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Lektion 6. Was ist wenn...? Leitfragen: 1. Wie kann man die Blutung

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Lektion 6. Was ist wenn...?
Leitfragen:
1. Wie kann man die Blutung einer Wunde stoppen?
2. Benenne drei bis vier Kleidungs- oder sonstige Gegenstände, die bei einem Notfall zu
gebrauchen sind.
3. Zähle vier bis fünf Dinge auf, die Du in jedem Fall auf der Jagd dabei haben solltest.
4. Nenne zwei Maßnahmen, die eine Hypothermie verhindern können.
5. Wie kommt es zum Aussterben gefährdeter Wildarten?
6. Benenne einige alternative Todesarten für das Wild, die ein Jagdgegner zur Auswahl hat.
7. Wie wäre es um die Zukunft der Bogenjagd bestellt, wenn es die NBEF und das
International Bowhunter Education Programm nicht gäbe?
Bei jeder jagdlichen Unternehmung ist die Möglichkeit eines Unfalls nie auszuschließen. Laut Statistik
ist das Jagen allerdings weniger gefährlich als das Treppensteigen. Aus der Möglichkeit eines Unfalls
folgt im Prinzip nichts außer der Empfehlung, das alte Pfadfindermotto "Sei immer vorbereitet" zu
beherzigen. Wenn man sich bewusst ist, dass immer etwas passieren kann, ist man auch meistens in
der Lage, bei einem plötzlichen Missgeschick richtig zu reagieren.
Die beste Methode, sich auf die Eventualität eines Unfalls vorzubereiten, ist die Vorbeugung. Man
kann sehr viele Unfalle vermeiden, wenn man vorher alle möglichen Situationen durchdenkt, denen
man auf der Jagd begegnet, ebenso wie die eigenen Aktionen und die Bedingungen, die dabei
gegeben sein könnten. Eine erfolgreiche Vorbeugung erfordert allerdings einige Voraussetzungen:
· Eine positive und zuversichtliche Einstellung hinsichtlich der eigenen Vorbereitungen und der
Fähigkeit, mit Problemen umzugehen.
· Ein ausreichendes Erste Hilfe - Wissen, um verhindern zukönnen, dass aus kleinen
Problemen sehr ernsthafte werden.
· Ein ausreichendes Wissen und nach Möglichkeit eine entsprechende Erfahrung beim
Verhalten in freier Natur. Auch sollte man immer seine Notfall - Ausrüstung dabei haben.
Die folgenden Hinweise für Erste Hilfe und sonstige Notfälle beinhalten die entsprechenden
Ausrüstungsgegenstände, die man mit sich führen sollte; zeigen, wie man seine Kleidungsstücke für
verschiedene Zwecke einsetzen kann; wie man verschiedene Arten von Wunden und sonstige
Probleme behandelt, und wie man überlebt, wenn man sich, fern von zu Hause, vom Camp oder vom
Fahrzeug, verletzt oder verirrt hat. Diese Hinweise sollte man nicht nur einmal durchlesen. Am besten
sollte man sich diese Dinge vor jeder Jagdsaison vor Augen führen, damit man im Falle eines Falles
richtig handelt und sich nicht durch panische Aktionen ernsthaft gefährdet.
Erste Hilfe.
Es gibt drei Arten von Unfällen, denen ein Bogenjäger gewachsen sein sollte.
Eine starke Blutung. Hier hilft nur ein direkter Druck. Dabei legt man die Finger direkt auf oder in die
Wunde, um die Adern abzudrücken und so die Blutung zu stoppen. Bei größeren Wunden empfiehlt
es sich, ein kleines Polster aus seinem Unterhemd oder einem ähnlichen Kleidungsstück zu formen
und dieses fest auf die Wunde zu drücken, sei es mit der Hand, mit einer Schnur oder am besten mit
einer Bandage Wenn man die Wunde mit den Fingern oder einem Kompressionsverband
verschlossen hat, sollte man sie nicht mehr öffnen, da sonst die sich bildende Gerinnung wieder
aufbricht und es dann viel schwieriger ist, die Blutung nochmals zu stoppen. Aderpressen sind sehr
gefährlich und sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden.
Knochenbrüche. Man sollte sie so lassen, wie sie sind und nur versuchen sie zu schienen. Dazu
kann man alles mögliche nehmen, Zweige, Äste, Pfeile (ohne Spitzen) oder auch das andere Bein.
Einen Verletzten sollte man nur so weit wie unbedingt nötig transportieren. Man kann ihn entweder auf
dem Rücken tragen oder aus Kleidungsstücken und zwei Stangen oder dünnen Baumstämmen eine
Tragbare fertigen.
