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1 Wie funktioniert eine Begleitautomatik? - PPVMedien

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Wie funktioniert’s
1 Wie funktioniert
eine Begleitautomatik?
Die meisten modernen Begleitautomaten arbeiten, ungeachtet vieler weiterer Einzelheiten,
nach folgendem Prinzip:
Ein Grundmuster (Style), mit Schlagzeug, Bass und weiteren Instrumenten wie Gitarre oder Piano, wird wiederholt abgespielt. Die Länge dieser MIDI-Sequenz beträgt meist nur wenige Takte, meist zwei, vier oder acht, aber selbst ein Takt reicht aus. Durch die fortwährende Wiederholung kann eine Begleitung für beliebig lange Musikstücke erzeugt werden.
Ein Begleit-Grundmuster wird geloopt, also beliebig oft wiederholt.
Der Musiker spielt den gewünschten Akkord. Die Akkorderkennung bewertet die gedrückten Tasten
und meldet das Ergebnis an den Notenprozessor, der schließlich die einzelnen Töne der gespeicherten Originalsequenz so transponiert und konvertiert, dass der Zielakkord entsteht. Zuerst versetzt der Notenprozessor das ursprünglichen Begleitmusters in die geforderte Tonart, dann werden noch einzelne Töne alteriert, um die gewünschte Akkordart auszudrücken. Das Grundmuster bestimmt den rhythmischen Ablauf der Begleitung.
Daten
Grundmuster wird
ständig wiederholt
➔
Spieler
Eingabe der
gewünschten
Akkorde
Funktionen
➔
Der Notenprozessor
berechnet die notwendigen
Veränderungen
Tonerzeuger
➔
Wiedergabe des
veränderten
Grundmusters
Die Begleitautomatik verwandelt das gespeicherte Grundmuster in den gewünschten Zielakkord.
Je nach Modell umfasst ein Begleitautomat viele verschiedene Grundmuster, sprich Styles, wie
etwa Rumba oder Rock, Walzer oder Polka. Eine programmierbare Begleitautomatik erlaubt es
sogar, Styles zu verändern oder ganz neu aufzunehmen. Auf Disketten und anderen Datenträgern sind zusätzliche Styles erhältlich.
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Wie funktioniert’s
Styles: Notensequenz und Parameter
Ein Style besteht aus der Notensequenz (MIDI-File) des Grundmusters und einer Vielzahl weiterer Parameter. Diese weiteren Einstellungen und Funktionen der Begleitautomatik bestimmen
die Regeln, nach denen der Notenprozessor die einzelnen Töne des Grundmusters verarbeitet.
Die automatische Begleitung entsteht erst durch die Wechselwirkung zwischen den Akkorden,
die der Spieler greift, der Akkorderkennung, den Daten und Parametern des Styles und den Funktionen der Begleitautomatik. Deshalb gelingt die Übertragung von Styles zwischen Modellen verschiedener Hersteller meist nicht ohne Einschränkungen.
Einer für alle
Die Begleitautomatik bietet dem Spieler das große Vergnügen, ein ganzes Ensemble zu steuern.
Allerdings, und darin liegen Vorteile wie auch zu meisternde Herausforderungen, wird in dieser
Band nie geprobt.
Das Konzept der Begleitautomatik beruht auf Echtzeit, auf Flexibilität, auf der Möglichkeit spontan und ohne vorher festgelegten Ablauf zu musizieren. Die Begleitautomatik gehorcht zwar aufs
Wort – auf jeden Akkordwechsel oder Schalter am Instrument - hat aber keine Ahnung von der
Musik: Wann erfolgt der nächste Harmoniewechsel? Spielen wir gerade Tonika oder Subdominante? In welcher Tonart steht dieses Stück? Der Spieler sollte deshalb für seine „digitalen Kollegen“ mitdenken. Insbesondere der Bass der Begleitautomatik kann, mit etwas Führung durch
den Spieler, zu neuen Höchstleistungen gebracht werden. Eine gut gespielte Begleitautomatik
braucht den Vergleich mit einem MIDI-File nicht zu scheuen. Aller technischen Raffinesse zum
Trotz kommt es letztendlich auf den Spieler an, die Begleitautomatik zum Klingen zu bringen.
Der Notenprozessor transformiert das Grundmuster üblicherweise in zwei Schritten:
Transponieren und Konvertieren
So kann ein Grundmuster aussehen, hier vereinfacht dargestellt als
Wechselbass mit nachschlagendem Akkord, auf das der Notenprozessor einwirkt. Die Schlagzeugspur wird nicht weiter betrachtet, weil sie in diesem
Beispiel für alle gespielten Akkorde gleich bleiben soll.
