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UNSER
PROJEKT
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Dezember 2007
Nr. 113
Heute ist wie gestern,
gestern ist wie heute.
An uns liegt es, jeden neuen Morgen
ein wenig strahlender zu machen.
Für uns und für alle, die wie wir
auf dem Weg nach Übermorgen sind.
konkret, überschaubar, erfolgreich
Bildung
Seit wann gibt es uns?
Der Entwicklungshilfeklub wurde 1973 als privater, gemeinnütziger
und unabhängiger Verein gegründet.
Welche Projekte werden unterstützt?
Wir fördern konkrete, überschaubare Projekte, die den betroffenen
Menschen möglichst direkt helfen.
Landwirtschaft
Kinder
Mikros (Projektbausteine): Jedes Mikro finanziert einen Teil eines
größeren Projekts. Zum Beispiel: ein Haus für eine Familie, Betreuung
eines Straßenkindes während eines Jahres, ein Brunnen für ein Dorf,
Ausbildung einer Gesundheitsarbeiterin …
Durchschnittlicher Wert: 150,- bis 300,- Euro.
Super-Mikros (Projektpartnerschaften) sind in sich abgeschlossene
Projekte. Die Finanzierung wird meist zur Gänze von einer Gruppe
oder Einzelperson übernommen. Zum Beispiel: eine Schule, eine
Krankenstation, ein Alphabetisierungsprogramm im Slum ...
Durchschnittlicher Wert: 1.500,- bis 5.000,- Euro.
Wer führt die Projekte durch?
Unsere Projektpartner sind bewährte europäische Organisationen wie
Oxfam (England), Misereor (Deutschland), Jesuitenmission Nürnberg
(Deutschland), Entraide et Fraternité (Belgien) sowie Organisationen in
den Einsatzgebieten.
Wasser
Wer arbeitet mit?
Vier hauptamtliche und etwa 50 ehrenamtliche MitarbeiterInnen sind
im Klubbüro in Wien tätig. In ganz Österreich unterstützen derzeit
2.500 Personen bzw. Gruppen die Arbeit und die Projekte des Klubs.
Leitung:
Dr. Manfred Formanek (1. Obmann)
Stefan Schachamayr (2. Obmann)
Mag. Gabriele Tabatabai (Geschäftsführung)
Gesundheit
Wie gehen wir mit Spenden um?
Ihre Projektspende wird von uns zur Gänze
(100 Prozent) an das von Ihnen ausgewählte Projekt
weitergeleitet.
Ihren Mitgliedsbeitrag von 36,- Euro verwenden wir
für Projekt- und Spenderbetreuung sowie Informationsund Öffentlichkeitsarbeit.
Fotos dieser Ausgabe:
von unseren Partnerorganisationen Oxfam,
Misereor, den Projektleitern, MitarbeiterInnen
des Klubs und aus
unserem Archiv.
Das Papier für unsere
Publikationen wird gratis
von der Firma Sappi
zur Verfügung gestellt.
Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen, aber nicht als Mitglied geführt
werden wollen, freuen wir uns über Ihren Klubbeitrag, dessen Höhe
Sie frei wählen können.
Liebe Freundinnen, liebe Freunde!
Für uns ist es die Kunst der kleinen
Schritte: sich zu bemühen, dort
wichtige Impulse zu setzen,
wo benachteiligte Menschen
mit unserer Hilfe aktiv an der
Verbesserung ihrer Lebensbedingungen mitwirken können.
Wir alle wissen: Alleine wird keiner
von uns die Welt verändern. Doch
viele kleine Schritte Gleichgesinnter
bringen Bewegung und frischen Wind
dorthin, wo erstarrte Strukturen keine
Wende zu mehr Gerechtigkeit und
Menschlichkeit zulassen wollen.
Inhalt
100 % Kinder, 3,5 % Zinsen
Bericht über Straßenkinder in Indien
Ärmer als arm: heimatlos, abhängig
6+7
Projekt 221 – Schutz und Würde (Tschad)
Land zum Leben …
8+9
Weihnachts-Anstatt-Aktion 2007 für Honduras
Gute Nachrichten …
10 + 11
Thema Gesundheit in Afrika
Kleines Leben, große Hoffnung
12 + 13
Bericht aus Tansania
Man macht es mir nicht gerade leicht
Kleine Schritte machen und dabei
den Blick nicht nur auf das unmittelbar
vor uns Liegende lenken, sondern
bis hin zum Horizont, wo wir das Bild
einer besseren Welt erkennen
können.
4+5
14 + 15
Projekt 185 – Rückkehr des Wassers (Indien)
Arbeitsplatz Vulkan
16 + 17
Bilder und Worte aus Indonesien
Mikros
18 + 19
Übersicht über die aktuellen Projekte
Wenn wir gemeinsam darauf zugehen
und die Chancen zu Veränderungen
ergreifen, kann unsere Welt lebenswerte Heimat für alle Menschen
werden.
Menschliche Raubtiere und deren Opfer
20 + 21
Projekt 223 – Zurück ins Licht (Indien)
Super-Mikros
22 + 23
Projekt-Überblick, Bericht aus Ecuador
Die Bilder, Geschichten und Berichte
von Menschen auf den folgenden Seiten
können uns den Weg weisen.
Ich habe geweint, weil ich so durstig war
Projekt 176 – Den Regen auffangen (Brasilien)
Sorya for Cambodia
Wollen Sie mehr über uns wissen?
Mit herzlichen Grüßen
Partner in Kambodscha
Entwicklungshilfeklub, Böcklinstraße 44, 1020 Wien
Tel. 01-720 51 50, Fax: 01-728 37 93
E-mail: office@eh-klub.at
Internet: www.eh-klub.at
Gabriele Tabatabai
Entwicklungshilfeklub
Entwicklungshilfeklub
Konto: Erste Bank
Kto Nr. 310 054 05150, BLZ 20111
24 + 25
26 + 27
28 + 29
Engagement in Österreich
… jeden Tag aufs Neue
30 + 31
Literatur aus Senegal
2
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
3
… über Straßenkinder in Indien
Bericht
Wir sprachen mit einigen Bankkunden
„In der Teestube, in der ich
arbeite, habe ich keinen Platz
zum Schlafen und nichts, wo
ich etwas aufbewahren kann.
Oft hat man mir mein Geld
gestohlen.“
100 %
Kinder
3,5 %
Zinsen
„Wenn ich etwas Geld hatte,
bin ich ins Kino gegangen und
habe manche Filme fünfmal
gesehen. Jetzt schaue ich mir
einen Film nur einmal an und
bringe das übrige Geld auf die
Bank, um später einmal etwas
Vernünftiges damit machen zu
können.“
Die BAL VIKAS BANK - geöffnet jeden Tag ab 18:30 Uhr,
Adresse: Bezirk Fatehpuri, neben dem Bahnhof von Alt Delhi.
„Neun von zehn Kindern, die
ihre Ersparnisse auf ein Konto
legen, besuchen die Schule
oder nehmen an Bildungsprogrammen teil. Sie haben ganz
konkrete Vorstellungen für ihre
Zukunft.“
Die Bal Vikas Bank wurde im
Jahr 2001 gegründet.
„Die Idee kam von den
Kindern selbst“, erzählt die
Gründerin der Organisation
Butterflies, Rita Panicker.
(Die Arbeit der StraßenkinderOrganisation wird vom Entwicklungshilfeklub mit dem
Projekt 115 – Flug nach Morgen
unterstützt.)
Derzeit hat die Bank 1.700
Kunden, alles Straßenkinder.
Manche kommen mehrmals in
der Woche, um das Geld, das
sie als Schuhputzer, Gepäckträger am Bahnhof, Klein-
4
händler, Müllsammler verdient
haben, auf ihr Konto zu legen.
Manchmal sind es umgerechnet nur 50 Cent.
„Geld, das durch Diebstähle
oder mit Drogen erworben
wurde, darf nicht gebracht
werden. Das wissen alle“,
sagt einer der „Manager“. Er ist
13 Jahre alt und wurde für
sechs Monate gewählt, um in
der Bank mitzuarbeiten.
Auch im neunköpfigen Vorstand sind alle unter 18 Jahre
alt und auch sie arbeiten
ehrenamtlich.
Drei Zweigstellen wurden
bereits gegründet und wie in
jeder Bank üblich, werden
auch hier Kredite vergeben.
„Wir sind sehr vorsichtig,
wenn wir Geld verborgen,
denn die Ersparnisse der an-
deren Kinder dürfen ja nicht
verloren gehen.“
Die Kredite haben dazu beigetragen, dass aus Kindern,
die sich bislang von einem
Tag zum anderen auf der Straße durchgeschlagen haben,
Kleinunternehmer wurden:
Mit der Ausstattung für einen
eigenen Teestand, mit Werkzeug für die Reparatur von
Fahrrädern, einem Karren für
Transporte …
Die Kinder-Entwicklungsbank
ist eine der Initiativen, die die
Organisation Butterflies in den
mehr als zwanzig Jahren ihres
Wirkens realisiert hat.
„Aber es ist noch so viel zu
tun“, sagt Rita Panicker.
Immer noch leben geschätzte
45.000 Kinder auf den Straßen
der indischen Hauptstadt.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
„Ich habe einen großen Sack,
mit dem ich am Bahnhof Papier und Flaschen einsammeln
gehe. Bei einem Händler wird
das Ganze gewogen und ich
bekomme Geld dafür.“
„Ich möchte Arzt werden. Ich
weiß, dass ich dafür hart
arbeiten und viel Geld sparen
muss. Jeden Tag lege ich das
Geld, das ich nach der Schule
als Müllsammler verdiene, auf
mein Konto.“
„Ich habe mich entschlossen,
wieder in die Schule zu gehen.
Das ist die einzige Möglichkeit,
dass ich vielleicht auch einmal
bei der Bank arbeiten kann.“
„Ich lebte in einem Dorf. Meine
Eltern haben mich aus der
Schule genommen, weil sie
kein Geld mehr hatten. Hier in
der Stadt verdiene ich selbst
etwas und kann wieder lernen.“
„Wenn man spart, kann man
einen Kredit bekommen. Ich
möchte später eine Werkstatt
haben und Autos reparieren.“
Ich bin mit den Schmetterlingen geflogen
„Ich unterrichte am Amerlinggymnasium in Wien und unterstütze mit
meiner Schule ein Straßenkinderprojekt des Entwicklungshilfeklubs in
Indien.
Mein Mann ist Inder und so war ich auch heuer wieder in Delhi.
Ein besonderer Tag war dem Projekt Butterflies gewidmet.
Als ich im Büro der Organisation in Süd-Dehli ankomme, ist alles vorbereitet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben freundlich Auskunft.
Einige Straßenkinder, die erste Hilfe benötigen, werden gerade von
einem Therapeuten im ‚Resilience Center’ betreut.
Ein ambitioniertes Programm für meinen Tag liegt schriftlich vor, Herr
Satyavir wird mich begleiten.
Wir fahren zum ersten Stützpunkt, der ‚Community Kitchen’, einem
lagerhallenähnlichen Gebäude, in dem einige Kinder gerade Gemüsereis
zubereiten und Joghurt portionieren. Daneben gibt es ein Notschlafquartier. Einige Kinder strahlen mich an und wollen mir einen der Kugelschreiber schenken, die sie sonst im Zug oder auf der Straße verkaufen.
