert,
er ist für die Stadt auch wertvoll.
|2
FRAGEN &
PERSPE KTIVEN
Unsere Stadt – heute und morgen
|2
|
Der Augsburger Profilentwicklungsprozess
|
Um der Komplexität des Themas »Stadt« gerecht zu werden,
innovative und zukunftsweisende Denkansätze zu ermöglichen
und dennoch über einen längeren Zeitraum handlungsfähig zu
bleiben, hat sich die Stadt Augsburg dafür entschieden, einen
Kreativprozess zu initiieren, der von Vertretern der Stadtgesell­
schaft getragen wird.
Parteipolitische Interessen sollten nicht den Diskurs bestimmen,
weshalb Kommunalpolitiker vorerst in den Prozess nicht einge­
bunden wurden.
Auf Grundlage eines Stadtratsbeschlusses vom 4. Dezember
2008 nahm eine aus 17 Vertretern der Stadtgesellschaft bestehen­
de Projektgruppe noch vor dem Jahreswechsel die Arbeit an dem
Profilentwicklungsprozess auf, dessen Ergebnisdokument hier
vorliegt.
Die Koordination, Moderation und Dokumentation des Prozesses
übernahmen Frau Gabriele Bergmann vom Medien­ und Kommu­
nikationsamt der Stadt Augsburg, Herr Prof. Stefan Bufler von der
Hochschule Augsburg sowie Herr Robert Strauch, Kommunika­
tionsdesigner.
|1
DerAugsburgerProfilentwicklungsprozess
Die Projektgruppe
Gebro Aydin
Angelika Hofmockel
Vorstandsmitglied, Mesopotamien Verein Augsburg
Götz Beck
Leiterin der Hochschulbibliothek Augsburg
Alfred Kailing
Geschäftsführer, Regio Augsburg Tourismus GmbH
Jochen Bieger
Geschäftsbereichsleiter Beratung, Handwerkskammer für Schwaben, Augsburg
Prof. Christian Pyhrr
Leiter Marketing, Premium AEROTEC GmbH
Raphael Brandmiller
ehem. Hochschule für Musik Nürnberg/Augsburg, Leitung SJSO
Jürgen Schulze­Ferebee
Vorsitzender, Stadtjugendring Augsburg
Leiter Kommunikation, KUKA Roboter GmbH
Rudolf Brunner
Dr. Jens Soentgen
Studiendirektor, Holbein­Gymnasium Augsburg
Herbert Dachs
Wissenschaftlicher Leiter des WZU, Uni Augsburg
Dr. Norbert Stamm
Verlagsleiter, Mediengruppe Pressedruck
Dr. Thomas Elsen
Lokale Agenda 21 für ein zukunftsfähiges Augsburg
Heinz Stinglwagner
Leiter, H2 – Zentrum für Gegenwartskunst, Augsburg
Helmut Haug
Geschäftsführer, City Initiative Augsburg
Juliane Votteler
Leiter Cityseelsorge, Pfarrer von St. Moritz
Herta Hiemer
Bündnis für Augsburg, Stadtsparkasse Augsburg
|
Intendantin des Theaters Augsburg
DerAugsburgerProfilentwicklungsprozess
Die Expertenrunden
Ein offener Diskurs innerhalb der Stadt – mit einem erweiterten
Kreis von Experten und Akteuren – gab dem Prozess den notwendi­
gen Tiefgang sowie Raum für unterschiedliche Perspektiven und
Meinungen. Die Struktur des Prozesses folgt der Überlegung, dass
die wesentlichen Aussagen zur Stadt und ihren Zukunftsperspek­
tiven von den in ihr lebenden und arbeitenden Menschen getroffen
werden können. Aus diesem Grund wurde auf eine Fremdbild­
analyse verzichtet. Hierzu bereits existierende Studien wurden
berücksichtigt.
11.03.09
In neun Expertenrunden zu den unten aufgeführten Themenfeldern
wurden neben einer Bestandsaufnahme aktueller Gegebenheiten
und Entwicklungen auch die Zukunftsperspektiven der Stadt Augs­
burg diskutiert. Die Gespräche mit den insgesamt 59 Experten
und Akteuren ermöglichten der Projektgruppe einen einzigartigen
Einblick in die verschiedensten Bereiche des städtischen Lebens und
berührten viele der unsere »Stadt« bewegenden Themen und Fragen.
21.09.09 Religion, Gesellschaft, Integration
|
Stadtgeschichte
20.04.09 Stadtplanung und ­entwicklung, Verkehr
06.05.09 Wirtschaft
15.06.09 Kultur
16.07.09 Hochschule, F & E, Erwachsenenbildung
21.10.09
Umwelt und Nachhaltigkeit
11.11.09
Familie/Kinder/Jugend & Bildung
09.12.09 Sport und Freizeit
AugsburgerProfilentwicklung
DerAugsburgerProfi
lentwicklungsprozess
Der Prozess
An den Expertenrunden beteiligte Vertreter der Stadtgesellschaft
Stadtgeschichte
Dr. Michael Cramer­Fürtig Amtsleiter Stadtarchiv
Edith Findel Historikerin, Autorin
Prof. Dr.­Ing. Eberhard Paul Hilbich Stadtheimatpfleger
Gregor Nagler M.A. Kunsthistoriker
Dr. Peter Fassl Bezirksheimatpfleger
Stadtplanung und ­entwicklung, Verkehr
Dietmar Egger Architekt, Bürgeraktion Pfersee, Fachforum Nachhaltige Stadtentwicklung
János Korda Vorstand, Allg. Deutscher Fahrrad Club, Kreisverband Augsburg e.V.
Margot Laun Bürgeraktion Textilviertel, Bündnis für Augsburg, Tür an Tür
Edgar Mathe �eschäftsführer, W B�, Stadt Augsburg
Christian Z. Müller Architekt, Kulturschaffender
Norbert Walter �eschäftsführer, Stadtwerke Augsburg
Wirtschaft
Karl Bayerle Fachbereich Innovationen und Arbeitsmarkt, Wirtschaftsreferat Stadt Augsburg
Dieter Birnmann Regionalgeschäftsführer Wirtschaftsraum Augsburg, IHK Schwaben
Heinz Verhufen �eschäftsleitung, Modehaus Jung
Helmut Jung D�B-Regionalvorsitzender Augsburg
Harald Labbow Bankier, Hauck & Aufhäuser, München, ehem. Niederlassungsleiter
Hypo-Vereinsbank A�, Augsburg
Markus Pflüger Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren, Augsburg
Katrin Tiesenberg Center-Managerin, City-�alerie Augsburg
Kultur
Peter Bommas Leiter Kulturpark West, Kulturschaffender
Richard Goerlich Popkulturbeauftragter der Stadt Augsburg
|7
Kurt Idrizovic Buchhändler, Kulturschaffender
Ute Legner Musikpädagogin, Kulturmanagerin (abraxas), Leitung »Mehr Musik!«
Eva­Maria Müller ehem. Leiterin des PAX-Büros
Christian Thöner �eschäftsführender Vorstand, Kunstverein Augsburg
Manuela Wagner, M.A. Museumspädagogin, Kunstsammlungen und Museen Augsburg
Hochschule, F & E, Erwachsenenbildung
Dr. Wolfgang Biegel Anwenderzentrum Material- und Umweltforschung, Universität Augsburg,
Carbon Composites e.V.
Prof. Dr. Dr. Werner Ehret Klinikum Augsburg, Institut für Laboratoriumsmedizin
Manfred Geh Verwaltungsleiter, Volkshochschule Augsburg
Prof. Dr.­Ing. Hans­Eberhard Schurk Präsident der Hochschule Augsburg
Dr. Gerhard Wilhelms Stv. Leiter, Zentrum für Weiterbildung und Wissenstransfer,
Universität Augsburg
Religion, Gesellschaft, Integration
Matthias Garte Referat Oberbürgermeister, Koordinator Fachstelle Integration und
Interkulturelle Arbeit
Susanne Kasch Dekanin, Evang.-Luth. Dekanat Augsburg, Pfarrerin von St. Anna
Christiane Lembert­Dobler Ethnologin, Migrationsforscherin, Universität Augsburg
Dieter Müller Pfarrer, �esellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Augsburg
und Schwaben e.V.
