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Haltung und Fütterung -wie frei lebendes Wild-1 - Wildhalter

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Landesverband Landwirtschaftlicher
Wildhalter e.V. Thüringen
Rückersdorf 1
07407 Uhlstädt-Kirchhasel
Thüringer Landesanstalt für
Landwirtschaft
Naumburger Straße 98
07743 Jena
Herzlich willkommen zum
Anwenderseminar Wildhaltung
Anforderungen an die Gehegewildhaltung und –vermarktung
in der Kategorie „ähnlich frei lebendem Wild“
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Haltung und Fütterung
Grünlandbewirtschaftung
Arzneimitteleinsatz
Fleischhygiene
Demo Fleischuntersuchung
Erfahrungen AG Teichel
Vorführung Mulchtechnik
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
1
Anforderungen an Haltung und Fütterung von
Gehegewild „ähnlich frei lebendem Wild“
1.
2.
3.
4.
5.
6.
7.
8.
9.
Gesetzliche Grundlagen
Jagdwild und Farmwild- pro und contra
Vermarktungskategorien, Wildfleischaufkommen
Gehege und Größenverteilung
Besatzstärke
Leistungsermittlung, Behandlung, Dokumentation
Fütterung
Schlachtkörperqualitäten
Wirtschaftlichkeit
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
2
1. Gesetzliche Grundlagen
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
3
Jan. 2006
•Die EU-VO 253/2004 definiert Farmwild und frei lebendes Wild,
wobei die Definition „frei lebendes Wild“ auch „Säugetiere, die in
einem geschlossenen Gehege unter ähnlichen Bedingungen leben wie
frei lebendes Wild“ umfasst.
Nov. 2006
•Länderarbeitsgemeinschaft gesundheitlicher Verbraucherschutz tagt,
der Vorschlag von Bayern setzt sich durch
Zur Abgrenzung von Farmwild zum frei lebenden Wild sind folgende
Punkte zu beachten:
- Gehegegröße
- Besatzstärke
- Arzneimitteleinsatz
- Fütterung
- Abgabe von Zuchtwild
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
4
Die länderübergreifende Arbeitsgruppe vertritt die Auffassung, dass Wild
in einem geschlossenen Gehege dann unter ähnlichen Bedingungen wie
Frei lebendes Wild lebt und damit nach Anhang l Nr. 1.5 der VO (EG)
Nr. 853/2004 als frei lebendes Wild gelten kann, wenn mindestens sämtliche
nachfolgende Bedingungen vollständig eingehalten werden:
1.Gehegegröße und der Besatz müssen gewährleisten, dass sich das Wild
allein durch die natürliche Äsung ernähren kann und somit grundsätzlich
keine Fütterung erfolgt. Eine Fütterung ist nur in Notzeiten … zulässig.
2.Das Gehege weist in Größe und Bewuchs ausreichend natürliche
Deckungsmöglichkeiten auf, die es den Tieren erlaubt, sich den Blicken
durch Menschen am Gehegezaun zu entziehen. Insbesondere das Setzen
der Kälber muss unbeeinflusst stattfinden können.
3.Für den Einsatz von Tierarzneimitteln sind die Vorschriften anzuwenden,
wie sie für das jagdbare Wild gelten.
Die zuständige Veterinärbehörde beurteilt ob ein Gehege diese Bedingungen
erfüllt.
