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Kochen wie für Freunde - Archiv - Hamburger Abendblatt

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AHRENSBURGER ZEITUNG
Mittwoch, 30. August 2000
Vorbildliche Freistellung
Musikalisch-kulinarische Italienreise
Feuerwehr
lobt
Sparkasse
Stormarn
cv Ahrensburg − Die Sparkasse
Stormarn wird für ihr vorbildliches Verhalten im Umgang mit
ehrenamtlichen Feuerwehrleuten ausgezeichnet. Innenminister
Klaus Buß (SPD) und Uwe Eisenschmidt, Chef des Landesfeuerwehrverbands, überreichen heute in Kiel das Förderschild „Partner der Feuerwehr“ sowie eine
Urkunde.
Die Sparkasse wird geehrt, weil
sie ihren in Feuerwehren tätigen
Mitarbeitern keine Schwierigkeiten macht, wenn sie während der
Arbeitszeit zu Einsätzen ausrücken müssen. Die Auszeichnung
bekommen noch 14 weitere Betriebe in Schleswig-Holstein.
Freude löst die Ehrung auch
beim
Kreisfeuerwehrverband
(KFV) Stormarn aus. Thomas
Mertinkat, Mitarbeiter beim
Kreisfeuerwehrverband, hält das
Hervorheben von mustergültigen
Betrieben für eine sehr gute Idee,
um Firmenchefs von der Notwendigkeit der Aufgabe zu überzeugen. Zwar stehe im Brandschutzgesetz, dass Betriebe ihre in einer
Feuerwehr tätigen Mitarbeiter
freistellen müssen. Dass es dabei
jedoch Probleme gibt, weiß Mertinkat aus eigener Erfahrung.
Häufig Schwierigkeiten
„Gerade in kleinen Betrieben
ist es oft nur unter allergrößten
Schwierigkeiten möglich, diese
Vorschrift zu erfüllen“, sagt der
Sieker. Wenn sich ein Chef dann
gegenüber der ehrenamtlichen
Arbeit besonders aufgeschlossen
zeige, dann sei das eine Auszeichnung wert.
Von einer Freistellungsverpflichtung per Tarifvertrag, die
der
Landesfeuerwehrverband
angeregt hat, hält der KFV allerdings nichts. „Selbst wenn im Tarifvertrag steht, dass Firmen Feuerwehrleute zur Fortbildung oder
zum Einsatz gehen lassen müssen, bringt das nicht viel. Möglichkeiten, den Kollegen Schwierigkeiten zu machen, gibt es genug“, sagt Thomas Mertinkat.
Die Angst um den Arbeitsplatz
lasse die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit in einer
Wehr sinken, hatte Landesbrandmeister Uwe Eisenschmidt kritisiert. Nach seinen Worten ist die
Zahl der Freiwilligen in den vergangenen 15 Jahren landesweit
um 1244 gesunken.
Im Voraus klären
In Stormarn setzen Kreisbrandmeister Harry Ramm und
die Wehrführer auf Verständigung. „Schon bevor sich ein Kamerad für eine leitende Funktion
aufstellen lässt, klärt er mit seinem Chef, ob er zu Lehrgängen
fahren kann“, sagt Thomas Mertinkat. Lehrgänge werden zudem
auf den Abend oder aufs Wochenende gelegt.
Während jüngst der Feuerwehrverband des Kreises Segeberg das sinkende Interesse an
Lehrgängen bemängelte und angab, 60 Prozent der Absagen seien beruflich begründet worden,
stehen die Wehren in Stormarn
gut da. „Hier gibt es so gut wie
keine Probleme. Mangelndes Interesse aus Angst vor dem Verlust
des Arbeitsplatzes ist mir nicht
bekannt“, sagt KFV-Mitarbeiter
Thomas Mertinkat. Natürlich sei
nichts dagegen einzuwenden,
noch mehr auszubilden. Feuerwehrleute könnten gar nicht genug Wissen über die Technik und
über die Eigenschaften der zu löschenden Stoffe erwerben.
