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Bildung in Deutschland – Wie Bildungsverwaltungen - DGBV

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Bildung in Deutschland –
Wie Bildungsverwaltungen
Bildungserfolg steigern können
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft
für Bildungsverwaltung
Dresden, 19. September 2008
Dieser Bericht ist ausschließlich für Mitarbeiter des Klienten bestimmt. Die Verteilung,
Zitierung und Vervielfältigung – auch auszugsweise – zum Zwecke der Weitergabe an
Dritte ist nur mit vorheriger Zustimmung von McKinsey & Company, Inc., gestattet. Die
hier zusammengefassten Texte und Grafiken wurden von McKinsey & Company, Inc.,
im Rahmen einer Präsentation eingesetzt; sie stellen keine vollständige
Dokumentation der Veranstaltung dar.
MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Wichtige Prämissen
• Dieser Vortrag fokussiert hauptsächlich auf
die Schulsysteme in Deutschland, weniger
auf frühkindliche Bildung oder Hochschulen
• Anhand von Daten und Forschung sollen
Leitplanken aufgezeigt werden, wie
Bildungsverwaltungen den Bildungserfolg
von Schülern deutlich verbessern können
• Die enthaltenen Positionen sind nicht mit
McKinseys Meinung zu Bildung
gleichzusetzen
1
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Einstieg
"Bildung ist das, was übrig bleibt,
wenn der letzte Dollar weg ist."
Mark Twain (1835 - 1910)
"Eine Investition in Wissen bringt
immer noch die besten Zinsen"
Benjamin Franklin (1706 - 1790)
2
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PISA zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern…
PISA-Ergebnis Mathematik, 2003
in Punkten
OECD Ø 500
Bayern
Sachsen
Baden-Württemberg
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Saarland
Schleswig-Holstein
Hessen
Niedersachsen
Mecklenburg-Vorpommern
Rheinland-Pfalz
Brandenburg
Berlin
Nordrhein-Westfalen
Hamburg
Bremen
Quelle: OECD Education at a Glance 2007, PISA 2003
533
523
512
510
502
498
497
497
494
493
493
492
488
486
481
471
Bildungsausgaben Primärbis Tertiärbereich, 2004
in EUR
OECD Ø 6.300
7.000
7.400
7.000
7.900
7.600
6.800
6.500
6.600
6.900
7.300
6.400
6.800
8.000
6.500
8.700
8.000
3
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… und die Schwierigkeiten des deutschen Bildungssystems,
sozioökonomische Unterschiede auszugleichen …
Durchschnitt- 530
liches PISA525
Ergebnis
520
in Punkten
Deutschland
515
510
505
500
495
490
485
480
22
20
18
16
14
12
10
8
6
Anteil des PISA-Ergebnisses, der durch den
sozioökonomischen Hintergrund erklärt wird
in Prozent
Quelle: PISA 2006
4
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… sowie Schüler mit Migrationshintergrund zu integrieren
LEISTUNGEN IN MATHEMATIK, PISA 2003
in Punkten
Einheimische
Schüler
Zweit-GenerationsMigranten-Kinder
Deutschland
525
432
-18%
OECD-Durchschnitt
523
483
-8%
Kanada
537
543
+1%
Quelle: PISA 2003
5
MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Außerdem variieren die Ergebnisse zwischen Schulen signifikant
In Punkten
Finnland
Dänemark
Irland
Kanada
Australien
Neuseeland
UK
Russische Föderation
USA
Italien
Japan
Österreich
Tschechien
Slowenien
Deutschland
Bulgarien
Quelle: Pisa 2003
15
8
11
11
13
15
15
16
19
15
17
18
20
20
24
25
29
28
29
40
44
46
50
48
Durch den PISA-Index für
sozioökonomischen Status von
Schülern und Schulen erklärte
Varianz zwischen Schulen
52
53
60
62
64
66
70
6
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Zunächst sollte man einige Standardargumente adressieren
Entgegen weitverbreiteten Ansichten sind die eigentlichen Hebel
zur Verbesserung der Schulbildung und zur Erhöhung des
Bildungserfolges nicht
• Eine reine Erhöhung der Bildungsausgaben
• Die Reduktion von Klassengrößen
Internationale Forschung und Erfahrungen aus Bildungsreformen rund um den Globus zeigen, dass der Bildungserfolg
viel eher verbessert werden kann durch
• Eine Verbesserung der Lehrer- und Schulleiterauswahl
• Eine Verbesserung der Lehrer- und Schulleiteraus- und
-weiterbildung
• Den Aufbau unabhängiger Qualitätssicherungssysteme
• Durch Unterstützung von Schulen im Verbesserungsprozess
Quelle: McKinsey
7
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Internationale Beispiele zeigen, dass höhere Bildungsausgaben nicht
notwendigerweise zu besseren Leistungen führen
in Prozent
Veränderung der
Schülerleistungen**
Anstieg realer Ausgaben pro Schüler*
Belgien
UK
Japan
Deutschland
Italien
Frankreich
Neuseeland
Australien
65
-5,0
77
-8,0
103
2,0
108
-5,0
126
1,0
212
-7,0
223
-10,0
270