Der nächste Stützpunkt ist das ‚Fatehpuri Night Shelter’, das am Tag
auch als Schulgebäude genützt wird.
Da trifft auch schon ein bunt bemalter Butterflies-Bus mit dem Essen ein.
Wer eine Portion will, muss diese vorbestellt haben und umgerechnet
6 Cent bezahlen, wovon 2 Cent auf das persönliche Sparbuch des
Kindes bei der Bal Vikas Bank gelegt werden.
Danach besuchen wir den erst kürzlich eingerichteten ‚Health Post’, in
dem man sich um kranke und verletzte Straßenkinder kümmert.
Nicht weit davon befindet sich in einem schrecklich überbevölkerten
Viertel eine Schule, die ihren Garten am Nachmittag zur Verfügung stellt.
Dort spielt gerade ein wilder Haufen von Straßenkindern mit Holzstöcken
begeistert Kricket. Drei Sozialarbeiterinnen in wehenden Saris machen
mit.
Sicher eine wunderbare Therapie für die Kinder, die nirgendwo gerne
gesehen sind und sogar von Polizisten, häufig unter Anwendung von
Gewalt, aus Parks verjagt werden.
Am meisten bewegt mich der letzte Stützpunkt bei einer verschmutzten
Lagerhalle an einem Bahndamm. Etwa 30 Kinder der hier in unvorstellbarer Armut angesiedelten Familien bieten Waren zum Verkauf an:
alte Hefte, Bleistifte, ausgetretene Sandalen, verschiedene Gräser, die
als Gemüse angepriesen werden.
Die Kinder jubeln, als ich mich als Kundin auf ihr Geschäft einlasse.
Ein Lehrer flüstert mir zu, dass sie bei diesem Spiel rechnen lernen sollen. Ich soll also zum Beispiel sagen, dass ich mit fünfzig Rupien zahlen
will, damit sie ausrechnen müssen, wie viel ich zurückbekomme.
Meine Blicke verirren sich immer wieder in Richtung Bahndamm. Nackte,
verwahrloste Kinder tummeln sich auf den Gleisen. Es soll immer wieder
zu Unfällen kommen, wenn Züge durchfahren.
Bei der Rückfahrt frage ich meinen Begleiter, wie es möglich ist, dass
diese Kinder so strahlen und teilweise sogar glücklich erscheinen.
Er meint, sie freuen sich, wenn man ihnen wohlwollend und mit Respekt
begegnet und sich Zeit für sie nimmt.
Gut, dass es die Butterflies gibt, die diesen Kindern etwas Freude,
Hoffnung und Hilfe geben können.“
Evelyn Ram
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
5
neues projekt
Ärmer als arm:
heimatlos, abhängig
Wir fragten die Frauen,
was sie mitnehmen
konnten.
„Meine Kinder.“
„Eine Schaufel und
einen Kochtopf.“
„Ein paar Kleider und
einen Korb.“
„Eine Ziege.“
Hinter ihnen liegen das
verwüstete Dorf, der
lange Marsch, Hunger
und Durst. Und für
viele der Abschied
von den Männern,
die nicht überlebten.
Vor ihnen liegt ein
überfülltes
Flüchtlingslager,
Trauer, Ungewissheit.
Bringen wir in das
Leben dieser Frauen
neue Hoffnung, Freude
und Kraft.
Schenken wir ihnen
Schutz und Würde.
6
„Wir haben gehört, dass es jenseits der Grenze Krieg gibt. Wir haben
nicht verstanden warum, und wir dachten nicht, dass es auch uns treffen
würde, dass auch uns der Friede gestohlen werden könnte.“
Es hat sie getroffen. Der Wahnsinn der von ethnischen und politischen
Viren infizierten Menschen breitete sich wie eine Epidemie aus.
Vom Sudan – wo seit der Gründung des Staates die arabischstämmige
Bevölkerung nicht mit den schwarzafrikanischen Mitbürgern leben
kann – erst auf die Region
Dafur und schließlich auch
auf den Tschad, wo teilweise dieselben Volksgruppen leben.
So wurden Menschen, die
in ihren Dörfern ein armseliges, aber friedliches
Leben führten, zu Flüchtlingen.
Abhängig von einer kargen Landschaft, wo sie
gelegentlich Wasser, ein
paar Früchte oder ein
Stück Wild fanden.
Abhängig von der Gastfreundschaft in Dörfern,
die nicht oder noch nicht
betroffen waren.
Bis sich die Weltöffentlichkeit endlich ihrer Verantwortung bewusst wurde und mit Unterkünften,
Ernährung, Medikamenten zu Hilfe kam.
Die Fotos zeigen:
Eine Gruppe von
Flüchtlingen unterwegs.
Frauen, die auf die
Aufnahme in ein Lager
warten.
Ein Flüchtlingslager,
das zu einer kleinen Stadt in
der Wüste geworden ist.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 221
SCHUTZ
UND WÜRDE
Tschad
Männer werden mich beim Wasserholen begleiten.
Begleitet Ihr uns auf dem Weg zurück in die Heimat.
DAS LAGERLEBEN – NICHT NUR WARTEN UND HOFFEN
Mit dem Weihnachtsprojekt 2006 (Projekt 212 – Perlen der Wüste) hat der
Entwicklungshilfeklub dazu beigetragen, etwa 12.000 Flüchtlingsfamilien mit
Wasserbehältern, Seife, Geschirr und Strohmatten zu versorgen.
Nun geht es darum, Frauen zu unterstützen, die durch ihr Engagement das
Leben im Lager menschlicher, würdiger und sicherer gestalten wollen.
Gleichzeitig soll nicht nur Vorsorge für die ‚Zeit danach‘ getroffen werden, für
eine mögliche Heimkehr und einen Neubeginn. Auch die Kraft, um das
Lagerleben zu meistern und die Hoffnung nicht zu verlieren soll gestärkt werden.
Dazu sind die Flüchtlingslager in so genannte ‚Dörfer‘ unterteilt, denen die
Familien soweit wie möglich je nach ihrem Herkunftsort und ihrer Stammeszugehörigkeit zugeteilt sind.
Unser Beitrag im Rahmen des Projekts:
In jedem Lager werden Areale abgegrenzt, mit Planen überdacht und den
einzelnen ‚Dörfern‘ als ‚Frauenzentrum‘ zur Verfügung gestellt.
Tafeln, Stifte und Hefte ermöglichen die Durchführung von Alphabetisierungsprogrammen und praktischen Kursen.
Für bereits jetzt umsetzbare Tätigkeiten zum Erwerb eines kleinen
Einkommens, etwa Näharbeiten, Seifenherstellung, stehen Geräte und
Behelfe zur Verfügung.
Mit Handkurbel aufladbare Radios können nicht nur die Nachrichten der
lokalen Flüchtlingssender empfangen, sondern es wird mit Kulturbeiträgen
und Musik auch die Identität der Volksgruppen gestärkt.
Vor allem aber sollen die Frauen bei wichtigen Entscheidungen mitbestimmen können: Wer kümmert sich um unversorgte Kinder? Wo sollen
Latrinen gebaut werden? Wie werden Neuankömmlinge versorgt?
Und schließlich sollen sie bei ihren Tätigkeiten außerhalb des Lagers
geschützt werden: Begleitung durch die Männer, Brennholzsuche oder
Wasserholen in der Gruppe.
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Flüchtlingslager
nahe der Grenze
zum Sudan
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Verbesserung der
Lebensumstände im
Lager durch eine
Frauengruppe =
209,- Euro
Kostenaufschlüsselung:
Überdachung 12,Bildungsprogramm 11,Werkzeug 50,Radios 113,Soziales 23,-
1 Anteilstein =
anteilige Kosten
für 1 Frau =
17,50 Euro
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Cecile Quan
(Projektkoordination)
Neues Projekt
seit November 2007.
Die detaillierte
Projektbeschreibung
schicken wir gerne zu.
7
Land zum Leben …
… mit unserer Hilfe
Honduras – Im Oktober 1998 brach über Honduras die Katastrophe herein. Hurrikan
Mitch wütete fünf Tage lang und tötete an die 10.000 Menschen. Die Überlebenden
hatten an den Folgen der zerstörten Infrastruktur, den verwüsteten Anbauflächen
und der vernichteten Ernte schwer zu tragen. Bis heute leiden die Kleinbauern in den
abgelegenen Gebieten des Landes, weil ihre Lebensgrundlage zerstört wurde.
Österreich – Im Oktober 2007 gibt es wieder Meldungen über schwere Wirbelstürme
und Verwüstungen in Honduras. Wir starten mit unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion
für Kleinbauern in der Region Copan. Ein besonderes Weihnachtsgeschenk, das
Familien aus San Nicolás helfen soll, ihre Felder wieder fruchtbar zu machen.
Miguel Pineda
Reina Sanchez
Ana Maria
Mais und Bohnen
Ein Wunder?
Ein Geschenk für San Nicolás
„Arm waren wir schon immer. Und
hart gearbeitet habe ich, seit ich
mich erinnern kann. Früher lieferte unser kleines Feld zumindest
das Notwendigste zum Überleben. Aber seit der großen Katastrophe schaffen wir es nicht
mehr.“
Miguel ist 55 Jahre alt. Tag für Tag
arbeitet er mit seinen Söhnen auf
dem Feld. Tag für Tag die gleiche
Hoffnung, Jahr für Jahr die bittere
Enttäuschung: die Erträge der
Felder sind zu gering, um alle Familienmitglieder satt zu bekommen.
„Wir sind sieben zu Hause. Ich,
Juan Antonio, mein Mann, und fünf
unserer neun Kinder. Vier sind
weggegangen, um irgendwo Arbeit
zu finden. Unser Leben ist hart,
aber wir haben ein Dach über dem
Kopf. Es hat 30 Tage gedauert
dieses Haus zu bauen. 22 Tage für
die Holzkonstruktion und acht
Tage, um die Mauern aus Lehm
und Blättern zu errichten. Das teuerste ist das Dach, aber wir haben
noch nicht genügend Wellblech
kaufen können, so ist es noch
nicht dicht. Vielleicht schaffen wir
es vor dem Regen.“
„Als ich zwölf war wurde mein
Vater sehr krank. Er ist bald gestorben. Meine Mutter wusste
nicht, wie sie uns Kinder durchbringen sollte. Bohnen war das
einzige, was wir zu essen hatten.
Den Hunger dort bekämpfen, wo er
das Leben der Menschen zerstört,
ist das erklärte Ziel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Entwicklungsorganisation OCDIH.
Durchschnittlich einen halben
Hektar Land besitzt eine Familie in
San Nicolás. Ein Fleckchen Land,
auf dem nicht mehr viel wächst.
Ein Stück Land wird fruchtbar
und die Saat, die aufgeht,
kann den Hunger besiegen.
Aber unser Feld gab nicht genug
her und alleine schaffte sie es
bald nicht mehr. Sie fand Arbeit als
Wäscherin. Jeden Tag geht sie in
die Stadt und wäscht den ganzen
Tag. Manchmal gehe ich auch mit
und helfe ihr. Aber meistens bleibe
ich zu Hause und passe auf meine
Geschwister auf. Auf dem Feld
wächst fast gar nichts mehr“.
