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B wie Bandbreite - Weingut & WeinTreff Gunzenhauser

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Einkaufsführer Fachhandel
Talente aus Baden
B wie Bandbreite
Es ist gar nicht so leicht, in der badischen Weinszene Talente aus der zweiten Reihe zu finden, die das Zeug
dazu haben, Wiederverkäufer mit einem spannenden und marktgerechten Sortiment zu beliefern. Die meisten
guten und sehr guten Sortimente kommen aus Betrieben, die schon mehr oder weniger bekannt sind. Aber
ein paar bemerkenswerte Newcomer gibt es doch noch, die nach vorn drängen – genau wie einige etablierte
Adressen, die bisher im Schatten der Toperzeuger standen, jetzt aber stärker ins Rampenlicht rücken.
E
Fotos: DWI, W+M, Firmen
in dickes B – dieses Kürzel könnte
mit einigem Recht als weinbauliches
Kennzeichen für Baden stehen. Die
als Alleinstellungsmerkmal wunderbar
geeignete Zugehörigkeit zur Weinbauzone B, der Baden als einziges deutsches
Anbaugebiet angehört (neben den französischen Regionen Elsass, Champagne
und Loire) gehört beim südlichsten Anbaugebiet Deutschlands ebenso dazu wie
die Dominanz der Burgunder-Rebsorten.
In Baden entfallen von der 15.902 ha umfassenden Gesamtrebfläche rund 6.015 ha
auf rote Burgunder-Sorten (5.735 ha Spätburgunder, daneben Frühburgunder sowie Schwarzriesling). Das sind 87% der
gesamten badischen Rotweinfläche (6.915
ha). Dazu kommen 3.006 ha, die mit weißen Burgundersorten bestockt sind. Das
entspricht über einem Drittel der gesamten Weißweinfläche des Gebiets (8.563
ha). Insgesamt repräsentieren die Burgundersorten rund zwei Drittel der badischen
Anbaufläche. Damit hat sich Baden gegenDie Verkostung fand am 3. September
2010 im Weinbauinstitut in Freiburg
statt. Großer Dank gebührt Sonja Höferlin (Geschäftsführerin der Gebietsweinwerbung Badischer Wein GmbH) für die
Unterstützung bei der Ausschreibung
sowie dem Weinbauinstitut Freiburg für
die Bereitstellung der Räume. Auch der
Badische Weinbauverband, insbesondere Eberhard Luibrand, hat uns bei der
Organisation der Probe unterstützt. Alle
Weine wurden – wie immer – verdeckt
probiert. In einer ersten Runde suchten
neun Verkostergruppen die ihrer Meinung nach interessantesten und besten
Weine ihrer Gruppe für die Finalrunde
aus. Die Weine der Finalrunde wurden
zusätzlich von anderen Mitgliedern der
Jury an zwei Endrundentischen probiert
und bewertet. Den Juroren waren lediglich die Rebsorte(n) und der Jahrgang
bekannt. Die Bewertung erfolgte nach
dem 20-Punkte-Schema.
12
Zu unserer Jury gehörten Herbert Agradetti
(Ortenauer Weinkellerei, Offenburg), Edgar
Auer (Qualitätsmanager, Freiburg), Ute Bader (Kellerwirtschaftliche Beraterin, BWGV, Karlsruhe), Martin
Bäuerle (WG Oberkirch), Michael Brand
(Weinland Baden, Freiburg), Udo Braust
(Weingut Sonnenhof, Vaihingen), Rolf
Bürkin (WG Jechtingen), Ingo Ehret (WG
Laufen, Sulzburg-Laufen), Frank Gronau
(Trinkgut, Krefeld), Oliver Haag (Haag
Weinkultur, Endingen), Markus Hafner
(Weingut Markus Hafner, Ubstadt-Weiher),
Sonja Höferlin (Badischer Wein GmbH,
Karlsruhe), Heinrich Höfflin (WG Bötzingen), Herbert Krebs (Weinbauinstitut Freiburg), Martin Kutscher (Edeka Südwest,
Offenburg), Joachim Mayer (Josef Mayer
GmbH, Radolfzell), Marcus Müller (Weingut Adam Müller, Leimen), Moritz Nagel
(Hochschule Rhein-Main/Geisenheim),
Timo Renner (VDP Baden, Ihringen), Ralph
Ropohl (Weingut Zähringer, Heitersheim),
Bettina Schumann (Weingut Zimmerlin,
Bötzingen), Henning Seibert (Fachverlag Dr. Fraund GmbH, Mainz), Gerhard
Staiblin (WG Sasbach), Horst Strecker
(Strecker’s Weine, Freiburg), Alexander
Ultes (Weingut Kiefer, Eichstetten), Norbert Weber (Deutscher Weinbauverband,
Bonn), Markus Weishaar (Weingut Kiefer,
Eichstetten), Peter Wohlfarth und Hubert
Zöllin (beide Weinbauverband Baden, Freiburg) sowie Jan Bertram, Werner Engelhard und Klaus Herrmann (WEIN+MARKT,
Mainz). Die Vorbereitungen traf Jörg
Winkler, der zusammen mit Anke Leibenguth die von Klaus Herrmann moderierte
Probe auch organisatorisch betreute. Die
Verkoster benutzten „Viña“-Gläser der
Firma Schott.
