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Das Gelenk so lange wie möglich erhalten Wohnort wichtiger als

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17.03.2006
13:35 Uhr
Seite 1
Einzelpreis 2,80 € . Ausgabe 01/2006
KOMMUNIKATION
WISSENSCHAFT
WEITERBILDUNG
KLINIKEN
Schnecken haben
etwas Teuflisches
Managementwissen
auf hohem Niveau
Immer am Puls
der Entwicklung
Ärztliche Leistung
gerecht entlohnen
Prof. Peter W. Engelmeier: Kommunikation als erlernbare Kunst für öffentlichkeitsorientierte Mediziner
Mehr dazu auf Seite 4
Prof. Dr. Margit Geiger: Erster ZEFTMKurs für angehende Fachärzte in
Bochum erfolgreich gestartet
Mehr dazu auf Seite 12
Prof. Dr. Karl-Heinrich Winker:
AO-Wissen für junge Mediziner
zeitgemäß präsentiert
Mehr dazu auf Seite 10
Prof. Dr. Christoph Josten über
den Ärztestreik im Dualismus
von Versorgung und Forschung
Mehr dazu auf Seite 7
Das Gelenk so lange wie möglich erhalten
Patientenfreundlich und kostengünstig: Knienahe Osteotomie
erlebt in Deutschland eine neue Renaissance
E
rkrankungen des menschlichen Bewegungsapparates sind ein außerordentlich hoher Belastungsfaktor
für die Volkswirtschaft. In Deutschland leiden rund 34 Millionen Menschen an Gelenkbeschwerden. Dies
belegen aktuelle Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Emnid-Instituts
aus dem Jahr 2005. 40 Prozent aller
Arbeitsunfähigkeitsfälle sowie jede vierte
frühzeitige Berentung sind auf muskuloskeletale Erkrankungen zurückzuführen.
Die gegenwärtige Bevölkerungsentwicklung – von 1990 bis 2020 wird
sich die Zahl der über 65-Jährigen
verdoppeln – führt zu einer wachsenden Häufigkeit degenerativer Erkrankungen des Bewegungsapparates, was
wiederum zu einem steigenden Bedarf an Hüft- und Kniegelenkersatz
führen wird. Dabei suchen immer
mehr Orthopäden und Unfallchirurgen nach einem abgestuften Therapiemodell für den ganzen oder teilweisen Gelenkerhalt. Durch die Entwicklung neuartiger, winkelstabiler
Plattenfixateure erfährt die kniegelenksnahe Osteotomie in den Kliniken einen neuen Aufschwung.
Alternative zur „ultima ratio“
Die „ultima ratio“, wenn konservative Therapien ausgeschöpft sind, ist
der künstliche Gelenkersatz. Jährlich
werden nach Herstellerangaben in
Deutschland rund 180.000 künstliche
US-Behörde meldet:
Prodisc®-L klinisch
sicher und effektiv
Markteinführung in den USA
für Herbst 2006 erwartet
Ausweitung des Indikationsrasters
Wegen der bislang auf 15 bis 20 Jahre
begrenzten Lebensdauer von Knieund Hüftprothesen suchen Orthopäden und Unfallchirurgen nach
Möglichkeiten, ihren Patienten das
natürliche Gelenk so lange wie möglich
zu erhalten. In diesem Zusammenhang erlebt die kniegelenksnahe Osteotomie in Deutschland gegenwärtig
eine bislang ungeahnte Renaissance
und eine Ausweitung des bisherigen
Indikationsrasters, sagt Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer, Chefarzt der Klinik
für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Henriettenstiftung, Hannover.
Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie der Henriettenstiftung in Hannover
Hüftgelenke, 100.000 Kniegelenke,
5.000 Schultergelenke und 400 Ellenbogengelenke implantiert. Experten
rechnen damit, dass der Gesamtumsatz für diesen Bereich weltweit
von 1,27 Milliarden US-Dollar im Jahr
2002 auf 1,81 Milliarden US-Dollar im
Jahr 2009 ansteigen wird, was einer
Jahreswachstumsrate von 5,2 Prozent
entspricht. Dabei hat das Segment
der Knieprothetik die höchsten Wachstumsprognosen und soll im Jahr
2009 rund 925 Millionen US-Dollar
erreichen. Orthopädie und Unfallchirurgie gelten als die „Wachstumsmärkte“ im Gesundheitswesen.
Neue Perspektiven
durch Plattenfixateure
Zu den etablierten Indikationen wie
der Achsenfehlstellung beim jüngeren
Menschen kommen neue Anwendungen im Zusammenhang mit knorpelrekonstruktiven Verfahren und der
Behandlung von Knieinstabilitäten
hinzu. Die Entwicklung spezieller,
winkelstabiler Plattenfixateure wie
des Tomofix-Systems hat in diesem
Bereich neue Perspektiven eröffnet.
Die Stabilität und damit die Sicherheit der Osteosynthese wird deutlich verbessert, so dass auch komplexe Korrekturen möglich sind.
Susanne Schübel
Mehr dazu im Dossier
auf den Seiten 8 und 9
Wohnort wichtiger als Qualifikation?
Nachträgliche Erlangung der Facharztbezeichnung:
Juristen dokumentieren Ungerechtigkeiten im Ländervergleich
W
as lange währt, wird endlich gut?
Dass dieses Sprichwort nicht
immer passen muss, ergibt sich aus einer
Untersuchung der auf Medizinrecht
spezialisierten Anwaltskanzlei Ehlert,
Ehlert & Partner mit Sitz in München
und Berlin. Bei einer von der CLINICAL
VOICETM beauftragten Exklusiv-Analyse
der vom 106. Deutschen Ärztetag am
22.05.2003 in Köln beschlossenen
Novellierung der (Muster-) Weiterbildungsordnung (MWBO) befasst, ergaben sich im Ländervergleich erhebliche Ungerechtigkeiten für die betroffenen Mediziner.
man Unwägbarkeiten, die nicht nur
offensichtlich nicht bedacht wurden,
sondern auch insbesondere altgediente Fachärzte vor massive Probleme stellen. Bis auf Baden-Württemberg und Berlin haben mittlerweile
alle Bundesländer ihre Weiterbildungsordnungen entsprechend den Regelungen der MWBO geändert, so dass
sie in der Fassung der Landesärztekammer für den einzelnen Arzt verbindlich ist. Ein Vergleich der länderspezifischen Regelungen hinsichtlich
der Übergangsbestimmungen ist nunmehr möglich.
Nach jahrelanger Vorbereitung und
Diskussion wurde im Jahre 2003 die
Novellierung der MWBO beschlossen. Bei näherer Betrachtung entdeckt
Drastische Kürzung
der Weiterbildungsbezeichnungen
Grundsätzlich wird die Anzahl der
ärztlichen Weiterbildungsbezeich-
nungen von rund 160 auf ca. 100 reduziert. Darüber hinaus sieht die neue
Weiterbildungsordnung nur noch
drei Qualifikationsebenen vor. Dass
bei einer solch drastischen „Kürzung“ der Weiterbildungsbezeichnungen, auch wenn es der Übersichtlichkeit dienen soll, einzelne
Bereiche wegfallen bzw. zusammengefasst werden, zeigt sich gerade im
Hinblick auf die neu eingeführte
Facharztbezeichnung „Facharzt für
Orthopädie und Unfallchirurgie“.
Länder bieten Ärzten
Lösungen für den Übergang an
Natürlich fragt sich jetzt der Facharzt
für Orthopädie, der beispielsweise
als Chefarzt einer entsprechenden
orthopädischen Abteilung vorsteht
und eine Weiterbildungsermächtigung für die Orthopädie hat, wie
es nun weitergehen soll. Welche
Leistungen darf er zukünftig noch
erbringen? Muss er noch für den
Bereich der Unfallchirurgie entsprechende ergänzende Nachweise
vorlegen? Darf er sich irgendwann
automatisch Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie nennen?
Umgekehrt stellen sich diese Fragen
natürlich auch für den einzelnen
Unfallchirurgen. Um diese Konstellationen zu lösen, enthalten die
Weiterbildungsordnungen der Länder bzw. die MWBO entsprechende
Übergangsbestimmungen.
Karin Gräfin von Strachwitz-Helmstatt
Fortsetzung auf Seite 5
Die Prodisc®-L
R
ückenwind für die Prodisc®: Im
Januar 2006 ist die künstliche Bandscheibe Prodisc der Markteinführung
in den USA einen entscheidenden
Schritt näher gekommen. Nach der Auswertung einer vierjährigen klinischen
Studie zur Prodisc®-L kam die US-Gesundheitsbehörde FDA zu dem Schluss,
dass aus klinischer Sicht keine Vorbehalte gegen die Versorgung von USPatienten mit dem Bandscheibenersatz
für den Lendenbereich bestehen.
Das Herstellerunternehmen Synthes
hat am 5. Januar 2006 von der FDA ein
„vorbehaltliches Zulassungschreiben“
(Approvable Letter) für die künstliche Bandscheibe Prodisc®-L erhalten. Es besagt, dass die als außerordentlich streng und sorgfältig bekannte US-Gesundheitsbehörde feststellt, dass das Implantat sicher und
effektiv für die Behandlung von degenerativen Bandscheibenerkrankungen
eingesetzt werden kann. Behandelt
werden darf jeweils ein Wirbelsäulensegment zwischen L3 und S1
(Lendenbereich).
Kontrovers, aber konstruktiv
Modernste Techniken und Kontroversen der Bandscheibenchirurgie diskutiert am 15. und 16. September
2006 unter dem Motto „innovations
2006“ ein internationaler Kongress in
Berlin. Im Zentrum des „First International Congress of Innovation in
Muscosceletal Surgery“ stehen Neuerungen und modernste Therapiekonzepte. Die Veranstaltung steht
unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Ertel, Direktor der Klinik für
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Charité Berlin. Erwartet
werdenführende Wissenschaftler und
Mediziner, u.a. Prof. Dr. Jack Zigler
(Texas Back Institute, USA).
Fortsetzung auf Seite 3
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2
17.03.2006
16:09 Uhr
Seite 2
CLINICAL VOICE 01/2006
EDITORIAL
Medizin braucht Motivation
Wie Kliniken die Leistungsträger von morgen
finden und binden können
Von Dirk-Rolf Gieselmann, Herausgeber der CLINICAL VOICETM
Trends. Das Individuum Arzt wird
oft zum Gummiband des Systems,
das die steigenden Forderungen
kompensieren soll.
E
Viel hat der Wandel verändert, doch
konnte er die starre hierarchische
Ordnung mancher Kliniken nicht erreichen. Wenn in eisstarren Systemen der finanzielle Anreiz als allerletzter Motivator fehlt, entlädt er sich
in wochenlangen Streiks und Dienst
nach Vorschrift - der Frust im weißen
Kittel. Dabei wissen erfahrene Personalentwickler wie Prof. Margit
Geiger von der Fachhochschule Bochum längst, was sich der Ärztenachwuchs wünscht: Teamarbeit,
interdisziplinäres und berufsgruppenübergreifendes Arbeiten, weniger Bürokratie, mehr und bessere
Weiterbildung. Ganz oben auf der
Wunschliste stehen Transparenz,
Beteiligung, gegenseitiges Verständnis, die Vereinbarkeit von Familie
und Beruf. Wer hier früh genug
fragt, bekommt Antworten für die
Zukunft.
s wird eng: Bis 2015 wird jeder vierte der insgesamt 306.000 Ärzte in
Deutschland nicht mehr praktizieren.
Pro Jahr werden nur 7.000 neu approbiert. Parallel dazu suchen immer mehr
Jungmediziner ihr Glück im Ausland.
Andere wählen Berufskarrieren in der
Pharmaindustrie oder in den Medien.
Die Schere klafft, und Untersuchungen
zeigen: Das Image der deutschen
Kliniken bei den Leistungsträgern von
morgen ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Ein hausgemachtes Desaster vor den möglichen Folgen haben die
Entscheidungsträger viele Jahre die
Augen fest verschlossen.
Eine davon lautet: Medizin braucht
professionelles Management. ZuDie Krankenhauswelt erfährt einen kunftsorientierte Kliniken, die die
tief greifenden Wandel, der auch Herausforderung einer strukturierdas Selbstverständnis der Mediziner ten Personalentwicklung meistern,
verändert. Das Krankenhaus - einst werden die Sieger sein. Sie binden
Durchlaufstation auf dem Weg zur und finden Leistungsträger, während
eigenen, erfolgreichen Praxis - wird die Mitbewerber das Nachsehen
heute zum Dauerarbeitgeber mit haben. Die ZEF™-Medizinmanagestressigen Diensten, unfehlbaren ment-Kurse von CLINICAL HOUSE,
Chefärzten und knappsten Ressour- in denen junge Ärzte Grundwissen
cen. Während der Halbgott in Weiß in Recht, Ökonomie und Führung
längst seine Pension genießt, stehen erwerben, stärken dieser neuen
die Assistenz- und Oberärzte von Medizinergeneration den Rücken.
heute vor enormen finanziellen und Medizin braucht Motivation und
strukturellen Problemen.
leistungsgerechte Entlohnung. Dann
werden sich junge Menschen wieUm sie herum regieren Hast und der für den Arztberuf begeistern.
Hektik. Alles geschieht auf einmal: Dies wusste schon Konfuzius: Wer
die Einführung der Fallpauschalen, glücklich sein will, muss sich oft
die Neuorganisation der Arbeitszeit verändern.
für Ärzte, die Einführung umfangreicher Qualitätssicherungssysteme. Herzlichst, Ihr
Wo einst medizinische Heldensagen
gesungen wurden, zählen heute
gut dokumentierte Dienstleistungen
von hoher, reproduzierbarer Qualität. Der Dualismus zwischen Versorgung und Forschung stellt viele
Kliniken vor eine enorme Herausforderung. Wirtschaftlichkeit und Dirk-Rolf Gieselmann
Qualität evozieren divergierende Herausgeber
IMPRESSUM
Redaktionsbeirat:
Prof. Dr. Peter W. Engelmeier
Priv.-Doz. Dr. Ulrich Stöckle
RAin Karin Gräfin von Strachwitz-Helmstatt
Chefredaktion:
Susanne Schübel / JournalistenBüro Herne
Redaktion Medizintechnik:
Martina Kral
Autoren:
Prof. Peter W.Engelmeier,
Prof. Dr. Helmut Lill,
Priv.-Doz. Dr. Thomas A. Schildhauer,
RAin Karin Gräfin von Strachwitz-Helmstatt,
Jens Südmeier,
Prof. Dr. Hans Zwipp
Grafik-Design und Illustration:
designbüro zabel im Werkkontor,
Essen
Einkaufskooperationen der Krankenhäuser
verändern den Markt für Medizintechnik
A
ls dynamische und hoch innovative Branche sieht sich
die Medizintechnik stetig
wachsendem Preisdruck ausgesetzt. Dazu zählen insbesondere die
Budgetrestriktionen auf der Klinikseite und die gesetzgeberischen Eingriffe bei Hilfsmitteln. Parallel dazu
steigen bei den Unternehmen die Kosten durch höhere Vertriebsausgaben
und höhere Rohstoffpreise. Eine aktuelle Studie des Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) belegt: Die Beschaffungslandschaft in Deutschland
wird sich von Grund auf verändern.
Bis 2010 wird 90 Prozent des Umsatzes über Krankenhaus-Einkaufsgemeinschaften abgewickelt werden.
Danach wird die Bündelung der Verhandlungsmacht der Kliniken zu einem anhaltend starken Preisdruck
führen, der an die Vertriebs- und
Marketingaktivitäten der Hersteller
von Medizinprodukten völlig neue
Anforderungen stellt, so die Studie.
Die Kundenlandschaft der Medizintechnikunternehmen werde künftig
durch große, kaufmännisch versierte und verbindliche Einkaufskooperationen sowie wettbewerbsorientierte
Einzelhäuser geprägt sein. Nur noch
etwa zehn Prozent des Umsatzes
werde in Zukunft noch direkt mit individuellen Krankenhäusern erzielt. Der
Einfluss der klinischen Anwender nehme sukzessive und teilweise schnell
ab, so die Studie. Er bleibe nur bei hochspezialisierten Produkten bestehen.
Probleme lösen – Partner sein
Was alle Akteure auf dem Gesundheitsmarkt entwickeln sollten, ist eine neue „Preisverantwortung“. Diese
dürfe sich nicht allein auf den tatsächlichen Preis beschränken, sondern müsse auch die Produkt- und
Serviceseite einbeziehen. Auf die
Herausforderungen des Marktes antworten einige wenige qualitätsbewusste Hersteller längst mit dem
Fotografie:
Kristin Ahlring, Thomas Albrecht, dpa,
Christoph Kniel, Marlene Mondorf,
Martin Schlüter
Redaktionsanschrift:
CLINICAL VOICETM
Am Bergbaumuseum 31
44791 Bochum
Telefon 0234 - 9010-222
Telefax 0234 - 9010-220
www.clinical-house.de
Anzeigendisposition:
KOLLOSS Werbe- und Verlagsgesellschaft mbH
Stöckstr. 17 – 44649 Herne
Tel. 02325 - 96 96 0
Fax 02325 - 96 96 20
www.KOLLOSS.de
Einzelpreis:
2,80 Euro
Jahresabonnement:
9,50 Euro
Drei-Säulen-Modell „best products,
best service, best people“. Wer zum
Beispiel außerordentlich erklärungsbedürftige Produkte wie Implantate anbiete, dürfe keineswegs ausschließlich
auf Umsatzzahlen fokussieren. Hier gehe es viel mehr darum, durch gut geschulte Mitarbeiter und ausgezeichneten Service eine partnerschaftliche
Beziehung zum Kunden aufzubauen, um die Probleme vor Ort zu lösen – zum Beispiel durch Schulungen, durch Unterstützung im OP,
durch rasche zuverlässige Lieferfähigkeit, bei der Lagerhaltung oder
Reparaturen. Auf diese Weise erhalte
der Patient die bestmögliche Versorgung mit dem bestmöglichen Produkt.
jedoch bleibt in den Verhandlungen
mit Einkaufskooperationen häufig
unbeachtet. Der Anreiz für die Verhandlungspartner auf Klinikseite bestehe in der Regel darin, das billigste
Produkt zu wählen und auf diese
Weise eine Preisreduktion zu erzielen, heißt es in den Unternehmen.