Mustafa Özen Vorstandsmitglied, Dachverband Türkischer Vereine in Augsburg e.V.
Hans­Joachim Ruile �eschäftsführer, Kulturhaus Kresslesmühle und Interkulturelle Akademie
Matthias Schopf­Emrich Vorstandsmitglied, Tür an Tür – miteinander wohnen und leben e.V.
Hyseyin Yalcin stellv. Vorsitzender des Ausländerbeirats der Stadt Augsburg, Vorsitzender
der Alevitischen �emeinde Augsburg e.V., Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Bayerns
AugsburgerProfilentwicklung
DerAugsburgerProfi
lentwicklungsprozess
Der Prozess
Umwelt und Nachhaltigkeit
Egon Beckord �eschäftsführer, KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e.V.
Dr. Günter Bretzel 1. Vorsitzender, Ortsgruppe Augsburg, Bund Naturschutz in Bayern e.V.
Dr. Josef Hochhuber Bayerisches Landesamt für Umwelt, Energieeffizienz
Hans­Peter Koch Abteilungsleiter Klimaschutz, Umweltamt der Stadt Augsburg
Nicolas Liebig �eschäftsführer, Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V.
Ute Michallik­Herbein Sprecherin der Lokalen Agenda 21
Dr. Eberhard Pfeuffer 1. Vorsitzender, Naturwissenschaftlicher Verein für Schwaben e.V.,
Vorstandsmitglied, Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg e.V.
Prof. Dr.­Ing. Wolfgang Rommel �eschäftsführer, bifa Umweltinstitut �mbH,
Hochschule Augsburg, Fakultät für Maschinenbau
Prof. Manfred Schnell Hochschule Augsburg, Fakultät für Architektur u. Bauingenieurwesen
Familie/Kinder/Jugend & Bildung
Katharina Bezzel Evangelische Jugend Augsburg, Offene Behindertenarbeit
Heinz Gams Vorsitzender des Seniorenbeirats der Stadt Augsburg
Gabriele Kühn Kompetenzzentrum Familie (KoFa), Amt für Kinder, Jugend und Familie,
Stadt Augsburg
Annemarie Leis �eschäftsführerin, BDKJ Diözesanverband Augsburg und Vorstand,
BDKJ »Café Schülertreff e.V.«
Iris Neubert­Duzy Vorsitzende des �esamtelternbeirats Augsburg
Elfriede Ohrnberger Ministerialrätin, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus
Peter Scherer Pastoralreferent, Ehe- und Familienseelsorge, Diözesanregion Augsburg
Hellmut Steffens Botschafter, Bündnis für Augsburg, Agenda 21 (Partnerschaft der �enerationen)
|9
Sport und Freizeit
Dr. Maria Dobner Amtsleiterin, Amt für �rünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen
der Stadt Augsburg
Dr. Christine Höss­Jelten Leiterin, Hochschulsport Augsburg
Dr. Barbara Jantschke �eschäftsführerin, Zoologischer �arten Augsburg �mbH
Horst Woppowa Vorsitzender, Kanu-Schwaben Augsburg, TSV 1847 Schwaben Augsburg
In mehreren Workshops wurden die in den Expertenrunden
gewonnenen Erkenntnisse von der Projektgruppe diskutiert und
strukturiert. Der Prozess wurde zielgerichtet, aber ergebnisoffen
begonnen und dem jeweiligen Erkenntnisstand entsprechend
gestaltet.
|
Augsburger Profilentwicklung
Fragen und Antworten
|
AugsburgerProfilentwicklung
Fragen und Antworten
Wersindwirundwohin
wollenwir?
Ziel des Prozesses ist die
Formulierung von Aussagen zur
Beschreibung einer Augsburger
»Identität« und die Erarbeitung
von Zukunftsperspektiven für eine
profilbildende Stadtentwicklung.
|4
Wiegestaltenwireine
lebenswerte,sozialgerechte,
wirtschaftlicherfolgreiche,
kulturelllebendige
undnachhaltigagierendeStadt?
AugsburgerProfilentwicklung
Fragen und Antworten
Die Expertenrunden – Eine Augsburger Bestandsaufnahme
Zentrale Aussagen aus den neun Expertenrunden sind in einer diese
Schrift begleitenden Publikation zusammengestellt. Darüber hinaus
liegen dem Medien­ und Kommunikationsamt der Stadt Augsburg
detaillierte Gesprächsprotokolle vor.
|47
|
AugsburgerProfilentwicklung
Fragen und Antworten
Themenübergreifende Erkenntnisse aus den Expertenrunden
Neben den vielen wertvollen themenspezifischen Informationen,
Meinungen, Bewertungen und Zukunftsvorstellungen, die in den
Expertenrunden vorgebracht wurden, sind für den Profilentwick­
lungsprozess der Stadt insbesondere die Aussagen und Themen von
Bedeutung, die wiederholt die Diskussion bestimmen.
|1
WasAugsburger
überAugsburgsagen.
1 Aussagen zum Wesen der Stadt
und ihrer Bewohner
In den Expertenrunden stets wiederkehrende Aussagen lassen ein
Bild von Augsburg entstehen, das offensichtlich in der Wahrneh­
mung vieler Bürger existiert.
Im Folgenden wird versucht, die 16 wichtigsten Aussagen zum
Wesen der Stadt und ihrer Bewohner festzuhalten. Die s­ chriftliche
Fixierung von Sichtweisen und Meinungen, die sonst meist nur
­beiläufig geäußert werden, vermittelt eine Vorstellung von der
Wahrnehmung der Stadt. Es wird versucht, positive und negative
Facetten dieses Wahrnehmungsbildes objektiv zu benennen.
Augsburg ist eine schöne Stadt.
Die großzügig angelegte historische Altstadt mit ihren pracht­
vollen Baudenkmälern, belebten Plätzen, Straßen und Gassen sowie
stets überraschenden Winkeln, aber auch die industriegeschichtlich
­bedeutende Gebäudesubstanz außerhalb der Stadtmauern wird von
den Augsburgern wertgeschätzt und von den Besuchern der Stadt
bewundert.
In Augsburg lebt man gut!
Die Augsburger Bürger genießen die besonders hohe Lebensqualität
ihrer Stadt. Die kurzen Wege, die Nähe zum Wasser (Flüsse, Kanäle,
Seen) und die Lage inmitten großer Naherholungsgebiete machen
die Stadt für ihre Bewohner attraktiv.
Augsburg ist eine zutiefst europäisch
geprägte Stadt.
Die Stadt befindet sich im Zentrum des Kontinents und spiegelt die
Kulturgeschichte Europas wider.
Über 2000 Jahre hinterlassen ihre Spuren.
Das historische Erbe der Stadt ist ihr Kapital und ihre Last zugleich.
Die Vielzahl der vorhandenen Artefakte und Gebäude dokumentiert
auf beeindruckende und lebendige Weise Augsburg als Schauplatz
europäischer Geschichte. Die Stadtgeschichte stiftet Identität und
bietet Anknüpfungspunkte für Neues. Das historische Stadtbild ist
|
für die Bürger der Stadt ein wertvoller Lebensraum und für ­Besucher
eine sehenswerte Attraktion. Die Stadt tut sich aber auch schwer, aus
dem Schatten der Geschichte herauszutreten und neue, profilbildende
Akzente zu setzen. Die historische Innenstadt wird als »museale Ku­
lisse« geschätzt. Es fehlen jedoch moderne architektonische Akzente.
