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Du Kind hast ein Recht, genauso geachtet zu werden wie ein

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Du Kind hast ein Recht, genauso geachtet zu werden wie ein Erwachsener.
Du hast das Recht, so zu sein, wie du bist.
Du musst dich nicht verstellen und so sein, wie die Erwachsenen es wollen.
Du hast ein Recht auf den heutigen Tag.
Jeder Tag deines Lebens gehört dir, keinem sonst.
Du Kind wirst nicht erst Mensch, du bist Mensch.
Janusz Korczak
1
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort des Kita-Teams
S. 2
Grußwort der Kirchengemeinde
S. 3
2. Unsere Kita stellt sich vor
2.1 Rahmenbedingungen
S. 4
2.2 Wohnumfeld
S. 5
2.3 Anmeldeverfahren
S. 6
2.4 Das Team: Qualifikation und Personalstunden
S. 7
3. Pädagogische Arbeit
3.1 Eingewöhnung
S. 8-12
3.2 Ziele unserer pädagogischen Arbeit
S. 13-16
3.3 Pädagogische Praxis
S. 17-27
3.4 Bildungsarbeit und Bildungsdokumentation
S. 27-29
3.5 Vorschulförderung
S. 30
3.6 Integrative Erziehung
S. 31-32
3.7 Delfin 4
S. 32-33
3.8 Bedeutung der Raumgestaltung
S. 34-37
4. Religionspädagogische Arbeit
S. 37-38
5. Interkulturelle Arbeit
S. 39
6. Gewährleistung der Qualität der pädagogischen Arbeit
6.1 Teamarbeit
S. 40-41
6.2 Fortbildungen
S. 41
6.3 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen
und Behörden
S. 41-43
7. Elternarbeit
S. 43-44
Anhang
Dokumentationsbogen Eingewöhnung
S. 45-46
Bogen Bildungsdokumentation
S. 47-51
Literaturverzeichnis
S. 52
2
1.Vorwort
Liebe Eltern,
danke für Ihr Interesse an unserer katholischen Kindertageseinrichtung St. Pius.
Mit dieser Schrift stellen wir Ihnen das Konzept unserer Einrichtung vor.
Sie erhalten dadurch Einblick in unsere pädagogische Arbeit und bekommen
allgemeine Informationen über die Kindertageseinrichtung.
Unsere Konzeption hat sich entwickelt im Prozess der täglichen pädagogischen
Arbeit und im Dialog zwischen den Mitgliedern des Kita -Teams, des Elternrats und
dem Träger der Einrichtung.
Schwerpunkt unserer Arbeit ist, Sie in der Erziehung zu unterstützen, indem wir
helfen, dass Ihr Kind die Welt entdeckt – die Menschen, die Natur, seine Umwelt.
Grundlage unserer Arbeit ist das christliche Menschenbild, bei dem Achtung vor
jedem Menschen und Toleranz von zentraler Bedeutung sind. Wir wollen eine
geborgene Atmosphäre schaffen, in der sich Kinder und Eltern wohl fühlen können.
Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir im folgenden Text für Erzieherin die
weibliche Form, dies beinhaltet jedoch Personen beiderlei Geschlechts.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen und wenn Sie Fragen oder Anregungen
haben, sprechen Sie uns gerne an.
Ihr Kita-Team
Stand Dezember 2011
sprachliche Korrektur nach Gründung der Pfarrei Sankt Mauritz Juli 2013
3
Grußwort der Kirchengemeinde
Liebe Mütter und Väter,
liebe Lebensbegleiterinnen und Lebensbegleiter der Kinder!
Wenn es Kinder nicht gäbe, man müsste sie erfinden. Immer sind sie für eine
Überraschung gut. Häufig geben sie uns Anlass, auch über unser Leben als
Erwachsene und Erwachsener nachzudenken. Kinder sind unverzichtbar für ein
Leben in Vielfalt – in Gegenwart und Zukunft. Und niemand von uns würde es
ertragen wollen, dass einem Kind etwas zustoßen würde.
Bis zum Erwachsen-Werden eines Kindes ist es ein langer Weg. Auf diesem Weg
brauchen unsere Kinder Gefährten, die mit ihnen unterwegs sind, Menschen, die
ihnen vom Leben erzählen und sie stark machen für Alles, was auf sie zukommen
kann. Niemand kann das alleine schaffen. So sind wir froh und dankbar, dass Sie Ihr
Kind der Gemeinschaft unserer Kindertageseinrichtung an der
Piuskirche
anvertrauen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kita Pius sind in Zusammenarbeit mit der
Trägergemeinde Sank Mauritz bemüht, Ihr Kind in den ersten Lebensjahren auf
seinem Lebens-Weg zu begleiten, mit Ihnen über Erziehungsfragen ins Gespräch zu
kommen und darüber hinaus Sie als Familie beratend zu begleiten. Aber auch als
Weggefährten im Glauben und den Fragen nach einer christlichen sowie
wertorientierten Erziehung möchten wir mit Ihnen im Gespräch sein. Der Glaube fragt
schon von Kindesbeinen an nach dem Leben, das wir mit anderen teilen und für das
wir mehr denn je Verantwortung tragen. Gerade hier dürfen wir spüren, wie
bedeutsam eine gute und starke Gemeinschaft ist.
Ich danke dem Team unserer Kita St. Pius ganz herzlich für ihren Einsatz und
wünsche Ihnen für Ihr Kind und mit Ihrem Kind alles erdenklich Gute!
Ihr
Martin Sinnhuber, Pfarrer
4
2. Unsere Kita stellt sich vor
2.1 Rahmenbedingungen
In den 2 Gruppen unserer Einrichtung betreuen wir insgesamt 40 Kinder zwischen 2
und 6 Jahren, davon bis zu 12 Kinder unter 3 Jahren und bis zu 4 integrative Kinder.
Unsere Öffnungszeiten:
Die Kindertageseinrichtung ist Montag bis Freitag von 7.00 – 16.30 Uhr geöffnet.
Mögliche Buchungszeiten in unserer Einrichtung sind:
35 Stunden geteilt in der Zeit zwischen 7.00 – 12.30 Uhr -und 14.30 – 16.30 Uhr
35 Stunden im Block mit Mittagessen in der Zeit zwischen 7.00 – 14.30 Uhr
45 Stunden Tagesstättenplatz in der Zeit zwischen 7.00 – 16.30 Uhr.
Die maximale tägliche Betreuungszeit beträgt bei einem 35-Stunden-Platz
7 Stunden, bei einem 45-Stunden-Platz 9 Stunden.
Unsere Einrichtung besteht aus folgenden Räumlichkeiten:
2 Gruppenräume, 1 Gruppennebenraum, 2 Schlafräume, 2 Waschräume, 1
Mehrzweckraum, 1 Turnraum, Küche, Büro und Flur als erweiterter Spielraum. Das
Außengelände (Spielplatz) ist sowohl von den Gruppenräumen als auch vom Flur
aus direkt zu erreichen.
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2.2 Wohnumfeld
Unsere Kindertageseinrichtung wurde 1971 erbaut. 2010 wurde sie modernisiert und
für die U3-Betreuung umgebaut. Sie liegt gegenüber der Piuskirche, neben dem
Pfarrheim und gehört seit 30.05. 2013 zur katholischen Kirchengemeinde Sankt
Mauritz. Sie befindet sich in einem Wohngebiet mit überwiegend Ein- und
Mehrfamilienhäusern, die von Gärten und Grünflächen umgeben sind. Das
Stadtzentrum ist gut erreichbar. Sehr schnell ist man zu Fuß und mit dem Fahrrad in
der
freien
Mehrere
Natur.
Spielplätze
sorgen für Spiel- und
Freizeitmöglichkeiten.
Kleine
Einzelhandelsläden und
zwei Supermärkte sind
vorhanden.
Die ruhige Wohnlage
kommt
Familien
mit
Kindern sehr entgegen.
Die Kinder können ungestört draußen spielen
und
ihrem
Bewe-
gungsdrang
nachgehen.
entstehen
So
schnell
Kontakte mit Kindern
und
Eltern
anderer
Familien. Viele haben
dadurch einen leichteren Start in unsere Kita, da sie hier schon einige, ihnen bekannte Kinder
wiedertreffen.
6
In der näheren Umgebung befinden sich auch 2 Grundschulen, sowie eine
Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache und Kommunikation.
2.3 Anmeldeverfahren
Das Anmeldeverfahren in unserer Kita läuft in der Regel in der Zeit von Oktober bis
Ende Februar.
In einem Anmeldebogen nehmen wir die persönlichen Daten auf. Des weiteren gibt
es dann die Möglichkeit bei einem Gesprächstermin die Einrichtung kennen zu lernen
und
mit der Leitung oder einer Kollegin/ einem Kollegen aus dem Team ein
persönliches Gespräch zu führen, um detaillierte Informationen über die Einrichtung
und das pädagogische Konzept zu erhalten.
Unsere Einrichtung nimmt auch Kinder unter drei Jahren auf, wenn sie im
Aufnahmejahr bis zum 31. Oktober das zweite Lebensjahr vollenden. Es stehen bis
zu 12 U-3-Plätze, verteilt auf beide Gruppen zur Verfügung
Nach Ablauf der Anmeldefrist am 01.03. eines jeden Jahres, wird in einer
gemeinsamen Sitzung mit Kita-Team, Elternrat und Trägervertretern entschieden,
welche Kinder aufgenommen werden können. Hierbei orientieren wir uns an den
Bestimmungen des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) sowie den Vorgaben der Stadt
Münster.
Danach erhalten die Familien eine Platzzusage, oder verbleiben, da wir keine
Absagen verschicken, auf unserer Warteliste und erhalten gegebenenfalls zu einem
späteren Zeitpunkt einen Kita-Platz.
7
2.4 Das Team: Qualifikation und Personalstunden
Leitung der Einrichtung:
Monika Kolb, Erzieherin
Stellvertretende Leitung: Nicole Edom, Dipl. Sozialpädagogin
Löwengruppe:
Nicole Edom ,
Gruppenleitung
Frank Siebelt, Erzieher, Dipl. Sozialarbeiter
päd. Fachkraft
Mirijam Schleppe, Erzieherin, Dipl. Heilpädagogin
integrative Fachkraft
Tigergruppe:
Marion Veltrup, Erzieherin
Gruppenleitung
Bozena Knappik, Erzieherin,
Magister in Sprachwissenschaften, päd. Fachkraft
Monika Kolb
päd. Fachkraft
Personalstunden:
(Personalstunden können variieren, abhängig von z.B. Integrationskindern, Anzahl
der U3 Kinder)
Monika Kolb:
38,5 Std. davon 25 Std. in der Gruppe
Nicole Edom:
38,5 Std. davon 33, 5 Std. in der Gruppe
Frank Siebelt:
38,5 Std.