Versorgungsforschung verbessern
Ihre Hausaufgaben haben die Medizintechnik-Unternehmen schon gemacht. Auf breiter Front zeigen sie
längst ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein: Zwischen 2002 und 2005
sind die Nettopreise von Medizinprodukten im Krankenhaus um durchschnittlich zehn Prozent gesunken.
Smart shopper gefragt: Bei der Beschaffung rechnen Kliniken und Krankenhäuser mit dem spitzen Bleistift.
Patientennutzen zählt
Nicht der absolute Preis, sondern
der Patient und der Nutzen für den
Patienten müssen deshalb im Fokus
der Überlegungen stehen, so die
Medizintechnik-Unternehmer. Dabei
bedeute Innovation ein Produkt, das
durch seine Instrumentation echten
Patientennutzen ermöglicht – gerade auch in der Hand eines jeden
Chirurgen. Bei der Entscheidung, ob
eine Innovation ihren Weg in den
Markt und die Kliniken findet, werden deshalb Medizintechnik-Unternehmen in Zukunft immer die Frage
nach den gesamtgesellschaftlichen
Kosten zu beantworten haben. Diese
Nun sind sie aufgefordert, sich an
der Ermittlung der gesellschaftlichen
Kosten neuer Produkte und Therapien
zu beteiligen. Dabei werden neue
Kooperationen zwischen Industrie,
Kliniken und Krankenkassen an Bedeutung gewinnen. Besseres Datenmaterial und verlässliche Informationen könnten auf diese Weise die
Entscheidungsfindung verbessern.
Allerdings dürfe dabei nie vergessen
werden, dass das Wohl der Patienten
stets im Zentrum der Überlegungen
stehen müsse.
Mehr Information:
www.bvmed.de
Clinical House wächst europaweit
Bochumer Medizinkaufmann Dirk-Rolf Gieselmann lenkt ab 1. Januar 2006
das Europageschäft. Christian Huber und Volker Seiferth übernehmen
Geschäftsführung in Bochum
C
CLINICAL VOICETM
Herausgeber:
Dirk-Rolf Gieselmann
Neue Herausforderungen für
Vertrieb und Marketing
linical House in Bochum, führender
Anbieter von Hightech-Implantaten
in Deutschland, zeigt erfolgreich Flagge
in Europa: Am internationalen Finanzund Business-Standort Zürich entsteht
seit Frühjahr 2005 ein europaweit
agierendes Handelshaus für Medizinprodukte der Zukunft – die Clinical
House Europe GmbH. Die Leitung hat
zum 1. Januar 2006 der Bochumer Medizinkaufmann und bisherige Geschäftsführer der Clinical House Bochum,
Dirk-Rolf Gieselmann, übernommen.
Durch den Vertrieb von Qualitätsimplantaten für die operative Knochenbruchbehandlung und andere medizinische Hightech-Produkte erwirtschaftet Clinical House in Bochum mit
mehr als 110 Mitarbeitern bereits
einen Jahresumsatz von derzeit rund
60 Millionen Euro.
Der 39-jährige Gieselmann stellt sich
nach vier erfolgreichen AufbauJahren in Bochum einer neuen Herausforderung in der Schweiz. Seit
Januar 2006 ist er offiziell als Präsident der Clinical House Europe
GmbH in Zürich tätig. Gleichzeitig
führt er den Vorsitz des Aufsichtsrats der deutschen Tochtergesellschaft Clinical House GmbH mit Sitz
in Bochum. Gieselmann: „Unsere
Zielsetzung ist die europaweite Expansion von Clinical House durch
die Entwicklung neuer Geschäftsfelder, die unser bisheriges Angebot
von Hightech-Medizinprodukten ergänzen. Hierzu zählen wir Zahnimplantate, minimalinvasive Operationssysteme und chirurgische Implantate, deren Entwicklung, Herstellung und Vertrieb wir mit
Hochdruck vorantreiben.“
Management-Duo
übernimmt Geschäftsführung
Die Geschäftsführung des Handelshauses übernimmt das erfahrene
Management-Duo Christian Huber
und Volker Seiferth. Christian Huber
konnte aus der Geschäftsführung
von Synthes Großbritannien für
Bochum gewonnen werden. Er übernimmt die Verantwortung für das
operative Geschäft, das den ExklusivVertrieb von Trauma-, Rücken/Wirbelsäulen- und Cranio-MaxillofacialProdukten in Norddeutschland umfasst. Volker Seiferth zeichnet seit 1.
Januar 2006 als Geschäftsführer für
den Bereich Verwaltung und Finanzen bei der Clinical House GmbH in
Bochum verantwortlich.
Amerikanische Investoren unterstützen
Aufbau der Europaorganisation
Gefördert wird das kontinuierliche
Wachstum des Bochumer Medizinproduktehändlers durch die US-amerikanischen Investoren Jim C. Cowart
und David A. Lahar der Investmentgesellschaft Auriga.
Susanne Schübel
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17.03.2006
16:10 Uhr
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CLINICAL VOICE 01/2006
3
Innovationen in der
Leistung und Verantwortung
Bandscheibenchirurgie gerecht honorieren
Top-Kongress diskutiert
Konzepte und Kontroversen
D
er am 15. und 16. September
2006 in Berlin stattfindende „First
International Congress of Innovation
in Musculosceletal Surgery“ diskutiert
auf höchstem internationalen Niveau
Neuerungen und modernste Therapiekonzepte der Bandscheibenchirurgie.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang
Ertel, Direktor der Klinik für Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie an der Charité -Universitätsmedizin Berlin – Campus
Benjamin Franklin – versammeln sich die
weltweit führenden Wirbelsäulenforscher
und -operateure in der Bundeshauptstadt.
Die Kongressbesucher erwartet ein
hochkarätiges Panel: Als Referenten
zugesagt haben bereits Prof. Dr. Jack
Zigler (Texas Back Institute, USA)
und Prof. Dr. Dietrich Schlenzka
(Orthopädische Spezialstiftung Invalidenklinik, Helsinki). Angefragt sind
u.a. Prof. Dr. Rudolf Bertagnoli (Straubing) und Prof. Dr. Ingrid Büttner-Janz
(Berlin). Hauptthemen der Veranstaltung sind die Bandscheibenendoprothetik/Arthroplastie, die dynamische Stabilisierung, die Nucleoplastie
und interspinöse Spacer. Mit Spannung erwartet werden Pro- und
Contra-Diskussionen zur „Indikation
zur Implantation von Bandscheibenprothesen in der Osteoporose“ und
zur „Rolle der Stufendiagnostik“.
Tagungsleiter: Prof. Dr. Wolfgang Ertel
Abgerundet wird das Programm
durch einen Poster-Wettbewerb und
verschiedene Hands-on-Workshops,
darunter ein Implantationskurs für
Bandscheibenprothesen mit Prof. Dr.
Jack Zigler und dem Neurochirurgen
Andreas Schmitz. Veranstalter ist
das Traumazentrum Berlin e.V. der
Charité-Universitätsmedizin Berlin in
Kooperation mit der International
Society of Musculosceletal Surgery
(ISMS).
Informationen und Anmeldung ab
sofort unter:
www.innovations2006.de
US-Gesundheitsbehörde gibt
grünes Licht für Prodisc®-L
Nach „Approvable Letter“ der FDA
Markteinführung im Herbst 2006 möglich
A
ls die Firma Synthes Anfang
Januar 2006 ein „vorbehaltliches Zulassungsschreiben“
(Approvable Letter) der USamerikanischen Gesundheitsbehörde
Food And Drug Administration (FDA)
erhielt, war klar: Die künstliche Bandscheibe Prodisc®-L hatte auf ihrem Weg
zur Markteinführung in den USA die
entscheidende Hürde genommen.
Das Schreiben bedeutet, dass die
FDA die Überprüfung des Marktzulassungsgesuchs abgeschlossen hat.
Sie stellt fest, dass das Implantat sicher und effektiv für die Behandlung
von degenerativen Bandscheibenerkrankungen eingesetzt werden kann.
Behandelt werden darf jeweils ein
Wirbelsäulensegment zwischen L3
und S1.
Qualitätskontrolle bestätigen
Damit ist Prodisc®-L gemäß Food And
Drug Administration mit dem Vorbehalt zugelassen, dass eine FDA-Inspektion der Produktionsanlage, der
Produktionsmethode und der Qualitätskontrolle bestätigt, dass diese
mit den Anforderungen des Qualitätssicherungssystems der FDA übereinstimmen. Die FDA wird erst dann
abschließend den Zulassungsbeschluss
bestätigen, wenn die Erkenntnisse
aus der Inspektion ausgewertet und
die zufriedenstellende Erfüllung der
Anforderungen festgestellt wurde.
Implantat versus Fusion
Die Entscheidung der FDA basiert
auf der Überprüfung der Resultate
einer vierjährigen klinischen Studie
zu Prodisc®-L. Sie umfasste 292 Patientinnen und Patienten. Die Studie
testete in 17 Kliniken Prodisc®-L gegen eine Kontrollgruppe von 360Grad-Versteifungen. Die Patienten
wurden in regelmäßigen Abständen
über zwei Jahre nach der Operation
wissenschaftlich untersucht. Schwerpunkte der Untersuchung waren
Schmerzen, Behinderung, der neurologische Status und die Fähigkeit
des Patienten, sich zu beugen, sich
durch zu strecken und zu bewegen.
Prof. Josten: Dualismus zwischen Versorgung und
Forschung wird auf Rücken der Ärzte ausgetragen
S
ie vertauschen das Skalpell mit
der Trillerpfeife: Mitte März
2006 sind 22.000 Ärzte an den
deutschen Universitätskliniken
und Landeskrankenhäusern nach einer
Urabstimmung erstmals zum unbefristeten Streik aufgerufen worden.
Ihre Forderungen – geregelte Arbeitszeiten, Bezahlung der Überstunden
und 30 Prozent mehr Lohn – stoßen
bei den Arbeitgebern und zum Teil in
der Bevölkerung auf scharfe Kritik.
Wie beurteilen Vorgesetzte die Situation und die Wünsche der Jungmediziner? CLINICAL VOICE™ sprach
mit Prof. Dr. Christoph Josten, Direktor der Chirurgischen Klinik und
Poliklinik I im Universitätsklinikum
Leipzig, über junge Ärzte in Not und
Kliniken im Wandel.
CV: Prof. Josten, die Ärzte in Universitätskliniken fordern 30 Prozent
mehr Gehalt. Was ist der Grund echte Not oder einfach der Wunsch
nach mehr Geld?
Josten: Den Ärzten geht es um
gerechte Entlohnung und sie befinden sich in einer Notlage. Dafür gibt
es zwei Gründe: Die Umsetzung des
Arbeitszeitgesetzes hat die bisher
geleisteten unbezahlten Überstunden nicht durch zusätzliche Stellen
kompensiert. Stattdessen führte der
Kostendruck auf Kliniken und Fakultäten zu einem Stellenabbau.
Gleichzeitig sollen die Kliniken ihre
Leistungszahlen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre aufrechterhalten. Dieser Dualismus
zwischen Krankenversorgung mit
umfangreichen Dokumentationspflichten einerseits und universitären Aufgaben wird auf dem Rücken
der Ärzte ausgetragen. Diese Vielfachaufgabe muss entsprechend
honoriert werden. Deshalb stellt für
mich die Streikforderung ein Abbild
der reellen Leistungen und Verantwortung dar, die diese jungen Ärzte
mit extrem hohem Pflichtbewusstsein und Engagement an den
Universitätskliniken erbringen.
Sorgfältiges und strenges Urteil
Mit der vorbehaltlichen Zulassung
der künstlichen Bandscheibe Prodisc®-L in den USA haben nun die
beiden marktführenden Systeme für
Bandscheibenendoprothetik, Prodisc®
und Charité-Link, die Genehmigung
der als äußerst sorgfältig und streng
bekannten US-Gesundheitsbehörde
erhalten. Weltweit wurden seit dem
Jahr 2000 bei mehr als 40.000 Rückenpatienten künstliche Bandscheiben
implantiert. Die künstliche Bandscheibe Prodisc® ist CE-zertifiziert und in
26 Ländern der Welt erhältlich. Weltweit wurden bisher rund 12.000 Rückenpatienten mit einer Prodisc® versorgt.
CV: Welche Zukunftsperspektiven
haben junge Mediziner, wenn sie
ihre Arbeit im Krankenhaus aufnehmen?
Josten: Die Zukunftsperspektiven
eines Arztes an einem Krankenhaus
sind in meinen Augen deutlich
besser, als sie noch vor zehn oder
20 Jahren waren. Die Zukunftsaussichten eines Arztes sind heute
nicht nur in einer Chefarztposition
zu sehen. Sie manifestieren sich
auch in eigenständigen und sehr
attraktiven
Oberarztfunktionen.
Interessant sind Bereiche außerhalb
des Krankenhauses mit vielfältigen
Versorgungsstrukturen. Dazu gehört die eigene Praxis, die Praxisgemeinschaft oder das Versorgungszentrum. Auch außerhalb der
Medizin – als Unternehmensberater, im Management oder Controlling – liegen reizvolle Berufsalternativen.
Deutsche Studie läuft
Mit Spannung erwartet werden die
Ergebnisse der zur Zeit größten wissenschaftlichen Studie mit über 200 Prodisc®-Patienten an der Charité Berlin,
Klinikum Benjamin Franklin. Im Zentrum der Untersuchung steht speziell
die Validisierung der Patientenzufriedenheit nach Insertion. Erste Resultate werden für Mitte April erwartet.
CV: Immer mehr junge Ärzte wandern ins Ausland ab. Fast in allen
Nachbarländern werden sie deutlich besser bezahlt und haben nach
eigenen Aussagen weniger Stress.
Wie kommt das?
Josten: Dies ist richtig. Umgekehrt integrieren wir mehr Ärzte
aus
Österreich,
Polen
oder
Tschechien. Medizin muss heute
international gesehen werden. In
den skandinavischen und westlichen europäischen Ländern wurde
bereits umgesetzt, was unsere
deutschen Ärzte fordern: Die Arbeit
des Arztes wird entsprechend der
Qualität honoriert, und nicht nach
einem Tarifvertrag, der für unterschiedliche Berufsgruppen gilt. Ich
habe den Eindruck, dass in diesen
Ländern die ärztliche Tätigkeit stärker anerkannt und gerechter honoriert wird.
Struktur und Personalführung vorgelebt wird. Die junge Generation
von Direktoren und Chefärzten in
deutschen Kliniken ist aber sehr
wohl groß geworden mit wissenschaftlichen Dialog und offener
Diskussion. Sie setzt dies auch in
ihrer Führungsstruktur um. Es muss
aber betont werden, dass in einem
Bereich, wo es um die Gesundheit
und das Leben von Menschen geht,
klare Entscheidungen und Entscheidungsabläufe vorgegeben und
CV: Bis 2015 werden 75.000 der bisher 306.000 in Deutschland tätigen
Ärzte vom Markt verschwinden, also
praktisch jeder vierte. Neu approbiert werden pro Jahr nur etwa
7.000. Wie wollen die deutschen
Kliniken diese Lücke schließen?
Josten: Wenn unsere Gesellschaft
die Arbeit an den Kliniken leistungsgerecht würdigt und entlohnt, wird
es keine Lücke geben. Die meisten
deutschen Krankenhäuser sind in
ihrer Ausstattung und Infrastruktur
im oberen Bereich des internationalen Standards angesiedelt. Deshalb
werden sie auch weiterhin für junge
Menschen ein attraktiver Aus- und
Weiterbildungsplatz bleiben. Allerdings muss die Weiterbildung der
jungen Ärzte effektiver und motivierender gestaltet werden. Hier werden zu viele Zeit- und Ausbildungsressourcen vergeudet. Im niedergelassenen Bereich, wo die strukturelle und finanzielle Entwicklung
unklarer ist, leidet die Attraktivität
der Arbeitsplätze deutlich stärker.
In diesem Bereich muss von den
politischen und berufsständigen
Organen mehr unternommen
werden.
durchgeführt werden müssen. Gerade der operative Bereich – ob
beim Polytrauma, dem rupturierten
Aortenaneurysma oder der cerebralen Blutung - verlangt in Diagnostik
und Versorgung schnelle Entscheidungen von kompetenten Ärzten,
die auch führungs- und zielorientiert ein Team führen. Dies mit
"Feudalprinzipien" zu vergleichen,
entspricht nicht dem, was man von
einem renommierten Repräsentanten der Ärzteschaft erwarten sollte.
Nichtsdestotrotz müssen auch
Krankenhäuser sich den veränderten Berufsbedingungen anpassen,
damit junge Ärzte „noch mehr
Spaß“ an ihrer Arbeit haben.
CV: Frank Ulrich Montgomery,
Vorsitzender der Ärztegewerkschaft
Marburger Bund, meinte neulich im
Magazin „Spiegel“, die deutschen
Kliniken würden nach "altertümlichen Feudalprinzipien" geführt.
Wie müssen sich die Krankenhäuser
verändern, damit junge Ärzte wieder Spaß an ihrer Arbeit haben
können?
Josten: Diese Aussagen dürfen nicht
unwidersprochen bleiben. Es ist
meine feste Überzeugung, dass
junge Mediziner von heute auch
weiterhin eine Elite in Aus- und
Weiterbildung darstellen. Diese
Persönlichkeiten lassen sich nicht
ohne weiteres alte Strukturen
"überstülpen". Sicherlich gibt es
noch Kliniken, wo eine der heutigen
Zeit nicht mehr entsprechende
Prof. Dr. Christoph Josten
Direktor der Chirurgischen Klinik
und Poliklinik I
Universitätsklinikum Leipzig
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Telefon 0341 - 97-17300
Fax 0341 - 97-17309
E-Mail: christoph.josten@medizin.uni-leipzig.de
Seite04-05.qxd
4
28.03.2006
10:28 Uhr
Seite 4
CLINICAL VOICE 01/2006
Schnecken haben etwas Teuflisches
Kommunikation als erlernbare Kunst – Ein therapeutischer Schnellkurs aus
der Praxis für öffentlichkeitsorientierte Mediziner – Von Peter W. Engelmeier
A
m Anfang steht die Frage: Wie
lautet die Botschaft? Das
klingt nach einem guten Einstieg in einen lehrbuchhaftwichtigen Beitrag über das richtige
kommunikative Verhalten in der Vorbereitung einer Veröffentlichung. Es ist
auch nichts gegen diese Frage zu sagen. Nur sollte sie nicht jene sein, die
generell am Anfang steht. Weil vor ihr
andere Fragen zu klären sind.
