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In dieser Ausgabe: Finanzkrise - Wie sag ichs meinem Kunden

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P.b.b. I Verlagspostamt 3100 St. Pölten I 07Z037428M
Ausgabe 1/Feber 2008
Geld & Rat
Das Magazin für den niederösterreichischen Finanzdienstleister
In dieser Ausgabe:
Finanzkrise - Wie sag ich’s meinem Kunden? Seite
Seite 22
Leitzinsen und Weltmärkte aus Beratersicht Seite
Seite 44
Verbraucherkredit-Richtlinie Seite
Seite 66
Ethische Investments Seite
Seite 12
12
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
XX 2007
2
Ein schwieriges Umfeld als einmalige Chance
Wie sag ich’s meinem Kunden?
In den Analyseabteilungen der großen Gesellschaften wird hektisch
an Erklärungen für Ursache und Wirkung der jüngsten extremen Verwerfungen an den Kapitalmärkten gebastelt. Man befürchtet einen
Sturm nervös gewordener Kunden auf die Berater und bereitet diese
mit umfassenden Argumentarien auf die neue Herausforderung vor.
Wenn Kurse fallen, Anlagewerte eine nervige Tal- und Bergfahrt absolvieren und selbst Profis nicht mehr sagen können, wie lange die
Korrekturphase noch andauern wird, ob die Rezession schon begonnen hat oder ob wir nahe an ihr vorbeischrammen, sind Besonnenheit, Kompetenz, Überzeugungskraft und Glaubwürdigkeit hoch im
Kurs. Der Berater muss in der Sache selbst firm sein und es wagen,
seinen Kunden mit vernünftigen Argumenten zu überzeugen. Hasenfüße, die sich das nicht zutrauen, sind fehl am Platz.
Stürmische Kapitalmärkte
mehren Anlegerängste und
den Bedarf an fachlich solider,
neutraler Analyse früherer Investments sowie an ungeschminkter Vision für die Zukunft. Eine einmalige Chance
für gewerbliche Vermögensberater, gegenüber Bankberatern Punkte zu sammeln.
Von Ernst A. Swietly
MÄRZ 2008
Nachdem viele Jahre hindurch die Gier nach hohen Erträgen die Investorenszene geprägt hat, regiert nun nackte Angst, ob man das Ersparte über die Krise hinweg retten kann. Aber was ist heutzutage ein
sicherer Hafen? Stimmt es, dass das gute alte Sparbuch eine Renaissance erlebt? Hat die Hypothekenkrise in den USA nicht deutlich gezeigt, dass die Banken unvorsichtig, die Anlageentscheidungen falsch,
die Zinssätze kontraproduktiv gewesen sind? Wer auf diese und viele
andere Anlegerfragen eine überzeugende Antwort weiß und sie verständlich formulieren kann, ist heute ein gesuchter Berater und wird
trotz schwieriger Bedingungen das Vertrauen seiner Kunden haben.
Die Gretchenfrage unserer Zeit ist: Wie sag ich meinem Kunden,
was ich selber als Berater eventuell unrichtig vorhergesehen habe,
welche guten Ratschläge er mir in der Vergangenheit leider nicht abgenommen hat, wie er verlorenes Terrain oder miese Performance
Geld & Rat
Titelstory
3
zurückgewinnt und durch Wahrnehmen neuer Chancen wettmacht?
Besonnenheit, Kompetenz und Glaubwürdigkeit
Zugegeben, auch gewerbliche Vermögensberater sind keine Supermänner, die die Zukunft exakt voraussehen. Aber sie sind durch profunde Schulung, kaufmännisch klares Denken, langjährige Erfahrung
und neutrale Analyse der Trends auf dem Markt in der Lage, emotionsloser als Kunden Alternativen aufzuzeigen und verstandesmäßig
korrekte Entscheidungen vorzubereiten. Was Profi-Analysten in unverständlichem Finanz-Chinesisch ausdrücken, müssen gute Finanzberater ihren Kunden in verständlichen Worten wiedergeben.
Ratschläge
Die Anleger sind heute risikoaverser, defensiver, weniger aggressiv
und sicherheitsbewusst. Was bedeutet das für den vifen Finanzberater? Was rät er in dieser Situation?
• In unsicheren Zeiten sind kritische Analysen des eigenen Portfolios wichtig. Als deren Folge sollten schlechte Anlagen abgestoßen werden, um Liquidität für neue Engagements zu schaffen. Dabei
sollen beim Kunden kühles Kalkül und nicht Gefühl und Gier walten.
• Je öfter der Berater seine Klienten kontaktiert und sich mit ihnen
über Wünsche, Sorgen und Zweifel unterhält, um so geringer ist
das böse Erwachen in unsicheren Zeiten. Dabei ist auch festzumachen, von wem die Motivation ausgegangen ist, eine bestimmte Anlage, die sich unbefriedigend entwickelt, einzukaufen: vom
Kunden oder von seinem Berater.
• Bei dieser Gelegenheit ist die Selbstverantwortung des Anlegers für
sein Wertpapier-Depot und allfällige Umschichtungen anzusprechen. Der Berater kann nur eine Vorauswahl treffen und Quervergleiche geben; die Entscheidung fällt immer der Kunde.
• Je breiter das Kundenportfolio nach Branchen, Regionen, Themen
und Instrumenten angelegt ist, um so mehr ist es gegen einseitige Schieflagen abgesichert; je enger, je konzentrierter auf bestimmte Märkte oder gar Einzeltitel abgezielt wird, desto labiler ist
es in unsicheren Zeiten.
• Neben einem pflegeleichten, weitgehend abgesicherten, weil breit
gestreuten Basisinvestment in langjährig bewährte Flaggschiffe
sollte man einen höheren Cash-Anteil für Zukäufe bei besonders
günstigen Einstiegskursen vorhalten.
• Das verlangt jedoch aktives Management, sprich stetige Beobachtung der Märkte, Trends und Tageskurse und schnelle Entscheidungen. Anleger, die das nicht wollen, können oder dafür keine
Zeit haben, sollten das aktive Management Profis überlassen.
• Dazu werden immer mehr aktiv gemanagte Portfolios angeboten, bei welchen der Investor selbst zwischen konservativer, ertragsorientierter oder aggressiv gemanagter Anlagestrategie entscheidet.
• Es ist eine alte Erfahrung, dass in Zeiten hoher Börsehysterie und
Aktienvolatilität die Rohstoff- oder Edelmetallmärkte sowie Immobilien und andere Sachwertveranlagungen einen beruhigenden und
stabilisierenden Ausgleich schaffen.
• Langfristige Sparpläne mit regelmäßiger Veranlagung desselben
Betrags entschärfen die Volatilitäten der Kapitalmärkte und schaffen einen günstigeren durchschnittlichen Einstiegskurs als der Kauf
immer gleicher Mengen von Werten (= Cost-average-Effekt).
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
EDITORIAL
Das neue WAG 2007 hinterlässt schon in
den wenigen Monaten seit Inkrafttreten
am 1. 11. 2007 deutliche Spuren in Form
von detaillierten Anlageprofilen und Risikohinweisen, welche mit dem Kunden
zu erarbeiten sind. Der Umfang und die
Intensität der Aufklärungen und Belehrungen sind wahrscheinlich für einen
„normalen“ Kunden bald nicht mehr überblickbar. Es ist aber offenbar unerlässlich, sich selbiges mit mehrfacher Kundenunterschrift abzusichern, um die Auflagen der Informations- und Sorgfaltspflichten abzudecken.
Das Thema Beratungshonorar versus Provision, inbesondere bei der Kreditvermittlung, wurde bereits mehrfach in Anfragen
und Artikeln, Ombudsfällen und Gerichtsurteilen unbefriedigend abgesprochen. Es
trifft immer wieder Kolleginnen und Kollegen unerwünscht, wenn eine erbrachte
Beratungs- und Vermittlungsleistung aus
irgendeinem subjektiven Grund des Kunden nicht zum gewünschten Abschluss
und damit Provisionsverlust führt.
Für die Berater ist es daher angebracht,
bereits vorweg eine haltbare Honorarvereinbarung zu treffen, die nicht gleich als
unberechtigter Provisionsersatz aus dem
Vermittlungsgeschäft ausgelegt wird. Ich
habe dafür nun den Entwurf einer vertraglichen Regelung eingeleitet, um damit berechtigte Vergütungsansprüche für
Leistungen unserer Mitglieder abzusichern.
Trotz des unruhigen Börsengeschehens
zu Jahresbeginn wünsche ich den Kolleginnen und Kollegen viele erfolgreiche
Geschäfte auch in diesem Jahr.
Ihr
WALTER EBERL,
OBMANN DER FACHGRUPPE
DER
FDL
eberl@eco-finanz.at
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
4
Leitzinsen und Weltmärkte aus Beratersicht
Die turbulenten Ereignisse auf den Weltmärkten verunsichern viele
Anleger und lassen so manchen an seinen Entscheidungen zweifeln.