Panik. Reiß Dich zusammen! Vor nicht allzu langer Zeit kam ein Bogenjäger ums Leben, weil er in
Panik geriet. Er machte keine Versuche, die Blutung einer Wunde zu stoppen, die er sich durch einen
Pfeil beigebracht hatte. Statt dessen versuchte er, seinen Wagen zu erreichen. Die beste
Notfallausrüstung und die besten Kenntnisse im Bereich Erste Hilfe sind wertlos, wenn man nicht in
der Lage ist, einen klaren Kopf zu behalten.
Verletzungen durch Pfeilspitzen.
Stell Dir vor, Du fällst in einen Jagdpfeil mit einer rasiermesserscharfen Spitze, oder noch besser, in
einen ganzen Köcher voll. Oder das eben scharf geschliffene Messer rutscht beim Ausnehmen ab.
Oder man schleift einen Broadhead und verletzt sich ordentlich dabei. Wenn Deine Pfeilspitzen und
Dein Messer so scharf sind, wie sie sein sollten, muss immer mit Verletzungen gerechnet werden, die
zum Abbruch einer jagdlichen Unternehmung führen können.
In solchen Fällen muss man wissen, was zu tun ist. Was mache ich, wenn mein Jagdgefährte mit
einem Pfeil im Bein am Boden liegt, da Blut fließt in Strömen und das Fahrzeug steht eine Meile
entfernt? Auf jeden Fall niemals in Panik geraten. Eine Panik bekämpft man am besten, indem man
einfach überlegt, was zu tun ist und sich bemüht, es sofort in die Tat umzusetzen.
Verletzungen an den Extremitäten.
Sehr wichtig, die Blutung muss oberhalb der Wunde durch einen Kompressionsverband unter
Kontrolle gebracht werden. Eine Verletzung einer Schlagader führt zu einem enormen Blutverlust
innerhalb kurzer Zeit. Die meisten Erwachsenen ertragen nicht mehr als ca. 1 Liter Blutverlust ohne
ernsthafte Folgen. Ein sauberes brauchbares Stück Stoff (Halstuch oder irgendein passendes Stück
Kleidung) kann als Kompresse genommen werden. Die Kleidung um die Wunde sollte dabei so weit
wie möglich entfernt bzw. abgeschnitten werden.
Verunreinigung durch Dreck, Gras, Düngemittel etc. sollte vermieden werden. Schnee - falls
vorhanden - um die Wunde herum aufgebracht verringert die Blutung und Schwellung. Aderpressen
sind selten notwendig und nicht ungefährlich. Ihre Anwendung kann zum Verlust des Körperglieds
führen und u. U. die Blutung noch verstärken. Einen Pfeil oder ein Messer in der Wunde sollte man so
sichern, dass sie auf dem Transport nicht wandern können.
Einen Pfeilschaft sollte man ca. 10 cm über der Wunde abschneiden, damit er nicht herumwackelt.
Das verletzte Glied sollte man entsprechend hoch lagern, um die Blutung zu verringern. Bevor man
sich auf den Weg macht, sollte man die Blutung stoppen; wenn sie wieder auftritt, sollte man die Fahrt
bzw. den Transport unterbrechen und versuchen, sie unter Kontrolle zu bringen, bevor man sich
wieder auf den Weg macht.
Verletzungen im Brustraum.
Die Gefahr einer tiefen Brustwunde liegt in der Verletzung des Brustfells. Durch die normale Atmung
kann so Luft in den Brustraum angesaugt werden. Wenn dies der Fall ist, besteht höchste
Lebensgefahr, weil die Lunge kollabieren kann. In diesem Fall sollte der Verwundete ausatmen, so
weit es geht. Die Wunde sollte dann sofort luftdicht abgeschlossen werden (Plastiktüte, Zellophan der
Zigarettenschachtel etc.) , bevor er wieder einatmet. Des weiteren sollte die Atmung so flach wie
möglich gehalten werden, um ein Ansaugen von Luft so weit wie möglich zu verhindern.
Verletzungen im Bauchraum.
Generell gelten hier die gleichen Prinzipien wie bei Verletzungen von Extremitäten. Muskel- und
Hautverletzungen können mit einem Kompressionsverband versorgt werden. Bei tiefen Wunden
besteht die Gefahr einer Organverletzung, die zu einer schweren, aber nicht sichtbaren Blutung in die
Bauchhöhle führen können. Solche Verletzungen kann man nicht mit einem Kompressionsverband
unter Kontrolle bringen.
Der einzige Weg ist der ins nächste Krankenhaus, und zwar ohne jeden Zeitverlust. Wenn
erschwinglich, sollte man die Ambulanz (Notarzt etc) zu Hilfe rufen. Der Verletzte sollte auf keinen Fall
essen oder trinken. Wenn besondere gesundheitliche Einschränkungen vorhanden sind, sollte man
diese umgehend mitteilen.