WEIN+MARKT 10/2010
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Betriebe der Probe Bewertung auf Basis von 4 eingereichten Weinen
Inhaber: Familie Landerer
Kellermeister: Thomas Landerer
Rebfläche: 16 ha
Jahresproduktion: 115.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Betriebsschnitt:15,1 Punkte
Weingut Landerer
79235 Vogtsburg-Oberrotweil
Tel. 0 76 62/10 70
www.weingut-landerer.de
Jahr Weinname
2009
2009
2009
2009 Oberrotweiler Käsleberg
Rebsorten
Qualität
EVP Note
Grauburgunder
Weißburgunder, Chardonnay
Müller-Thurgau
Spätburgunder
Kabinett trocken Spätlese trocken QbA trocken
QbA trocken
7,20 9,50
5,-
7,60
Inhaber: Winzerkeller Hex vom Dasenstein (100%ige Tochter)
Betriebsleiter: Jürgen Decker, Kellermeister: Marco Köninger
Rebfläche: 8 ha
Jahresproduktion: 45.000 l
Flaschenweinanteil: 100% in 0,75-l-Flaschen
Betriebsschnitt: 14,5 Punkte
Villa Heynburg
77876 Kappelrodeck
Tel. 0 78 42/99 67 500
www.villa-heynburg.de
Jahr Weinname
2009
2009 Rosé
2009
2009
Betriebsschnitt: 14,4 Punkte
Weingut Rudolf Zimmerlin
79268 Bötzingen
Tel. 0 76 63/12 96 u. 12 99
www.weingut-zimmerlin.com
Rebsorten
Qualität
Rivaner
Spätburgunder
Chardonnay
Grauburgunder
QbA trocken
QbA trocken QbA trocken
QbA trocken
EVP Note
4,90
6,90
6,90
6,90
14,9
14,4
14,4
14,2
Inhaber: Geschäftsführender Gesellschafter
Alexander Steiner, Kellermeisterin: Bettina Schumann
Rebfläche: 15 ha
Jahresproduktion: 100.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Jahr Weinname
Rebsorten
Qualität
EVP Note
2008 Bötzinger Eckberg
2009 Bötzinger Eckberg
2009 Bötzinger Eckberg Rosé
2009
Spätburgunder
Grauburgunder
Spätburgunder
Müller-Thurgau
QbA trocken
Kabinett trocken
Kabinett trocken
QbA trocken
16,-
6,90
6,50
4,90
über den Riesling- oder Dornfelder-Hochburgen klar unterscheidbar aufgestellt.
Hinzu kommt bei vielen Rebsorten eine
ungeheure Bandbreite in der Stilistik.
Meistangebaute Weißweinsorte ist mit
2.608 ha allerdings der Müller-Thurgau.
Deshalb haben wir die Winzer bei der
Ausschreibung zu unserer Probe gebeten,
uns nach Möglichkeit einen Wein aus der
Rebsorte zu schicken. Außerdem waren
für den Test (bei dem wir das Preislimit
bei 10 Euro ansetzten) Grauburgunder
(mit 1.634 ha die zweitwichtigste Weißweinsorte des Gebiets), Spätburgunder
und (pro Betrieb) ein Wein nach freier
Wahl zugelassen. Mit diesem Mix sollten
einerseits die typischen Weine des Anbaugebiets vernünftig repräsentiert und die
Leistungsfähigkeit der teilnehmenden
Erzeuger dokumentiert werden – um Wiederverkäufern die Suche nach interessanten Newcomern mit marktgerechten Qualitäten zu erleichtern. Schließlich dienen
die „Talente“-Proben dazu, abseits der in
Miniserien hergestellten Trophäen-Weine
WEIN+MARKT 10/2010
15,4
15,2
15,0
14,7
interessante Entdeckungen zu ermöglichen.
Die Resonanz auf unsere Ausschreibung war gewaltig. Insgesamt konnten
die Juroren 332 Weine aus 96 Betrieben
– 69 Weingütern und Kellereien sowie 27
Winzergenossenschaften – unter die sensorische Lupe nehmen. Allerdings stammten die eingereichten Gewächse keineswegs nur von unbekannten Winzern aus
der zweiten Reihe, sondern teilweise auch
von Weingütern und Winzergenossenschaften, die sich offenbar in aller Be-
15,7
14,2
14,2
13,3
scheidenheit selbst noch als Talente einstufen, tatsächlich aber schon zu den
qualitativ führenden Adressen des Gebiets zählen. Unser ursprüngliches Kriterium „steht noch nicht in allen einschlägigen Weinführern“ trifft auf Betriebe wie
den von Alexander Laible (Eichelmann
2010: 4 Sterne; 2 Trauben und Entdeckung des Jahres 2009 im Gault Millau)
beim besten Willen nicht zu, auch wenn
Laible (Jahrgang 1978) erst 2007 seinen
ersten Jahrgang einbrachte und so gesehen noch ein relativer Newcomer ist.