Mirijam Schleppe: 32,5 Std. davon z. Zt. 19,5 Std. für integrative Arbeit
Marion Veltrup:
38,5Std.
Bozena Knappik:
33,5 Std.
8
3. Pädagogische Arbeit
3.1 Eingewöhnung in der Kita
Die Bedeutung der Eingewöhnung
Die Gestaltung der Eingewöhnungsphase ist, gerade im Hinblick auf die Betreuung
von Kindern unter drei Jahren, entscheidend für die weitere Entwicklung des Kindes
in außerfamiliären Betreuungsformen.
Die zeitweise Trennung von vertrauten Bezugspersonen und die Hinwendung zu
noch unbekannten Personen verlangt dem Kind eine hohe Anpassungsleistung ab.
Um eine tragfähige Beziehung zum Erzieherteam aufbauen zu können, benötigen
sowohl Eltern als auch Kinder Zeit. Deshalb beginnt unsere Eingewöhnungszeit
bereits einige Wochen vor der eigentlichen Aufnahme in die Kita.
Wurden früher die Kinder oft am ersten Tag in der Einrichtung einfach abgegeben,
wird mittlerweile elternbegleitet, bezugspersonenorientiert und abschiedsbewußt
eingewöhnt.
Kinder bis ins dritte Lebensjahr binden sich an einige wenige Bezugspersonen. Es ist
wichtig, diese Bezugspersonen in der Nähe zu wissen, um Neues zu entdecken und
spielen und explorieren zu können. In bestimmten Zeitintervallen benötigen Kinder in
diesem Alter immer wieder die Rückversicherung, dass die vertraute Person noch in
der Nähe ist, damit sie emotional gestärkt weiterspielen können.
Mit Hilfe der vertrauten Bezugsperson kann das Kind eine Beziehung zur Erzieherin
aufbauen und sie nach und nach als sichere Basis im Kita - Alltag erleben.
Auf die zeitweilige Trennung von der Hauptbezugsperson, in der Regel Mutter oder
Vater, reagiert das Kind zunächst mit Kummer und Stress, da es die Trennung in
einer noch fremden Umgebung als beängstigend erlebt.
Sich auf eine Beziehung zu einer bisher fremden Person einzulassen, ist eine
äußerst anspruchsvolle Entwicklungsaufgabe für das Kind.
9
Wichtig ist, dass das Kind mit der Zeit lernt, dass es sich von seiner Bezugsperson
verabschieden kann, weil sie dem Kind signalisiert, hier kannst du bedenkenlos
bleiben, die Erzieherin passt auf dich auf. Außerdem lernt das Kind, Mama kommt
wieder, holt mich ab und wir gehen zusammen nach Hause.
Eingewöhnung elternbegleitet,
bezugspersonenorientiert und abschiedsbewußt
Um dieses Ziel zu erreichen gewöhnen wir, auch gemäß den Ergebnissen der
Bindungsforschung elternbegleitet, bezugspersonenorientiert und abschiedsbewußt
ein. Angelehnt an das Berliner Modell halten wir die im Folgenden beschriebenen
Ausführungen bei der Eingewöhnung für sehr wichtig.
Bereits einige Wochen vor den Sommerferien beginnen wir mit der Eingewöhnung an
einem Vormittag in der Woche.
Bei der Eingewöhnung wird das Kind von einer primären Bezugsperson, in der Regel
einem Elternteil oder auch der Tagesmutter begleitet.
In den ersten Tagen bleibt das Kind nur kurz, die Dauer der Anwesenheit wird
langsam gesteigert. Je nachdem, wie sich das Kind in der ersten Zeit in der
Einrichtung verhält, wird die individuelle Verweildauer für die ersten Tage gemeinsam
festgelegt. Außerdem überlegen wir gemeinsam, wann eine erste kurze Trennung
möglich erscheint. Dabei erkennt man dann, ob das Kind den Trennungsschmerz
schon bewältigen kann, ob es sich bereits von der Erzieherin trösten lässt und diese
schon eine sichere Basis geworden ist.
Funktioniert dies, so kann man die stundenweise Trennung zu halbtägigen und
später dann zu ganztägigen Trennungen werden lassen.
Die Gesamtdauer der elternbegleiteten Eingewöhnungsphase richtet sich nach dem
Verhalten des Kindes und kann von wenigen Wochen bis zu einigen Monaten
dauern.
Wichtig ist, dem Kind Zeit zu geben und den Kita-Start nicht zeitgleich mit einem
eventuellen Wiedereinstieg in den Beruf zu beginnen.
10
Bezugspersonenorientiert eingewöhnen bedeutet, dass die Eltern und ihr Kind in der
ersten Zeit möglichst eine Erzieherin als feste Ansprechpartnerin haben, die sich um
sie beide kümmert.
Im Beisein von Mutter oder Vater nimmt die Kollegin Kontakt zum Kind auf und macht
Spielangebote an das Kind. Dabei agieren Mutter oder Vater als Zuschauer und
sicherer Rückzugsort für das Kind. Das Spiel mit dem Kind liegt in der Hand der
Erzieherin. Fühlt sich das Kind wohl und geht auf das Spiel der Erzieherin ein,
können sich die Eltern der Beobachtung widmen und sich langsam ein wenig
zurückziehen.
Uns ist während der gesamten Eingewöhnungsphase der Austausch mit den Eltern
sehr wichtig, um auf individuelle Bedürfnisse bestmöglich reagieren und eingehen zu
können.
Trennung bedeutet zunächst Stress für das Kind
Ohne Verabschiedung hinaus schleichen erleichtert dem Kind die Trennung nicht
und lindert vor allem nicht seinen Trennungsschmerz.
Der unerwartete Verlust der vertrauten Bezugsperson in einer fremden Umgebung
macht Angst und ist irritierend für das Kind.
Was kann die Eingewöhnung erleichtern?
Von daher ist es unerlässlich, dass es einen klaren Abschied gibt. Ein klarer
Abschied lässt Strukturen erkennen, die das Kind mit der Zeit wieder erkennt, und
gibt ihm stabilisierende Orientierungshilfe. Bald verinnerlicht das Kind, dass die
Mutter immer wieder kommt.
Die Verabschiedung vom Kind sollte liebevoll und herzlich sein und lässt sich auf die
Formel “Kuss und Schluss” zusammenfassen, denn lange Abschiedszeremonien
erleichtern weder
den Eltern noch dem Kind die Bewältigung der Situation.
Außerdem spüren Kinder die Unsicherheit bei den Eltern, was nicht besonders
Vertrauen erweckend wirkt.
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Wir wünschen uns beim Abschied eine aktive Übergabe des Kindes, das bedeutet,
die Mutter übergibt das Kind an die Erzieherin und die Erzieherin muss nicht der
Mutter das eventuell weinende Kind abnehmen. Durch die aktive Übergabe vermittelt
die Mutter dem Kind erneut, dass sie den Wechsel für richtig hält und das Kind sich
bei der Erzieherin sicher fühlen kann.
Wir möchten den Kindern und natürlich auch den Eltern die Eingewöhnung
erleichtern. Dazu hat sich bewährt, die Eingewöhnung nicht unter Zeitdruck zu
starten.
Wenn
es
sich
irgendwie
einrichten
lässt,
sollten
Kita-Start
und
Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit nicht zeitgleich stattfinden, denn eine selbst
gestresste Mutter verunsichert das Kind zusätzlich.
Hilfreich sind das vertraute Kuscheltier oder der Schnuller, gerade bei den Kindern
unter drei Jahren. Uns hilft es zusätzlich, wenn wir das Kuscheltier mit Namen
kennen, für Schnuller oder Flasche das vertraute Wort verwenden können und die
wichtigsten Vorlieben und Abneigungen des Kindes kennen.
Den Trennungsschmerz des Kindes mit zu erleben und aushalten zu müssen, ist für
die meisten Eltern nur schwer zu ertragen. Es ist aber sehr ungünstig, versuchen zu
wollen, dem Kind diesen Trennungsschmerz, der oft mit Weinen und Schreien
verbunden ist, abzudressieren, mit Versprechungen wie: “Wenn du heute nicht
weinst, dann kriegst du eine Überraschung”. Dabei lernt das Kind lediglich, den Tag
ohne Jammern durchzustehen, aber nicht, sich bei Kummer oder Sorgen von der
Erzieherin trösten und beruhigen zu lassen. Das Kind soll bei uns lernen, dass es
weinen darf, wenn ihm danach ist, und es hier neue Bezugspersonen gibt, die es
trösten und für sein Wohl sorgen.
Die Erfahrung hat zudem gezeigt, dass es günstiger ist, im Zeitraum der
Eingewöhnung nicht noch zusätzlich mit der Sauberkeitserziehung zu beginnen.
Zu guter Letzt empfehlen wir, auch spätere Tagesstättenkinder mit einer
Betreuungszeit von 45 Stunden zunächst nur stundenweise und danach halbtags in
die Einrichtung zu bringen.
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Zunächst kommt das Kind während der Freispielphase für eine gewisse Zeit, danach
beginnt die Teilnahme am Mittagessen und erst am Schluss kommt noch der
Mittagsschlaf in der Einrichtung dazu.
Wir sind bemüht, den Eltern während der Eingewöhnungsphase engmaschige
Informationen über das Befinden und Verhalten ihres Kindes zu geben.
Wir dokumentieren den individuellen Eingewöhnungsverlauf eines jeden Kindes in
einem
speziellen
Dokumentationsbogen,
der
uns
als
Grundlage
für
das
abschließende Eingewöhnungsgespräch (ca. acht Wochen nach dem Kita-Start)
dient.
Dadurch dass auch Kinder unter drei Jahren in der Kita aufgenommen werden,
verändert sich das gesamte Altersspektrum. Es liegen bis zu fünf höchst
entwicklungsintensive Jahre zwischen dem jüngsten und dem ältesten Kind der Kita.
Es ergeben sich immer wieder neue Anforderungen an die Kinder und auch an das
Team, um eine entwicklungsanregende Umgebung zu schaffen, von der alle Kinder
in den verschiedenen Altersstufen profitieren können.
Allerdings lebt die Altersmischung davon, dass sie nicht dauernd praktiziert werden
muss, sondern variiert und zeitweilig ausgesetzt werden kann. Es soll also so viel
Kommunikation und Interaktion zwischen den verschiedenen Altersgruppen geben,
wie es als anregend empfunden wird, allerdings wird es auch immer wieder bewusst
durchgeführte Trennungen und separate Angebote für altershomogene Gruppen
geben.