Die Hamburger Sopranistin Katharina Maria Kagel singt Arien,
Musical- und Filmhits.
kx Bargteheide − Wenn die Sängerin Katharina Maria Kagel am
kommenden Sonnabend im Kleinen Theater Bargteheide auftritt,
erwartet die Besucher weit mehr
als Musik. „Eine musikalisch-kulinarische Reise durch Oper, Operette und Musical“ verspricht das
Theater-Team. Ab 20 Uhr wird
die Sopranistin italienische Arien
von Puccini bis Mozart singen,
aber auch Musical- und Filmhits.
Passend zum musikalischen Genuss baut die Gastronomie ein
kalt-warmes
Antipasti-Büfett
auf.
Katharina Maria Kagel ist die
Tochter des Professors Hans Kagel, der Opernsänger am Düsseldorfer Robert-Schumann-Institut
und ab 1975 Gesangslehrer in
Hamburger Abendblatt
Bargteheider CDU
fährt zur Expo
Hamburg war. Die junge Sopranistin, die bei ihrem Vater, an der
Stage School of Music, Dance and
Drama und an der Musikhochschule beim Wagner-Experten
Robert Gambill ausgebildet wurde, debütierte vor drei Jahren.
Seitdem tritt sie im In- und Ausland auf. Für die Begleitung am
Flügel sorgt am Sonnabend Tobias Brommann. Der Kirchenmusiker aus Hamburg-Sasel ist
ebenfalls bei Konzerten in ganz
Deutschland und im Ausland zu
hören.
Der Eintritt kostet 20 Mark (ermäßigt 15 Mark). Wer essen
möchte, sollte sich einen Tisch
unter Telefon 04532/54 40 reservieren. Speisen und Getränke
werden extra bezahlt.
kx Bargteheide − Der CDU-Ortsverband Bargteheide hat für
Sonnabend, 7. Oktober, eine
Fahrt zur Expo organisiert. Um
7 Uhr startet der Bus in Richtung
Hannover. Bis 21 Uhr haben die
Teilnehmer Gelegenheit, sich auf
der Weltausstellung gründlich
umzusehen. Gegen 23 Uhr ist der
Bus dann wieder zurück in Bargteheide.
Wer mitfahren möchte, sollte
sich bis zum 13. September bei
der CDU anmelden. Dann muss
der Ortsverband die Reisegruppe
bei der Expo-Gesellschaft melden. Alle weiteren Informationen
bekommen Interessenten unter
der CDU-Hotline mit der Telefonnummer 04532/56 50.
Blitzeinbruch in Tankstelle
sh Bad Oldesloe − Erneut waren
Einbrecher in Stormarn unterwegs. Bei einem Blitzeinbruch in
Oststeinbek erbeuteten sie aus einer Tankstelle an der Möllner
Landstraße mehrere Stangen Zigaretten. Die Täter schlugen die
Scheibe des Kassenhäuschens
ein, stahlen die Tabakwaren und
waren bereits verschwunden, als
die Polizei wenig später eintraf.
Auch in Bad Oldesloe kam die
Polizei zu spät. Die Beamten hörten auf einer Streifenfahrt die
Alarmanlage eines Imbisses an
der Straße Rögen. Als sie nicht
einmal eine Minute später am
Tatort waren, sahen sie ein aufgehebeltes Fenster. Die Täter waren aber bereits ohne Beute geflüchtet.
Stormarn hat viele gute Restaurants − vom Dorfgasthof bis zum Feinschmeckerlokal. Der Ahrensburger Zeitung verraten
die Chefköche ihre schönsten Rezepte. Heute in der Serie „Stormarner Leckereien“: Forsthaus Seebergen in Lütjensee.