„Außer Mais und Bohnen wurde
hier nichts angebaut. Jetzt sind die
Böden ausgelaugt, die Menschen
hungrig und verzweifelt.“
Angelina Munguia ist landwirtschaftliche Beraterin. Sie weiß, wie
sehr die Kleinbauern ihr Stück
Land lieben. Sie weiß aber auch,
dass es den Familien am nötigen
Wissen fehlt, um ihren Hunger wirksam zu bekämpfen.
Doch mit den richtigen Anbaumethoden kann auch hier eine
Vielfalt von Pflanzen gedeihen:
Maniok, Kraut, Karotten, Zwiebeln,
Kochbananen, Chili, Soja, Bohnen,
Mais, Passionsfrüchte, Ananas,
Papayas, Küchen- und Heilkräuter.
10,- Euro sind die durchschnittlichen Kosten für die Vorbereitung
der Felder, Saatgut und Setzlinge
für 100 m2 Boden. Genauso viel
kostet auch ein Geschenkbillet
unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion.
Bitte helfen Sie mit und schenken
Sie ein Stück Zukunft!
Einige Familien konnten bereits
gute Erfahrungen mit der „anderen“ Landwirtschaft sammeln. Ihre
Ernährung verbesserte sich und sie
erzielen bereits Überschüsse.
Hunger ist der ständige Begleiter der Kleinbauern in den abgelegenen Dörfern von Honduras.
Die kleinen Felder sind ausgelaugt, die Menschen, die dort leben, verzweifelt. Die meisten sind
gezwungen, als Tagelöhner zu arbeiten. Auch die Kinder. Satt werden sie trotzdem nicht.
Mit ein wenig Unterstützung bei der schonenden Vorbereitung des Bodens und ökologischen
Anbaumethoden können die ausgedörrten Felder wieder in fruchtbaren Boden verwandelt
werden. Gemüsesamen, Saatgut und Obstbaumsetzlinge helfen, den Hunger zu besiegen.
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UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
9
Gesundheit in Afrika
Thema
Gute Nachrichten – aber kein Grund für Euphorie
Kamerun
Medizin für alle
Kenia
Im Dorf bleiben
Ja, es gibt sie, die wichtigen Fortschritte und das ständige Bemühen
um bessere Gesundheitsvorsorge,
auch in ärmeren Ländern.
Neueste Zahlen von Unicef, die im
September 2007 veröffentlicht wurden, zeigen durchaus große Erfolge
im weltweiten Kampf gegen die
Kindersterblichkeit:
Die Zahl jener Kinder, die vor dem
fünften Geburtstag zumeist an vermeidbaren oder behandelbaren
„Kranksein ist ein Luxus. Denn
in der abgelegenen Region hier
im Nordwesten von Kamerun
haben die armen Kleinbauern
kaum Zugang zu moderner
Gesundheitsversorgung.
So werden bei Beschwerden
meistens die traditionellen Heiler konsultiert, die mit Naturmedizin arbeiten.“
Licy Mathew, Mitglied der
Schwesternkongregation Soeurs
de Sainte Anne, ist seit drei
Jahren Leiterin der Gesundheitsstation in der Region Fuanantui.
„Die Verbindung der traditionellen Heilmethoden mit moderner Medizin ist eine große
Herausforderung.
Wir haben einen großen Kräutergarten mit mehr als 50 verschiedenen Heilpflanzen angelegt und stellen die Medikamente großteils selbst her.
Dabei hilft uns die gute Zusammenarbeit mit traditionellen
Naturheilern.
Das funktioniert recht gut.“
Das Konzept von Schwester Licy
ist auf einfache, aber effiziente
Maßnahmen konzentriert:
In den Dörfern gibt es Gesundheits- und Hygieneberatung,
vor allem für Frauen mit Kleinkindern.
Die meisten Heilmittel kommen
aus dem eigenen Kräutergarten
und die traditionellen Heiler sollen Fortbildungen und Schulungen erhalten.
Ihr Wissen wird geschätzt, aber
sie sollen auch neue Methoden
und moderne Hygienerichtlinien
kennen lernen.
Für diese Weiterbildung, für
Gesundheits- und Hygieneberatung und die Herstellung
von Heilmitteln aus Kräutern
benötigt die kleine Gesundheitsstation dringend finanzielle
Unterstützung.
Dürre, Wassermangel sowie
viele epidemische Krankheiten
gefährden die Gesundheit der
Volksgruppe der Pokot.
Großteils sind es Hirten, die ein
beschwerliches Leben als Halbnomaden führen.
Zur Missionsstation der Comboni
in Amakuriat ist der Weg zwar
lang und beschwerlich, aber
alle Kranken bekommen hier
Hilfe und Unterstützung.
Seit 1985 gibt es diese Gesundheitsstation und seither wurden unzählige Menschen mit
Medikamenten und medizinischer Hilfe versorgt.
Die mobile Klinik der Station
bringt auch regelmäßig ärztliche
Hilfe in abseits gelegene und
schwer zugängliche Siedlungen.
„Das nächste Krankenhaus liegt
jenseits der Grenze in Uganda.
Menschen, die dringend Hilfe
brauchen, kommen also zu uns.
Besonders während der Regenzeit sind das viele, vor allem
Mütter mit ihren Kindern, aus
Siedlungen, die bis zu 30 oder
40 Kilometer entfernt liegen.
Total erschöpft vom Fußmarsch
liegen sie dann vor der Station
und warten auf unsere Hilfe.“
Schwester Mary Fuambe Atimango, die Projektleiterin auf
der Comboni-Station, hat große
Probleme, den immer größeren
Ansturm zu bewältigen und die
anfallenden Kosten für die
wichtigsten Medikamente zu
decken.
Es werden mehr Krankenpfleger
auf der Station benötigt, auch
eine Aufstockung der Medikamente und des Verbandmaterials ist dringend nötig:
„Heuer hatten wir besonders
viele Meningitisfälle bei Kindern, eine wahre Epidemie. Die
weitaus häufigsten Krankheiten
sind aber Malaria und Erkrankungen der Atemwege.“
Super-Mikro 2237
Super-Mikro 2188
Krankheiten starben, ist im Sinken
begriffen.
Waren es im Jahr 1990 noch rund 13
Millionen, so ist diese erschreckende
Zahl im Jahr 2006 auf 9,7 Millionen
gesunken.
Kinder, die in Industrieländern geboren werden, haben natürlich bessere Chancen für gutes Gedeihen:
Nur sechs Kinder von 1000 Neugeborenen erreichen hier ihren fünften Geburtstag nicht.
Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen, hygienische Bedingungen und
mehr machen das in unseren Breiten
leicht möglich. Und anderswo?
Trotz aller Erfolgsmeldungen gibt es
wenig Grund für Euphorie - viel zu
viele Menschen bekommen noch
immer keine ausreichende gesundheitliche Versorgung.
Am schlechtesten sind die Überlebenschancen für arme Kinder in
Entwicklungsländern.
Gesundheit ist mehr
Weil sich die übliche Definition von
„Gesundheit“ nicht nur auf körperliches Wohlbefinden und die Abwesenheit von Krankheit reduziert, sondern auch psychische und geistige
Aspekte einbezieht, ist es nicht
verwunderlich, dass Lebensbedingungen großen Einfluss darauf nehmen.
10
Das Auftreten von Krankheiten wird
nämlich stets von Risikofaktoren
(Stressoren) und von Schutzfaktoren
beeinflusst.
Armut und Krankheit sind deshalb
oft untrennbar miteinander verbunden, ein ständiger Kampf ums Überleben schwächt Körper und Immunabwehr.
Eine schlecht funktionierende Gesundheitsversorgung tut ihr Übriges
und macht Entwicklungschancen
zunichte.
Die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in ärmeren Ländern muss
daher ein wichtiges Anliegen sein,
damit nachhaltige Entwicklung und
Frieden möglich werden.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Super-Mikro 2237
in Kamerun,
Fuanantui, Diözese Bamenda
Verbesserung der Gesundheit
durch Kräutermedizin
für 1 Jahr 2.754,- Euro
Super-Mikro 2188
in Kenia,
Amakuriat, Nordwesten
Für Medikamente und den Einsatz
von Gesundheitshelfern
für 1 Jahr 3.400,- Euro
Wir bitten um Mithilfe bei der
Verwirklichung.
Weitere Super-Mikros
auf Seite 22.
11
… aus Tansania
Bericht
Ngorongoro in Tansania: die lange Dürre überbrückt, 2.600 Tonnen Saatgut
für eine neue Ernte, zwei Getreidespeicher für die Lagerung und Vermarktung mit Hilfe unserer Weihnachts-Anstatt-Aktion 2004
Kleines Leben, große Hoffnung
Noolmaai
32 Jahre alt,
verheiratet, 5 Kinder
FEUERHOLZ
Der Ort, an dem ich Holz für das
Feuer zum Kochen finde, ist eine
Stunde weit weg. Manchmal bin
ich dann so müde, wenn ich mit
dem schweren Bündel zurückgehe, dass ich mir sage: ich
schaffe es nicht mehr. Doch wenn
einige Tage später kein Holz
mehr im Haus ist, muss ich doch
gehen.
Nachdem sie wieder Brennholz für einige Tage gesammelt hat,
kehrt Nolmaai nach Hause zurück, müde, hungrig – und schwanger.
Olimingani ist stolz darauf, dass es ihm nach dem Tod seines Vaters
gelingt, sich um die Familie zu kümmern, besonders um seine Mutter.
TEE
Ich bin wieder schwanger. Mein
Gefühl sagt mir, dass es ein
Mädchen sein wird. Ich bin sehr
besorgt, weil es jetzt sehr trocken
ist und wir nicht viel zu essen
haben. Ich trinke nur Tee. Wenn
du aber ein neues Leben in dir
trägst, dann genügt das nicht.
Olimingani
20 Jahre alt, ledig,
lebt mit der Mutter und
5 Geschwistern
VIEH
Die Tiere sind Teil unseres Lebens
und unserer Tradition. Damit kann
man seine Familie ernähren, auch
die Besucher und Gäste. Mein
Vater ist gestorben und ich bin
jetzt für unsere Familie verantwortlich. Auch für meine Mutter, die schon sehr alt ist.
12
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
WASSER
Wenn man selbst kein Vieh hat,
muss man schauen, ob man sich
um die Rinder und Ziegen von
jemand anderem kümmern kann.
Man bekommt dann aber kein
oder nur wenig Geld, dafür Essen
und vielleicht eine junge Kuh.
Manchmal wandert man drei Tage
zu einer Wasserstelle, und wenn
diese in einem Nationalpark liegt,
ist das ein Problem, weil dort, wo
die Touristen sind, dürfen wir nicht
hin.
Lempuris
5 Jahre alt,
lebt bei seinen Eltern,
keine Geschwister
SCHULE
Ich bin gerne in der Schule, weil
dort lernt man sehr viel. Ich möchte auch so ein Lehrer werden wie
mein Lehrer. Ich schreibe Zahlen
auf die Tafel und gemeinsam mit
den anderen Kindern singe ich.
Nach der Schule spiele ich mit meinen Freunden Fußball.
Nach der Schule nimmt Lempuris sein Stockerl und seine Hefte nach
Hause mit. Nach den Hausaufgaben spielt er mit seinen Freunden Fußball.
Sein Vater Njanana setzt alle Hoffnungen auf ihn, weiß aber noch nicht,
ob er das Geld für die Weiterbildung seines Sohnes aufbringen kann.