Der Verwundete sollte warm gehalten werden, da ein großer Blutverlust zur Senkung der
Körpertemperatur führt und die normalen Körperfunktionen beeinträchtigt werden. Die Beine sollten
etwas hochgelegt werden, um eine Blutung nach unten zu vermeiden. Bei einer Verletzung durch eine
Pfeilspitze sollte man eine ähnliche zur Hand haben, um sie dem Arzt zu zeigen. Obwohl diese Arten
von Verletzungen selten sind, sollte man trotzdem wissen, was zu tun ist. Immerhin kann man so ein
Leben retten. Das eines anderen oder gar sein eigenes.
Überleben im Notfall.
Man sollte sich immer vorher überlegen, was man tun kann, um sich nicht zu verirren oder auch
Vorkehrungen treffen, ssm Fall fünf wichtigsten Dinge denken: Sicherheit, Notsignalgebung,
Unterschlupf, Nahrung und Socken. Wenn man sich vor der Jagd richtig vorbereitet hat, sollte man die
wichtigsten Dinge dabei haben und auch wissen, wie man sie benutzt.
1. Eine Grundausrüstung für den Notfall sollte mindestens folgende Gegenstände beinhalten:
Trillerpfeife, Bandagen und Leukoplast, Messer, Streichhölzer wasserdicht verpackt,
Taschenlampe mit Ersatzbatterien und Ersatzbirne, Anzündhilfen, Plastikplane,
Rettungsdecke oder -sack, ein großer Müllsack, Kompass und Karte, Wasserflasche, Nahrung
wie Schokolade, Müsliriegel etc, genügend Medikamente, wenn man welche regelmäßig
einnehmen muss, und noch spezielle Gegenstände für bestimmte Situationen.
2. Sicherheit. Du solltest vor allem vor Dir selbst in Sicherheit sein. Wenn man sich verirrt,
sollte man vermeiden, durchzudrehen. Am besten setzt man sich hin und versucht
nachzudenken, wo man vor her war und wo man jetzt ist. Wenn man nicht mehr weiter weiß,
sollte man einfach an etwas anderes denken, um sich abzulenken. Wenn es nacht wird, sollte
man ein Feuer anmachen.
3. Notsignale geben. Am Tag empfiehlt sich ein stark rauchendes Feuer, nachts ein sehr
helles. Eine Trillerpfeife ist viel weiter zu hören als die eigene Stimme, und außerdem kann
man viel länger pfeifen als rufen. Ein unzerbrechlicher Signalspiegel oder der Spiegel aus
dem Camo- Schminkkasten ist hier sehr hilfreich.
4. Unterschlupf. Guten Schutz vor Wind und Kälte bieten ein überhängender Fels, ein
umgestürzter Baum oder ähnliches. Zwischen dem Feuer und dem Schutz sollte genügend
Platz sein zum Sitzen und Liegen. Bei tiefem Schnee sollte man sich einen Nadelbaum
aussuchen, der ca. 2m hoch herausragt. Man gräbt sich am Stamm entlang ein Loch bis zum
Bodengrund. Schnee ist ein sehr guter Isolator und bewahrt vor dem Erfrieren. Mit einer
Plastikfolie ca. 1x2 Meter und etwas Nylonschnur kann man sich einen geschützten
Unterschlupf bauen; als Wärmequelle kann man eine Dauerkerze nehmen mit einem Stück
Alufolie als Reflektor. Trockene Zweige oder Blätter geben innen eine ausreichende Isolation
ab.
5. Nahrung. Lebensmittel sind eine wunderbare Sache, aber man sollte auch wissen, welche
Pflanzen essbar und nicht giftig sind (es gibt hierzu reichlich Literatur inkl. des Handbuchs der
Pfadfinder). Es gibt sehr viele Beeren, Nüsse und andere Waldfrüchte als Ergänzung zur
Notration, die man immer bei sich hat.
6. Socken. Da gibt es nichts zu lachen, denn seine Socken und Füße sollte man trocken
halten. Wenn man bei kaltem Wetter nasse Füße bekommt, ist man in ernsthaften
Schwierigkeiten, wenn man sie nicht schnell trocknen kann. Ein paar extra Socken und
Unterwäsche sind manchmal unbezahlbar. Polypropylene- oder Wollsocken erfüllen in den
meisten Fällen ihren Zweck.
Hypothermie
Hypothermie oder das Absinken der Körpertemperatur - vor allem im Körperinneren und den
lebenswichtigen Organen - bedeutet einen langsamen Tod ohne jede Vorwarnung. Tiefe
Temperaturen sind nicht unbedingt der Grund, denn sie kann auch schon bei Temperaturen knapp
über dem Gefrierpunkt eintreten. Wind und Nässe sind oft die Hauptursache dafür, daß der Körper
seine gewohnte innere Temperatur nicht mehr halten kann. Wenn man sich bei Temperaturen unter
10 Grad Celsius in der Wildnis aufhält und womöglich ein starker Wind weht, begleitet von Regen und
Schnee, oder man gar ins Wasser fällt, sind folgende Ratschläge und ihre Befolgung lebenswichtig.