»Ich wusste gar nicht, dass es hier so schön ist!«
Augsburg ist als drittgrößte Stadt Bayerns und zweitälteste Stadt
Deutschlands unterdurchschnittlich bekannt. Die Stadt wird nicht
genügend und nicht richtig wahrgenommen. Unterschiedlichen
Studien zufolge verbinden die Menschen in Deutschland Augsburg
mit den Themen »Puppenkiste« und »Fugger«. Die Größe der Stadt
wird teils drastisch unterschätzt.
Die Augsburger lieben ihre Stadt, trauen ihr
aber nicht viel zu.
Die Heimatverbundenheit der Augsburger geht bisher nicht einher
mit dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten.
Augsburg ist erfolgreich – nur weiß das niemand. Oder – »Wir sind stolz, aber sagen’s keinem.«
Die vornehme Zurückhaltung, welche die Augsburger Schwaben an
den Tag legen, wenn es darum geht, die eigenen Erfolge und Er­
|
rungenschaften in die Welt zu tragen, schadet der Stadt. Wer weiß
schon, dass Augsburg im Naturschutz Vorbildliches leistet, dass das
Zentralklinikum zu den größten Kliniken Deutschlands gehört und
deutlich größer als das Klinikum Großhadern in München ist oder
dass die Region Augsburg zu den wirtschaftlich erfolgreichen Land­
strichen Bayerns gehört? Ein selbstbewussteres Auftreten stünde
der Stadt und ihren Bürgern gut zu Gesicht.
Die Augsburger machen etwas los – jeder für sich.
Das Leben in Augsburg ist bunt und vielfältig. Viele ­Organisationen
und Vereine, aber auch einzelne Bürger der Stadt leisten hierzu
­einen wertvollen und wahrnehmbaren Beitrag. B
­ ürgerschaftliches
Engagement begegnet uns in vielerlei Ausprägungen und hat in
Augsburg nicht selten eine bereits lange Tradition. Allerdings sind
die verschiedenen Akteure bisher nicht ausreichend vernetzt, so dass
sich mögliche Synergieeffekte auf Grund eines mangelhaften Infor­
mationsaustauschs nicht immer einstellen.
Augsburg kultiviert das Mittelmaß.
Die historischen Erfahrungen mit der Bikonfessionalität/Parität
führen zu einer Kultur des kleinsten gemeinsamen Nenners. Dies
verhindert oft mutige Anstöße und Entscheidungen.
Die Stadt bestätigt damit immer wieder die Vorurteile einer klein­
bürgerlich denkenden Provinzstadt.
In der Augsburger Stadtentwicklung gibt es
keine Kontinuität.
und ihrer Geschichte identifizieren. Die Auswirkungen dieser
gesellschaftlichen Veränderungen sind bis heute spürbar.
Viele Projekte und Prozesse werden in Augsburg heute angestoßen
und morgen wieder zu Grabe getragen.
Augsburg leidet unter dem »Trauma
München« – auch heute noch.
Augsburg ist tolerant.
Wenn Augsburger von der Nähe Münchens als Chance sprechen,
folgen sie ihrem Verstand. Wenn sie ihrem Gefühl nachgeben,
­werden die Abneigung und das Misstrauen gegenüber der bayeri­
schen Landeshauptstadt sichtbar. Die Aufarbeitung des »MünchenKomplexes« ist noch nicht abgeschlossen.
Mehr als 90.000 Menschen mit Migrationshintergrund nennen
Augsburg heute ihr Zuhause. Doch ungeachtet aller Unterschied­
lichkeit lebt die Bevölkerung der Stadt friedlich zusammen. Auch
wenn wir heute sicherlich noch nicht von einer weitreichenden
gesellschaftlichen Integration der verschiedenen Kulturen sprechen
können, so zeigt Augsburg doch, dass ein Zusammenleben auf der
Grundlage von gegenseitiger Toleranz und gemeinsamen Zielen
möglich ist.
Die Augsburger haben ein Imageproblem.
Sie sind freundlicher und offener, als das ihnen gemeinhin nach­
gesagt wird. Mit dem Begriff »Augsburger Mentalität« werden die
genannten Eigenschaften heute noch nicht verbunden.
Einmal Textiler, immer Textiler!
Augsburg ist eine Arbeiterstadt. Mit der Industrialisierung ent­
wickelt sich eine starke Arbeiterkultur. Die Stadt verliert die tradi­
tionellen wirtschaftlichen Eliten (Patriziat), die sich mit der Stadt
|
Augsburg sitzt zwischen den Stühlen.
Die Augsburger stehen zu ihren schwäbischen Wurzeln, bekennen
sich aber auch zum Freistaat Bayern. Von den benachbarten Ober­
bayern, Mittelfranken und Württemberger Schwaben werden sie
dagegen meist nicht als »Stammesgenossen« betrachtet.
Die Stadt ohne Land.
Vielen bayerischen Schwaben fehlt ein emotionaler Bezug zu ihrer
Bezirkshauptstadt. Die Allgäuer bleiben lieber unter sich und die
Bewohner der östlichen Landkreise orientieren sich nach München.
|
Was die Menschen in unserer
Stadt bewegt und beunruhigt.
Die Themen unserer Zeit und die
Fragen nach unserer Zukunft
|
In den meisten Bereichen des kommunalen Lebens lassen sich
­interessante Zukunftsperspektiven ausmachen, die für eine
­Profilierung der Stadt wertvoll wären.
Eine Beschränkung auf einige wenige Entwicklungsfelder wird
­jedoch als nicht zielführend betrachtet. Die Vielfalt der in den
­Expertenrunden geäußerten Profilierungsfelder legt eine solche
Vorgehensweise auch nicht nahe.
Und dennoch gibt es einen Kanon von Themen, der offensichtlich
die Diskussion und Arbeit in verschiedenen Lebensbereichen der
Stadtgesellschaft gleichermaßen bestimmt.
Es sind dies nicht so sehr die Augsburg-spezifischen Themen,
­sondern vielmehr Fragestellungen, die durch gesellschaftliche,
­ökologische und ökonomische Entwicklungen auch andernorts
­aufgeworfen werden.
|
Wie reagieren wir auf den Klimawandel?
Wie sorgen wir für Ressourcengerechtigkeit?
Wie praktizieren wir modernen Umweltschutz?
Wie bleiben wir in einer globalisierten Welt
wettbewerbsfähig?
Wie gestaltet sich nachhaltiges Wirtschaften?
Was verstehen wir unter »Fortschritt«?
Wie sieht der Arbeitsmarkt von morgen aus?
Was müssen wir tun, um unserer Verantwor­
tung für den Rest der Welt gerecht zu werden?
Wie lassen sich die Ansprüche einer mobilen
Gesellschaft mit dem Schutz der Umwelt und
des Menschen vereinbaren?
Wie muss gesellschaftliche Integration
gestaltet und gelebt werden?
An welchen kulturellen und gesellschaftlichen
Werten werden wir uns zukünftig orientieren?
Wie setzt sich das Prinzip der Gleich­be­
rechtigung in unserer Gesellschaft durch?
Welche Rolle wird Kultur im kommunalen
Kontext zukünftig spielen?
Wie leben wir Demokratie?
Wie treffen wir Entscheidungen, die das
Leben in unseren Kommunen bestimmen?
Wie verhandeln wir den Grenzverlauf
zwischen öffentlichem, institutionellem und
privatem Raum?
Wie muss eine kommunale Bildungsland­
schaft aussehen, um allen Bürgern
lebenslanges Lernen zu ermöglichen?
Wer übernimmt die Verantwortung für
unsere Kinder und Jugendlichen?
Womit wollen wir uns in unserer Freizeit
beschäftigen?