I
hr müsst immer so kochen, als
wenn Ihr für eure besten
Freunde kocht“: Roland Heydrichs Lehrlinge, zurzeit sechs an
der Zahl, bekommen diese Worte
von ihrem Chef immer wieder zu
hören. Es ist eine sanfte Ermahnung, trotz harter Arbeit und
ständiger Hektik in der Küche das
Beste zu geben, gleichzeitig aber
auch ein Stück berufliches Selbstverständnis.
„Es muss ein Vertrauen zwischen Gast und Koch bestehen.
Die Menschen an den Tischen
müssen wissen: Die da hinten
hauen voll rein, das wird gut“,
sagt Heydrich, der diese Einstellung durch und durch verkörpert
− ein Diener im sympathischsten
Sinne. Seine ersten Sporen hat
sich der heute 49-Jährige im berühmten Schabbelhaus, Inbegriff
Lübecker Hansetradition, verdient. Vor 20 Jahren kam er dann
an den Lütjensee.
Für Freunde kochen − im
Forsthaus Seebergen kommt
Heydrichs Arbeit diesem Bild oftmals sehr nahe: „Es gibt Stammgäste, die uns mehrmals in der
Woche besuchen.“ Doch nicht
einmal ihnen hat der Chefkoch,
hartnäckigen Anfragen zum
Trotz, bislang das Rezept für sein
frisch gebackenes Sojabrot mit
geräuchertem Tofu verraten.
Für die AZ-Leser macht Heydrich
nun eine riesengroße Ausnahme.
„Man benötigt 75 Milliliter japanische Sojasoße. Die kann man
mittlerweile in jedem guten Supermarkt kaufen.“ Weitere Zutaten: eine mittelgroße, fein gehackte Zwiebel, ein 42-GrammWürfel Hefe, 120 Milliliter warmes
Wasser,
zwei
Eier,
300 Gramm
weißes
Mehl,
100 Gramm geriebener GruyèreKäse, 200 Gramm Weizenvollkornmehl, 250 Gramm geräucherter Tofu, 20 Gramm Frühlungszwiebeln und ein Esslöffel
Sesamkörner.
„Zuerst erhitzt man in einer
Pfanne die Sojasoße und gibt die
Zwiebel dazu. Die muss langsam
dünsten, ohne braun zu werden,
bis sie weich ist“, erklärt Heydrich. Dann löst er in einer Schüssel die Hefe in Wasser auf, bestäubt sie mit etwas Mehl und
lässt sie an einem warmen Ort etwa zehn bis 15 Minuten gehen −
„so lange, bis sich Blasen auf der
bemehlten Oberfläche zeigen“.
Dann fügt Heydrich die geschmolzene Butter, ein Ei und
Werkzeugmaschinen im Wert
von mehreren 10 000 Mark haben Einbrecher aus einer Firma
an der Borsigstraße im Reinbeker
Gewerbegebiet gestohlen. Der
Einbruch wurde Montag früh bemerkt. Die Täter hatten am Wochenende ein Fenster aufgehebelt, um ins Gebäude zu kommen.
An der Straße Zum Dicken
Busch in Barsbüttel hebelten Einbrecher die Terrassentür eines
Einfamilienhauses auf. Sie stahlen Bargeld. Aus einer Wohnung
in einem Mehrfamilienhaus an
der Straße Radeland in Großhansdorf haben Einbrecher die
Satellitenempfangsanlage und einen Rasierapparat gestohlen. Sie
hatten zuvor ein auf Kipp stehendes Fenster geöffnet.
Radler beging
Unfallflucht
sh Bargteheide − Ein unbekannter Radfahrer hat auf dem
Sandparkplatz des Bargteheider Friedhofs am Glindfelder
Weg offensichtlich ein geparktes Auto gerammt. Als der Besitzer zu seinem Ford Focus zurückkehrte, entdeckte er auf
der Beifahrerseite erhebliche
Beschädigungen und Fahrradspuren.