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
5
Mai 2008
•Wahlkampfbereisung der Kreise durch MP, Vorstand LLWTH nutzt
Gelegenheit u. thematisiert „wie frei lebendes Wild“ für Thüringer
Wildhalter
Juli 2008
•Beratung vom LLWTH mit TMLNU, TMSFG u. TLL
•Anlehnung der Thüringer Behörden an Regelungen anderer Bundesländer
(Bayern, NRW)
- eine Mindestfläche kann nicht definiert werden (Ausnahme < 5 ha)
- Besatzstärke orientiert an max. 1 GV/ha Äsungsfläche
- außer Notzeit Fütterung ab Oktober/November bis April akzeptieren
- ausreichende möglichst natürliche Deckung u. Strukturierung
- die Behandlung einzelner erkrankter Tiere sowie der Einsatz der Immobilisierung ist im anerkannten Gehege zu tolerieren
- lebensmittelrechtlich der Jagd gleichgestellt, d.h. Töten sowie
Schlachttier-u. Fleischuntersuchung durch kundigen Jäger
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
6
Sept 2008
•BMELV schickt nationalen VO-Entwurf mit Ausnahmen für
Wildbetriebe mit
geringen Produktionsvolumen nach Brüssel zur Notifizierung
- < 50 Schlachttiere keine EU-Zulassung
- lokale Vermarktung
- Erleichterungen bei Schlachttier- u. Fleischuntersuchung
•geplante Vermarktungsformen für Gehegewild
- EU-zugelassene Schlachtbetriebe
- Vermarktung wie frei lebendes Wild
- Betriebe mit geringen Prod.-volumen (wird so nicht notifiziert,
übrig bleiben Erleichterungen bei Schlachttieruntersuchung)
Nov 2010
•Tierische LebensmittelüberwachungsVO § 7b
- kundige Person (Jäger, Wildhalter) kann Schlachttieruntersuchung
24 h vor Schlachtung selbst vornehmen, Amtsveterinär innerhalb
28 Tage
- Anerkennung bzw. Sachkunde in Lehrgängen seit 2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
7
Juli 2009
•Klage eines bayrischer Wildhalter beim Bayrischen Verwaltungsgerichtshof
gegen das Urteil vom Verwaltungsgericht Regensburg im Rahmen
einen Ablehnungsbescheides „wie frei lebendes Wild“ des Landratsamtes
Beschluss:
- Abweisung der Klage, da unähnliche Haltung wie frei lebendes Wild
(u. a. erheblicher Tierzukauf zwecks Abschüssen)
Darüber hinaus wurde festgestellt:
- Landratsamt war nicht befugt ohne gesetzliche Grundlage einen Bescheid
zu erstellen (kein Genehmigungstatbestand im Lebensmittel- u. Futtermittelgesetzbuch)
- Anstelle eines Bescheides nur eine behördliche Auskunft nach Besichtigung
des Geheges und Feststellung des Vorliegens der Voraussetzungen
- höhere Verantwortung beim Wildhalter
•Dieses bayrische Urteil ist eine Einzelfallentscheidung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
8
2. Jagdwild- Farmwild
pro und contra
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
9
Jagdwild- Farmwild
Jagdwild
Farmwild
unbegrenzt
mind. 1ha Äsunsfläche
Besatz
0,5 GV/100 ha ?
max. 1,4 GV/ha ÄF
Deckung
natürlicher Sicht- u.
Witterungsschutz n
Sommerfütterung
Grünland
Feld, Wald
Winterfütterung
Winterfeldfrüchte
Zufütterung in Notzeiten u.
Kirrung
Heu, AWS
teilweise Getreide
Arzneimitteleinsatz
kein Einsatz
EinzeltierHerdenbehandlung
Vorteil
Fläche
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
teilweise gegeben
Schutzhütte
Gehegegrünland
Zufütterung
10
Jagdwild- Farmwild
Jagdwild
Farmwild
kundiger Jäger
kundiger Jäger, Waffensach-kunde,
kundige Person
Schlachttieruntersuchung
kurzes Ansprechen
Ansprechen über längeren Zeitraum
möglich
Waffe
jagdübliches Kaliber
jagdüblich, Kleinkaliber
Trefferlage
Blatt-/Kammerschuss
weidwund, Splitter,
Nachsuche
Kopf- und Trägerschuss
pH < 5,5 nach 12 h
(stressarm)
Versorgung
problematisch bei
Drück- u. Treibjagden
Entbluten und Aufbrechen
unmittelbar nach Schuss
Fleischuntersuchung
bedenkliche Merkmale
schwierige
Lichtverhältnisse
gut durchführbar
am Tag, Schlachtraum
Jahreszeit
Jagd/Schlachten
Sommer
nach 24 h < 7°C !!