Es gehört zu den ehernen Gesetzen
der modernen medialen Welt, die
bekanntlich mehr von schnellen
Antworten als von analytischen Fragen getrieben wird, dass eine Botschaft sich unter dem Einfluss von
Ereignissen generiert. Vorsicht also
vor falschen Methoden. Vorsicht
auch vor Helfern, die mit „gesicherten Erkenntnissen“ den Weg weisen,
weil sie „schon immer“ so gearbeitet
haben wie sie es mit siegessicherer
Geste auch diesmal tun möchten –
mit der Einstiegsfrage: Wie lautet
die Botschaft?
Botschafter der Botschaft
Spätestens hier ist zu klären, wer
sich um die Verkündigung einer medial relevanten Frage kümmert. Wer
also den Weg einer „Mitteilung an
die Medien“ vorzeichnet, wer die Inhalte definiert und wer verantwortlich zeichnet für die Folgen, die eine
Veröffentlichung provozieren kann.
Wer ist der Botschafter der Botschaft? Ist es derjenige, der den
Newswert als erster erkannt hat?
Derjenige, der den Schöpfungsakt
einer zur Meldung eingedampften
Nachricht durch sein Wissen und
Können ausgelöst hat (z.B. ein Erfinder)? Derjenige, der durch eine genaue Recherche zum Entdecker geworden ist? Derjenige, der aus einer
minderen Nachricht durch irgendeinen Geistesblitz eine große und
wichtige Nachricht macht, die es zur
Schlagzeile oder gar in den Leitartikel oder TV-Kommentar schafft? Klar
ist: Alles ist unklar.
Ein kluger Arzt,
der journalistisch denkt
Daher wird jetzt für diesen Beitrag
definiert: Meine wohlmeinenden
Handlungsvorschläge dienen dem
Mediziner, der kein Journalist ist,
aber immer wieder sein Schneckenhaus verlässt, um sich auf dem publizistischen Feld zu profilieren. Wohlgemerkt: nicht als kluger Arzt (mit
Texten in Fachmedien) sondern als
möglichst kluger, journalistisch denkender Arzt.
Die Rettung des Anliegens
Was im Alltag für den Mediziner an
Zeit bleibt, um sich als nebenberuflicher Kommunikator an die nichtfachliche Außenwelt zu wenden,
geht gegen Null. Und so sehen denn
auch die Texte aus, die in dieser NullZone entstanden sind. Ärzte als Autoren auf der populärwissenschaftlichen Wildbahn sind in Gefahr: Ihr
Können verkommt schnell zu Phrasen, ihr Wissen wirkt wie Halbwissen, ihr Anliegen bleibt, wo sie es
überhaupt nicht haben wollen – auf
der Strecke. Und jetzt zur Sache:
Wie rettet der Arzt sein zum Manuskript gewordenes Anliegen? Wie findet er den geraden Weg in die Welt
derer, die wissen wollen, was Prof.
Dr. med. Autor zu sagen hat? Ganz
einfach: Es ist mühsam.
Wie bei einer OP vorgehen
Indes: Gute Qualität ist auch für den
Mediziner als Publizist erreichbar.
Sofern er wie bei einer OP vorgeht.
Und da steht auch nicht die Botschaft
am Anfang („Das kriegen wir schon
hin! Sie haben in der besten Klinik
Deutschlands eingecheckt, liebe
Frau! Und sollten Sie wieder aufwachen, wird alles gut“) sondern die
Anamnese, die Analyse, der Gesamtplan. Wir nennen das Bündel aus
Handlungen in Vorbereitung einer
journalistischen Arbeit pauschal Recherche. Damit vereinfachen wir den
Oberbegriff für die Präparation an einer zur Veröffentlichung in Publikumsmedien bestimmten Sammlung
der Fakten, ohne die wir nicht tätig
werden können.
Lesen Sie dann selbst den Text mit
kritischer Distanz. Korrigieren Sie
sorgfältig. Und seien Sie ab und an
so frei, einen Text zu schreiben, der
keine Botschaft enthält – weil Sie das
so wollen.
Klare Zieldefinition
Wir definieren nun – simplifiziert –
den Entwicklungsweg am Beispiel einer wichtigen neuen chirurgischen
Möglichkeit, wie etwa der künstlichen Bandscheibe, die wir (damit
fängt es an infiltrativ zu werden, aber
auch informativ und auch positiv im
Sinne des Erfinders!) Prodisc® nennen: Wir geben dem zentralen WertWort unserer Aussage(n) einen Namen, der zugleich eine klare
Zieldefinition bereitstellt.
Kommunikativer Fahrplan
Ein medizintechnischer Entwicklungserfolg und damit verbundene Chancen für einen großen, geplagten Patientenkreis wollen kommuniziert
werden. Dazu bedarf es keiner unklaren Umschreibung (man spricht
auch gern von „wolkiger“ Formulierung), sondern einer unmissverständlichen Benennung. Der journalistische, „denkevolutionäre“ Ansatz
verlangt, dass wir unsere Absicht zunächst unverborgen für uns selbst
klarstellen. Also steht, als erstes kleines Zwischenresultat, vor der Botschaft eine Überlegung, die den
kommunikativen Fahrplan entscheidend beeinflusst.
Ziel und Zweck der Mitteilung
Was wollen wir sagen? Die Mutter aller Fragen im journalistischen Währungsfeld bewahrt vor Grundfehlern.
Je eindeutiger wir Zweck und Ziel
unserer Mitteilung vor Augen haben,
desto sauberer wird der Text. Die
Fakten, die die Zeugungskraft des
Autors belegen, müssen in einem
Manuskript zum Leben erweckt werden, das sie sorgsam einhüllt, sie atmen lässt – ein Instrument der Verständlichkeit und Verständigung
gewissermaßen.
Hast-du-mich-verstanden?-Test
Wenn also die Absicht besteht, sich
zu einem Thema zu äußern und es
Menschen zugänglich zu machen,
die keine Mediziner sind, dann beginnt alles mit dem „Hast-Du-mich-
verstanden?-Test“ an einer Person,
die klug genug ist, dem Prof. Autor
zuzuhören, aber auch herzlich
dumm genug, um die richtigen Verständnisfragen zu stellen. Die
Wunderwelt der Aperzeption (halt:
keine Schlauberger-Fachfremdwörter im Text!), also die Wunderwelt
der bewussten Wahrnehmung von
Sinneseindrücken ist so bunt, dass
die von diesem Probanden gestellten Fragen direkt zu einem Text führen, den man versteht.
Im Schneckentempo zur Botschaft
Nach erfolgtem Abgleich mit der
Testperson und der Gewinnung von
Verständnis-Erkenntnis beginnt der
Prozess des Schreibens. Nicht der
des Schreibens des eigentlichen
Textes, sondern der einer Gliederung. Sie sorgt für ein gutes Gefühl
bei der nachfolgenden Autorenarbeit. Sie ist die Reling, an der wir uns
im Schneckentempo die Treppe des
Anspruchs hinauf bis zur Botschaft
(!) bewegen wollen.
Schreiben Sie!
Lesen können Sie später!
Von nun an muss ich Sie allein lassen. Sie müssen selbst ihrem Laptop
oder ihrem Papier mitteilen, was Sie
sagen wollen – aber ich mische mich
hier noch mal ein: Tun Sie es zügig,
als hätten Sie nie etwas anderes getan. Schreiben Sie ohne Misstrauen
gegen sich selbst, ohne Kaffeepausen, Telefonate, ohne Fremdwörterlexikon. Und ohne bei anderen ein
Helfersyndrom zu provozieren, das
(wg. Vorlesen erster Versatzstücke)
nur zu Verwirrung und Verzögerung
führt. Mit anderen Worten: Wenn
Prof. Dr. med. Autor den Text zu verfertigen beginnt, zieht er die Sache
durch. „Schreiben Sie! Lesen können Sie’s später!“, hat der große
Chefredakteur Kurt Wessel einmal
zu einem später ebenfalls großen
Chefredakteur (gemeint ist selbstverständlich Peter W. Engelmeier)
gesagt. Und der hat es sich gemerkt,
hat danach gehandelt – und erfahren, dass die Gliederung schön und
gut ist, solange einem nichts Besseres, respektive Wichtigeres, einfällt.
Das Lesen provozieren
Sie haben Ihren Text geschrieben. Er
hat einen Titel, der das Lesen provoziert, die Gesetze des Apriorismus
verinnerlicht (halt, keine lakritznen
Fremdwörter!), also die Gesetze der
Lehre, die eine von der Erfahrung
unabhängige Erkenntnis annimmt.
(Beispiel: „Schnecken haben etwas
Teuflisches“.) Und er hat eine Unterzeile, die den magnetisierenden Titel aufhebt und schnell in die Thematik führt, allerdings so, dass
danach nicht die Luft heraus ist, weil
der Leser alles weiß, was auf ihn zukäme, läse er den Text in Gänze.
Die Lust des Lesers an der Wendung
Was haben Sie von diesen Ratschlägen? Taugen Sie im Alltagskampf mit
Papierbergen, Notrufen, OP-Terminen, Computer, Zeitmanagement
und einer Doktorandin am Telefon,
die wissen will, ob Sie ihren Text
schon gelesen haben, der sich weitab der Engelmeier-Rezepturen im
Niemandsland des Interesses um ein
Faktum dreht, das in der Tat bald einmal öffentliches Aufsehen erregen
müsste… Der große Ernst, mit dem
Sie Ihre Forschungs- oder ArbeitsResultate in ein Manuskript gießen,
darf auf keinen Fall durchgefärbt
spürbar werden. Ernst ja, aber immer
gepaart mit dem Wissen um die Lust
des Lesers an der eher feuilletonistischen Wendung. Das beste Bandscheiben-Implantat (wir nennen es
Prodisc®) hält den Leser nicht beweglich, wenn er die neurochirurgische Existenz dieses grandiosen Ersatzteils nicht auf dem Boden einer
optimistisch-lebensbejahenden Idee
vom Komfort im Alltag liest.
Denken, gliedern, im Fluss schreiben
Schnecken haben nicht immer etwas
Teuflisches. Das sagt uns, dass wir
Überschriften nicht grundsätzlich
glauben sollten. Und auch nicht den
Modellen von Publizistik-Professoren, die behaupten, man dürfe den
Beginn eines Textes nicht mit der
„Botschaft“ belasten. Selbstverständlich darf man das. Man kann sie
aber auch an den Schluss setzen. Die
Botschaft dieses Textes übrigens lautet: Denken Sie, gliedern Sie, schreiben Sie in ununterbrochenem Fluss.
Ein offenes Urteil einholen
Vor allem: Geben Sie das Manuskript
zum Schluss einem Menschen, auf
dessen Sachverstand sie vertrauen
(das kann – so mutig sind Sie doch? –
auch ein konkurrierender, kritischer
Kollege sein. Er wird Sie fortan für einen Menschen von großer geistiger
Freiheit halten, was er bis dato nicht
hat denken können!). Bitten Sie um
ein offenes Urteil, was die Richtigkeit, die Verständlichkeit und die
Form der Aufbereitung angeht. Halten Sie nicht fest an Floskeln, an Formulierungen, die ihr Schreiber-Ego
Ihnen als elysisch suggeriert. Prüfen
Sie dann in einem eigenen Sach-Lesevorgang, wie die versierte Mitwelt
über Ihren Text denkt und ob/wie
ein Laie damit zurecht kommen
wird.
Die Konkurrenz objektiv erwähnen
Verzeihen Sie eine letzte Volte. Ich
habe doch eine Botschaft: Überstimmen Sie sich, den subjektiv tickenden Autor, und geben Sie konkurrierenden Autoren/Gedanken/Modellen/
Produkten eine (in keinem Fall herabwürdigende) objektive Erwähnung.
Sie werden staunen, wie fair Sie
künftig von Ihrer Klientel bewertet
werden. Und das, wenn wir ehrlich
sind, ist doch auch der Sinn des
Schreibens.
Prof. Peter W. Engelmeier
lebt in München. Er ist Autor, Kommunikationswissenschaftler und Medienstrategie-Berater großer Unternehmen, darunter Clinical House, sowie
Mitglied der Clinical Expert Society.
Er war u.a. Lehrer an der Deutschen
Journalistenschule in München.
E-Mail: pwe@engelmeier.com
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28.03.2006
10:28 Uhr
Seite 5
CLINICAL VOICE 01/2006
Achtung, Fristversäumnis droht
Landesärztekammern legen Übergangsbestimmungen unterschiedlich aus
5
Alle Kammern – alle Fristen
Landesärztekammer
Neue WBO
Übergangsbestimmung
bereits in Kraft?
für den Facharzt für Orthopädie
und Unfallchirurgie
Baden-Württemberg
Nein
Ja; innerhalb einer Frist von drei Jahren kann
die Zulassung zur Prüfung für die neue
Regelung findet sich für das Gebiet
Chirurgie ganz am Ende des Abschnitts 6. Dort ist ausgeführt, dass
der Facharzt für Orthopädie die
Facharztbezeichnung Orthopädie und
Unfallchirurgie innerhalb einer Frist
von drei Jahren beantragen kann,
wenn mindestens zwei Jahre Weiterbildung im Schwerpunkt Unfallchirurgie nachgewiesen werden. Im umgekehrten Fall gilt dies ebenso für den
Facharzt für Unfallchirurgie.
(Fortsetzung von Seite 1)
uf den Wohnort kommt es an
– Medizinjuristen dokumentieren im Ländervergleich deutliche Ungerechtigkeiten bei
der nachträglichen Erlangung der Facharztbezeichnung. Diese wird von den
Landesärztekammern in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt. Die damit verbundene Ungleichbehandlung kann trotz Übergangsbestimmungen erhebliche Nachteile für den einzelnen Mediziner haben.
A
Die Musterweiterbildungsordnung
enthält in § 20 Allgemeine Übergangsbestimmungen. Sie gelten, so
Absatz 1, dann, soweit in Abschnitt B
und C keine speziellen Regelungen
getroffen sind. Eine solche spezielle
Bestimmungen und Fristen variieren
Nun ist es allerdings nicht so, dass
die Länder diese von der MWBO
vorgesehene Übergangsbestimmung
unisono übernommen haben. Bei
einem Vergleich der länderspezifischen Regelungen sind durchaus gravierende Unterschiede festzustellen.
Hier variieren die Bestimmungen
bzw. die vorgesehenen Zeiten doch
erheblich. Ganz abgesehen von den
für die Antragsstellung vorgesehenen Fristen.
entsprechenden Fristen zu versäumen. Auch sollte geprüft werden, ob
überhaupt die Möglichkeit besteht,
im jeweiligen anderen Bereich die
entsprechenden Kenntnisse und Fähigkeiten zu erwerben.
Facharztbezeichnung beantragt werden,
wenn nachgewiesen wird, dass innerhalb
der letzten acht Jahre vor der Einführung
mindestens zwei Jahre eine regelmäßige und
überwiegende Tätigkeit in der Orthopädie
und Unfallchirurgie erfolgte; Nachweis
von umfassenden Erfahrungen, Kenntnissen
Ungerechtigkeit mit
gravierenden Folgen
Dies alles ändert aber nichts daran,
dass Ärzte in einzelnen Ländern erhebliche Vorteile gegenüber Ärzten
in anderen Ländern in der Erlangung
haben. Eine Ungerechtigkeit, die für
den Einzelnen zu gravierenden Folgen führen kann.
und Fertigkeiten in den Inhalten der neuen
Facharztkompetenz
Hessen
01.11.2005
Nachweis einer regelmäßigen Tätigkeit
in dem neuen Gebiet etc. Tätigkeitszeit
muss der Mindestweiterbildungszeit
entsprechen. Anerkannt werden nur die
letzten acht Jahre vor dem 1. November 2005.
Überwiegende Tätigkeit (mindestens 51%)
in dem neuen Gebiet
Bremen
01.04.2005
§ 20 Abs.8 WBO; Anerkennung, wenn in
der Zeit ab dem 1. Januar 1996 überwiegende
Tätigkeit in betreffendem Gebiet.
Antragsstellung bis zum 31. Dezember 2006
Mecklenburg-Vorpommern
04.07.2005
siehe Baden-Württemberg
Nordrhein
01.10.2005
Anerkennung überwiegender Tätigkeit acht
Jahre vor Einführung (1. September 1997 bis
Wann muss Antrag gestellt werden?
Zur Verdeutlichung der Situation
sind die entsprechenden Bestimmungen in der nebenstehenden Tabelle wiedergegeben. Unter Berücksichtigung der vorgesehenen Antragsfristen ist es daher für jeden einzelnen Arzt, der von der aufgezeigten
Problematik betroffen ist, wichtig, zu
prüfen, ob und wann der Antrag auf
Führen der Facharztbezeichnung
Orthopädie und Unfallchirurgie gestellt werden kann bzw. muss, um
hier nicht ggf. Gefahr zu laufen, die
1.September 2005). Anträge sind innerhalb
von sieben Jahren zu stellen. Tätigkeitsabschnitte können innerhalb der Frist bis zu zwei
Jahren ab Einführung berücksichtigt werden.