Man sollte die Kombination von kaltem, windigem und nassem Wetter vermeiden, wenn es geht.
Ansonsten sollte man auf jeden Fall angemessen gekleidet sein. Man sollte in der Lage sein, den
ganzen Körper zu schützen, also auch Hände, Gesicht und Füße. Man sollte immer mit dem
schlechtest möglichen Wetter rechnen.
Zusätzlich zur Notfallausrüstung sollte man vor allem in der kalten Jahreszeit noch zusätzliche
Kleidungsstücke und Sonstiges zum Warmhalten dabei haben. Man sollte bei kaltem Wetter nichts
unternehmen, wenn es die eigene körperliche Konstitution oder andere Faktoren nicht ratsam
erscheinen lassen. Wenn man durchnässt ist, sollte man anhalten, ein Feuer anmachen und einen
Unterschlupf errichten, die Kleider wechseln und abwarten. Man sollte sich immer bewegen, um
Wärme im Körper zu erzeugen.
Nach Möglichkeit sollte man nie allein auf die Jagd gehen. Man sollte immer jemanden mitteilen,
wohin man geht und wann man voraussichtlich wieder zurück ist. Man sollte sich dann auch an die
eigene Zeitvorgabe halten, es sei denn, man ist in ernsten Schwierigkeiten. Man kann auch im Wagen
einen Zettel hinterlassen mit einer Beschreibung, wohin man geht und was man vorhat. Man sollte mit
dem Kompass schon vor Beginn der Jagd die Richtung für den Heimweg festlegen und aufschreiben,
damit man sie nicht vergisst. Das ist sehr hilfreich, wenn man schlechte Sicht hat oder in die
Dunkelheit gerät. Eine topografische Karte sollte man immer benutzen.
Ein schwerer Sturz.
Ob man einen schweren Sturz überlebt, hängt sowohl von den eigenen Vorkehrungen als auch davon
ab, was man hinterher noch zu tun in der Lage ist. Wenn man jemanden informiert hat, wohin man
geht und wann man zurück ist oder eine Nachricht über seinen Verbleib im Wagen hinterlassen hat,
kann man davon ausgehen, dass rechtzeitig Hilfe kommt. Wenn man mit einem Gefährten jagt, kommt
die Hilfe viel schneller, vor allem, wenn man vorher entsprechende Pfeifsignale vereinbart hat. Mit
einer Trillerpfeife ist man nicht nur lauter, sondern auch ausdauernder als mit der eigenen Stimme.
Dreimal Pfeifen mit Unterbrechung ist der übliche Notruf. Die Verletzungsmöglichkeiten sind sehr
verschieden, wenn man vom Hochstand fällt. Man kann längere Zeit bewusstlos sein, sich das
Rückgrat oder Becken brechen oder mit bösen Quetschungen noch irgendwie in der Lage sein, sich
fortzubewegen.
In einer derartigen Situation ist jeder Strohhalm recht. Aber man sollte seine Situation sehr genau
durchdenken. Ist Hilfe in der Nähe zu erwar ten oder gar nicht? Wie ernsthaft sind die Verletzungen,
kann ich mich noch fortbewegen oder was kann ich mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen,
bewerkstelligen? Alles, was man bei sich hat, kann ein Hilfsmittel sein. Kleidungsstücke und größere
Halstücher für einen Kompressionsverband, um eine Blutung zu stoppen oder gegen die Kälte; Gürtel,
Schuhbänder, Bogensehne, Reepschnur, Bogen, Pfeile, Zweige, Äste für die Herstellung einer
Schiene, zur Fixierung gebrochener Glieder oder Gelenke.
Das beste Mittel gegen einen Sturz ist Vorsicht. Empfehlenswert ist die NBEF- Broschüre zum Thema
"Tree - Stand". Man sollte auch seine Sicherheitsvorkehrungen immer treffen, wenn man jagen geht.
Ohne Sicherheitsgurt oder ähnliches sollte man das Besteigen eines Hochstandes unterlassen. Auch
sollte man alles andere für die Sicherheit immer mit sich führen, damit man sich in jeder erdenklichen
Situation zu helfen weiß.
Was wäre, wenn es keine Ausbildung für oder gar keine Bogenjagd gäbe?