…
Diese Perspektive ist wahrscheinlich auch der Tatsache geschuldet,
dass wir unsere Zeit als instabil und im grundlegenden Wandel
befindlich wahrnehmen. Veränderungsprozesse in allen Lebens­
bereichen verlangen nach neuen Wegen und Lösungen. Wir stehen
offensichtlich an der Schwelle zu einer neuen Zeit.
»Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine grundlegende Neuausrich­
tung des Wirtschaftssystems angekündigt. Deutschland müsse seine
›Wirtschaftsweise mit ganzer Kraft hin zu mehr Nachhaltigkeit umbauen‹ …
›Wir alle können uns fragen, wie wir langfristiger denken können in der Wirtschaft, bei den Finanzen, in der Sozial- und Integrationspolitik, nicht zuletzt
aber auch, indem wir noch mehr in unsere Bildung investieren‹ …
Im neuen Jahrzehnt entscheide sich, ›wie wir unseren Wohlstand erhalten, indem wir unsere Art zu leben und zu wirtschaften ändern‹ …
Merkel kündigte auch neue Regeln für die Finanzmärkte an, um ›das
Zu­sammenballen von Maßlosigkeit und Verantwortungslosigkeit‹ in Zukunft
rechtzeitig verhindern zu können. …« 5
5H
ulverscheidt, Claus: Mit ganzer Kraft zu mehr Nachhaltigkeit. In: Süddeutsche Zeitung, 31. Dezember 2009 / 1. Januar 2010
|
»… Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter im Zeichen von
­Ökologie und Nachhaltigkeit. Wir erkennen: Die Verantwortung für die
­Schöpfung tragen wir. Und wir stellen heute die Weichen für unser Wohlergehen
von morgen. … Die Welt, wie wir sie kannten, geht zu Ende, heißt es. Vieles
deutet darauf hin. Doch das ist kein Anlass zu Fatalismus und Resignation.
Denn an der ­�estaltung einer neuen, besseren Welt kann jede und jeder von uns
mitwirken. Wir haben unsere Zukunft zu einem großen Teil selbst in der Hand.
Nutzen wir diese Chance – in Verantwortung vor der Schöpfung und zum
Wohle ­unserer Kinder und Enkel.« 6
6 Altbundespräsident Dr. Horst Köhler in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Augsburg
am 25. Oktober 2009
|
|
Schlussfolgerungen der
Projektgruppe für einen
Augsburger
Profilentwicklungsprozess
Welche Schlüsse ziehen wir aus den
gewonnenen Erkenntnissen für eine
kommunale Profilentwicklung?
Welchen Beitrag kann ein Profil­
entwicklungsprozess hier leisten?
Welche Kriterien muss ein
Profilentwicklungskonzept demnach
erfüllen?
|
1
Neben der Puppenkiste wird Augsburg in der Außenwahrnehmung
vorwiegend mit historischen Themen in Verbindung gebracht. Für
die zweitälteste Stadt Deutschlands ist dies sicher keine ungewöhn­
liche Feststellung.
Wenn jedoch die Vergangenheit den Blick in die Zukunft verstellt,
lässt sich das Entwicklungspotenzial einer Stadt nicht realisieren.
Viele bemerkenswerte Augsburger Entwicklungen der jüngeren Ver­
gangenheit und Gegenwart sind weder den Augsburgern noch einer
weiteren Öffentlichkeit bekannt.
Das interne und externe »Image« Augsburgs bedarf einer Aktuali­
sierung.
Ein Augsburger Profilentwicklungskonzept muss deshalb aus der
Vergangenheit schöpfen, aber in die Zukunft weisen.
Ergänzend sei an dieser Stelle bemerkt, dass auch das historische Profil der
Stadt in Augsburg nicht ausreichend zur �eltung kommt. Entspricht die
­Ausstattung des Römischen Museums etwa dem Stellenwert des Themas für
die Stadtgeschichte? Und wo ist die Friedensstadt das Jahr hindurch erlebbar?
|
2
Ein zentrales, das Augsburger Stadtprofil bestimmendes Thema
­existiert nicht.
Das Bild der Stadt lässt sich weder auf Römer und Fugger noch
auf Mozart und Brecht oder Frieden und Karbonfasern reduzieren.
Selbstverständlich gibt es Themen- und Aktionsfelder von beson­
derer Bedeutung und Relevanz für die Wahrnehmung der Stadt.
Eine thematische Fokussierung wird jedoch nicht zu einer Profi­
lierung führen, die von der Mehrheit der Bürger und den die Stadt
gestaltenden Akteuren getragen wird.
Gesucht wird ein dynamisches Profilentwicklungskonzept, das
nachhaltig wirkt, indem es sich nicht in einer ­Zustandsbeschreibung
(Stadt des/der …) erschöpft, sondern einen Prozess anstößt
­(Initial­zündung) und als Impulsgeber fungiert. Ein nachhaltiger
Image­gewinn ist nur mittel- und langfristig zu erwarten.
3
Die Bereitschaft, sich den unsere Zeit bestimmenden Herausforde­
rungen als Stadt zu stellen und heute Lösungsmodelle für unsere
Zukunft zu erarbeiten, ist den Äußerungen der beteiligten Experten
nach in Augsburg sehr hoch. Mit großem Engagement und Ideen­
reichtum suchen sie nach Antworten auf die gesellschaftlichen, öko­
logischen und ökonomischen Fragestellungen, mit denen wir heute
konfrontiert sind.
Die Leidenschaft, mit der sich Augsburger Bürger bereits heute für
die Sicherung und Gestaltung ihrer Zukunft engagieren, kann zur
treibenden Kraft eines profilbildenden Stadtentwicklungsprozesses
werden. Denn nur die Themen, die in der Bürgerschaft auf Interesse
stoßen und Menschen zudem emotional bewegen, werden die Re­
sonanz und den Zuspruch finden, die für eine Profilierung der Stadt
ausschlaggebend sind. Vorhandene Kräfte können somit gebündelt
und neue Kräfte mobilisiert werden (Klammerfunktion und Impuls­
geber).
Ein nachhaltig wirkendes Stadtprofil lässt sich nicht künstlich er­
schaffen, sondern muss aus der Stadt heraus erwachsen. Nur ein in
der Stadt verankerter Profilentwicklungsprozess kann außerhalb der
»Stadtmauern« glaubwürdig sein.
|
4
Augsburg kann sich mit einer Fülle von Themen, Aktivitäten und
Leistungen gewinnbringend in Szene setzen, leidet aber unter dem
Image einer konservativen sowie zuweilen mutlos agierenden Stadt
im Schatten Münchens.
Die Augsburger müssen wieder zum Glauben an die eigenen Fähig­
keiten finden und ein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Ein
Profilentwicklungsprozess, der die Stärken der Stadt sichtbar wer­
den lässt, aber auch eine mutige und zukunftsorientierte Stadtkultur
einfordert, kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
5
Um die Stadt Augsburg über eine Profilierung auch im nationalen
und internationalen Kontext zu positionieren, muss ein Profilent­
wicklungskonzept Augsburg-spezifische Qualitäten besitzen. Es
darf nicht austauschbar sein.
Eine differenzierende Positionierung kann allerdings nicht nur mit
Hilfe von harten Unterscheidungsmerkmalen erzielt werden (Was
hat eine Stadt zu bieten?), sondern lässt sich auch über »kulturelle«
Eigenschaften (Wie handelt die Stadt?) herstellen.
|
ANTWO RTEN
Profilentwicklung in Augsburg –
ein Konzept
|79
|
»Die Idee von einer Stadt«
Entwurf eines ­Augsburger
­Stadtprofils
|
Was also, wenn Augsburg die
Bereitschaft seiner Bürger zur
Gestaltung des gesellschaftlichen,
ökologischen und ökonomischen
Wandels zum Anlass für eine
Profilierung der Stadt nähme?
Was also, wenn Augsburg zum
Vordenker und zum Vorbild für
kommunale Erneuerungsprozesse in
Deutschland und Europa würde?