Da es zur Zeit noch kaum Untersuchungen und Ergebnisse darüber gibt, wie
insbesondere die Unter-Dreijährigen von Anfang an bei Bildung, Erziehung und
Betreuung von den vielfältigen Angeboten und der Anwesenheit von Kindern
verschiedenen Alters profitieren können, sind sowohl intensive Teamarbeit als auch
fortwährende konzeptionelle Weiterentwicklung unabdingbar, um den Kindern eine
bestmögliche Betreuung
zukommen zu lassen und die Qualität unserer Arbeit
ständig zu optimieren.
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3.2 Ziele unserer pädagogischen Arbeit
In Anlehnung an die Vorgaben des KiBiz (Kinderbildungsgesetz) möchten wir den
Kindern ermöglichen sich zu einer eigenständigen und gemeinschaftsfähigen
Persönlichkeit zu entwickeln. Es ist uns wichtig, sie zu Verantwortungsbewusstsein,
Gemeinschaftssinn und Toleranz zu befähigen, ihre interkulturellen Kompetenzen zu
stärken, ihnen die Herausbildung kultureller Fähigkeiten zu ermöglichen und sie bei
der Aneignung von Wissen zu unterstützen.
Durch unsere pädagogische Arbeit wollen wir dazu beitragen, dass die Kinder in
folgenden Bereichen gefördert werden:
Sozialverhalten
Sprache
Bewegung
Kreativität
Musik und Rhythmik
Selbstständigkeit
Tradition
Wir arbeiten situationsorientiert, sodass aktuelle Erlebnisse und Interessen der
Kinder, wie beispielsweise Nachwuchs in der Familie, in der Gruppe aufgegriffen
werden.
Im Freispiel und in Aktivitäten möchten wir den Kindern eigene Handlungsspielräume
ermöglichen.
Die
Aktivitäten
und
Freispielimpulse
werden
in
den
unterschiedlichen Bereichen durchgeführt. Dabei streben wir folgendes an:
Unser Ziel ist, dass die Kinder bei Schuleintritt sozialmündige Wesen sind.
In der Gruppe lernen die Kinder auf die Wünsche und Bedürfnisse anderer zu
achten, Rücksicht zu nehmen und anderen Kindern zu helfen. Beispielsweise helfen
die älteren Kinder den jüngeren dabei ihre Frühstücktasche zu holen und ihre Jacke
anzuziehen. Die Kinder akzeptieren es, wenn das Lieblingsspielzeug gerade von
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einem anderen Kind genutzt wird. Ebenso lernen sie ihre eigenen Interessen zu
vertreten.
Unser Ziel ist es, die Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung optimal zu
fördern.
Die Sprechfreude wird durch die alltäglichen Gespräche der Kinder und
Erzieherinnen, durch das Spiel, Geschichten, Singen, Fingerspiele und Sprachspiele
gefördert. Wir achten bewusst auf das Sprachverhalten der Kinder, um Stärken zu
fördern und Defizite zu erkennen
Unser Ziel ist, dass die Kinder bei ihrer Einschulung psychomotorisch gut
entwickelt sind.
Das Außengelände und die Turnhalle regen die Kinder an, sich frei zu bewegen. In
der wöchentlichen Turnstunde turnen die Kinder mit verschiedenen Materialien. Sie
zeigen Freude an der Bewegung und probieren stetig neue Bewegungsformen aus.
Dabei erweitern die Kinder ihre Fähigkeiten und lernen ihre Grenzen kennen.
Unser Ziel ist, die Kreativität der Kinder zur Entfaltung zu bringen.
Im Rollen- und Konstruktionsspiel sowie bei künstlerischen Tätigkeiten wird die
Fantasie der Kinder angeregt und ausgelebt. Die Kinder probieren verschiedene
Techniken wie z.B. malen, schneiden, kleben, kneten, matschen und reißen aus.
Hierdurch werden die feinmotorischen Fähigkeiten der Kinder gefördert. Sie erlernen
den Umgang mit Pinsel, Schere, Stift und räumen ihren „Arbeitsplatz“ selbstständig
auf. Wir verzichten möglichst auf Schablonenarbeit, um den Kindern die Möglichkeit
zu geben, eigene Ideen und Fantasien umzusetzen.
Unser Ziel ist, dass die Kinder ein Gefühl für Musik und Rhythmik gewinnen.
Im Morgenkreis und in der einmal wöchentlich stattfindenden Singrunde empfinden
die Kinder Freude am gemeinsamen Singen. Rhythmikgefühl, Ausdrucksfähigkeit
und Singstimme werden angeregt und geschult. Die Kinder lernen Geburtstagslieder,
Lieder im Jahreskreis und auch Lieder für Gottesdienste. Außerdem werden sie mit
Instrumenten (z.B. Gitarre, Blockflöte und Orffinstrumente) in Berührung gebracht.
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Unser Ziel ist, dass die Kinder zum selbstständigen Handeln geführt werden.
Wir wollen die Kinder im eigenverantwortlichen und eigenständigen Handeln
unterstützen und motivieren. Daher übernehmen die Kinder im Kita-Alltag Aufgaben
wie Tisch decken, Essenswagen holen und wegbringen sowie ihren Spielbereich
aufräumen. Ebenso ziehen sie sich zum Turnen selbstständig um und schließen ihre
Schuhe und Jacken.
In Aktivitäten wie Backen und Kochen lernen die Kinder den Umgang mit
Haushaltsgeräten.
Unser Ziel ist es, dass die Kinder in der Kindertageseinrichtung Rituale und
Traditionen kennen und schätzen lernen.
Wir feiern die Feste im Jahreskreis (z.B. Ostern, Abschiedsfest der zukünftigen
Schulkinder, Erntedank, Weihnachten) mit traditionellen Liedern, themenbezogenen
Aktionen und Wortgottesdiensten. Die Geburtstagsfeiern sind durch Rituale wie z.B.
Geschenk suchen geprägt. Auch im Tagesablauf sind immer wiederkehrende
Tätigkeiten enthalten.
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3.3 Unsere pädagogische Praxis
TAGESABLAUF
7.00 Uhr
Öffnung der Kindertageseinrichtung,
gemeinsame Morgengruppe
ca. 8.30 Uhr
Aufteilung in die beiden Gruppen
9.00 Uhr
Morgenkreis
Gemeinsames Frühstück
Freispiel
Kleingruppenangebote
Aufräumen
Spiel draußen
11.45 Uhr
Mittagessen für Kinder mit 45 Std.
Betreuungszeit oder 35 Std.
Blocköffnungszeit
12.00 - 12.30 Uhr
"Abholzeit" für Kinder mit 35 Std.
geteilter Betreuungszeit
12.30 - 14.00 Uhr
Ruhezeit bzw. Mittagsschlaf nach
Bedarf
14.30 Uhr
Ende der Blocköffnungszeit,
gemeinsame Nachmittagsgruppe für
Kinder mit 45 Std. oder 35 Std. mit
geteilter Betreuungszeit;
wechselnde Nachmittagsangebote
16.30 Uhr
Ende der Betreuungszeit
17
Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Tagesablauf.
Gemeinsame Morgengruppe
Frühmorgens treffen sich alle Kinder in einem Gruppenraum. Je nach Bedürfnissen
der Kinder wird gespielt, gemalt, gebaut oder eine Geschichte vorgelesen. So
können die Kinder auch Gruppen übergreifende Kontakte knüpfen und intensivieren.
Für Kinder unter drei Jahren und für alle neuen Kinder, die sehr früh in die Kita
gebracht werden, besteht in dieser Zeit die Möglichkeit in einer ruhigen Atmosphäre
in den Tag zu starten. Auf diese Weise gewöhnen sie sich schneller an den KitaAlltag. Die Trennung von den Eltern fällt dann oftmals leichter, da die Erzieherinnen
ausreichend Zeit haben, auf das einzelne Kind einzugehen. Ab 8.30 Uhr gehen alle
dann in ihre eigene Gruppe: Löwengruppe und Tigergruppe.
Ende der "Bringzeit" und Morgenkreis
Um eine sinnvolle Gestaltung des Vormittages zu ermöglichen, legen wir Wert
darauf, dass alle Kinder bis 9.00 Uhr in die Kita gebracht werden. Dann beginnt der
Morgenkreis. Hier kommen alle Kinder der Gruppe zusammen. Unsere Morgenkreise
bieten den Kindern eine thematische Vielfalt an. Montags können die Kinder in einer
Erzählrunde von ihren Wochenenderlebnissen berichten. An anderen Wochentagen
bestehen unsere Morgenkreise aus Liedern, Fingerspielen, Rätseln, Reimen,
Gruppenspielen,
Bilderbuchbetrachtungen,
Vorlesegeschichten,
und
anderen
didaktischen Elementen, die die Entwicklung des Kindes fördern. Die Kinder lernen
sich vor der Gruppe sprachlich auszudrücken und eigene Ideen und Vorstellungen in
das Gruppengeschehen einzubringen. Während eines Morgenkreises werden
Sozialkompetenz, Konzentration und kognitive Entwicklung gefördert. Er bietet den
Kindern einen angenehmen Start in den Tag. In diesem Kreis findet auch die
Geburtstagsfeier für das
jeweilige
Geburtstagskind
statt. Der gemeinsame
Morgenkreis hilft den Kindern, zur Ruhe zu kommen, Gemeinschaft zu erfahren und
soziale Fähigkeiten wie aufeinander Rücksicht nehmen, zuhören und abwarten zu
lernen.
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Das Freispiel als Schwerpunkt in unserem Bildungskonzept
Unsere pädagogische Arbeit ist durch einen individuellen und spielerischen Zugang
zu den Kindern geprägt. Das Freispiel ist ein fester Bestandteil im Tagesablauf.
Freispiel im Elementarbereich nennt man den Zeitabschnitt der pädagogischen Arbeit
in welchem sich Kinder das Spielzeug, den Ort und den Freund zum Spielen selbst
wählen dürfen.