Winter
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
Vorteil
Jagdschein
Schießerlaubnis
11
Jagdwild - wie frei lebend - Farmwild
Jagdwild
wie frei lebend
Farmwild
Fläche
unbegrenzt
10, 5, (< 5 ha)
mind. > 1 ha ÄF
Besatz
Ca. 0,5 GV/100 ha
max. 1 GV/ha ÄF
ca. 1,4 GV/ha ÄF
Deckung
natürlicher Sicht- u. Baum- u. Strauch
Witterungsschutz
strukturiert
natürlich gegeben,
Schutzhütte
Sommerfütterung-
Grünland
Feld, Wald
keine Zufütterung
Gehegegrünland
Zufütterung
Winterfütterung
Winterfeldfrüchte
Zufütterung in
Notzeiten u.
Kirrung
Okt./Nov.- April
Heu, AWS
teilweise Getreide
nur Einzeltierbehandlung
Einzeltier-/
Herdenbehandlung
Arzneimittel kein Einsatz
(Parasiten)
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
12
3. Vermarktungskategorien
Wildfleischaufkommen
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
13
Vermarktungskategorien in Thüringen
Vermarktungskategorien nach Gehegefläche
20%
47%
22%
EU-Zulasssung
Fremdschlachten
Frei leb Wild
11%
Eigenverbrauch
Vermarktungskategorien nach Zuchttieren
In 35 % der Thüringer
Wildbetriebe schießen Jäger
50 % des zu vermarktenden
Gehegewildes
22%
EU-Zulassung
Fremdschlachten
50%
17%
Frei leb Wild
Eigenverbrauch
11%
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
14
Anteil „wie frei lebend“
Thüringen
gesamt
Thüringen
wie frei
lebend
Anteil
%
Gehege
277
23
8,3
Fläche ha
1126
247
21,9
Zuchttiere
5152
861
16,7
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
15
Wildfleischaufkommen
Jagd u. Gehege 2010/11
in dt Jagdgewicht
(mit Kopf u. Läufe)
Schalenwildart
Jagd
dt
Gehege
dt
Thüringen
dt
Gehege
%
Rotwild
2.279
215
2.494
8,6
Damwild
276
1.015
1.291
78,6
Muffelwild
190
32
221
14,3
Sikawild
0
41
41
100
Rehwild
3.261
0
3.261
0
Wildwiederkäuer
6.005
1.303
7.308
17,8
Schwarzwild
7.479
0
7.479
0
Schalenwild
13.484
1.303
14.788
8,8
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
16
Entwicklung Wildfleischaufkommen
Wildfleischaufkommen in Thüringen
16000
14000
dt JG
12000
10000
8000
Jagd
6000
Gehege
4000
2000
0
98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04 04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
17
4. Gehege und Größenverteilung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
18
Entwicklung Wildwiederkäuergehege
53 % LLWTH
Entwicklung Gehege
Thüringen
LLWTH
277
300
253
250
Anzahl
200
168
148
150
100
50
0
02
03
04
05
06
07
08
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
09
10
11
Mindestgröße und Mindesttierzahl
Wildart
Mindestgröße
ha
Mindestanzahl
adulte
männl./weibl.
Damwild
1
1/4 Rudel
Rotwild
2
1/4 Rudel
Sikawild (d)
1
1/4 Rudel
Sikawild (n)
1
1/4 Rudel
Muffelwild
1
1/4 Rudel
Mischhaltung
3
1/4 je Rudel
3,5*
1/4 Herde*
1*
1/4 Rotte*
Bison
Schwarzwild
* In Diskussion
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
20
Thüringer Gehege 2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
21
Verteilung in den Kreisen „wie frei lebend“
keine Gehege „wie frei lebend“ in SON, WAK, KYF, NDH, UHK, ABG
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
22
5. Besatzstärke
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
23
Produktionseinheit (PE)
1 PE Dam- (PED), Rot- (PER), Sikawild
(PES)
besteht aus:
• 1,0 Alttier
• 0,85 Kalb (1.7.-31.3.)
• 0,85 Spießer bzw. Schmaltier (1.4.30.11.)
• 0,07 Hirsch
1 PE Muffelwild (PEM)
besteht aus:
• 1,0 Altschaf
• 0,95 Lamm (1.5.- 31.3)
• 0,95 Jährlingswidder bzw.