RAin Karin Gräfin
von Strachwitz-Helmstatt
Rechtsanwaltssocietät Ehlers,
Ehlers & Partner
Widenmayerstr. 29
80538 München
Tel. 089-21096934
Fax: 089-21096999
Schleswig-Holstein
E-Mail: k.strachwitz@eep-law.de
Rheinland-Pfalz
01.10.2006
siehe Schleswig-Holstein
Saarland
02.04.2005
siehe Schleswig-Holstein
Thüringen
01.07.2005
Kammerangehörige, die bei Inkrafttreten
30.08.2005
Facharztanerkennung Orthopädie: Bei
Inkrafttreten der WBO kann FA-Bezeichnung
Orthopädie und Unfallchirurgie innerhalb
einer Frist von drei Jahren beantragt werden,
wenn mindestens zwei Jahre Weiterbildung
im Schwerpunkt Unfallchirurgie
nachgewiesen werden.
Arbeitszeitgesetz – eine unendliche Geschichte?
dieser WBO die Facharztbezeichnung
Orthopädie besitzen, können die Zulassung
zur Prüfung der Facharztbezeichnung
Verlängerung der „Schonfrist“ bis Ende 2006 verstößt gegen geltendes
EU-Recht und bringt Kliniken wenig Nutzen
A
m 1. Januar 2004 trat das neue Arbeitszeitgesetz in Kraft. Um die
Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) umzusetzen, wurde
das alte Arbeitszeitgesetz dahingehend
geändert, dass ärztlicher Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit zu werten und
damit in die Berechnung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit von 48 Stunden
mit einzubeziehen ist. Angesichts der
gravierenden Auswirkungen auf den
Klinikalltag räumte jedoch der Gesetzgeber eine Übergangsfrist bis zum 31.
Dezember 2005 ein und verschaffte
den einzelnen Kliniken Luft, den traditionellen Krankenhausbetrieb weiterzuführen. Kurz vor Ablauf der Übergangsfrist musste der Gesetzgeber jedoch feststellen, dass sich die Kliniken
zum größten Teil noch nicht auf die
neue Gesetzeslage eingestellt hatten. Als
Reaktion beschloss der Bundestag am
15. Dezember 2005 – bestätigt durch
den Bundesrat am 21. Dezember 2005
–
Arbeitszeitänderungsgesetz und
verlängerte damit die Schonfrist
um ein weiteres Jahr. Was ist aber
von dieser kurzfristigen Verlängerung
zu halten?
Zum einen kommt das gesetzgeberische Ansinnen zeitlich sehr spät; die
meisten Einrichtungen haben mit
Blick auf das erwartete Auslaufen
der Übergangsfrist ihre betrieblichen Arbeitszeitregelungen bereits
dem grundsätzlich geltenden Recht
angepasst. Auch die Tarifvertragsparteien des öffentlichen Dienstes haben die Problematik der Verlänge-
rung der täglichen Arbeitszeit über
acht Stunden hinaus durch zusätzliche Leistung von Bereitschaftsdienst
im neuen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bereits abschließend zum 1. Oktober 2005 geregelt (vgl. § 45 TVöD – Besonderer
Teil Krankenhäuser mit der Verlängerung auf 13 bzw. 16 Stunden pro Tag).
Verstoß gegen geltendes EU-Recht
Zum anderen verlängerte der Deutsche Gesetzgeber einen Rechtszustand, der gegen geltendes Europäisches Recht verstößt. Zur Begründung
wurde angeführt, dass die sofortige
Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes,
d.h. die volle Bewertung von Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit, die Einführung von Schichtmodellen erfordern
würde. Dies hätte einen erheblichen
zusätzlichen Personalbedarf zu Folge,
der gerade für viele Pflegeeinrichtungen mangels finanzieller Mittel
bzw. fehlendem Ärztenachwuchs
nicht gedeckt werden könne.
Mehrkosten von 100 Mio. Euro
Darüber hinaus verweist der Deutsche Gesetzgeber auf rechtliche Unsicherheiten auf europäischer Ebene.
Die EuGH-Rechtsprechung basiert
auf der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie 2003/88/EG. Angesichts der
nun europaweit befürchteten Auswirkungen der Rechtsprechung zum
Bereitschaftsdienst wird mittlerweile
eine Änderung dieser Richtlinie diskutiert. Neben dem Problem einer
künftigen Regelung für Ausnahmen
von der maximalen Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden, wird
darüber gestritten, ob der Bereitschaftsdienst u.a. von Ärzten weiterhin grundsätzlich als Arbeitszeit zu
werten ist. Das Europäische Parlament schlug als Kompromiss vor, inaktive Zeiten im Bereitschaftsdienst
geringer zu bewerten. Die EU-Staaten hingegen haben noch keine einheitliche Position entwickelt. Die EUKommission hatte bereits im September 2004 in ihrem Entwurf einer neuen Arbeitszeitrichtlinie vorgeschlagen,
Bereitschaftsdienst künftig nur für
den aktiven Einsatz selbst als Arbeitszeit zu werten. Passive Bereitschaft, bei der etwa ein Arzt in der
Klinik ist, aber keinen direkten Einsatz hat, würde nicht mehr als Arbeitszeit gelten. Allein auf die deutschen
Krankenkassen kämen bei einer 1:1-Umsetzung des EuGH-Urteils Mehrkosten
von rund 100 Mio. Euro jährlich zu.
Orhopädie und Unfallchirurgie beantragen,
wenn sie mindestens zwei Jahre regelmäßig
im Teilgebiet tätig waren und den Nachweis
erbringen, dass sie die nach dieser Weiterbildungsordnung für die Anerkennung als
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
geforderten Kenntnisse, Erfahrungen und
Fertigkeiten in den letzten acht Jahren
erworben haben
Westfalen-Lippe
Spezielle Übergangsbestimmung:
Wenn im Zeitpunkt des Inkrafttretens im
Besitze Schwerpunktbezeichnung Unfallchirurg oder Facharztanerkennung Orthopädie, kann Zulassung zur Prüfung innerhalb
einer Frist von drei Jahren beantragt werden,
wenn Nachweis, dass innerhalb der letzten
acht Jahre zweijährige regelmäßige Tätigkeit
in Orthopädie und Unfallchirurgie
Hamburg
21.02.2005
siehe Baden-Württemberg
Berlin
Nein
Regelmäßige Tätigkeit innerhalb der letzten
acht Jahre an Weiterbildungsstätten bzw.
vergleichbaren Einrichtungen. Nachweis
durch Antragsteller. Frist von zwei Jahren
für Antragsstellung
Bayern
Erneute Verlängerung möglich
Angesichts dieser Unsicherheit sieht
der Deutsche Gesetzgeber derzeit
keine Veranlassung für eine rasche
Umsetzung der EuGH-Rechtsprechung.
Sollte sich 2006 kein Konsens auf europäischer Ebene ergeben, bleibt abzuwarten, ob ein zweites Arbeitszeitänderungsgesetz eine erneute Verlängerung der Übergangszeit nach sich
ziehen wird. Die unendliche Geschichte ginge dann weiter...
23.09.2005
01.08.2004
Spezielle Übergangsbestimmung im
Abschnitt Chirurgie. Mindestens zweijährige
regelmäßige und überwiegende Tätigkeit
in Orthopädie und Unfallchirurgie und
geeigneter Nachweise der geforderten
Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten.
Antragsfrist von drei Jahren nach
Inkrafttreten der WBO
Brandenburg
09.12.2005
siehe Baden-Württemberg
Niedersachsen
01.05.2005
§ 20 Abs. 5 WBO; Nachweis überwiegender
Tätigkeit im betreffenden Gebiet in den
letzten acht Jahren. Antragsfrist zwei Jahre
nach Inkrafttreten der WBO
Karin Gräfin von Strachwitz-Helmstatt
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6
17.03.2006
13:45 Uhr
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CLINICAL VOICE 01/2006
Deutlich erhöhte Stabilität durch überlange Verankerung
Osteosynthese mit langen Ilium-Ankerschrauben findet immer mehr Beachtung und
Einsatz bei Rekonstruktionen am hinteren Becken und spino-pelvinen Übergang
F
ür Instabilitäten am hinteren
Beckenring und am lumbopelvinen Übergang gibt es eine Reihe
von bewährten StabilisationsVerfahren, wie z.B. Iliosakral-Schraubenosteosynthesen, überbrückende und
lokale Plattenosteosynthesen, sowie
lumbopelvine Abstützungen mit herkömmlichen Wirbelsäulen-ImplantatSystemen, wie z.B. dem USS-System.
Gerade die lumbopelvine Abstützung
in Kombination mit einer Iliosakralverschraubung (trianguläre Osteosynthese)
hat sich dabei als eine stabile Osteosynthese herausgestellt, die oft eine
frühe Vollbelastung der betroffenen Extremität erlaubt. Sie findet seit den frühen 90er Jahren zunehmend Beachtung
und Einsatz bei unseren Patienten.
AP-Röntgenbild nach beidseitiger lumbopelviner Abstützung bei pathologischer beidseitiger Sakrumfraktur und
gleichzeitiger Iliumfraktur
Postoperatives AP-Röntgenbild, das eine trianguläre Osteosynthese unter Verwendung der langen iliakalen
Verankerungsschrauben darstellt.
Nichtsdestotrotz sind die genannten
Verfahren in ihrer Anwendung limitiert, wenn es zu ausgeprägten posttraumatischen oder pathologischen
Trümmerbrüchen im Sakrumbereich
oder hinteren Beckenschaufelbereich gekommen ist. Dabei spielt die
fehlende Verankerungsmöglichkeit
der Standard-Implantate im Trümmerund Frakturbereich genauso eine Rolle, wie eine fehlende Osteosynthese-Stabilität am hinteren Beckenring
und lumbopelvinen Übergang bei
ausgeprägten Fraktur-Instabilitäten.
Überlange Verankerungsschraube
im Ilium hilfreich
In diesen Situationen kann eine
überlange Verankerungsschraube im
Ilium im Rahmen einer lumbopelvinen Abstützung hilfreich sein. Diese
Schraube wird als überlange und
dickere „Pedikelschraube“ des USSSystems am hinteren Beckenring im
Bereich der Spina iliaca posterior
superior eingebracht mit Ausrichtung auf die Spina iliaca anterior inferior. Zwischen diesen beiden
Punkten besteht regelmäßig ein Knochenkanal, der intra-operativ mit dem
Röntgen-C-Bogen eingestellt werden kann . Dieser Kanal hat zwei kor-
CT-Rekonstruktion des hinteren Beckenringes nach Setzen beidseitiger iliakaler Verankerungsschrauben
tikale Engen, in denen die 7 oder
8mm dicken, und bis zu 130mm langen Schrauben eine kortikale Verankerung, ähnlich den Pedikelschrauben im Wirbel-Pedikel, erfahren.
Dünnere oder konisch zulaufende
Schrauben hingegen laufen Gefahr,
dass eine kortikale Verankerung in
den kortikalen iliakalen Engen nicht
mehr ausreichend gewährleistet ist,
und es unter Belastung der lumbopelvinen Osteosynthese zu einer
Auslockerung mit einem sogenannten „Scheibenwischer-Effekt“ kommen kann. Da diese Verankerungsschrauben im mittleren und vorderen Anteil des Iliums ihre Fixierung und Stabilität erreichen, können Fraktur-Instabilitäten im Bereich
des hinteren Iliums überbrückt werden. Belastungen vom Rumpf werden dadurch über die überbrückende lumbopelvine Osteosynthese direkt auf den stabilen Beckenring unter
Umgehung der instabilen Frakturzone weitergeleitet. Zyklische biomechanische Untersuchungen zeigten
eine signifikant höhere Stabilität einer triangulären Osteosynthese mit
lumbopelviner Abstützung (mit langen
Verankerungsschrauben) im Vergleich
zu herkömmlichen Standardosteosynthesen am hinteren Beckenring.
Hochinstabile
hintere Beckenfrakturen
Eingesetzt werden lumbopelvine Abstützungen mit überlangen iliakalen
Verankerungsschrauben bei hochinstabilen hinteren Beckenfrakturen, bei
lumbopelvinen Luxationsfrakturen (U/ H- / Y-Frakturen), pathologischen
Frakturen, sakralen Tumorresektionen, Pseudarthrosen des hinteren
Beckenringes, Osteomyelitiden mit
Knochendefekten, aber auch bei
Spondylodiscitiden oder lumbosakralen Re-Spondylodesen, insbesondere bei ausgeprägt osteoporotischen Situationen.
Einsatz in der rekonstruktiven
Wirbelsäulenchirurgie möglich
Erste Erfahrungen mit den überlangen Schrauben in Verbindung mit
dem USS-System wurden zunächst
gemeinsam in der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. J.R. Chapman, Harborview Medical Center,
University of Washington, Seattle,
USA, seit 1999 gemacht. Eine erfolgreiche weitere Anwendung erfolgte
in den vergangenen vier Jahren in
der Chirurgischen Klinik, BG-Kliniken "Bergmannsheil" in Bochum
(Direktor: Prof. Dr. Gerd Muhr), wobei die Schrauben bei Patienten aller
Altersgruppen einschließlich Kindern
im Alter von zehn Jahren zum Einsatz
kamen. Es ist vorstellbar, dass ein
weiterer Einsatzbereich der überlangen Verankerungsschrauben die rekonstruktive Wirbelsäulenchirurgie
mit notwendigen Verankerungen im
Ilium, wie z.B. bei der Anwendung
der Galveston-Technik, darstellt.
Darstellung des Knochenkanales zur Schraubenverankerung zwischen der Spina iliaca anterior inferior und Spina
Priv.-Doz. Dr. Thomas A. Schildhauer
Leitender Oberarzt
Chirurgische Klinik und Poliklinik
BG-Kliniken"Bergmannsheil"
Ruhr-Universität Bochum
Bürkle de la Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234-3026510
iliaca posterior superior als typische Tränenfigur
E-Mail: thomas.a.schildhauer@ruhr-uni-bochum.de
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17.03.2006
13:45 Uhr
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CLINICAL VOICE 01/2006
Neue Implantate – neue Techniken
Mehr als 200 Mediziner bei Symposium
„Die proximale Humerusfraktur“ in Hannover –
Aktuelles Thema für alle chirurgischen Kliniken
U
nter der wissenschaftlichen
Leitung von Professor Dr.
med. Helmut Lill fand am
13. und 14. Januar 2006 im
Friederikenstift Hannover ein Symposium über die Therapie der proximalen Humerusfraktur statt. Veranstalter war die Klinik für Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie mit Berufsgenossenschaftlicher Sonderstation und
Behandlungszentrum – mit einer Teilnehmerzahl von über 200 Medizinern
wurden die Erwartungen der Verantwortlichen wesentlich übertroffen.
Praxisbezug stand im Vordergrund
Zwei Live-Operationen mit winkelstabiler Osteosynthese und Humeruskopfersatz bei proximaler Humerusfraktur zeigten anschaulich die OPTechniken. Die sehr praxisbezogenen
Vorträge sowie die Falldiskussionen
sorgten für regen Meinungsaustausch
der Teilnehmer. Über 200 Ärzte des
gesamten deutschsprachigen Raumes
nahmen an der Veranstaltung teil und
konnten sich anschließend an den
Workshop-Plätzen weitere Tipps und
Tricks bei den Instruktoren aneignen.
Unterschiedliche Herangehensweisen
Das Symposium dauerte zwei halbe
Tage und war zeitlich sehr gut abgestimmt. Da die Referenten sich konsequent an ihre Redezeiten hielten,
blieb ausreichend Platz für Diskussionen, die von den Teilnehmern aktiv
genutzt wurden, da doch teilweise
unterschiedliche Herangehensweisen an proximale Humerusfrakturen
bestehen. Als Resümee der Veranstaltung bleibt, dass das Verständnis
für die Fraktur, die individuelle Entscheidung für den Patienten und das
geeignete Implantat entscheidend
für den Erfolg der Behandlung sind.
Interaktive Kommunikation
Auch die Live-Operationen passten
optimal in das für sie vorgesehene
Zeitfenster. Besonders hervorzuheben
ist die sehr gute Übertragungsqualität,
wo auch Details der Repositions- und
Operationstechniken gut für die Teilnehmer dargestellt wurden und diese
interaktiv mit dem Operateur während der Operation kommunizieren
konnten. Die Veranstaltung im Friederikenstift Hannover zeichnete sich
durch eine konstruktive und warme
Atmosphäre aus. Bis hin zur Technik
war alles bestens organisiert, so dass
die Teilnehmer am Samstagnachmittag zufrieden nach Hause fuhren,
mit dem Gefühl, wieder viel dazu
gelernt zu haben.
„H-Kiel” und Drilling-System
entlasten Chirurgen
Prodisc®-C mit neuem Design ab April 2006
N
eues aus der Prodisc-Werkstatt:
Ab April 2006 steht die Prodisc®-C
mit einem neuartigen „H-Kiel“ zur
Verfügung, der die Präparation des
Kielschnittes weiter vereinfacht. Eingriffe an der Halswirbelsäule werden
durch ein neues Drilling-System erleichtert, das im Herbst 2006 zur Verfügung stehen wird.
Ein entscheidendes Kriterium beim
Einbau der Prodisc®-C Bandscheiben-Prothese ist die Präparation des
Kielschnittes, nur bei einer präzisen
und sauberen Vorbereitung kann
das Implantat korrekt eingepasst
werden. Das neue Kieldesign der
Prodisc®-C sorgt hier für eine deutliche Verbesserung.
„Ich bin rundum zufrieden mit dem
Verlauf und insbesondere der Resonanz für das Symposium und die rege Diskussion, die zeigt, dass es sich
hier um ein aktuelles Thema für alle
chirurgischen Kliniken handelt“, resümierte Professor Lill nach Abschluss
des Symposiums. Den Schwerpunkt
der Veranstaltung bildete der Praxisbezug für die Teilnehmer, welcher neben den Vorträgen durch Live-Operationen und Workshops hervorragend
umgesetzt wurde. Besonderen Wert
legten die Referenten auf neue und
unterschiedliche Techniken und Implantate sowie praxisnahe Tipps und
Tricks. Die Veranstaltung war in jeder Hinsicht ein Erfolg. So konnten
namhafte Referenten gewonnen
werden, die sich seit Jahren wissenschaftlich und klinisch mit dem Thema beschäftigen und international
ausgezeichnet sind.