Während des Freispieles wird das Kind in 7 grundlegenden Bereichen gefördert:
1. Sozialer Bereich : Kontakte aufnehmen,
Rollenübernahme,
Durchsetzungsvermögen lernen, sich an Neues heranwagen,
Misserfolge aushalten, Entgegenkommen üben, Gemeinschaft
erleben, Regeln und Absprachen akzeptieren, Hilfsbereitschaft
lernen
2. Sprache : Zuhören fördern,
Dialoge führen, Sprachverständnis
entwickeln, Grammatik lernen
3. Kognitiver Bereich: Gedächtnistraining, Erfahrungen sammeln,
sich Lernaufgaben und Ziele selbst setzen, Allgemeinwissen
erweitern, logisches Denken entwickeln
4. Psychomotorischer
Bereich
:
Sinneserfahrungen
Wahrnehmung fördern, Erfahren-Erleben und
machen,
Handeln, Ich-,
Sach-, Sozialkompetenz fördern, Grob- und Feinmotorik üben
5. Kreativer Bereich : Phantasie
ausleben,
Ideen
umsetzen,
Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien machen
6. Emotionaler
Bereich
:
Erlebtes
und
Geschehenes
durch
Rollenspiel und bei plastischen Tätigkeiten verarbeiten, Schutz
und Geborgenheit erleben, sich an Neues heranwagen, eventuelle
Misserfolge aushalten, Selbstbewusstsein und Persönlichkeit
stärken
7. Wahrnehmung
:
Konzentration
und
Ausdauer
üben,
Aufmerksamkeit stärken, Reize verarbeiten
Das Spiel hat einen hohen Stellenwert für die Entwicklung des Kindes. Das Kind
sammelt dabei elementare Erfahrungen. Es lernt mit "Kopf, Herz und Hand", d. h. mit
19
allen Sinnen. Dabei entwickeln sich Fantasie und Kreativität. Durch Ausprobieren
sammelt das Kind Erfahrungen. Nicht das Endprodukt ist wichtig, sondern das Tun.
Kinder unter drei Jahren entwickeln ihren eigenen Willen und wollen immer häufiger
eigenständig handeln. Wir bieten ihnen einerseits die notwendige Unterstützung an,
geben ihnen andererseits jedoch auch die Gelegenheit, vieles selber zu tun.
Gerade im sozialen Miteinander sind wir Vorbild und möchten einen rücksichtsvollen
Umgang miteinander vermitteln.
Speziell die jüngeren Kinder benötigen bei der Kontaktaufnahme und im
gemeinsamen Spiel, welches sich erst nach und nach entwickelt, die Unterstützung
der Erzieherinnen.
Das Explorations- und Experimentierbedürfnis der Kinder ist in dieser Altersstufe
besonders stark ausgeprägt. Dabei müssen die Kinder jedoch auch nach und nach
erfahren, dass es gewisse Grenzen gibt und so lernen sie mit der Zeit sich z. B. an
Gruppenregeln zu halten.
Auch die Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten wird durch spezielle Angebote
immer wieder angeregt. Dabei beachten wir immer wieder den Zusammenhang
zwischen Motorik und Kognition.
Im Spiel mit anderen können die Kinder ihre Konfliktfähigkeit erproben. Natürlich geben wir Erzieherinnen, wo es notwendig ist, Hilfestellung, haben aber Vertrauen in
die Eigenständigkeit der Kinder und wollen ihre Eigeninitiative fördern. Wir leiten die
Kinder an, sich bei Problemen verbal auseinander zu setzen und Lösungen oder
Kompromisse zu finden.
Das Kind kann spielen, es braucht es nicht erst zu lernen. Voraussetzung zum
Spielen sind vertraute Spieldinge und ein Gefühl der Sicherheit. Es spielt zunächst
allein oder neben anderen Kindern. Im Laufe seiner weiteren Entwicklung kommt es
zum Spielen mit anderen.
Das freie Spiel hat eine große Bedeutung für das seelische Wachstum des Kindes,
weil es eine tiefe Befriedigung der Gefühle ermöglicht.
Wir versuchen die nötigen Vorrausetzungen zu schaffen, damit das Kind frei spielen
kann. Deshalb planen wir die nötige Zeit zum ausgiebigen freien Spiel ein und
bereiten die räumliche Umgebung vor.
Kinder unter 3 Jahren brauchen besondere räumliche Bedingungen. Es müssen für
sie einerseits Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden, andererseits möchten wir
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ihnen jedoch auch die Möglichkeit geben, sich mit den älteren Kindern in der Gruppe
zurechtzufinden.
Die Freispielphase beginnt nach dem Morgenkreis und dem gemeinsamen
Frühstück. Die Kinder können jetzt auf dem Bauteppich oder in der Puppenecke
spielen, malen, basteln, sich ein Buch anschauen oder Gesellschaftsspiele machen.
In kleinen Gruppen dürfen sie auch im Flur, in der Turnhalle oder im Mehrzweckraum
spielen. Kinder unter 3 Jahren benötigen zunächst noch vermehrt
Aufsicht und
Betreuung, so dass sie deswegen anfangs immer gemeinsam mit einer Erzieherin
die unterschiedlichen Räumlichkeiten nutzen können.
Das Kind will mit anderen Kindern spielen, es muss sich aber auch zurückziehen und
allein spielen können. Es will sich ausreichend bewegen und aktiv sein, braucht aber
auch ruhiges Spielen und "Nichtstun“. Dies muss bei Kindern unter 3 Jahren
besonders berücksichtig werden. Eine ruhige, nach Möglichkeiten lärmfreie
Atmosphäre sorgt für Entspannung und fördert Ausdauer und Kreativität.
Das Kind will tun, was ihm einfällt, es braucht dabei jedoch auch den Erwachsenen.
Manchmal kann das Kind sich lange und ausdauernd mit einer Sache beschäftigen,
ein anderes Mal kann sein Interesse an bestimmten Spielen schnell wechseln.
Das Kind will sich allein im Kindergarten bewegen, es braucht aber auch die Nähe
und persönliche Zuwendung des Erwachsenen.
Wir begleiten das Spiel der Kinder:
Wir helfen, wenn es nötig ist. Hilfe zur Selbsthilfe: "Hilf mir es selbst zu tun!" , ein
wichtiger Satz aus der Pädagogik von Maria Montessori.
Wir spielen mit, wo es erforderlich ist, je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder
und lassen uns in die Rollenspiele einbeziehen. Wir helfen ihnen sich mit den
unterschiedlichen Spielmaterialien vertraut zu machen und eine Orientierung in den
verschiedenen Spielbereichen zu bekommen.
Wir beobachten das Spiel, um den Entwicklungsstand der Kinder besser zu
verstehen und ihnen die notwendige Förderung und Begleitung geben zu können.
Verschiedene Spielbereiche ermöglichen dem Kind, in einer Kleingruppe oder auch
allein zu spielen.
21
Alle
Spielsachen
sollen
vielseitig
verwendbar
sein
und
einen
starken
Aufforderungscharakter haben. Daher wechseln wir Spielmaterialien von Zeit zu Zeit
aus, um das Angebot möglichst vielseitig und interessant zu gestalten. Das
Spielmaterial soll den jeweils verschiedenen Entwicklungsstufen der Kinder
entsprechen. Bei Kindern unter 3 Jahren achten wir insbesondere auf die
Eigenschaften des Spielzeugs. Wir berücksichtigen Größe, Form, vielseitige
Nutzungsmöglichkeiten und Sicherheit der Gegenstände.
Nach Absprache stehen den Kindern während des Freispiels auch die Spielbereiche
außerhalb der Gruppenräume zur Verfügung.
Gemeinsames Frühstück
Um 9.30 Uhr nach dem Morgenkreis frühstücken wir alle gemeinsam mit dem Ziel,
das Zugehörigkeitsgefühl zu stärken und gemütliches Zusammensein zu erleben.
Auch Kinder, die schon vorher gefrühstückt haben, setzen sich dazu. In der Regel
wird die große Runde nach 10 bis 15 Minuten aufgelöst.
Selbstverständlich können die Kinder auch schon vorher frühstücken, gerade wenn
sie sehr früh in die Einrichtung gebracht werden und zu Hause noch nicht
gefrühstückt haben.
Wir legen Wert auf ein gesundes Frühstück, das die Kinder von zu Hause mitbringen,
d. h. z. B. Obst oder Gemüse, Brot oder Jogurt - nicht zu große Mengen, die auch
aufgegessen werden können. Nicht erwünscht sind Süßigkeiten (natürlich außer an
Geburtstagen oder zu besonderen Gelegenheiten). Wir bieten den Kindern Wasser
zu trinken an, auf Wunsch bringen die Kinder eigene Getränke in Flaschen mit, um
überflüssigen Müll zu vermeiden (keine Saftpäckchen).
Zusätzlich bringt jeden Tag ein anderes Kind etwas Gesundes für die ganze Gruppe
mit. Das kann z. B. geschnittenes Obst oder Gemüse sein. Es sollen keine großen
Mengen sein, sondern einfach ein Beitrag, um den Kindern bewusst zu machen,
welche Nahrungsmittel gesund sind. Es bereitet ihnen auch Freude, etwas für die anderen mitzubringen. Die Kinder frühstücken selbstständig und sorgen anschließend
für Ordnung am benutzten Frühstücksplatz. Bei Kindern unter 3 Jahren achten wir
darauf, dass auch sie beim Frühstücken selbstständiger werden. Am Anfang geben
22
wir ihnen in jeder Hinsicht Hilfestellung. Die älteren Kinder helfen dabei auch gerne
den Kleineren und sind für sie Vorbild.
1x im Monat findet ein gemeinsames Gruppenfrühstück statt, für welches jede
Familie etwas mitbringen kann.
Angebote
Immer wieder werden auch Aktivitäten mit Kleingruppen oder der Gesamtgruppe
vorbereitet und durchgeführt. Geplante Angebote können sein: Gespräche,
Bilderbücher, religiöse Erzählungen, Lied- und Spieleinführungen, Fingerspiele,
Sinnesübungen, praktisches Tun (backen, kochen, Gartenarbeit) kreatives Gestalten,
Bastelangebote, Erkundungsausflüge in Kleingruppen (z. B. Feuerwehr, Museum,
Bäcker,
Planetarium,
Besuch
der
Bücherei
u. A.)
sowie
Rhythmik-
und
Bewegungserziehung. Um letzteres besonders zu fördern, findet 1 x wöchentlich für
jede Gruppe ein gezieltes Turnangebot statt.
Wir kooperieren mit unterschiedlichen Einrichtungen, um den Kindern z. B. die
Möglichkeit einer zusätzlichen musikalischen Frühförderung anzubieten.
Zu den Erkundungsausflügen gehören auch unsere Waldtage. In der Zeit von April
bis September fahren wir in Kleingruppen in den Wald. Die Kinder benötigen
wetterfeste Kleidung und ein kleines Picknick. Welche Kinder mitfahren, erfahren Sie
im Vorfeld durch einen Aushang an unserer Pinnwand oder Sie erhalten einen
Elternbrief.
Für die Auswahl der Angebote versuchen wir Situationen aufzugreifen, die für unsere
Kinder wichtig sind und ihrem Bedürfnis nach Erweiterung ihrer Fähigkeiten und
Erfahrungen entsprechen.
Für die „Wackelzähne“ - unsere Vorschulkinder- startet nach den Sommerferien
einmal wöchentlich vormittags ein spezielles Angebot; von alltäglichen Dingen, wie
z.B. Schleife binden über verschiedene Projekte bis hin zu Ausflügen (Polizei,
Feuerwehr, Rieselfelder, Stadtwerke, etc.).