Njanana
26 Jahre alt,
Vater von Lempuris
ZUKUNFT
Das Beste, was du deinen Kindern
geben kannst, ist eine gute
Ausbildung. Ich will, dass mein
Sohn die beste bekommt und dass
er dann zurück kommt und uns
allen im Dorf hilft. Aber ich weiß
nicht, ob wir das nötige Geld aufbringen können. Um zur nächsten
höheren Schule zu kommen,
braucht man einen ganzen Tag.
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
13
unser projekt
Man macht es mir
nicht gerade leicht
Watershed bedeutet
Konturgräben am
Hang, damit das
Regenwasser nicht
abrinnt,
Bäume, damit das
Wasser in den Boden
einsickert und der
Grundwasserspiegel
steigt:
Landwirtschaft in
einem Trockengebiet.
Vor allem aber
bedeutet es ein Leben
in Freiheit für ehemals
ausgebeutete
Menschen, Leibeigene,
Ureinwohner.
Watershed ist der
Name für die engagierte Arbeit unseres
Projektleiters
Robert D’Costa.
14
Müde: die Dorfbewohner
Sie wussten einfach nicht mehr
weiter. Sie wollten frei sein und ihre
Kinder davor bewahren, auch wie
Leibeigene und Sklaven leben zu
müssen.
Einige Männer aus Chickhaltan
hatten gesehen, wie im Nachbardorf Digras die Menschen, Ureinwohner wie sie, selbständige
Bauern geworden waren.
„Hilf auch uns“, baten sie den
indischen Jesuitenpater Robert
D’Costa, der mit seinem Watershed-Programm die Hänge rund
um einige Dörfer in diesem Trockengebiet begrünt und Landwirtschaft möglich gemacht hatte.
Dörfer von armen Ureinwohnern,
vergessen, hungrig.
„Lasst mir einen Monat Zeit um
herauszufinden, ob das auch hier
möglich ist.“
Gegner: die Großgrundbesitzer
Die Dorfbewohner beschlossen,
ihr Vertrauen zu Robert zu beweisen, indem sie nicht mehr zu den
reichen Bauern um Arbeit betteln
gingen.
„Lieber hungern wir als weiter für
einen Lohn arbeiten, der uns auch
nicht satt macht.“
Die Großgrundbesitzer wiederum
sagten:
„Ihr seid dumm. Der Priester
möchte euch doch nur zu seiner
Religion bekehren.“
Die Dorfbewohner blieben standhaft, aber die Großgrundbesitzer
kamen wieder:
„Jetzt sagt er, er will euch helfen.
Aber dann wird er Geld verlangen
oder euch alles wegnehmen.“
Bestechlich: die Beamten
Als dies auch nichts nützte, bestachen die Großgrundbesitzer
Beamte, die dann wirklich die
Arbeiten zum Stillstand brachten.
Robert ging zu den lokalen Behörden und sagte:
„Eigentlich müsstet ihr diesen
Menschen helfen. Wenn ich das
für euch mache, solltet ihr mich
wenigstens nicht daran hindern.“
In Chickhaltan, von dem hier berichtet
wird, leben 49 Familien.
Es ist eines der sieben Dörfer, die mit dem
Projekt 185 und im Rahmen von SuperMikros unterstützt wurden.
Die Namen der anderen sieben Dörfer:
Panodi, Digras, Kanadgaon, Ghodezap,
Bhilla Wadi, Barde Wasti, Kuran Thaker.
Insgesamt betreut Robert D’Costa (im
Bild links) mit den zehn Mitarbeitern
seiner Organisation bereits 30 Dörfer.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 185
RÜCKKEHR
DES WASSERS
Indien
Erste Spuren auf dem Weg zu
Wasser, Bäumen, Getreide. Und Freiheit.
Ahnungslos: der Politiker
Als Robert einem Politiker von seiner Arbeit erzählte, meinte dieser:
„In diesem Gebiet gibt es doch
keine Ureinwohner.“
Robert nahm ihn zu einer Dorfversammlung mit und zeigte ihm
500 Menschen, die offiziell gar
nicht existierten.
Der Politiker beschimpfte daraufhin wütend seine Beamten, weil
ihm ja potentielle Wählerstimmen
entgangen waren.
Verärgert: die Wucherer
Dann beschäftigte sich Robert mit
dem Problem der Verschuldung
der Leute anlässlich von Hochzeiten oder Begräbnissen.
Für eine Hochzeit muss man mit
umgerechnet etwa 1.000,- Euro
rechnen, ein Betrag, den keine
Familie hat. Sie muss sich daher
möglicherweise für den Rest ihres
Lebens verschulden und gerät in
Schuldknechtschaft.
Die neue Alternative: Warten, bis
es mehrere Paare im Dorf gibt und
eine Gruppenhochzeit organisie-
ren. Robert sammelt dann bei
Freunden und Firmen Lebensmittel für das Festessen (Mehl,
Zucker etc.) und jede Familie
kommt mit 100,- Euro durch.
Die um ihre Wucherzinsen gebrachten Geldverleiher meutern
und bedrohen Robert.
Verdunkelt: der Tempelvorsteher
Nach langen Verhandlungen gelang es, eine Zusage für kostenlosen elektrischen Strom im Dorf
zu erreichen.
Als die Kasten-Inder des Gebietes
versuchten, die Leitung zu ihrem
Tempel zu führen, sagte Robert:
„Gott soll euch erleuchten, nicht ihr
ihn.“
Sein eigenes Religionsverständnis
drückt er so aus:
„Ich bin Priester, nicht Missionar
im klassischen Sinn.
Dort, wo es gelingt, Menschen zu
Eintracht, Liebe, Frieden und
einem menschenwürdigen Leben
zu führen, dort finden sie auch
Gott, egal ob sie Katholiken,
Hindus oder sonst etwas sind.“
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Bundesstaat
Maharashtra,
Distrikt
Sangamner
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Trinkwasser und
Bewässerung der
Felder für 1 Familie =
140,- Euro
1 Anteilstein =
für 1 Familienmitglied
für 1 Jahr =
23,30,- Euro
Projektpartner
und -leiter:
Jesuitenmission
Nürnberg
Integrated Tribal and
Watershed Programme
(Durchführung im
Einsatzgebiet)
Robert D’Costa
(Projektkoordinator)
Bericht
Das Projekt wird seit
November 2003 unterstützt.
Bislang konnte über
500 Familien von
Ureinwohnern geholfen
werden, mit Wasser und
der Möglichkeit zu
Landwirtschaft eine neue
Grundlage für ihre Existenz
aufzubauen.
15
… aus Indonesien
Thema+ Worte
Bilder
Arbeitsplatz Vulkan
Den Berg hinauf,
den Krater hinunter.
Ein Tuch vor dem Gesicht,
um weniger Dämpfe
einzuatmen.
Mit einer Brechstange
schwefelhaltige Felsstücke
herausbrechen.
Etwa 70 Kilogramm in
die Tragkörbe laden.
Eine kurze Pause.
Hinunter ins Tal zur Fabrik,
welche die Gesteinsbrocken kauft, um sie
auszuschmelzen.
16
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
17
aktuelle Projekte
Thema
Mikros
Projekte
in
ASIEN
Wir wollen nicht bitten
um die Stillung unseres Schmerzes,
sondern um das Herz, ihn zu besiegen.
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Bolivien
142 – STEHEN WIR AUF (Straßenkinder)
Tageszentrum, Betreuung, Ernährung
(aus Bangladesch)
Bolivien
175 – IM BODEN VERWURZELT (Indio-Bauern)
Aufforstung, Erosionsschutz, Terrassenfeldbau
Bolivien
200 – ZEIT DER ERNTE (Kleinbauern im Urwald)
Anbau von Kakao und Bananen
Bolivien
208 – LEKTIONEN DES LEBENS (Alphabetisierung)
Bildung und Einkommenschaffung für Frauen
Brasilien
Land
Projektnummer, -titel, -ziel, Kurzbeschreibung
Bangladesch
Euro
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
166,13,80
10 Familien / 1 Jahr
1 Familie / 1 Jahr
282,28,20
1 Familie
1/2 Hektar
143,23,80
7 Frauen
1 Frau
231,33,-
176 – DEN REGEN AUFFANGEN (Zisternen)
Regenwassser für die Trockenperiode
1 Zisterne
1 Person / 1 Jahr
388,64,70
Brasilien
214 – MIT LEUCHTENDEN AUGEN (Straßenkinder)
Betreuung und Ausbildung in Tageszentrum
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
216,18,-
Haiti
209 – EIN STÜCK PARADIES (Waldgärten)
Obstbäume, Gemüsegärten, Ackerbau
10 Familien
1 Waldgarten
210,21,-
Honduras
222 – LAND ZUM LEBEN (Kleinbauern-Familien)
Saatgut und ökologischer Anbau
1/4 Hektar
100 m2
250,10,-
Nicaragua
201 – AUF EIGENEN BEINEN (Kleinkredite)
Wirtschaftliche Initiativen von Frauen
1 Frau
1/4 Kreditsumme
110,27,50
Peru
217 – DIE LEIDEN LINDERN (Gesundheitsprogramm)
Krankenstation, Gesundheitsarbeiter, Vorsorge
1 Dorf / ½ Jahr
1 Dorf / 1 Monat
265,44,00
Mutter+Kind / 1 Jahr
1 Monat
292,31,-
1 Frau / 1 Kurs
1 Monat
147,14,70
Mikros + Anteilsteine
Euro
193 – DER ARMUT ENTKOMMEN (Starthilfe)
Finanzielle Unterstützung für extrem Arme
1 Familie
1 Familienmitglied
184,22,80
Bangladesch
203 – CHANCE FÜRS LEBEN (Ureinwohner)
Lehrerinnen für Kinder in Vorschulklassen
1 Lehrerin / 1 Jahr
1 Monat
254,21,-
Indien
115 – FLUG NACH MORGEN (Straßenkinder)
Ambulante Betreuung auf der Straße
10 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
366,36,60
Äthiopien
199 – DER STRASSE ENTKOMMEN (junge Mütter)
Unterkunft für junge Mütter und deren Babys
Indien
140 – KIND SEIN DÜRFEN (gegen Kinderarbeit)
Zentrum für aus Fabriken befreite Kinder
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
206,17,20
Äthiopien
216 – LERNEN UND LEBEN (arme Frauen)
Ausbildung und Einkommen für Frauen
Indien
185 – RÜCKKEHR DES WASSERS (Ureinwohner)
Erosionsschutz, Dämme, Aufforstung
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
140,23,30
Liberia
191 – FREUDE AM LEBEN (Lepradorf)
Häuser, Felder, Werkzeuge für Leprakranke
1 Familie / 1 Jahr
1 Person / 1 Jahr
197,32,80
Indien
202 – EIN LEBEN LANG (Dorfschulen)
Bildung für Kinder in Dörfern ohne Schule
5 Kinder / 1 Jahr
1 Kind / 1 Jahr
195,39,-
Liberia
194 – ZUKUNFT IM KLEINEN (Kindersoldaten)
Reintegration und handwerkliche Ausbildung
1 Kind / 1 Jahr
1 Kind / 1 Monat
180,15,-
Indien
205 – BÄUMCHEN FÜR MORGEN (Aufforstung)
Kinder pflanzen Bäume in ihren Dörfern
200 Setzlinge
für 1 Kind
100,10,-
Malawi
211 – MIT FRISCHER KRAFT (Aidswaisen)
Ernährungssicherung für von Aids Betroffene
1 Familie
1 Familienmitglied
125,25,-
Indien
215 – WEISSES GOLD ERNTEN (Baumwollbauern)
Ökologischer Anbau als Chance für Kleinbauern
3 Familien
1 Familienmitglied
270,18,-
Mauretanien
219 – NEUE HOFFNUNG SPRIESST (Ackerbau)
Saatgut für Neubeginn nach der Dürrekatastrophe
5 Familien
1 Familie
260,52,-
Indien
218 – ZUR GESUNDHEIT FINDEN (Ureinwohner)
Medizinische Versorgung in Dörfern
1 Dorf / 1 Jahr
1 Dorf / 1 Monat
264,22,-
Tschad
198 – TROPFEN FÜR MORGEN (Wasserversorgung)
Tümpel für Vieh und Felder in der Trockenzeit
10 Familien
1 Famie
245,24,50
Indien
220 – WO MILCH FLIESST (Einkommensicherung)
Milchwirtschaft für Ureinwohner-Familien
1 Kuh auf Kredit
Monatsrate
348,17,40
Tschad
221 – SCHUTZ UND WÜRDE (Flüchtlingslager)
Verbesserung des Lagerlebens durch Frauen
1 Frauengruppe
1 Frau
209,17,50
Indien
223 – ZURÜCK INS LICHT (Alternativ-Schulen)
Hilfe für Slum- und Straßenkinder
5 Kinder / 1 Jahr
1 Kind
165,33,-
10 Familien
1 Familie
216,21,60
Ost-Timor
18
Mikros + Anteilsteine
210 – DIE WUNDEN HEILEN (Gesundheit)
Klinik, Medikamente, Rehabilitation, Betreuung
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Projekte
in
AFRIKA
Für alle hier vorgestellten Projekte gibt es detaillierte Beschreibungen,
und Zusatzinformationen, die wir Ihnen gerne zuschicken.