Schmalschaf (1.4.- 30.11.)
• 0,07 Widder
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
24
GV- Schlüssel
Wild
•
•
•
•
•
•
•
•
1 PE Damwild
1 PE Rotwild (SP,ST-V)
1 PE Rotwild (K-V)
1 PE Sikawild nippon nippon
1 PE Sikawild nippon dybowski
1 PE Muffelwild
1 PE Bison
1 PE Schwarzwild
0,17 GV
0,35 GV
0,28 GV
0,13 GV
0,24 GV
0,14 GV
1,83 GV*
0,83 GV*
* In Diskussion
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
25
Die Besatzstärke gibt den Besatz der Weidefläche
(Äsungsfläche) mit den insgesamt in einem Jahr darauf
zu ernährenden Tierbestand in GV/ha an.
maximal
1,4 GV/ha
Damwild
Rotwild
Rotwild (Kälberv.)
Sikawild (n. nippon)
Sikawild (n. dybowski)
Muffelwild
Bison
8,2
4,1
5,3
10,8
5,8
10,0
0,8
PED/ha
PER/ha
PER/ha
PESn/ha
PESd/ha
PEM/ha
PEB/ha*
* In Diskussion
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
26
Besatzstärke=
GV/ ha Äsungsfläche
RW: max. 1,4 GV/ha ÄF
Besatzstärke
GV/ ha ÄF
1,60
1,35
1,40
1,37
1,32 1,31
1,35
1,2
1,20
1,1
1,13 1,13
1,00
1,13
1,18
1,18
0,99
0,80
0,87
0,60
0,40
Besatz D
Besatz OH
0,20
0,00
2005
2006
2007
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
2008
2009
2010
2011
27
Besatzstärke in den Referenzgehegen 2011
GV/ha
1,4
1,35
1,2
1,18
1
0,95
0,8
0,6
0,4
0,2
7 Betriebe
13 Betriebe
3 Betriebe
0
Obere Hälfte
Durchschnitt
wie frei lebend
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
28
6. Leistungsermittlung, Behandlung,
Dokumentation
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
29
Fanganlage
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
30
Einziehen der Ohrmarken
über die
Fanganlage
rechen
Sicher Ansp
Kopfschuss
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
31
PZ= Anzahl Kälber (31.3.) x 100
Anzahl Alttiere (1.6.)
RW: PZ von > 90 %
Fortpflanzungs- und Aufzuchtleistung (PZ %)
PZ %
100,00
92,4
90,00
80,00
92,8
94,6
90,3
89,1
88
82,6
81,6
83,5
87,8
83,6
80,9
80,0
74,4
70,00
60,00
PZ D
50,00
PZ
OH
40,00
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
32
Parasitenbehandlung Referenzgehege 2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
33
Dokumentation
• Mustergehegebuch der TLL
–
–
–
–
–
–
–
Tierbestandsnachweis
Nachweis über Herkunft und Empfänger der Tiere
Medikamenteneinsatz (Bestandsbuch)
Eigenkontrollen Fleischhygiene
Grünlandkartei (Weidemanagement)
Eingesetzte Futtermittel, Fütterunszeitraum
Besondere Vorkommnisse
• Voraussetzung für optimales Herdenmanagement
und für Kontrollen der zuständigen Behörden
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
34
Bestandsregister (Hirschart: Damwild)
Seite: 2
Datum
01.06.04
31.07.04
10.09.04
02.12.04
09.12.04
16.12.04
28.12.04
05.01.05
15.01.05
15.03.05
31.03.05
01.04.05
10.05.05
01.06.05
Hirsche
+/B
-1
+1
Alttiere
+/-
2
2
2
2
2
2
2
1
1
1
1
2
2
2
-2
+2
-1
Schmaltiere **
+/B
B
40
40
38
38
38
38
38
38
38
38
38
40
39
39
-5
-3
-8
-2/'+15
18
18
18
13
13
10
2
2
2
2
2
15
15
15
Spießer
+/-
-5
-6
-5
-1/'+18
Kälber *
+/B
B
17
17
17
12
6
1
1
1
1
1
1
18
18
18
+36
-1
-2
-33
Gesamt
+/B
36
36
36
36
36
36
36
35
33
33
0
Grund
Bestandsveränderung
77
113
111
101
95
87
79
78
77
75
75
75
74
74
Inventur
ca. Kälbergeburten
Vermarktung Wurst
Vermarktung
Vermarktung
Vermarktung
Zuchttierverkauf Müller
Vermarktung Wurst
Fang, Inventur, Korrektur
ex (abgemagert)
prod.-wirksame Kälber
Umsetzung
AT ex (Fremdkörper)
Inventur
* Kälber bis 31.03., ab 01.04. Umsetzung in ST bzw. SP
** ST bzw. SP bis 31.03., ab 01.04. Umsetzung in AT bzw. Hirsche
B = Bestand
Aufzuchtleistung: 33 x 100/ 40 = 82,5 %
