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Barbara Baltus

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NR. 240
SLS
LOKALES
DONNERSTAG, 16. OKTOBER 2014
„Im Pflegeberuf gibt es gute Aufstiegschancen“
Barbara Baltus ist Pflegedirektorin im DRK-Krankenhaus Saarlouis und bringt Beruf und Familie unter einen Hut
Seit knapp zwei Jahren ist der
Landkreis Saarlouis Teil des bundesweiten Programms „Regionales Bündnis für Chancengleichheit“, das sich für mehr
Frauen in Führungspositionen
engagiert. In einer Interviewreihe stellt SZ-Redakteurin Nicole
Bastong beruflich erfolgreiche
Frauen aus dem Kreis vor. Teil 4:
Barbara Baltus, 50 Jahre, ist verheiratet, Mutter von zwei Töchtern, stellvertretende Schulleiterin und Pflegedirektorin im
DRK-Krankenhaus Saarlouis.
Frau Baltus, schildern Sie bitte
Ihren Werdegang.
Barbara Baltus: 1981 habe ich eine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht und mich
dann weitergebildet als Lehrerin für Pflegeberufe. Ich habe
zwischendurch zwei Familienpausen gemacht, einmal zwei
Chancengleichheit
SZ-Serie
Jahre, einmal drei Jahre, war
aber während dieser Zeit immer
stundenweise berufstätig, im
ambulanten Pflegedienst und
als Dozentin. 2003 wechselte
ich ans Krankenhaus Saarlouis
und wurde stellvertretende
Schulleiterin. Seit 2013 bin ich
zusätzlich Abteilungsleiterin
der Innere/Chirurgie und seit
Kurzem kommissarische Pflegedirektorin. Parallel dazu mache ich gerade eine Weiterbildung zur Fachwirtin für Gesundheit und Soziales. Ich bin
eben ein Mensch, der sich immer gern weiterentwickelt.
Wie haben Sie bisher Chancengleichheit erlebt?
Baltus: Frauen haben einen hohen Anteil im Pflegeberuf und
damit auch gute Aufstiegschancen. Es gibt die Stationsleiterebene und darüber hinaus die
Abteilungs- und Bereichsleitungsebene, die in unserem
Krankenhaus drei Frauen und
nur ein Mann begleiten. Wer
ambitioniert ist, findet im Gesundheitswesen
vielfältige
Möglichkeiten, Verantwortung
zu übernehmen. Aber ich habe
öfter den Eindruck gehabt, dass
Männer schnell überholen können, wenn eine Frau in Familienzeit geht.
Was muss sich ändern, damit es
für Frauen leichter wird, aufzusteigen?
Baltus:
Führungspositionen
sollten auch in Teilzeitarbeit
möglich sein. Dafür haben wir
im Haus auch gute Beispiele.
Hohe Flexibilität bei den Arbeitszeiten, flexible Arbeitszeitmodelle oder Home Offices
könnten eine Alternative sein.
Mit beiden Beinen im Leben: Barbara Baltus bringt Familie und Karriere in Einklang.
Das geht aber nur, wenn das
ganze Team das mitträgt. Im
Schichtdienst ist Flexibilität
natürlich schwierig. Wir versuchen hier auf Wünsche der Mitarbeiter einzugehen, und es gelingt auch oft.
Welchen Rat können Sie anderen
Frauen mitgeben?
Baltus: Wenn man Freude an etwas hat, sollte man unbedingt
dranbleiben. Man muss seine
Ziele definieren und konsequent verfolgen, und dabei auch
den Mut haben, äußere Strukturen wie Kinderbetreuung in Anspruch zu nehmen. Wenn die
FOTO: ROI
Kinder gut versorgt sind, darf
eine Mutter ohne schlechtes
Gewissen ihrem Beruf nachgehen. Aber man sollte auch die
eigene Gesundheit im Blick behalten, Zeit für Familie und Beruf, aber auch sich selbst reservieren. Die Balance muss stimmen.
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