In dieser Ausgabe möchte ich als Berater von Banken im Bereich von
Fonds- und Portfoliomanagement die Zinsentscheidungen, die Finanzmärkte allgemein sowie Chancen auf Erträge für ihre Kunden ausführlich betrachten.
Die Zielsetzungen bei Zinsentscheidungen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die ganz klare Zielsetzung,
auf die Inflation Einfluss zu nehmen. Doch die US-Amerikaner nehmen mit Ihren Zinsentscheidungen darüber hinaus auf mehrere Wirtschaftsfaktoren Einfluss: Neben der Inflation wollen sie zusätzlich
auch auf die Wirtschafts- und auf die Aktienkursentwicklungen Einfluss nehmen.
Die von den USA (im Bild die
Fed) ausgehende Krise an den
internationalen Märkten hat
zu Verunsicherung unter Anlegern und Kunden geführt. Eine
Betrachtung aus Sicht eines
Beraters.
Von Hans Swoboda
US-Zinsentscheidungen:
Auslöser für die Immobilien- und Bankenkrise?
Welchen Unterschied ergeben diese zwei verschiedenen Denkansätze
der Europäer und US-Amerikaner und vor allem: Wie sind deren Auswirkungen?
1. Die Europäer sind mit ihren Entscheidungen kontinuierlicher und
berechenbar.
2. Die Amerikaner handeln sehr sprunghaft und tragen damit zu einer volatilen Entwicklung bei. Dazu nachstehend einige Punkte.
• Betrachten wir nur die FED-Leitzinserhöhungen in der Vergangenheit auf mehr als 5 %. Diese waren aus meiner Sicht übertrieben.
• Der USD verlor an Wert, weil eine Verunsicherung eintrat und die
Wirtschaft sich nicht so entwickelte, wie die hohen Zinsen dies andeuteten.
• Die hohen Zinsen drosselten die Investitionen der US-Wirtschaft.
• Obwohl die Amerikaner wieder die Zinsen leicht absenkten, lösten letztendlich die noch immer relativ hohen Zinsen die ImmoKrise 2007 aus. Viele Amerikaner konnten ihre Hypothekarkredite
bei diesen hohen Zinsen nicht mehr bezahlen.
• So mussten die Banken die uneinbringlichen Kredite abschreiben
und lösten damit folglich eine Bankenkrise aus.
• Beides beeinflusste die Aktienmärkte im Immobilien- und Bankenbereich derart, dass es zu übertriebenen Kursrückgängen bei den
einschlägigen Werten kam und auch andere Branchen in Geiselhaft nahmen.
• Als zu Beginn des heurigen Jahres die Aktienmärkte weiter fielen,
senkten die USA die Zinsen in zwei Schritten innerhalb von nur 10
Tagen um den sehr hohen Wert von 1,25 %-Punkten.
• Verunsichert wurde auf den Aktienmärkten diese Zinssenkung aufgenommen, die sich aber langfristig positiv auswirken sollte.
Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?
1. Die Europäer, die die Zinsen wegen der EU-weiten Inflation von
mehr als 3 % eigentlich erhöhen wollten, stehen dadurch ebenfalls
vor einer schwierigen Entscheidung.
2. Die kontinuierliche Haltung der Europäer und die volatilen Entwicklungen in den USA mit der Gefahr einer Rezession, werden den
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Konjunktur
5
US-Dollar höchstwahrscheinlich weiter schwach halten.
3. Die wirtschaftliche Aufholjagd des asiatischen Raumes mit Wachstumsraten von mehr als 10 % nehmen in der Weltwirtschaft eine
immer bedeutendere Rolle ein. Dieser Wirtschaftsaufschwung löst
aber auch einen hohen Bedarf an Rohstoffen aus.
4. In den USA stehen Präsidentenwahlen an. Da wird Amerika alles
unternehmen, um eine politisch mehr als unangenehme Rezession zu vermeiden.
5. Schließlich haben sich nach den Krisenjahren 2000 bis 2003 die
europäischen Firmen gut aufgestellt, so dass trotz des starken Euros die Exportquoten sehr gut sind und auch die Inlandsnachfrage stabil bleiben sollte.
6. Die meisten Immobilien der Immobilien-AGs sind heute bereits
mehr wert als die diesbezüglichen Aktienkurse.
Aktienfonds bzw. Aktien bringen langfristig höhere Erträge
Anhand dieser Fakten bin ich der Meinung, dass 2008 grundsätzlich
wieder mit höheren Werten im Aktienbereich beenden wird. Natürlich
bleiben mit den eventuell notwendigen Abschreibungen uneinbringlicher Kredite und den unberechenbaren USA Unsicherheiten gegeben.
Langfristig bringen Aktienfonds bzw. Aktien aber einfach höhere Erträge als die meisten anderen Veranlagungen. Lassen Sie sich jedoch
bei der Produktauswahl für Ihre Kunden nicht von einzelnen Branchen
oder Ländern leiten, denn Sie schaffen es nicht, rechtzeitig alle Ihre
Kunden zu besuchen, um allfällige vermittelte derzeit gute Fonds,
Zertifikate oder Aktien zeitgerecht wieder zu verkaufen, wenn es in
diesem Bereich bergab geht.
Asien nimmt in der Weltwirtschaft eine
immer bedeutendere Rolle ein.
6
Europa
RECHT
Aktuelles von MEL
Wie zu vernehmen war, ist der mehr als
100 Seiten starke OeNB-Bericht relativ
glimpflich für die Meinl Bank ausgegangen. Jetzt ist natürlich noch die Finanzmarktaufsicht (FMA) dran, einige wichtige Details zu prüfen.
Es gibt aber auch einen sehr renommierten Anwalt, der bereits im Namen eines
Kunden Klage eingebracht hat. Ebenso
sichten weitere Rechtsvertreter bzw. eine
Prozessfinanzierungsgesellschaft im Hintergrund Unterlagen der Anleger, um
möglicherweise demnächst auch Zivilrechtsklagen einzubringen.
Sollte es sich in den nächsten Monaten
herausstellen, dass ein möglicher Klagsweg die Begehren unserer Kunden erfüllen könnte – egal gegen wen es geht -,
dann müssten wir natürlich alle Kunden
umgehend informieren. Zur Zeit sieht es
aber nicht danach aus.
Nichtsdestoweniger müssen alle Entwicklungen genau beobachtet werden und
Kunden zum richtigen Zeitpunkt der richtige, gemeinsame Weg aufgezeigt werden.
Dann wird er sich auch in dieser schwierigen Phase seiner Kapitalanlage an Ihrer
Seite gut beraten fühlen.
Soferne Sie das sowieso nicht schon erledigt haben: Machen Sie sich eine Liste
AUTOR
aller Kunden, die möglicherweise mit Forderungen kommen könnten. Listen Sie
genau auf, wann die Kunden und unter
welchen Bedingungen sie eingestiegen
sind.
Wenn Sie das alles gemacht haben, dann
sind Sie zumindest für den Fall bestens
gerüstet, wenn es gilt, bei entsprechenden Entwicklungen seine Kunden rasch zu
kontaktieren.
MICHAEL HOLZER,
ARBEITSKREIS RECHT
holzer@finanzpuls.com
MÄRZ 2008
Verbraucherkredite: Neue
EU-Richtlinie. Von Michael Holzer
Die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie (RL) muss bis zum Frühjahr
2010 in allen Mitgliedstaaten umgesetzt sein. Ziel dieser RL ist die
Harmonisierung von Teilen der Rechts- und Verwaltungsvorschriften
über Verbraucherkreditverträge. Für Kredite zwischen € 200 und
€ 75.000 werden dann EU-weit einheitliche Bedingungen gelten. Für
österreichische Konsumenten bringt dies Vor- und Nachteile.
Geltungsbereich
Die neue RL (vorbehaltlich der nationalen Umsetzung) gilt grundsätzlich für alle Kreditverträge. Ausnahmen sind Kreditverträge, wenn diese
hypothekarisch oder durch unbewegliche Güter sichergestellt sind,
Kreditverträge, bei denen der Gesamtkreditbetrag weniger als € 200
oder mehr als € 75 000 beträgt, Miet- und Leasingverträge, Kreditverträge in Form von Überziehungsmöglichkeiten, bei denen der Kredit
binnen eines Monats zurückzuzahlen ist, zins- und gebührenfreie Kreditverträge und Kreditverträge, nach denen der Kredit binnen drei Monaten zurückzuzahlen ist und bei denen nur geringe Kosten anfallen,
sowie Verträge über Kredite, die ausschließlich Arbeitnehmern vom
Arbeitgeber mehr oder weniger zinsfrei angeboten werden.