* Reale Ausgaben, korrigiert um den Baumol-Effekt unter Benutzung eines Preisindexes für Regierungsgüter und -dienstleistungen
** In Mathematik und Naturwissenschaften
Quelle: UNESCO; EFA Global Monitoring Report 2005; Pritchett, 2004; Woessmann, 2002; McKinsey
-2,0
8
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Auch innerhalb Deutschlands zeigt PISA keine positive Korrelation
zwischen Bildungsausgaben und Bildungserfolg
PISA-Ergebnis Mathematik, 2003
in Punkten
540
530
Bayern
Sachsen
520
Schleswig-Holstein
BadenSaarland Württemberg
510
Thüringen
Hessen
Sachsen-Anhalt
500
Niedersachsen
Rheinland-Pfalz
Mecklenburg490
Berlin
Vorpommern
Brandenburg
Hamburg
480
Nordrhein-Westfalen
Bremen
470
0
0 6.500
7.000
7.500
8.000
8.500
9.000
Bildungsausgaben Primär- bis Tertiärbereich, 2004
in EUR
Quelle: PISA 2003, OECD Education at a Glance 2007
9
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Innerhalb gewisser Bandbreiten zeigt auch die Reduzierung von
Klassengrößen international keinen signifikanten Effekt auf die
Schülerleistungen
Anzahl Untersuchungen
112 Untersuchungen zu den Auswirkungen der
Klassengröße auf die Schülerleistungen ergaben …
… signifikant positiver Effekt
kleinerer Klassen
9
… kein signifikanter Effekt
kleinerer Klassen
… signifikant negativer Effekt
kleinerer Klassen
89
14
qualität
r
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verän
Quelle: Hanushek, The Evidence on Class Size; Akerhielm, Does Class Size Matter?; McKinsey-Analyse
10
MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Lehrerqualität hingegen ist der wichtigste Hebel zur
Verbesserung der Schülerleistungen
BEISPIEL USA
Schülerleistung
100. Perzentil
2 Schüler mit
gleicher Leistung
50. Perzentil
S
er m
chül
Schüler
ung
t
s
i
e
it l
m*
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ssta
mit leistu
ngsschw
er
Lehr
90. Perzentil
53 Perzentilpunkte
achem**
Lehrer 37. Perzentil
0. Perzentil
8 Jahre
11 Jahre
* Unter den oberen 20% der Lehrer
** Unter den unteren 20% der Lehrer
Anmerkung: Analyse von Testdaten aus Tennessee zeigten, dass die Lehrerqualität einen stärkeren Einfluss auf die Schüler hat als jede andere
Variable; im Durchschnitt ging die Leistung von 2 Schülern mit durchschnittlicher Ausgangsleistung (50. Perzentil) über einen Zeitraum
von 3 Jahren um über 50 Perzentilpunkte auseinander, je nachdem, von welchem Lehrer sie unterrichtet wurden
Quelle: Sanders & Rivers, Cumulative and Residual Effects on Future Student Academic Achievement; McKinsey-Analyse
11
MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Das Beispiel Singapur zeigt, dass die besten Schulsysteme nur
die Top-10% bis Top-30% auswählen
SCHÄTZUNG
VERHÄLTNIS DER BEWERBER FÜR DIE LEHRERAUSBILDUNG
ZU DEN EINGESTELLTEN LEHRERN, 2005
in Prozent
Studenten, die sich für die
Lehrerausbildung bewerben
Studenten, die zur Lehrerausbildung
zugelassen werden
100
20
Studenten, die sich für die Lehrerausbildung einschreiben
18
Studenten, die die Lehrerausbildung
erfolgreich abschließen
18
Absolventen, die als Lehrer
eingestellt werden
~ 18
Quelle: Interviews, McKinsey
-80%
Anspruchsvoller Auswahlprozess,
um aus allen Bewerbern die
besten Kandidaten auszuwählen
Fast alle Studenten, die für die
Lehrerausbildung zugelassen
werden, arbeiten später als Lehrer
12
MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Da ~ 50% der deutschen Lehrer in den nächsten 5 - 15 Jahren in Rente
gehen, gibt es eine große Chance, die Lehrerauswahl neuzugestalten
HAUPTBERUFLICHE LEHRKRÄFTE AN ALLGEMEINBILDENDEN SCHULEN
vs. BEVÖLKERUNG*
Alter
in Jahren
Lehrer
Bevölkerung
Anteil an der Altergruppe
in Prozent
> 60 - 65
Überhang älterer Lehrer: 50% der Lehrer
werden in 5 - 15 Jahren in Rente gehen
> 55 - 60
> 50 - 55
> 45 - 50
Fehlender Mittelbau: Einstellungsstopps
der Vergangenheit führen zur einer schwer
auffüllbaren Generationslücke
> 40 - 45
> 35 - 40
> 30 - 35
Fehlender junger Nachwuchs: keine
ausreichende Kompensation durch junge
Talente
25 - 30
0%
5%
10%
15%
* Berücksichtigt wurde nur der Verteilung der Gesamtbevölkerung im Alter von 25 - 65 Jahren (= 100%)
Quelle: Statistisches Bundesamt, McKinsey-Analyse
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MVA-HA-0437-20080918-VMS10-branded
Eine Verbesserung der Lehreraus- und -weiterbildung
kann sich innerhalb kurzer Zeit deutlich auswirken
Anteil der
Schüler, die
die angestrebte Leseund Schreibkompetenz
erreichen
in Prozent
BEISPIEL UK
Schreibd
n
u
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s
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L
lang blieb die
re
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a
J
verändert.