UNSERE BEWERTUNG
unter 7 Punkte:
7 – 9,9 Punkte:
10 – 11,9 Punkte:
12 – 13,9 Punkte:
14 – 15,9 Punkte:
16 – 17,9 Punkte:
18 – 20 Punkte:
grob fehlerhaft
sehr schwach, mit deutlichen Fehlern, nicht empfehlenswert
noch ausreichend, aber unterdurchschnittlich
zufriedenstellender Durchschnitt, technisch einwandfrei
gut bis sehr gut
überragend, erstklassig
Weltklasse, absoluter Spitzenwein
Die Punktbewertung stellt den Durchschnitt der Einzelurteile aller Verkoster dar.
13
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Betriebe der Probe Bewertung auf Basis von 4 eingereichten Weinen
Inhaber: Siegbert Bimmerle
Kellermeister: Thomas Hirt
Rebfläche: 34 ha
Jahresproduktion: 200.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Betriebsschnitt: 14,3 Punkte
Weingut-Weinhaus Bimmerle
77871 Renchen-Erlach
Tel. 0 78 43/6 54
www.wein-bimmerle.de
Jahr Weinname
2009
2009 Klingelberger
2009
2009
Rebsorten
Qualität
EVP Note
Spätburgunder
Riesling
Grauburgunder
Müller-Thurgau
QbA trocken
Spätlese trocken
Kabinett trocken
QbA trocken
7,90
9,-
7,90
4,75
Inhaber: Martin und Helen Schmidt
Kellermeister: Markus Weishaar
Rebfläche: 102 ha
Jahresproduktion: 1 Mio. l
Flaschenweinanteil: 100%
Betriebsschnitt: 14,3 Punkte
Weingut Friedrich Kiefer
79356 Eichstetten
Tel. 0 76 63/10 63
www.weingutkiefer.de
Jahr Weinname
2009 Eichstetter Herrenbruck
2009
2009 „Mit den Wolken ziehen“
2008 Eichstetter Herrenbruck
Rebsorten
Qualität
Grauburgunder
Rivaner
Rivaner, Riesling, Sauv. Blanc
Spätburgunder
Kabinett trocken
Classic
QbA trocken
QbA trocken
EVP Note
6,90
4,95
5,50
6,90
15,4
15,2
13,8
12,7
Inhaber: Martin und Michael Zotz
Kellermeister: Hansjörg Johner
Rebfläche: 70 ha
Jahresproduktion: 550.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Betriebsschnitt: 14,3 Punkte
Weingut Julius Zotz KG
79423 Heitersheim
Tel. 0 76 34/10 59
www.weingut-zotz.de
Jahr Weinname
Rebsorten
Qualität
EVP Note
2009
2009 Heitersheimer Maltesergarten
2008
2009 Heitersheimer Maltesergarten
Grauburgunder
Gutedel
Spätburgunder
Müller-Thurgau
Classic
Spätlese trocken
Classic
QbA trocken
5,20
7,50
7,50
3,90
Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen, die eingereichten Basisweine
der Spitzenerzeuger quasi als Referenzqualitäten mit in die Probe zu stellen. So
konnte sich zeigen, wie nah oder weit die
„echten“ Betriebe aus der zweiten Reihe
noch vom Niveau der Spitzenbetriebe
entfernt sind. Das Gleiche gilt für die eingereichten Weine der Genossenschaften,
die mit einem Anteil von 72,1% an der
badischen Rebfläche in dem Gebiet eine
überragende Rolle spielen. Unsere Probe
erwies sich so als Gradmesser der augenblicklichen Leistungsfähigkeit der badischen Szene.
Soviel vorweg: Alexander Laible hat in
unserer Blindverkostung mit einem Betriebsschnitt von 14,6 Punkten ziemlich gut
abgeschnitten. Auch Betriebe wie Klumpp
(3,5 Sterne im Eichelmann, 3 Trauben im
Gault Millau), Knab (4 Sterne im Eichelmann, 3 Trauben im Gault Millau) erfüllen
das Kriterium „zweite Reihe“ nicht wirklich, waren bei drei eingereichten Weinen
mit je 15,1 Punkten dann aber doch erwar-
14
15,3
14,7
14,1
13,3
tungsgemäß erfolgreich. Das bekannte
Weingut Heitlinger (aktuell 1 Stern bei Eichelmann) hat eine Sonderstellung: Es ist
kein Newcomer im eigentlichen Sinn, aber
(nach zwischenzeitlichen Schwierigkeiten)
zumindest eine Art „Neustarter“. Mit 14,8
Punkten auf Basis von 3 eingereichten Weinen landete das Unternehmen in unserem
Test ebenfalls weit vorn.
Den Titel als bestes Talent aus Baden
heimste am Ende aber das Weingut Landerer ein, das einen Betriebsschnitt von
15,1 Punkten erreichte. Bei Eichelmann
wird der Betrieb zwar ebenfalls mit
1 Stern geführt, aber Landerer demonstrierte, dass er es in den geforderten Kategorien absolut mit höher bewerteten
Kollegen aufnehmen kann. Der Betrieb
überzeugte mit allen vier eingereichten
Weinen, die allesamt den Sprung über
14,7 Punkte schafften. Eine dermaßen
homogene Vorstellung auf hohem Niveau
gelang nur wenigen Erzeugern.
