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Einmal Karibik auf die köstliche Tour - Thomas Flügge

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REISE & FREIZEIT
MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
SEITE W9
SAMSTAG, 25. / SONNTAG, 26. OKTOBER 2014
REISE
Einmal Karibik
auf die
köstliche Tour
ST. LUCIA Ein kulinarischer
Streifzug durch Gros Piton
und Petit Piton, durch Tropenstrände und Regenwald,
durch Calypso und Reggae
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VON HEIKE WEICHLER
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M
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ichael hat sie alle gefahren:
Julia Roberts und Angelina
Jolie, Harrison Ford und David Bowie. Bill Gates wollte ihn sogar
als Privat-Chauffeur anheuern. Keine
Option für den 45-jährigen Gästeführer: „Ich lebe hier im Paradies. Warum
sollte ich es verlassen?“ Diese Auffassung ist typisch für die Bewohner
St. Lucias. Geld und Status sind nebensächlich. Was wirklich zählt im Leben
der Insulaner hat mit Luxus nichts zu
tun: die landschaftliche Schönheit der
Kleinen Antillen-Insel und das angenehme Klima, soziale Gemeinschaft,
Musik, die Leichtigkeit des Lebens –
und kulinarische Genüsse.
Das alles spiegelt sich wider beim
„Friday Night Jump Up“ in Gros Islet,
St. Lucias größtem Straßenfest. Jeder
will dabei sein, auch die Promis, die
Michael hingebracht hat. Wo sonst
können sie so ungestört ins pralle Leben eintauchen? Jeden Freitagabend
nach Einbruch der Dunkelheit erwacht das sonst verschlafene Fischerdorf im Norden der Insel zum Leben.
Von bunten Holzhäusern gesäumte
Straßen werden für Autos gesperrt, die
Grills von Garküchen angeheizt, LiveBands spielen sich warm, aus Lautsprechern tönen Calypso, Reggae und
Salsa. Dazu probieren die Besucher gegrillten Fisch, der ein paar Stunden zuvor noch in der Karibischen See
schwamm, oder Barbecue-Hähnchen,
das seine Eier auf einer Kokosplantage
gelegt hat und auch so schmeckt. Je
nach Saison kommen Spezialitäten
wie Langusten oder Conch, das wohlschmeckende Fleisch der großen Fechterschnecken, auf den Grill.
Mahi-Mahi-Filet für Prinz Charles
Dazu gibt es das auf der Insel gebraute
Piton Beer. Oder, ganz simpel und erfrischend, Kokoswasser, direkt aus der
aufgeschlagenen, unreifen Kokosnuss.
Eine besondere Spezialität ist das
Shandy, gemixt aus Bier, Ginger Ale
und Limette. Um Mitternacht ist
schließlich alles knallvoll. Man isst,
lacht, tanzt, feiert, Touristen und Einheimische miteinander – mehr karibische Lebensfreude geht kaum.
Wer eine Reise nach St. Lucia
bucht, hat meist Strandurlaub, Wassersport oder Flitterwochen im Sinn.
Es lohnt sich aber, auch das Innere der
Insel zu erkunden, die knapp so groß
ist wie Hamburg. St. Lucia ist vulkanischen Ursprungs, bergig und weitgehend von tropischem Regenwald be-
deckt. Entlang der Westküste reihen
sich Sandbuchten an Plantagen und
Fischerorte. Die wildere, dem Atlantik
zugewandte steile Ostküste ist dünn
besiedelt und ein beliebtes Revier für
Windsurfer.
Warum St. Lucia auch allen Gourmets etwas zu bieten hat, zeigt uns Michael auf unserer Insel-Tour. Wir starten in Soufrière, dem hübschen Kolonialstädtchen am Fuße der erloschenen Zwillingsvulkane Gros Piton und
Petit Piton. Auf Serpentinen kurven
wir hinauf in die vom Regenwald bedeckten Höhen, vorbei an Straßenhändlern, die am Wegesrand eine bunte Vielfalt an Obst und Gemüse anbieten. „Die Vulkanerde macht unsere
Gärten und Felder so fruchtbar. Es gibt
fast nichts, was hier nicht wachsen
würde“, erklärt Michael die üppige Vegetation.
Das sehen wir uns in „Fond Doux
Estate“ näher an. Die 150 Jahre alte Kakao-Plantage mit hübschen historischen Gäste-Cottages baut außerdem
Bananen, Kaffee, Mangos, Zitrusfrüchte und Kokosnüsse an. Im Gemüsegarten wachsen Kassava-Knollen, aus deren Mehl Brot gebacken wird, Süßkartoffeln, Yamswurzeln und Taropflanzen, die alle wie unsere heimischen
Kartoffeln verwendet werden.
Das edle Boutique-Hotel „Ladera“ in
der Nachbarschaft bereitet aus diesen
Taroknollen sogar ein phänomenales
Dessert zu. Im Restaurant der Plantage
wird originell gekocht, geschmeckt
hat’s sogar Prinz Charles, der kürzlich
zu Besuch war. „Am liebsten mochte
er das Mahi-Mahi-Filet mit BananenGratin und Yams-Fritten“ erinnert sich
Kellnerin Kathy, die uns Schwertfisch-Ragout mit karamellisierten
Mangos serviert. Die Karibik liefert der
Insel Fische und Schalentiere im Überfluss, und da man gerne Herzhaftes
mit Süßem kombiniert, passen Früchte ganz ausgezeichnet dazu. Wer sich
zudem für die Kakao-Verarbeitung interessiert, kann von der Ernte der
Schoten über Trocknung und Mahlen
der Bohnen bis zum Gießen der fertigen Schokolade alles beobachten und
selbst ausprobieren. Im eigenen
„Mamma La Terre Spa“ lassen sich die
Früchte der Plantage auch äußerlich
genießen, etwa bei einer Kokosöl-Massage oder einer Papaya-Packung.
Auf der Weiterfahrt an die Westküste erzählt Michael von der Historie
der Insel – und damit auch der einheimischen Küche: „Vor der Besiedelung
durch Europäer im frühen 17. Jahrhundert lebten Indianerstämme, die
Arawak und die Kariben, auf St. Lucia.
Deren Essgewohnheiten vermischten
sich zunächst mit den Bräuchen englischer und französischer Kolonialherren. Sklaven aus Afrika und später indische Plantagen-Arbeiter brachten
weitere Rezepte auf die Insel.“ So vereint die kreolische Küche, wie man sie
Hähnchen wird auf St. Lucia traditionell gekocht – Leguan übrigens auch.
Kein Essen ohne Barbecue
Fotos: Thomas Flügge
Speisen im „Ladera“
Die Inselhauptstadt Castries
WAS MAN WISSEN MUSS
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➤ Anreise-Tipp: Condor fliegt nonstop
ab Frankfurt nach St. Lucia. Weitere Informationen: www.condor.com.
➤ Hotel-Tipp: In der „Villa Caribbean
Dream“, bezahlt man für das Doppelzimmer ab 85 Euro, im sehr empfehlenswerten „Anse Chastanet“ ab 249 Euro.
Das „Ladera“ verlangt ab 300 Euro/DZ.
Weitere Informationen: www.caribdreams.net, www.ansechastanet.com und
www.ladera.com.