Die wesentlichen Bestimmungen
Zunächst sind dem Verbraucher (auch über die Werbung) sogenannte
Standardinfos (über effektiven Zinssatz, Gesamtbelastung u. a.) mit
den Kreditbedingungen vorab bekanntzugeben. Zusätzlich muss über
Gebühren, das Rücktrittsrecht etc. informiert werden. Außerdem muss
explizit auch auf das Recht der vorzeitigen Kündigung und ihre Konsequenzen hingewiesen werden. Dies betrifft auch Überziehungskredite. Neu ist ein Rücktrittsrecht innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen. In Folge müsste ein ausgenützter Kredit auch innerhalb von 30 Tagen ohne Zusatzkosten zurückbezahlt werden.
Stichwort „vorzeitige Rückzahlung“
Wie oben erwähnt, darf der Verbraucher ganz oder auch nur teilweise jederzeit den Kredit zurückzahlen und es darf keine Pönale verlangt werden, es sei denn, es war ein fixer Zinssatz vereinbart (dieser
darf 1 % des vorzeitig rückgezahlten Betrages aber nicht übersteigen).
Stichwort „Kreditmakler“
Diese (in Österreich Vermögensberater mit der Berechtigung zur Personalkreditvermittlung, Anm.) müssen dem Kunden sagen, ob sie mit
einem oder mehreren Instituten arbeiten. Der Kreditmakler darf auch
keine Vergütung vom Verbraucher erhalten, es sei denn, es wird in
einem Vertrag mit dem Kunden transparent geregelt und der Bank zur
Einkalkulierung in den effektiven Zinssatz bekanntgegeben.
Resümee
Es ändert sind also nicht viel, da in Österreich schon jetzt sehr viel
geregelt war; allerdings sind ein paar vorvertragliche Informationspflichten und einige Rechte für den Verbraucher dazugekommen. Sicherlich wird es durch den EU-weiten Standard eine bessere Vergleichsmöglichkeit bei den Privatkrediten über die Grenzen hinaus geben, ob das die Österreicher annehmen, bleibt aber abzuwarten.
Geld & Rat
Finanzdienstleisterinnen
7
Frauenpower – Powerfrauen
Die Workshopreihe startet ins neue Jahr
Der Schwerpunkt unserer Workshopreihe bleibt beim Thema „WorkLife Balance“. Wie das Feedback unserer Teilnehmerinnen gezeigt hat,
liegt hier das Hauptinteresse.
Somit startet „Frauenpower - Powerfrauen“ in das Jahr 2008 mit Themen, die Stress, Gesundheit, Körper, Outfit, Entspannung und optimale Vorbereitung auf den Job zum Inhalt haben.
Auch heuer werden die Workshops halbtägig abgehalten und starten
mit einem kommunikativen Frühstück. Die Seminarlocations werden
wie gewohnt verteilt auf das ganze Bundesland ausgesucht
werden.
Mehr Seminare, interessante
Themen wie Stress, Gesundheit, Körper, Outfit, Entspannung und optimale Vorbereitung auf den Job, schöne
Locations.
Von Monika Trampisch
Auf vielfachen Wusch wiederholen wir im Juni den Workshop von Dezember 2007 mit Hubertus Scheidlberger von Getting Motion.
Wer, wie viele Kolleginnen leider, aus Krankheitsgründen oder wegen
des vorweihnachtlichen Trubels nicht teilnehmen konnte, hat somit
im Sommer noch einmal die Chance, das Entschleunigungssystem
kennen zu lernen.
Am 28. Feber findet unser Seminarauftakt für dieses Jahr in Wolkersdorf statt. Frau Tanja Kolar wird uns in die Geheimnisse des Qi Gong
einführen. Theorie und praktische Übungen werden uns das fernöstliche Entspannungstraining näherbringen. Ziel wird es sein, dass jede
Teilnehmerin Übungen und Anregungen mit nach Hause nehmen kann,
die sie in ihren Berufs- und Privatalltag integrieren kann. Informationen erhalten Sie unter 0699/10298878. Anmelden können Sie sich
einfach per Mail unter m.trampisch@aon.at.
Wir wünschen Ihnen einen guten Start ins Jahr 2008 und freuen uns
darauf, Sie bei unseren Veranstaltungen wiederzusehen.
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
8
Ausland
Finanzdienstleistung in Tschechien (Teil 2)
Die Tätigkeit von Finanzberatern ist eine gewerblich durchgeführte
Tätigkeit und in der Regierungsverordnung Nr. 140/2000 i. a. F., mit
der das Verzeichnis der freien Gewerbe festgelegt wird, enthalten. Das
sind Tätigkeit von Unternehmens-, Finanz-, Organisations- und Wirtschaftsberatern, Beratung im Bereich von Finanzen und Investitionen,
organisatorische und wirtschaftliche Beratung, Unternehmensberatung. Für nähere Informationen empfehle ich, das tschechische Industrie- und Handelsministerium direkt zu kontaktieren oder die Homepage www.mpo.cz zu besuchen.
Voraussetzungen
Sofern es um Finanzberatungen im Bereich der Gewährung von Krediten geht, ist eine Registrierung bei der Tschechischen Nationalbank
CNB nicht erforderlich. Die CNB organisiert auch keine diesbezüglichen verpflichtenden Schulungen.
Welche Regeln gelten für die
unternehmerische Tätigkeit im
Bereich der Finanzberatung in
der Tschechischen Republik?
Von Othmar Ebner-Brunner
Um als Finanzberater in Tschechien tätig zu werden, sind einige Schritte notwendig. Für nähere Informationen empfiehlt es sich, das genannte Ministerium zu kontaktieren. Es ist das Zentralorgan für gewerbliche Angelegenheiten.
Das Ministerium bestätigte, dass die oben angeführten Tätigkeiten,
die unter den „Gewerbecode 98“ fallen, ein freies Gewerbe darstellen.
Für die Erteilung eines Gewerbescheins sind keine Fachkenntnisse notwendig, sondern nur die allgemeinen Voraussetzungen (Unbescholtenheit, Mindestalter von 18 Jahren, Rechtsgeschäftsfähigkeit).
Für grenzüberschreitende Tätigkeiten gelten daher - wie bei anderen
gewerblichen Tätigkeiten - folgende Bestimmungen: Mit dem EU-Beitritt ist die Novelle 167/2004 zum tschechischen Gewerbegesetz 455/
1991 in Kraft getreten. Durch diese Novelle wurde in die tschechische Gewerbeordnung mit dem § 69a eine neue Bestimmung eingefügt: Unternehmer aus den EU-Mitgliedstaaten sind im Einklang mit
dem Artikel 49 des EG-Gründungsvertrages („Freier Dienstleistungsverkehr“) zur zeitweiligen Durchführung von Dienstleistungen im Umfang ihrer Berechtigung im Heimatstaat auch in Tschechien berechtigt. Eine Erteilung eines tschechischen Gewerbescheins, eine Anerkennung der Fachbefähigung oder eine vorherige Meldung beim Gewerbeamt oder Ministerium ist bei der zeitweiligen Durchführung von
grenzüberschreitendenden Dienstleistungen nicht notwendig. Laut Art.
50 des EG-Vertrages gelten als Dienstleistungen insbesondere gewerbliche, kaufmännische, handwerkliche und freiberufliche Tätigkeiten. Laut Gewerbegesetz sind die regional zuständigen Gewerbeämter berechtigt, gewerberechtliche Kontrollen durchzuführen. Laut Auskunft des tschechischen Industrie- und Handelsministeriums ist bei
einer eventuellen Kontrolle eine Kopie des Gewerbescheines aus dem
EU-Heimatstaat vorzulegen, und eine amtlich beglaubigte tschechische Übersetzung des Gewerbescheines ist für eine Beschleunigung
der Kontrollprozedur empfehlenswert.
Abschließend möchten wir uns bei der WK-Aussenhandelsstelle in
Prag für die Unterstützung bei den Recherchen bedanken und darauf
verweisen, dass Sie mich oder die AWO in Prag und/oder das Büro in
Brünn (www.wko.at) jederzeit kontaktieren können.
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Ombudsmann
Vereinbarung vorab notwendig. Von Heribert Laaber
Von Seiten des Ombudsmannes gibt es zu berichten, dass vermehrt
Anfragen bezüglich eines Honoraranspruches gegenüber dem Kunden gestellt wurden. Kollegen und Kolleginnen erbringen eine Dienstleistung – bei einer Finanzierung oder bei der Lösung von Vorsorgeproblemen –, und nachdem das Geschäft zustande kam, verweigerte
der Kunde die Bezahlung eines Honorars.