Der Notenprozessor transformiert das Grundmuster in die gewünschten Akkorde. Die Akkordsymbole zeigen die Harmonien,
die der Spieler greift. Im zweiten Takt wird G-Moll verlangt, also verschiebt der Notenprozessor das ganze Muster um eine
Quint nach oben, was zuerst einmal G-Dur ergibt. Anschließend wird noch der Akkordtyp angepasst. Der Ton H, die Terz des
G-Dur Akkordes, wird zum Ton Bb erniedrigt, damit der Gm-Akkord entsteht. Im dritten Takt wird das Grundmuster um eine
Quart nach oben zu F-Dur transponiert, dann wird der Ton F der Akkordspur zum Eb verschoben, um F7 zu erzeugen. Im Bass
wird das F jedoch beibehalten, Bass- und Akkordspuren werden also unterschiedlich behandelt! Im vierten, wie im ersten
Takt, wird das Grundmuster unverändert wiedergegeben.
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Wie funktioniert’s
Dieser Notenprozessor arbeitet nicht sehr elegant, weil er die gewünschten Akkorde nur durch
simple, parallele Transponierung erzeugt. Ein echter Bassist, Pianist oder Gitarrist verschiebt die
gleiche Figur eben nicht nur parallel nach oben oder unten, sondern spielt auch unterschiedliche Umkehrungen. Eine gute Begleitautomatik geht deshalb eher wie ein Musiker vor, nicht immer
wird stur parallel transponiert. Die musikalischen Qualitäten eines Notenprozessors hängen aber
noch von vielen weiteren Parametern und Funktionen ab.
Innerhalb der programmierbaren Begleitautomatik vieler Instrumente von Yamaha kann der Spieler die meisten der Parameter selbst einstellen. Wer noch weiter die Tiefe gehen will, dem sei
spezielle Software, wie CASM-Edit empfohlen.
Das kostenlose Programm steht im Internet unter folgender Adresse zum Download bereit:
http://osenenko.chat.ru/Main_eng.htm
Und wer die deutsche Anleitung zu CASM-Edit braucht, findet sie unter:
http://home.t-online.de/home/Clemens.Kurtz/casm.htm
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Wie funktioniert’s
1.1 Aufbau eines Styles: Sektionen
Ein Style enthält üblicherweise mehrere Variationen gestaffelter musikalischer Energie, vorgesehen für die verschiedenen Teile eines Musikstücks, wie etwa Strophe, Refrain oder Solo. Bei
den Yamaha-Instrumenten heißen diese Sektionen Main A, Main B, Main C und Main D. Als weitere musikalische Bausteine des Grundmusters bieten sich Einleitungen und Schlusspatterns an,
Intro und Ending genannt. Die Fill-in-Patterns dienen dazu, in der laufenden Begleitung Akzente zu setzen oder zur Überleitung zwischen verschiedenen Sektionen.
Intro A
Intro B
Intro C
Main A
Main B
Main C
Main D
Fill-in AA
Fill-in BB
Fill-in CC
Fill-in DD
Ending A
Ending B
Ending C
Break
Die Begleitautomatik vieler Yamaha Instrumente wie z.B. PSR-9000, 9000 PRO, PSR-2000, Clavinova
CVP oder Tyros besteht aus 15 Sektionen: 3-mal Intro, 4-mal Main, 5-mal Fill-in, 3-mal Ending.
Im Folgenden widmen wir uns dem Aufbau und der Verwendung der einzelnen Sektionen...
1.1.1 Intro: Einleitungen
Intro 1 oder Intro A:
Als reiner Schlagzeug-Einzähler ohne weitere Instrumentierung, meist nur 1 oder 2 Takte lang,
erweist sich dieses Intro als vielseitige Einleitung für jede nachfolgende Sektion und die meisten Musikstücke.
Intro 2 oder Intro B:
Das zweite Intro orientiert sich am Arrangement von Main B. Es basiert oft auf rhythmischen
Elementen, meist noch ohne Melodie oder Akkordprogression. In diesem Fall kann der Spieler
das Intro B durch eigene Akkordwechsel harmonisch gestalten.
Intro 3 oder Intro C:
Das große, längste Intro, im Stil von Main C arrangiert, besitzt meist schon ein musikalisches
Eigenleben, stellt melodische Motive vor und lenkt die Aufmerksamkeit der Zuhörers dadurch
schon oft auf einen bestimmten Titel.
➔ Tipp: Es ist nicht ratsam, im laufenden Intro 3 weitere Akkordwechsel zu spielen, da diese
Sektion meist schon selbst melodische und harmonische Abläufe enthält. Das Ergebnis
wäre etwa so, als würde man während der Wiedergabe eines Songs wiederholt den Schalter Transpose drücken, was ein ziemliches Durcheinander ergäbe.
Die 3 Intros leiten in die gewählte Main Sektion über, werden also im Gegensatz zu den MainSektionen nicht automatisch wiederholt.
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