Beachtlich auch der Auftritt von Villa
Heynburg (einer 100-%-Tochter des Win-
15,3
14,3
14,0
13,4
zerkellers Hex vom Dasenstein) oder des
Weinguts Rudolf Zimmerlin, das vom
neuen Team um den geschäftsführenden
Gesellschafter Alexander Steiner und die
junge Kellermeisterin Bettina Schumann
neu positioniert wurde – beides Unternehmen, die in den bekannten Rankings
bisher noch nicht gebührend gewürdigt
wurden. Auch einige der größeren, eigentlich längst etablierten Betriebe in Baden
haben an der Qualitätsschraube gedreht.
So lassen Betriebe wie etwa das 102 ha
große Weingut Kiefer, das 34-ha-Gut Bimmerle oder der 70-ha-Betrieb Zotz mit der
2009er Kollektion neue Akzente und Ambitionen erkennen.
Den besten Betriebsschnitt der Probe
auf Basis von drei eingereichten Weinen
erreichte mit dem Hagnauer Winzerverein
(15,6 Punkte) ein bereits vom Gault Millau
mit 1 Traube ausgezeichneter Betrieb.
Gänzlich unbekannt sind die Qualitäten
also nicht, aber die exzellente Qualität bereits der Einstiegsweine hat sich dennoch
noch nicht überall herumgesprochen.
WEIN+MARKT 10/2010
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Betriebe der Probe Bewertung auf Basis von 3 eingereichten Weinen
Betriebsschnitt: 14,8 Punkte
Weingut Tobias Köninger
77876 Kappelrodeck
Tel. 0 78 42/99 69 99
www.weingut-koeninger.de
Jahr Weinname
2009
2009 im Holzfass gereift
2008 Reserve
Betriebsschnitt: 14,5 Punkte
Weingut Fritz Gunzenhauser
79426 Buggingen-Seefelden
Tel. 0 76 34/55 19 10
www.weintreff-gunzenhauser.de
Jahr Weinname
2009
2009
2009 Gutswein
Weingut Rieger
79426 Buggingen
Tel. 0 76 34/20 13
www.weingutrieger.de
Jahr Weinname
2009
2009 Blanc de Noirs
2009 Grüner Markgräfler
Weingut & Weinhaus L.
79346 Endingen
Tel. 0 76 42/60 09
www.weingut-bastian.de
Jahr Weinname
Weingut Dreher
79312 Emmendingen
Tel. 0 76 41/4 77 37
www.dreherwein.de
Jahr Weinname
2009
2009
2009
Betriebsschnitt: 14,1 Punkte
Weingut Alfred Huber
77770 Durbach
Tel. 07 81/4 24 58
www.winzerhof-huber.de
Jahr Weinname
2009 Durbacher Kochberg
2009 Durbacher Kochberg
2009 Durbacher Kochberg
WEIN+MARKT 10/2010
Grauburgunder
Spätburgunder
Pinot Noir
6,70 15,5
6,90 14,8
14,90 14,0
Kabinett trocken
QbA trocken
QbA trocken Note
Inhaber: Fritz Gunzenhauser
Kellermeister: Daniel Möllinger
Rebfläche: 5 ha
Jahresproduktion: 40.000 l
Flaschenweinanteil: 90%
Rebsorten
Qualität
EVP
Spätburgunder
Gutedel
Rivaner
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
6,80 15,7
4,80 14,5
3,80 13,4
Grauburgunder
Pinot Noir
Gutedel
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
Inhaber: Andreas Neymeier
Kellermeister: Falk Hermann
Bastian
Rebfläche: 30 ha
Jahresproduktion: 190.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Rebsorten
Qualität
2009 Endinger Engelsberg Novum
2009 Endinger Engelsberg SL
2009 Endinger Vulkanfelsen
Betriebsschnitt: 14,1 Punkte
EVP
Inhaber: Bernhard und Philipp Rieger
Kellermeister: Philipp Rieger
Rebfläche: 13 ha
Jahresproduktion: 36.000 l
Flaschenweinanteil: 30%
Rebsorten
Qualität
EVP
Betriebsschnitt: 14,3 Punkte
Betriebsschnitt: 14,1 Punkte
Inhaber: Tobias Köninger
Kellermeister: Tobias Köninger
Rebfläche: 3 ha
Jahresproduktion: 19.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Rebsorten
Qualität
Spätburgunder
Grauburgunder
Müller-Thurgau
QbA trocken
Spätlese trocken
QbA trocken
Note
Note
5,50 15,0
5,50 14,4
5,50 13,4
EVP
Note
7,80 14,5
8,30 14,2
4,20 13,6
Inhaber: Familie Dreher
Kellermeister: Florian Dreher
Rebfläche: 6,5 ha
Jahresproduktion: 35.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Rebsorten
Qualität
EVP
Grauburgunder
Spätburgunder
Müller-Thurgau
5,30 14,6
5,70 14,3
3,90 13,4
QbA trocken