Als Ombudsmann möchte ich eindringlich darauf hinweisen, dass es
ratsam ist, vor dem Tätigwerden ausdrücklich und schriftlich eine Honorarvereinbarung zu treffen, um Unstimmigkeiten oder gar gerichtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Es liegen mir nämlich
durchaus auch Berichte vor, wo unsere Mitglieder sehr erfolgreich waren, wenn ihre Kunden Honorarnoten nicht bezahlen wollten. Manchmal reicht der Brief eines Anwalts mit dem Hinweis, dass der Kunde
eine entsprechende Vereinbarung unterschrieben hat, damit der Kunde
seinen Widerstand aufgibt. Oft kommt es aber auch zur Klage, und
wenn diese vom Kunden beeinsprucht wird, auch zur Verhandlung.
Und spätestens dann muss dem Richter schwarz auf weiß nachgewiesen werden, was vereinbart worden ist.
Wir ersuchen alle Mitglieder, uns ihre Beobachtungen am Markt mitzuteilen, damit wir rasch reagieren können. Informationen mit möglichst detaillierten Dokumenten senden Sie bitte an die Fachgruppe
finanzdienstleister@wknoe.at oder direkt an den Ombudsmann
Heribert Laaber (office@aaa-laaber.at).
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10
COACHING
Zuerst tief durchatmen!
Immer wieder hat man es, sei es im Berufs- oder Privatalltag, mit der Herausforderung zu tun: „Wie sag ich’s bloß
dem Anderen, was ich von dem gerade
Geleisteten halte.“ Sind wir zufrieden mit
der anderen Person, ist es ja einfach. Ein
paar nette motivierende Worte der Anerkennung erfreuen jeden.
Aber was mach ich jetzt, wenn ich ganz
und gar nicht zufrieden bin? Feedback
heißt wortwörtlich „zurückfüttern", es ist
meine Reaktion auf das, was eine andere
Person gerade gemacht oder gesagt hat.
Feedback kann ich auf viele verschiedene Arten geben, nonverbal oder verbal.
Mein Gesichtsausdruck sagt genau so viel
über meine Reaktion aus wie ein spontaner Wutausbruch mit Worten. Emotional gesehen, ist es natürlich verständlich,
wenn uns etwas absolut nicht gefällt, das
demjenigen sofort an den Kopf zu werfen; aber ist es sinnvoll, seine ganzen
Emotionen dazu zu verwenden, jemanden
zu „betonieren“? Ist es, betrachtet für die
Zukunft, zielführend, seine Mitarbeiter,
Kollegen oder Lebenspartner wegen nicht
optimal gelaufener Dinge nur niederzumachen?
Mein Tipp lautet hier: dreimal tief durchatmen oder auch mal für einige Zeit das
Zimmer zu verlassen, auf jeden Fall mal
kurz Abstand gewinnen. Danach kann ich
überlegt reagieren, indem ich ein wertschätzendes Feedback gebe, nach dem
Motto „Stärken betonen und Verbesserungswürdiges ansprechen“. Das heißt,
jede Person hat ihre Stärken und Schwächen; betone ich die Stärken, ist der
Mensch motiviert, die Dinge, in denen er
nicht so gut ist, zu verbessern.
Dies trägt viel zu einem harmonischen
Arbeits- und Lebensklima bei.
MONIKA TRAMPISCH,
ARBEITSKREIS
FINANZDIENSTLEISTERINNEN
m.trampisch@aon.at
MÄRZ 2008
Die Formel des Umsatzes.
Von Andreas Puchinger
Jeder von Ihnen kennt die Formel des Geldes: Kapital = Zeit x Geld.
Diese Formel soll veranschaulichen, je mehr Zeit man hat, um Kapital aufzubauen, desto weniger Geld muss man einsetzen, um sein Ziel
zu erreichen. Da wäre es doch toll, wenn es eine ähnliche Formel auch
für Sie als Vermögensberater gäbe: eine Formel des Umsatzes.
Um auf so eine Formel zu kommen, sollte man sich einmal ansehen,
mit welchen Kunden man denn derzeit Umsatz „schreibt“, und gibt
es da Unterschiede zu den anderen Kunden. Denn üblicherweise ist
es so, dass man 80 % seines Umsatzes mit den 20 bis 50 besten Kunden macht.
Selbstverständlich ist die Basis jene, dass der Kunde ein entsprechendes Potential hat und dass die Kundenbeziehung funktioniert; aber
was immer wichtiger wird, ist das Thema Service.
Viele Zukunftsforscher sehen im Service am Kunden den Erfolgsfaktor Nr. 1 für ihr Unternehmen. Nicht umsonst ist der Dienstleistungssektor nach wie vor boomend. Service bedeutet allerdings heute nicht
mehr, nur darauf zu warten, dass sich der Kunde mit seinem Servicebedarf meldet, sondern dass die Unternehmen Service vorausschauend anbieten - also ein Problem des Kunden erkennen, bevor er es
selbst erkennt. Aber wie geht das ?
Der Schlüssel dafür ist die Information. Was weiß ich über den Kunden? Kennen ich seinen sozialen oder beruflichen Hintergrund? Welche Hobbys hat mein Kunde? Was sind seine Prioritäten? Welche Ziele
hat der Kunde? Wenn Sie sich diese Fragen in Bezug auf Ihre Kunden
stellen, dann werden Sie erkennen, dass Sie bei Ihrer Top-Klientel diese
Fragen viel einfacher und umfassender beantworten können als beim
Rest Ihrer Kunden. Deshalb können Sie bei diesen Top-Kunden effizienter und zielgerichteter agieren, weil Sie bei ihnen genau wissen,
worauf es ankommt.
Geld & Rat
Kundenbeziehungen
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In den Vereinigten Staaten wurde der Begriff „Love Affair Marketing“
geprägt. Damit ist gemeint, für den Kunden weit mehr zu tun, als seine
grundlegenden Bedürfnisse zu decken. Unternehmen nutzen bewusst
Hintergrundinformationen über den Kunden, um die Beziehungsebene laufend zu stärken. So werden Kunden z. B. zu Football-Spielen
ihrer Lieblingsmannschaft eingeladen oder über kulturelle Veranstaltungen in ihrer Nähe informiert.
In gute Kunden wird also massiv investiert. Dies heißt aber nicht notwendigerweise Geld in die Hand nehmen zu müssen. Gerade die kleinen Dinge im Leben sind oftmals entscheidend.
Sie kennen von all ihren Kunden den Geburtstag. Aber rufen Sie wirklich all ihre Kunden zum Geburtstag an? Nutzen Sie die Information
über die Hobbys Ihrer Kunden konsequent? Wissen Sie, mit welchem
kleinen Geschenk Sie Ihrem Kunden Freude bereiten können, oder halten Sie es nach dem Motto im Dutzend billiger?
Erst durch die konsequente Nutzung von Informationen und Wissen
erreichen Sie den Mehrwert! Kunden entscheiden emotional. Das Eisbergprinzip besagt, dass Entscheidungen zu 90 % emotional und nur
zu 10 % rational getroffen werden. Je mehr Informationen Sie also vom
Kunden haben und je konsequenter Sie diese Informationen nutzen,
desto weniger Kunden brauchen Sie, um den Umsatz letztendlich zu
steigern.
Somit kann man die Formel des Umsatzes folgendermaßen zusammenfassen: Umsatz = Informationen x Kunden
Erfreuliches Performanceergebnis der APK-Versicherung AG im Jahr 2007
Es freut uns, Ihnen mitteilen zu können, dass die APK-Versicherung im Jahre 2007, ebenso wie auch im
Jahr 2006, wieder ein ausgezeichnetes Veranlagungsergebnis erzielen und sich als Top-Performer der
fondsgebundenen Lebensversicherung etablieren konnte. Im Vergleich zu den übrigen fondsgebundenen Lebensversicherungen wurde eine deutliche Outperformance in der Veranlagung erreicht.
Die APK-Versicherung AG konnte im 100 % Aktienportfolio (APK-Equity) ein Performanceergebnis von +10,8 % erzielen. Vergleicht man diesen Wert mit den beiden Marktführern (-3,7 % bzw. 1,3 %) bzw. mit
den übrigen Marktteilnehmern, wird die hervorragende Leistung der Veranlagungspolitik deutlich.
Der Vorsprung der APK zeigt sich nicht nur in einer Gegenüberstellung mit der Konkurrenz, sondern wird durch einen direkten Vergleich
zur Benchmark (50 % MSCI World ex Europe, 50 % MSCI Europe)
noch weiter untermauert: Der dem Aktienportfolio APK-Equity zugrunde liegende globale Aktiendachfonds erzielte +10,8 % Performance;
im Vergleich dazu stand die Benchmark mit Jahresende bei -2,48 %.
Das Aktienportfolio APK-Equity der APK-Versicherung besteht seit
dem Jahr 1996 und konnte seit Bestehen eine durchschnittliche Performance von 8,8 % pro Jahr verzeichnen, die durchschnittliche Entwicklung im Anleihenportfolio beläuft sich auf 5,2 % pro Jahr.
Arbeiten Sie mit dem Bestperformer der fondsgebundenen Lebensversicherung Österreichs zusammen!