Der Sachschaden beträgt
rund 1500 Mark. Die Polizei ermittelt nun wegen Unfallflucht.
Kochen
wie für
Freunde
Von ALEXANDER SULANKE
den Käse hinzu, mischt beide
Mehlsorten unter und knetet mit
den Händen alles kräftig durch.
Schließlich werden die in der Sojasoße gedünsteten Zwiebeln hinzugefügt. „Nun deckt man den
Teig mit einem Tuch ab und wartet, bis sich sein Umfang verdoppelt hat“, erläutert der Chefkoch.
„Danach nimmt man den Teig
aus der Schüssel, knetet ihn auf
einer bemehlten Fläche kräftig
durch und formt daraus eine glatte Kugel, die man mit den Handballen wieder zu einem Rechteck
auseinander drückt.“ Danach
werden Tofu und Frühlingszwiebeln auf dem Teig zerkrümelt, der
dann wie eine Biskuitrolle aufgerollt wird. Das Ganze kommt auf
ein gefettetes Backblech und
muss mit einem Handtuch weitere 40 bis 50 Minuten abgedeckt
werden, bis sich der Teig nochmals im Umfang verdoppelt hat.
„Schließlich bestreicht man
das Brot mit Eigelb und bestreut
es mit Sesamkörnern. Bei
190 Grad wird es 30 Minuten im
Ofen gebacken, bis es goldbraun
ist“, sagt Roland Heydrich.
Mit dem Sojabrot beginnt jedes
Diner in dem Restaurant, das eigentlich mal ein Forsthaus sein
sollte. Franz Genke, Großvater
des jetzigen Besitzers Peter Genke und Hausherr von Gut Seebergen, hatte es Anfang des Jahrhunderts erbauen lassen. Doch
1923, während der großen Inflation, wurde das einstmals
1000 Hektar große Gut aufgelöst.
Familie Genke blieben das Forsthaus und sieben Hektar Land.
Franz Genkes Sohn Werner eröffnete 1951 das Restaurant, das
1964 um ein Hotel erweitert und
in den folgenden Jahren mehrfach vergrößert wurde. Gerade
wächst das Forsthaus abermals:
Ein neuer Festsaal wird angebaut, die Baugrube ist bereits
ausgehoben. „Ende des Jahres
soll alles fertig sein. Dann finden
Gesellschaften bis 130 Personen
bei uns Platz“, kündigt Peter Genke an, der seit 1980 Chef ist.
Bekannt ist das Forsthaus Seebergen nicht zuletzt wegen der
saisonal geprägten Schlemmermenüs, für die sich Küchenchef
Roland Heydrich immer wieder
neue Rezepte ausdenkt. Höhepunkt seiner schöpferischen Tätigkeit ist der Gourmet-Abend,
den Peter Genke einmal im Jahr
mit seinen Gästen feiert, diesmal
am Freitag, 13. Oktober.
Die Speisefolge für das SiebenGänge-Menü hat Heydrich bereits fertig: „Es gibt Leckereien
Alkoholfahne
verriet Autofahrer
sh Ahrensburg − Bei einer Routinekontrolle haben Polizisten
nachts an der Manhagener Allee in Ahrensburg einen betrunkenen Autofahrer aus
Hamburg gestoppt. Der 63Jährige roch stark nach Alkohol. Der Verdacht der Trunkenheit bestätigte sich schnell. Der
Alkoholtest ergab einen Wert
von 1,65 Promille. Der Mann
musste seinen Führerschein
abgeben und das Auto stehen
lassen.
Predigtreihe mit
ehemaligen Pastoren
sul Großhansdorf − Die Kirchengemeinde GroßhansdorfSchmalenbeck hat aus Anlass
ihres 50-jährigen Bestehens
auch ehemalige Pastoren für
eine Predigtreihe gewinnen
können. Am kommenden Sonntag predigt Propst Berend Siemens. Eine Woche später ist
Pröpstin Heide Emse an der
Reihe. Und am Sonntag,
17. September, besteigt Bischof Karl-Ludwig Kohlwage
die Kanzel der Auferstehungskirche an der Alten Landstraße. Alle drei Gottesdienste beginnen um 10 Uhr.
