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Wie Ziele laufen lernen
Ihr Kompass für Lebens(zeit)qualität
Mit der Methode des ZürcherRessourcen Modells setzen Sie sich auf positive Weise mit ihren
individuellen Bedürfnissen und Prioritäten auseinander, formulieren ein Motto-Ziel und
transferieren die Umsetzung handlungswirksam in den Alltag!
Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) ist ein psychoedukatives Selbstmanagement-Training. Es
wurde von Maja Storch und Frank Krause in den 1990er-Jahren für die Universität Zürich
entwickelt. Integriert werden Erkenntnisse aus Psychoanalyse und Motivationspsychologie
basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen zum menschlichen Lernen und Handeln.
Das Training soll Menschen in diesem Entwicklungsprozess systematisch auf der
intellektuellen/kognitiv, emotionalen/emotiv und körperlichen/physiologisch Ebene
ansprechen.
Mit Hilfe des ZRM soll der Mensch sich über eigene (Lebens-)Themen klar werden, Ziele
entwickeln, die eigenen Ressourcen entdecken und Fähigkeiten erlangen, um nötige Ressourcen
zu aktivieren, die zielorientiertes Handeln ermöglichen. Dies soll zur Entwicklung und
Erweiterung der eigenen Selbstmanagementfähigkeiten führen.
Schärfen Sie wieder den BLICK FÜR`S WESENTLICHE!
 Nach welchen Kriterien setzen Sie Ihre zeitlichen Schwerpunkte?
 In welche Lebensbereiche investieren Sie die meiste Kraft?
 Wie oft entscheiden Sie nach dem Gesichtspunkt, was Ihnen persönlich momentan am
wichtigsten ist?
 Gibt es kleine oder große Veränderungen, die Sie vor sich her schieben – von Jahr zu
Jahr?
 Gibt es Verhaltensroutinen (Zeit, Familie, Partnerschaft, Arbeit, Essen, Sport,
Gesundheit), die überdacht werden wollen?
Wenn Sie sich für die Antworten auf obige Fragen interessieren, dann wird dieses Seminar für
Sie eine gut investierte Zeit sein auf dem Weg zu Ihren persönlichen Zielen.
Nutzen Sie diese Gelegenheit, um sich bewusst mit der eigenen Lebensgestaltung auseinander
zu setzen. Dieses Seminar richtet sich an alle, die es für sinnvoll erachten, die gelebten
Gewohnheiten von Zeit zu Zeit zu hinterfragen um bewusst über deren Beibehaltung zu
entscheiden.
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Inhaltsverzeichnis
Allgemeines zum ZRM:
Was ist das ZürcherRessourcenmodell
Die 5 Phasen des ZürcherRessourcenmodells
 Das Bedürfnis entdecken (Phase 1)
 Das Ziel klären (Phase 2)
 Ziel und Ressourcenpool (Phase 3)
 Mit den Ressourcen zielgerichtet handeln (Phase 4)
 Integration, Transfer und Abschluss (Phase 5)
Der Rubikonprozess
Die Zieltyp Haltungsziel
Literatur
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Allgemeines zum ZRM
Definition der Methode
Was ist das Zürcher Ressourcenmodell?
Das Zürcher Ressourcen Modell – ZRM genannt - wurde von Dr. Maja Storch und Dr.
Frank Krause entwickelt. Die Teilnehmenden lernen, wie sie neue Handlungsmuster
entwickeln können. Dem ZRM liegt anstatt einer Problemperspektive eine Ressourcen- bzw.
Stärkenperspektive zugrunde. Das bedeutet, es wird von der Annahme ausgegangen,
dass der Mensch die Ressourcen, welche er zur Lösung seiner Probleme, bzw. zum Erreichen
seiner Ziele benötigt, bereits in sich trägt. Das ZRM-Training wird üblicherweise in Gruppen
durchgeführt.
Die fünf Phasen des ZürcherRessourcen Modells
Das Bedürfnis entdecken (Phase 1)
In der ersten Phase des ZRM-Trainings wird das aktuelle Thema - auch Bedürfnis
genannt - gesucht. Dabei werden unbewusste Themen und Bedürfnisse der
Teilnehmenden durch die Wahl eines Bildes definiert.
Diese unbewussten Inhalte werden anschließend bewusst gemacht.
Das Ziel klären (Phase 2)
Aus dem entwickelten Thema, welches oft noch sehr allgemein und ungenau ist, wird
in der zweiten Phase ein erstes Ziel formuliert.
Im ZRM wird beim Zielformulieren grundsätzlich eine Haltung beschrieben. Es
werden stets Haltungsziele erarbeitet.
Damit ein Ziel gute Chancen hat, handlungswirksam zu werden, müssen drei
Kriterien erfüllt sein.