Was also, wenn Augsburg zu einer
»Modellstadt des 21. Jahrhunderts«
würde?
|
Augsburg
Modellstadt des 21. Jahrhunderts
|
»DieIdeevoneinerStadt«
Entwurf eines Augsburger Stadtprofils
Kann eine Stadt durch die Auseinandersetzung mit
zeittypischen Themen und Fragestellungen ihr Profil
entwickeln?
Augsburg ist eine in vielerlei Hinsicht typische europäische Groß­
stadt, deren Chronik sich wie ein europäisches Geschichtsbuch liest.
Und auch heute ist Augsburg mit denselben Herausforderungen
und Problemen konfrontiert wie andere Städte unseres Kontinents.
Wie soll sich Augsburg in einem solchen Umfeld profilieren?
Was macht eine typische Stadt zur besonderen Stadt, wenn sich die
Ausgangssituation und die Rahmenbedingungen gleichen?
Wie wird das Modell einer europäischen Stadt zur europäischen
Modellstadt?
Indem Augsburg anders, schneller,
besser und vorausschauender
denkt und handelt als viele
vergleichbare Städte Europas,
kann die Stadt zum Modell einer
zukunftsfähigen europäischen
Großstadt werden.
Voraussetzung hierfür sind nicht primär finanzielle Mittel,
sondern vielmehr Ideenreichtum, Intelligenz, Mut und Durch­
haltevermögen – Tugenden, die nicht allerorts anzutreffen sind
und im kommunalen Kontext durchaus differenzierende Eigen­
schaften darstellen.
Im Übrigen: Ist eine Innovationskultur erst einmal etabliert, wird auch der
wirtschaftliche Erfolg nicht ausbleiben.
|89
»DieIdeevoneinerStadt«
Entwurf eines Augsburger Stadtprofils
Was prädestiniert gerade Augsburg dazu, sich als europäische
Modellstadt zu profilieren?
Was macht dieses Konzept Augsburg-spezifisch?
Die Rolle einer europäischen Modellstadt ist Augsburg nicht fremd.
An der Schwelle vom ausgehenden Mittelalter zur Renaissance und
zu Beginn der Neuzeit war Augsburg wirtschaftliches Zentrum und
kultureller Taktgeber nördlich der Alpen.
Diese herausragende Stellung ist nicht nur den geografischen
Gegebenheiten und den günstigen politischen Umständen der Zeit
geschuldet, sie ist auch auf die Bereitschaft der Augsburger zurück­
zuführen, sich frühzeitig dem neuen Geist zu öffnen, der die Stadt
aus Italien erreichte.
Auch im 15. und 16. Jahrhundert spürten die Menschen, dass sich
ihre Welt grundlegend wandelte. Europa litt zu Beginn des 15. Jahr­
hunderts noch an den Auswirkungen einer wirtschaftlichen Krise.
Sowohl das bestehende Welt­ als auch das Menschenbild wurden
aus den Angeln gehoben. Gesellschaftliche Bezugs­ und Werte­
systeme entsprachen damit oft nicht mehr dem Zeitgeist. Ein Um­
denken wurde unvermeidbar.
|91
Die Frage, mit der sich die Menschen der Renaissance konfrontiert
sahen, lautete:
Wie verhält man sich, wenn bisher Gültiges in Frage gestellt wird?
Versucht man, den Status quo zu bewahren, oder stellt man sich
den neuen Herausforderungen?
Von dem erstarkenden Augsburger Bürgertum wurde diese Zeit
des Umbruchs als Chance verstanden – als Chance zum Ausbau
der eigenen Machtposition, aber auch als Chance zur Umgestal­
tung und Weiterentwicklung der eigenen Stadt.
Diese Entwicklung entspricht dem für die Renaissance typischen
Muster einer vom Bürgertum getragenen Reformbewegung, die
insbesondere in den Städten Fuß fasste und diesen nicht selten
eine kulturelle Blütezeit bescherte.
Der Geist des Humanismus ermöglichte auch in Augsburg einen
Prozess der Erneuerung, der vom Streben nach Erkenntnis und
»DieIdeevoneinerStadt«
Entwurf eines Augsburger Stadtprofils
von Toleranz getragen wurde. In den Natur­ und Geisteswissen­
schaften wurde genauso nach zeitgemäßen Antworten gesucht wie
bei der Frage nach der Neuordnung einer konfessionell gespaltenen
Stadtgesellschaft.
Augsburg war einer der bedeutendsten Verlagsorte Europas und
eine weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Kunstmetropole.
Und auch die Ingenieure und Baumeister der Stadt waren ihrer Zeit
oftmals voraus.
Die Stadt war damals in vielerlei Hinsicht eine europäische Modell­
stadt, die in wirtschaftlich und gesellschaftlich wechselvollen Zeiten
überregional wahrnehmbare Zeichen setzte.
Es mag eine Kombination aus Fortschrittsglauben und Pragma­
tismus gewesen sein, die einen Entwicklungsprozess ermöglichte,
dessen Spuren bis heute das Bild Augsburgs prägen. Der viel
beschworene Mythos vom »Goldenen Augsburg« wurde damals
begründet.
Die Erinnerung an diese »goldene« Epoche der Stadt mag ein
verklärendes und beschönigendes Bild der Historie sein, sie zeugt
dennoch von einem Geist des Aufbruchs, der viele Bürger der Stadt
erfasste und dazu ermutigte, Neuland zu betreten.
|9
Heute, da wir wieder mit gesellschaftlichen, ökologischen und
ökonomischen Paradigmenwechseln konfrontiert sind, kann
Augsburg selbstbewusst an die eigene Vergangenheit anknüpfen
und aus dem Mythos der »goldenen« Stadt Kraft schöpfen.
Indem sich Augsburg auf den Geist der Renaissance beruft, lässt
sich das Potenzial einer kreativen und innovationsfreudigen Stadt
überzeugend darstellen. Die Stadt kann sich auf den Weg machen,
um als Modellstadt des 21. Jahrhunderts erneut zu einem Impuls­
geber für europäische Stadtentwicklung zu werden.
Literatur:
Roeck, Bernd: Geschichte Augsburgs. München: C.H. Beck, 200
Gottlieb, Gunther et al.: Geschichte der Stadt Augsburg. Stuttgart: Konrad Theiss, 1984
Burke, Peter: Die Renaissance. . Auflage. Berlin: Klaus Wagenbach, 2009
»DieIdeevoneinerStadt«
Entwurf eines Augsburger Stadtprofils
Augsburgs Vergangenheit als Motor für die Zukunft
Wenn Augsburg die Renaissance als Leitmotiv für einen Stadtent­
wicklungsprozess wählt, dann geht es nicht darum, das »goldene
Zeitalter« der Stadt wiederzubeleben. Wir leben schließlich in einer
gänzlich anderen Welt.
Es geht vielmehr darum, …
… aus dem Geist der Renaissance Kraft und Mut für einen von der
Stadtgesellschaft getragenen Erneuerungsprozess zu schöpfen.
… die Positionierung Augsburgs als »Modellstadt des 21. Jahr­
hunderts« daraus glaubwürdig abzuleiten und zu entwickeln.
… eine visionäre Haltung im Bereich der Stadtentwicklung einzu­
fordern.
… die kreativen und innovativen Kräfte innerhalb der Stadt zu
ermutigen.
… den Anspruch der Stadt als Entwicklungsraum für wegweisende
Zukunftsstrategien zu dokumentieren.
… den Glauben an die eigenen Möglichkeiten zu stärken.
… die Identifikation der Augsburger mit ihrem Stadtentwicklungs­
prozess zu fördern.
|9
Es geht also um eine erneute
»Wiedergeburt« Augsburgs, die
diesmal nicht auf den Geist der
Antike, sondern auf den Geist der
­»Renaissance« zurückgreift.