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nennt, multikulturelle Zutaten und
Speisen aus vier Kontinenten.
Das berühmteste Getränk St. Lucias
ist der Rum, Jahrhunderte lang ein
„Nebenprodukt“ des Zuckerrohranbaus. Michael bringt uns ins Roseau
Valley an der Westküste, ein paar Kilometer südlich der Hauptstadt Castries.
Das grüne Tal, eingerahmt von hügeligem Regenwald, bildet die idyllische
Kulisse für das Unternehmen „St. Lucia Distillers“, das dort etwa 30 verschiedene Rumprodukte herstellt.
Suppe mit Fechterschnecke
Jeder Schritt der Verarbeitung lässt
sich auf einer Führung erleben, von
der Fermentierung der sirupartigen
Zuckermelasse über die Destillation in
Kupferkesseln bis zur Mischung verschiedener Destillate für ein ausgereiftes Aroma. Bei der abschließenden
Verkostung am Büfett nippen wir an
Klassikern wie braunem und weißem
Rum und an Spezialitäten, die in keinem deutschen Supermarkt zu finden
wären: Rum mit Kakao aromatisiert,
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➤ Straßenfeste-Tipp: Außer in Gros Islet gibt es die so genannten „Fish Fries“
auch in Anse la Raye (freitags) und in
Dennery (samstags). Sie sind eine günstige Alternative zum Dinner im Restaurant.
➤ Event-Tipp: „Jade Mountain“, das luxuriösere Schwester-Resort des „Anse
Chastanet“, bietet regelmäßig kulinarische Veranstaltungen an, die sich speziell um Schokolade, Gewürze, Mangos
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oder Gourmet-Themen drehen. Weitere
Informationen: www.jademountain.com.
➤ Pauschal-Tipp: Caribbean Culinary
Tours bietet einwöchige kulinarische
Reisen auf St. Lucia an. Dabei findet
auch ein Kochkurs statt. Weitere Informationen: www.caribbeanculinarytours.com.
➤ Info-Tipp: Saint Lucia Tourist Board,
Tel. (0 61 72) 4 99 41 38, www.stlucia.org.
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mit Zimt, Nelke, Muskat, Ingwer,
Sternanis, Vanille, Zitrone, Orange,
Kokos oder Honig.
Allerdings probieren wir nur homöopathische Mengen, denn wir haben noch etwas vor, bei dem alle Sinne
geschärft sein sollten wie gute Küchenmesser: Ein Kochkurs im FünfSterne-Resort „Anse Chastanet“ an der
gleichnamigen Bucht bei Soufrière.
„Cooking in paradise“ heißt der Nachmittag mit Chefkoch Ivan Silk. Und
genau das ist das Problem: Die Umgebung ist fast zu schön, um sich aufs
Kochen zu konzentrieren. Eingebettet
ist das Hotel in eine 240 Hektar große
ehemalige Kolonialplantage und den
immergrünen Regenwald. Der Blick
aus den Suiten, teilweise offen, ohne
vierte Wand gebaut, schweift 180 Grad
über das Karibische Meer und auf die
Pitons. Auch die Freiluft-Restaurants
haben einen Panoramablick.
Mit Charme lenkt Ivan unsere Aufmerksamkeit auf die Zutaten, aus denen wir eine karibische Fischsuppe zubereiten wollen: Goldmakrele, Thun-
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fischsteaks und Conch, das Fleisch der
karibischen Fechterschnecke. Und jede Menge leckeres Gemüse von der hoteleigenen Bio-Farm wie Okraschoten,
Yams, Süßkartoffeln und Callaloo, spinatähnliche Blätter. Fischkoch Frankie
zeigt uns, wie alles richtig filetiert, geschnitten und gewürfelt wird. Zum
Glück hatte er die Brühe schon vorgekocht: „Da kommen gehackte Fischköpfe rein. Mit allem, Augen, Zähne,
Gehirn.“ Unsere Grimassen quittiert
Frankie lässig: „Das ist am saftigsten,
ihr wollt danach nichts anderes mehr
essen“. Geschmeckt hat die Suppe später tatsächlich.
Die beiden Köche erfüllen gern
Wünsche der Gäste, ob sie nun einen
bestimmten Fisch oder ein spezielles
Fleisch zubereiten möchten. Nur bei
so Exotischem wie Leguan, der in der
Karibik traditionell wie Hähnchen gekocht wird, streiken sie. Kein Problem
für Michael: „Ich habe mal Eddie Murphy zu Bekannten auf dem Land mitgenommen. Er hat Leguan-Eintopf
probiert – und er war begeistert.“
„Goldenes“ Jubiläum mit viel Luxus zum kleinen Preis
NEUHEITEN Gold by FTI feiert fünf Wochen lang mit seinen Kunden / Erstmals bereichern zwei Sechs-Sterne-Häuser das Portfolio des Reiseveranstalters
G
old, die Premiummarke des
Münchner Reiseveranstalters
FTI, entwächst den Kinderschuhen und feiert jetzt im November
seinen fünften Geburtstag. Und die
Freude über das erste runde Jubiläum
teilen die Münchner fünf Wochen
lang mit ihren Kunden: Wer zwischen
11. November und 13. Dezember seinen Urlaub 2015 in ausgewählten Hotels aus dem aktuellen „Weitgereist“oder „Naheliegend“-Programm bucht,
profitiert von Ermäßigungen auf den
Übernachtungspreis und weiteren Ho-
telextras wie zum Beispiel Verpflegungsupgrades. Das Angebot gilt unter anderem für das Fünf-Sterne-Hotel
Bohemia Suites & Spa auf Gran Canaria.
Mit neuen Boutique-Hotels und
stilvollen Domizilen unter privater
Führung veredelt FTI im kommenden
Jahr sein Gold-Europaprogramm. Darunter sind solche Luxus-Herbergen
wie das Hotel Il Pellicano mit SterneRestaurant und weitläufiger Parkanlage am Tyrrhenischen Meer der Toskana, ein Geheimtipp für Ruhesuchende
und Gourmets, sowie das Fünf-SterneHotel La Posta Vecchia in Latium oder
das Nikki Beach Resort & Spa in Porto
Heli auf dem Peloponnes mit direkter
Lage am Strand und einer Dachterrassenbar.
Der wachsenden Nachfrage nach
Vielfalt in der Türkei kommt das
Gold-Programm mit neuen Resorts in
Bodrum und Istanbul nach. Das
Sechs-Sterne-Hotel Mandarin Oriental
Bodrum ist das erste Ressort-Hotel der
Gruppe in Europa. In Istanbul ist das
Sechs-Sterne-Hotel Raffles Istanbul
neuer Hotspot für Luxusliebhaber. Es
befindet sich im neu eröffneten Zorlu
Center im angesagten Stadtteil Besiktas.
Insgesamt erwarten die Gäste im
nächsten Sommer 135 Spitzen-Hotels
sowie 21 hochwertige Rundreisen und
Ausflüge.
(zi)
➜ Der neue Sommerkatalog „Gold by
FTI – naheliegend“ ist bereits in den Reisebüros verfügbar. Weitere Informationen findet man im Internet auf
www.goldbyfti.de.