7
Weiter posterior als bisher
Nach der Präparation mit Kiel- und
Box-Meißel können immer noch
kleine Knochenfragmente im Kielschnitt verblieben sein, lockeres Material wird durch Spülen oder Ausschaben mit einem feinen Instrument entfernt. Am posterioren Ende
des Kielschnittes könnte sich aber
noch ein störender Rest befinden,
auch dieser muss möglichst vollständig beseitigt werden. Ohne sorgfältige Reinigung des Kielschnittes
könnten sich beim Einbringen der
Prothese Knochenfragmente im Kielschnitt sammeln und unter Umständen verhindern, dass die Prodisc®-C
optimal platziert wird - die Prothese
bleibt etwas zu weit anterior und
ihre Beweglichkeit kann darunter
leiden. Hier sorgt nun das neue
Kieldesign für Verbesserung: Der
neue Kiel ist im posterioren Bereich offen konzipiert. Mögliche
Die künstliche Bandscheibe Prodisc®-C
Knochenfragmente können in diesem Raum aufgenommen werden.
Die Prodisc®-C kann nun weiter posterior als bisher in die gewünschte
Position gebracht werden.
Meißel dringt leichter ein
Mit dem Prodisc®-C Drilling System
kann dort, wo der Kielschnitt vorgesehen ist, vorgebohrt werden. Dadurch
wird die anteriore Kortikalis bewusst
geschwächt und ein Teil des Knochenmaterials bereits entfernt. Nach
dem Vorbohren muss wie bisher mit
Kiel- und Box-Meißel der Kielschnitt
ausgearbeitet werden. Die Meißel
können nun jedoch leichter eindringen und müssen weniger Knochenmasse verdrängen. Für den operierenden Arzt wird dies eine spürbare
Arbeitserleichterung sein.
Leonhard Futschek
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Das OP-Team während der Live Operation
Prof. Dr. Helmut Lill:
Die proximale Humerusfraktur
Neue Implantate - neue Techniken
- Tipps und Tricks
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ISBN: 3-13-134191-2
Italienischer Gesellschaftabend
Die wissenschaftliche Veranstaltung
wurde durch einen gelungenen Gesellschaftsabend in einem italienischen Restaurant in Hannover abgerundet. Auch beim abendlichen
Gespräch bei Bier, Wein und italienischer Kochkunst wurden gegenseitige Erfahrungen ausgetauscht und
Probleme besprochen. Der Veranstalter hält hier ebenfalls für wichtig,
dass die Teilnehmer sich auch persönlich näher kennen lernten.
Neues Buch über Humerusfraktur
Professor Lill, der sich schon seit Jahren mit dem Thema proximale Humerusfraktur wissenschaftlich und
klinisch beschäftigt – in Kürze wird
ein Buch zu dem Thema von ihm erscheinen – zeigte sich sehr zufrieden über das Symposium. „Ich werde sicherlich in ein bis zwei Jahren
ein erneutes Symposium über die
proximalen Humerusfrakturen auflegen, dann mit dem Ziel, ein Update darzustellen,“ so Professor Lill.
Maximale Stabilität
• vielfältige multidirektionale Verriegelungsmöglichkeiten der proximalen und
distalen Knochenfragmente
• Möglichkeit zur winkelstabilen Verblockung einer proximalen diagonalen Schraube
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DOSSIER
CLINICAL VOICE 01/2006
Das eigene Gelenk zwölf Jahre länger behalten
Osteotomie mit winkelstabilen Implantaten erspart jüngeren Patienten eine
Prothese – Bessere Beweglichkeit und mehr Lebensfreude
schen pro Jahr, deren Kniegelenk
durch eine Osteotomie erhalten
bleiben könnte. Von dieser Zahl sind
wir weit entfernt. Ich schätze die
Zahl der kniegelenknahen Osteotomien in Deutschland auf höchstens
1.000 Operationen.
CV: Kann die Osteotomie die Knievollprothese ersetzen?
Lobenhoffer: Nein, die Osteotomie
ist kein Ersatz für eine Knieprothese,
die nach sorgfältiger Indikation eingesetzt wurde. Die Knie-TEP ist die
klassische Behandlung für die beidseitige Arthrose des gesamten Kniegelenks. Für ältere Menschen jenseits der 65 mit entsprechender
Arthrose ist sie genau das Richtige.
Auch die unikondyläre Schlittenprothese hat ihre Berechtigung und
sollte vermehrt in Betracht gezogen
werden: Wenn das Kniegelenk, vor
allem bei älteren Menschen nur auf
einer Seite verschlissen ist, sollte der
Operateur für diese Seite an eine
Schlittenprothese denken. Wenn
aber die Arthrose bei einem jüngeren, aktiven Patienten nur auf einer
Seite besteht und zugleich eine Achsenfehlstellung diagnostiziert wird,
dann ist die Osteotomie die beste
Option. Ich sehe hier keine Konkurrenz, sondern drei sich ergänzende
Therapieformen, die es mir erlauben, individuell auf meine Patienten
einzugehen. Ein Chirurg muss, meine ich, auf allen Tasten des Klaviers
spielen, nicht nur auf den weißen.
Fortsetzung von Seite 1
urch die Entwicklung sicherer, winkelstabiler Implantate
erlebt die kniegelenksnahe
Osteotomie in Deutschland
seit 2000 einen neuen Aufschwung. Zu
den bundesweit führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet zählt die
Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Henriettenstiftung Hannover unter der Leitung
von Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer.
Dort hat sich die Zahl der Umstellungsosteotomien von Jahr zu Jahr
stetig auf derzeit mehr als 200 erhöht.
Wachsende Nachfrage nach dieser
gelenkerhaltenden Therapie besteht
besonders bei jüngeren, aktiven Patienten mit Beinfehlstellungen und einseitigen Kniearthrosen. Sie können
durch eine Osteotomie die Versorgung
mit einer Knieprothese um bis zu zwölf
Jahre hinausschieben. CLINICAL VOICE™
sprach mit Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer über die Grundlagen und Chancen
der modernen Umstellungsosteotomie.
D
CV: Wie sind Sie zur Umstellungsosteotomie gekommen?
Lobenhoffer: Als rekonstruktiver Kniegelenkchirurg habe ich mich viele
Jahre mit Kreuzbandchirurgie, Meniskusschäden und Knorpeldegeneration beschäftigt. Mir wurde klar, dass
sich nicht alles im Gelenk mit Arthroskopie und Bandchirurgie richten lässt. Dabei ging es mir gar nicht
so sehr um Arthrosepatienten, sondern vor allem um jüngere Patienten
mit Instabilitäten des Kniegelenks,
zum Bespiel nach Verrenkungen oder
Verletzungen der Bänder. Wenn diese Menschen gleichzeitig unter einer
Achsenfehlstellung litten, schlugen
die Bandoperationen fehl, weil die
Fehlstellung nicht behandelt worden war.
CV: Welche Rolle spielte dabei die
Knee Expert Group der AO?
Lobenhoffer: Als mir klar wurde, dass
ich die Behandlung der Achsenfehlstellung in mein OP-Konzept einbauen musste, habe ich mich zunächst autodidaktisch mit dieser Frage
beschäftigt. Das änderte sich, als ich
in Kontakt mit Alex Staubli, Chefarzt
für Orthopädische Chirurgie am
Kantonspital Luzern, und der Knee
Expert Group bekam. Aus dieser Begegnung hat sich eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit entwickelt. Die
Arbeit dieses Expertenteams zeigte
deutlich, dass die Umstellungsosteotomie eine effektive und gute Methode für den Patienten ist, wenn der
Operateur sie wirklich beherrscht
und sichere, stabile Implantate zur
Verfügung stehen.
CV: Wie häufig führen Sie Osteotomien durch?
Lobenhoffer: Seit 2000 hat sich das
Aufkommen von Osteotomien an
unserer Klinik von Jahr zu Jahr verdoppelt. Mit 25 haben wir begonnen, dann waren es 50 und heute
mehr als 200. Die Nachfrage nach
Osteotomien ist so extrem hoch,
dass wir bereits eine sechsmonatige
Warteliste abarbeiten. Wir haben auf
diese Weise erfahren, dass es eine
riesige Patientengruppe gibt, die an
einem einseitigen Gelenkschmerz
bei Achsenfehlstellung leidet. Diese
Menschen sind viel zu jung für eine
Knievollprothese, die vielleicht 15
Jahre hält.
CV: Wie hoch schätzen Sie die Zahl
der Menschen, die für eine Osteotomie in Frage kommen?
Lobenhoffer: Pro Jahr werden in
Deutschland 100.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt, und das nicht
nur bei älteren Menschen. Wenn wir
nur davon ausgehen, dass vielleicht
jeder zehnte dieser Betroffenen für
eine Osteotomie in Frage käme,
dann sind wir schon bei 10.000 Men-
CV: Welche Patienten kommen für
Osteotomien in Frage?
Lobenhoffer: Die Osteotomie ist eine
Operation für den aktiven Patienten
mit einem hohen körperlichen Leistungsanspruch, zum Beispiel Bergsteiger, Läufer, Kraftsportler, Tennisspieler. Wenn die Osteotomie verheilt
ist, haben diese Menschen wieder ihr
eigenes Bein mit einem unveränderten
Kniegelenk. Das ist ein Riesenvorteil.
CV: Wie sieht das Beschwerdebild
bei den Betroffenen aus?
Lobenhoffer: Viele dieser jüngeren
Patienten leiden unter Kniebeschwerden, die durch eine Achsenfehlstellung des Beines hervorgerufen wurde, zum Beispiel durch O- oder X-Beine.
Nehmen wir den 45-jährigen Tennisspieler mit leichtem O-Bein. Er reißt
sich seinen Innenmeniskus, wird
operiert. In zehn Minuten ist der
Meniskus weg. Weil aber der Meniskus als Puffer fehlt, wird sich das OBein verschlechtern. Die einseitige
Belastung nimmt zu. Sein Knie ist in
wenigen Jahren reif für eine Prothese. Für diese Menschen ist es wichtig, dass die Ursache der Arthrose
beseitigt wird – die Achsenfehlstellung. Durch eine frühzeitige Osteotomie können wir die Arthrose stoppen
und sogar ein bisschen rückgängig
machen, indem wir die Last von der
Innenseite etwas stärker auf die
Außenseite des Knies verteilen. Eine
zweite Patientengruppe, bei der eine
Prothese überhaupt nicht zur Diskussion stehen darf, sind recht junge
Menschen, die auf der Innenseite des
Kniegelenkes Knorpelschäden haben,
zum Beispiel durch einen Unfall
oder eine andere Schädigung. Heute
wird häufig an eine Knorpel-Knochentransplantation oder eine Knorpelzüchtung gedacht. Wenn diese
Patienten aber von Natur aus eine
Überbelastung durch eine vorangelegte Beinachsenfehlstellung haben,
müssen diese Eingriffe scheitern.
Möglicherweise wird viel Geld aus
dem Fenster geworfen. Alle Studien
belegen glasklar, dass Knorpelknochenrekonstruktionen und vergleichbare Eingriffe auf Überlastung
hoch-empfindlich reagieren und sich
sofort wieder ablaufen.
CV: Welchen Nutzen hat der Patient
von der Osteotomie?
Lobenhoffer: Es gibt kaum eine Operation, die in der Literatur so gut mit
Langzeitergebnissen belegt ist wie die
Osteotomie. Aus der internationalen Literatur sind Studien bekannt,
die den Heilerfolg von Osteotomien
bei Hunderten von geeigneten Patienten bis zu 20 Jahre nachverfolgt haben. Danach hat der Patient bei guter
Indikationsstellung, also bei einer
guten Ausgangssituation, durch die
Osteotomie einen Benefit von bis zu
zwölf Jahren zu erwarten. Wenn der
Schaden schon zu groß ist, bringt die
Osteotomie immer noch sechs Jahre
lang eine deutliche Verbesserung.
CV: Wie ist die return-to-work-rate?
Lobenhoffer: Nach der Osteotomie
bleiben die Patienten meist vier bis
sieben Tage stationär in der Klinik.
Sie stehen bereits am Tag nach der
Operation auf, dürfen aber die ersten zwei Tage nicht viel herumlaufen. Nach zwei Tagen bewegen sie
sich frei und erhalten Gehhilfen.
Zwischen vierter und sechster Woche postoperativ gehen die Patienten nach Maßgabe der noch vorhandenen Beschwerden zur Vollbelastung
über. Sie erhalten Physiotherapie und
Lymphdrainage. Ein Aufenthalt in einer Rehaklinik ist im Allgemeinen
nicht erforderlich. Nach etwa sechs
Wochen kann die Alltagsbelastung
schrittweise wieder aufgenommen
werden. Die Rückkehr zum Arbeitsplatz ist natürlich stark von der individuellen Belastung abhängig.
CV: Wie haben neue Implantate wie
die winkelstabile Platte TomoFix™ die
Entwicklung der modernen Osteotomie beeinflusst?
Lobenhoffer: In der Vergangenheit
mussten wir Operateure uns immer
wieder behelfen – mit äußeren Spannern, allen möglichen Plattensyste-
men. Das war unbefriedigend, weil
die Eingriffe zu lange dauerten oder
die Implantate zu viele Komplikationen verursachten. Die winkelstabile
Plattengeneration TomoFix™ erlaubt
uns ganze neue Optionen der Fixationssicherheit. Endlich haben wir
ein sehr stabiles Szenario. Ich drehe
die Bolzen in den Knochen ein,
durch das Metallgewinde ist er in
der Platte stabil fixiert. Er kann sich
nicht hinauf oder hinunter verschieben. Das ganze Konstrukt ist extrem
steif und fest – genau so, wie wir
Chirurgen es benötigen.
CV: Wie beurteilen Sie das neue Implantat?
Lobenhoffer: Seit 2000 beschäftigt
sich die Knee Expert Group der AO
mit den neuen Osteotomie-Techniken und Implantaten. Wir sagen:
Was die Grundkonzeption von Alex
Staubli und Prof. Dr. Reto Babst aus
Luzern angeht, ist der TomoFix™ optimal und praktisch nicht mehr verbesserbar. Wir haben ihn biomechanisch sehr sorgfältig gegen andere
Implantate getestet und mit viel Aufwand andere Möglichkeiten geprüft.
Der TomoFix™ ist mit Abstand das
beste Implantat, denn er bietet dem
Patienten die größtmögliche Sicherheit. Das können wir mit klinischen
Zahlen belegen. Die Komplikationsrate – also das Versagen des Implantats und die Nichtheilung der Osteotomie – ist beim TomoFix™ viel, viel
kleiner als bei anderen Produkten.
Gleichzeitig ist die Operationstechnik deutlich sicherer und schonender als alles, was es konkurrierend
oder alternativ gibt.
CV: Welche Weiterentwicklungen
sind zu erwarten?
Lobenhoffer: In der Knee Expert Group
der AO befinden wir uns ständig in
einem Prozess der Optimierung und
der Evaluation von TomoFix™. Am
Anfang war das Implantat recht groß.
In der nächsten Generation wird es
flacher und nach unten verschlankt.
An den Ecken wird es abgerundet
und poliert. Bald werden wir auch
für besonders kleine und leichte Patienten entsprechend angepasstes
Implantat haben.
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DOSSIER
CLINICAL VOICE 01/2006
Das „Wunder“ des Knies macht
ihn immer noch staunen
Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer wirkt seit 1998 an
der Henriettenstiftung in Hannover
9
Knieosteotomien 1990 - 2004
Ein Studienüberblick
HTO im internationalen Vergleich
1990
Odenbring, Acta Orthop Scand
314 Patienten (f/u 10 - 19 J.)
nach HTO 5 % Revisionen zu Knie-TEP bei korrekter Achse
1993
Coventry, JBJS –A
87 Patienten (f/u 10 J.):
90 Prozent nach fünf Jahren keine weitere Operation
1993
Lootvoet, Rev Chir Orthop
193 Patienten (f/u 8 J.)
71 Prozent gute Ergebnisse
Sport und Bewegung nach HTO
uf dem Plakat im Behandlungszimmer steht „The amazing knee“
– dabei gibt es wenige Chirurgen in
Deutschland, die das menschliche Knie
so gut kennen, wie Prof. Dr. Philipp
Lobenhoffer. Je mehr aber der Chefarzt
der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Hannoveraner Henriettenstiftung über das
Gelenk weiß, desto mehr Bewunderung empfindet er für seine geniale
Konstruktion und Regenerationsfähigkeit. Vielleicht ist diese reizvolle
Wechselbeziehung ein Grund für den
49-jährigen Mediziner, die Gelenke
seiner Patienten durch eine gekonnte
Umstellungsosteotomie so lange wie
möglich zu erhalten.
Lobenhoffer, 1956 im bayrischen Rosenheim geboren, begann 1974 ein
Medizinstudium an der Georg-August-Universität in Göttingen. Nach
einem Gastsemester in Wien und
dem praktischen Jahr entschied sich
der junge Mediziner für das Wahlfach Orthopädie und wurde 1981 in
Göttingen approbiert. Famulaturen
absolvierte Lobenhoffer u.a. an der
Chirurgischen Uni-Klinik Göttingen
und dem Lorenz-Böhler-Unfallspital
in Wien. 1978 verband Philipp Lobenhoffer Beruf und Leidenschaft:
In Nepal – im Gebiet des Mount Everest
– führte der begeisterte Extremkletterer Untersuchungen zur „Häufigkeit und Gefahren des Höhenlungenödems“ durch. Zu diesem Thema
promovierte er im Mai 1981 bei Prof.
Dr. Walter Brendel an der LudwigMaximilians-Universität in München.
1991 habilitiert
1981 ging Lobenhoffer als Assistenzarzt an das Zentrum Chirurgie der
Medizinischen Hochschule Hannover zu Prof. Dr. Harald Tscherne,
Prof. Dr. Rudolf Pichlmayr und Prof.