Dementsprechend wurde für den
im Folgenden skizzierten
Profilentwicklungsprozess der Stadt
Augsburg ein Titel gewählt, der
diesen Gedanken zum Ausdruck
bringt.
|
Renaissance 2.0
Modellstadt des 21. Jahrhunderts
|
Renaissanc2.0
Der Namenszusatz 2.0 transportiert den Gedanken einer
­»Neu­auflage« (Version 2) der »Renaissance«, die im 21. Jahrhundert
unter anderen Vorzeichen steht als die historische Epoche des
15. und 16. Jahrhunderts.
Der Zahlencode ist deshalb bewusst unserer digitalen Welt entlehnt
und verweist in seiner gebräuchlichsten Erscheinungsform als
»Web 2.0« nicht nur auf das Medium, das unsere heutige Welt
revolutioniert, sondern insbesondere auf die Qualität des Internets
als einer Plattform des Austauschs und Dialogs, die allen Menschen
offen steht und zur Mitgestaltung einlädt.
»Renaissance 2.0« ist damit eine
Aufforderung zum gemeinsamen
Aufbruch in eine neue Zeit.
|
|
Wie funktioniert
»Renaissance 2.0«?
Wie etabliert und fördert
Augsburg eine Innovationskultur?
Wie lässt sich das Konzept
einer »Modellstadt des
21. Jahrhunderts« praktisch
umsetzen?
|
Wiefunktioniert»Renaissance2.0«?
»Renaissance 2.0« soll zur Marke für einen von der Stadt und
Stadtgesellschaft getragenen Innovations­ und Stadtentwicklungs­
prozess werden.
Der Prozess dient der mittel­ und langfristigen Profilierung und
Positionierung der Stadt Augsburg als »Modellstadt des 21. Jahr­
hunderts«.
Das von historischen Themen dominierte »Image« Augsburgs soll
damit aktualisiert werden. Ein dementsprechend ausgerichteter
Prozess muss Perspektiven für eine zukunftsweisende Stadtentwick­
lung eröffnen, die aufgrund Ihrer Modellhaftigkeit auch über­
regional Beachtung finden.
Die öffentliche Wahrnehmung und Anerkennung der durch den
Prozess angestoßenen, geförderten und publik gemachten Leistun­
gen wird schließlich das Selbstwertgefühl der Augsburger stärken
und diese beflügeln, den einmal begonnenen Weg weiterzugehen.
»Renaissance 2.0« kann damit zum Motor für eine disziplinüber­
greifende Mobilisierung der innovativen und kreativen Kräfte inner­
halb der Stadtgesellschaft werden.
|107
Dieses Ziel wird allerdings nur dann erreichbar sein, wenn es
gelingt, die genannten Kräfte unter einem Dach zu bündeln, das
groß genug ist, um der Vielfalt des städtischen Lebens Raum zu
geben, und klein genug, um eine Profilierung zu gewährleisten.
Nur wenn sich die maßgeblichen Akteure aus den verschiedensten
Gesellschaftsbereichen – der Wirtschaft, der Kultur, der Bildung
und Forschung, dem Umweltschutz, dem Sport, den sozialen
Einrichtungen und Initiativen sowie den Glaubensgemeinschaften
zusammen mit den politischen Vertretern der Stadtgesellschaft –
über Prinzipien gemeinsamen Handelns verständigen, die einer
Profilierung als »Modellstadt des 21. Jahrhunderts« angemessen
und förderlich sind, kann die hier skizzierte Vision realisiert wer­
den. Ein disziplinübergreifender Schulterschluss vor dem Hinter­
grund einer gemeinsamen Zielsetzung wäre in dieser Dimension
für Augsburg ein Novum. Es ist dies ein zentrales Anliegen des
vorliegenden Entwurfs zur Profilentwicklung der Stadt.
Die Marke »Renaissance 2.0« kann so zum Qualitätssiegel für
nachhaltige Innovation in der Stadt Augsburg werden.
Wiefunktioniert»Renaissance2.0«?
»Renaissance 2.« Kriterienkatalog
Wenn in verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft gleichzeitig
auf die Umsetzung eines gemeinsamen Profilierungskonzeptes
hingewirkt werden soll, muss es Parameter geben, die als program­
matische Klammer fungieren.
Der vorliegende Entwurf eines Kriterienkatalogs macht deutlich,
wie die abstrakte Vision einer »Modellstadt des 21. Jahrhunderts«
in der Praxis Gestalt annehmen kann.
Was zeichnet
»Renaissance 2.0«­Projekte
und ­Initiativen aus?
»Renaissance 2.0«­Projekte
und ­Initiativen besitzen
»Modellcharakter« in der
europäischen Stadtentwicklung.
Ihr »Modellcharakter« lässt sich
an den folgenden zehn Kriterien
festmachen.
|109
1
6
2
7
3
8
9
Sie lassen den Mut zur Innovation erkennen, sind zukunftsweisend
konzipiert und setzen national oder international Maßstäbe.
Sie berücksichtigen in ihrer Zielsetzung und Umsetzung das
Prinzip der Nachhaltigkeit. Damit eröffnen sie der Stadt langfristige
Entwicklungsperspektiven.
Sie ermöglichen gesellschaftliche Integration und sind einer Kultur
der Toleranz und kommunalen Gemeinschaft verpflichtet.
Sie überzeugen inhaltlich und entfalten eine emotionale Strahlkraft,
die auch fachfremde Menschen für das Projekt einnimmt.
Sie verfolgen klar erkennbare, gesellschaftlich verantwortliche Ziele.
Sie werden einer globalen Verantwortung gerecht und sehen
sich dem Schutz unserer Umwelt und natürlichen Ressourcen
verpflichtet.
4
Sie sind interdisziplinär angelegt und nutzen gesellschaftliche und
institutionelle Netzwerke zum Austausch von Wissen und Informa­
tionen sowie zur Koordination von Maßnahmen und Aktivitäten.
5
Sie zeichnen sich aus durch offen gestaltete sowie transparente
Entwicklungs­ und Entstehungsprozesse, die dem berechtigten
Interesse der Bürgerschaft an Information und Teilhabe gerecht
werden.
|111
Sie besitzen eine »kritische Masse«, die eine erfolgreiche Um­
setzung gewährleistet. Eine ausreichende Anzahl von Akteuren
und Mitstreitern sowie finanzielle Mittel in einem angemessenen
Umfang sorgen für Planungssicherheit. Sie sind personell und
wirtschaftlich realistisch.
10
Sie sind in der Stadt verankert und berücksichtigen das städtische
Potenzial. Sie bauen auf den vorhandenen personellen, organisa­
torischen und räumlichen Strukturen der Stadt Augsburg auf.
|
Von der abstrakten Vision zur
konkreten Perspektive
Überlegungen zur Ausgestaltung
eines »Renaissance 2.0«Profilentwicklungsprozesses
|
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Zur Beförderung und Etablierung der hier eingeforderten Innova­
tionskultur müssen geeignete Organe, Instrumente und Mechanis­
men eingerichtet bzw. zur Anwendung gebracht werden.
Aus den im Folgenden zusammengestellten Überlegungen zur Aus­
gestaltung des Profilentwicklungsprozesses gehen entsprechende
Vorschläge hervor. Sie sind als Diskussionsgrundlage für die städti­
schen Gremien sowie die erweiterte Stadtgesellschaft gedacht.
Funktionsprinzip 1
Aktion & Kommunikation
Wer zu einer »Modellstadt des 21. Jahrhunderts« werden will, hat
die Latte zweifellos hoch gelegt. Augsburg wird Beharrlichkeit
und Durchhaltevermögen brauchen, um sich diesem Ziel anzu­
nähern. Doch die Stadt befindet sich bereits auf dem Weg. Dafür
lassen sich schon heute zahlreiche Beispiele nennen.