Das Fünf-Sterne-Hotel Bohemia Suites & Spa auf Gran Canaria Foto: FTI
REISE & FREIZEIT
MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
REISE
SAMSTAG, 28. / SONNTAG, 29. SEPTEMBER 2013
SEITE W9
Indiens Tiger und der
Duft von Basmatireis
INDIEN Wer sagt denn, dass ei-
ne Safari nur gelungen ist,
wenn man den König des
Dschungels gesehen hat? Es
ist schon allein ein Erlebnis,
ihn zu riechen.
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VON HEIKE WEICHLER
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ann es im indischen Urwald
bitterkalt sein? So, dass man
sich ganz schnell ein heißes
Bad wünscht oder zumindest eine dicke Fleecejacke plus Mütze? Es kann.
Im Februar, morgens, so gegen 6.15
Uhr. Die Quecksilbersäule scheint bei
6 Grad erstarrt zu sein. Gefühlt liegt
die Temperatur noch darunter, als Payal (27), die Rangerin vom Banjaar Tola
Camp, mit ihren Gästen im offenen
Jeep bei beißendem Fahrtwind durch
den Kanha Nationalpark braust. Das
etwa 2000 Quadratkilometer große Tigerreservat liegt im zentralindischen
Bundesstaat Madhya Pradesh. Unter
den 92 Nationalparks des Landes gilt
es als eines der besten für Tigerbeobachtungen.
Um ihre frierenden Safari-Touristen aufzumuntern, plaudert Payal, den
Reißverschluss ihrer Daunenweste bis
unters Kinn gezogen, munter über die
Großkatzen: „Vor hundert Jahren gab
es noch etwa 40 000 in Indien. Aber
die Jagdlust der Maharadschas und
englischen Kolonialherren hat die
Zahl extrem dezimiert. Heute leben
noch etwa 1700 Tiger in freier Wildbahn.“ Damit sich die Bestände erholen, sorgt die indische Regierung für
strikte Regeln. Anders als in Afrika
müssen Safari-Lodges außerhalb der
Nationalparks
errichtet
werden.
Pirschfahrten sind nur in bestimmten
Zonen, auf offiziellen Pisten und während des Tages erlaubt.
Tonnenschwere Riesen im Gebüsch
Diese Vorgaben schränken natürlich
die Sichtungsmöglichkeiten ein, nutzen aber den Tieren. Zum Beispiel den
Gauren. Die mächtigen Wildrinder –
Schulterhöhe bis 2,20 Meter, Gewicht
bis über eine Tonne – sind im Kanha
Nationalpark auf jeder Tour zu sehen.
Kaum 20 Meter entfernt zieht eine Familie in aller Seelenruhe über die Piste. „Sie sind an Pirschwagen gewöhnt.
Niemals würden wir die Tiere bedrängen. Also fürchten sie uns nicht“, erklärt Payal das sonnige Gemüt der
schwarzbraunen Riesen, die im Unterholz verschwinden. Das ist auch gut
so. Die gewaltigen Hörner und der prüfende Blick des Leitbullen sind respekteinflößend.
Wer den Disney-Zeichentrickfilm
„Das Dschungelbuch“ mit Mogli, Baloo und dem Tiger Shir Khan nach den
Erzählungen Rudyard Kiplings im
Kopf hat, wundert sich. Der lichte trockene Wald, überwiegend aus Salbäumen, hat so gar nichts zu tun mit den
Darstellungen dampfenden Dschungels und üppigen Dickichts. Dabei soll
Kipling hier um 1888 Inspirationen
für das Buch gesammelt haben. Immer
wieder lässt Payal den Jeep langsam
durch Senken rollen, die von so genannten Nullahs gekreuzt werden.
Während des Monsuns fließen hier
reißende Bäche. „Jetzt zur Trockenzeit
spazieren Tiger oft durch diese Hohlwege. Sie haben es gern bequem“, erklärt die Rangerin. Aber weit und breit
lässt sich keiner von Shir Khans Nachkommen blicken.
Weniger zieren sich da die lebhaften Langurenaffen, die in Rudeln mit
großem akrobatischem Geschick
durchs Gebüsch turnen. Zwischen den
Waldflächen breitet sich savannenartiges Grasland aus, einst Gebiete bäuerlicher Siedlungen. Als der Nationalpark 1955 gegründet wurde, mussten
die Dörfer weichen. Heute sind keine
menschlichen Spuren mehr sichtbar.
Eine Herde weißgefleckter Axishirsche zeigt sich unbeeindruckt, als der
Jeep vorbeifährt. Sie heben nur kurz
die Köpfe, um die Zweibeiner zu taxieren, und grasen dann gelassen weiter.
Eine flüchtige Begegnung
WAS MAN WISSEN MUSS
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An einem frei stehenden Mahua-Baum
mit ausladender Krone hält Payal und
springt aus dem Wagen. „Diese Bäume
werden von der Bevölkerung sehr geschätzt. Aus der Rinde wird ein Magenmittel gekocht, die Blüten sind die
Basis eines Likörs und aus den Samen
lässt sich wertvolles Öl pressen.“
Auch ein Tiger scheint an dem
Baum Gefallen gefunden zu haben.
Zur Maniküre hat die Katze tiefe Furchen in die Rinde gezogen, wie mit einem Messer. Beeindruckend. „Und
hier hat der Tiger seinen Hals am
Stamm geschubbert, um seine Duftmarke zu hinterlassen“. Payal nimmt
ein Taschentuch, rubbelt über den
dunklen Fleck und lässt uns am Stoff
schnuppern. Die Überraschung: Kein
strenger, sondern ein eher jasminartiger Odeur sticht in die Nase. „Wie Basmatireis“, scherzt Payal. Es stimmt.
Die Zeit verfliegt. Die „Eindringlinge“
stöbern Nilgai-Antilopen mit bläulichem Fell auf, Schakale, Zackenhirsche und Wildschweine. Aus dem
Spalt zwischen zwei Felsblöcken
wankt ein schlaftrunkenes Schuppentier hervor. Seine innere Uhr muss
durcheinander geraten sein. Normalerweise sind diese urzeitlich wirkenden Säuger nachtaktiv.
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➤ Anreise-Tipp: Lufthansa (www.lufthansa.com) oder Oman Air (www.omanair.com) fliegen von Deutschland nach
Neu Delhi. Von dort geht es weiter mit
Go Airlines (www.goair.in) oder Air India
(www.airindia.in) nach Jabalpur. Abschließend etwa fünfstündiger Autotransfer zum 190 Kilometer entfernten
Kanha Nationalpark.
➤ Reise-Tipp: Für Tierbeobachtungen
sind Februar und März ideal wegen des
einsetzenden Laubfalls und der dadurch
bedingten besseren Sicht.
➤ Hotel-Tipp: Das „Banjaar Tola Kanha
Tented Camp“ ist eine Luxus-Lodge der
Unternehmen &beyond (www.andbeyond.com) und Taj (www.tajhotels.com),
die noch drei weitere Safari-Camps in
Madhya Pradesh betreiben. Die 18 großzügigen, klimatisierten Zeltsuiten sind
am Ufer des Banjaar Rivers auf Holzterrassen errichtet und haben separate Badezimmer sowie bodentiefe Glasfronten
mit Schiebetüren. Auf der anderen Seite
des Flusses liegt der Kanha Nationalpark. Im Preis eingeschlossen sind die
exzellente Vollpension sowie zwei
Pirschfahrten täglich und auf Wunsch
geführte Vogelbeobachtungen zu Fuß.