QbA
QbA trocken
Note
Inhaber: Alfred Huber
Kellermeister: Christian Huber
Rebfläche: 7 ha
Jahresproduktion: 45.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Rebsorten
Qualität
EVP
Grauburgunder
Weißburgunder
Müller-Thurgau
4,30 14,7
6,10 14,1
3,30 13,5
QbA trocken
Kabinett trocken
QbA trocken
Note
15
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Genossenschaften der Probe Bewertung auf Basis von 4 eingereichten Weinen
Geschäftsführer: Thomas Basler
Kellermeister: Andreas Philipp
Rebfläche: 320 ha
Jahresproduktion: 3,2 Mio. l
Flaschenweinanteil: 95%
Betriebsschnitt: 14,7 Punkte
Winzerkeller Auggener Schäf
79424 Auggen
Tel. 0 76 31/36 80-0
www.auggener-wein.de
Jahr Weinname
2009
2009
2009
2009
Rebsorten
Auggener Schäf
Auggener Schäf Alte Reben
Auggener Schäf
Auggener Schäf
Qualität
Gutedel
Spätburgunder
Rivaner
Grauburgunder
2009 Alte Rebe
2009
2009
2009
5,90
8,20
4,20
5,70
15,1
14,9
14,4
14,4
Geschäftsführer: Günter Lehmann
Kellermeister: Michael Huber
Rebfläche: 261 ha
Jahresproduktion: 1,9 Mio. l
Flaschenweinanteil: 95%
Betriebsschnitt: 14,5 Punkte
Alde Gott Winzer
77887 Sasbachwalden
Tel. 0 78 41/20 29-0
www.alde-gott.de
Jahr Weinname
EVP Note
Kabinett trocken
QbA trocken
Kabinett trocken
Kabinett trocken
Rebsorten
Qualität
Riesling
Rivaner
Grauburgnder
Spätburgunder
EVP Note
Spätlese trocken
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
12,50
4,50
6,30
6,50
15,1
14,4
14,4
14,2
Geschäftsführer: Jochen Basler
Kellermeister: Christian Idelhauser
Rebfläche: 75 ha
Jahresproduktion: ca. 500.000 l
Flaschenweinanteil: 100%
Betriebsschnitt: 14,5 Punkte
Zeller Abtsberg Winzer
77654 Offenburg
Tel. 07 81/9 19 18-30
www.zeller-abtsberg.de
Jahr Weinname
Rebsorten
Qualität
EVP Note
2009
2009
2009
2009
Grauburgunder
Müller-Thurgau
Spätburgunder
Chardonnay
QbA trocken
QbA trocken
QbA halbtrocken
Spätlese trocken
4,90
3,60
5,90
9,-
Zeller Abtsberg
Zeller Abtsberg
Zeller Abtsberg
Zeller Abtsberg
15,3
14,5
14,2
14,1
Die besten Genossenschaften der Probe Bewertung auf Basis von 3 eingereichten Weinen
Betriebsschnitt: 15,6 Punkte
Hagnauer Winzerverein eG
88709 Hagnau
Tel. 0 75 32/10 30
www.wv-hagnau.de
Jahr Weinname
Rebsorten
2009 Hagnauer
2009 Hagnauer Burgstall
2009 Hagnauer Sonnenufer
Grauburgunder
Grauburgunder
Müller-Thurgau
Etliche der unbekannteren Winzer hatten mitunter zwar einen Wein im Rennen,
den die Jury als gut bis sehr gut einstufte
– ansonsten aber nur ordentliche, technisch einwandfreie, belanglose, manchmal sogar unterdurchschnittliche Ware
angestellt. Sie konnten das Podium, das
wir ihnen mit unserer Talentsuche geboten hatten, nicht für sich nutzen.
Analog zu unserer Ausschreibung reichten die 96 teilnehmenden Betriebe 244
Weißweine, 82 Rotweine, 6 Rosés und 1
16
Geschäftsführer: Franz Gutemann.
Kellermeister: Jochen Sahler
Rebfläche: 148 ha
Jahresproduktion: 1 Mio. l
Flaschenweinanteil: 100%
Blanc de Noirs ein. Die dominierende
Rebsorte Spätburgunder war mit 77 Exemplaren in unserer Probe vertreten. Die
anderen roten Sorten Tauberschwarz, Cabernet Sauvignon und Schwarzriesling
spielten als Exoten nur Nebenrollen.
Interessant auch der Aspekt, dass Müller-Thurgau mit 72 Weinen gemessen an
der Rebfläche im Vergleich zu Grauburgundern (87 Weine) in der Probe unterrepräsentiert war. Daneben rechneten
sich etliche Winzer gute Chancen mit
Qualität
QbA trocken
Spätlese trocken
QbA trocken
EVP
Note
6,80 16,0
8,90 15,7
4,90 15,2
Weißburgunder (23 Weine), Gutedel (21),
Riesling (17), Chardonnay (12) oder Auxerrois (5) aus. Einzelne Kandidaten aus
den Sorten Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Nobling, Kerner und Silvaner rundeten das Feld ab.
