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Ihr Fax vom 5. Juli 2012 Sehr geehrter Herr Resch, wie mit unserem

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Radeberger Gruppe KG – Darmstädter Landstraße 185 – 60598 Frankfurt
Deutsche Umwelthilfe e.V.
Bundesgeschäftsstelle Berlin
Herrn Bundesgeschäftsführer
Jürgen Resch
Hackescher Markt 4 / Neue Promenade
10178 Berlin
IHR ZEICHEN
IHRE NACHRICHT VOM
KORRESPONDENZADRESSE
Radeberger Gruppe KG
Darmstädter Landstraße 185
60598 Frankfurt / Main
Ansprechpartnerin: Birte Kleppien
Telefon: +49-69-6065-273
FAX:
+49-69-6065-99 273
E-Mail:
b.kleppien@radeberger–gruppe.de
Bei Antwort bitte immer angeben:
UNSER ZEICHEN
TELEFON-DURCHWAHL
DATUM
V-F-PR-KLE
069-6065-273
11.07.2012
Ihr Fax vom 5. Juli 2012
Sehr geehrter Herr Resch,
wie mit unserem Fax vom 6. Juli 2012 angekündigt, kommen wir hiermit auf Ihr Fax vom 5. Juli zurück, in
dem Sie uns zusätzliche Fragen gestellt haben. Wir bedauern sehr, dass es Ihnen letztlich – wie von Ihrer
persönlichen Referentin bestätigt – aus terminlichen Gründen nicht möglich war, die im Telefonat am 4. Juli
von uns angebotene und von Ihnen auch angenommene Einladung zur Einsichtnahme in unsere Unterlagen
(Belege für den Transport nach Mexiko und die Bestätigungen aus Mexiko zur Wiederbefüllung der aus
Deutschland zurücktransportierten Flaschen) in Frankfurt wahrzunehmen.
Wir sind daher Ihren Fragenkatalog durchgegangen. Da die Fragen zum großen Teil Unternehmensinterna,
wettbewerbsrelevante Tatsachen oder sogar Unternehmensentscheidungen unseres Partners Grupo Modelo
für andere Märkte der Welt betreffen, fassen wir Ihnen die Fakten gerne noch einmal zusammen:
1. Die an die Radeberger Gruppe zurückgegebenen Leerflaschen von Corona Extra werden
selbstverständlich nach Mexiko zurücktransportiert. Das hätten wir bereits am 04.07.2012 mit
entsprechenden Unterlagen belegen können, in die wir Ihnen gerne bei unserem Gespräch, zu dem
wir Sie nach Frankfurt eingeladen haben, Einblick ermöglicht hätten.
Grupo Modelo hatte diese Geschäftspraxis auch noch einmal schriftlich offiziell bestätigt.
Die implizierte Unterstellung der DUH, die aus dem Markt zurücklaufenden Leerflaschen würden
nicht nach Mexiko zurücktransportiert, ist falsch.
2. Die Ihnen offensichtlich vorliegende schriftliche Aussage vom 8. Juni 2012 eines Herrn Joaquin
Avalos von Grupo Modelo, dass keine Leerflaschen aus Deutschland nach Mexiko zurückgeliefert
würden, ist falsch. Dies ist sowohl anhand unserer Transportunterlagen belegbar, als auch von
Grupo Modelo bereits am 04.07.2012 schriftlich bestätigt worden. Wir kennen den uns von Ihnen
benannten Herrn Avalos nicht. Unsere Internetrecherche – die auch der DUH problemlos möglich
gewesen wäre – ergab, dass er für Brauereiführungen in Guadalajara zuständig ist. Sollte es sich
dabei um Ihren Ansprechpartner handeln, hat er mit dieser Antwort nicht nur seine Kompetenzen,
sondern auch seinen Zuständigkeitsbereich deutlich überschritten, fahrlässig gehandelt und eine
belegbar falsche Aussage getätigt.
Leider haben Sie uns das Schreiben nie, wie angekündigt, zur Verfügung gestellt.
R AD E B E R G E R G R U P P E K G
DARMSTÄDTER LANDSTRASSE 185  60598 FRANKFURT AM MAIN  TELEFON +49 69 6065-0  TELEFAX +49 69 6065-209  www.radeberger-gruppe.de
Bankverbindungen: Deutsche Bank AG, BLZ 500 700 10, Kto.-Nr. 914 911  Dresdner Bank AG, BLZ 500 800 00, Kto.-Nr. 3 5000 2000
Commerzbank AG, BLZ 500 400 00, Kto.-Nr. 718 042 500  Postbank AG, BLZ 500 100 60, Kto.-Nr. 404 56 03  Bankhaus Lampe KG, BLZ 480 201 51, Kto.-Nr. 5001196
Sitz der Gesellschaft: Frankfurt am Main  Registergericht Frankfurt HRA 42855
3. Inzwischen liegt uns zusätzlich auch noch eine eidesstattliche Versicherung von Grupo Modelo vom
10.07.2012 vor, mit der die Unrichtigkeit der in Ihrer Pressemitteilung vom 04.07.2012 aufgestellten
Behauptungen sowie die Richtigkeit unserer Gegendarstellung nochmals bestätigt wird.