Preis pro Person und Tag ab 318 Euro.
➤ Pauschal-Tipp: Tischler Reisen
(www.tischler-reisen.de) hat eine elftägige Privattour zwischen Delhi und Mumbai mit dem Besuch von vier Tigerreservaten und einigen Kulturstätten inklusive des Taj Mahals im Programm, ab
2055 Euro.
Je höher die Sonne steigt, desto wärmer wird es. Gegen Mittag lassen sich
36 Grad im Schatten messen – 30 Grad
Unterschied innerhalb weniger Stunden! Payal stoppt abrupt und stellt den
Motor ab. „Hört ihr? Ein Alarmruf von
Axishirschen!“ Tatsächlich. Immer
wieder ertönt ein „Ai“ aus der mit hohem Gras und Gebüsch bewachsenen
trockenen Flusssenke nahe der Piste.
Unversehens rollen, wie aus dem
Nichts, vier weitere Pirschwagen heran. „Der Dschungelfunk scheint zu
funktionieren“, kommentiert Payal –
auch die anderen Ranger haben die
Warnsignale geortet.
Eine merkwürdige Spannung liegt
in der Luft. Keiner sagt es und doch
weiß jeder, dass alle dasselbe denken:
Sie wollen endlich einen der etwa
90 Tiger sehen, die hier im Nationalpark leben sollen. Jetzt ein drohendes
Schnauben. Die Umrisse von zwei kapitalen Gaur-Bullen sind auszumachen. Wollen sie die Raubkatze einschüchtern? Alle sind elektrisiert, halten die Kameras schussbereit und recken die Hälse. „Tiger-Mania“, wispert
Payal verschmitzt. „Da ist er“, flüstert
eine ältere Dame mit Strohhut entzückt im Nachbarjeep. „Oh – und
schon ist er wieder weg.“ Die Erscheinung war äußerst flüchtig und nur
den Safari-Gästen auf den hinteren,
höheren Sitzplätzen im Pirschwagen
vergönnt. Dem Tiger scheint’s zu reichen. Zu viel Aufmerksamkeit für ihn,
da verdrückt er sich lieber ins Dickicht
In der Trockenzeit im Frühjahr sind Tiger oft an Wasserstellen zu beobachten.
Fotos: Thomas Flügge
Rangerin Payal vom Banjaar Tola
Kanha Tented Camp
und wartet, bis die Jeeps wieder abgezogen sind.
Nach einem Picknick im Schatten
eines wilden Mangobaums huscht ein
prächtiger Leopard über den Weg,
„noch viel seltener hier in Kanha als
Tiger“, wie Payal beteuert. Prima! Aber
eben kein Tiger. Eine Hinterlassenschaft des Dschungelkönigs entdeckt
die Gruppe bei der Rückfahrt zur
Lodge durchs offene Grasland. Ein
scharfer, brandiger Geruch steigt in die
Nase. „Da muss irgendwo eine Beute
Mehr als Meer
auf Sri Lanka
Goldener Herbst auf der Donau
Ein Candle-Light-Dinner am Sandstrand, Kanutouren durch paradiesische Landschaften oder wohltuende
Wellness-Anwendungen – bei alltours
kann man im Winter Sri Lanka etwas
anders erleben. Der Veranstalter hat
dort sein Angebot an Event-Wochen
ausgebaut. Dabei stehen Gratisangebote und Vergünstigungen für viele
Wellness-, Event- und Ausflugsprogramme zur Verfügung. Im DeLuxe
Club Dolphin in Waikkal (vier Sterne)
findet zum Beispiel vom 16. bis 21. Dezember eine „Aktive Woche“ statt. Dabei können Gäste kostenlos wandern,
reiten, an einer Kanutour teilnehmen,
einen Tanzkurs belegen und Ausflüge
mit dem Fahrrad unternehmen.
(zi)
xuriösen MS Tiara auf kaiserlichen Spuren
➜ Weitere Informationen im Internet auf
www.alltours.de
FLUSSKREUZFAHRT Mit der lu-
B
udapest und Bratislava sind
zwei der Ziele des Flusskreuzers MS Tiara, die vom 19. bis
26. Oktober angesteuert werden. Gestartet wird in Wien, wo man nicht
nur die kulinarischen Besonderheiten
der österreichischen Hauptstadt genießen kann, sondern beispielsweise bei
einer romantischen Fiakerfahrt auch
all die imposanten Bauten erlebt.
Danach erreicht die MS Tiara nach
einem entspannten Vormittag auf der
Donau die ungarische Hauptstadt Budapest. Die facettenreiche Metropole
mit ihren quirligen Markthallen und
ihren architektonischen Schmuckstücken wie Parlament, Burgpalast und
Die MS Tiara vor der Abfahrt
Zitadelle auf dem Gellertberg sind immer ein Erlebnis.
Über Bratislava führt die Flusskreuzfahrt weiter in Richtung Melk,
wo hoch über der Stadt das barocke Benediktinerkloster thront, das vielen
aus dem Film „Der Name der Rose“ bekannt ist. Nicht minder sehenswert ist
die Altstadt Melks mit ihren reizvollen
Barockbauten. Von dort führt die
Fahrt wieder zurück nach Wien.
Die MS Tiara bietet Platz für 146
Passagiere. Im Restaurant schlemmen
die Gäste dank der großen Fensterfronten mit tollem Ausblick. Eine schicke
Panorama-Lounge, die gemütliche Hotelbar mit Außenterrasse, ein großzügiges Sonnendeck, Whirlpool und
Sauna setzen neue Maßstäbe. Dazu gehören auch die komfortabel ausgestattete Außenkabinen, teilweise mit französischen Balkonen. Reiseveranstalter
Ja-Le bietet die Tour auf der Donau
inkl. Bahnanreise 1. Klasse, Vollpension und Captainsdinner zum Preis ab
899 Euro in der Zwei-Bett-Außen-Kabine an.
(zi)
➜ Weitere Informationen im Internet auf
www.ja-le.com
Tigermania im zentralindischen
Kanha Nationalpark
liegen“, weiß Payal. Und wirklich: In
einer Mulde sind die Reste einer
Hirschziegenantilope mit eindrucksvoll geschraubten Hörnern zu sehen.
Zurück im Banjaar Tola Camp,
überzieht flammendes Orange den
Himmel. Rasch senkt sich die Dämmerung über die Wildnis. Im Badezimmer des luxuriösen Wohnzeltes wartet ein heißes Bad mit Frangipani-Blüten. Eine Wohltat – denn es kann im
indischen Urwald bitterkalt sein. Im
Februar. Nach Sonnenuntergang.
Mallorca mit dem
Rad erkunden
Trotz des allsommerlichen Ansturms
ist Mallorca auch eine erste Adresse
für Individualreisende – und speziell
für Radbegeisterte. Die können die Insel beispielsweise bei einer 280 Kilometer langen Rund-Tour in leichten
bis mittelschweren Etappen neu entdecken. Die von Spanien-Spezialist
Olimar ausgearbeitete Route verläuft
idyllisch auf verkehrsarmen Nebenstraßen und Feldwegen, entlang steiler
Felsküsten und verträumter Buchten,
durch das Tramuntana-Gebirge und
das kosmopolitische Palma. Sieben
Übernachtungen/Frühstück inkl. diverser Mahlzeiten, Mietfahrrad, Gepäcktransfer und vielem mehr gibt es
ab 798 Euro.