Reproduktionsrate: 2 x 100/ (40+39) = 5,1 %
2
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
35
7. Fütterung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
36
Fütterung
Bedarfs- u. wiederkäuergerechte Fütterung ist die
Grundlage für hohe Fortpflanzungs- und Aufzuchtleistungen sowie die optimale Entwicklung der Jungtiere
Fütterungsperioden
• Sommerfütterung (Weide)
– April/Mai bis Oktober/November
– Grundsatz: Während der Vegetation (1.Mai- 30.Okt) müssen sich die
Wildwiederkäuer vom Pflanzenaufwuchs im Gehege ernähren.
• Winterfütterung (Zufütterung)
– November bis April
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
37
Sommerfütterung
Leistungen: - Hochträchtigkeit, Vorbereitung Laktation, opt. Milchprodukt.
- max. Zunahmen der ST u. SP (April, Mai)
- Haarwechsel
- Geweihwachstum, Feistzeit, Brunft
Probleme: - Missverhältnis von Wachstum Weide (Hauptwachstum Juni)
Bedarf der Tiere (steigender Bedarf ab April/Mai)
- Ende Sommer höchsten GV-Besatz u. niedrige Weideleistung
- nachlassende Milchleistung der AT im Herbst
- Weidefutter kostengünstiger als Konservatfutter
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
38
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
39
Grundsätze Sommerfütterung
- weidereifes Gras mindestens 10 cm hoch ad libitum
- Koppelwirtschaft, zur ständigen Bereitstellung von weidereifem
Grünland
- Mahd/ Mulchen von Teilflächen (Koppeln) im Gehege
während Hauptwachstum
- Ausdehnung der Weide bis zum ersten Schnee (Nov.) durch
Düngung, Pflege und Koppelwirtschaft
- ständig frisches Wasser (0,5-2 l/Tier u. Tag)
- Über Lecksteine Bedarfsdeckung Mineralstoffe und Vitamine
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
40
Grünlandertrag, Futteraufnahme und Besatz
im Sommerhalbjahr
Standort
Grünlandertrag
dt TM/ha
Besatz
GV/ha
Besatz
PED/ha
Sommerfuttertage
Futteraufnahme
kg TM/PED
gut
normal
schlecht
> 45
37,5
< 30
> 1,6
1,3
< 1,1
> 9,4
7,8
< 6,3
183
480
• auf normalen und guten Standort kann großer Teil
Winterfutter im Gehege gewonnen werden
• Wenn Besatz deutlich unter 1 GV/ha dann muss neben
Konservatfutterbereitung auch gemulcht werden, um im
Herbst weidereifes Grünland zu erhalten
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
41
Weidemanagement Referenzgehege 2011
Weidepflege
Schleppen
Grunddüngung, Kalken
N-Düngung
Nachsaat
Mahd Konservate
Nachmahd/ Schleppen
Koppelwirtschaft
Anzahl Koppeln
Anteil in % (n=13)
77
0
62
23
38
54
100
4,4 K/ Gehege
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
42
Weidereifes Futter- hohe Leistung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
43
Sommer
Setzzeit (Cerviden)
Bast- u. Feistzeit
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
Heu-/Silagebereitung
44
Winterfütterung
Leistungen: - Winterwachstumsruhe (keine Fleischbildung)
- Erhaltung der Körpersubstanz bzw. Aufbau bei Hirschen
nach der Brunft
Probleme: - Umstellung im Herbst von rohfaserarmer auf
rohfaserreiche Ernährung bzw. umgekehrt im Frühjahr
- bei Unruhe, Kälte höherer Energiebedarf
- Einfrieren der Tränke
- Winterfütterung kostenintensiver
- Hirsche fressen gern Ballennetze, Stricke, Folie
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
45
Grundsätze Winterfütterung
- Ab Oktober/ November bis Mitte April Zufütterung mit
qualitativ guten Grundfuttermitteln
330 kg Heu oder 660 kg AWS/PED
- Im März u. April Kälberfütterung mit Getreide zum
Ausgleich des Energiedefizits (300 g/Tier. u. T.)