Speziell zu der von Ihnen so sehr in den Fokus gerückten Bestätigung des Herrn Avalos wird in
dieser eidesstattlichen Versicherung Folgendes unmissverständlich klargestellt:
„Ich habe davon Kenntnis erhalten, dass die Deutsche Umwelthilfe behauptet, ein Mitarbeiter
unseres Unternehmens habe am 8. Juni 2012 behauptet, das Leergut verbleibe im Exportland und
gelange nicht zurück nach Mexiko. Mir wurde weiter mitgeteilt, dass es sich hierbei um eine
Erklärung eines Herrn Joaquin Avalos, Mitarbeiter einer unserer Brauerein, handeln soll. Diese
Brauerei ist nicht die, in der normalerweise Exportprodukte produziert werden. Herr Avalos ist
Personalverantwortlicher und, unter anderem, verantwortlich für die Organisation von Besuchen zu
unserer Brauerei in Guadalajara (Cervecería Modelo de Guadalajara, S.A.. de C.V.) und ist weder
Teil der Leitung unseres Unternehmens noch autorisiert oder in der Lage, Erklärungen über den
Export von Bier nach Europa und den Reimport von Leergut nach Mexiko abzugeben. Jedenfalls ist
die Erklärung von Herrn Avalos, das Leergut verbleibe im Exportland und gelange nicht zurück nach
Mexiko, absolut falsch; das Leergut, das zu Radeberger zurückgelangt, wird von Radeberger nach
Mexiko zurückgeschickt.“
4. Durch das Mehrwegsystem entstehen der Radeberger Gruppe hohe Mehrkosten. Sie investiert
kontinuierlich in Kästen, sie trägt Transportkosten für Leergut für den Rücktransport und übernimmt
Sortierkosten. Sie „bereichert“ sich nicht, wie von der DUH vorgeworfen, an einer nicht korrekten
Deklaration der Flaschen. Im Gegenteil: Sie verzichtet aktiv auf Einnahmen, die sie in das Fahren
des Mehrwegsystems investiert.
Die Unterstellung der DUH, die Radeberger Gruppe habe finanzielle Vorteile aus einer Deklaration
von Corona als Mehrweg, ist also gegenstandslos.
5. Die DUH behauptet, die Radeberger Gruppe habe einen Kostenvorteil von mehr als 4 Euro / Kiste
Corona. Wie sich dieser „Kostenvorteil“ errechnen soll, wird nicht erläutert. Daher noch einmal zur
Klarstellung: Die Berechnung der DUH beruht auf den unterschiedlichen Pfandhöhen für Einwegund Mehrwegkisten. Ein Pfandbetrag ist aber – wie der Name schon sagt – nur ein Pfand, das der
Kunde bei Rückgabe einer Flasche zurückerhält.
Zu keinem Zeitpunkt gehen diese Pfandbeträge an die Radeberger Gruppe.
Ihr Vorwurf, die Radeberger Gruppe bereichere sich durch die Eingliederung von Corona in das
Mehrwegsystem, ist haltlos.
6. Der Vorwurf, die Radeberger Gruppe würde sich durch die Einstufung von Corona als
Mehrwegflasche Wettbewerbsvorteile „erschleichen“, laufen ins Leere: Corona Extra läuft mit einem
Kastenpreis von im Schnitt mehr als 35 Euro im Handel preislich im deutschen Biermarkt, in dem
sich das Preisniveau auch großer Premiummarken eher in Richtung 10 bis 12 Euro bewegt, in einer
eigenen Klasse. Corona ist in seinem Segment mit Abstand das teuerste Bier im deutschen Markt –
und deswegen zumindest im Preisbild ohne Wettbewerb. Wer ein Corona kauft, begeistert sich für
das lateinamerikanische Lebensgefühl, den Geschmack des Szenebieres – und entscheidet definitiv
nicht preisgetrieben. Für Konsumenten von Corona ist die Höhe des Pfandsatzes im Handel kein
Kaufhinderungsgrund – und schon gar nicht in der Gastronomie.
Corona Extra ist im Schnitt (vor Pfand) also etwa dreimal so teuer wie ein deutsches Premiumbier.