Die 3 Kriterien für ein handlungswirksames Ziel
Annäherungsziel (das Ziel soll positiv formuliert sein)
Das Ziel soll im eigenen Kontrollbereich liegen
Das Ziel soll motivierend sein
Im ZRM-Training wird das Ziel nun solange umformuliert und weiterbearbeitet, bis es durch
einen positiven somatischen Marker bestätigt wird (3. Kriterium). So wird sichergestellt, dass
das Ziel auch emotional stimmt und somit motivierend ist. Diese drei Kriterien genügen im ZRM
für die Zielformulierung. Es geht zu diesem Zeitpunkt weder darum, ob das Ziel realistisch ist,
noch müssen Maßnahmen ergriffen oder systemische Erwägungen gemacht werden. (Die
praktische Umsetzung des Ziels erfolgt erst später, in Phase 4.)
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Ziel und Ressourcenpool (Phase 3)
Neuronale Netze
Das entwickelte Ziel wird als neues neuronales Netz betrachtet. Bildlich gesprochen ist
dieses neuronale Ziel-Netz zu diesem Zeitpunkt jedoch noch sehr klein und schwach
und muss durch häufige Nutzung gestärkt werden. Um die Häufigkeit der Benutzung sicher
zu stellen, wird in der Phase 3 der persönliche Ressourcenpool zusammengetragen.
Primes oder Erinnerungshilfen
Ein zentrales Element in dieser Phase sind die Erinnerungshilfen, auch Auslöser oder Primes
genannt. Je mehr Erinnerungshilfen eine Person hat, desto häufiger wird ihr neuronales ZielNetz benutzt. Mit der Zeit lösen die Erinnerungshilfen die Aktivierung der Bahn automatisch aus.
Embodiment
Für die Multicodierung (vielfach Stärkung) des Ziels wird auch der Körper mit einbezogen.
Zu dem zuvor gefundenen (kognitiv-emotionalen) Ziel wird nun eine passende
Körperverfassung erarbeitet.
Mit den Ressourcen zielgerichtet handeln (Phase 4)
In der Phase 4 geht es darum, wie das Ziel konkret realisiert werden soll.
Für die Umsetzung werden drei verschiedenen Situationstypen unterschieden.
Situationstyp A
Bei Situationstyp A handelt es sich um einfache Situationen, in welchen die
Teilnehmenden anhand des bisher Erarbeiteten ihr Ziel bereits verwirklichen können.
Situationstyp B
Schwierige Situationen, welche jedoch vorhersehbar sind gehören zum
Situationstyp B. Situationstyp B kann als Übungsfeld für Situationstyp C betrachtet werden.
Situationstyp C
C Situationen sind unvorhersehbar, treten überraschend auf und machen die
Verwirklichung des Ziels dementsprechend schwierig.
Integration, Transfer und Abschluss (Phase 5)
In der letzten Phase des Trainings wird der durchlaufene Prozess reflektiert.
So sind sie nach Beendigung des ZRM-Trainings in der Lage,
sich selbständig beliebig viele neue Ziele zu stecken, die dazu passenden
Ressourcenelemente zu entwickeln und somit ihr Handlungsrepertoire zu erweitern.
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Der Rubikonprozess
Der Rubikon-Prozess beschreibt zum Entstehen einer Handlung folgende fünf Phasen:
 Bedürfnis: Ein oft unbewusster Wunsch oder ein vages Unbehagen mit der aktuellen
Situation. „Irgendetwas ist da, ich weiß nicht recht, was.“
 Motiv: Ein ausformulierter Wunsch, der aber noch nicht handlungswirksam ist.
„Es wäre schön, wenn...“
 Intention: Ein handlungswirksames Ziel. „Ich will!“
 Präaktionale Vorbereitung: Sich selbst in die Lage versetzen, zielorientiert zu handeln.
„Ich will und ich kann!“
 Handlung: So handeln, dass man darin das gefasste Ziel realisiert. „Ich pack's.“
Der Schritt vom Motiv zur Intention wird als Schritt über den Rubikon bezeichnet, da hier das
Abwägen zu Ende ist und ein klares Ziel angestrebt wird.
(Namensgeber ist die Geschichte: Gaius Julius Cesar überschritt 49 vor Chr.den Rubikon (Fluss in Oberitalien) und
marschierte gen Rom. Er sprach „Alea jacta est“ „Die Würfel sind gefallen“)
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Zieltyp Haltungsziel
Motto-Ziele zeichnen sich dadurch aus, dass sie situationselastisch sind
Eine gängige Lehrmeinung zur Zielformulierung ist die, dass Ziele konkret formuliert werden
müssten, um handlungswirksam zu werden. Im ZRM-Training wird zur Erzeugung von
intrinsischer Motivation mit einem anderen Zieltypus gearbeitet, nämlich nicht mit konkreten,
sondern mit allgemeinen Zielen (Storch,2009a).
Das allgemein-emotional formulierte Motto-Ziel wird so formuliert, dass sich daraus sowohl
eine situationsübergreifende, als auch eine situationsspezifische Haltung bzw. ein Verhalten
ergibt. Im Zielquadranten wird das folgendermaßen dargestellt.