Aktivitäten in kleinen Gruppen laufen oftmals parallel zum Freispiel.
23
Spiel draußen
Nach dem gemeinsamen Aufräumen gehen wir auf den Spielplatz.
Wir versuchen so oft wie möglich (entsprechend den Witterungsverhältnissen) den
Kindern das Spielen im Freien zu ermöglichen. Hier können die Kinder ihren starken
Bewegungsdrang ausleben.
Übermittagbetreuung
Ab ca. 11.45 Uhr bieten wir eine Übermittagbetreuung mit einem warmen
Mittagessen für Kinder mit 35 Stunden Betreuungszeit im Block und für Kinder mit 45
Stunden Betreuungszeit an.
Vorher müssen Vorbereitungen in den Gruppenräumen getroffen werden. Hierzu
decken ein oder zwei Kinder gemeinsam mit einer Erzieherin den Tisch.
Das
Essen
wird
von
einer
Großküche
geliefert.
Der
Speiseplan
ist
abwechslungsreich und kindgerecht. Wir achten auf gesunde, abwechslungsreiche
Kost. Miteinander zu essen, ist für die Kinder ein schönes und wichtiges
Gemeinschaftserlebnis. Wir vermitteln den Kindern dabei Rituale wie z. B. das
Tischgebet oder die Pflege einer gewissen Tischkultur.
Nach dem Mittagessen räumen wir gemeinsam den Tisch ab und putzen unsere
Zähne. Anschließend beginnt eine kurze Ruhepause. Die Kinder unter 3 Jahren
gehen in ihre Schlafräume, wo sie von einer Erzieherin betreut werden. Auch ältere
Kinder,
wenn
es
gewünscht
wird,
können
in
den
Schlafräumen
ruhen.
„Nichtschlafende“ Kinder bleiben in den Gruppenräumen. Hier haben sie die
Möglichkeit, sich zurückzuziehen, ruhige Spiele zu machen und Musik oder
Geschichten zu hören. Nach dem langen Vormittag ist diese Zeit sehr wichtig, um
wieder Kraft zu sammeln für die nächsten Stunden.
24
Nachmittagsgruppe
Von 14.30 - 16.30 Uhr können die Kinder mit 35 Stunden geteilter Betreuungszeit
noch einmal wieder zurück in die Kita kommen. Für Kinder mit 35 Stunden
Blocköffnung endet die Betreuung um 14.30 Uhr. Die Nachmittagsangebote finden
Gruppen übergreifend statt und werden immer von mindestens zwei Erzieherinnen
betreut. Hier besteht dann wieder die Möglichkeit, dass sich die Kinder aus beiden
Gruppen besser kennen lernen und neue Kontakte knüpfen. Es finden verschiedene
Angebote statt: Kreatives Gestalten, Sport, kochen und backen und Aktivitäten
draußen.
3.4 Bildungsarbeit und Bildungsdokumentation
Jedes Kind hat einen Anspruch auf Bildung und Förderung seiner Persönlichkeit.
Seine Erziehung liegt in der vorrangigen Verantwortung seiner Eltern. Die
Kindertageseinrichtung ergänzt die Förderung des Kindes in der Familie und
unterstützt die Eltern in der Wahrnehmung ihres Erziehungsauftrages.
Wir
als
Kita
haben
einen
eigenständigen
Bildungs-,
Erziehungs-
und
Betreuungsauftrag, den wir nach unserem eigenen einrichtungsspezifischen
pädagogischen Konzept durchführen.
Die Förderung des Kindes in der Entwicklung seiner Persönlichkeit und die Beratung
und Information der Eltern insbesondere in Fragen der Bildung und Erziehung
gehören zu unseren Kernaufgaben.
Die Erzieherinnen kommen dem Bildungs- und Erziehungsauftrag im regelmäßigen
Dialog mit den Eltern nach und achten dabei besonders deren erzieherische
Entscheidungen.
Die Bildungs- und Erziehungsarbeit zielt darauf ab, das Kind in seiner Entwicklung zu
einer eigenständigen, gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu fördern, es zu
25
Verantwortungsbereitschaft,
Gemeinsinn
und
Toleranz
zu
befähigen,
seine
interkulturellen Kompetenzen zu stärken, die Herausbildung kultureller Fähigkeiten
zu ermöglichen und die Aneignung von Wissen und Fertigkeiten in allen
Entwicklungsbereichen zu unterstützen.
Wir gestalten die Bildungskonzepte so, dass die individuelle Bildungsförderung die
unterschiedlichen Lebenslagen der Kinder und ihrer Eltern berücksichtigt und
unabhängig von der sozialen Situation der Kinder sichergestellt ist. Die Eltern werden
regelmäßig über die Ergebnisse der Bildungsförderung unterrichtet werden.
Hierzu informieren wir durch Aushänge, Elternbriefe, Tafeln vor den Gruppenräumen,
sowie Elternabende zu verschiedenen pädagogischen Themen.
Die Entwicklung eines jeden Kindes wird beobachtet und regelmäßig dokumentiert;
vorausgesetzt, dass die Eltern hierzu ihre schriftliche Zustimmung geben.
Wir erstellen für jedes Kind eine halbjährliche Bildungsdokumentation, um die
Entwicklung in den verschiedenen Bildungs- und Entwicklungsbereichen zu
verfolgen. Außerdem erstellen wir in der Eingewöhnungsphase ebenfalls kurze
Dokumentationen, die uns als Grundlage für die regelmäßig stattfindenden
Elterngespräche dienen.
(Jeweils ein Beispiel eines solchen Dokumentationsbogens befindet sich Im Anhang.)
Wir legen großen Wert auf den regelmäßigen Austausch mit den Eltern und bieten
daher nach Bedarf ausführliche Entwicklungsgespräche an.
Da die Ablösung des Kindes vom Elternhaus und der Eintritt in die Kita eine wichtige
Phase im Leben der gesamten Familie ist, ist es besonders wichtig, dass ein
intensiver und vertrauensvoller Kontakt zwischen Elternhaus und Erzieherinnen
besteht, um den Kindern eine optimale Entwicklung zu ermöglichen.
Die Anforderungen und Erwartungen an die Kinder heutzutage werden immer
komplexer. Wir möchten die Kinder nicht nur auf den nächsten großen
Entwicklungsschritt, den Eintritt in die Schule vorbereiten, sondern auf den
Kompetenzerwerb, den sie für ein zufriedenes und glückliches Leben brauchen.
Kindliche Entwicklung ist von Anfang an ein Bildungsprozess, der Begleitung und
Unterstützung benötigt, die wir den Kindern individuell anbieten möchten.
26
Neben dem Dienstleistungsangebot in Sachen Betreuung gewinnt auch die
Weiterentwicklung der Kitas zu Bildungsorten für Kinder immer mehr an Bedeutung.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, Bedingungen zu schaffen, unter denen ein Kind
am besten aktiv sein und deshalb optimal lernen kann.
Je kindgerechter die Umwelt ist, desto eher kann ein Kind konstruktiv an seiner
Entwicklung „bauen“ und sich bilden.
Bildung und Lernen sind als aneignende Fähigkeiten zu verstehen, die selbst initiiert,
selbst organisiert und erfahrungsabhängig sind. Die Initiative dabei kommt vom Kind
selbst.
Für ihre Bildungsprozesse brauchen Kinder Erwachsene als Bindungspersonen. Die
bestmögliche Ausgangsposition für Bildung und Lernen ist eine sichere Bindung des
Kindes.
Daher ist es uns wichtig, eine stabile und tragfähige Bindung zum Kind aufzubauen,
um Entwicklung optimal zu unterstützen.
Wesentliche Bedingungen für die körperliche, intellektuelle und emotionale
Entwicklung des Kindes ist die Erfüllung seiner elementaren Bedürfnisse.
Kinder sollen ihre Grundbedürfnisse nach Pflege, Betreuung, verlässlicher und
liebevoller Beziehung und Bindung, Sicherheit, Autonomie und Regulation in unserer
Einrichtung befriedigt wissen.
Der griechische Philosoph Heraklit formulierte: „Lehren heißt nicht, ein Fass zu füllen,
sondern eine Flamme zu entzünden.“
Eine anregende Bildungsumwelt bereitzustellen, von der sich die Kinder in ihrem
momentanen
Entwicklungsstand
angesprochen
fühlen,
ist
Aufgabe
der
Erzieherinnen.
Hierbei sind besonders Merkmale wie Platz, Zeit, vielseitige Materialien, Heiterkeit,
erwachsene Spielpartner, sowie altersgleiche und altersfremde Spielpartner von
großer Bedeutung.
Ein Bildungskonzept kann keine starre Struktur haben, sondern muss die
veränderten Lebensbedingungen einschließen und sensibel und flexibel darauf
reagieren.
27
3.5 Vorschulförderung
Da die Einschulung einen Meilenstein in der Entwicklung eines Kindes darstellt, sollte
der Übergang zwischen Kindertageseinrichtung und Grundschule sorgfältig gestaltet
werden. Wir arbeiten eng mit den örtlichen Grundschulen zusammen und fördern
unsere Vorschulkinder gezielt in den unterschiedlichen Kompetenzbereichen.
Neben den geistigen Fähigkeiten erachten wir auch körperliche Fähigkeiten wie
Geschicklichkeit, Ausdauer und Sinnesfunktionen für wichtig. Wir möchten sowohl
den emotionalen als auch den sozialen Entwicklungsstand der Kinder im Hinblick auf
den Schuleintritt fördern.
Dazu gehören beispielsweise das Verkraften von Misserfolgen, die Regeleinhaltung,
die
sozialverträgliche
Regelung
von
Konflikten,
die
Ausbildung
eines
Gemeinschaftssinnes sowie die Förderung der Selbständigkeit.
Wir besuchen die Grundschulen und die Kinder können eine Unterrichtsstunde
mitmachen, um Schwellenängste abzubauen und eine realistische Vorstellung von
Schule zu entwickeln.
Wir arbeiten bewusst nicht nach Vorschulprogrammen mit Arbeitsblättern, da sie
unseres Erachtens durch Einseitigkeit keine optimale Förderung gewährleisten.
Vielmehr legen wir großen Wert auf die Förderung der emotionalen und sozialen
Fähigkeiten der Kinder.
Im letzen Kita-Jahr findet
1x wöchentlich ein spezielles Angebot für die
Vorschulkinder statt, welches im Wechsel von allen Kolleginnen des Teams betreut
wird.