Die Unterstellung, die Radeberger Gruppe habe durch die Ausweisung der Corona-Flaschen als
Mehrweg einen preislichen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb, ist aus den Marktgegebenheiten
nicht ansatzweise ableitbar und deswegen unbegründet.
7. Wir haben die Marke Corona in Deutschland von Einweg auf Mehrweg umgestellt, weil wir nur so
ihre Absatzwege erhalten konnten: Große Handelsketten listeten zu Beginn der
Verpackungsverordnung viele Einweggebinde aus. Daher war eine Umstellung für die Marke
alternativlos. Und wir haben deswegen gemeinsam mit unserem Partner Grupo Modelo eine Lösung
entwickelt.
Der Vorwurf der DUH, wir hätten die Marke auf Mehrweg umgestellt, um Kosten zu sparen, beruht
damit auf einer falschen Interpretation der Ausgangslage und ist nicht richtig.
Im Nachgang zu Ihrer Pressekonferenz haben Sie nun als neue Offensive den Vorwurf geäußert, die
Flaschen würden nicht häufig genug wiederbefüllt, um als Mehrweg ausgewiesen werden zu dürfen. Wir
nehmen Vorwürfe wie die von Ihnen geäußerten ernst. Und deswegen haben wir unsere Kollegen in Mexiko
und Spanien gebeten, dazu verbindlich Stellung zu nehmen. Wie wir Ihnen bereits bestätigt haben, werden
die von uns nach Mexiko zurückgegebenen Flaschen, wie auch von Grupo Modelo offiziell ausgewiesen,
wiederbefüllt.
Auch hierzu machten wir Ihnen das Angebot, in Frankfurt Einblick in die uns von Grupo Modelo zugesandten
Unterlagen zu nehmen.
Allerdings hat es in Mexiko beim Verständnis und in der Kommunikation des Begriffs „Wiederbefüllung“
offensichtlich ein Missverständnis zwischen den beiden involvierten Kontinenten und über die Kulturkreise
hinweg gegeben: Grupo Modelo hat die aus Deutschland zurückgesendeten Flaschen wie bestätigt
wiederbefüllt, dann jedoch als Einwegware in andere Märkte verkauft.
Offensichtlich war man in Mexiko davon ausgegangen, dass eine einmalige Wiederbefüllung ausreicht, um
den Vorgaben des deutschen Mehrwegsystems zu genügen. Unsere mexikanischen Vertragspartner hatten
bei dieser Logik nach der uns nun gegebenen Auskunft eine Gesamtbetrachtung ihres weltweiten
Flascheneinsatzes im Auge: Denn ganzheitlich betrachtet, verändert sich nichts am weltweiten
Flaschenbedarf der Grupo Modelo für ihre Marke Corona, egal, ob die in Deutschland eingesetzten Flaschen
mehrfach oder zweifach verwendet werden. Es wird dadurch nicht eine Flasche mehr oder weniger
produziert oder vernichtet.
Die Gleichung ist also ein Nullsummenspiel – und am Ende tatsächlich eine Stilblüte des deutschen
Mehrwegsystems, das importierten Marken zum Start der Reform der Verpackungsverordnung sehr
unvermittelt (und bis heute) den Markt nahm und keine praktikablen Lösungen für die betroffenen Anbieter
vorsah.
Allerdings ist eine deutsche Vorgabe tangiert – und deswegen möchten wir dieses Verständnisproblem nicht
kleinreden: Es hätte vermieden werden müssen. Wir haben nun sofort Konsequenzen aus dieser neuen
Angabe aus Mexiko gezogen: Grupo Modelo wird die aus Deutschland zurückgeführten und wiederbefüllten
Flaschen ab sofort wieder nach Deutschland zurückführen, wo sie dann wieder in den Mehrwegkreislauf
eingebracht werden.
Es handelte sich allerdings nur um ein reines Übertragungsproblem von Deutschland über Spanien nach
Mexiko, es war kein, wie von Ihnen vorgeworfen, Vorsatz oder eine „dreiste Verbrauchertäuschung“.
Angesichts des von uns betriebenen finanziellen und organisatorischen Aufwands der Rücktransporte der
Flaschen dürfte es ersichtlich sein, dass es keine Absicht war, wirtschaftliche Vorteile zu ziehen – im
Gegenteil.
Damit ist der Mehrwegkreislauf für Corona nun auch nach allen Interpretationen der deutschen
Mehrwegvorgaben sichergestellt. Wir danken Ihnen also für Ihr Insistieren an dieser Stelle, konnten wir doch
so unser System nun wirklich lückenlos ausrichten.