Seit einigen Jahren führen einige gutgläubige, gut finanzierte, aber fehl geleitete Organisationen einen
unermüdlichen Feldzug gegen den Jagdsport. Obwohl diese Vereinigungen nur ca. 10% der
Bevölkerung ausmachen, versuchen sie, die anderen 80 %, die dazu keine Meinung haben, auf ihre
Seite zu ziehen.
Unsere Aufgabe ist es, sich nicht nur in der Jagd, sondern auch in der Hege und Pflege auszukennen.
Wir müssen in der Lage sein, diesen 80% der Bevölkerung, die mit uns die Liebe zur Natur teilen, mit
Fakten aufzuwarten anstatt mit Emotionen.
Hast Du jemals behauptet, dass Dich nur männliche Tiere interessieren? Bist Du wirklich nur ein
Trophäenjäger? Wenn das so ist, gibst Du zu, dass Dich die Grundprinzipien der Hege und Pflege und
ihre praktische Umsetzung nicht im Geringsten interessieren. Damit arbeitest Du unseren Gegnern
voll in die Hand. Die NBEF hat zur Jagd und zur Wildpflege einige grundlegende Aussagen und
Klarstellungen veröffentlicht. Man sollte sie genau kennen, damit man sachlich fundiert für den
Jagdsport argumentieren kann.
Zur Unterstützung gibt es noch eine Poster- Serie zu diesem Thema. Sie ist erhältlich beim NEBF
Supply Office, Rt. 6, Box 199, Murray, Ky 42071. Diese Poster verdeutlichen, wie ein
verantwortungsvoller Naturschutz auf wissenschaftlicher Basis agiert. Der Öffentlichkeit wird so
nahegebracht, was die Grundbedingungen für den Schutz unserer Tierwelt sind, und wie der Mensch
nicht nur zerstörend, sondern vor allem erhaltend eingreifen kann für Tier und Umwelt.
Die National Bowhunter Education Foundation.
Die NBEF ist eine gemeinnützige Ausbildungsorganisation, deren Aufgabe in der Begründung,
Weiterentwicklung und schließlich weltweiten Betreuung der internationalen Lehrgänge für Bogenjäger
besteht. Der Vorstand der NBEF besteht aus 21 ehrenamtlichen Präsidiumsmitgliedern aus den
Vereinigten Staaten und Kanada. Es handelt sich hier ausschließlich um sehr erfahrene und
überzeugte Bogenjäger, die über ein entsprechendes Wissen verfügen. Viele haben einen
akademischen Abschluss und sind entweder selbst in der Weiterbildung tätig oder in Berufen wie
Biologe, staatlicher Jagdausbilder, Herausgeber von Bogenjagd Zeitschriften, Bogensporthändler oder
Funktionär in nationalen oder internationalen Bogensport- Organisationen.
Die ursprüngliche Idee für die NBEF/IBEP stammt von W.H. Wadsworth, der 1969 mit einer Gruppe
von Bogenjägern aus New York daran arbeitete. Der Lehrgang wurde 1974 ins nationale Programm
aufgenommen unter der Leitung der Bowhunting and Conservation Division of the National Field
Archery Association (NFAA), und ging 1979 in eine unabhängige Stiftung über, die allen Bogenjägern
und deren Organisationen weltweit zur Verfügung steht.
Der Vorstand der NBEF sieht seine Hauptaufgabe darin, das Programm des IBEP hinsichtlich Inhalt
und Materialien zu aktualisieren, während Tausende freiwilliger zertifizierter Ausbilder den Lehrgang
jährlich mit ebenfalls Tausenden von Bogenjägern durchführen, teilweise in Kooperation mit
staatlichen und regionalen Forst- und Wildschutzbehörden. Die Grundidee des IBEP ist, dass die
Zukunft der Jagd von einem entsprechenden Sportsgeist abhängt. Daraus folgt, dass die Zukunft der
Bogenjagd von einer ordentlichen Ausbildung der Bogenjäger abhängt. Deswegen ist es das erklärte
Ziel der NBEF/IBEP, eine Ausbildung für eine sichere Bogenjagd zu gewährleisten, die eine
entsprechende Wertschätzung und Rücksichtnahme auf die Umwelt vermittelt und die Teilnehmer
dazu anhält, als Sportsmann immer ein Vorbild zu sein.
Um dieses Ziel zu verwirklichen, steht das vorliegende Ausbildungsprogramm IBEP allen staatlichen
und sonstig interessierten Organisationen zur Verfügung. Es wird durchgeführt von zertifizierten und
kompetenten staatlichen oder ehrenamtlichen Ausbildern. In kurzen Worten, die NBEF ist das Resultat
gemeinsamer Anstrengungen der besten Bogenjäger, Jagdausbilder, Wildexperten und
Naturschützer, die man sich vorstellen kann.