Bienenkrankheit
ausgebrochen
Chefkoch Roland Heydrich knetet den Teich für sein Sojabrot mit geräuchertem Tofu.
Fotos: SULANKE
von Krusten- und Schalentieren,
klare Steckrübensuppe mit geräuchertem Roastbeef, Forellenfilets in Strudelteig gebacken, Entenstopfbrust auf Stopflebersoße,
Apfelsorbet auf Fliederbeergrütze, Hirschkarree auf frischen
Pfifferlingen in Rahm und
Herbstliche Verführung.“ Und
natürlich steht ein Körbchen mit
selbst gebackenen Sojabrot auf
dem Tisch.
L Das Forsthaus Seebergen (Telefon 04154/792 90) in Lütjensee
ist dienstags bis sonntags von 12
bis 21.30 Uhr geöffnet.
Das Forsthaus Seebergen liegt direkt am Lütjensee. Es wurde Anfang
des Jahrhunderts erbaut und beherbergt seit 1951 ein Restaurant.
kum Steinburg − Erneut ist im
Kreis Stormarn ein Fall der Bienenkrankheit „Amerikanische
Faulbrut“ aufgetreten. Das Veterinäramt hat daher rund um
den Steinburger Ortsteil Mollhagen ein Areal im Umkreis
von drei Kilometern zum Sperrgebiet erklärt. Alle Imker, die
dort Bienenvölker haben, müssen ihre Bestände nun beim
Kreisveterinäramt in Bad Oldesloe melden.
Die Krankheit befällt ausschließlich den Bienennachwuchs und ist für den Menschen ungefährlich. Auch Honig aus dem betroffenen Gebiet
kann bedenkenlos gegessen
werden.
Vor kurzem waren bereits
Ahrensburg und Ammersbek
zum Sperrgebiet erklärt worden. Die Krankheit kommt relativ häufig vor und befällt, meist
im Spätsommer und Herbst,
schwächere Bienenvölker.
Überraschende Kündigung der Leiterin des Rantzau-Hauses
Marlies Borrmann, Leiterin des
Peter-Rantzau-Hauses, hat nach
fünfjähriger Tätigkeit gekündigt.
LL
wa Ahrensburg − Sie hat viel bewegt, das Peter-Rantzau-Haus
mit neuem Leben gefüllt und älteren Ahrensburgern einen Treffpunkt geschaffen. Doch nun hat
Marlies Borrmann, seit fünf Jahren Leiterin der Einrichtung, zum
30. September gekündigt. Dieser
Schritt hat sogar Jürgen Eckart,
Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (AWO), überrascht. Die
AWO ist Trägerverein des Hauses.
Wie Eckart bedauern auch
Hunderte von Besuchern den
Weggang der Chefin. Ähnlich
geht es den 74 ehrenamtlichen
Kräften, die Marlies Borrmann
und ihr Team unterstützen.
Schließlich war es in erster Linie
Borrmann, die die Ehrenamtlichen ans Haus gebunden und animiert hat, bei neuen Angeboten
tatkräftig zu helfen.
Unter ihrer Leitung wurden die
Bunte Woche, der Frauenskat,
das Mittagessen in geselliger
Runde, die Mini-Touren, das Ge-
dächtnistraining, die Besuchsdienste, die Musiknachmittage
und die Sonntagsveranstaltungen
initiiert. Auch die meisten Ideen
für die Gruppen stammten von
der Leiterin, die im Juni 1995 von
der Kreisverwaltung Pinneberg
nach Ahrensburg wechselte.