»Renaissance 2.0« will die Entwicklung eines innovationsfreudigen
und kreativen Stadtklimas begünstigen, indem beispielhafte
Initiativen und Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen des
städtischen Lebens in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung
gerückt werden. Damit folgt der Prozess dem Prinzip: »Tue Gutes
und rede darüber.«
Eine veränderte Wahrnehmung der Stadt und ein neues Selbstver­
ständnis ihrer Bewohner sind schließlich die Folge.
|117
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Funktionsprinzip 2
Funktionsprinzip 
Signalwirkung
Klammerfunktion und integrative Ausrichtung
»Renaissance 2.0« will zunächst die Augsburger Bürger dazu ein­
laden, sich an einer zielgerichteten Profilentwicklung zu beteiligen.
Das Signal zum gemeinsamen Aufbruch geht insbesondere an die
Adresse aller die Stadt aktiv gestaltenden Kräfte, die in den Prozess
eingebunden werden müssen.
Die Marke »Renaissance 2.0« erfüllt eine Klammerfunktion, indem
sie erkennbar macht, dass völlig unterschiedliche Aktivitäten inner­
halb der Stadt dem Erreichen eines gemeinsamen Zieles dienen.
»Renaissance 2.0« will für Bewegung innerhalb der Stadt sorgen
– eine Bewegung, die schließlich auch außerhalb der Stadt wahr­
genommen wird.
Modellhafte Projekte und Initiativen, die nationale oder sogar inter­
nationale Aufmerksamkeit genießen, verweisen durch ihre Identifi­
kation mit der Marke »Renaissance 2.0« darauf, dass Augsburg eine
Haltung kultiviert, die dem Modellstadtgedanken entspricht.
Ressortspezifische Leuchtturmprojekte können so zu einer wich­
tigen Angelegenheit der gesamten Stadtgesellschaft werden. Das
Gütesiegel »Renaissance 2.0« verleiht Augsburg schließlich als
Modellstadt des 21. Jahrhunderts wahrnehmbare Konturen.
|119
Entsprechende Initiativen und Projekte können eine gemeinsa­
me Plattform nutzen und in ihrer Kommunikation auf die Marke
»Renaissance 2.0« verweisen.
Damit wird deutlich, dass wir gemeinsam die Kultur und das Profil
unserer Stadt gestalten und von den Erfolgen in anderen Bereichen
der Stadtgesellschaft profitieren.
Folglich muss es auch allen Bürgern möglich sein, einen Beitrag
zum »Renaissance 2.0«­Prozess zu leisten. Die Vielfalt des städ­
tischen Lebens lässt sich somit im Prozess abbilden und wird als
Stärke zum Tragen gebracht.
Trotz dieser integrativen Ausrichtung muss darauf geachtet werden,
dass nur solche Aktivitäten mit »Renaissance 2.0« in Verbindung
gebracht werden, die den gemeinsamen Zielen dienen.
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Funktionsprinzip 
Funktionsprinzip 
Glaubwürdigkeit
Konzeptionelle Integrität
Ein »Renaissance 2.0«­Prozess wird nur dann erfolgreich sein
können, wenn die mit ihm in Verbindung gebrachten Projekte und
Initiativen positiv verlaufen und deren Ergebnisse die gewünschte
Beachtung finden. Auch die Glaubwürdigkeit des Prozesses macht
sich an diesem Erfolg fest.
Gesamtgesellschaftliche, partizipatorische Prozesse entfalten zwar
oft eine starke integrative Wirkung, führen aber nur selten zu einer
Profilierung.
Es ist deshalb ratsam, den Prozess gemeinsam mit den verschiede­
nen Akteuren innerhalb der Stadtgesellschaft anzustoßen und erst
dann medienwirksam aufzutreten, wenn sich das erwünschte Bild
einer »Modellstadt des 21. Jahrhunderts« anhand ausgewählter
Leuchtturmprojekte abzuzeichnen beginnt.
Während in vielen Städten die öffentliche Markeninszenierung den
Auftakt für eine Profilierung bildet, sollte das Augsburger Marken­
profil sukzessive entwickelt und die Art sowie der Umfang der be­
gleitenden Kommunikationsmaßnahmen dem Grad der Umsetzung
und den vorzuweisenden Erfolgen angepasst werden.
|121
»Renaissance 2.0« versucht, möglichst viele Menschen innerhalb
der Stadtgesellschaft für eine gemeinsame Zielsetzung zu gewinnen,
um damit langfristig auf eine Profilierung der Stadt hinzuwirken.
Die Ziele dürfen deshalb nicht austauschbar und beliebig sein.
Sie müssen jedoch so formuliert werden, dass sich große Teile
der Stadtgesellschaft damit identifizieren können. Der in dieser
Publikation vorgestellte Kriterienkatalog ist ein Versuch einer
entsprechenden Zielbeschreibung.
Um die programmatische Integrität des Prozesses zu gewährleisten,
muss es zudem ein Organ geben, das den Prozess im gewünschten
Sinne steuert. Wer entscheidet schließlich darüber, welche Initia­
tiven und Projekte den vereinbarten Kriterien bereits genügen und
welche noch nicht?
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Funktionsprinzip 
Zusammenspiel von Stadt und Stadtgesellschaft
Hier wird die Einrichtung eines »Renaissance 2.0«­Kuratoriums
vorgeschlagen, das durch seine Zusammensetzung eine hohe
Akzeptanz bei allen Beteiligten genießt und eine aktive, aber
interessenübergreifende Rolle wahrnimmt.
Grundlage für einen erfolgreichen »Renaissance 2.0«­Prozess ist
ein möglichst reibungsloses Zusammenwirken von Verantwort­
lichen aus den verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft mit
kommunalpolitischen Akteuren und der Stadtverwaltung.
Denn nur wenn die Marke »Renaissance 2.0« eine inhaltliche
Richtung vorgibt, wird sie ihre profilbildende Funktion erfüllen
können.
Dies wird sich nur dann realisieren lassen, wenn sich alle Beteilig­
ten den Zielen des Profilentwicklungsprozesses verpflichtet sehen
und hier nicht vorrangig Eigeninteressen verfolgen. Einem verbind­
lichen Kriterienkatalog als Messlatte für Projekte und Initiativen,
die der gemeinsamen Zielsetzung entsprechen, kommt deshalb
eine besondere Bedeutung zu.
Schließlich müssen alle Entscheidungsprozesse und organisatori­
schen Abläufe so transparent gestaltet werden, dass sie eine breite
Akzeptanz finden.
|12
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Funktionsprinzip 
Funktionsprinzip 
Plattform
Impulsgeber
Für die Umsetzung des hier ausgeführten Profilentwicklungs­
konzeptes ist eine zentrale »Renaissance 2.0«­Plattform notwendig.
Angedacht ist eine zentrale Anlauf­ und Koordinierungsstelle.
»Renaissance 2.0« will als Impulsgeber einen zielgerichteten,
profilbildenden Prozess befördern. Hierfür können verschiedene
Instrumente zum Einsatz kommen.
Diese »Renaissance 2.0«­Plattform wäre für die Organisation und
Koordination des Prozesses (Aktion) sowie die Öffentlichkeitsarbeit
(Kommunikation) zuständig. Ihre Aufgabe wäre die Identifikation,
Förderung und öffentlichkeitswirksame Darstellung von zukunfts­
weisenden, dem Profilierungskonzept entsprechenden Projekten
und Initiativen.
Die Existenz einer zentralen Aktions­ und Kommunikations­
plattform sowie die den Prozess begleitenden kommunikativen
Maßnahmen werden eine impulsgebende Wirkung entfalten.
Die Koordinierungsstelle würde zudem die zentrale Plattform für
eine disziplinübergreifende Vernetzung und den Austausch der
kreativen und innovativen Kräfte innerhalb der Stadtgesellschaft
bereitstellen. Dabei könnten geeignete digitale Medienformate
(Web 2.0­Anwendungen) zum Einsatz kommen.