Die NBEF leistet mit ihrem International Bowhunter Education Programm einen wesentlichen Beitrag
für die Jagdausbildung in Nordamerika, Europa und Afrika. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag
zur Jagd überhaupt in diesen Ländern. Das Hauptanliegen bleibt aber die Sicherung der Zukunft der
Bogenjagd.
Wer unterstützt die NBEF und ihre Programme?
Die NBEF wird unterstützt von der Vereinigung für die Jagdausbildung einschließlich der
Verantwortlichen für die Jagdausbildung in ganz Nordamerika. Diese Organisation billigt nicht nur
uneingeschränkt die Programme und Materialien der NBEF, sondern ist zu einer generellen
Zusammenarbeit bei Themen, welche die Jagd allgemein betreffen, immer bereit. Die NBEF wird auch
von vielen regionalen, nationalen und internationalen Bogensport- und Bogenjagd- Organisationen,
ebenso auch von namhaften Herstellern und Vertreibern von Bogensport- Zubehör unterstützt.
Als Antwort auf die Frage "was wäre, wenn es keine NBEF/IBEP gäbe", kann man ohne weiteres
behaupten, dass die Zukunft des Bogensports in Gefahr wäre. Die NBEF zeigt den Weg, den wir in
der Ausbildung gehen müssen. Von ihr hängt auch die Zukunft des Jagdsports generell ab. Die
Bogenjäger und auch die anderen Jäger unterstützen den Naturschutz weltweit mit ihren
Lizenzgebühren, den indirekten Steuern (11% in den USA) und sonstigen Beiträgen für Naturschutz
Organisationen wie die NBEF. Dies ist ein Weg, wie man sich an der Sicherung unserer Sportart
beteiligen kann.
Die Wahrheit über Wildverluste.
Da die Bogenjagd von der Öffentlichkeit besonders argwöhnisch begutachtet wird, ist es nicht
unwichtig, klarzustellen, inwieweit es zu Wildverlusten durch die Verwendung von Pfeil und Bogen
kommt. Auch andere Jäger und Sportsleute, die sich nicht mit der Bogenjagd befassen und auch nicht
wissen, wie ein Pfeil wirkt und welche Auswirkungen Pfeilwunden haben, haben irreführende und
regelrecht falsche Ansichten, die dem Ansehen unserer Sportart nicht zuträglich sind.
Mit Wildverlust ist gemeint, dass Tiere, die durch einen Pfeil tödlich verwundet wurden, bei der
Nachsuche nicht aufgefunden werden konnten. Zahlreiche Untersuchungen in den verschiedensten
Regionen und zu unterschiedlichsten Zeiten haben immer die gleichen grundlegenden Fakten
ergeben, wie z.B. auch in Missouri, New York und New Jersey: Die Jagd mit dem Bogen ist genauso
human und effizient wie jede andere Art des Jagens und führt auch nicht zu höheren Wildverlusten als
die anderen Jagdmethoden. Zusätzlich kann noch angemerkt werden, das der Verlust möglicherweise
sogar noch geringer ist, denn im Falle eines Fehlschusses erholt sich das Wild von einer Pfeilwunde
relativ schnell, denn ein Pfeil verursacht weder einen Schock noch zerstört er das Gewebe um die
Einschussstelle.
Welchen Alternativen gibt man als Gegner der Jagd den Vorzug?
Als Antwort auf die Anti- Jagd- Organisationen, die selten an nüchternen Fakten über Hege und
Pflege interessiert sind, sollte die Betrachtung und Beurteilung möglicher Folgen einer zu hohen
Wilddichte in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Jagdgegner sollten sich darüber klar werden, dass
eine Überpopulation an Wild nicht nur negative Auswirkungen auf das Wild selbst mit sich bringt,
sondern auch den Menschen - direkt oder indirekt - betrifft. Entsprechende Informationen dazu sollten
auf eine sachliche Art präsentiert werden und in Übereinstimmung stehen mit den entsprechenden
Darlegungen dieser Schrift, insbesondere den Lektionen 1 und 2.
Wie rechtfertigt man das Töten?
Diese Frage wird einem sehr gern von Gegnern der Jagd gestellt. Eine passende Antwort hierzu sind
folgende Ausführungen: Es ist selbstverständlich Jedermanns Recht, sich persönlich gegen die Jagd
auszusprechen. Die Jagd anderen verbieten zu wollen, ist eine andere Sache. Aber wenn man schon
strikt gegen die Jagd überhaupt ist, sollte man sich schon entscheiden, auf welche Art und Weise die
Tiere, die man angeblich schützen will, ums Leben kommen sollen. Dass sie - wenn nicht durch die
Jagd - auf die eine oder andere Weise sterben, ist klar. Aber welche soll's denn sein?