APK-Versicherung AG
1031 Wien, Landstraßer Hauptstraße 26, Postfach 54
Tel.: +43/1/712 99 80-74, Fax: +43/1/712 99 80-75
versicherung@apk.at, www.apk-versicherung.at
Auf Ihre Anfragen freuen sich:
Dr. Andreas Promberger, DW 71, Mag. (FH) Klemens Brugner DW 76
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Wenn Sie per Post unser neues Maklermagazin bzw. den neuen Newsletter beziehen möchten, bitte um kurzes Mail an
versicherung@apk.at!
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THEORIE & PRAXIS
Gut genug erklärt?
Die Kursrückgänge an den internationalen Börsen der letzten Zeit haben bei einigen unserer Kunden Missfallen hervorgerufen. Natürlich weiß ein gut beratener
Kunde, dass die Schwankungen des
Marktes nicht von seinem Berater hervorgerufen worden sind. Im sehr ausführlichen Beratungsgespräch haben wir gemeinsam mit dem Kunden ein Risikoprofil erstellt und einen Zeithorizont für die
Veranlagung erfasst.
Und jetzt, grad mitten drin in diesem
Zeithorizont, kommen trotzdem die Lamenti: „Wenn ich am Sparbuch geblieben
wäre, wäre ich besser gefahren.“ Natürlich wird ein fachlich versierter Berater
keine Schwierigkeiten haben, die entsprechende fachliche Begründung für die Bewegungen einer Kundenveranlagung zu
geben. Natürlich wird er auf die Situation, welche zum Zeitpunkt der Auswahl
und der Erstellung des Risikoprofils geherrscht hat, hinweisen: Der Geldmarktzinssatz war dem Kunden damals einfach
zu wenig, er hat bewusst eine höhere Risikokategorie gewählt.
Hat es dazwischen nicht sogar einmal
den Vorwurf gegeben, dass das Depot
des Kunden zu wenig Risiko beinhaltet?
„Andere machen ja viel mehr“, hat es damals geheißen. Dass diese anderen jetzt
aber auch mehr Schwankungspotential
nach unten haben, wird häufig ignoriert.
In positiven Zeiten werden die guten
Nachrichten als selbstverständlich entgegengenommen. In negativen Zeiten bedarf es häufig eines höheren Erklärungsaufwandes des Beraters, die Nachrichten
entsprechend ihres Stellenwerts in einer
dem Veranlagungshorizont angemessenen Form aufzubereiten.
RUDOLF ERDNER,
ARBEITSKREIS IMAGE
erdner@finanzdl.at
MÄRZ 2008
Ethisch, ökologisch und
nachhaltig. Von Rudolf Erdner
Ethisch, ökologisch und nachhaltig veranlagen ist in den vergangenen Jahren auch hierzulande einigermaßen populär geworden. Doch
was steckt hinter diesen Begriffen? Halten die selbst auferlegten Kriterien der Produktanbieter auch und in welchem Maße? Sind sie substantiell vorhanden oder nur in den Hochglanzbroschüren ausgewiesen? Wer kontrolliert die Einhaltung der Maßstäbe? Kurz seien nachstehend die Untergruppen angerissen.
Ethisch investieren
Wer etwa versucht, seine Kinder über das Problem Rauschgift samt
Alkohol ernsthaft aufzuklären, muss sich wohl auch überlegen, ob er
gerne Wertpapiere von Unternehmen in seinem Wertpapierdepot oder
in seiner Lebensversicherung hat, die Geschäfte in diesen Sektoren
machen. Das kann man gezielt ausschalten. Strenggläubige Menschen
wollen fast nie, dass ihr Vermögen durch Veranlagung in Unternehmen, die von Pornographie profitieren, vermehrt wird. Tierfreunde und
-schützer vermeiden naturgemäß Unternehmen, die uneingeschränkt
Tierversuche machen.
Ökologisch investieren
Dieser Investor bevorzugt Unternehmen, deren Geschäftsfelder besonders aus dem Gebiet der Umwelt und der Umwelttechnik kommen, aber
auch jene aus anderen Branchen, die sich überdurchschnittlich für Umweltschutz engagieren und Umweltauflagen bestmöglich erfüllen.
Nachhaltig investieren
Dieser Ansatz sucht sich aus jeder Unternehmenskategorie, unabhängig vom Geschäftsfeld (z. B. aus der Nahrungsmittelindustrie, aus der
Automobilindustrie, aus dem Finanzbereich) diejenigen besten aus,
die in ihren Produktionsweisen, ihrer Mitarbeiterführung, ihrer Absatzpolitik, ihrer Finanzpolitik nachhaltig agieren. Besonderes Augenmerk
Geld & Rat
Ethik
liegt im schonenden Umgang mit den Ressourcen. Unternehmen und
Konzerne mit dem Ziel einer kurzfristigen Profitmaximierungen ohne
Rücksicht auf Humanressourcen oder die Umwelt können nicht unter
den besten sein.
Beraterdefizite
Die Katholische Sozialakademie Österreichs hat bei Untersuchungen festgestellt, dass es sowohl unter den freien Beratern als
auch bei den Beratern der Geschäftsbanken große Defizite in Bezug
auf ethische Geldanlagen gibt. Sie will dem nun mit dem Angebot eines eigenen Lehrgangs für ethische Investments entgegentreten
(www.ksoe.at).
Kontrolle
Kontrolliert wird die Qualität von ethischen, ökologischen und nachhaltigen Investments durch Rating-Agenturen, welche einerseits die
verschiedenen Unternehmen auf die entsprechenden Kriterien überwachen, andererseits auch die Anbieter ständigen Prüfungen unterziehen. Es gibt aber auf dem Markt auch Spezialisten, die eigene Research-Abteilungen unterhalten.
Profitabel
Neben den ethischen, ökologischen oder nachhaltigen Kriterien ist es
selbstverständlich, dass die Veranlagungen auch den gängigen Anforderungen des Marktes entsprechen. Auch die einschlägig orientierten Anleger wollen Profite machen. Das bedeutet, dass sich Ertrags- und Sicherheitserwartungen durchaus in ihren Anlegerprofilen
wiederfinden.
Lehrgang für FinanzdienstleisterInnen der
Katholischen Sozialakademie Österreichs
Vier Module:
26. - 28. 3. 2008: Ethik
• Grundlagenwissen der Ethik
• Ethische Aspekte der Anlageberatung
16. - 18. 4. 2008: Nachhaltigkeit
• Nachhaltigkeit als angewandte Ethik
• Unterschiedliche Verstehensweisen und Konzepte der Nachhaltigkeit
28. - 30. 5. 2008: Rating
• Ethik und Nachhaltigkeit als Ratingkriterien
• Analyse und Beurteilung verschiedener Ratingansätze
11. - 13. 06. 2008: Anlagenberatung
• Arten, Formen und Produkte der ethischen Geldanlage
• Berücksichtigung und Umsetzung ethischer Aspekte in der
• Anlageberatung
Teilnahmebeitrag € 4.800. Die Anmeldung ist schriftlich an die ksoe
zu richten: ksoe (Katholische Sozialakademie Österreichs), Schottenring 35/DG, A-1010 Wien oder e-Mail: marianne.prenner@ksoe.at.
Anmeldung bis 29. Februar 2008 (Begrenzte TeilnehmerInnen-Zahl)
13
14
Die Imagekampagne im Rückblick
Geld & Rat sprach mit dem Arbeitskreisleiter für Image und
Öffentlichkeitsarbeit Rudolf
Erdner über den ersten Teil
der Imagekampagne in den
„Bezirksblättern“.
Wodurch war die Imagekampagne gekennzeichnet?
Einerseits war es eine Kampagne unserer Fachgruppe in ganz Niederösterreich, andererseits hatten unsere Mitglieder die Möglichkeit, sich
lokal zu präsentieren. Insgesamt erreichten wir dabei mehr als 5,2 Mio
Haushalte. Unsere Mitglieder beteiligten sich mit 205 Schaltungen.
Wie war das Erscheinungsbild?
In Kombination mit Wirtschaftskammer-Inserat, PR-Artikel, den Inseraten unserer Mitglieder und dem redaktionellen Umfeld brachten
wir fallweise sogar drei Sonderseiten zustande.
Wie geht es weiter?
Wir werden versuchen, mit den gewonnenen Erfahrungen eine weitere, noch effizientere Kampagne zu starten. Dabei soll jedenfalls auch
die Online-Werbung verstärkt werden. Am 27. März wird es im Rahmen des Fachgruppen-Info-Tages Detailinformationen dazu geben.
Auch vorher stehe ich gern für Informationen zur Verfügung.
Wie waren Ihre persönlichen Erfahrungen?