Die Angebote reichen von alltäglichen Dingen, wie z. B. Schleife binden über
verschiedene Projekte bis hin zu Ausflügen (Polizei, Feuerwehr, Biologische Station
in den Rieselfeldern, Stadtwerke, etc.)
28
3.6 Integrative Erziehung
“So wenig besonders wie nötig, so viel gemeinsam wie möglich”
Zum Selbstverständnis unserer Einrichtung gehört die individuelle Förderung eines
jeden Kindes. Wir sind offen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen und möchten
allen Kindern den Besuch einer wohnortnahen Kita ermöglichen, um sie in ihrem
gewohnten sozialen Umfeld aufwachsen zu lassen.
Unter möglichst optimalen Rahmenbedingungen möchten wir jedes Kind im Rahmen
seiner Möglichkeiten fördern.
Daher besuchen mittlerweile auch immer mehr Kinder mit Entwicklungsauffälligkeiten
und besonderem Förderbedarf unsere Einrichtung.
Seit 2003 arbeiten wir daher schon integrativ. Was bedeutet das nun genau?
Die gemeinsame Erziehung von Kindern mit Behinderung/ von Behinderung
bedrohten Kindern und Kindern ohne Behinderung ist als Angebot katholischer
Tageseinrichtungen für Kinder im westfälischen Teil der Diözese Münster mittlerweile
selbstverständlich und nicht mehr wegzudenken. In mehr als 70% der Kitas wird das
integrative Konzept umgesetzt.
Diese Betreuungsform im Wohnumfeld der Kinder bietet den Eltern eine wertvolle
Unterstützung in ihrer Erziehungsaufgabe und allen Kindern und Erwachsenen eine
bereichernde
Erfahrung
im
täglichen
Zusammenleben
in
ihrem
vertrauten
Lebensumfeld.
Um ein Kind in diese vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe(LWL) finanzierte
Fördermaßnahme aufnehmen zu können wird neben einer ärztlichen und
pädagogischen Stellungnahme die Einverständniserklärung der Eltern benötigt.
Die
Kita
beschäftigt
dafür
eine
heilpädagogische
Zusatzkraft,
die
sich
schwerpunktmäßig um die Belange der speziellen Förderung der Kinder kümmert.
Die
Mitarbeiter
unterliegen
selbstverständlich
der
Schweigepflicht;
diese
Fördermaßnahme wird absolut vertraulich und anonym behandelt.
Integrative Erziehung in der Kita kann und soll keine Therapien ersetzen, sondern
hilft den Kindern zunächst, sich mit ihren Stärken und Schwächen in der Gruppe
zurecht zu finden. Im Mittelpunkt steht das einzelne Kind mit seinen speziellen
Bedürfnissen und Fähigkeiten. Uns ist es dabei sehr wichtig, ressourcenorientiert mit
29
den Stärken und Fähigkeiten der Kinder zu arbeiten und nicht die Schwierigkeiten
oder Defizite in den Vordergrund zu stellen.
Wir berücksichtigen die individuelle Lebenssituation des Kindes und möchten ihm zu
größtmöglicher Selbständigkeit und Eigenaktivität verhelfen. Die soziale Integration in
die Gesamtgruppe ist uns ebenfalls sehr wichtig. Von der gemeinsamen Erziehung
profitieren alle Kinder, denn sie lernen von- und miteinander, indem sie sich in ihrer
Andersartigkeit annehmen, einander helfen und rücksichtsvoll miteinander umgehen.
Die Hilfen und Fördermaßnahmen werden so in den normalen Tagesablauf
eingebaut, dass sie von den Kindern gar nicht als solche wahrgenommen werden.
Durch verschiedene Arbeitskreise und Fortbildungen gewährleisten wir die Qualität
unserer Arbeit.
Darüber
hinaus
arbeiten
wir
eng
mit
Kinderärzten,
Therapeuten,
dem
Gesundheitsamt, dem Jugendamt sowie den örtlichen Grund- und Förderschulen
zusammen, um eine optimale Betreuung der Kinder zu gewährleisten und eine
Vernetzung der Hilfen für die Familien sicher zu stellen.
3.7 Delfin 4
Seit 2007 wird in Nordrhein-Westfalen bei allen Kindern zwei Jahre vor der
Einschulung eine Sprachstandsfeststellung durchgeführt. Dabei wird überprüft, ob
die Sprachentwicklung eines Kindes aus pädagogischer Sicht altersgemäß ist und ob
es die deutsche Sprache hinreichend beherrscht. Die Teilnahme an dem Sprachtest
ist verpflichtend.
Der Test umfasst gegebenenfalls zwei Stufen und wird zunächst in der Kita von den
Erzieherinnen in Zusammenarbeit mit einer Lehrerin aus der örtlichen Grundschule
durchgeführt. In einer kleinen Gruppe bis zu vier Kindern wird das Spiel “Besuch im
Zoo” gespielt; Ziel dabei ist es, die Kinder immer wieder zum Sprechen und
Nachsprechen
anzuregen.
Für
Kinder,
deren
Sprachentwicklung
und
Deutschkenntnisse altersgemäß sind, ist das Testverfahren nach dieser ersten Stufe
bereits beendet. Stellt sich heraus, dass das Kind offensichtlich Unterstützung in
30
seiner Sprachentwicklung benötigt, wird bereits nach dieser ersten Stufe die
Notwendigkeit einer zusätzlichen Sprachförderung festgestellt. Für Kinder, deren
Sprachstand nach der ersten Stufe noch nicht eindeutig zu beurteilen ist, wird ein ca.
30 minütiger Einzeltest, der “Besuch im Pfiffikus-Haus”, von speziell geschulten
Grundschullehrern, durchgeführt.
Sollte
beim
Kind
Sprachförderbedarf
bestehen,
erhält
es
die
zusätzliche
Sprachförderung in der Kita während des normalen Tagesablaufes. Auch die
Teilnahme an der eventuell notwendigen zusätzlichen Sprachförderung ist
verpflichtend.
Wichtig bei der Sprachförderung ist uns, den Kindern eine grundsätzliche Haltung zu
vermitteln, da es bei Sprache immer um Beziehungen zwischen Menschen geht.
Sprachförderung sollte vor allem Spaß machen.
Durch unser Vorbild möchten wir bei den Kindern Freude an Sprache und
Kommunikation wecken.
Dafür ist es wichtig, die Kinder als Gesprächspartner ernst zu nehmen und sich Zeit
zum Zuhören zu nehmen.
Verhaltensweisen wie korrektives Feedback ( Gesagtes richtig zu wiederholen ohne
das Kind zu verbessern) und redundantes Sprechen (wichtige Informationen mit
anderen Formulierungen mehrfach zu wiederholen) ermöglichen es den Kindern, sich
sprachlich weiter zu entwickeln. Günstig ist es auch, Kindern Sprache auf einem
etwas höheren Niveau anzubieten als sie selbst bereits sprechen.
Praktisch werden in der Sprachförderung Lieder, Fingerspiele und Reime sowie
Bilderbücher und Geschichten eingesetzt. Auch Rollenspiele und mundmotorische
Übungen wie Pustespiele und Grimassen schneiden bereiten den Kindern viel Spaß.
Im Rahmen der ganzheitlichen Förderung werden auch andere Entwicklungsbereiche
wie taktile Wahrnehmung, Tiefensensibilität, Motorik und
auditive Fähigkeiten
geschult.
Weitere Informationen erhalten Sie jederzeit vom Kita-Team oder auch unter www.
schulministerium.nrw.de und unter www. mgffi.nrw.de
31
3.8 Bedeutung der Raumgestaltung
Kinder wollen entdecken und Neues kennen lernen. Sie sind neugierig und ihr
Wissensdrang ist groß. Kinder, die ihren eigenen Fähigkeiten vertrauen, wollen ihr
Leben möglichst selbstständig meistern. Sie lehnen die Hilfsbereitschaft von
Erwachsenen oft ab, etwa mit: "Das kann ich allein!". Dies setzt allerdings voraus,
dass ihnen nicht vermittelt wurde, dass sie für vieles noch "zu klein" sind und dass es
bequemer ist, sich helfen zu lassen. Wir möchten dem Bedürfnis der Kinder, den
Radius der eigenen Fähigkeiten zu erweitern, entgegen kommen, ausgehend von
ihrem persönlichen Lernbedürfnis und ihrer individuellen Lebenssituation.
In diesem Zusammenhang ist auch die Raumgestaltung von besonderer Bedeutung.
Der Eintritt in den Kindergarten bedeutet oft die erste Loslösung von den
Eltern und der erste Aufbruch in das eigene Leben. Der Kindergarten soll für
das Kind zu einem Ort werden, an dem es sich wohl fühlt und zum kreativen
und fantasiereichen Spiel angeregt wird. Der Gruppenraum kann zunächst für
das Kind fremd sein. Das eigene Zeichen, der Garderobenhaken, das Foto am
Geburtstagskalender und ähnliches bilden die ersten Orientierungspunkte.
Wir versuchen die Räume so zu gestalten, dass die Kinder ihren unterschiedlichen
Spielbedürfnissen nachgehen können, ohne sich gegenseitig zu stören.
In jedem Gruppenraum befindet sich eine Hochebene, die Platz bietet für
Puppenecke und Bauteppich. Außerdem gibt es verschiedene andere Spielbereiche
wie Leseecke, Mal- und Basteltisch, Frühstückstisch usw. Bestimmte Spielräume
ergeben sich aus dem Zusammenspiel oder dem Alleinspiel der Kinder wie z. B.
Zirkus, Frisör u. ä.
Zu jedem Gruppenraum gehört ein eigener Waschraum der über den Flur zu
erreichen ist, hier gibt es jeweils zwei Toiletten, zwei Waschbecken und eine
Wickelkommode, sowie ein Regal für die Zahnputzbecher der Kinder.
Als Orientierungshilfe für die Kinder sind die Waschräume farblich unterschiedlich
gestaltet; der Waschraum der Löwengruppe ist rot, der Waschraum der Tigergruppe
ist gelb. Der gelbe Waschraum ist zusätzlich mit einer Dusche ausgestattet.
32
Der Flur und der Eingangsbereich können auch zeitweise zum Spielen genutzt
werden. Hier stehen den Kindern wechselnde Spielmöglichkeiten zur Verfügung
(z. B. Kaufladen, große Bausteine, Verkleidungsecke...).
Für Gruppen übergreifende Angebote nutzen wir den Flurbereich z.B während der
Adventszeit, um mit den Kindern an der Krippe die Weihnachtsgeschichte zu
erzählen.
Spielzimmer:
Es bietet den Raum, einzelne Kinder zu fördern und mit einer Kleingruppe zu
arbeiten.