Tod durch Verhungern: Ein Tier, das zu wenig Nahrungsquellen hat, stirbt langsam und qualvoll. Es
wird schwach, die Körperfunktionen lassen nach und es wird so zur Beute für wilde und domestizierte
Räuber wie Coyoten, Wölfe und Hunde.
Tod durch Krankheiten: In einer Welt, in der die Tiere nur noch geschützt werden, sind sie für den
Menschen keine Nahrungsquelle mehr. Die Folge ist eine Zunahme der Wilddichte, der die
Nahrungsbasis nicht mehr entspricht. Als Alternative zum eben erwähnten Hungertod werden einzelne
Tiere anfälliger für Krankheiten, weil ihnen eine geeignete und ausreichende Nahrung fehlt. Die
verschiedenen entstehenden Krankheiten greifen wegen der hohen Wilddichte entsprechend rasch
um sich. Neben den Mangelerscheinungen durch Unterernährung führen diese Krankheiten zu einer
weiteren Schwächung und enden in einem Massensterben, vor allem in Gegenden mit einem harten
Winter. Aber nicht nur die erwachsenen Tiere verenden im Winter, auch der Nachwuchs,
hervorgebracht von bereits geschwächten Muttertieren, überlebt kaum die ersten kritischen Tage und
Wochen.
Tod durch Hunde: Leute, die keinen intensiven Kontakt zur freien Wildbahn haben, können sich nicht
vorstellen, welche Probleme allein durch Hunde entstehen. Es sind dies verwilderte Hunde, die
ausgesetzt wurden oder auch Exemplare, die in der Wildnis geboren wurden. Hunde und Coyoten
paaren sich in manchen Gegenden, und das Resultat ist noch schlimmer als die ursprünglichen
Elterntiere. Hunde jagen im Rudel oder einzeln, wobei sie sich langsames, altes oder krankes Wild
aussuchen. Sie verfolgen es, reißen es nieder und fressen es bei lebendigem Leib. Das Wild ist erst
erlöst, wenn es vor lauter Qualen das Bewusstsein verliert.
Verkehrsunfälle durch Wild: Diese Art von Unfällen hat nicht nur den Tod des Wildes, sondern auch
neben horrenden Sachschäden den Tod oder schwere gesundheitliche Schäden für die Insassen zur
Folge. Allein in Pensylvania, das eine sehr hohe Wilddichte an Weißwedelhirschen hat, liegt die
jährliche Zahl der Unfälle, verursacht durch diese Tierart, zwischen 24 - 30.000 !. Es ist aber nicht nur
das Rotwild, das diese Unfälle verursacht. In manchen Gegenden gibt es das Problem auch mit
Antilope, Maultierhirsch, Elch, Moose und Bär. Wenn man eine Vorstellung von der Größe dieser
Tierarten hat, braucht man nicht viel Phanta sie, um sich vorzustellen, was passiert, wenn einem so
ein Tier bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h in den Wagen läuft.
Das besondere Problem für die Tiere ist dabei, dass sie nicht unmittelbar nach dem Unfall oder in der
Nähe verenden. Meistens rennen sie in die Wälder, soweit sie noch in der Lage sind. Aufgrund der
Schwere der Verletzungen besteht keine Aussicht auf Heilung, und so verenden sie schließlich nach
Tagen oder Wochen qualvoll im Wundbett. Es gibt auch Verletzungen, bei denen der Tod noch viel
später eintritt: Ein gebrochener Kiefer, eine gerissene Speiseröhre, eine Leberquetschung oder
ähnliches.
Die Frage an die Gegner der Jagd lautet also: Welche der hier aufgeführten Todesarten trifft denn nun
Ihren persönlichen Geschmack? Für uns Bogenjäger gibt es nur eine Antwort.
Der Kampf gegen die falschen Tierfreunde.
Die Gemeinschaft derer, die sich für irgendwelche Rechte der Tiere stark machen, hat uns den Kampf
angesagt. Aber leider gibt es immer wieder Bogenjäger, die diese Leute mit ihrem unmöglichen
Verhalten auf der Jagd noch mit Munition versorgen.
Die Teilnahme an unserem Ausbildungsprogramm ist eine gute Grundlage, sich seine
Verantwortlichkeiten als Bogenjäger klar zu machen: Verantwortung gegenüber den Nichtjägern, dem
Wild, den anderen Jägern und den Grundeigentümern. Wenn wir weiterhin mit dem Bogen jagen
wollen, müssen wir nicht nur die im Programm der IBEP vermittelten Grundlagen weitergeben,
sondern uns auch entsprechend verhalten.
Sicherheit:
Du solltest immer Deine Notfall- Ausrüstung auf der Jagd dabei haben. Du solltest sie auch immer
wieder überprüfen, besonders Dein Erste Hilfe Set. Man sollte immer mit dem schlimmsten Wetter
rechnen und die entsprechende Kleidung mit sich führen. Kompass und eine entsprechende Karte
gehören zur Grundausrüstung. Ein genaues Festlegen des Kurses für den Heimweg ist sehr hilfreich.