Mich haben viele Kunden, aber auch Nichtkunden auf die Kampagne
angesprochen. Aus einem Geschäftsabschluss mit einem Neukunden
habe ich meine Insertions-Kosten locker hereingespielt. Zwei weitere Kontakte mit Neukunden sind ebenso erfolgversprechend. Andere
Kollegen berichteten mir ähnliches. Der Schlüssel des Erfolges liegt
sicher in der Kontinuität der Präsenz.
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Öffentlichkeitsarbeit
15
Aktivitäten des Arbeitskreises Image und
Öffentlichkeitsarbeit. Von Rudolf Erdner
Am Beginn seiner Tätigkeit hat der Arbeitskreis Image und Öffentlichkeitsarbeit (AK I/Ö) die verschiedene bisher gelaufene Tätigkeiten analysiert. Hiezu seien bespielsweise die Auflage verschiedener
Drucksorten für Mitglieder und Kunden, etwa Fibel und Kundenmappe,
verschiedene Behelfe wie etwa Firmenschilder oder der „WKNÖ-Wagen erwähnt“.
Ein wesentliches Ziel ist es, sämtliche Aktivitäten unter dem neuen
WKO-Erscheinungsbild weiterzuführen, um den Wiedererkennungseffekt zu steigern. Es wurde auch ein wesentliches Verbesserungspotential in der Information unserer Mitglieder erkannt und in Form des
quartalsweise erscheinenden Mitgliedermagazins „Geld & Rat“ umgesetzt.
Weiters wurde die Notwendigkeit der Steigerung des Bekanntheitsgrades der Tätigkeiten unserer Mitglieder in der Öffentlichkeit erkannt
und auf Basis der vorigjährigen Meinungsumfrage des market Instituts in Form der Imagekampagne in den „Bezirksblättern“ und im
Online-Medium www.meinbezirk.at flächendeckend in ganz Niederösterreich durchgeführt. Als weitere Schritte sind die Einbindung
des Fachmediums „Börsen-Kurier“ in unsere Informationsarbeit sowie die Evaluierung einer Hörfunkkampagne zur Abrundung der bisherigen Aktivitäten geplant.
Ansprechpartner bei den Bezirksblättern
Key Account NÖ
Gmünd
Waidhofen/Thaya
Zwettl
Horn
Krems
Hollabrunn
Tulln
Purkersdorf
Klosterneuburg
Melk
Scheibbs
St. Pölten
Lilienfeld
Herzogenburg
Wiener Wald
Baden
Mödling
Schwechat
Amstetten
Ybbstal
Korneuburg
Mistelbach
Gänserndorf
Wr. Neustadt
Tulln
Neukirchen
Bruck/Leitha
Armin Kogler
Kottlik Elke
Ewald Schnell
Günther Huber
Beate Zeilinger
Günther Huber
Josef Hess
Joachim Pricken
Joachim Pricken
Joachim Pricken
Heinrich Winkler
Heinrich Winkler
Helmuth Robitsch
Helmuth Robitsch
Helmuth Robitsch
Helmuth Robitsch
Jörg Trobolowitsch
Christopher Wiedersich
Christopher Wiedersich
Julia Wieder
Julia Wieder
Jürgen Tomek
Christian Böhm
Christina Seidl
Barbara Szivatz
Joachim Pricken
Thomas Santrucek
Ewald Gartner
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
verkauf-noe@bezirksblaetter.com
gmuend@bezirksblaetter.com
waidhofen@bezirksblaetter.com
zwettl@bezirksblaetter.com
horn@bezirksblaetter.com
krems@bezirksblaetter.com
hollabrunn@bezirksblaetter.com
tulln@bezirksblaetter.com
pukersdorf@bezirksblaetter.com
klosterneuburg@bezirksblaetter.com
melk@bezirksblaetter.com
scheibbs@bezirksblaetter.com
st-poelten@bezirksblaetter.com
lilienfeld@bezirksblaetter.com
herzogenburg@bezirksblaetter.com
wienerwald@bezirksblaetter.com
baden.red@bezirksblaetter.com
moedling@bezirksblaetter.com
schwechat@bezirksblaetter.com
amstetten@bezirksblaetter.com
ybbstal@bezirksblaetter.com
korneuburg@bezirksblaetter.com
mistelbach@bezirksblaetter.com
gaenserndorf@bezirksblaetter.com
wiener-neustadt@bezirksblaetter.com
tulln@bezirksblaetter.com
wiener-neustadt.red@bezirksblaetter.com
bruck-leitha@bezirksblaetter.com
0664/605358945
02852/51919
02847/3808
02822/54075
02982/38883
02732/79676
02952/35400
02272/82606
02272/82606
02272/82606
02752/52052
02752/52052
02742/234
02742/234
02742/234
02742/234
02236/866555
02236/866555
02236/866555
07472/64500
07472/64500
02262/72080
02572/35400
02282/61088
02622/24710
02272/82606
02622/24710
02167/40330
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
16
BILDUNG
Bildung ist die
wichtigste Investition
Nehmen Sie sich Zeit für Bildung. Nur
dann können Sie langfristig als Vermögens- und Finanzberater erfolgreich tätig sein.
Beratungsauftrag oder
Provisionshoffnung?
Neben den vielen Produktpräsentationen
der verschiedenen Fonds- und Versicherungsgesellschaften sollten Sie unbedingt
auch das Angebot unabhängiger Veranstaltungen der Wirtschaftskammer und
verschiedener Bildungsinstitute aus dem
Finanzbereich nutzen.
Von
Von Walter
Walter Eberl
Eberl
Als Leiter des Arbeitskreises Bildung der
Fachgruppe Finanzdienstleister konnte
ich in Koordination mit dem Bildungsausschuss und mit Autoren aus allen anderen Bundesländern spezifische Unterlagen
- kurz „Skripten für Vermögensberater
genannt - zusammenstellen.
Diese wurden nun aktualisiert und werden in Kürze zum Kauf bereitstehen. Sie
können in der Servicestelle der Wirtschaftskammer Österreich, 1045 Wien,
Wiedner Hauptstraße 63, zum Preis von
€ 125 bezogen werden.
Nur rund ein Viertel der heimischen Finanzdienstleister oder Finanzdienstleisterinnen sind geprüfte Vermögensberater.
Ich lade Sie, insbesondere die vielen Finanzdienstleister-Assistenten, ein, an
unseren Ausbildungskursen teilzunehmen und die Prüfung zum „gewerblichen
Vermögensberater“ abzulegen. In Folge
dürfen Sie dann auch Finanzierungen,
Lebens- und Unfallversicherungen, Beteiligungen und Veranlagungen selbständig beraten und vermitteln. So steigt
nicht nur Ihr Einkommen sondern auch Ihr
Ansehen.
HANS SWOBODA,
ARBEITSKREIS BILDUNG
avi@aon.at
MÄRZ 2008
Immer wieder stellt sich die Frage nach dem Anspruch auf Entgelt aus
einer Kreditberatung und Kreditvermittlung, wenn der Kunde aus irgendwelchen Gründen eine andere Variante wählt oder das Angebot,
auch eine fertige Kreditzusage, überhaupt nicht mehr annimmt.
Dann geht der erhoffte Provisionsanspruch für die erbrachte Beratungs- und Vermittlungsleistung mangels Abschlusses sang- und
klanglos verloren.
Es gibt zwar in der Branche schon schlüssige Vereinbarungen, wonach vom Kunden dann eine entsprechende Provision zu bezahlen
ist wenn das vermittelte Angebot nicht angenommen wird. Das wurde aber in einem jüngst eingeklagten Fall in zweiter Instanz zugunsten des Kunden mit Hinweis auf das subjektive Abschlusserfordernis
gemäß Maklergesetz abgewiesen.
Aufgrund der negativen Erfahrungen und mehrfacher Nachfrage unserer Mitglieder nach Anspruch auf Leistungsvergütung bei nicht vollzogener Kreditvermittlung habe ich nun als niederösterreichischer
FDL-Fachgruppenobmann die Erstellung einer allgemeinen Beratungsvereinbarung mit haltbarem Honoraranspruch für unsere Mitglieder
veranlasst.
Der Entwurf eines Rechtsanwaltes liegt bereits vor und wird zunächst
im Arbeitskreis Recht und im Fachgruppenausschuss behandelt. Nach
entsprechender rechtlicher Abstimmung und Fertigstellung werden
wir diese Beratungs- und Vermittlungsvereinbarung unseren geschätzten Mitgliedern ehestmöglich präsentieren und zur Verfügung
stellen.
Damit sollen die Leistungsvergütungen für die Beratung und Vermittlung von Krediten unter anderem als Honoraransprüche klargestellt
und abgesichert werden. Die bisherige Unsicherheit der Erwartung von
Provisionen aus dem dazu notwendigen Abschluss des Geschäftes
wird damit beseitigt. Der Kunde kann sonst bei Nichtabschluss trotz
erfolgreicher Vermittlung und Zusage nicht provisionspflichtig gemacht werden.