Damals waren es gerade mal
40 Freiwillige, die über ihre Verbände (evangelische und katholische Kirche sowie DRK und AWO)
im Peter-Rantzau-Haus mitarbeiteten. Heute organisieren diese Verbände nur noch ein Drittel
des Angebots, und Marlies Borrmann hat die Zahl der Ehrenamtlichen fast verdoppelt.
Dadurch hat das Peter-Rantzau-Haus jetzt 23 Angebote im
Programm, hinzu kommen sechs
im Service-Haus der AWO. „So
haben wir es auch geschafft, das
Haus zu beleben und die Besucher an uns zu binden“, erzählt
Marlies Borrmann.
Es sei schwierig gewesen, „den
Ahren£burger Zeitung
Nr. 202
3
Übergang von den alten Alten zu
den neuen Alten“ zu meistern.
Aber Marlies Borrmann machte
den Treffpunkt auch für die Jüngeren attraktiv. Das schlägt sich
in der Gruppe „Aktiv ab 50“ und
in dem Projekt „Alt und Jung“ in
Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund und dem Verein
Tagesmütter und -väter nieder.
Zuletzt lag es Marlies Borrmann am Herzen, neue Wohnformen für Ältere zu entwickeln. Dabei spielte auch ihre Arbeit in der
von ihr mitgegründeten Alzheimer Gesellschaft eine Rolle. Es
muss ihrer Meinung nicht sein,
dass ein Kranker allein in ein
Pflegeheim kommt und vom Partner getrennt wird. Das Thema
kommt auch demnächst während
der Aktionswoche „Älter werden
in Ahrensburg“ zur Sprache.
Neben den Bereichen Wohnen
sowie Lebensqualität in der zweiten Lebenshälfte und Demenz hat
Borrmann auch einen Schwer-
Seite 3
2
punkt auf das Thema Sterben gelegt. Gegründet wurde in ihrer
Amtszeit auch der Verein Hospiz
Ahrensburg. In dem will Marlies
Borrmann aktiv bleiben.
Ihr Fazit nach fünf Jahren: „Ich
bin stolz darauf, so viele Menschen als Helfer, Förderer, Mitarbeiter und Kooperationspartner
in Verbindung zum Peter-Rantzau-Haus gebracht zu haben. Die
Zusammenarbeit hat eine sehr
lebendige Atmosphäre im Treffpunkt für Ältere entstehen lassen.“
Marlies Borrmann weiß aber
auch, dass bei so vielen neuen
Vorhaben mal ein Flop dabei war.
So wurde das Seniorentelefon
wieder eingestellt, weil es wenig
genutzt wurde. Und auch die Begleitung Älterer zum Wochenmarkt hatte nicht den erwarteten
Anklang gefunden. „Das sind Experimente, die niemandem weh
tun, aber die vielleicht auch eine
ganz andere Resonanz hätten fin-
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-gelb
den können. Mehr hätte in jedem
Fall getan werden können, wenn
es mehr Freiwillige gegeben hätte, die den Dienst in der Küche
übernommen hätten“, meint
Borrmann.
Fest steht für die 53-Jährige,
dass sie in Ahrensburg bleiben
möchte. „Hier habe ich Wurzeln
geschlagen.“ Sie könnte sich ein
neues Arbeitsfeld in der Schaffung neuer Wohnformen oder in
der Beratung vorstellen. Aber
noch weiß Borrmann nicht, wohin sie gehen wird. Sie bittet alle
Helfer und Besucher des PeterRantzau-Hauses, die Unterstützung für „mein Haus“ auf die
Nachfolgerin zu übertragen.
In jedem Fall wird es für die
Neue oder den Neuen von Anfang
an viel Arbeit geben, denn die
Stadt plant den Neubau des Peter-Rantzau-Hauses. Auch an
diesem Vorhaben hat die scheidende Leiterin Marlies Borrmann
noch aktiv mitgewirkt.
L
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