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e-Mobil Saar - wie geht es weiter? - BUND Saar

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Rüdiger Hild (BUND Saar) im Gespräch mit Guillem Tänzer (IZES)
Umweltpolitik
e-Mobil Saar - wie geht es weiter?
Das Forschungsprojekt e-Mobil Saar startete im Juni 2011 mit einem Elektrofahrzeug
(PEUGEOT iOn) und einer Ladestation in Saarbrücken, und wie vor einem Jahr im Umweltmagazin 03/2012 angekündigt, wurden seitdem der e-Mobil-Fuhrpark und die Ladestationen im Saarland stark ausgebaut: Zehn Ladestationen, an denen 20 Elektrofahrzeuge
ausgeliehen werden können, stehen saarlandweit bereit!
Z
Guillem Tänzer
udem wurde beim Ministerium
für Wirtschaft, Arbeit, Energie
und Verkehr eine Leitstelle
Elektromobilität des Saarlandes
eingerichtet, die von Bernadette
Botasow (MWAEV) und Guillem
Tänzer (IZES) betreut wird. Guillem
Tänzer besuchte im Juni 2013 den
BUND Saar im Haus der Umwelt und
informierte über die neue Leitstelle
und den weiteren Ausbau des Mobilitätssystems e-Mobil Saar.
?
Wie viele weitere e-Mobile und
Ladestationen sind seit Sommer
2012 hinzugekommen?
!
Aktuell können an zehn Stationen zwanzig Elektrofahrzeuge
saarlandweit genutzt werden: Saarbrücken mit vier Standorten (Saarterrassen, Universität, Eurobahnhof
Nord, HTW/Stadtwerke), Saarlouis
mit zwei Standorten (Hauptbahnhof, ZOB) Ottweiler mit einem
Standort (Bahnhof), Heusweiler mit
einem Standort (Saarbahnstation am
Markt) und Homburg mit zwei Standorten (Hauptbahnhof, Uni-Klinikum).
?
Welche ist die meistgenutzte Station, wo werden die e-Mobile am
wenigsten ausgeliehen?
!
Tatsächlich ist die am meisten genutzte Station die am Eurobahnhof
in Saarbrücken – die Nutzung an den
Stationen Ottweiler, Heusweiler sind
dagegen leider noch sehr verhalten.
?
Ein Kritikpunkt im Umweltmagazin vor einem Jahr waren die für
ein Forschungsprojekt hohen und
unattraktiven Verleih-Preise und Anmeldegebühren (5 €/h + 0,18 €/km).
Konnten mittlerweile Preissenkungen
realisiert werden?
!
Leider nein – die Verleih-Preise
sind von Seiten des Flottenmanagers (DB Fuhrpark Service GmbH)
vorgegeben und orientieren sich an
dem bundesweiten DB Flinkster-Tarif.
Dazu muss betont werden, dass
keine monatlichen- oder jährlichen
Gebühren anfallen, sondern nur
Gebühren bei aktiver Nutzung. Die
Anmeldegebühr ist für die reine
Flinkster-Anmeldung in Höhe von
50 € - Bahnkarteninhaber sind von
dieser befreit. SaarVV-Abo-Kunden
(Neu- oder Bestandskunden) profitieren von einer vergünstigten
Anmelde­g ebühr von 10 €, die in
Fahrt­gut­haben umgewandelt wird.
Die ersten 500 e-Mobil Saar saarVVKunden in 2013 erhalten zudem
zusätzlich 60 € Fahrtguthaben geschenkt – siehe auch unter: www.emobil-saar.de. Die Projektleitung hat
die Höhe der Verleih-Preise mehrfach
mit dem Flottenbetreiber thematisiert, der Verhandlungsspielraum ist
hier größtenteils ausgeschöpft. Dennoch geben wir die Hoffnung nicht
auf, ggf. in Zukunft eine verbesserte
Tarifstruktur zu erreichen.
?
Gibt es für Unternehmen, Vereine, Schulen, Kommunen etc.
die Möglichkeit, eine von allen Mitarbeitern, Mitgliedern etc. nutzbare
e-Mobil-Saar-Karte zu beantragen?
!
Ja, als Flinkster-Geschäftskunden
gibt es die Möglichkeit, sich für
das Car-Sharing der Deutschen Bahn
und damit auch für die e-Mobil Saar
Elektrofahrzeug freizuschalten. Eine
einmalige Gebühr von 99 € ist hierzu
fällig, man erhält dann als Kommune
oder Unternehmen mindestens fünf
Zugangskarten, die an Abteilungen
oder Mitarbeiter vergeben werden
können. Details hierzu: www.flinkster.de.
?
Erfreulicherweise wird seit Frühjahr dieses Jahres in Saarlouis der
Ford Focus e-lectric in Serie gebaut,
in Hambach (Lothringen) seit etwa
34
Umweltmagazin Saar 3/2013
einem Jahr der Smart electric drive,
der Focus kostet etwa 40.000 € (inkl.
USt.), der Smart etwa 23.000 €. Was
müsste Ihres Erachtens geschehen,
damit e-Mobilität im Saarland und
anderen Auto-Ländern/-Staaten für
alle Autofahrer bezahlbar wird?
!
Im Privatmarkt ist die Verbreitung
der Elektromobilität leider noch ein
Problem: Das Elektroauto ist vergleichsweise teurer als ein konventionelles Fahrzeug und bzgl. seiner
Reichweite nicht immer für alle Fahrten einsetzbar – warum sollte ein
Kunde sich daher für ein (ggf. sauberes) aber unflexibleres und teures Elektrofahrzeuge entscheiden?
Hier gilt es, in Zusammenarbeit mit
Politik, Wirtschaft und Forschung,
Anreize und Rahmenbedingungen
zu schaffen, die es ermöglichen,
Elektromobilität „Mainstream-tauglich“ zu gestalten – und da sind vor
allem, ein Wille vorausgesetzt, die
nationalen Autohersteller gefordert!
Die Bundesregierung hat sich in der
Vergangenheit geweigert, direkte
finanzielle Subventionen für Elektro­
fahrzeuge auszuschütten – dies
ist auch geschuldet an den vielen
nicht-nationalen Elektrofahrzeugen
auf dem Markt. Mit der Marktreife
nationaler Elektrofahrzeughersteller
sollte die Bundesregierung diese
Entscheidung (z.B. nach den Neuwahlen) überdenken. Für das Saarland kann ich nur jedem, der ein
Elektrofahrzeug fahren möchte, ans
Herz legen, eines der e-Mobil Saar
Elektrofahrzeuge zu testen - dies
kostet 5 €/Std. tagsüber und 18
Cent/km - also deutlich weniger als
ein Neukauf eines Elektrofahrzeugs!
?
!
Ist ein weiterer Ausbau von eMobil Saar geplant?
Absolut: Bis zum Ende dieses
Jahres werden von Seiten des
Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit,
Energie und Verkehr noch 23 weitere
Ladestationen saarlandweit gebaut –
wir haben dann am Ende des Projekts
insgesamt 33 Ladestation realisiert.
Vielen Dank für das Interview.
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