(zi)
➜ Weitere Informationen im Internet auf
www.olimar.com
REISE & FREIZEIT
MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
SEITE W9
SAMSTAG, 11. / SONNTAG, 12. MAI 2013
REISE
Die Insel, die man
mit geschlossenen
Augen erkennt
FRANKREICH Um Korsika auf
den „Routen der Sinne“ zu
entdecken, geht man am besten immer der Nase nach.
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VON HEIKE WEICHLER
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apoleon hätte Korsika nie verlassen, wenn es zu seiner Zeit
schon die „Routes des Sens
Authentiques“ gegeben hätte, sinniert
Monsieur Marcaggi und säbelt ein
paar Scheiben zum Probieren von der
luftgetrockneten Salami herunter. Die
Idee ist amüsant, Europas Geschichte
hätte einen anderen Lauf genommen,
wäre der berühmteste aller Korsen geblieben, um die Genüsse der Insel zu
erkunden. Die vom korsischen Fremdenverkehrsamt kreierten „Straßen
der authentischen Sinne“ führen auf
zehn Routen vor allem durchs gebirgige Hinterland, um Touristen zu Abstechern ins Inselinnere zu locken. Reisende, die in Küstennähe bleiben
möchten, finden aber auch entlang der
1000 Kilometer Meereslinie lohnende
Stationen.
Etwa in Ajaccio, Korsikas Verwaltungssitz im Westen. Eine Straßenecke von Napoleons Geburtshaus entfernt interessieren sich Kunden in
Paul Marcaggis Spezialitätenladen „U
Stazzu“ allerdings wenig für Betrachtungen über historische Politik. Die
„Schäferhütte“ gilt als erste Adresse
für korsische Produkte wie Würste,
Schinken, Käse, Wein, Likör, Konfitüre, Honig, Oliven- und Haselnussöl, Essig oder Gebäck. Mehrmals wurde
Marcaggi als bester Feinkost-Metzger
Korsikas ausgezeichnet.
Nichts für schwache Nerven
Von der Decke des Ladens baumeln
Schinken und Würste aus dem aromatischen Fleisch verwilderter Hausschweine, die sich in den Wäldern von
Kastanien und Eicheln ernähren. Figatellu heißt eine geräucherte grobe
Wurst aus Leber, Speck und Innereien.
Lonzu wird das mild geräucherte, gepfefferte Filet genannt, Coppa der in
Salz und Wein eingelegte Rollschinken aus Schweinenacken und Prisuttu
der Schinken, den man im Sommer
mit frischen Feigen isst. „Am besten,
Sie halten sich immer an dieses
Schweinefleisch“, rät Monsieur Marcaggi. „Lamm oder Kalb verkaufen wir
nur an Franzosen – und andere Touristen.“
Allerlei Delikatessen gibt es auch
auf dem schönsten Wochenmarkt
Korsikas auf dem Square César Campinchi. Etwa verschiedene Käsesorten
von Schäfern aus dem Restonica-Tal
im Herzen der Insel. Brocciu ist ein
Frischkäse aus Ziegen- oder Schafsmolke. Er wird mit Salz haltbar gemacht und als Füllung in Omelettes
und Teigtaschen verwendet oder als
Grundlage für Süßspeisen.
Nichts für schwache Nerven ist Casjiu Merzzu, der „verdorbene Käse“. Käsereste werden mitsamt der Rinde in
Tontöpfen vermischt. Nach einer Weile siedeln sich Maden an. Für Kenner
ein Zeichen der zweiten Reife. Mit
Trester übergossen gilt der scharfe Casjiu Merzzu mit den noch springenden
Larven als besondere Spezialität.
Angenehmer duften die Produkte
der Gebrüder Caux im Dorf Ocana bei
Ajaccio. Die beiden betreiben eine Aromaöl-Destillerie. In Wäldern und auf
Wildwiesen ernten sie Kräuter, Blätter
und Früchte, um daraus Duftstoffe zu
gewinnen. Gäste sind willkommen,
um diesen Prozess zu beobachten und
im Duft-Laden „La Maison des Senteurs“ einzukaufen.
Das Winzerdorf Patrimonio ist das Zentrum des Weinanbaus im Norden Korsikas.
Fotos: Flügge
Unterwegs mit dem Duft-Wanderer
„Eine Tonne Kräuter ergibt höchstens
drei bis vier Liter destilliertes Aromaöl“, verrät Paul Caux bei der Führung.
Täglich wird eine bestimmte Sorte destilliert. Wer besonderes Interesse an
Rosmarin, Lavendel, Eukalyptus,
Myrthe, Wacholder oder anderen Aromen hat, informiert sich vorher telefonisch.
Weitere inseltypische Erzeugnisse
findet, wer auf Schilder mit der Aufschrift „produits corses“ oder „produits artesanales“ am Straßenrand
achtet, die zu Höfen und Läden weisen. Grundstoffe sind Honig, Zitrusfrüchte, Oliven, Beeren von Myrthe
und Erdbeerbaum, Nüsse oder Feigen,
die variantenreich verarbeitet werden.
Die Kastanie ist die vielseitigste Zutat:
Aus ihr wird das süßliche Bier „Pietra“
gebraut, es gibt Kuchen, Likör, Honig,
Nougat, Polenta, glasierte und natürlich auch geröstete Maronen, Kastanien als Gemüsebeilage und Brotaufstrich.
Eine gute Adresse ist der Hof „Casa
Accinta“ von Raphaelle Peignier-Astima in Ghisonaccia an der Ostküste.
Die Halbkorsin spricht Deutsch, ihr
Vater stammt aus Essen. Sie baut Oliven, Feigen, Haselnüsse, Clementinen
sowie Pampelmusen an und produziert Honig. Geschätzt sind ihre Kuchen aus Nussmehl, mit denen sie
Bauernmärkte beliefert. „Ich experimentiere gern“ verrät Raphaelle, „zurzeit entwickle ich Weine aus Myrthe
und Zitrusfrüchten.“
Probierfreudig ist auch Marcel Santini, Chef der „Confiserie Saint Sylvestre“ im Bergdorf Soveria nahe der Festungsstadt Corte. Seine Spezialität ist
Süßes auf der Basis von Früchten und
Honig. Von seinem Bestseller, weißem
Nougat, fertigt er wöchentlich 800 Kilogramm an. Santini produziert auch
kandierte Früchte, Geleewürfel, Karamell, gefüllte Schokolade und Fruchtpasteten. Sein Favorit ist grünes Zitronat in schwarzem Tee: „Das parfü-
Klassiker: Kräuterlikör „Cap Corse“
in der Destillerie „L.N.Mattei“
Geschäft mit korsischen Spezialitäten
in Bastia: „U Montagnolu“
Duft-Wanderer Stéphane Rogliano
geht immer der Nase nach.