Außerdem gibt es für jedes Projekt eine Powerpoint-Presentation:
etwa 12 Fotos mit Text auf CD.
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
19
neues projekt
Menschliche Raubtiere
und deren Opfer
Das Mädchen Arati
Kinder, die auf der
Straße leben, betteln,
arbeiten.
Kinder, die zu
Prostitution oder
zu Diebstählen
gezwungen werden.
Kinder, die das
Vertrauen in die
Menschheit und sich
selbst verloren haben.
Kinder ohne Hoffnung?
„Nein“, sagt der Leiter
unseres Projekts:
„Wir nehmen sie auf,
betreuen sie, suchen
ihre Familie, helfen
ihnen, versäumte
Ausbildung
nachzuholen, bis sie
wieder eine Schule
besuchen können.“
Helfen wir mit, Kinder
zurück ins Licht
zu führen.
20
Ein kleines Häufchen Elend in
einer Ecke der Polizeiwachstube.
Das Mädchen kennt weder die
Namen der Leute, die ihr das Paket gegeben haben, noch jener,
denen sie es hätte bringen sollen.
Auch nicht, was drinnen war.
Sie weiß nur, dass Polizisten mit
Straßenkindern nicht gerade zimperlich umgehen, sie schlagen und
einsperren.
Sie hat Angst.
Doch dann kommt alles anders:
„Das Mädchen heißt Arati und ist
12 Jahre alt. Drogenhändler gaben
ihr immer zu essen und etwas
Geld, nachdem sie deren Waren in
einen anderen Stadtteil getragen
hatte.
Die Polizisten, die sie aufgriffen
und mit denen wir oft zu tun haben,
brachten sie zu uns und ersparten
ihr damit einige Jahre Gefängnis.
Genauer gesagt, die Einweisung in
eine Erziehungsanstalt, aber das
ist hier dasselbe.“
Die Herberge Bal Ashram
Jetzt ist Arati wieder in ihrem Dorf,
nachdem wir ihre Eltern ausfindig
gemacht haben“,
berichtet Saina Khartum, die Leiterin der Bal Ashram-Herberge.
Bis zu 40 Kinder gleichzeitig leben
hier einige Wochen oder Monate
lang, nachdem sie auf den Straßen
der Stadt Gaya im indischen
Bundesstaat Bihar aufgelesen
wurden.
„Wir verköstigen sie, behandeln
sie, wenn sie krank oder verletzt
sind, und betreuen sie psychologisch.
Und wir überlegen, welche Neuorientierung wir ihnen geben können.“
Es geht um Kinder, die auf der
Straße leben, arbeitende Kinder,
Waisen, Heimatlose, Kinderprostituierte, Drogenkuriere.
Kinder, die untertags betteln oder
arbeiten und in der Nacht am
Bahnhof oder im Tempel schlafen.
„Viele sind Opfer der Armut ihrer
Eltern. Viele aber auch Opfer von
menschlichen Raubtieren.“
Die Menschen von Gaya
Seit über 20 Jahren arbeitet das
private indische Hilfswerk Jan
Jagara Sansthan mit den unter unmenschlichen Bedingungen lebenden Bewohnern der 42 Slumsiedlungen von Gaya.
So wurden 24 Gesundheitsposten
errichtet, Impfkampagnen durchgeführt, Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene durchgesetzt,
die Analphabetenrate unter den
Frauen gesenkt …
Im Besonderen geht es aber um
Kinder.
„Welche Chancen haben Kinder,
wenn sie keine Möglichkeit haben,
zur Schule zu gehen, etwas zu lernen, einmal einen Beruf zu
haben?“,
fragt B. K. Pati, der Leiter des Hilfswerks und unseres Projekts, und
hat gleich eine Antwort parat:
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Projekt 223
ZURÜCK
INS LICHT
Indien
Wird mein Zuhause die Straße bleiben oder werde ich
eines Tages für meine Töpfe eine Küche haben?
„Wir haben Alternativschulen entwickelt, die sowohl älteren Kindern, die noch nie zur Schule
gegangen sind, als auch Schulabbrechern offen stehen. Und hier
finden auch die am schwersten
geschädigten Kinder nach der Betreuung in unserer Herberge ihren
Platz.“
geräten, Stickerei, Herstellung von
Reinigungsmitteln.
Das Leben von Kindern
Nach ein bis zwei Jahren in der
Alternativschule ist in den meisten
Fällen ein Übertritt in eine öffentliche Schule möglich.
Eine weitere Etappe auf dem Weg
in ein besseres Leben.
Die Schulen im Slum
In Zukunft sollen Lesen und
Schreiben auch für diese Kinder
kein Luxus mehr sein.
Bisher wurden 16 Alternativschulen eröffnet: Zehn Tagesschulen und sechs Abendschulen,
davon zwei speziell für arbeitende
Kinder. 488 Kinder (394 Mädchen
und 94 Buben) im Alter von 6 bis
14 werden betreut und unterrichtet.
Auch ein Teil der Lehrbehelfe ist
alternativ: Sie werden von den
Kindern aus Abfallmaterial (Zündholzschachteln, Bändern, zerbrochenen Armreifen …) hergestellt.
Dies bildet gleichzeitig eine Brücke
zu einer späteren handwerklichen
Ausbildung: Reparatur von ElektroUNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Werden
ihre Wünsche
in Erfüllung gehen?
Lied von arbeitenden Kindern,
das in Bangalore bei einer
Kampagne
für die Rechte von Kindern
gesungen wurde.
„Ich möchte
wie eine Blume blühen,
wie eine Biene Honig finden,
wie ein Vogel fliegen,
wie ein Fluss fließen,
wie ein Fisch schwimmen,
wie ein Stern scheinen.“
Bundesstaat Bihar,
Stadt Gaya
1 Mikro
(Projektbaustein) =
Alternativschule
für 5 Kinder
für 1 Jahr =
165,- Euro
1 Anteilstein =
für 1 Kind für 1 Jahr =
33,- Euro
Kostenaufschlüsselung
anteilige Kosten für
Schulgebäude 5,Lehrerinnen 15,Berufsausbildung 4,Sozialbetreuung 9,Projektpartner
und -leiter:
Misereor
(Aachen, Deutschland)
Jan Jagara Sansthan
(lokales Hilfswerk)
B. K. Pati
(Projektkoordinierung)
Neues Projekt
seit November 2007.
Die detaillierte
Projektbeschreibung
schicken wir gerne zu.
21
Ecuador
Super-Mikros
Projekte
in
AFRIKA
Projekte
in
ASIEN
Land
Projektziel, Einsatzgebiet, Kosten
Projektpartner und -nummer
Traum und Realität
Uganda
Ausstattung einer Gesundheitsstation
Pfarre Ndibata
Krankenpflegerin, Medikamente, Laborgeräte
3.750,-
St. Theresia Klinik
Thomas Nsibambi
2160
Wie überall träumen Jugendliche auch in
den Slums von Esmeraldas im Nordwesten Ecuadors von einem Job und
eigenem Einkommen.
Fahrradambulanz für Krankentransporte
Dörfer in der Diözese Yei
Fahrräder mit einfachen Anhängern
3.300,-
Misereor
Mary Jane Lucas
2234
Mauretanien Ausbildung im Jugendgefängnis
Nouakchott, Jugendgefängnis Beyla
Sozialbetreuung und handwerkliche Kurse
3.200,-
Caritas Mauretanien
Aichetou Mint Cheikh
2279
Bangladesch Schulen für Kinder von Ureinwohnern
Region Barind, Bezirk Naogaon
2-jährige Grundschulbildung für 30 Kinder
2.027,-
Netz/SUS
Peter Dietzel
2241
3.000,-
CAD
Leelama Devasia
2267
Handwerkliche Ausbildung von Jugendlichen
Dörfer im Distrikt Guntur
Ausbildungskurse im Schulungszentrum
3.020,-
REEDS
D. Janardhana Rao
2253
Weiterbildung für Frauen aus Dörfern
Bundesstaat Karnataka, Dörfer um Kampli
Nähkurse und Unterricht für junge Frauen
1.500,-
TDSS
Mary Anne Theodore
2248
Betreuung für Pardhi-Kinder
Bundesstaat Maharashtra, Osmanabad
Betreuung u. Schulen in Pardhi-Siedlungen
3.000,-
TDSS
Livy Rodriguez
2252
Filter für sauberes Wasser
Dörfer im Distrikt Anuradhapura
Wasserfilter und Hygieneschulungen
3.000,-
Swarna Hansa Foundation
Gallege Punyawardana
2242
Bildungschancen für Flüchtlingskinder
Provinz Kanchana Buri, Sangklaburi
Schulbildung und Betreuung für Kinder
1.893,-
Center for Poor Ethnic Children
Pimjai Maneerat
2205
Sudan
Indien
Indien
Indien
Indien
Sri Lanka
Thailand
Projekte
in
LATEINAMERIKA
Brasilien
Brasilien
Brasilien
Ecuador
Kolumbien
Unterstützung von Mädchen in Slums
Bundesstaat Maharashtra, Stadt Nagpur
Ausbildung und Sozialarbeit für junge Frauen
Vorschulbesuch für Favela-Kinder
Rio de Janeiro, Pfarre Sao Sebastiao
Betreuung und Zuschuss für Mahlzeiten
2.500,-
Comboni
Mario Fioravanti
2257
Ausbildung für Jugendliche
Bundesstaat Bahia, Rui Barbosa
landwirtschaftliche Kurse, Beratung
3.793,-
ATARB
Arlene Correira da Silva
2232
Einkommen durch Naturkautschukproduktion
Bundesstaat Para, Gemeinde Belterra
Kurse zur traditionellen Kautschukgewinnung
3.457,-
ACOSPER
Oswaldo Vallilo
2256
Wasser für Indiofamilien
Provinz Chimborazo, Gemeinde Galte San Juan
Wasserleitungsbau, fachkundige Beratung
2.994,-
CEAS
Hector Santos
2266
Betreuung traumatisierter Jugendlicher
Provinz Cauca
Sozialarbeit, Aufklärung gegen Gewalt
3.025,-
Corporaciòn Colombia Joven
Juan Carlos Gonzales
2282
Weitere Projekt-Partnerschaften auf unserer Homepage oder auf telefonische Anfrage.