Dr. Hans-Georg Borst. 1991 habilitierte er für Unfallchirurgie zum
Thema „Die distale femorale Fixierung des Tractus iliotibialis“. 1996
wurde Lobenhoffer zum außerplanmäßigen Professor der Medizinischen
Hochschule Hannover ernannt. Als
in Hannover die Klinik für Unfallund Wiederherstellungschirurgie am
Henriettenstift gegründet wurde,
Nagel, JBJS –A
37 Patienten (f/u 8 J.)
26 schweres Tragen und Heben
10 Laufsport mehr als drei Mal pro Woche
13/15 Tennis
9/11 Skifahren
2004
ACL Study Group, Sardinien
3 Erstliga-Fußballer nach HTO
1 Erstliga-Feldhockeyspieler nach HTO
2 hochklassige Tennisspieler nach HTO
Unfallchirurgie Henriettenstiftung
Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer (Mitte) mit seinem Team in der Morgenbesprechung
A
1996
wechselte Lobenhoffer 1998 als Chefarzt an die Spitze der Abteilung, die
er bis heute leitet und entwickelt.
Vielfach ausgezeichnet
Dr. Philip Lobenhoffer ist Mitglied aller wichtigen Fachgesellschaften im
In- und Ausland. Seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen füllen
Bände. Er erhielt 1993 den MichaelJäger-Preis und danach zweimal den
Video-Preis der DGU. 1998 war Prof.
Lobenhoffer
Mitpreisträger des
GOTS-Beiersdorf-Preises 1998 und
des AGA-Donjoy-Awards 2004. Prof.
Lobenhoffer ist seit 2003 Präsident
der AGA (Deutsch-sprachige Arbeitsgemeinschaft für Arthroskopie) und
Chairman der Knee Expert Group
der AO.
Prof. Dr. Philipp Lobenhoffer
Chefarzt der Klinik für Unfallund Wiederherstellungschirurgie
Henriettenstiftung
Marienstraße 72-90
30171 Hannover
Tel. 0511-2890
Studie
1998 2004
605 Knieosteotomien
501/605 Open Wedge (Osteotomieöffnung 5 – 22 mm)
501 Open Wedge
14 bicorticale Späne
101 Spacerplatten
386 Plattenfixateure (seit 10/2000 TomoFix™)
(Osteotomieöffnung im Durchschnitt 10,6 mm)
Implantatversagen nach Open Wedge
Spacer-Platte (n=101)
6 Implantatversagen mit Korrekturverlust
(4 mit TomoFix ausgeheilt, 1 Fix., 1 TEP)
TomoFix™ mit gezeigter Op-Technik (n = 386)
bisher kein Implantatversagen
vier Pseudarthrosen
kein Korrekturverlust
Komplikationen TomoFix™ (n = 386)
4 sekundäre Spongiosaplastiken
3 Spätinfekte (Implantat-Entfernung)
7 Hämatome
2 Überkorrekturen (Revision)
www.uch-henriettenstiftung.de
KURSINFORMATION
KNIEGELENKSNAHE CHIRURGIE
Kniegelenksnahe Osteotomien
31.03. - 01.04.2006
Henriettenstiftung Hannover, großer Saal
Wissenschaftliche Leitung:
Prof. Dr. med. Ph. Lobenhoffer,
Chefarzt der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Henriettenstiftung Hannover
Weitere Infos und Anmeldung:
Fortbildungszentrum Clinical House GmbH
Tel.: 0234-9010-111
Fax.: 0234-9010-189
E-Mail: silvia.dietrich@clinical-house.de
www.clinical-house.de
Mit Unterstützung von:
ANMELDUNG
Ich möchte mich gern zum Symposium
„Osteotomien am Kniegelenk“ anmelden.
Fax.: 0234-9010-189
Titel, Vorname, Name
Krankenhaus
Straße, Hausnr.
PLZ, Ort
Tel.-Nr.
Datum, Unterschrift
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CLINICAL VOICE 02/2005
NACHGEFRAGT Immer am Puls der
medizinischen Entwicklung
Ein Gespräch mit dem Leiter der EDUCKommission der deutschen AO,
Prof. Dr. Karl Heinrich Winker
Prof. Dr. med. Christian Krettek
Direktor der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover
Was ist für Sie das größte Unglück?
Leid und Verlust eines geliebten Menschen
Was ist für Sie das vollkommene irdische Glück?
Gibt es das?
Mehr als 10.000 angehende Orthopäden und Unfallchirurgen lernten in Bochum das ABC der modernen Frakturbehandlung
– im Bild die Teilnehmer des 41. AO-Kurses Trauma I im Dezember 2005
Ihre liebsten Romanhelden?
Huckleberry Finn
Ihr Lieblingsmaler?
Mosinski
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einem
Mann am meisten?
Verlässlichkeit und Humor
Ihre Lieblingstugend?
Verlässlichkeit
Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Der Hund meiner Frau
Wo möchten Sie leben?
Am Wasser
Welche Fehler entschuldigen Sie am ehesten?
Tippfehler
Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Monica Lewinski
Ihre Lieblingsheldinnen in der Dichtung?
Miss Marple
Ihr Lieblingskomponist?
Scott Joplin
Welche Eigenschaften schätzen Sie bei einer
Frau am meisten?
Verlässlichkeit und Humor
Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Bäume fällen
Was verabscheuen Sie am meisten?
Lügen, Feigheit, Unzuverlässigkeit
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
42 Kilometer unter vier Stunden
Was ist Ihr Lebensmotto?
Immer zufrieden sein, aber sich nie zufrieden geben
S
chulwissen hält 20 Jahre, Universitätswissen zehn und technisches Know-how höchstens zwei
Jahre – dann haben die Inhalte
ihr Verfallsdatum erreicht. Was gestern
als der jüngste Stand der Erkenntnis
galt, ist morgen schon veraltet. Um
den Anschluss an modernste Entwicklungen bei chirurgischen Eingriffen am
Bewegungsapparat nicht zu verlieren,
sind Orthopäden und Unfallchirurgen
aufgefordert, ihr Wissen regelmäßig zu
ergänzen und die eigenen Fähigkeiten
auszubauen. Dieser wichtigen Aufgabe widmet sich die Arbeitsgruppe
„Aus- und Fortbildung“ (EDUC) der
deutschen Sektion der internationalen
Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO). Für die CLINICAL
VOICE™ sprach Susanne Schübel mit
dem Leiter der Arbeitsgruppe, Prof.
Dr. Karl Heinrich Winker aus Erfurt.
CV: Wie ist die Arbeitsgruppe Ausund Fortbildung in die AO integriert?
Winker: Als eine ihrer Hauptaufgaben sieht die AO die Aus- und Weiterbildung zur Verbreitung von Therapieprinzipien auf dem aktuellsten
Erkenntnisstand. Die Education-Kommission oder kurz EDUC ist seit 1996
eine feste Einrichtung der deutschen
AO-Sektion. Sie zählt 22 Mitglieder
und koordiniert alle Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen der deutschen AO. Das waren 2005 insgesamt
49. Dabei handelt es sich um AOKurse und AO-Seminare für Unfallchirurgen, Orthopäden, MKG-Chirurgen, Hand- und Wirbelsäulenchirurgen sowie Tierärzte. Sehr große Bedeutung wird der Weiterbildung des OP-Personals beigemessen.
CV: Welchen Beitrag leistet die
EDUC für die „Qualitätssicherung“
im Rahmen der Ausbildung?
Winker: Aufgabe der EDUC ist und
muss es bleiben, die AO-Standards
durch alle möglichen Weiterbildungsmaßnahmen so zu verbreiten,
dass daraus schließlich allgemeingültige Standards werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die
AO ständig weitere Forschungsarbeit leistet und ihre Ergebnisse in diagnostische und therapeutische
Prinzipien formuliert.
CV: Wie hoch ist der Bekanntheitsgrad der EDUC bei Medizinstudenten und jungen Absolventen?
Winker: Wir stellen fest, dass die Teil-
nehmer unserer Fortbildungsaktivitäten immer jünger werden. Außerdem ist die AO-Philosophie bei den
meisten Lehrveranstaltungen an den
Universitäten bereits Lehrinhalt. Trotzdem ist unsere EDUC-Kommission,
aber auch generell der Begriff und
Hintergrund der AO immer noch
nur wenigen Studenten wirklich bekannt. Bei unseren unfallchirurgischen Wochenseminaren für Medizinstudenten in Erfurt treffen wir
immer wieder auf junge Frauen und
Männer, die zwar an ihrer Universität
schon Unfallchirurgie gehört haben,
aber mit dem Begriff AO nicht sehr
vertraut sind. Wir stellen uns dieser
Herausforderung, indem wir die AOKurse regelmäßig modernisieren und
neue Themen rasch aufgreifen. Praktische Übungen, Diskussionen und
interaktives Lernen nehmen einen immer größeren Raum ein.
CV: Welchen Einfluss haben die neuen
gesetzlichen Arbeitszeitregelungen
auf die Teilnahme von Medizinern
und OP-Personal an Fortbildungsangeboten?
Winker: Wie alle Organisatoren von
mehrtägigen Veranstaltungen stellt
auch die EDUC fest, dass ärztliche
Teilnehmer zunehmend Freistellungsprobleme haben, die auch mit den
veränderten Arbeitszeitregelungen
zusammenhängen können.
CV: Was ist „teaching the teachers“?
Winker: Ein guter Arzt muss nicht
zwingend über didaktische Fähigkeiten verfügen. Deshalb führen wir Se-
minare zur Verbesserung dieser Eigenschaften durch. Dabei bereiten
wir Referenten und Instruktoren der
AO auf ihre Lehrtätigkeit vor. Der
didaktische Aufbau eines Vortrages
ist dabei ebenso ein Thema wie die
sinnvolle Nutzung elektronischer Hilfsmittel wie Beamer und Powerpoint.
CV: Wie groß ist die Bedeutung der
EDUC bei der Integration neuer medizinischer Verfahren?
Winker: Eine der Hauptaufgaben der
EDUC ist es, neue, als wertvoll evaluierte Methoden in die AO-Weiterbildungsprogramme zu integrieren. Das
gilt für diagnostische wie auch therapeutische Maßnahmen wie Bildgebung,
Navigation, winkelstabile Implantate
und vieles mehr.
CV: Welche Chancen und Herausforderungen sieht die EDUC-Kommission für die Zukunft?
Winker: Die EDUC-Kommission der
deutschen AO wird sich auch in Zukunft am Puls der medizinischen Entwicklungen halten. Die Bedeutung
unserer Gruppe wird nicht geringer,
sondern immer größer, begründet
durch die ständig abnehmende Halbwertzeit des medizinischen Wissens.
Konkrete Projekte, mit denen wir
uns zur Zeit beschäftigen, sind Tissue
Engineering, 3D-Bildgebung, implementierung der Weiterbildungsinhalte zur Erlangung des neuen Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie neue Entwicklungen
von Osteosynthese-Implantaten und
Endoprothesen.
Schulung rund um den Globus
Nach Gründung der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO) im Jahre 1958 begannen bereits 1960 die ersten Schulungsaktivitäten, die mittlerweile
weltberühmten AO-Kurse für Ärzte in Davos. 1963 wurden die ersten OPSchwestern in den AO-Techniken ausgebildet. Der Bereich Schulung ist neben
Forschung, Entwicklung und Qualitätssicherung der wichtigste Grundpfeiler der
AO-Philosophie. Heute existiert ein weltweites Netz an AO-Schulungsaktivitäten. Bis 2005 wurden in mehr als 70 Ländern der Erde mehr als 120.000 Ärzte
und mehr als 5.500 OP-Schwestern ausgebildet.
Prof. Dr. Karl Heinrich Winker
Leiter der EDUC Kommission der AO Deutschland
Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie,
Hand- und Wiederherstellungschirurgie – Notfallzentrum
Helios Klinikum
Nordhäuser Str. 74
99089 Erfurt
Tel. 0361-781 2360
E-Mail: khwinker@erfurt.helios-kliniken.de
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10:32 Uhr
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CLINICAL VOICE 01/2006
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12 CLINICAL VOICE 01/2006
Innovation in der rekonstruktiven Fußchirurgie
Universitätsklinikum Dresden: Neue Pilotstudie zur X-Platte ergibt sehr positive
Implantatergebnisse – Hohe primär erzielbare Stabilität
W
ährend Dr. Werner Pauli
in der CLINICAL VOICETM
2/2005 über sehr ermutigende Ergebnisse in einer ersten Serie von zehn Fällen einer
proximalen Crescentic-Osteotomie des
Metatarsale I bei Hallux valgus-Deformität mit Stabilisation mittels X-Platte
informierte, kann im eigenen Vorgehen über erste Erfahrungen einer
Pilotstudie hinsichtlich der Multifunktionalität dieser kleinen, extrem stabilen
X-Platte berichtet werden.
Noch im Rahmen der unmittelbar
präklinischen Entwicklungsphase der
X-Platte wurde in der Foot & Ankle
Expert Group (FAEG) der AO-International erkennbar, dass diese X-förmige
winkelstabile Titanplatte (3 Größen)
nicht nur für die Crescentic-Osteotomie, sondern zumindest auch für den
modifizierten Lapidus insbesondere
bei osteoporotischem / osteopenischem
Knochen ein geeignetes Implantat sein
kann. Da es mit den zwei gewindegeführten, kleinen Biegestäben möglich ist, das Schraubenloch jeweils in
situ dem Knochen situationsgerecht
formschlüssig anzupassen, konnte die
initiale Intention einer Rechts- / Linksoption sogar fallen gelassen werden.
Die im Oktober 2004 begonnene multizentrische Pilotstudie hat im Dresdner
Krankengut gezeigt, dass in zwischenzeitlich 22 Fällen das Indikationsspektrum deutlich erweitert werden
konnte (Tab 1).
Breites Indikationsspektrum
Während früher im eigenen Vorgehen
beim modifizierten Lapidus zwei gegenläufig eingebrachte 3.5er Kortikaliszugschrauben als biomechanisch
günstigste SchraubenosteosyntheseTechnik sehr gute primäre Heilungsraten sicherte, können jetzt auch ältere Patienten mit osteopenischen
Knochenverhältnissen der Fußwurzel
oder Fälle mit Minderung des Kalksalzgehaltes aufgrund schmerzbedingter Inaktivitätsosteoporose (Arthrose / Pseudarthrose) primär stabil
mit der X-Platte versorgt werden. Gelenknahe Pseudarthrosen, insbesondere Infekt- / Defekt-Situationen des
MT I nach fehlgeschlagener proximaler Osteotomie können nach
Infektsanierung bei primär hoher biomechanischer Stabilität und Biologisierung durch eingebrachten autogenen Beckenkammspan rasch zur Ausheilung gebracht werden. Durch das
flache Profil hat es beim Einsatz im
Vor- und Mittfußbereich bisher keine
Probleme im Schuhwerk gegeben,
sodass nach Heilung bisher keiner
der Patienten eine Implantatentfernung wünschte.
der Lisfranc-Arthrodese nicht abgewartet werden muss, sondern auch
in dieser ossär-biomechanisch schwierigen Phase (3 – 12 – 24 Wochen nach
Trauma) eine sichere Fusion erzielt
werden kann. Dies hat vom Heilverlauf besonders für jüngere, im Berufsleben stehende Patienten ganz
große Bedeutung.
Die innovative X-Platte
Modifizierter Lapidus
Lisfranc-Arthrodese
Calcaneus-Osteotomie
Distale Tibia-Osteotomie
Talo-naviculare Re-Arthrodese
Intercuneiformia /
Innominatum-Arthrodese
Evans-Osteotomie
Pseudarthrose Metatarsale 1
MP 1-Arthrodese
6
3
3
2
2
2
2
1
1
Tab.1 Indikationsspektrum zum Einsatz
der X-Platte in 22 Fällen
Sichere Fusion auch
in schwieriger Phase
Ein ganz besonderer Vorteil dieses
Implantates scheint im Lisfranc-Gelenksbereich darin zu liegen, dass eine
Remineralisierung zwecks notwendiger, reorientierender Arthrodese bei
verspätet erkannten und schmerzbedingten inaktivitätsosteoporotischen
Fußwurzelknochen bis zum Zeitpunkt
Korrekturverlust nicht erkennbar
Die valgisierende Dwyer-Osteotomie
konnte früher bei älteren Patienten
mit osteopenischem Calcaneus mittels 6.5er Spongiosa-Zugschrauben
aufgrund der enormen Rückstellkräfte der medialen Rückfußsäule nicht
immer sicher ohne Korrekturverlust
zur Fusion gebracht werden. Heute
ist unter Verwendung der winkelstabilen X-Platte mit lückenloser Adaptation und Fixation auf der Zuggurtungsseite ein Korrekturverlust bisher
nicht erkennbar geworden. Das Gleiche gilt für die Evans-Osteotomie
zur Verlängerung der lateralen Fußsäule bei Pes plano valgus älterer Patienten. Auch die Zeitdauer der Immobilisation (6 Wochen Unterschenkelgehgips + 6 Wochen Gipsschuh)
kann auf 6 Wochen Unterschenkelgehgipsverband reduziert werden.
Problemfälle wie fehlgeschlagene talo-navikulare Fusionen nach Schraubenarthrodese mit Entwicklung einer
Pseudarthrose erlauben jetzt eine radikale Resektion minderdurchbluteter Knochenareale im Taluskopf und
/ oder Os naviculare mit Auffüllung
großer kortikospongiöser Späne und
einfacher, primär hochstabiler Osteosynthese mittels X-Platte.
Dreidimensionale Osteotomie
Eine im eigenen Vorgehen völlig unerwartete Erweiterung des Indikationsspektrums für die X-Platte hat sich bei
sehr schwierig durchzuführenden Korrekturosteotomien am Calcaneus mit
zusätzlich notwendiger subtalarer
Arthrodese bei fehlverheilten Calcaneus-Luxationsfrakturen ergeben. Bei
notwendiger dreidimensionaler Osteotomie des Calcaneus mit zusätzlicher
Ausräumung des Subtalar-Gelenkes
zwecks Fusion ist bisher nicht nur die
anatomische Reorientierung, sondern
auch die primäre Stabilität bei reiner
6.5er Schraubenosteosynthese technisch sehr anspruchsvoll gewesen. Heute erleichtert die X-Platte die Erzielbarkeit primärer Stabilität besonders im
Bereich der Osteotomie.
Zusammenfassung
Die winkelstabile X-Platte hat sich in
einer Pilotstudie mit 22 Fällen rekonstruktiver Eingriffe im OSG- und Fußbereich bewährt. Die erzielbare primäre Stabilität, auch am primär oder
sekundär inaktivitätsosteoporotischen
Fußwurzelknochen, ist bestechend.