WAS MAN WISSEN MUSS
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➤ Reise-Tipp: Die schönsten Monate auf
Korsika sind Mai, Juni, September und
Oktober. Im Frühsommer steht die Macchia in der Blüte, der Herbst hat noch
angenehme Wassertemperaturen um
22 Grad. Diese Monate sind auch gut für
Wanderungen geeignet, die Tagestemperaturen liegen dann zwischen 20 und
25 Grad.
➤ Anreise-Tipp: Air France fliegt täglich
von München via Paris nach Ajaccio, ab
ca. 150 Euro oneway. Weitere Informationen im Internet auf www.airfrance.de.
➤ Pauschal-Tipp: Bei Eigenanreise mit
dem Auto bucht man bei FTI eine Woche
im dreieinhalb-Sterne-Hotel Belambra
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miert wunderbar und ist obendrein
kalorienarm.“
In Korsikas wichtigster Hafenstadt
Bastia im Nordosten der Insel zieht es
Gourmets in den Spezialitätenladen
„U Montagnolu“ von Antone Filipi.
Honig aus den Blüten der Macchia,
Olivenöl, Myrthen-Gelee, Kastanienmarmelade und viele andere Produkte
aus heimischer Flora und Fauna machen hier den Mund wässrig. Auf
Wunsch werden die Einkäufe auch
per Post nach Hause geschickt. Danach tut ein Spaziergang an den Alten
Hafen gut, wo vor allem Yachten ankern. Besonders schön bei Dunkelheit,
wenn die Lokale an der Promenade
und die Kirche Sainte-Croix stimmungsvoll erleuchtet sind.
Figurfreundlich sind auch Streifzü-
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Club Golfe de Lozari in Belgodere mit
Halbpension, z. B. im Juni, ab 364 Euro.
Bei Fluganreise, z. B. am 5. Juni ab Stuttgart, kostet eine Woche in diesem Haus
inkl. Flug und Halbpension ab 669 Euro.
Einen Mietwagen der Klasse Citroen C1
für eine Woche bekommt man bei driveFTI ab 280 Euro. Weitere informationen im Internet auf www.fti.de.
➤ Spezialitäten-Tipp: „U Stazzu“, Rue
Bonaparte 1, Ajaccio; Aromaöl-Distillerie
Corsica PAM, Paul Caux, Orcana, Tel.
04 95-23 81 88, www.corsicapam.com;
Hof „Casa Accinta“, Ghisonaccia, Tel.
04 95-56 09 11 (Raphaelle beschreibt
den Weg); „Confiserie Saint Sylvestre“,
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Soveria, Tel. 04 95-47 42 27, www.confiserie-saintsylvestre.fr; Stéphane Rogliano, Porto Vecchio, Tel. 04 95-70 34 64,
www.plante-aromatique.com; Spezialitätenladen „U Montagnolu“, Rue César
Campinchi 15, Bastia
➤ Literatur-Tipp: „Korsika“, Baedeker
Verlag, 17,95 Euro: Optisch sehr ansprechend gestaltet, viele praktische Informationen, ausführliche Exkurse über
Kulinarisches, Routenvorschläge und
große Inselkarte.
➤ Info-Tipp: Französisches Fremdenverkehrsamt Atout France, Fax (0 69)
74 55 56, Internet: www.rendezvousenfrance.com.
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ge im Hinterland von Porto Vecchio an
der Südostküste: Wer dort mit Stéphane Rogliano unterwegs ist, wandert
der Nase nach. Der Duftpflanzenzüchter führt durch die Macchia. Das immergrüne Dickicht aus Myrthe, Rosmarin, Mastixstrauch, Baumheide,
Zistrose, Ginster, Thymian, Lorbeer,
Salbei, Lavendel und Wacholder verströmt bei Sonnenschein einen typischen aromatischen Geruch. Um sich
vor Austrocknung zu schützen, sondern die Hartlaubgewächse ätherische
Öle ab.
„Nirgendwo am Mittelmeer ist die
Flora so vielfältig wie hier“, erzählt
Stéphane. „Botaniker haben 2000 Arten gefunden.“ Immer wieder bleibt er
stehen, zupft Blätter, zerreibt sie und
läßt uns schnuppern. „Wer sich mit
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Wildpflanzen auskennt, braucht keine Apotheke“ bemerkt Stéphane vor
einem Kraut mit gelben Blütendolden.
„Auszüge aus dieser Immortelle sind
hervorragend für Hautverletzungen.“
Der herbe Geruch der Blütenköpfe
läßt keinen Zweifel: eindeutig Medizin. Man erfährt, dass aus den Wurzeln der Baumheide wertvolle Pfeifen
geschnitzt wurden und wie sich Korkeichen bei Feuer schützen: Sie schließen mit ihrer Rinde das Innere des
Stammes luftdicht ein.
Nach dem Ausflug versteht man,
warum Napoleon als Gefangener auf
St. Helena notierte: „Alles ist auf Korsika besser, selbst der Duft. An ihm hätte ich die Insel mit geschlossenen Augen erkannt, und nirgendwo fand ich
ihn wieder.“
Von der französischen Strafkolonie zur „Perle des Pazifiks“
FRANKREICH Neukaledonien beherbergt das zweitgrößte Korallenriff der Welt und eine einzigartige Natur wie den versunkenen Wald im See Foret
W
eiße Sandstrände, unberührte Regenwälder und das
zweitgrößte Korallenriff der
Welt: Die vor der Ostküste Australiens
gelegene Inselgruppe Neukaledonien
ist als Reiseziel kaum bekannt – obwohl sie zahlreiche Schätze birgt.
Im 19. Jahrhundert war Neukaledonien eine französische Strafkolonie
und gehört bis heute zu Frankreich,
wobei die Ureinwohner, die „Kanaken“, etwa 45 Prozent der Bevölkerung
ausmachen. Zeugnisse wie das „Fort
Teremba“, eine von Strafgefangenen
errichtete Militärbasis, erzählen bis
heute von der Geschichte. Historischen Spuren kann man auch bei den
Ausgrabungen der Lapita-Kultur folgen, einem Volk, das 1500 vor Christus
erstmals die Inseln betrat. In der
Hauptstadt Nouméa erinnert die Atmosphäre der Straßencafés, Boutiquen
und Strandpromenaden hingegen
noch immer an die Städte der Côte
d’Azur.
Auch die Natur Neukaledoniens
bietet zahlreiche Möglichkeiten für
Aktivitäten – ob Wandern im „Foret
Noyée“, einem versunkenen Wald im
See Foret, Schnorcheln im 2008 zum
Unesco-Weltnaturerbe erklärten Korallenriff oder Radfahren im Regenwald. Ein Höhepunkt ist die kleine „Ile
des Pines“, die mit ihren einsamen
Stränden und felsigen Buchten wohl
zu Recht die Bezeichnung „Paradies“
verdient.
Die vielen Gesichter Neukaledoniens können die Teilnehmer an einer
neuen Privatreise von Länder-Spezialist Gebeco erleben. Dabei kann man
selbst entscheiden, mit wem und
wann man reist. Jedenfalls werden die
Urlauber exklusiv von einem Reiseleiter zu den Höhepunkten des Landes
geführt. Die zwölftägige Privatreise
„Perle des Pazifiks“ kostet ab 3795 Euro inklusive Inlandsflügen, Rundreise,
Unterkunft in Drei- bis Vier-SterneHotels mit Frühstück, teilweise Mittag- und Abendessen sowie der Gebeco-Reiseleitung. Die Reise ist bis zum
4. Dezember 2013 buchbar.
(zi)
➜ Weitere Informationen im Internet auf
www.gebeco.de.