22
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Aber ihre Realität sieht anders aus:
Arbeitslosigkeit bestimmt derzeit ein
chancenloses Leben.
Da die Nachfrage an zuverlässigen
Handwerkern für kleinere Arbeiten in
der Stadt aber besteht, kann eine gezielte Berufsausbildung den Jugendlichen helfen, ein regelmäßiges Einkommen zu erwirtschaften.
Lebensfreude und Elend
Türen öffnen
Sie werden als ‚Morenos‘ oder
Farbige bezeichnet.
Es ist ein Mischvolk aus
Schwarzen, Indios, Mestizen
und Weißen, das zu den lebenslustigsten, aber auch zu den
ärmsten Menschen Ecuadors
zählt.
In Esmeraldas, der Hauptstadt
der gleichnamigen Provinz,
erhoffen sich diese Menschen
die aus ländlichen Gebieten
hierher kommen, bessere Lebensbedingungen.
Aber nur wenige finden Arbeit.
Armut und Elend nehmen vor
allem in den Randsiedlungen
rasant zu.
Armut und Chancenlosigkeit
spiegeln sich am deutlichsten in
den Familien wider.
Acht oder mehr Personen einer
Familie leben auf weniger als
40 Quadratmeter Wohnfläche.
Die Eltern sind einfache Tagelöhner.
Die Kinder sind oft stark unterernährt, sozial und gesundheitlich verwahrlost und gehen selten oder gar nicht zur Schule.
Nur einer von fünf Jugendlichen
hat überhaupt einen Grundschulabschluss.
Viele Jugendliche haben ehrgeizige Pläne, die meisten
scheitern aber schnell.
Die Fundacion de Progreso
Social Manos Unidas führt seit
2004 Programme für Jugendliche durch.
Ziel ist es, ihnen nicht nur eine
Ausbildung, sondern auch
Arbeitsmöglichkeiten und damit
ein Einkommen zu verschaffen.
Den meisten Jugendlichen fehlen dazu die fachliche Qualifikationen, und nach vielen Fehlschlägen und Enttäuschungen
oft auch der Mut und die Energie, aus ihrer tristen Situation
auszubrechen.
Im Rahmen des Projektes erhalten die Jugendlichen eine
Kurzausbildung als Schlosser
sowie verschiedene begleitende
Kurse als Motivationstraining.
Und durch die Dienstleistungsvermittlung von Manos Unidas
wird den Jugendlichen die Tür
zum lokalen Arbeitsmarkt geöffnet.
Außerdem werden die Familien
der Jugendlichen zu verschiedenen Workshops und Veranstaltungen eingeladen und auch
regelmäßig besucht.
Damit wird sichergestellt, dass
auch die Eltern und Geschwister
das Projekt mittragen und die
Lernenden ermuntern und
unterstützen.
Super-Mikro 2276
Für die viermonatige Ausbildung
von 20 Jugendlichen,
die Vermittlung eines Arbeitsplatzes,
die Adaptierung der Werkstatt und
die Anschaffung von Werkzeugen werden
3.350,- Euro benötigt:
1.512,- für Werkzeuge,
1.700,- für Ausbildner und Sozialarbeiter,
138,- für Unterrichtsmaterialien.
Das Projekt wird von Lukas Lassnig betreut,
einem österreichischen Sozialarbeiter,
der seit Jahren in Esmeraldas lebt.
Wir bitten um Ihre Mithilfe!
Supermikros oder
Projekt-Partnerschaften
sind in sich abgeschlossene Projekte,
deren Finanzierung meist zur Gänze
von Gruppen oder Einzelpersonen
übernommen wird.
Für die Durchführung dieser Projekte
zeichnen häufig kleinere lokale
Organisationen verantwortlich.
Auch hier gilt für uns: mit bewährten,
langjährigen Partnern lässt sich
vertrauensvoll zusammenarbeiten!
Dadurch ist es oft auch möglich, einen
direkten Kontakt zwischen Projektleitern
vor Ort und den Spenderinnen und
Spendern in Österreich herzustellen.
Der Wert eines Supermikros liegt zwischen
1.500,- und 5.000,- Euro.
Für Ihre Fragen steht Ihnen
Sabine Alena gerne zur Verfügung:
sabine.alena@eh-klub.at
Super-Mikro 2276
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
23
unser projekt
Ich habe geweint,
weil ich so durstig war
Wir haben uns in den Dörfern umgehört
Zu wenig
Grundwasser,
um Brunnen für alle
graben zu können.
Wegen Hitze und Wind
trocknen Tümpel und
Teiche schnell aus.
Was tun,
um trotzdem Wasser
zu haben?
„Die Niederschläge
kommen zwar sehr
unregelmäßig, aber sie
kommen.
Wenn wir das Regenwasser speichern und
dann je nach Bedarf
verwenden können,
ändert sich alles …“
Um im Trockengebiet
besser überleben zu
können, möchten
Kleinbauern
den Regen auffangen.
24
Die 65-jährige Margarida Lopez
hat sich sehr dafür eingesetzt,
dass die Familien in ihrem Dorf
jetzt Wasser neben ihren Häusern
schöpfen können:
„Das Material hat man uns geschenkt und meine Söhne haben
die Zisterne gebaut, nachdem man
ihnen gezeigt hat, wie das geht.
Wir haben auch gelernt, wie man
sich um sie kümmert und sie einmal pro Jahr reinigt, damit das
Wasser immer sauber bleibt.“
***
Valmit Bezerra hat als Vorarbeiter
beim Bau von zahlreichen Zisternen mitgearbeitet:
„Jedes Mal, wenn eine fertig ist,
fühle ich mich glücklich, weil ich
weiß, dass es der Familie nun besser gehen wird.“
***
„Mit dem Wasser kann ich meinen
Garten bewässern und ich ernte
jetzt sogar Gemüse und Obst, das
ich am Markt verkaufe …“,
sagt der 22-jährige Paulo Lopes,
der auf dem Foto links oben zu
sehen ist.
***
Die 15-jährige Ana Patricia do
Nascimento legt jährlich an die
tausend Kilometer zu Fuß zurück:
fast jeden Tag geht sie zum zwei
Kilometer entfernten Fluss und
kehrt von dort mit zehn Litern Wasser zurück. Danach geht sie in die
Schule. Trotzdem lebt sie gerne in
ihrem Dorf und möchte hier ihr
Leben verbringen.
Projekt 176
„Ich möchte Lehrerin werden und
dann in der Schule unseres Dorfes
unterrichten. So kann ich mithelfen, dass unsere Kinder Chancen für die Zukunft haben.“
***
Aurilene Souza freut sich über die
Zisterne:
„Meine Kinder hatten immer wieder Durchfall und andere Krankheiten. Seit wir sauberes Wasser
haben, sind sie viel gesünder.“
***
„Ich bin mehrmals in der Woche
um 3 Uhr früh aufgestanden, um
Wasser zu holen. Ich war jedes
Mal unglücklich, nicht so sehr, weil
ich kilometerweit gehen und den
schweren Kübel tragen musste,
sondern weil in dieser Zeit mein
Kind allein im Haus war“,
berichtet eine andere junge Mutter,
Maria Odeida da Silva aus ihrem
Leben in den vergangenen Jahren.
***
Die ‚Zeit vor der Zisterne‘ mit all
den Schwierigkeiten dauerte für
Maria Francisca da Santos mehrere Jahrzehnte:
„Ich weinte, weil ich so durstig war.
Ich saß vor dem Haus mit den
Kindern, die nicht schlafen konnten. Wir hatten kein Wasser, weil
die Quelle so weit weg war. Ich
konnte schlecht gehen und die
Kinder waren zu klein.“
Maria ist heute 77 Jahre alt.
DEN REGEN
AUFFANGEN
Brasilien
Sie wird rund sein, sie wird uns gehören,
sie wird uns schenken, was uns fehlte: Wasser.
Wir haben nach dem Warum und dem Wie gefragt
Eine Zisterne bedeutet für die
Menschen im Nordosten Brasiliens
eine Revolution. Aber kaum eine
der armen Kleinbauernfamilie
kann sie sich leisten.
„Wenn wir beginnen, kommen
zuerst die Haushalte allein erziehender Frauen, deren Mann
gestorben oder verschwunden ist,
dran.
Wir schauen auch, ob es Familienmitglieder gibt, die eine besondere Betreuung brauchen: Kleinkinder, Alte, Behinderte.“
Eine Zisterne fasst 16.000 Liter.
Das reicht einer Familie, um das
ganze Jahr hindurch über ausreichend sauberes Wasser zu verfügen.
Die Menschen sind gesünder und
kräftiger, sie haben mehr Zeit: Die
Männer für die Landwirtschaft, die
Frauen für den Haushalt, die
Kinder zum Lernen.
Eine weitere Ernte, ein kleiner
Gemüsegarten, Viehzucht bringen
zusätzliche Einnahmen und eine
weitere Verbesserung der Lebenssituation.
„Wir müssen lernen, mit unserem
Klima in Harmonie zu leben, herausfinden, wie es möglich ist,
gesünder und besser zu leben.
Wir müssen versuchen, all das
aufzunehmen, was uns die Natur
trotz allem an Gutem und Wertvollem zu bieten hat.
Wir müssen lernen, zu leben.“
Bundesstaat Céara
1 Mikro
(Projektbaustein) =
1 Zisterne
für 1 Familie =
388,- Euro
Kostenaufschlüsselung:
250,- für Material
und Bau,
138,- für Einschulung,
Beratung und Wartung
1 Anteilstein =
anteilige Kosten für
1 Familienmitglied =
64,70 Euro
Projektpartner
und -leiter:
Oxfam
(Oxford, England)
Articulação no SemiArido
(lokales Hilfswerk)
Silvia Picchione
Omar Rocha
(Projektkoordinierung)
Bericht:
Projektbeginn Juli 2002.
Bislang konnte bereits
264 Familien bei der
Errichtung einer Zisterne
bei ihrem Haus
geholfen werden.
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Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
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… in Kambodscha
Partner
Sorya for
Cambodia
Das Dorf heißt TROPEANGSDOCK - er heißt THOEUM SIM
Vor einigen Jahren verletzte er
sich beim Volleyballspielen. Der
Arzt, der ihn behandelte, hatte
sein Diplom wahrscheinlich
weniger durch Studieren als mit
Schmiergeld erworben.
Seither kann Thoeum Sim seinen linken Arm nicht mehr bewegen.