20- 30 kg/PED
- Beheizbare Tränken oder ständig manuell Tränken eisfrei
halten
- Ordnung im Gehege halten, keine Stricke, Folie im Gehege
liegen lassen
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
46
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
47
Eingesetzte Futtermittel bei Wildwiederkäuern
in der Winterfütterung
2007
Futtermittel in Referenzgehegen 2007- 2010
2008
100
2009
2010
80
60
%
40
20
0
Heu
AWS
Sonstige
Getreide
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
Kälberfütterung
48
Heufütterung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
49
Größe und Gewicht Silageballen
Durchmesser: 1,25 m
Kanalbreite: 1,20 m
Volumen: 1,5 m³
Gewicht: 590 kg
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
50
Trockensubstanzgehalt
Trockensubstanz Heu u. AWS
TS%
90
80
70
60
50
40
30
20
10
0
84
84,4
81,7
83,4
Heu
50,1
49,4
41,4
2008
2009
2010
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
47,0
AWS
3- j. Mittel
51
Energiegehalt
Energiegehalt Heu u. AWS
ME MJ/kg TM
11
10
10,0
9
8
8,7
8,5
9,8
9,7
9,7
8,6
Heu
8,6
AWS
7
6
5
2008
2009
2010
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
3- j. Mittel
52
Rohproteingehalt
Rohproteingehalt in Heu u. AWS
nXP%TM
15
13
11
12,9
11,2
11,0
12,8
12,9
12,7
11,0
11,1
9
Heu
AWS
7
5
2008
2009
2010
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
3- j. Mittel
53
Mineralstoffversorgung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
54
8. Schlachtkörperqualitäten
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
55
Verbleib der produktionswirksamen
Jungtiere
%
80,00
75,6
68,9
70,00
67,8
67,1
70,2
72,3
61,7
60,00
50,00
40,00
30,00
32,7
26,9
23,9
22,7
27,0
26,7
21,7
20,00
10,00
8,4
11,3
8,2
0,2
2,2
3,4
2008
2009
2010
0,7
Fleisch
Reproduktion
ZT-Verkauf
0,00
2005
2006
2007
2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
56
Reifung in der Decke
ca. 1 Woche
Schlachtkörper ohne Kopf u. Läufe
kurz vor der Grobzerlegung
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
57
RW: > 27 kg SKG DW-SP (b)
> 26 kg SKG DW-SP (n)
Schlachtkörpergewichte
Damwild Spießer
Kg SKG
Durchschnitt
29,00
27,00
26,0
26,00
25,6
25,6
Obere Hälfte
Kg SKG
25,4
25,6
28,08
28,55
28,00
27,45
27,4
27,7
27,1
27,00
25,00
24,5
24,1
24,00
24,5
24,6
24,5
24,0
23,6
23,00
22,00
25,9
27,33
23,8
26,00
26,2
26,05
25,5
25,00
SKG b
25,8
24,4
24,00
23,0
25,6
SKG b
SKG n
23,00
SKG n
22,00
21,00
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
58
Schlachtkörpergewichte 2011
26,4 kg
28,2 kg
31,5 kg
20,0 kg
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
59
FütterungsintensitätEinfluss auf
Verfettungsgrad
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
60
Klassifizierung Wild-Schlachtkörper