Rund um Neukaledonien werden Südseeträume wahr.
Foto: dpa
REISE & FREIZEIT
MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
SEITE W9
SAMSTAG, 3. / SONNTAG, 4. JULI 2010
REISE
Grüne Türen zu
bunten Gärten
Briten sind
traditionell gartenverrückt –
auf der Kanalinsel Jersey
ganz besonders. Die Natur
schenkt dort mildes Golfstromklima und 2000 Sonnenstunden im Jahr.
GROSSBRITANIEN
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VON HEIKE WEICHLER
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um Anwesen Les Aix führt eine Allee aus Eichen und
Ahornbäumen, gesäumt von
blau blühenden Hortensien. Das typische Jersey-Gutshaus aus hellem Granit mit weißen Sprossenfenstern
stammt in seinen ältesten Teilen aus
dem 13. Jahrhundert. Für die Verfilmung eines Rosamunde Pilcher-Romans wäre es die perfekte Kulisse.
„Aber ein Filmteam kommt mir nicht
aufs Grundstück.“ Ariel Whatmore
(71) lacht in gespielter Entrüstung.
„Ich lasse mir doch nicht meine schönen Rabatten zertrampeln!“
Wie oft sie ihren Garten schon gemalt hat, kann sie nicht sagen. Zahllose Skizzen lagern in ihrem Studio –
Aquarelle, Pastell- und Tempera-Bilder
zieren das Haus. Ariel ist in Großbritannien unter ihrem Mädchennamen
Luke eine gefragte Gartenmalerin.
Auch wie groß Les Aix ist, weiß Ariel
nicht so genau: „Sagen wir 20 000 Quadratmeter, das trifft es wohl.“ Mit gleicher Lässigkeit handhabt sie die Pflege
ihres Gartens. Im Vorbeigehen zupft
sie hier ein paar welke Blüten ab und
wirft dort ein Bündel abgeschnittener
und dann vergessener Efeuranken hinter das Gebüsch.
Dennoch fügt sich das Grün einer
Ordnung: Zu geometrischen Figuren
gestutzt ist die Buchshecke vorm Portal. Entlang der Gebäude gedeihen
Stauden wie Iris, Lupinen, Funkien
und Porzellanblumen. Durch einen
Torbogen betritt man den Kräutergarten. Den größten Teil ihres Gartens hat
Ariel wie grüne Zimmer angelegt. Eingefasst von Hecken, deren offene Bögen Einblicke in die Räume dahinter
gewähren. „Ich bin verrückt nach diesen grünen Türen“, bekennt Ariel,
„und lege immer neue an.“ Am liebsten zieht die Künstlerin Pflanzen aus
Samen oder Trieben. Viel Zeit, ihren
Garten zu genießen, bleibt Ariel allerdings nicht: Im Sommer ist sie oft unterwegs, um ihre vermögende Kundschaft zu besuchen, deren Gärten sie
malen soll.
Im Garten „Lande A Geon“ von
Shirley Edwards (70) gedeihen neben
sechs Meter hohen Bambussen auch
Bananenstauden. Beides brachte sie
von einer Indonesien-Reise mit: „Grü-
ne Souvenirs sind mir die liebsten“
verrät Shirley und zeigt einen Judasbaum aus China, der pinkfarbene Blüten direkt aus dem Stamm treibt. Eine
gelb blühende Silberakazie kam aus
Australien, Agaven aus Mexiko. Viele
Pflanzen, Samen und Stecklinge
tauscht Shirley, die früher in einem
Buchverlag arbeitete, auch mit befreundeten Gartenliebhabern. Was sie
gerade entbehren kann, schenkt sie
Besuchern – man kann getrost fragen,
wenn man gern einen Ableger von der
Kap-Bleiwurz hätte oder Samen vom
Natternkopf. Die ältesten Azaleen und
Rhododendren stammen noch aus der
Zeit um 1948, als Shirleys Vater das
Anwesen kaufte. Gut 16 000 Quadratmeter sind um das stilvolle Granithaus von 1905 terrassenförmig angelegt, aus den meisten Zimmern hat
man einen großartigen Blick auf die
Bucht von St. Aubin und den Yachthafen.
Hinter einer Granitmauer verbirgt
sich „Homestead“, das Reich von Tony
(69) und Juanita (65) Buchanan. Beim
schmiedeeisernen Tor stehen zwei 180
Jahre alte Linden, wie zur Begrüßung.
„Sie waren so ziemlich das Einzige,
was stehen blieb, als wir vor 34 Jahren
den Garten neu gestalteten“, erinnert
sich Tony. Das 1640 erbaute Granithaus mit dem 15 000 Quadratmeter
großen Grundstück kostete ihn damals 40 000 Pfund. „Vor kurzem wurden mir 2,5 Millionen Pfund geboten.“
Verkauf ist kein Thema für Tony, der
pensionierter Lehrer ist und einen geerbten schottischen Titel als Laird
trägt, was soviel wie Gutsbesitzer bedeutet. „Wir haben so viel Arbeit und
Liebe in diesen Garten gesteckt, das
wiegt kein Geld auf.“
Ein großer Teil des Grundes war eine nasse Wiese und musste erst trockengelegt werden. Heute bestimmen
geschickt arrangierte Bäume, Sträucher und Stauden die Erscheinung der
Anlage: Eukalyptus, Sumpfzypressen
und Weiden in der feuchteren Senke,
verschiedene Palmenarten, Granatapfel-, Orangen- und Olivenbäume, ein
Blauglockenbaum sowie Schmucklilien in den sonnigen, trockenen Winkeln. „Früher ließ ich meine Schüler
stramm stehen, heute müssen dafür
meine Rosen herhalten.“ Tony amüsiert sich über seinen Bonmot, denn er
ist im Grunde ein großherziger Gemütsmensch. Von den besagten Rosen
sind etwa 400 als Bäumchen oder
Sträucher angepflanzt. Am meisten
aber lieben die Buchanans ihre Duftpflanzen wie die braun blühenden
Schokoladenblumen oder das nach Limone riechende Eisenkraut, von dem
Juanita schwärmt: „An warmen Sommertagen ist das Aroma geradezu betörend und wirkt wie Wellness pur“.
Das Haus von Shirley Edwards wurde 1905 von einem Arzt im traditionellen Stil aus Jersey-Granit gebaut. Sein Name „Lande A Geon“ ist Jerriaise, das alte Jersey-Französisch, und bedeutet „Ginsterland“. Fotos: Thomas Fluegge
Juanita und Anthony Buchanan im
Garten ihres Anwesens
Jerseys berühmteste Blumen, die
„Jersey Lilies“, eine Amaryllis-Art
Der italienisch inspirierte Ziergarten des Anwesens „Les Vaux“
WAS MAN WISSEN MUSS
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➤ Anreise-Tipp: Air Berlin fliegt jeden
Samstag von München via Düsseldorf
nach Jersey, oneway ab 168,95 Euro.