Die Kinder können Bilderbücher betrachten oder Gesellschaftsspiele
machen. Für die unter dreijährigen Kinder gibt es Polster, ein Bällebad und die
Möglichkeit, eine Hängematte aufzuhängen. Je nach Bedürfnissen der Kinder
gestalten wir den Raum zwischendurch um.
Turnraum/Mehrzweckraum:
Er bietet ausreichend Platz für Turnangebote oder eine Bewegungsbaustelle, hier
findet z. B. auch das Angebot der Musikschule statt. Dieser Raum wird ebenfalls für
Kleingruppenarbeit und Feste genutzt. Auch am Vormittag bietet er während der
Freispielphase der Kinder eine ideale Spielmöglichkeit.
Schlafräume:
Ausgestattet mit ausreichend Betten sowie Bettzeug können die Kinder hier ihren
Mittagsschlaf machen. Damit sie besser zur Ruhe kommen können, werden sie in
der Einschlafphase von einer Erzieherin begleitet.
Das Atelier:
Der Raum wird hauptsächlich als Kreativraum genutzt. Die Kinder können hier
malen, modellieren oder an der Werkbank schöpferisch tätig werden.
Büro:
Die Leiterin der Tageseinrichtung und auch das Team haben hier die Möglichkeit
am PC zu arbeiten, Vorbereitungen für den pädagogischen Alltag zu treffen oder
Bildungsdokumentationen zu verfassen. Alle wichtigen Ordner, Fachbücher,
33
Dienstpläne usw. befinden sich dort. Der Raum steht ebenfalls für Anmelde- und
sonstige Elterngespräche zur Verfügung.
Küche:
Da das Mittagessen von einer Großküche angeliefert wird, werden in der Küche
lediglich letzte Vorbereitungen, wie Obst und Rohkost schneiden und Einfüllen des
Essens in Schüsseln erledigt. Die Küche ist ausgestattet mit Spülmaschine, Herd mit
Backofen, Kühlschrank mit Gefrierfach, einer Mikrowelle sowie ausreichend
Schränken mit Stauraum.
Abstellraum:
Der Abstellraum bietet Platz um Putzsachen, Werkzeuge und Arbeitsmaterialien zu
lagern. Dieser Raum ist aus Sicherheitsgründen für die Kinder nicht zugänglich.
Das Außengelände:
Auf unserem Außengelände laden verschiedene Bereiche zum Spielen, Entdecken
und Experimentieren ein: ein großer Sandkasten, Fahrzeuge und Sandspielzeug, die
Arche Noah als Kletterschiff, ein Spielhäuschen, ein Rutschberg mit Kriechtunnel,
eine Vogelnestschaukel, auf der mehrere Kinder zusammen Platz finden - für
geheimnisvolle Verstecke eignen sich besonders unsere Sträucher und Bäume.
Unser Kletterbaum bietet den Kindern eine weitere Möglichkeit sich auszuprobieren.
Als variable Spielmöglichkeit bieten wir den Kindern noch einen Hängemattenstuhl
und ein Kletterseil an.
Die Gestaltung des Spielplatzes hat sich im Laufe der Jahre verändert, um attraktive
Spielbedingungen zu erhalten und neue Möglichkeiten zu schaffen, nicht zuletzt auch
immer wieder durch den Einsatz und die Mitwirkung der Elternschaft.
34
4.Religionspädagogische Arbeit
Wenn Kinder in die Kindertageseinrichtung kommen, bringen sie ihre Religion, ihren
Glauben, ihre Fragen und Hoffnungen mit.
„Wo wohnt Gott?“
„Was macht Gott, wenn er schläft?“
„Mein Opa ist tot. Wo ist er jetzt?“
Dabei bringen sie neben Fragen auch vieles mit, von dem wir Erwachsene lernen
können Wir können von Kindern lernen, was Vertrauen heißt, was glauben heißt,
dass nicht nur die sichtbaren Dinge wichtig sind.
Religionspädagogik verstehen wir als ganzheitliche Erziehung. Sie vermittelt eine
Grundhaltung, die es dem Kind ermöglicht, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken.
Unser Bild vom Kind setzt bei seiner Person an, die von Gott geschaffen und
einmalig ist. Wir verstehen unseren Auftrag so, dass wir Kinder in ihrer Einzigartigkeit
annehmen, sie ermutigen in ihren Sorgen und Nöten, ihrer Freude und ihrer
Traurigkeit. Sie sollen erfahren, dass ihre Fragen und Gefühle ernst genommen
werden.
Als katholische Tageseinrichtung hat die religiöse Erziehung für uns einen
bedeutenden Stellenwert in der Erziehung des Kindes. Wir möchten den Kindern
christliche Werte vermitteln wie:
Achtung vor der Schöpfung
Menschlichkeit
Nächstenliebe
Rücksichtnahme
Hilfsbereitschaft
Wertschätzung
Ermutigung
Erfahrbar wird Religion im gemeinschaftlichen Erleben und Tun. Deshalb setzen wir
unseren religionspädagogischen Auftrag um, indem wir
- den Kindern Geschichten aus der Bibel nahe bringen und verständlich machen
- Lieder singen, die vom Glauben erzählen
35
- gemeinsam beten ( z.B. vor dem Mittagessen )
- Feste gemeinsam vorbereiten, erklären und feiern
- Wortgottesdienste feiern zu besonderen Anlässen wie Erntedankfest,
Aschermittwoch, Ostern, Abschied der Vorschulkinder ( Wackelzähne )
- die Advents- und vorösterliche Zeit bewusst gestalten
- 2x jährlich einen Familienwortgottesdienst für die Gemeinde vorbereiten und
durchführen
- Kinder und Eltern anderer Religionszugehörigkeit akzeptieren und respektieren.
5. Interkulturelle Arbeit
Unsere Gesellschaft ist multikulturell. Diese Vielfalt ist nichts Ungewöhnliches mehr
und gehört zum normalen Alltag.
Etwa ein Drittel der Kinder, die zur Zeit unsere Einrichtung besuchen, haben einen
Migrationshintergrund, d.h. mindestens ein Elternteil stammt aus einem anderen
Land. Die Lebenssituation dieser Familien ist durch unterschiedliche Kultur,
Lebensweise oder persönlichen Erfahrungshintergrund geprägt. Unter ihnen gibt es
Familien, die sehr gut integriert sind, andere wiederum haben wenige Kontakte oder
überwiegend solche mit Menschen ihrer eigenen Kultur.
36
„ Die Tageseinrichtung soll eine Umgebung darstellen, die Respekt vor allen
Menschen, Solidarität und das Recht, anders zu sein, fördert.“ ( Norwegischer
Rahmenplan )
In unserer Kindertageseinrichtung möchten wir sowohl Fremdes in seiner
Andersartigkeit integrieren, wie auch die deutschen gesellschaftlichen Rituale und
Traditionen erklären und leben. Das Fremde bleibt in seiner Andersartigkeit präsent
und wirkt als Bereicherung. Es bietet die Chance eines annähernden und
verstehenden Umgangs miteinander.
Interkulturelle Kompetenz ist ein Bildungsziel, das alle Kinder und Erwachsenen
gleich welcher Herkunft betrifft.
Wir wollen den Kindern die Möglichkeit eröffnen, kulturelle Aufgeschlossenheit zu
entwickeln. Wir möchten ihre Neugier auf andere Kulturen und ihre Freude, Neues zu
entdecken unterstützen. Die Kinder sollen begreifen, die eigene Sichtweise als eine
Perspektive unter anderen möglichen zu sehen. Wir wünschen uns, dass in der
Kindertageseinrichtung eine Atmosphäre entsteht, die Verständnis für die eigene
Kultur sowie Anerkennung und Respekt vor anderen Kulturen hervorbringt.
6. Gewährleistung der Qualität der pädagogischen Arbeit
6.1 Teamarbeit
Für uns hat es eine große Bedeutung, viel Zeit zu investieren, um die Qualität
unserer Arbeit, wie wir sie bisher beschrieben haben, zu sichern und weiter zu
entwickeln. Dazu nutzen wir im Mitarbeiterteam die folgenden Formen der
Unterstützung.
37
Tägliche Absprachen
Je nach Notwendigkeit finden vor dem Morgenkreis, mit den Gruppenerzieherinnen
und der Leitung, kurze Absprachen statt.
Teamgespräche
Einmal in der Woche ist nach der offiziellen Öffnungszeit eine gemeinsame
anderthalbstündige Teamsitzung anberaumt. Dort werden Termine im Jahreskreis
festgelegt und zu gegebenem Zeitpunkt ausgearbeitet (Sommerfeste, Gottesdienste,
Übernachtung der zukünftigen Schulkinder, Adventsfeier, Karneval, usw.)
Hier nutzen die Erzieherinnen die Möglichkeit, die Interessen der Kinder aufzugreifen
und abzuwägen, welche davon sinnvoll mit ihnen zu verwirklichen sind. Gemeinsam
werden dafür gezielte pädagogische Angebote vorgeschlagen und in der Praxis
angewandt.
Von großer Bedeutung sind auch gemeinsame Gespräche über die Gruppensituation
sowie das Verhalten einzelner Kinder. Offene Fragen und Unsicherheiten im Team
können gemeinsam geklärt werden. Dabei kann auch eine Supervision sehr hilfreich
sein. Supervision ist ein Beratungskonzept, mit dessen Hilfe Einzelpersonen oder
Teams ihre berufsbezogenen Handlungen und Strukturen reflektieren. Sie hat einen
reflexiven und analytischen Charakter. Mit Hilfe eines außenstehenden Supervisors
werden berufsbezogene Problemkonstellationen auf Lösungen hin bearbeitet. Diese
berufsbegleitende Beratungsarbeit hat das Ziel, die berufliche Handlungskompetenz
zu erweitern und strebt eine befriedigende Gestaltung von Arbeitsbeziehungen an.
Strukturen, Wirkungsweisen und Problemstellungen des Arbeitsfeldes können
differenziert betrachtet werden, um daraus Rückschlüsse oder Veränderungen und
letzendlich eine weitere Professionalisierung des beruflichen Handelns zu errreichen.
Das Team bekommt in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, mehrere
Supervisions-Sitzungen durchzuführen.
Erneuerungen, Renovierungen und Anschaffungen z. B. von Spielmaterialien werden
gemeinsam besprochen.
Im wöchentlichen Rhythmus wird jeweils ein gruppeninternes Teamgespräch geführt.
Dort wird über Angebote in der Gruppe, über Kinder, Gruppensituation sowie
38
wichtige Elterngespräche beraten. Ebenso werden die anfallenden Aufgaben sowie
Angebote mit den Kindern verteilt. Stehen Veränderungen an wie z. B. die
Umgestaltung des Gruppenraumes oder der zeitliche Ablauf des Vormittages,
werden diese vorwiegend gruppenintern geregelt.