Die eingereichten Weine rangierten in
den Preisklassen von 2,60 Euro bis 17
Euro ab Hof. 83 Weine kosteten dabei
weniger als 5 Euro. Der Löwenanteil (192
Weine) bewegte sich zwischen 5 und 10
Euro. 15 Weine kosten mehr als 10 Euro.
WEIN+MARKT 10/2010
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Grauburgunder 2009
Weinname
Qualität
Erzeuger
EVP Note
Hagnauer
Vinum Nobile
Kappelrodecker
Eichstetter Herrenbruck
**
Zeller Abtsberg
Ölberg
QbA trocken
QbA trocken
Kabinett trocken
Kabinett trocken
Kabinett trocken
Classic
QbA trocken
QbA trocken
Spätlese trocken
QbA trocken
Hagnauer Winzerverein eG, 88709 Hagnau, www.hagnauer.de
Oberkircher WG, 77704 Oberkirch, www.oberkircher-winzer.de
Weingut Tobias Köninger, 77876 Kappelrodeck, www.weingut-koeninger.de
Friedrich Kiefer KG, 79356 Eichstetten, www.weingutkiefer.de
Weingut Landerer, 79235 Vogtsburg-Oberrotweil, www.weingut-landerer.de
Weingut Julius Zotz, 79423 Heitersheim, www.weingut-zotz.de
Alexander Laible, 77770 Durbach, www.weingut-alexanderlaible.de
Zeller Abtsberg Winzer, 77654 Offenburg, www.zeller-abtsberg.de
WG Kiechlinsbergen, 79346 Endingen, www.kiechlinsberger-wein.de
Weingut Rieger, 79426 Buggingen, www.weingutrieger.de
6,80
5,70
6,70
6,90
7,20
5,20
9,-
4,90
6,60
5,50
Erzeuger
EVP Note
Weingut Zimmermann, 79418 Schliengen, www.zimmermann-wein.de
Weingut Fritz Gunzenhauser, 79426 Buggingen-Seefelden, www.weintreff-gunzenhauser.de
Weingut-Weinhaus Bimmerle, 77871 Renchen-Erlach, www.wein-bimmerle.de
Weingut Herztal, 77704 Oberkirch-Nußbach, www.weingut-herztal.de
Weingut Klumpp, 76646 Bruchsal, www.weingut-klumpp.de
WG Waldulm, 77876 Kappelrodeck-Waldulm, www.waldulmer.de
WG Sasbach am Kaiserstuhl, 79361 Sasbach, www.sasbacher.de
Weingut Clauer, 69126 Heidelberg, www.weingutclauer.de
WG Weingarten, 76356 Weingarten, www.wg-weingarten.de
7,20
6,80
16,0
15,7
7,90
5,70
10,50
6,20
6,40
9,90
7,95
15,3
15,2
15,2
15,1
15,0
15,0
15,0
16,0
15,8
15,5
15,4
15,4
15,3
15,3
15,3
15,1
15,0
Die besten Spätburgunder 2009
Weinname
Qualität
Schliengener Sonnenstück
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
**
QbA trocken
Waldulmer Pfarrberg
QbA trocken
Sasbacher Rote Halde
QbA trocken
Heidelberger Dormenacker
QbA trocken
Weingartener Katzenberg
QbA trocken
Auch wenn es nach einer Binsenweisheit
klingt: In Baden hängen Preise und Qualität doch noch miteinander zusammen:
Die Weine unter 5 Euro erzielten eine
Durchschnittsnote von 13,1 Punkten, ihre
teureren Kollegen aus der Preisklasse 5
bis 10 Euro kamen im Schnitt auf 13,6
Punkte. Die hauptsächlich mit Weinen
aus der freien Kategorie gefütterte Klasse
der Weine über 10 Euro erreichte mit
durchschnittlich 14,5 Punkten einen noch
deutlich höheren Wert. In anderen Weinkategorien ist dieser Zusammenhang
längst nicht so evident.
Verglichen mit anderen Regionen, in
denen wir Winzer-Talente gesucht und
gefunden haben, weist Baden zudem einen überdurchschnittlichen Anteil von
Ausreißern nach oben auf. Unsere Jury
vergab allein 40 Mal 15 Punkte und mehr.
Bei anderen Talente-Proben teilten die
Tester solche Top-Durchschnittsnoten
höchstens halb so oft zu. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil an Referenzweinen von Spitzenerzeugern bei der BadenProbe überproportional hoch war. Allerdings verteilte die Jury mit 19 Ausreißern
nach unten (unter 11 Punkte) auch erstaunlich viele gelb-rote Karten. Die Qualitäten klafften also weit auseinander.