0
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5
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Lehrerqualitä
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V
e
h
tlic
3 Jahren deu
80
75
70
65
60
Umsetzung von Strategien zur Steigerung
der Lehrerqualität
55
50
1948*
1997
1998
1999
* Lese- und Schreibkompetenz vor Einführung landesweiter Tests aus verfügbaren Datenquellen hochgerechnet
Quelle: Department for Education and Skills (UK), Trends in Standards of Literacy and Numeracy in the United Kingdom 1948 - 1996;
McKinsey-Analyse
2000
14
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Erfolgreiche Schulsysteme rekrutieren und bilden
erstklassige Rektoren aus
BEISPIEL SINGAPUR
"Wir schulen unsere Lehrer und stellvertretenden Rektoren in exzellenten
Arbeitsweisen; so ziehen wir unsere eigenen Rektoren heran"
6-Monats-Programm zur Entwicklung künftiger Rektoren
Management- und Führungskurse nach dem Vorbild erstklassiger
Schulungsprogramme für Führungskräfte
1 Tag pro Woche in Schulen, an dem Kandidaten innovative Ansätze für die
schwierigsten Probleme entwickeln
Gruppenprojekte für Kandidaten
2-wöchige Praktika im Ausland bei Großunternehmen (z.B. IBM, HP, Ritz
Carlton), bei denen Kandidaten Führungskräfte im Privatsektor bei der Arbeit
begleiten
Strenge Bewertung – nur Kandidaten, die die geforderten Kompetenzen
nachweisen, werden befördert
Quelle: NIE, McKinsey
15
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Erfolgreiche Schulsysteme haben häufig unabhängige
Qualitätssicherungssysteme
Integriert im Ministerium
Separate Einheit im Ministerium
Externe Organisation
Schulsystem
Schulbesuche/
-bewertungen*
Systemweite
Tests**
Abschlussprüfung**
Alberta
Boston
Chicago
England
Finnland
Hongkong
Korea
Niederlande
New York
Neuseeland
Singapur
* Formelle Schulprüfungen durch eine Person, der gegenüber die Schule nicht direkt rechenschaftspflichtig ist
** Schülertests in den ersten 10 Klassenstufen; Abschlussprüfung beinhaltet Erwerb der Abgangsqualifikation
Quelle: Interviews, McKinsey-Analyse
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Was kann ein Ministerium zur Verbesserung von Schulen tun? –
6 wesentliche Hebel zur Schulverbesserung in
BEISPIEL BOSTON
öffentlichen Schulen
Das Wesentliche: effektiver Unterricht
Verteilte Führung
Schülerarbeiten und -daten
Professional Development
Familien und Gesellschaft
Ressourcen
Jeder dieser Hebel umfasst
• Erwartungen an die Schulen
• Erwartungen an die Bildungsverwaltung
• Hinweise: Was Sie sehen und hören sollten …
– Im Klassenzimmer
– In der Schule
Quelle: Boston Public Schools
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Englands Interventionssystem sieht schnelles Handeln unter Beteiligung
aller wesentlichen Akteure vor
Englands System geht in 6 Wochen von
Inspektion zu Intervention unter Beteiligung
aller wichtigen Akteure
Der Prozess hat die Anzahl von
Schulen, die Hilfe benötigen, deutlich
reduziert
Anzahl Schulen
Prozess
Größte Intervention*
Moderate Intervention*
Schulselbstevaluation
774
Ofsted Inspection
Benachrichtigung der Local Authority
Reaktionen der Schule
-85%
-53%
282
208
338
Entscheidung des Inspektors
Information des Ministers
Intervention durch Local Authority
446
117
1998 - 2002 - 2005 99
03
06
* Größte Intervention bei "special measures"; moderate Intervention bei "significant improvement"
Quelle: DfES; 2005 Guide to School Interventions; DfES and Ofsted, A new relationship with schools; DfES School Improvement and Target Units
1998 - 2002 - 2005 99
03
06
18
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Fazit
ZUR DISKUSSION
Ziel: Verbesserung des Bildungserfolgs der Schüler
Konsequenzen für Bildungsverwaltungen
Erfolgreiche Schulsysteme …
• … sind attraktiv für die Top 30% der Hochschulabsolventen und
wählen nur diese als Lehrer und Direktoren aus
• … bieten Lehrer-/Direktorenaus- und -weiterbildung nach
internationalen Best-Practice-Standards
• … führen unabhängige Qualitätssicherung durch
• … begleiten die Schulen bei der Verbesserung und bauen die dafür
notwendigen Kapazitäten und Fähigkeiten auf
Quelle: McKinsey
19
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