6.2 Fortbildungen
Die Erzieherinnen nehmen regelmäßig an Maßnahmen der beruflichen Fortbildung
teil. Gerade die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren verlangt Wissen hinsichtlich
der Entwicklungspsychologie und der Didaktik und Methodik für altersentsprechende
Angebote. Hierzu bietet uns der Diözesancaritasverband und der
Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit seinen Fortbildungsangeboten und
Fachberatungen eine breite Vielfalt an.
Darüber hinaus findet ein regelmäßiger Austausch mit Erzieherinnen aus anderen
Einrichtungen statt, wo durch gemeinsame Fortbildungen neue Impulse und
Anregungen gegeben werden. Außerdem nimmt die Leiterin der Kita regelmäßig an
Leiterinnenkonferenzen teil.
6.3 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Behörden
Es besteht ein regelmäßiger Kontakt zu verschiedenen Institutionen und Behörden.
Dazu gehören:
Jugendamt
Wir stehen in regelmäßigem Dialog mit dem Jugendamt,
um jährlich die Rahmenstruktur für die Betreuungszeiten
auszuhandeln.
Gesundheitsamt
Bei ansteckenden Erkrankungen der Kinder wird, falls
notwendig, das Amt informiert bzw. eine medizinische und
für uns rechtsverbindliche Diagnose bzw. Vorgehensweise
eingeholt.
39
Beratungsstellen
Um Kindern zu helfen, die einer speziellen Förderung
bedürfen oder die von Behinderung betroffen sind, ist die
Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen
(Frühförderung, Ergotherapie, Psychologen, etc.) mit
Einverständnis der Eltern notwendig und hilfreich.
Caritasverband
Der CV ist der Fachverband aller katholischen
Kindertageseinrichtungen. Dort erhält man neben
fachlicher Beratung auch Fortbildungen für alle
pädagogischen Mitarbeiter, die regelmäßig vom Team in
Anspruch genommen werden.
Grundschulen
Es besteht ein ständiger Kontakt zu den zuständigen
Grundschulen. Durch gegenseitige Besuche in
Schulunterricht und Kita kurz vor der Einschulung
versuchen wir positive Beziehungen zwischen den
Kindern und der Schule aufzubauen.
Regelmäßige Treffen von Erzieherinnen und Lehrern
haben zu einer guten und wichtigen Zusammenarbeit
geführt.
Fachschule für
Sozialpädagogik
Ein- bis zweimal im Jahr besuchen Fachschüler, die die
Ausbildung zur Erzieherin absolvieren, unsere Einrichtung,
um während eines Blockpraktikums Erfahrungen in der
Arbeit mit Kindern zu sammeln.
KItas
Ein guter und freundschaftlicher Kontakt besteht zu den
Teams der Kitas in der Pfarrei Sankt Mauritz sowie in
den benachbarten Gemeinden. Dieser wird durch
regelmäßige Leiterinnentreffen und Arbeitskreise der
Erzieherinnen, die der Fortbildung und dem fachlichen
Austausch dienen, gepflegt.
40
7. Elternarbeit
In dem am 01. August 2008 in Kraft getretenen Gesetz zur frühen Bildung und
Förderung von Kindern (Kinderbildungsgesetz- KiBiz) ist unter anderem die
Aufgabe des pädagogischen Personals festgelegt, die Eltern über den Bildungs- und
Entwicklungsstand ihres Kindes zu informieren und sie zu beraten. Diesem Anspruch
soll durch regelmäßig stattfindenden Dialog genüge getan werden (§§ § 3; 9 KiBiz).
Bei der Zusammenarbeit mit den Eltern ist uns ein vertrauensvolles,
partnerschaftliches Verhältnis und ein regelmäßiger Austausch wichtig. Hierbei steht
das Kind an erster Stelle. So gestaltet sich die Elternarbeit in verschiedenen
Bereichen:
-
Einzelgespräche zwischen Eltern und Erzieherinnen in dringenden
Angelegenheiten, die eine schnelle terminliche Absprache erfordern
-
Gespräche auf Wunsch in regelmäßigen Abständen
-
Elternabende finden statt, um Fragen, Erwartungen, pädagogische
Themen, Informationen, Organisatorisches und Aktionen zu besprechen.
So entstehen auch freundschaftliche und persönliche Kontakte unter den
Eltern. Kleinere Anliegen lassen sich morgens und mittags in so genannten
„Tür- und Angelgesprächen“ schnell klären.
Zu Beginn eines Kita-Jahres findet eine Elternvollversammlung mit Wahl der
Elternvertreter statt. In unserer Einrichtung werden in jeder Gruppe drei
Elternvertreter gewählt.
„Der Elternrat hat die Aufgabe, das Interesse der Erziehungsberechtigten für die
Arbeit der Einrichtung zu beleben und die Zusammenarbeit zwischen den
Erziehungsberechtigten, dem Träger der Einrichtung und dem pädagogischen
Personal zu fördern…“ (aus Richtlinien für katholische Tageseinrichtungen in
Nordrhein-Westfalen).
Vertreter des Elternrates bilden gemeinsam mit Vertretern des Trägers, der Leitung
der Einrichtung und den Gruppenleiterinnen den Rat der Tageseinrichtung. Dieser
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berät in seinen Sitzungen über jährliche Schließzeiten, Aufnahmekriterien für Kinder,
bauliche Veränderungen, Einstellung neuer Mitarbeiter und andere wichtige Belange
der Kindertageseinrichtung.
Außerdem führt der Elternrat ein eigens für die Kita eingerichtetes Konto, auf dem
sich Einnahmen von verschiedenen Elternaktionen (Tombola, Glühwein- und
Waffelverkauf, Plätzchenverkauf in der Weihnachtszeit, etc.) sammeln. Dieses Geld
wir u.a. für Neuanschaffungen, Beteiligung an Handwerkerrechnungen verwendet.
Über den Verbleib des Geldes bzw. über die Höhe des Kontostandes wird bei der
Elternvollversammlung vom Kassenwart berichtet.
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Anhang
Kindertageseinrichtung St. Pius
Dokumentationsbogen Eingewöhnungsphase
Name des Kindes:
Geburtsdatum:
Aufnahmedatum:
Termin Elterngespräch:
Ablösung, Trennung von Mutter/ Vater
Bezugserzieher
Verhalten am Vormittag
Morgenkreissituation
Turnen
Kontakt zu anderen Kindern
Orientierung in der Kita
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Spielverhalten/ Lieblingsspiel
Sprache/ Kommunikation
Mittagessen
Schlafenssituation
Sauberkeitserziehung
Besonderheiten
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Kindertageseinrichtung St. Pius
Bildungsdokumentation
Name des Kindes:
Datum:
SOZIALE KOMPETENZ
Empathie
Kommunikation
Kooperation
Verantwortungsübernahme
Hilfsbereitschaft
WAHRNEHMUNG
visuell (sehen)
auditiv (hören)
olfaktorisch (riechen)
gustatorisch (schmecken)
taktil (tasten, fühlen)
vestibulär (Gelichgewicht)
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Körperwahrnehmung
Orientierung
BEWEGUNG/MOTORIK
Körperbewusstsein
Psychomotorik
Grob- und Feinmotorik
Körpergefühl
Bewegungsfreude
Koordinationsfähigkeit
Gleichgewichtsfähigkeit
Motivation
Links- und Rechtshändigkeit
Wohlbefinden
Regelverständnis
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KÖRPERBEWUSSTSEIN und GESUNDHEIT
Ernährung
Erkennen von körperlichen Funktionen und Zusammenhängen
Umgang mit dem eigenem Körper (Hygiene)
Geschlechtsbewusstsein
SPRACHE
Sprechfreude
Artikulation
Sprachfluss
Rhythmus
Melodie
Wortschatz
Grammatik
Satzbau
Identifizierung von Lauten
Textverständnis
Aussprache
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SPIEL
Selbstlernprozesse gestalten
Interaktion
Verarbeiten von Realitäten
Umgang mit Regeln
Fantasie und Kreativität
Spielentwicklung
PERSONELLE KOMPETENZ
Selbstständigkeit
Selbstwertgefühl
Selbstwirksamkeit -> eigenes Verhalten verstehen und steuern
Neugier
Motivation
Ausdauer
Problemlösekompetenz
Emotionalität
Frustrationstoleranz
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KOGNITIVE KOMPETENZ
lernen zu lernen
Differenzierung und Integration von Wahrnehmungserfahrung
logisches Denken
Querdenken
lernen in Sinnzusammenhängen
Umgang mit Komplexität
forschendes Lernen
Fantasie
Anwendung von Wissen
Zahlen und Mengen bezogenes Wissen
Farben erkennen
Raum- Lage- Beziehung
Erkennen und Legen von Mustern
SONSTIGES
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Literaturverzeichnis
1.
Gesetzessammlung Kinder- und Jugendhilfe, LWL Landesjugendamt
Westfalen, 2009
2.
Für Ihr Kind- die katholische Kindertageseinrichtung, Die Generalvikariate
der (Erz-) Bistümer und Diözesan-Caritasverbände in Nordrhein-Westfalen,
15. Auflage 2011
3.
Kindergarten heute spezial, Kinder unter 3 -Bildung, Erziehung und
Betreuung von Kleinstkindern, Gabriele Haug-Schnabel, Joachim Bensel,
Herder, 5.Auflage, 2009
4.
Sprachentwicklung und Sprachförderung, Uta Hellrung, Herder, 2. Auflage,
2002
5.
Bausteine der kindlichen Entwicklung: die Bedeutung der Integration der
Sinne für die Entwicklung des Kindes, A. Jean Ayres, 4. Auflage, Springer,
2002
6.
Grundlagen der Entwicklungspsychologie, Gabriele Haug-Schnabel/
Joachim Bensel, Herder, 2005
7.
Bildung beginnt mit der Geburt, Gerd E. Schäfer (Hrsg.), Beltz, 1.Auflage,
2003
8.
Kindergarten heute spezial, Vom Säugling zum Schulkind- Beiträge zur
Entwicklungspsychologie, Herder, 3.Auflage 2001
9.
Kindergarten heute spezial, Pädagogische Handlungskonzepte von
Montessori bis zum Situationsansatz, Herder, 1. Auflage 2002
10.
Welt des Kindes Heft 2, Am Anfang stehen Fragen (Peter Beer), Kinder
entwickeln eigene Bilder von Gott (Klaus Schilling), Kösel, 2000
11.
Vielfalt bereichert, Interkulturelles Engagement katholischer
Tageseinrichtungen für Kinder, Positionen und Materialien, Verband
Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK)- Bundesverband e. V. ,
Freiburg, 1999
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