Die Multifunktionalität hat sich vor
allem bei schwierigen Situationen
wie Pseudarthrose, schmerzbedingt
demineralisierten Fußwurzelknochen
und in der Kombinierbarkeit mit der
6.5er Schraubenosteosynthese bei
3D-Osteotomien des Calcaneus gezeigt. Alle 22 kontrollierten Fälle sind
rascher und ohne Korrekturverlust verheilt. Durch das flache Profil hat es
bisher keine Probleme im Schuhwerk
im Rahmen rekonstruktiver Maßnahmen im Mitt- und Vorfußbereich gegeben. In der Handhabung war lediglich zu bemängeln, dass die gewindetragenden Biegestäbe zu klein und
damit zu unhandlich sind. Die reine
Schraubenosteosynthese im Fußbereich hat nicht an Bedeutung verloren,
in Problemfällen kann sie jedoch
durch die Möglichkeiten der neuen
X-Platte ergänzt oder ersetzt werden.
Fazit
Die X-Platte stellt eine Innovation in
der operativen Technik der rekonstruktiven Fußchirurgie dar. Sie besticht durch ihre hohe primär erzielbare Stabilität der Osteosynthese und
durch ihre Multifunktionalität bei einem zwischenzeitlich breit gefächerten Indikationsspektrum.
Prof. Dr. Hans Zwipp
Direktor der Klinik und Poliklinik
für Unfall- und
Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum
Carl Gustav Carus
Fetscherstraße 74
01307 Dresden
Tel.: 0351-458 3777
E-Mail: uwc@uniklinikum-dresden.de
Managementwissen auf hohem Niveau
Erster ZEFTM-Kurs in Bochum erfolgreich gestartet
Q
ualifizierung durch Expertenwissen: Mit 27 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet startete Anfang Februar in der
Clinical House Academy der erste
ZEFTM-Kurs, ein Qualifizierungsprogramm
mit Zertifikat zur unterstützenden Erlangung der Facharztzulassung für Unfallchirurgen und Orthopäden. Obwohl
sich das Kursangebot ausschließlich an
Assistenzärzte richtete, die sich auf
ihre Facharztzulassung vorbereiten wollten, waren unter den Teilnehmern ein
stellvertretender Chefarzt, ein Privatdozent und verschiedene Fachärzte.
Konzipierte die neuen ZEFTM-Kurse:
Bei dem ZEFTM-Schulungsangebot handelte es sich um eine Kooperation
von Clinical House mit der Fachhochschule Bochum. Die wissenschaftliche Leitung des Kurses lag in
den Händen von Prof. Dr. Margit
Geiger, Professorin für Betriebswirtschaftslehre und Personalmanagement am Fachbereich Wirtschaft der
Fachhochschule Bochum: „Neue gesetzliche Bestimmungen erfordern
bei der Zulassung zur Facharztprüfung den Nachweis von Managementwissen aus verschiedenen Bereichen. Wir haben ein Kursprogramm
zusammengestellt, das den Vorgaben der Ärztekammern entspricht
und die jungen Mediziner auf hohem Niveau schult.“
Prof. Dr. Margit Geiger, Fachhochschule Bochum
Transparente Zusammenhänge
Drei Tage lang wurden die Kursteilnehmer in Bochum durch Experten
aus den Bereichen Ökonomie,
Recht, Medizinethik, Qualitätsmanagement, Kommunikation, Personal
und Gesundheitsmanagement sehr
praxisbezogen geschult. Großen Anklang fand das Kursmodul Qualitätsmanagement und die Präsentation
von Horst Defren, dem Geschäftsführer der Kliniken Essen-Mitte. Er
stellte die betriebswirtschaftlichen
Zusammenhänge in einem Krankenhaus sehr transparent dar. Rechtliche
Problemstellungen in Bezug auf ärztliche Haftung stellte anhand von Fall-
beispielen die auf Medizinrecht spezialisierte Rechtsanwältin Karin Gräfin von Strachwitz aus München dar.
Sie machte deutlich, wie wichtig
Kenntnisse in Führung und Management für den modernen Arzt sind:
„Dieses Wissen ist heutzutage unumgänglich für den einzelnen Arzt,
und nicht nur wegen der Erlangung
des Facharztes. Der tägliche Job erfordert mittlerweile sehr viel mehr
Kenntnisse als nur aus medizinischer Sicht ein ,guter’ Arzt zu sein.
Fehlende Kenntnisse können zum Drama führen. Der Arztberuf ist nicht
mehr nur der Beruf des ,Heilers’,
sondern leider auch der des Organisators und Verwalters.“
Kurs endet mit Prüfung
Der Kurs endete mit einer abschließenden Prüfung, die alle Teilnehmer
bestanden. Mit Hilfe des so erworbenen Zertifikats können sich die
angehenden Fachärzte bei den jeweils zuständigen Ärztekammern
zur Facharztzulassung anmelden.
Jens Südmeier
Der nächste ZEF™-Kurs in Bochum
ist bereits terminiert. Er findet am 26.,
27. und 28. Oktober 2006 in der
CLINICAL HOUSE ACADEMY statt. Informationen und Anmeldungen unter:
www.clinical-house.de
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Die Entwicklung der winkelstabilen X-Platte
Das Problem – Die Idee – Kluge Köpfe – Die Lösung
I
m September 2001 kam Chefarzt
Dr. Werner Pauli, Spital Region
Oberaargau SRO, mit einer Idee
auf Synthes zu. Es sollte ein Implantat entwickelt werden, welches
den Fußchirurgen hilft, die proximalen
Osteotomien des ersten Metatarsale
zur Korrektur der Hallux valgus-Fehlstellung stabiler zu fixieren, als die bis
dahin standardmäßig verwendeten
Schrauben.
Weise wird sichergestellt, dass keinerlei überflüssiges Material verwendet wird, welches nicht der Stabilität dient. Das Funktionsprinzip,
dem Synthes bei der Konstruktion
der X- Platte gefolgt ist, hat sich im
Brücken-, Säulen- und Kirchenbau
schon seit Jahrtausenden und in der
endgültigen Anwendung der Platte
im Fuß bewährt. Es folgt dem Prinzip
der idealen Spannungsverteilung.
Am Anfang einer jeden Entwicklung
steht natürlich der Patient. An was
leidet der Patient, was sind die Begleiterscheinungen und welche Probleme ergeben sich aus bestehenden Behandlungsmethoden?
Optimierung der Plattenoberfläche
verstärkt Verankerungspunkte
Ebenfalls wurde eine Optimierung
an der Plattenoberfläche vorgenommen, so dass die Platte an den Schraubenverankerungspunkten dicker ist.
Dies ist notwendig, da die Platte an
diesen Punkten vom Chirurgen angebogen wird.
Druckbelastung vergleichbar
mit Kieferknochen
Auf den Mittelfußknochen der Großzehe wirken enorm hohe Kräfte
(1019 N entsprechen 103.8 kg bei einem Patienten mit 79 kg Körpergewicht). Durch einen relativ langen
Hebel vom Krafteinleitungspunkt
(Großzehengrundgelenk) zur Sägelinie und die geringe Querschnittsfläche entsteht ein Druck, wie er sonst
nur von der Vollbelastung des Kieferknochens bekannt ist.
Belastungen am Fuß während der Abstoßphase eines Gangzyklus
Höchste Stabilität verhilft zu
frühestmöglicher Belastbarkeit
Ziel war es, eine höchstmögliche
Stabilität zu erreichen, um dem Patienten zu einer frühestmöglichen Belastbarkeit zu verhelfen. Die X-Platte
wurde nach neuesten mechanischen,
biomechanischen und technologischen Erkenntnissen entwickelt.
Hierbei wurde auch das von Synthes
entwickelte, weltweit patentierte
„Locked Internal Fixator (LIF)“-Prinzip voll implementiert. Es handelt
sich dabei um eine rigide Verbindung der Schraube in der Platte.
Als Quantensprung in der
Osteosynthese weltweit anerkannt
Das System greift praktisch beide
Knochenteile fest, ohne dass die
Platte über die Schraube an den
Knochen gepresst werden muss.
Diese Technik ist bezüglich Stabilität
und Technologie als Quantensprung
in der Osteosynthese weltweit anerkannt. Dies beweisen auch die mechanischen Vergleichstests, die zum
Abschluss der Entwicklung gemacht
wurden. Wie dem Diagramm zu entnehmen ist, liegt die Stabilität der
mit der X- Platte versorgten Osteotomie um 68% höher als die der standardversorgten Osteotomie und um
36% höher als die der bisher am stabilsten anerkannten Scarf Osteotomie.
Interaktion des Materials
mit dem menschlichen Körper
Wie bei jeder Entwicklung eines
neuen Implantates war es auch hier
Bedingung, bei ausreichender Stabilität die Invasivität, das heißt, die
Größe des Implantates bezogen auf
Fläche, Volumen sowie auch die
Größe des Zuganges so gering wie
möglich zu halten. Es sollte also sichergestellt werden, dass das in den
Körper gebrachte Material nur soviel
mit dem menschlichen Körper interagiert, wie es für die hohe Stabilität
nötig ist.
Funktionsprinzip beim Brückenbau
seit Jahrtausenden bewährt
So war die zweite Anforderung, das
kleinstmögliche
Implantat
bei
höchstmöglicher Stabilität zu entwickeln. Um dies zu erreichen, setzte Synthes bei der Festlegung des
Designs auf computergestützte
Formgebung. Auf diese Art und
Ergebnisse der biomechanischen Tests
Mechanisches Grundschema, dem die X-Platte folgt
Je größer die Fehlstellung,
desto stärker der Implantatwinkel
Kein Patient ist wie der andere. Dies
gilt zum einen für die Anatomie. Wäre dies nicht so, gäbe es nicht zahlreiche verschiedene Schuhgrößen.
Zum anderen gilt dies natürlich auch
für das Krankheitsbild – in diesem Falle den Schweregrad der Fehlstellung. Kurz: Je größer die Fehlstellung, desto stärker muss korrigiert
werden, desto „abgewinkelter“ muss
das Implantat sein. Der maßgeschneiderten Versorgung des einzelnen Patienten darf das Implantat
nicht im Wege stehen, sondern muss
diese noch unterstützen.
Jede Deformität ohne
Kompromiss ideal korrigieren
Es gibt Implantate, die vorgebogen
geliefert werden. Dies ist sicherlich
einfacher für den Chirurgen, jedoch
sind diese Implantate in den meisten
Fällen nicht passend. Sie stellen einen großen Kompromiss und daher
eine nicht ideale Versorgung des Patienten dar. Synthes setzt daher auf
die Flexibilität des Chirurgen, die
Platte entsprechend der vorzunehmenden Korrektur während der
Operation anbiegen zu können und
somit wirklich jede Deformität ohne
Kompromiss ideal korrigieren zu
können.
Seit 50 Jahren fundiertes Know-how
in der Implantattechnologie
Die Firma Synthes ist seit nunmehr
über 50 Jahren in der Implantattechnologie tätig. Der Grundstein wurde
gelegt von den Firmen Mathys, welche ihren Ursprung in der Herstellung rostfreier Schrauben für die
Chemie und Lebensmittelindustrie
hat, sowie Straumann, welche sich
mit der Erforschung von alten und
neuen Materialien beschäftigte, bevor
es sich ebenfalls auf die Entwicklung
und Fertigung von Dental- (Straumann Dental), Orthopädie- und Osteosyntheseimplantaten (Stratec Medical) spezialisierte. Kaum eine Firma
hat also ein solch fundiertes Knowhow in Sachen medizinischer Materialien vorzuweisen, was sich auch
bei der erfolgreichen Entwicklung
der X-Platte niedergeschlagen hat.
Florian Beutter
Synthes Bettlach
Muracherstraße 3
CH 2544 Bettlach
Tel.: +41-32-7207752
Drei verschiedene Größen der X-Platte
E-Mail: beutter.florian@synthes.com
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Perfekter Schnitt durch neuen Oszillierenden Sägeaufsatz
Colibri: Kannulierte halbmondförmige Sägeblätter für Crescentic Technik
D
Oszillierenden Sägeaufsatz II über
den Kirschnerdraht geführt. Die Osteotomie kann nun mit wenig Druck
und ruhig gehaltener Maschine erstaunlich einfach ausgeführt werden, da die Sägeblätter auf die verschiedenen Breiten der Knochen
abgestimmt sind. Die Korrektur des
Intermetatarsalwinkels erfolgt mit
Hilfe von zwei Knochenfasszangen
oder zwei Kirschnerdrähten durch
Drücken des proximalen Fragments
nach medial und des distalen Fragments nach lateral. Eine Elevation
des distalen Fragments des Metatarsale ist dabei zu vermeiden. Ein weiterer Kirschnerdraht dient zur vorübergehenden Fixierung. Zur definitiven Fixierung bietet Synthes mit
der neuen X-Platte eine Lösung mit
hervorragender Stabilität.
er Oszillierende Sägeaufsatz
II ist die neueste Ergänzung
des Colibri Systems und
wird hauptsächlich für die
so genannte Crescentic Technik mit
kannulierten halbmondförmigen Sägeblättern eingesetzt.
Der geführte Oszillierende Sägeaufsatz II ist eine innovative Lösung für
die Korrektur von Hallux valgus Deformitäten. Der Aufsatz lässt dabei
ein halbmondförmiges Sägeblatt 15°
auf der Rotationsachse oszillieren
und ermöglicht dadurch eine halbmondförmige Osteotomie an der
Basis des ersten Metatarsale. Die Innovation hierbei ist, dass das Ansetzen des Sägeblattes mit dem Oszillierenden Sägeaufsatz II besonders
einfach ist, weil die patentierte
Durchbohrung die Nutzung eines
Kirschnerdrahtes zur Führung der
Maschine erlaubt. Auch während
des Schnittes ist das Sägeblatt perfekt geführt und macht die Crescentic Technik dadurch unkompliziert
und sicher.
Viele Vorteile vereint
Der neue Sägeaufsatz II mit den kannulierten halbmondförmigen Sägeblättern bietet viele Vorteile:
- Hohe Führungsstabilität
- Minimaler Knochenverlust
- Glatte Knochenflächen
- Keine Probeschnitte
Oszillierender Sägeaufsatz
Der neu entwickelte Colibri Aufsatz
ist sehr einfach in der Handhabung.
Das Kuppeln der Sägeblätter erfolgt
– ohne Werkzeug – einfach durch
Zurückziehen der Kupplungshülse.
Die Mechanik wurde so ausgelegt,
dass der Oszillierende Sägeaufsatz II
mit dem Standard 12V Akku, dem
14.4V Akku wie auch mit dem ebenfalls neu erhältlichen Colibri-Adapter für Electric Pen Drive Konsolen
betrieben werden kann.
Geführtes Sägen über einen Kirschnerdraht
Vier verschiedene Dimensionen
Synthes bietet für die optimale Abdeckung der Bedürfnisse Sägeblätter für den Oszillierenden Sägeaufsatz II in vier verschiedenen Dimensionen an. Bald werden außerdem
spezielle 105° gewinkelte Sägeblätter mit speziell verlängertem Schaft
erhältlich sein, welche ebenfalls mit
diesem Aufsatz angewendet werden
können. Hauptanwendungsgebiete
sind intra-orales Sägen im CMF Bereich und Schulteroperationen.
Weitere Optionen in anderen Bereichen
Der Aufsatz kann aber auch für Arthrodesen und in Verbindung mit
den bald verfügbaren 105° gewinkelten
Sägeblättern mit verlängertem Schaft,
im Schulterbereich und Maxillofazialbereich ideal eingesetzt werden.
OP-Technik für Crescentic Technik
Nach der Eröffnung des Zugangs zur
Metatarsale I-Basis wird ein 1.6mm
Kirschnerdraht in die Sagitalebene,
welche durch die Längsachse des ersten Metatarsale verläuft, in einem
Winkel von 120° eingebracht. Der
Abstand der Osteotomie zum MTC
Gelenk soll 1cm betragen. Die Colibri Antriebsmaschine wird mit dem
Marco Vinanti
Synthes GmbH
Eimattstrasse 3
CH-4436 Oberdorf
Tel.: +41-61-9656672
Positionierung des Kirschnerdrahtes
Versorgung mit X-Platte
E-Mail: vinanti.marco@synthes.com
Kleinere Köpfe – Robuste Instrumente – Schnelle Verriegelung
Modulares Stabsystem PangeaTM bietet Allround-Funktionalität – Weltweite
Markteinführung im März 2006 - CE-Zertifizierung und FDA-Approval parallel erreicht
Z
um ersten Mal in der Synthes
Spine Geschichte wurde für
ein System gleichzeitig die CE
Zertifizierung und FDA Approval erreicht. PangeaTM befindet sich
zur Zeit in der MPE (Market Preference Evaluation) Phase, einer Vorstufe zur Erteilung der offiziellen AO
TK Zulassung.
PangeaTM ist ein vormontiertes Top-loading Pedikelschraubensystem für die
posteriore Stabilisation der thorakolumbalen Wirbelsäule im Bereich T1
bis S2. Indikationsstellungen für den
Einsatz des Pangea Systems sind im
Laufe des Alterungsprozesses auftretende degenerative Bandscheibenerkrankungen und Behandlungen
von degenerativen Erkrankungen wie
z.B. Spondylolisthesen, Stenosen
und Pseudarthrosen der Wirbelsäule
sowie Tumoren und Frakturen, welche eine Stabilisierung erfordern.
Das Implantat passt sich an alle anatomischen Gegebenheiten an.
Neuer schneller
Verriegelungsmechanismus
Die Systemkomponenten von PangeaTM zeichnen sich unter anderem
durch eine kleinere Schraubenkopfgröße, ein robustes Instrumentarium
und einen neuen schnell anwendbaren Verriegelungsmechanismus mittels Vierteldrehung der Verschlusskappen des Pedikelschrauben-StabKonstruktes aus. Der vormontierte
polyaxiale PangeaTM Schraubenkopf (erhältliche Schraubentypen: 4 - 9 mm)
ermöglicht Abwinkelungen von 25O
und verfügt über das bekannte Dual
Core Gewindedesign, welches eine beschleunigte Einbringung durch das doppelgängige Gewinde ermöglicht und eine hohe Ausreißfestigkeit aufweist.