Weitere Informationen im Internet:
http://www.airberlin.com.
➤ Hotel-Tipp: Eines der besten Häuser
der Insel ist „The Atlantic Hotel“, mit
Sterne-Lokal, Golfplatz und fantastischem Blick über die Westküste. DZ/F
ab 172 Euro, Internet: http://www.theatlantichotel.com. Als schickste Adresse
gilt „The Club Hotel & Spa“ in der Inselhauptstadt St. Helier, ebenfalls mit Sterne-Restaurant. DZ/F ab 178 Euro, Internet: http://www.theclubjersey.com.
➤ Restaurant-Tipp: Im Sterne-Lokal
„Ocean Restaurant“ des „The Atlantic
Hotel“ (Tel. 0044/1534/74 41 01, St.
Brelade, Le Mont de la Pulente) kommen
bevorzugt tagesfrische Produkte der Insel auf den Tisch, z. B. Jakobsmuscheln,
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nach denen der Chefkoch selbst taucht.
Ebenso konzentriert auf lokale Erzeugnisse ist das Restaurant des „Old Court
House Inn“ (Tel. 0044/1534/74 64 33,
St. Aubin, Yachthafen).
➤ Private Gärten: Auf der Homepage
http://www.jersey.com erscheint nach
Eingabe des Suchbegriffs „Open Gardens“ eine Liste der Öffnungstermine
privater Gärten, vom 11. April bis 8. August sonntags zwischen 14 und 17 Uhr.
Der Eintritt von 3 £ fließt einem wohltätigen Zweck zu.
➤ Organisierte Gartentouren: Der
deutschsprachige Veranstalter „Jersey
Special Tours“ (Tel. 00 44/15 34/
72 74 94, Internet: http://www.jerseyspecialtours.com) nimmt jeden Freitag
Gäste in einem Kleinbus mit zum Besuch von drei privaten Gärten und einer
abschließenden kleinen Wanderung. Die
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Tour kostet 41 £ pro Person.
➤ Pauschal-Tipp: Dr. Seick Gartenreisen
(Tel. 02 51/3 92 93 62, Internet:
http://www.seick.com) veranstaltet
vom 30. Juli bis 8. August eine Gruppenreise nach Jersey mit dem Besuch von
ca. zehn Gärten und einem Tagesausflug
zur Nachbarinsel Guernsey, inkl. HP ab
1869 Euro. Agapanthus Gartenreisen
(Tel. 0 64 21/68 34 61, Internet:
http://www.agapanthus-gartenreisen.de) bietet vom 18. bis 27. September
eine kombinierte Garten- und Wanderreise nach Jersey mit dem Besuch von
neun Gärten an. Auch hier ist eine Tagestour nach Guernsey eingeschlossen,
inkl. HP ab 1495 Euro.
➤ Info-Tipp: Allgemeine Auskünfte bekommt man im Internet auf http://www.
jersey.com, Prospekte unter Tel.
(0 61 06) 7 17 18.
„Reisen ins Leben“ an die schönsten Plätzchen Europas
Bei den neuen TUI-Trips für Trauernde stehen Lebenssinn und Lebenslust im Vordergrund / Know-how kommt von der Trauer-Akademie
KATALOGNEUHEIT
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VON WOLFGANG ZIEGLER, MZ
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„Reisen ins Leben“ nennt die TUI ihr
jüngstes Kind, mit dem sie eine völlig
neue Zielgruppe erschließen will:
Trauernde. Die Trips, die in Zusammenarbeit mit der Privaten TrauerAkademie Fritz Roth in Bergisch-Gladbach durchgeführt werden und auf die
Blumeninsel Madeira, an die portugiesische Algarve, nach Mallorca, Kreta,
Teneriffa und an die Mecklenburgische Seenplatte führen, sind jedoch
keine Trauerreisen. Wie Ideengeber
Fritz Roth gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung sagte, sollen die Teilnehmer auf diesen Reisen vielmehr
neue Lebensfreude finden, indem sie
die Schönheiten der Natur neu entdecken. „Ein professionelles, auf die Belange Trauernder ausgerichtetes Reiseangebot bietet Hinterbliebenen neue
Perspektiven und kann ein wichtiger
Schritt zurück ins Leben sein“, unterstrich der Diplom-Kaufmann, Trauerpädagoge und Buchautor. „Wir setzen
alles daran, einerseits Trauer zu verarbeiten, andererseits aber auch die
Schönheit und Sinnlichkeit des Lebens in den Mittelpunkt zu rücken.“
Damit dies gelingt, sind bei jedem Trip
auch zwei professionelle Trauerbegleiter dabei, die für Fragen zur Verfügung
stehen und Ratsuchende bei der Hand
nehmen.
Und für das passende Ambiente
sorgt die TUI. Wie Carsten Cossmann,
TUI-Abteilungsleiter für Gruppenund Sonderreisen, erläuterte, führen
die Reisen an Orte, die sich durch ursprüngliche Natur und ihre besondere
Atmosphäre auszeichnen. Die Hotels
seien handverlesen, böten eine familiäre, behagliche Atmosphäre und da-
durch ein geeignetes Umfeld, in dem
sich die Teilnehmer behutsam und
konstruktiv mit dem Trauerprozess
auseinandersetzen könnten.
Grundsätzlich bestehen die „Reisen
ins Leben“ aus einem Dreiklang aus
Lebenssinn, Lebenskultur und Lebenslust. Die Vormittage widmen sich dem
Lebenssinn und enthalten Gesprächsrunden und Trauerarbeit. Am Nachmittag steht die Lebenskultur im Vordergrund, wo die Teilnehmer auf
Wanderungen und Ausflügen die Natur- und Kulturschätze des jeweiligen
Landes kennen lernen, um die Schönheit des Lebens für sich wieder neu zu
entdecken. Die Abende stehen unter
dem Motto „Lebenslust“ und für die
Wiederentdeckung der Lebensfreude.
Dabei klingt der Tag gesellig in landestypischen Restaurants und Lokalen
aus.
WAS MAN WISSEN MUSS
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Ins Leben gereist: Hinterbliebene an
einem Strand Madeiras
Foto: TUI
Für diese ungewöhnlichen Reisen
geht die TUI auch beim Vertrieb neue
Wege – über Bestatter, Trauerbegleiter,
Hospizvereine und interessierte Reisebüros.
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➤ Die „Reisen ins Leben“ führen an die
portugiesische Algarve, nach Madeira,
Mallorca, Kreta, Teneriffa und an die
Mecklenburgische Seenplatte.
➤ Das Angebot richtet sich an Hinterbliebene, die schon mehr als drei Monate Trauerbewältigung hinter sich haben.
➤ Der Preis für die einwöchigen Touren,
bei denen man in handverlesenen Hotels
nächtigt, beträgt zwischen 1284 und
2095 Euro.
➤ Fragen zum Reisekonzept beantwortet die Private Trauer-Akademie Fritz
Roth, Tel. (0 22 02) 93 58-1 80, eMail:
info@trauerakademie.de, Internet:
http://www.trauerakademie.de
➤ Weitere Informationen erhält man
bei der TUI, Tel. (0 18 05) 88 22 55,
eMail: info@reiseinsleben.de, Internet:
http://www.reiseinsleben.de (zi)
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Reisen
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