Der 34-jährige Techniker zog
sich von der Hauptstadt, wo er
als Techniker für Klimaanlagen
gearbeitet hatte, in sein Heimatdorf zurück:
Tropeangsdock, 57 Kilometer
südlich der Hauptstadt Phnom
Penn.
(Sonne für Kambodscha)
Vereinigung der Bewohner
des Dorfes Tropeangsdock
für Bildung
und sauberes Wasser
Partner des
Entwicklungshilfeklubs
seit 2005
Kontaktpersonen:
Thoeun Sim
(Kambodscha) und
Dorothea Schaffernicht
(Österreich)
Der in Hamburg lebende Hi
Khan Truong bemüht sich seither, in Deutschland die Mittel
für die Tages- und Abendkurse
aufzubringen.
In erster Linie geht es um die
Vermittlung von Englisch als
Schlüssel für weitere Bildungsund Berufsmöglichkeiten.
Unterrichtet wird in einem kleinen Gebäude, die Kurse finden
täglich statt und dauern jeweils
eine Stunde.
Fünf Frauen und Männer wurden als Lehrkräfte engagiert und
unterrichten die derzeit hundert
Kinder und Jugendlichen.
Dann kam DOROTHEA SCHAFFERNICHT - und bald darauf gab es Wasser
Sie stammt aus Lochau, in der
Nähe von Bregenz.
Als Kind wollte sie Missionarin
oder Ärztin werden. Es wurde
dann aber nichts mit einer Fahrt
in die weite Welt.
Sie kam nur bis Wien, studierte
Italienisch und Französisch und
unterrichtet nun an einem Gymnasium im 10. Wiener Gemeindebezirk.
2004 nahm die heute 56-jährige ein Jahr Auszeit und
begann als ‚Spätberufene’ doch
noch eine Laufbahn im Dienste
armer Menschen.
Über Vermittlung der kleinen
Organisation Sorya, die sich in
Hamburg gebildet hatte, kam sie
in das Dorf Tropeangsdock.
Ihre Aufgabe bestand darin, die
Lehrer, die zwar guten Willens,
siehe Bericht rechts + Fotos unten
12 Kilometer fahren
und Trinkwasser
kaufen?
Oder Wasser aus
dem Tümpel trinken
und krank werden?
Bilder aus Tropeangsdock (oben):
Wassertank, Wohnhaus, Einkaufszentrum.
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Seine Frau hat eine kleine Marktbude am Markt, wo sie Reis,
getrockneten Fisch, Linsen, Gewürze und Kekse anbietet.
Thoeum selbst leitet das Bildungszentrum.
Es überrascht, in einem so kleinen und verlorenen Dorf einen
Menschen zu finden, der so
belesen ist.
Anfangs hatte Thoeum nur
Bücher verschlungen, seit einiger Zeit steckt er auch per
Internet seine Fühler aus.
Durch Zufall kam er mit einem
jungem Kambodschaner in Verbindung.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Oder den Regen
auffangen?
aber pädagogisch nicht geschult
waren, in Didaktik zu unterweisen und damit die Ergebnisse
ihrer Arbeit zu verbessern.
„Die erste Zeit war schrecklich.
Als ich ankam, war gerade
Trockenzeit.
Alles war grau und staubig, die
Leute hungerten und waren
krank.
Es gab nur das schmutzige
Wasser aus einem Tümpel und
der Großteil der Bewohner hatte
Typhus oder irgendeine Magenbzw. Darmerkrankung.
Es war unvermeidlich, dass es
auch mich erwischte, und ich
musste mich einige Wochen
lang in Phnom Penn behandeln
lassen.
Hier entdeckte ich das Hilfswerk
‚Cambodia Rainwater’.
Diese kleine Organisation hilft
Familien in Dörfern das Regenwasser aufzufangen und in
einen Wassertank zu leiten.
Ich beschloss, deren Erfahrungen aufzugreifen und diese
auch ‚meinem’ Dorf zugute
kommen zu lassen.
Zufällig las ich in einer Zeitungsannonce, dass für einen
französischen Spielfilm Statisten
gesucht wurden.
Ich bewarb mich, lief drei Tage
lang in Kleidern herum wie sie
in Kambodscha im Jahre 1930
von den Kolonialisten getragen
worden waren, und finanzierte
mit dem Honorar den ersten
Wassertank.“
Und so kam zum Bildungsprogramm im Dorf auch ein
Wasserprogramm.
Um zu Trinkwasser zu kommen, muss man 12 Kilometer weit zum
Markt fahren oder gehen. Dort zahlt man etwa 0,35 Euro für 15 Liter.
Im Dorf gibt es drei Brunnen, deren Wasser niemand trinken sollte,
weil es arsenhältig ist. Auch zum Waschen sollte es nicht verwendet werden, da Arsen die Haut schädigt.
Es gibt auch zwei Tümpel. Das Wasser kann für die Tiere oder als
Gießwasser verwendet werden. Aber es ist kein Trinkwasser.
Damit es im Dorf doch Trinkwasser gibt:
Regenwasser wird vom Dach über die Dachrinne
in Wassertanks geleitet,
Filter fangen Schmutz und Insekten auf.
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Heute
haben
bereits 56
der 104
Familien in
Tropeangsdock
Wassertanks beim
Haus und
damit
Trinkwasser.
Die Mitttel
für 27 Tanks
wurden im
Rahmen des
SuperMikros
2114
aufgebracht.
Weitere
Mithilfe ist
erbeten.
Zur Unterstützung
einer Familie
werden
120,- Euro
benötigt.
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… in Österreich
Engagement
Besuch im Klub Schmökern und helfen
Nicht nur feiner Lebkuchen
kommt aus Nürnberg, aber solcher durfte bei seinem kurzen
Wienbesuch für uns als vorweihnachtliches Mitbringsel
natürlich auch nicht fehlen:
Thomas Kilian ist bei unserer
langjährigen deutschen Partner-Organisation Jesuitenmission für die Finanz- und Spendenbuchhaltung verantwortlich.
Spannend und abwechslungsreich ist sein Wirkungsfeld,
denn er jongliert nicht nur mit
Zahlen, sondern pflegt auch
lebhafte Kontakte zu unseren
Partnern vor Ort. Wir freuen uns
auf weitere gute Zusammenarbeit!
Der Anfang war
bescheiden:
15 Bücher und
eine Idee!
Vor mittlerweile
elf Jahren rief
Frau Marianne
Prantl Mitglied
der 3. Weltrunde Enzesfeld,
einen Bücherflohmarkt ins
Leben, um „den
Ärmsten und
Chancenlosen
in der 3. Welt zu einem erträglichen Dasein verhelfen zu können.“
Die Idee war offensichtlich gut,
denn mittlerweile musste man
in ein 300 m2 großes Geschäftslokal umziehen, das kostenlos
zur Verfügung gestellt wurde.
Nur so war die gewaltige Flut
an Romanen, Krimis, Sachund Kinderbüchern zu bewältigen.
Ein hoch motiviertes Team,
bestehend aus zwölf Personen,
bringt jährlich rund vier Tonnen
Bücher unter die Leser (die
Bücher werden zum Kilopreis
verkauft).
Mit dem Erlös unterstützt die
Gruppe seit vielen Jahren
Projekte des Entwicklungshilfeklubs und sorgt dafür, dass
Lesen nicht nur bildet, sondern
auch hilft.
Starke Partner
auf dem Weg in eine gerechtere Welt
Sponsoring
Wir danken der Firma 1adruck
– 1. Aichfelder Druck Ges.m.b.H,
ganz besonders Geschäftsführer
Bernd Payer, für die großzügige
Unterstützung. Durch unsere
„Kolleginnen und Kollegen“ der
Übungsfirma HAK Ungargasse
erfuhr
Herr
Payer
vom
Entwicklungshilfeklub und erklärte sich spontan bereit, 2.000
bedruckte Kuverts zur Verfügung zu stellen.
Wir freuen uns sehr darüber und
würden uns Nachahmer sehr
wünschen!
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„Wie führe ich in turbulenten
Zeiten?“ „Wie teile ich meine
Zeit am besten ein?“ „Was verrät
mir die Körpersprache meines
Verhandlungspartners?“
Dieses und mehr wurde im
Rahmen der Sommerakademie
„Denkansätze für Manager“ diskutiert und gelehrt. Veranstaltet
wurden die vier Abende zu interessanten Themen vom Managementclub Wien in Zusammenarbeit mit der Firma Kaiblinger & Partner. Diese „Denkansätze“ gingen aber weit über
den Rahmen der Seminarthemen hinaus – nämlich nach
Indien zu Kindern, die aufgrund
der Armut ihrer Eltern keine
Möglichkeit haben, eine Schule
zu besuchen und etwas zu lernen:
Durch den Verzicht der Refer-
enten auf ihr Honorar und die
Unterstützung
durch
den
Managementclub
zugunsten
unseres Projekts 202 „Ein Leben
lang“ konnte 30 Dorfkindern in
Indien der Besuch einer Schule
ermöglicht werden.
Wir danken dem Managementclub Wien und Kaiblinger &
Partner für die Unterstützung
und freuen uns, so starke Partner an unserer Seite zu haben.
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
Footloose –
The Charity Dance Event
Im Rahmen eines Maturaprojekts organisierten vier Schülerinnen des Internationalen
Business College Hetzendorf
eine Benefizveranstaltung zugunsten unseres Projektes 115
„Flug nach morgen“ in Indien.
Bei der Organisation und Durchführung sollten sie ihr theoretisches Wissen über Projektmanagement in die Praxis umsetzen.
Ende September war es soweit:
Footloose – The Charity Dance
Event ging in Guntramsdorf
über die Bühne. Der
Abend wurde mit
einem Tanzkurs der
Tanzschule Wiesner
begonnen, es folgte
eine Vorführung der
griechischen Volkstanzgruppe „Philellines“. Ein bunt
gemischtes Publikum tanzte zu
flotten Rhythmen und genoss
die „Cocktail Hour“.
Mit dem Erlös der Veranstaltung
können 21 Straßenkinder in
Delhi ein Jahr lang von der
Wir gratulieren
der Selbstbesteuerungsgruppe
St. Georgen an der Gusen zum
25-jährigen Bestehen!
Das Ereignis wurde im Oktober
2007 mit einem
großen Fest und
einer Ausstellung
gefeiert.
Seit dem Jahr
1987 unterstützt
diese sehr lebendige, großzügige Gruppe immer wieder Projekte des Entwicklungshilfeklubs.
So konnten zum Beispiel dank
der Unterstützung aus St. Georgen in Ruanda 22 Quellfassungen errichtet werden, die Bau-
Organisation Butterflies betreut
werden und ihren „Flug nach
morgen“ in eine bessere Zukunft beginnen. Herzlichen
Dank und ein glattes „Sehr gut“
für die Organisatorinnen.
ernfamilien mit sauberem und
gesunden Wasser versorgen;
51 Wassertanks in Kenia ersparen Frauen mühseliges Wasserholen von weit entfernten Wasserstellen; in Bolivien freuen
sich 145 Familien über Gemüsefelder, die es ihnen ermöglichen, im kargen Hochland
zu überleben; 42 Kinder im
Bezirk Jaggampeta dürfen die
Schule besuchen und in Bangladesch können 293 Mädchen
zu Lehrerinnen ausgebildet
werden.