Das modulare Stabsystem PangeaTM
Mobil bis zur
endgültigen Verriegelung
Der Stab, der in den Schraubenkopf
gedrückt wird, schnappt für den Anwender spürbar ein und ermöglicht
somit temporären Halt während der
Kleinere Schraubenkopfgröße bei PangeaTM
Montage. Nach der Einbringung der
Kappe und einer Vierteldrehung kann
der Stab frei im Kopf gleiten und der
Kopf behält bis zur endgültigen Verriegelung seine polyaxiale Mobilität. Die
weltweite Markteinführung des Implantats ist für März 2006 vorgesehen.
Manuel Schaer
Synthes GmbH
Eimattstraße 3
CH 4436 Oberdorf
Tel.: +41-61-9656449
E-Mail: schaer.manuel@synthes.com
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Anteriore Platte überzeugt durch einfache Anwendung
VECTRATM-System erlaubt erstmals die Kombination von Schrauben mit fixem und
variablem Winkel – Ab Frühjahr 2006 verfügbar
S
ynthes startet das Jahr 2006 mit
einer Anzahl interessanter neuer
Produkte inklusive einer neuen
anterioren Platte für die Halswirbelsäule. Das VECTRATM Plattensystem ist die erste anteriore HWSPlatte von Synthes, die sowohl Schrauben mit fixem als auch variablem
Winkel oder die Kombination beider
Typen im selben Konstrukt zulässt.
Das VECTRATM Plattensystem ist ein
anteriores Fixationssystem für die
Halswirbelsäule im Bereich von C2
bis C7, das für verschiedene Indikationen eingesetzt werden kann. Darunter fallen degenerative Bandscheibenerkrankungen, spinale Stenosen,
Tumore, Pseudoarthrosen und Deformitäten. Das VECTRATM Plattensystem zeichnet sich durch nachfolgende Punkte aus:
Einfach in der Anwendung
- Ein-Schritt-Schraubenverriegelungsverfahren mit einer positiven
Rückmeldung
- Einfach zu handhabende
Instrumente
- Ein Fenster zur Visualisierung der
Endplatte und des Zwischenraums
- Vorgeformte lordotische Platte
Vielseitigkeit
- Platte ist in 39 verschiedenen
Längen verfügbar in 1, 2, 3 und
4 Level Konstrukten
- Schrauben mit fixem und auch
variablem Winkel, die sich auch
kombinieren lassen
- Der Winkelbereich Kranial-Kaudal
für die variable Winkelschraube
ist 28°
- Die Platte kann gebogen werden
- Niedriges Profil und schmale Breite
Das Platten-Schrauben-Fixationssystem VECTRATM
Semi-constrainte Plattenoption
VECTRATM wurde entwickelt, um bei
den anterioren zervikalen Plattensystemen den Operateuren eine semiconstrainte Option anbieten zu können. In Fällen, in denen das Zwischenwirbelimplantat zu klein ist, oder bei
Absenkungen, welche während der
Implantatresorption auftreten, ermöglichen semi-constrainte Platten eine
geringfügige Höhenanpassung, wodurch das Zwischenwirbelimplantat
weiterhin komprimiert wird. Somit
sind die Voraussetzungen für eine
erfolgreiche Knochenfusion weiterhin vorhanden. Obwohl klinische
Studien und Expertenmeinungen
nicht auf eine einzige Platten-Philosophie zustreben, sind semi-constrainte Platten sehr gut von den Anwendern angenommen worden.
Weltweit werden zur Zeit mehr als
die Hälfte aller Implantationen mit
diesen Platten durchgeführt.
Bestimmte Faktoren spielen eine Rolle
Bei der Beantwortung der Frage, welcher Plattentyp klinisch am wirksamsten ist, teilen sich die Meinungen,
da bei der Operation bestimmte Faktoren eine Rolle spielen, die unter
Umständen eine optimale Kraftverteilung zwischen Platte und Zwischenwirbelimplantat schwierig oder
sogar unmöglich machen. Einige
dieser Faktoren, welche die optimale
Kraftverteilung beeinflussen, sind die
Knochenqualität des Patienten, die
Endplattendicke nach der Präparation, die Geometrie des Zwischenwirbelimplantates und dessen Dichte, die intraoperative Vorlast und die
postoperative Beanspruchung während der Heilung.
induziert. Gleichzeitig sollte die Platte extreme Belastungen auf das
Zwischenwirbelimplantat verhindern,
um ein Einbrechen durch die Endplatten zu vermeiden. Das VECTRATM
System mit den beweglichen Schrauben und der rigiden Platte bietet die
Lösung für diese Problematik. Diese
innovative Platte ist ab Anfang 2006
verfügbar.
VECTRATM bietet Lösung
Die Herausforderung für den Chirurgen ist die richtige Anbringung
der Platte, damit das Zwischenwirbelimplantat eine gewisse Kompression
erfährt, welche die Knochenfusion
David Koch
Synthes GmbH
Eimattstraße 3
CH 4436 Oberdorf
Tel.: +41-61-9656725
E-Mail: koch.david@synthes.com
Optimale Schädel-Rekonstruktion durch CT-gestützte Implantatanfertigung
Patient Specific Implant überzeugt durch verbesserte Passgenauigkeit, kürzere OP-Dauer und erstklassige ästhetische Ergebnisse
P
SI ist ein patientenspezifisches Implantat mit hervorragenden Eigenschaften zur Rekonstruktion von
Defekten des cranialen/craniofazialen
Skeletts. Verbesserte Passgenauigkeit,
eine verkürzte Operationszeit und ein
erstklassiges ästhetisches Ergebnis sind
die eindeutigen Vorteile für Operateur
und Patient.
Die Rekonstruktion großer cranialer
Defekte ist für jeden Operateur eine
Herausforderung in der wiederherstellenden Chirurgie. Aufgrund der
Größe der Defekte ist es nicht in allen Fällen möglich, verlorengegangene Knochenstrukturen durch Knochenzemente zu ersetzen. Eine innovative Lösung bietet hier das PSI,
ein Implantat das anhand von CT-Daten mit modernster Technik individuell für den Patienten hergestellt
wird. Die CT-Daten werden mit einer
validierten Software konvertiert und
bearbeitet, damit ein anatomisch
korrektes Schädel- und Implantatmodell gefertigt werden kann.
Wahl zwischen zwei Methoden
Bevor das Implantat hergestellt wird,
kann der Operateur zwischen zwei
Methoden wählen, wie er die Prüfung des Synthes Implantatdesigns
vornehmen möchte. Bei der ersten
Variante werden ihm das Schädelsowie Implantatmodell zugeschickt,
damit er sie prüfen, korrigieren und/
oder annehmen kann. Bei der zweiten Möglichkeit werden dem Operateur zur Überprüfung Computerbilder des Defekts, des Implantats und
des in den Defekt eingepassten Implantats elektronisch übermittelt.
Das Implantat fertig für den Einsatz
Biokompatible Materialien
Für die Herstellung des Implantats
kann sich der Operateur zwischen
den beiden biokompatiblen Materialien
PEEK Optima-LTTM (Polyetheretherketon) und Reintitan entscheiden. Sobald
das abschließende Implantatdesign
feststeht, wird das patientenspezifische Implantat gefertigt. Das PSI
bietet gegenüber herkömmlichen Re-
Das PSI wird für jeden Patienten individuell hergestellt
konstruktionsmethoden eine wesentlich bessere anatomische Passung.
Neben der kürzeren Operationszeit
sind die hervorragenden ästhetischen Ergebnisse ein Gewinn für
Operateur und Patient.
Jochen Transier
Clinical House GmbH
Am Bergbaumuseum 31
44791 Bochum
Tel. 0234-9010-184
E-Mail: jochen.transier@clinical-house.de
rücktitel_hoch.qxd
17.03.2006
14:30 Uhr
Seite 16
Weiterbildung 2006
AO Veranstaltungen 2006
KURSINFORMATION
WIRBELSÄULENCHIRURGIE
Trauma für Ärzte
Maxillofazial für Ärzte Prodisc®-Seminare -
08.05.-10.05.2006, Bochum
AO-Kurs Trauma II
17.05.-19.05.2006, Wien
AO-CMF Basiskurs für Ärzte
Prof. Dr. Klaus Rehm, Köln
Prof. Dr. Honke Georg Hermichen, Neuss
19.05.2006, Wiesbaden
AO-Seminar
Prof. Dr. Klaus Wenda, Wiesbaden
16.06.2006, Mainz
AO-Symposium
Univ.-Prof. Dr. Rolf Ewers, Wien
21.09.-24.09.2006, Aachen
AO-MKG-Kurs
Prof. Dr. Dr. Dieter Riediger
OP-Personal
Prof. Dr. Pol M. Rommens, Mainz
05.07.-07.07.2006, Tübingen
27. AO-Seminar
Prof. Dr. Kuno Weise, Tübingen
Prof. Dr. Lothar Kinzl, Ulm
Prof. Dr. Wolf Mutschler, München
Prof. Dr. Norbert Südkamp, Freiburg
03.04.-04.04.2006, Oberdorf
Cours AO pour le personnel
de salle d`opération, ISO et TSO
05.04.-06.04.2006, Oberdorf
AO-Kurs für OP- und TOA-Schulen
04.09.-06.09.2006, Halle
AO-Kurs Trauma I
23.04.-28.04.2006, Tübingen
109./110. AO-Kurs für OP-Personal
Prof. Dr. Gunther Hofmann, Halle
Dr. Wolfgang Wawro, Halle
Prof. Dr. Kuno Weise
Prof. Dr. Dankward Höntzsch,Tübingen
06.09.-09.09.2006, Bremen
3. AO-Kurs Kindertraumatologie
29.05.-30.05.2006, Bremen
AO-Kurs für OP-Personal
Prof. Dr. Michael Paul Hahn, Bremen
Prof. Dr. Ingo Marzi, Frankfurt
Prof. Dr. Wolfgang Schlickewei, Freiburg
Prof. Dr. Michael Paul Hahn, Bremen
07.09.-08.09.2006, Koblenz
AO-Seminar
Prof. Dr. Friedrich Baumgaertel, Koblenz
13.09.-15.09.2006, Homburg
5. Homburger Beckenkurs, Teil 1
Prof. Dr. Tim Pohlemann, Homburg
17.09.-20.09.2006, Oberdorf
AO International Hand + Wrist Course
Dr. Klaus Lowka, Freiburg
Dr. Renato Fricker, Basel, Schweiz
Dr. Regula Steiger, Liestal, Schweiz
21.09.-23.09.2006, Hamburg
AO-Handkurs Trauma II
Prof. Dr. Johannes M. Rueger, Hamburg
10.10.-13.10.2006, Dresden
AO-Fußkurs
Prof. Dr. Hans Zwipp, Dresden
27.10.-28.10.2006, Hamburg
4. Norddeutsches AO-Seminar
22.06.-23.06.2006, Rosenheim
AO-Seminar für Leitendes
OP-Personal
02.11.-04.11.2006, Murnau
AO-Kurs Wirbelsäule für OP-Personal
Prof. Dr. Volker Bühren, Murnau
02.11.-04.11.2006, Bochum
AO-Kurs für OP-Personal
Prof. Dr. Dieter Nast-Kolb, Essen
Priv.-Doz. Dr. Horst-Rainer Kortmann, Duisburg
13.11.-14.11.2006, Oberdorf
AO-Spezialkurs für OP-Personal
13.11.-15.11.2006, Göttingen
AO-Kurs für OP-Personal
Prof. Dr. Klaus-Michael Stürmer, Göttingen
15.11.-16.11.2006, Oberdorf
AO-Kurs für OP- und TOA-Schulen
Veterinär für Ärzte
02.11.-04.11.2006, Bochum
AO-Kurs Trauma I
30.03.-1.04.2006, Salzburg
AO-Veterinär Fortgeschrittenenkurs
Diplomate ECVS,
10.11.-11.11.2006, Leipzig
AO-Seminar
Prof. Dr. Christoph Josten, Leipzig
Prof. Dr. Gunter Hofmann, Halle
Prof. Dr. Hans Zwipp, Dresden
Dr. Günter Schwarz, Hollabrunn
29.04.-30.04.2006, Wien
AO-Veterinär-Workshop für
Studenten und Doktoranden
Univ.-Prof. Dr. Norbert Kopf, Wien
Berlin/Potsdam
Dorint Novotel
Berlin-Potsdam Sanssouci
02./03.05.2006
06./07.06.2006
08./09.08.2006
19./20.09.2006
03./04.10.2006
28./29.11.2006
31.03.-01.04.2006, Erfurt
6. Thüringer VBG-Forum
31.03.-01.04.2006, Frankfurt/Oder
XI. Deutsch-Polnisches Symposium
01.04.2006, Bad Klosterlausnitz
17. Internationales
Bad Klosterlausnitzer Symposium
Bochum
21.04.-22.04.2006, Münster
Münsteraner Streitgespräche
Anmeldung und Information
Clinical House GmbH
Daniela Pfister
Telefon 0234-9010-345
Telefax 0234-9010-220
E-Mail: info-prodisc@clinical-house.de
KURSINFORMATION
FUSSCHIRURGIE
Winkelstabilität in
der Fußchirurgie
(Organisation durch AOSpine International)
02.11.-04.11.2006, Murnau
AO-Kurs Wirbelsäule
Prof. Dr. Volker Bühren, Murnau
Weitere Informationen zu den AO-Kursen
und AO-Seminaren erhalten Sie bei:
AO International
Davos Platz, Schweiz
Tel. +41 81 4142-710/-720
www.ao-deutschland.de
www.aofoundation.org
27.04.-30.04.2006, Baden-Baden
54. Jahrestagung der Vereinigung
Süddeutscher Orthopäden e.V.
28.04.2006, Düsseldorf
Tagung der Sektion Handchirurgie der
DGU (Heinrich-Heine-Universität)
06.05.2006, Bielefeld
3. Orthopädisch-Wirbelsäulenchirurgisches Symposium
(Franziskus Hospital)
11.05.-14.05.2006, Essen
57. Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Neurochirurgie
05.05.2006, 11.00 Uhr -16.00 Uhr
Wissenschaftliche Leitung:
12.05.-13.05.2006, Bremen
13. IEC Implantologie
Einsteiger Congress +
7. ESI Expertensymposium
Dr. med. W. Klauser,
Chefarzt der Orthopädie
und Unfallchirurgie
Endo-Klinik Hamburg
Veranstaltungsort:
Weitere Infos und Anmeldung:
Fortbildungszentrum
Clinical House GmbH
Am Bergbaumuseum 31
44791 Bochum
Fortbildungszentrum Clinical House GmbH
Tel.: 0234-9010-111
E-Mail: silvia.dietrich@clinical-house.de
www.clinical-house.de
KURSINFORMATION
KNIEGELENKSNAHE CHIRURGIE
Kniegelenksnahe Osteotomien
31.03. - 01.04.2006
Henriettenstiftung Hannover, großer Saal
Prof. Dr. med. Ph. Lobenhoffer, Chefarzt der Klinik
für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie,
Henriettenstiftung Hannover
06.04.-08.04.2006, Berlin
AOSpine Wirbelsäulenseminar
„Bewährtes und Innovatives
in der Wirbelsäulenchirurgie“
AO-Kurssekretariat Umkirch
Tel. +49 7665 503-150/-344/-160
www.synthes.com
25.03.2006, Bielefeld
4. Bielefelder Symposium
„State of the Art in Orthopädie,
Unfallchirurgie und Physiotherapie“
Wissenschaftliche Leitung:
Wirbelsäule für Ärzte
AO-Kurssekretariat Bochum
Tel. +49 234 9010-179/-226
www.clinical-house.de
In fünf Schritten zur
erfolgreichen Implantation Optionales On-Site-Training
Prof. Dr. Gerd Regel, Rosenheim
Prof. Dr. Johannes M. Rueger, Hamburg
Prof. Dr. Thomas Mittlmeier, Rostock
Prof. Dr. Dieter Nast-Kolb, Essen
Priv.-Doz. Dr. Horst-Rainer Kortmann, Duisburg
24.03.-25.03.2006, Hannover
DAF Traumakurs 2006 (Fuß)
in der MHH
Termine 2006
Veranstaltungszentrum der
CLINICAL HOUSE GmbH
11./12.04.2006
23./24.05.2006
18./19.07.2006
29./30.08.2006
24./25.10.2006
19./20.12.2006
Sonstige
Veranstaltungen 2006
17.05.2006, Gelsenkirchen
Wissenschaftliches Symposium
des Bergmannsheils Buer
19.05.-20.05.2006, Berlin
25. Jahrestagung der Sektion
Kindertraumatologie der DGU
19.05.-20.05.2006, Berlin
I. Schulterkurs Charité
19.05.-20.05.2006, Gera
15. Thüringer Unfallsymposium
+ 5. Gemeinsames Symposium
Thüringer Unfallchirurgen und
Orthopäden
25.05.-27.05.2006, Bad Homburg
57. Jahrestagung der AG
Kieferchirurgie
Weitere Infos und Anmeldung:
07.06.-10.06.2006, Dresden
56. Kongress der DGMKG
Fortbildungszentrum Clinical House GmbH
Tel.: 0234-9010-111
E-Mail: silvia.dietrich@clinical-house.de
www.clinical-house.de
08.06.-10.06.2006, Rostock
177. Tagung der Vereinigung der
Nordwestdeutschen Chirurgen e.V.
Nutzen Sie zur Information und Anmeldung die
innovative Clinical House-Webseite. Hier halten wir alle
Kurs- und Veranstaltungsinformationen immer aktuell
zum Download für Sie bereit.
www.clinical-house.de
15.06.-17.06.2006, Hamburg
55. Jahrestagung der Vereinigung
Norddeutscher Orthopäden e.V.
15.09.-16.09.2006, Lübeck
13. Lübecker Seminar für
praktische Fußchirurgie
Weitere Informationen erhalten Sie
über den jeweiligen Veranstalter.
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Seele and Geist
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