Ergänzend ist aber zu bemerken, dass das vereinbarte und fällige
Beratungshonorar bei nachträglichem Provisionserhalt aus dem gleichen Vermittlungsgeschäft angerechnet und ausgesetzt werden kann
und soll, um eine Doppelverrechnung der gleichen Leistung zu vermeiden.
Geld & Rat
Honorardebatte
Sicherlich ist die Situation nicht rasch und einfach zu lösen, aber doch
ein Grundanliegen unserer Mitglieder, das besondere Bemühungen
rechtfertigt und auch in der Umsetzung längerfristig zu sehen ist.
Letztlich kann aber damit auch das Image der Branche verbessert werden, weil qualifizierten Beratern ein entsprechendes Honorar zusteht.
Im Übrigen wurde dieses Thema auch im Hinblick auf die Versicherungsvermittlung bereits in der vergangenen Ausgabe des Magazins
„facts“ ausführlich behandelt, und es ist anzumerken, dass die internationale Entwicklung über kurz oder lang nicht vor Österreich halt
machen wird.
Natürlich ist es einfacher, Provisionen von Produktpartnern zu beziehen und nicht von Kunden, die darauf (noch) nicht eingestellt sind.
Es gibt aber auch hierfür bereits Lösungen im Zusammenhang mit der
fünfjährigen Stornohaftungszeit; wobei vor allem bei laufenden Prämienverträgen die Provisionsansprüche mit 20 % p. a. ratierlich verdient werden und dafür Rückforderungen bei einem Storno entfallen.
Der Schritt zur kundenorientierten Entlohnung ist nicht leicht, wird
aber von Maklern bereits verlangt (die ja ausschließlich im Interesse
des Kunden arbeiten, also schlüssigerweise auch von diesen direkt
für ihre Leistung zu bezahlen sind).
Ein einfaches Muster für einen Beratungsauftrag vornehmlich für Vermögensberater wurde bereits vor einigen Jahren auf unserer Homepage www.finanzdienstleister-noe.at zum Download bereitgestellt
und ist auch praktisch als Grundlage gut verwendbar.
17
18
Zielgruppe
Vermögensberatung für Unternehmer
Ein Großteil unserer Mitglieder
betätigt sich ausschließlich als
Vermögensberater für Privatkunden. Darüber hinaus gibt
es die attraktive Zielgruppe
der Unternehmer, die - meiner
Einschätzung nach - selten
oder nur teilweise beraten
werden.
Von Ernst Hajny
Ein Unternehmer unterscheidet sich in seinen Grundbedürfnissen
kaum von einem Unselbständigen. Er möchte attraktive Zinsen für seine Reserven, je nach Risikoneigung eine ansprechende Rendite für seine Veranlagungen, einen günstigen Kredit, wenn es um private Investitionen geht, und eine solide Vorsorge für seine eigene Pension.
ABER: Neben der privaten existiert eben auch eine unternehmerische
Seite, mit einem breiten Betätigungsfeld (hinsichtlich Information und
Beratung) für jeden engagierten Vermögensberater. Natürlich kommen
in der Zusammenarbeit mit Unternehmen zusätzliche spezifische Anforderungen auf den Berater zu.
Notwendige Grundkenntnisse
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit verweise ich auf die folgenden
notwendigen Grundkenntnisse: Firmenrechtsformen (Wer vertritt die
Firma nach außen und wer haftet in welchem Umfang?), Steuerrecht
(Wann kommt die Einkommenssteuer zum Tragen? Wen betrifft die
Körperschaftsteuer? Wann sind welche Steuern zu zahlen? Wie wird die
Steuer ermittelt? Wann sind Steuererklärungen abzugeben und welche „Steuerzuckerl“ gibt es für Unternehmen?), Sozial- und Pensionsrecht (Wo liegen die Unterschiede zum unselbständig Erwerbstätigen?), Gewinnermittlungsverfahren (Wer ermittelt mit einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung? Wer sollte bzw. muss bilanzieren? Wie
„lese“ ich eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung bzw. Bilanz?), Investitionsförderungen (Welche Bundes- bzw. Landesförderungen gibt
es? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?), Basel II (Welche Anforderungen müssen Unternehmen erfüllen? Wie fällen Banken
Ihre Kreditentscheidungen?), Anbieter und Produkte (Abfertigung
alt versus Abfertigung neu? Welche Mitarbeitervorsorge/Pensionskassen kommen in Frage? Wie gestaltet sich eine Pensionszusage? Wie
gestaltet sich das 300-Euro-Modell?).
In der Regel beschränkt sich die Informationsbeschaffung von Unternehmern auf Auskünfte vom Steuerberater und/oder Unternehmensberater. Gerade in Finanzbelangen aber können wir unser Spezial-know-How einbringen: beim Erstellen von Finanzierungsmodellen, beim Erstellen von Investitionsrechnungen, bei der Analyse bestehender Kredite und Analyse der Bankkonditionen, durch die Teilnahme an Konditionsverhandlungen, bei der Krediteinreichung, Förderungsabwicklung und der betrieblichen Altersvorsorge.
Große Chance für Lernwillige
Mir ist natürlich bewusst, dass Finanzberatung für Unternehmer bzw.
Unternehmen nicht jedermanns Sache sein kann, aber ich sehe eine
große Chance für alle lernwilligen Mitglieder. Der Trend vom unselbständigen Arbeitnehmer in die berufliche Selbständigkeit scheint gerade in unserem Bundesland ungebrochen. Für Existenzgründer, aber
auch für „gestandene Unternehmer“ kann die Zusammenarbeit mit einem Vermögensberater eine zusätzliche Grundlage für eine erfolgreiche Geschäftsführung darstellen.
Eine grundsolide Ausbildung ermöglicht die Zusammenarbeit - „Aug
in Aug“ - mit Unternehmern, Steuerberatern, Unternehmensberatern
und Banken.
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Vorsorgeprodukte
19
Schräg drüber . . .
oder doch das bewährte Sparbuch nehmen?
Die Menschen wurden durch Medien, Regierungen und Panikmache
jahrelang weich geklopft, eine Pensions-Eigenvorsorge als so genanntes drittes Standbein zu besparen. Da gibt es Produktgeber ohne Zahl,
die sogenannte „Lösungsvorschläge“ feilbieten. Und was bedeutet das
für den Berater oder Vermittler?
Auf der einen Seite fördert sogar der Staat mit Prämien die Zukunftsvorsorge, und auf der anderen Seite gibt es ja auch die „Gewinnbeteiligung“ der Anbieter sowie teilweise einen Garantiezinssatz, Kapitalgarantie oder Kursgewinne bzw. -verluste. Doch Konsumentenschützern stehen mittlerweile die Haare zu Berge, denn was da angeboten wird, ist alles, nur keine Vorsorge. Nicht einmal der Kaufkraftverlust des Spargeldes wird für den braven Sparer erwirtschaftet!
Wie das? Nun, die verschiedenen Anbieter erhalten zwar Unsummen
von den Sparwilligen, aber die in Aussicht gestellten Erträge verwandeln sich meistens in massive Verluste (die bösen Ölscheichs, die bösen Börsenmakler, die bösen Amerikaner usw. heißt es dann).
Seit 2003 gibt es ja auch noch die, bereits von mehr als 1 Million Österreichern abgeschlossene, prämiengeförderte Zukunftsvorsorge.
Zwischenbilanz nach fünf tollen Jahren an der Börse: Die einbezahlten Milliarden sind noch da - haben sich aber nicht einmal in Höhe
der Inflation vermehrt. Der Sparwillige hat aber 10 bzw. 15 Jahre keinen Zugriff auf sein Geld, um darauf reagieren zu können. (Hier hätte
das Sparbuch mehr gebracht!) Dafür hat er Kapitalgarantie, wenn er
die Rente wählt (nicht wenn er nach 10 bzw. 15 Jahren aussteigt). Diese
Aussichten der staatlich geförderten Eigenvorsorge bringen mich zum
Grübeln und Studieren . . .
Ein unabhängiger, objektiver Berater wird mir helfen, denke ich! Dabei stellt sich folgendes heraus: Nach Betrachtung der Hochglanzprospekte, erfahre ich, dass ein Gesprächsprotokoll mit allem Drumherum unbedingt erforderlich ist und das Ergebnis meines Vorsorgesparens von Hoffen und Bangen ab Beginn bis zum bitteren Ende
verbunden ist und nur ich und kein anderer (z. B. Produktgeber, der
ja das Geld entgegennimmt und damit „wirtschaftet“) für die zu treffende Anlageentscheidung verantwortlich ist. Der Berater nennt mir
noch schnell seine Provision, und schon weiß ich, dass ich ab jetzt
einige Jahre sparen muss, damit ich auf Null (!) Vermögen komme.