in Anlehnung an EUROP-System
landw. Nutztiere (1- 5)
RW: Fleischklasse DW-SP < 1,5
Fettklasse
DW-SP < 1,8
Fleisch- und Fettklassen
Damwild Spießer
Durchschnitt
(1-5)
Obere Hälfte
(1-5)
3,00
3,00
2,3
2,50
2,2
2,4
2,50
2,2
1,9
2,0
2,00
2,4
1,9
2,3
2,2
2,00
1,8
1,9
1,50
2,1
2,0
1,6
1,5
1,4
1,50
1,5
1,4
1,3
1,00
1,7
1,6
1,7
1,7
1,4
1,4
1,4
1,6
2010
2011
1,00
0,50
0,50
Fleischklasse
Fettklasse
0,00
Fleischklasse
Fettklasse
0,00
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2005
2006
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
2007
2008
2009
61
9. Wirtschaftlichkeit
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
62
Wechselwirkungen
Obere
Hälfte
LVZ
Besatz
+4
Gehegegröße
PZ
SKG
- 3,5
SKG
- 3,5
SKG/ha
Erlös/
kg SKG
-4
Erlös/ha
+4
Erlös/
kg SKG
Erlös/ha
+ 3,5
+3
+4
-4
-3
-3
+3
-3
+4
-4
+4
+4
+3
+4
+4
+4
+4
Besatz
PZ
SKG/ha
+3
+ 3,5
+4
+4
+4
+3
+3
+4
+4
TLL Jena, Bernd Kästner, 2011
-4
63
EUR/ha ÄF = Besatz x PZ x
SKG x Erlös/kg
RW: > 1500 EUR/ha ÄF
Erlös je ha Äsungsfläche
EUR/ha
1800
1561
1600
1431
1434
1390
1476
1400
1200
1104
1149
1125
1000
800
1139
1217
1188
1078
989
884
600
400
Durchschnitt
Obere Hälfte
200
0
2005
2006
2007
2008
2009
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
2010
2011
64
Tab. 6.2: Vollkostenkalkulation Damwildhaltung bei unterschiedlicher Besatzst
Besatzstärke
zst rke
Paramteter
ME
Besatzstärke
GV/ha
PED/ha
dt TM/ha
ha
ha
Grünlandertrag Gehege
Gehegegröße (Äsungsfläche)
Außenfläche (Konservatfutter)
Fortpfl.- u. Aufzuchtleistung
Schlachtkörpergewicht DamwildSpießer (netto)
Erlös je kg SKG
Bruttolohn (Tarif Thüringen)
Leistungen
Kosten
Ergebnis ohne Förderung
Ergebnis mit Förderung 2012
2012: 240 EUR/ha
Mindesterlös je kg SKG zur
Kostendeckung
Variante 1
1,0
6
30
Variante 2
Variante 3
1,2
7
35
10
4,5
1,4
8
40
PZ %
kg
90
26
EUR/kg
EUR/Akh
9,50
9,49
EUR/ha
EUR/ha
EUR/ha
EUR/ha
EUR/kg SKG
906
1429
998
1586
1152
1653
- 523
- 588
- 666
- 283
- 348
- 426
12,79
13,18
13,39
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
65
Tab. 6.6: Vollkostenkalkulation DamDam- u. Rotwildhaltung bei unterschiedlicher
Vermarktungkategorien
Paramteter
ME
Wildart
Farmwild
Ähnlich frei lebendes Wild
Vermarktungskombination
(nur 50 % Festkosten)
Besatzstärke
Fortpfl.- u. Aufzuchtleistung
Erlös je kg SKG
(Teilstückvermarktung)
Schlachtkörpergewicht
DW/ RW-Spießer (Fettabzug)
Leistungen
Kosten
Ergebnis ohne Förderung
Arbeitsbedarf
Variante 1
Variante 2
Variante 3
Variante 4
DW
x
DW
RW
RW
x
x
x
x
GV/ha
PZ %
1,0
90
EUR/kg
9,50
kg
26
26
52
52
EUR/ha
EUR/ha
EUR/ha
Akh/ha
Akh/PED
906
1429
906
1382
897
1327
897
1235
- 523
- 476
- 430
- 338
53,3
12,2
TLL Jena, Bernd Kästner, 2012
49,7
11,5
66
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