Du solltest immer detaillierte Informationen über Dein Vorhaben zurücklassen, nicht nur bei einer
zuverlässigen Person, sondern zur Sicherheit auch im Wagen. Sei immer gut vorbereitet, behalte in
Notsituationen einen kühlen Kopf und versuche immer, mit den Mitteln, die Dir zur Verfügung stehen,
das beste aus Deiner Situation zu machen.
Kontrollfragen:
1. Wie kann man die Blutung einer Wunde stoppen?
2. Benenne drei bis vier Kleidungs- oder sonstige Gegenstände, die bei einem Notfall zu
gebrauchen sind.
3. Zähle mindestens fünf Dinge auf, die Du in jedem Fall auf der Jagd dabei haben solltest.
4. Nenne zwei Maßnahmen, die eine Hypothermie verhindern können.
5. Wie kommt es zum Aussterben gefährdeter Wildarten?
6. Benenne einige alternative Todesarten für das Wild, die ein Jagdgegner zur Auswahl hat.
7. Wie wäre es um die Zukunft der Bogenjagd bestellt, wenn es die NBEF und das
International Bowhunter Education Programm nicht gäbe?
Schlusswort
Ein guter Bogenjäger wird man nur, wenn sich mit Hingabe und Ausdauer in vielen Stunden und
Tagen im Feld und auf der Jagd die notwendige Erfahrung erwirbt. Es ist kein bequemer Weg, aber
der weise Bogenjäger ist sich bewusst, dass er nie genug weiß. Deswegen bemüht er sich, bei jeder
Unternehmung etwas Neues hinzuzulernen. Darin besteht aber gerade die Befriedigung, die unser
Sport mit sich bringt. Es ist kein statischer Sport, sondern eher eine Herausforderung, bei der sich
nicht nur ständig die Bedingungen ändern, sondern auch unsere Gemütslage. Es ist auch hier so wie
bei anderen Dingen im Leben: Wir können aus der Bogenjagd nur das herausholen, was wir in sie
investieren.
Nachdem Du mit der Teilnahme am IBEP- Lehrgang einen großen Schritt getan hast, Deine
Qualitäten als Bogenjäger zu verbessern, ist es an der Zeit, die neu erworbenen Kenntnisse in die Tat
umzusetzen. Mach Dich gleich ans Werk! Es gibt genug zu tun: Inspektion der Schießausrüstung,
Wildbeobachtungen in alten und neuen Jagdgebieten, Überprüfung und Ergänzung der gesamten
Ausrüstung anhand der Checklisten und eine Menge anderer Aktivitäten. Da die Jagd ein Sport ist,
der das ganze Jahr über betrieben werden kann, gibt es vielleicht auch Jagdgelegenheiten in der
Gegend, in der Du wohnst. Egal, welche Art der Bogenjagd Du betreibst, Du solltest Dich immer als
verantwortlicher Sportsmann präsentieren, der in all seinen Aktionen unsere Ideen und Grundsätze
vertritt. Denn nur so kann man die Nichtjäger dazu bringen, die Bogenjagd in unserem Sinne zu
betrachten. Das ist das wenigste, das jeder zur Erhaltung unserer Sportart beitragen kann.
Du kannst Dir und unserem Sport einen großen Gefallen tun, wenn Du Dein Wissen regelmäßig
wieder auffrischst. Dieses Manual öfter wieder zu lesen, ist eine Möglichkeit. Es gibt aber neben einer
Reihe guter Bogensport- Magazine auch gute Bücher über die Bogenjagd. Wir benötigen alle ein
regelmäßiges Training, um für die Jagd in Form zu bleiben. Das betrifft aber nicht nur das Üben mit
dem Bogen, mit dem Tree - Stand und der ganzen anderen Ausrüstung, sondern auch das Pflegen
der Erinnerungen an Ereignisse, die uns zu zuverlässigen, erfolgreichen und
verantwortungsbewußten
Jägern machten. Du
solltest bei jeder
Gelegenheit, die sich
bietet, einen Jungen
mitnehmen als Praktikant,
Beobachter oder gar
Jäger. Gemäß dem
Spruch "das Kind ist der
Vater des Mannes" ist das,
was ein Kind über die Jagd
lernt, von großer
Bedeutung für die
Einstellung, die es später
als Erwachsener zur Jagd
und zur Bogenjagd hat. Es
gehört zu den schönsten
Freuden, wenn man
miterlebt, wenn ein Junge
sein erstes Wild mit Pfeil
und Bogen erlegt. Ist es
nicht das, wofür wir leben?
Weidmanns Heil!
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