Es wäre außerdem denkbar, dass über ein »Renaissance 2.0«­
Programm Fördermittel vergeben werden, die ggf. aus einer
Bürgerstiftung stammen. Die Förderkriterien wären so zu defi­
nieren, dass das Programm nicht zum zentralen Instrument des
Prozesses würde. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass die
Dimension von »Renaissance 2.0« auf die eines Förderprogramms
reduziert würde.
Vielmehr ist der Prozess als ein Angebot an die Stadtgesellschaft
zu verstehen, das auch ohne finanzielle Anreize einen Mehrwert
in Aussicht stellt – die Profilierung unserer Stadt.
Hierin liegt der wesentliche Impuls für eine Beteiligung.
|12
VonderabstraktenVisionzurkonkretenPerspektive
Funktionsprinzip 
Medienwirksame Inszenierung
»Renaissance 2.0« ist als abstrakte Idee eines Profilentwicklungs­
prozesses nicht greifbar, sondern muss in Form von medial
wahrnehmbaren Aktionen und Kommunikationsmaßnahmen in
Erscheinung treten. Damit werden insbesondere die verschiedenen
Kommunikationsmedien zum zentralen Instrument des Prozesses.
Deren strategisch geschickter und dem Anliegen angemessener
Einsatz ist von größter Bedeutung.
Für die Initiierung des Prozesses erscheint die Einrichtung einer
zentralen, web­gestützten Plattform sinnvoll. Diese würde es allen
Beteiligten erlauben, den Status quo der Profilierungsaktivitäten
abzurufen und die erwünschten Kontakte zu knüpfen. Sie wäre
außerdem das »Schaufenster«, in dem die Innovationskraft der
Stadt disziplinübergreifend zur Schau gestellt würde. Erfolge bei
nationalen und internationalen Innovationswettbewerben ließen
sich zudem gebündelt darstellen.
Sobald das Bild einer »Modellstadt des 21. Jahrhunderts« anhand
von Projekten aus verschiedenen Bereichen der Stadtgesellschaft
glaubwürdig dargestellt werden kann, ist die öffentlichkeitswirk­
same Inszenierung von »Renaissance 2.0«­Aktivitäten möglich.
|127
Da anzunehmen ist, dass sich »Renaissance 2.0«­Projekte durch
einen höheren Grad an Komplexität auszeichnen, der sich einem
unvorbereiteten Publikum nicht sofort erschließt, bietet sich
eine Projektdarstellung mittels PR oder im Rahmen von Veran­
staltungen an.
So könnten beispielsweise in einer jährlich stattfindenden Veran­
staltung dem »Renaissance 2.0 Forum« die dem Modellstadt­
gedanken verpflichteten Projekte und Initiativen aus den unter­
schiedlichsten Bereichen der Stadtgesellschaft einem Fachpublikum
und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ein Projekt aus der
Wirtschaft leitet über zur Kultur und Innovationen im Sport folgen
auf modellhafte Konzepte im Bereich der gesellschaftlichen Integ­
ration. Es wäre dies ein Anlass, die Innovationskraft Augsburgs
medien­ und öffentlichkeitswirksam sichtbar werden zu lassen.
Eine solche Veranstaltung könnte man sich beispielsweise in den
Räumlichkeiten der Kongresshalle vorstellen.
Das erweiterte Profil der Stadt sollte schließlich in einer überar­
beiteten visuellen Identität Augsburgs zum Ausdruck kommen.
|
Abschließend –
»Renaissance 2.0« in aller Kürze
Die visionäre Zielsetzung wirkt
auf eine Stadtkultur hin, die von
Innovationsfreude und Selbst­
vertrauen geprägt ist.
Der hier skizzierte Profilentwick­lungs­prozess zielt darauf ab, das
beste­hende, historisch geprägte
Stadtprofil Augsburgs um eine
­zukunftsorien­tierte Ausrichtung
zu erweitern. Augsburg bemüht
sich um eine Profilierung als
»Modellstadt des 21. Jahrhunderts«.
In dem so erweiterten Profil tritt
das Bild von einer Stadt zu
Tage, die aus der Vergangenheit
Kraft für die aktive Gestaltung
der ­eigenen, europäischen und
globalen Zukunft schöpft.
|
»Renaissance 2.0« ist das Signal
zum gemeinsamen Aufbruch.
NACH WORT
der Projektgruppe
|1
|
I
NachwortderProjektgruppe
m Auftrag des Augsburger Stadtrats haben wir uns in den vergan­
genen anderthalb Jahren der Aufgabe gestellt, ein Profilierungskon­
zept für die Stadt Augsburg zu erarbeiten.
In neun Expertenrunden mit 59 Akteuren aus der Stadtgesellschaft
sowie einer Vielzahl von Workshops und Besprechungsrunden
wurde nach einer Antwort auf die Frage gesucht, wie sich Augsburg
angesichts der unsere Zeit prägenden ökonomischen, ökologischen
und gesellschaftlichen Änderungsprozesse nachhaltig profilieren
und positionieren kann.
Die daraus resultierenden Überlegungen und Konzeptvorschläge
sind in dem vorliegenden Ergebnisdokument zusammengestellt.
Wir sind davon überzeugt, dass der hier skizzierte »Renais­
sance 2.0«­Prozess Augsburg eine einzigartige Chance bietet, die
kreativen und innovativen Kräfte innerhalb der Stadt zu bündeln,
um wegweisende Zukunftsstrategien und Konzepte für die Stadt
des 21. Jahrhunderts zu entwickeln und Augsburg als europäische
Modellstadt zu positionieren.
»Renaissance 2.0« hat aber nicht nur Europa im Blick, sondern kann
auch einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, das Selbstbewusstsein
der Augsburger Bürger und deren Glauben an die eigenen Möglich­
keiten und Fähigkeiten zu stärken.
|17
Mit der Übergabe dieses Dokuments an Herrn Oberbürgermeister
Dr. Gribl und den Stadtrat der Stadt Augsburg verbinden wir den
Wunsch, das vorliegende Konzept möge nicht nur die Grundlage
für einen erweiterten Diskurs von Stadt und Stadtgesellschaft, son­
dern insbesondere für einen zukunftsweisenden Profilierungs­ und
Stadtentwicklungsprozess bilden.
Wir sind gerne bereit, den hier angestoßenen Prozess weiter aktiv
zu begleiten, um Augsburgs Zukunft nachhaltig zu gestalten und
zu sichern.
Augsburg, Juli 2010
Gebro Aydin
Angelika Hofmockel
Götz Beck
Alfred Kailing
Jochen Bieger
Prof. Christian Pyhrr
Raphael Brandmiller
Dr. Jens Soentgen
Rudolf Brunner
Dr. Norbert Stamm
Dr. Thomas Elsen
Heinz Stinglwagner
Helmut Haug
Juliane Votteler
Herta Hiemer
|19
|
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der Stadt Augsburg
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810 Augsburg
Redaktion:
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Gabriele Bergmann
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Prof. Stefan Bufler
stadtmarketing@augsburg.de
Robert Strauch
www.augsburg.de
Projektgruppe:
Gebro Aydin
Gestaltung:
Götz Beck
Robert Strauch
Jochen Bieger
Stefan Bufler
Raphael Brandmiller
Rudolf Brunner
Fotos:
Dr. Thomas Elsen
Robert Strauch
Pfarrer Helmut Haug
Stefan Bufler
Herta Hiemer
Angelika Hofmockel
Druck:
Alfred Kailing
Prof. Christian Pyhrr
Papier:
Dr. Jens Soentgen
Umschlag: OnOffset 00 g/m (FSC)
Dr. Norbert Stamm
Inhalt: Munken Pure 100 g/m (FSC)
Heinz Stinglwagner
Juliane Votteler
|14
© 2010 Stadt Augsburg
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Kategorie
Seele and Geist
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