Lassen Sie mich also wie folgt zusammenfassend festhalten:
1. Alle in Ihrer Pressemeldung getätigten Vorwürfe konnten wir Punkt für Punkt eindeutig widerlegen.
Wir gehen davon aus, dass Sie dies in Ihrer zukünftigen Kommunikation berücksichtigen werden.
2. Die bisher nicht dem Wortlaut der deutschen Mehrwegvorgaben entsprechende Praxis der
Wiederbefüllung von Flaschen aus Deutschland (also Ihre im Nachgang zu Ihrer Pressekonferenz
eingeschlagene Offensive) haben wir schnellstmöglich geklärt: Sie beruhte auf einem
unterschiedlichen Verständnis und damit einem Kommunikationsproblem zwischen Deutschland,
Spanien (dem Sitz der europäischen Organisation von Grupo Modelo) und Mexiko. Jetzt haben wir –
Dank Ihres Insistierens – ein nach allen Interpretationen eineindeutiges Mehrwegsystem für Corona.
3. Die bis dato praktizierte Wiederbefüllungspraxis in Mexiko wird ab sofort durch eine dem deutschen
Mehrwegsystem genügende Praxis abgelöst. Beide Handhabungen
- bisher: einmalige Wiederbefüllung der aus Deutschland zurückkehrenden Leerflaschen und
darauffolgender Einsatz in aller Welt und Einsatz von Neuglas in Deutschland.
- ab sofort: mehrmalige Wiederbefüllung der aus Deutschland zurückkehrenden Leerflaschen und
sofortiger Einsatz von Neuglas in anderen Ländern
sind global betrachtet ökologisch identisch. Insofern können wir den von Ihnen beklagten „Schaden“
für die Verbraucher durch diesen bedauerlichen Verständnisfehler ausschließen.
Erlauben Sie uns am Ende noch einen Hinweis zum Thema Ökologie, zu dem Sie sich bereits in dem ein
oder anderen Medium geäußert haben. Wir möchten gerne an die Situation erinnern, die im Getränkemarkt
zum Zeitpunkt der Einführung der Reform der Verpackungsverordnung entstand. Viele Handelshäuser sahen
sich von der Komplexität, Glas-Mehrweg, PET-Mehrweg, PET-Einweg, Dosen-Einweg und Glas-Einweg
sauber getrennt zurückzunehmen, überfordert. Viele entschieden sich damals gegen die Fortführung von
Dosen und Glas-Einweg in ihren Outlets. Alle Importmarken standen damals vor der Herausforderung,
entweder Lösungen im Mehrwegsystem zu finden (was natürlich komplex ist und mit hohen Transportwegen
einhergeht) – oder aus dem Markt auszuscheiden (was übrigens einer Abschottung des deutschen Marktes
für ausländische Biere gleichgekommen wäre, dazu gab es ja die ein oder andere Äußerung der
Europäischen Kommission und anderer Instanzen).
Grupo Modelo entschied sich damals dafür, mit uns zusammen ein Mehrwegsystem aufzubauen. Unser
Vorschlag, Corona als Tankware nach Deutschland zu bringen und dort in Mehrweg abzufüllen, fand nicht
die Zustimmung von Grupo Modelo: Es ist deren Unternehmensphilosophie, dass Corona nur in Mexiko
hergestellt und abgefüllt wird.
Das haben wir akzeptiert.
Der Verbraucher übrigens auch.
Wir haben eine unternehmerische Entscheidung getroffen, für Corona ein Mehrwegsystem aufzubauen.
Deshalb haben wir viel Mühe investiert, Komplexität gestemmt, hohe Investitionen getätigt. Summen, für
deren Erwirtschaftung alle Mitarbeiter der Radeberger Gruppe gearbeitet haben. Wir haben das Gesetz zur
Reform der Verpackungsverordnung nicht gemacht. Aber wir haben den aus unternehmerischer Sicht
einzigen Weg beschritten, den uns dieses Gesetz für die ausländische Marke Corona gelassen hat: Denn
einen breiten Markt für Glas-Einweg gab und gibt es bis heute in Deutschland nicht mehr.
Also noch einmal in Kurzform: Unser Mehrwegsystem ist nun auch in Mexiko entsprechend eindeutig
aufgesetzt, der Kreislauf ist dank Ihres Hinweises nun eineindeutig gewährleistet.
Ihre Vorwürfe konnten wir ausräumen und Ihren Hinweis auf eine mögliche Abweichung vom regelgerechten
Kreislauf schnellstmöglich umsetzten.
Daher verbleiben wir hiermit mit freundlichen Grüßen aus Frankfurt,
Ganz herzliche Grüße aus Frankfurt,
Birte Kleppien
Leiterin Unternehmenskommunikation
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Seele and Geist
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