Etliche Juroren zeigten sich insgesamt
zufrieden. Martin Bäuerle konstatierte:
„Das Niveau war erwartungsgemäß recht
WEIN+MARKT 10/2010
hoch. In der Endrunde waren keine
schwachen Weine mehr dabei.“ Ging die
Diskussion dann aber ins Detail, äußerten
sich sogar etliche Badener unter den Juroren selbstkritisch, allen voran der Präsident des Deutschen Weinbauverbands,
Norbert Weber: „Ich habe wenig echte
Talente gefunden. Ich hätte mir gerade
von den Grauburgundern wesentlich
mehr erwartet. Im Grauburgunder-Bereich gibt es eine unheimliche Bandbreite: vom Ruländer-Typ bis hin zu mit Säure aufgesetzten kleinen Weinen, die nicht
harmonisch sind und auseinanderfallen.“
Offensichtlich hätten einige Kellermeister beim Jahrgang 2009 die Säuerung
nicht richtig beherrscht, lautete die bereits während der Verkostung gefallene
Einschätzung Webers. „Mir fehlt da ein
einheitliches Profil. Auch das Ausschöpfen der Obergrenze der Restsüße ist für
mich problematisch. Außerdem glaube
ich, dass Baden beim Spätburgunder-Bild
noch etwas machen muss.“ Der Winzer
Marcus Müller schlug in die gleiche Kerbe: „Die Grauburgunder sind zu unterschiedlich, sowohl qualitativ wie auch
stilistisch.“ Auch Markus Weishaar, Kellermeister beim im Test hervorragend
abschneidenden Weingut Kiefer, monierte: „Selbst im Finale waren mir einige
Grauburgunder zu süß, zu seifig.“
Edgar Auer, als freier Qualitätsberater
viel im Anbaugebiet unterwegs, war ebenfalls unzufrieden: „Da haben einige Winzer heute in meinen Augen die Gesellenprüfung nicht bestanden, von Meistern
ganz zu schweigen. Die Grauburgunder
waren dabei noch homogener als die
Weißburgunder“, lautete sein Kommentar. Peter Wohlfahrt, als Geschäftsführer
des Badischen Weinbauverbands des Stichelns unverdächtig, schloss sich an, unterstellte den Weißburgundern ebenfalls
eine noch größere Spreizung: „Über die
Stilistik ist viel geredet worden. Beim Vergleich zwischen Grau- und Weißburgunder glaube ich, dass die Grauburgunder
noch eine homogenere Vorstellung abgeliefert haben.“ Die Weißburgunder hätten
es als normalerweise filigranere Vertreter
2009 etwas schwerer gehabt. Wohlfahrt
räumte ein: „Natürlich müssen wir uns
insgesamt Gedanken über die Restzuckergehalte und Stilistik machen.“
Sehr erfreuliche Grauburgunder-Ergebnisse förderte die Probe beim Hagnauer
Winzerverein, der Oberkircher WG und
beim Weingut Tobias Köninger, beim
Weingut Kiefer und bei den Weingütern
Landerer und Zotz hervor (siehe Tabelle
„Die besten Grauburgunder 2009“).
Auch beim Spätburgunder entbrannte
eine Diskussion. „Bei den Spätburgundern war die ungeheure Bandbreite der
17
Einkaufsführer Fachhandel
Die besten Müller-Thurgau 2009
Weinname
Qualität
Erzeuger
EVP Note
Hagnauer Sonnenufer
Rivaner
Überlinger Felsengarten
Meersburger Fohrenberg „Edition“
Eichstetter Herrenbruck
Classic
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
QbA trocken
Friedrich Kiefer KG, 79356 Eichstetten,www.weingutkiefer.de
Hagnauer Winzerverein, 88709 Hagnau, www.hagnauer.de
Weingut Landerer, 79235 Vogtsburg-Oberrotweil, www.weingut-landerer.de
Villa Heynburg, 77876 Kappelrodeck, www.villa-heynburg.de
Spitalweingut Bernhard Kiefer, 88662 Überlingen, www.meinwinzer.com
Weingut Geiger, 88709 Meersburg, www.weingut-geiger.de
Karl Heinz Hiss Weinbau, 79356 Eichstetten, www.weingut-hiss.de
4,95
4,90
5,-*
4,90
4,80
6,50
3,50*
15,2
15,2
15,0
14,9
14,9
14,7
14,6
*Literflasche
Die besten Weine (Einsendung nach freier Wahl)
Jahr Weinname
Rebsorten
Qualität
2009 Eichert
Chardonnay Spätlese trocken
2009 Endinger Engelsberg
Weißburgunder Kabinett trocken
2002 Merdinger Bühl Reserve H. Spätburgunder QbA trocken
2008 Bötzinger Eckberg
Spätburgunder QbA trocken
2009 Hagnauer Burgstall
Grauburgunder Spätlese trocken
2009 ***Kirchberg
Chardonnay
QbA trocken
2007 Merdinger Bühl
Spätburgunder Kabinett trocken
2008 Merdinger Bühl
Grauburgunder QbA trocken
2009
Weißburgunder, QbA trocken
Chardonnay
2009 ***SL
Spätburgunder QbA trocken
Stile verblüffend, da kann man offensichtlich viel gestalten“, notierte Michael
Brand, Weinland Baden. Der Fachhändler
Oliver Haag war angesichts der Bandbreite aber keineswegs abgetörnt, sondern
eher inspiriert: „Für mich gab es bei den
Spätburgundern eine sehr breite Spitze,
mit ein paar Ausreißern. Die Breite hat
mich sehr positiv überrascht.“
Bei der von der Rebfläche bedeutendsten Rebsorte Spätburgunder setzte sich
beim einfachen Spätburgunder 2009 das
Weingut Zimmermann mit glatten 16
Punkten an die Spitze. Aber auch das
Weingut Fritz Gunzenhauser (15,7) und
das Weinhaus Bimmerle (15,3) hatten offenbar ein exzellentes Händchen und
damit angedeutet, dass der Jahrgang 2009
durchaus zu den besseren SpätburgunderJahrgängen gehören kann, wie es etwa
Rolf Bürkin prophezeit. „Beim Spätburgunder spiegelte die Probe nicht das tatsächliche Niveau des 2009ers wieder. Die
besten Partien liegen noch im Keller“,
mutmaßten mehrere Jurymitglieder.