Die Absicht, selbstbewusster aufzutreten, würde sich, konkret formuliert, zum Beispiel in einem
Ziel wie dem folgenden äußern: «Bei der nächsten Kollegienversammlung stelle ich den Antrag,
dass auf dem Schulfest eine Live-Band spielt.»
Dieselbe Absicht, allgemein formuliert, könnte so aussehen: «Ich vertrete meine Meinung, und
zwar klar und selbstbewusst.»
Allgemein formulierte Ziele haben aus psychologischer Sicht mehrere Vorteile.
Sie werden stärker als zum eigenen Selbst gehörend erlebt als abstrakt formulierte Ziele.
Sie sind außerdem typischerweise mit starken Emotionen verbunden (McClelland et al., 1989).
Gollwitzer (1987) bezeichnet diesen Zieltypus als «Identitätsziele » und beschreibt diese als
«unstillbar». Unstillbar ist dieser Zieltypus insofern, als Identitätsziele ihre Gültigkeit und ihren
richtungsweisenden Charakter unter Umständen ein ganzes Leben lang behalten können.
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Typische ZRM-Haltungsziele sehen folgendermaßen aus:
 Mein Vulkan sprüht rote Funken (Selbstbewusstseins-Thema).
 Ich atme im Fluss des Lebens (Stressmanagement-Thema).
 Ich starte durch und packe an (Arbeits-Thema).
 Ich wende mich der Sonne zu (Affektregulations-Thema).
 Ich steuere das Schiff meines Lebens und bin der Kapitän (Selbstwirksamkeits-Thema).
 Ich öffne mich der Männerwelt (Partnersuche).
 Ich lasse mein Licht strahlen und fülle damit den Raum (Ausstrahlungs-Thema).
Kuhl (2001) kritisiert an der traditionellen Motivationsforschung, dass sie sich zu wenig um
diesen Typus des umfassenden persönlichen Ziels kümmere. Die Möglichkeiten, wie Ziele
formuliert werden können, lassen sich in einem Koordinatensystem abbilden.
Situationsspezifisch oder Situationsübergreifend?
«Ich möchte in meiner praktischen Fahrprüfung ruhig und konzentriert sein»
wäre ein ausgesprochen situationsspezifisches Ziel, das sich nur auf eine halbe Stunde des
gesamten menschlichen Lebens bezieht.
«Ruhig und gelassen gehe ich Herausforderungen an»
ist am anderen Ende dieses Kontinuums angesiedelt. Den Geltungsbereich von derartigen Zielen
geben Kursteilnehmer und -teilnehmerinnen typischerweise mit «immer» an. Sie gelten
situationsübergreifend und bei den meisten Menschen auch weit in die Zukunft hinein, unter
Umständen ein Leben lang.
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Literatur:
Susanne Benz, Birmensdorferstrasse 253, 8055 Zürich, Ziele formulieren.
Die Lösungs-orientierte Kurztherapie und das Zürcher Ressourcen Modell im Vergleich
Proseminararbeit eingereicht bei Dr. Maja Storch
Bruggmann, Nicole (2000). Zielformulierungen aus dem Kurs „Persönlichkeitstraining
mit dem Zürcher Ressourcenmodell ZRM“. Seminararbeit am Lehrstuhl für
Pädagogische Psychologie I, EB II, Universität Zürich.
Brunstein, Joachim C. (1995). Persönliche Anliegen und subjektives Wohlbefinden. In
Kurt Pawlik (Hrsg.), Bericht über den 39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für
Psychologie in Hamburg 1994 (S. 256-260). Göttingen: Verlag für Psychologie /
Hogrefe.
Damasio, Antonio R. (1997). Descartes‘ Irrtum. Fühlen, Denken und das menschliche
Gehirn. München: dtv.
Gollwitzer, Peter M. (1995). Zielbegriffe und –theorien in der heutigen Psychologie. In
Kurt Pawlik (Hrsg.), Bericht über den 39. Kongress der Deutschen Gesellschaft für
Psychologie in Hamburg 1994 (S. 295-300). Göttingen: Verlag für Psychologie /
Hogrefe.
Grawe, Klaus (1998). Psychologische Therapie / von Klaus Grawe. Göttingen: Verlag
für Psychologie / Hogrefe.
Hüther, Gerald (2001). Bedienungsanleitung für ein menschliches Gehirn. Göttingen:
Vandenhoeck & Ruprecht.
Storch, Maja (2000). Das Zürcher Ressourcenmodell. ZRM. In Beiträge zur
Lehrerbildung, 18(3) (S. 307-323).
Storch, Maja (2003). Das Geheimnis kluger Entscheidungen. Von somatischen
Markern, Bauchgefühl und Überzeugungskraft. Zürich: Pendo.
Storch, Maja & Krause, Frank (2002). Selbstmanagement – ressourcenorientiert:
Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcenmodell
ZRM. Bern: Huber.
Wissenschaftliche Arbeitsblätter und Vertiefungstexte von Open Source ISMZ www.ismz.ch
Seite 8
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Seele and Geist
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