Diese beeindruckende Liste ist
nur ein kleiner Auszug aus dem
vielfältigen Engagement der
Gruppe, für das wir uns ganz
herzlich bedanken.
Genießen und helfen!
BIO5 – der Bioladen am Margaretenplatz startete eine „süße“
Spendenaktion. Beim Kauf einer
bio-fair gehandelten Zotterschokolade der Sorte „Genüsse“
oder „Kirschbrand auf Marzipan“ geht ein Euro pro Tafel in
unser Projekt 200 „Zeit der
Ernte“. Familien in Bolivien soll
geholfen werden, im Schatten
von Bananenstauden Kakaobäume zu pflanzen, und damit
ihren Lebensraum und ein Einkommen zu sichern. Die Idee
stammt von Dieter Eickmann,
ehrenamtlicher Mitarbeiter des
KLubs und Inhaber von BIO5.
Schokolade genießen und helfen - eine süße Versuchung
wert: www.bio5.at
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
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… aus Senegal
Literatur
Oft wissen wir zu Mittag noch nicht, ob wir am Abend essen werden.
Wir sind sieben und für jedes Familienmitglied brauche ich (umgerechnet)
mindestens einen Euro pro Tag. Aber das Geld muss ich erst auftreiben -
jeden
Tag
aufs
Neue
Kipferl und Gemüse
Wenn Combé Goudiaby um sieben Uhr früh das Haus verlässt,
hat sie das Geld, mit dem sie
heute die Einkäufe für ihre
Familie bezahlen wird, noch
nicht in der Tasche.
„Der Großhändler streckt mir
Waren für 9,- Euro vor. Wenn ich
alles verkaufe, kann ich einen
Gewinn von etwa 3,- Euro erzielen. Die Hälfte davon genügt
für den Reis und die Sauce zu
Mittag.“
„Der Greißler beim Fußballplatz
borgt mir jeden Tag das Geld,
damit ich das Frühstück der Kinder einkaufen kann, bevor sie
zur Schule gehen. Er vertraut mir.“
Eine Glühbirne und Kerzen
Combé ist wieder daheim. Das
Haus, eher eine Baracke, besteht
aus zwei Zimmern ohne Fenster,
die durch einen Vorhang getrennt sind. Abends drängen
sich hier sieben Personen aus
drei Generationen.
Einziger Luxus: ein winziger
Fernseher.
„So sind die Kinder am Abend
weniger auf der Straße.“
Die Glühbirne ist an den Zähler
des Nachbarn angeschlossen.
Die Latrine, nachts mit Kerzen
beleuchtet, wird auch von den
viel zu vielen Bewohnern zweier
weiterer Behausungen benützt.
Wasser wird vom Brunnen an
Eine Plastikschüssel auf dem
Kopf balancierend bahnt sie sich
einen Weg durch das Labyrinth
des Marktes.
In der morgendlichen Luft
mischen sich die Gerüche von
frischem Brot und Fisch mit
denen von Auspuffgasen.
Bald darauf baut sie an einer
Straßenkreuzung ihren Stand
auf.
Das Angebot: Maniok, Paradeiser, Karotten, Sauerampfer,
Trockenfisch.
30
der Ecke geholt. Für 4 Cent pro
Schüssel.
„Für die Miete, den Strom und
die Schule der Kinder brauchen
wir 2,- Euro pro Tag.
Glücklicherweise hat eine meiner Töchter einen guten Job.
Sie putzt in einem Nachtklub
und verdient 30,- Euro pro
Monat.“
Das Gratis-Handy
Eine junge, tadellos frisierte
junge Frau, mit engen Jeans und
einem grellroten, mit Glasperlen
verzierten T-Shirt, kommt ins
Haus.
„Meine Freunde würden sich
wundern, wenn sie wüssten,
dass ich hier wohne.“
Ndèye gibt zu, dass ihre Eleganz
von Männern finanziert wird.
„Sie wollen immer was von dir
und sind auch bereit, etwas
springen zu lassen.
Ein Kerl hat mir ein Handy
Informationsblatt des Entwicklungshilfeklubs
gekauft, dann wollte er mit mir
schlafen. Ich habe mich geweigert, aber das Handy habe ich
behalten.“
Was bin ich wert?
Mactar Fall, 31 Jahre alt, hat sich
an diesem Morgen wieder einmal vergeblich um eine Arbeit
beworben. Er war zu teuer.
„Um nicht arbeitslos zu sein,
musst du deinen Preis drücken.
Tust du das nicht, nimmt der
Chef einen anderen.“
Deswegen gibt es auch nur
zeitlich befristete Arbeitsverträge und der Tageslohn eines
Arbeiters beträgt weniger als
3,- Euro.
Mactar ist Tischler. Weil er aber
zu Hause keinen elektrischen
Strom hat, kann er seinen Beruf
nicht als Selbständiger ausüben.
Jubel für Politiker
Gelegentlich, besonders wenn
Wahlen vor der Türe stehen,
kommt ein Bus von der einen
oder anderen Partei. Er wird
sofort von den Leuten gestürmt.
„Sie karren uns irgendwo hin,
wo wir zuerst endlos lange herumstehen, um dann auf Kommando einem Politiker zuzujubeln oder zu seinen Ehren
Tänze aufzuführen.
Am Ende gibt es dann 2,- Euro
für jeden.“
Politik als ein Mittel, sein Einkommen aufzubessern – eine
Perversion der Demokratie.
Jede wie sie kann
Die Großmutter schält jeden Tag
Erdnüsse und mischt sie mit
Brot, was ein Gericht mit dem
Namen Mbouraké ergibt. Vor
allem Jugendliche kaufen es
gerne.
Gleich neben der alten Frau
steht der Brotstand ihres Enkelkindes Khadi.
Eine der Schwiegertöchter hat
eine Stellung als Hausmädchen
und bekommt dort 22,50 Euro
pro Monat. Eine andere verkauft
auf der Straße Waschpulver, das
sie in kleine Säckchen abgefüllt
hat.
Alles zusammen ergibt ein
Tageseinkommen von 0,75 Euro
pro Familienmitglied.
Das reicht nicht für alle Ausgaben, etwa um die Kosten für
die Behandlung der Malariaanfälle zu bezahlen.
fertigen, mit Wellblech gedekkten Baracke.
Die Pension von Keita, dem
Großvater und einstigen Wachbeamten der japanischen Botschaft, ist das einzige fixe Einkommen der Familie. 75,- Euro
pro Trimester.
Im Zimmer verfügt nur der Greis
über ein Bett.
Ärger über die Chinesen
Bassirou Nogom ist 62 Jahre alt
und mit zwei Frauen verheiratet.
Mit der einen lebt er vier, mit der
anderen drei Tage pro Woche
zusammen.
Seine Einkünfte als Kleiderhändler werden auf die beiden
Ehefrauen aufgeteilt.
Er wettert gegen die Konkurrenz
der chinesischen Händler, aufgeben will er aber nicht. Und die
Hühner, die er im Hof hält,
sichern ein paar zusätzliche
Mahlzeiten.
Fußballträume
Cheik Diata ist 20 Jahre alt.
Er träumt davon, sein fußballerisches Talent bei einem französischen Klub unter Beweis zu
stellen.
„Wenn mir jemand hilft, einen
Klub zu finden, dann werde ich
es allen zeigen.“
Der junge Mann nimmt sich
dabei ein Beispiel an Pape Diouf,
der hier aufgewachsen ist.
„Der ist sogar Präsident von
Olympique Marseille geworden
und seine Mutter verteilt jetzt
großzügig Säcke mit Reis und
Kartons mit Öl.“
Eine Kiste Tee
Jede Frau zahlt pro Monat 4,50
Euro in die Gemeinschaftskasse.
Und dann wird so günstig wie
möglich kistenweise Tee eingekauft, in kleine Säckchen abgepackt und weiterverkauft.
Coulimata Kane, die den Verein
gegründet hat, meint:
„Wenn man essen will, muss
man Lösungen finden.“
Der Pensionist
Die berühmte afrikanische Solidarität?
Khadij Mballo, 48 Jahre alt und
für eine 15-köpfige Familie verantwortlich, lächelt:
„Wer sollte mir helfen? Der
Großteil meiner Nachbarn ist in
der gleichen Lage wie ich.
Und die, die reicher sind, vielleicht, weil sie einen Sohn im
Ausland haben, wollen das auch
zeigen. Sie geben lieber großzügige Geschenke bei einer Taufe,
einer Hochzeit oder einem
Begräbnis.“
Seine Familie lebt in einer halb-
UNSER PROJEKT Nr. 113 – Dezember 2007
Wo man glücklich ist
Pape, der 28-jährige Sohn,
repariert Radios. Seinem großen
Bruder, der ihm das beigebracht
hat, ist er sehr dankbar.
„Ich verdiene bis zu 5,- Euro pro
Tag, aber die Hälfte davon
bekommt der Besitzer der
Werkstatt, in der ich arbeiten
kann.“
Aufgrund der häufigen Stromabschaltungen tagsüber kommt
es oft vor, dass er bis Mitternacht
bleiben muss.
„Ich bin stolz darauf, dass ich
durch meine Arbeit meiner
Großmutter etwas Geld geben
kann.“
Und er vertraut darauf, dass sich
im Senegal etwas bewegt.
Lieber möchte er aber nach
Europa auswandern, das er aus
den Sendungen des französischen Fernsehkanals TV5
kennt.
„Dort sind die Menschen wirklich glücklich.“
Ort der
Handlung
sind die
Vororte,
Randsiedlungen
oder Slums,
wie immer
man sie
nennen
mag, von
Dakar, der
Hauptstadt
des westafrikanischen
Staates
Senegal.
Ein
Mitarbeiter
von
‚Le Monde’
hat dort die
Lebensumstände
der
Menschen
studiert und
wir bringen
einige
Auszüge
aus seinem
Bericht.
31
UNSER PROJEKT
Impressum und Offenlegung: Information und
Berichterstattung über konkrete Projekte,
Sprachrohr von Menschen in armen Ländern der Welt.
Die Zeitung erscheint vierteljährlich und ist für Mitglieder,
Mitarbeiter und Spender gratis.
Redaktion: Gerhard Dorffner, Mag. Gabriele Tabatabai.
Herausgeber: Entwicklungshilfeklub,
privater, gemeinnütziger Verein, Adresse wie unten.
DVR 0555614. Druck: Grasl, 2540 Bad Vöslau.
P.b.b. – Sponsoring Post GZ 02Z030094 S
Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1020 Wien
Man kann doch etwas tun
„Verdient das Wellblech über ihrem Kopf die Bezeichnung Dach?
Ist das, was sie essen, Nahrung?
Sind die Fetzen, die sie am Leib tragen, Kleider?
Darf ihr Dasein auf dieser Welt Leben genannt werden?“,
fragte sich Dom Helder Camara, Erzbischof von Recife, und versuchte,
an der Seite der Armen, gemeinsam mit ihnen, Antworten zu finden.
Versuchen auch wir, Antworten auf Fragen zu finden,
die sich ein jeder stellen muss, der nicht bewusst die Augen vor dem Leid der
Anderen verschließt, .
Bitte machen Sie unser Projekt weiterhin auch zu Ihrem Projekt.
Danke!
Ihr Entwicklungshilfeklub
Dezember 2007
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Seele and Geist
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