Bei den weißen „Nicht-Burgundern“
überwogen mehrheitlich positive Stimmen. Sonja Höferlin gestand freimütig:
„Ich habe mich gefreut, Gutedel zu probieren. Sehr breite Palette, spannende
Sachen – eine gute Entwicklung für die
18
Erzeuger
EVP Note
WG Jechtingen, 79361 Sasbach-Jechtingen, www.jechtinger-wein.de
Weingut Knab, 79346 Endingen, www.knabweingut.de
Öko-Wein- & Sektgut Gretzmeier, 79291 Merdingen, www.gretzmeier.de
Weingut Rudolf Zimmerlin, 79268 Bötzingen,
www.weingut-zimmerlin.com
Hagnauer Winzerverein, 88709 Hagnau, www.hagnauer.de
Weingut Klumpp, 76646 Bruchsal, www.weingut-klumpp.de
Öko-Wein- & Sektgut Gretzmeier, 79291 Merdingen, s.o.
Öko-Wein- & Sektgut Gretzmeier, 79291 Merdingen, s.o.
Weingut Fischer, 79331 Nimburg (Heger)
Alexander Laible, 77770 Durbach, www.weingut-alexanderlaible.de
Rebsorte. Bei Müller-Thurgau hoffe ich,
dass wir da nur das Warm-Up bekommen
haben, da wäre mein Anspruch doch höher.“ Auch Udo Braust, Weingut Sonnenhof, verpackte Lob und Tadel in seine
Einschätzung, lobte die Gutedel-Weine,
stellte aber insbesondere den von ihm
probierten Müller-Thurgau-Weinen keine
guten Zeugnisse aus. „Müller-Thurgau war
durch die Bank problematisch. So etwas
muss man nicht am Markt haben. Die
Weine der Finalrunde waren aber homogen, die sind auch vermarktungsfähig und
durchaus mit einem Spaßfaktor versehen.“ Braust empfahl, beim Blick über die
Landesgrenzen einmal genauer zu schauen, was die Südtiroler und Trentiner Winzer derzeit aus Müller-Thurgau machen.
Eine zweite Verkostergruppe hatte offensichtlich mehr Glück bei der Zuteilung
der Weine gehabt: Joachim Mayer von
Josef Mayer Weinimport konstatierte:
„Bei den Weißweinen ist Baden manchmal richtig gut, fast unschlagbar gut. Bei
der Probe habe ich auch Vorurteile gegenüber Müller-Thurgau abbauen können.“
Bei Ute Bader (Kellerwirtschaftliche Beraterin BWGV, Karlsruhe) überwogen
ebenfalls positive Eindrücke: „MüllerThurgau lebt von der Jugendlichkeit, da
waren schöne Exemplare dabei.“
8,35 16,0
6,80 15,9
12,50 15,8
16,-
15,7
8,90
17,-
7,50
5,90
8,10
15,7
15,6
15,5
15,4
15,4
15,-
15,4
Bei einem überwiegend zwischen 3 und
6 Euro angesiedelten Preisniveau waren
die Juroren insgesamt aber sehr zufrieden:
Timo Renner, beim renommierten Weingut Heger und dem VDP Baden engagiert,
brachte das stellvertretend für viele andere
auf den Punkt: „Für das Preisniveau finde
ich die Probe überraschend gut.“ Und die
stilistische Bandbreite sei in einem so großen Gebiet wie Baden nicht so problematisch – schließlich liegen ja ein paar hundert Kilometer zwischen Bodensee und
Kraichgau. Da könne man den Verbrauchern die Unterschiede gut kommunizieren. Bei der Kategorie „Einsendung nach
freier Wahl“ konnten viele Betriebe andeuten, dass die häufig als konturlos kritisierte badische Bandbreite in der Stilistik gelegentlich überragende Ergebnisse hervorbringen kann. Insbesondere bei Chardonnay und älteren Spätburgundern griffen
die Juroren ohne Zögern zu hohen Noten.
Bei aller selbstkritischen Einschätzung der
badischen Erzeuger war der Kommentar
von Herbert Krebs vom Weinbauinstitut
Freiburg aufschlussreich: „Wenn der eine
Chardonnay wirklich nur 17 Euro gekostet
hat, dann ist das ein Glück. Anderswo liegen solche Weine mit dem Zahlendreher
bei 71 Euro.“
Jan Bertram, Jörg Winkler
WEIN+MARKT 10/2010
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