Die Pensionsvorsorge ist in
aller Munde, Eigenvorsorge
angesagt. Berater, Agenten,
Makler und Geldinstitute sorgen für die richtige Beratung
des Sparwilligen - aber ist
das auch wirklich so? Früher
hieß es: „Nur, wenn alle Beteiligten an einem Geschäft Vorteile haben, dann ist es ein
Geschäft.“
Von Franz Miksch
Der Berater zieht mit gemischten Gefühlen von dannen. Immerhin war
er bei mir erfolgreich. Er hofft, dass ich in den kommenden fünf Jahren - seiner Provisionshaftzeit - weder zu Tode komme bzw. zahlungsunfähig werde oder vorzeitig aussteige.
Im Sinne von Sicherheit, Ertrag und Verfügbarkeit
Produktangebote, die dem Ziel der Kapitalerhaltung und -vermehrung
gerecht werden, werden benötigt. Anbietern, die bestenfalls die Inflationsrate erwirtschaften, sollte nicht blindlinks Kundengeld anvertraut werden - im Sinne des Klienten und im Sinne einer verantwortungsbewussten Vermögensberatung.
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
20
Rechnungszinssatz der fondsgebundenen
Rentenversicherung. Von Andreas Promberger
Was ist der Rechnungszinssatz?
In der Versicherungsbranche handelt es sich beim Rechnungszins um
jenen Wert, mit dem bei der Kalkulation die zu erwartenden Pensionsleistungen (beitragsorientiertes Modell) bzw. die notwendigen Beiträge und die vereinbarte Pensionsleistung (leistungsorientiertes Modell) errechnet werden.
Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen kommt das beitragsorientierte Modell zur Anwendung, da es bei dieser Art der Versicherung in der Regel keine vertragliche Garantiesumme gibt. Das bedeutet, dass die Höhe des angesparten Kapitals ausschließlich von den
Beiträgen und der Performance abhängig ist.
Wünscht der Kunde am Ende des Ansparzeitraumes anstelle einer Einmalzahlung eine Rente, wird das Deckungskapital in eine lebenslange Rente umgewandelt. Die Höhe der Pension ist abhängig vom Pensionsantrittsalter und vom Rechnungszins. Bei der errechneten Pension handelt es sich jedoch um keinen garantierten Wert, sondern lediglich um angenommene prognostizierte Entwicklungen.
Vereinfachte grafische Darstellung des Einflusses des Rechnungszinses auf die Pensionsleistung:
Fall 2:
Das tatsächliche Veranlagungsergebnis ist niedriger als der vereinbarte Rechnungszins
die
Pension wird verringert
Fall 1:
Das tatsächliche Veranlagungsergebnis ist höher als der vereindie Penbarte Rechnungszins
sion wird erhöht
123456789012345
123456789012345
123456789012345
123456789012345
Pensionserhöhung
3,5 %
123456789012345
123456789012345
123456789012345
123456789012345
Pensionskürzung
Tatsächliche
Jahresperformance
z. B. 4 %
Vereinbarter
Rechnungszins:
3,5 %
Tatsächliche
Jahresperformance
z. B. 3 %
Vereinbarter
Rechnungszins:
3,5 %
Abbildung 1: Einfluss des Rechnungszinses auf die Pensionsleistung.
(Vgl. Fachverband der Pensionskassen, Hrsg.): Bessere Vorsorge
mit Betriebspensionen)
Aus der Grafik geht hervor, dass das erreichte Veranlagungsergebnis
zumindest gleich groß sein muss wie der vereinbarte Rechnungszinssatz, um die Pensionshöhe konstant zu halten.
Grundsätzlich ist daher bei Wahl des Rechnungszinses zu beachten:
Je niedriger der Rechnungszins, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die vereinbarte Pensionsleistung tatsächlich erreicht wird.
Niedriger vs. hoher Rechnungszinssatz - Was ist besser?
Die folgende Abbildung zeigt die angenommene Entwicklung der Pensionsleistungen, wenn man zu Pensionsantritt einen niedrigen und einen hohen Rechnungszinssatz wählt.
Die steigende Kurve beschreibt die Entwicklung der Pension bei niedrig
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Rechnungszins
21
gewähltem Rechnungszins. Die Chance ist hier groß, dass die Jahresperformance den vereinbarten Rechnungszinssatz übertrifft und
dass die Pensionshöhe im Laufe der Zeit ansteigt. In unserem Beispiel steigt die Pensionsleistung um 2,5 % p. a., weil das Veranlagungsergebnis den vereinbarten Rechnungszins um genau 2,5 % pro
Jahr übersteigt.
Abbildung 2
Während bei einem niedrigen Rechnungszins die Pension zu Beginn
niedriger ist und danach steigt, ist bei Wahl eines hohen Rechnungszinses das Gegenteil der Fall: Wenn sich der Versicherungsnehmer
bzw. der Begünstigte anfangs bei Bezug seiner Pension für einen hohen Rechnungszins entscheidet, ist die Pensionsleistung zu Beginn
hoch, wird jedoch im Lauf der Zeit geringer. Betrachtet man wieder
unser Beispiel aus Abbildung 2, wird eine Pensionskürzung von
0,5 % p. a. ersichtlich.
Bei hohem Rechnungszins ist also das Risiko höher, dass das tatsächliche Veranlagungsergebnis z. B. durch eine schlechte Marktlage, Kurskorrekturen etc. unter dem vereinbarten Rechnungszins bleibt,
was zu Pensionskürzungen führt.
Wie wirkt sich der Rechnungszins in Zahlen aus?
Die unten stehende Tabelle zeigt als Beispiel eine fiktive Erstpension
in der Höhe von € 500 und die Entwicklung der Pensionshöhe bei einem Rechnungszins von 3,5 % über einen Zeitraum von sechs Jahren.
Darüber hinaus geht aus der Tabelle hervor, welche Auswirkung eine
negative Differenz zwischen Performance und Rechnungszins hat. Ist
die Performance nur halb so hoch wie der Rechnungszins, bedeutet
dies nicht die Halbierung der Pension, sondern - auf dieses Beispiel
bezogen - lediglich eine Kürzung um 1,75 %. Bei 0 % Performance erhält der Begünstigte auch eine Pensionsleistung, ebenso wie er bei
einer negativen Performance weiterhin eine Pension beziehen würde.
Rente in Euro: 500
Jahr (t)
0
1
2
3
4
5
6
Rechnungszins: 3,5 %
Veranlagungsergebnis
DAS MAGAZIN
6%
3%
2%
-1 %
7%
0%
FÜR DEN
Rente (t+1)
500
513
510
502
480
496
479
Im ersten Jahr
wird die Rente
immer mit dem
Rechnungszins
berechnet.
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
22
Seit 1. Jänner 2008: Die betriebliche
Vorsorge auch für Selbständige
Mit Wirkung 1. Jänner. 2008
wurde für Unternehmer und
Freiberufler eine zusätzliche
soziale Absicherung geschaffen: Die „neue Vorsorge für
Selbstständige“. Es steht diesen
nunmehr auch eine steuerschonende betriebliche Vorsorge zu.
Von Heribert Laaber
Welcher Personenkreis ist erfasst?
Alle Personen, die selbständig tätig sind oder einer freiberuflichen
Tätigkeit nachgehen und in der Pensionsversicherung nach dem GSVG
oder FSVG pflichtversichert sind. „Berufsanfänger“ müssen innerhalb
von 12 Monaten ab Beginn der Pensionsversicherung einen Beitrittsvertrag mit einer Vorsorgekasse abschließen. Eine Übergangsfrist gilt
bis 31. Dezember 2008. Wichtig: Ein Widerruf der freiwilligen Entscheidung ist nicht möglich!
Neben der schon seit 2003 bestehenden Verpflichtung für alle Mitarbeiter, Beiträge in die Mitarbeitervorsorgekasse einzuzahlen, gibt es
nun zwei weitere Modellrichtungen:
Pflichtmodell
Gilt verpflichtend für Gewerbetreibende, Gesellschafter und neue
Selbständige, die in der Krankenversicherung nach dem GSVG pflichtversichert sind. Auch dann, wenn ein Unternehmer gleichzeitig
Dienstnehmer ist. Freiberufler, die gleichzeitig auch Dienstnehmer
sind, können sich für eine zusätzliche Beitragszahlung entscheiden.
Dafür werden die Beiträge ebenfalls von der für die Kranken- bzw. Pensionsversicherungsbeiträge maßgeblichen Beitragsgrundlage berechnet (Differenz).
Freiwilliges Modell
Freiberufler: Innerhalb des Jahres 2008 freiwillig beitreten können
die nach den FSVG oder dem GSVG pensionsversicherten Freiberufler, die von der GSVG-Krankenversicherung aufgrund des „Opting out“
der Berufsgruppe ausgenommen sind oder aufgrund von Übergangsbestimmungen noch nach dem ASVG krankenversichert sind. Z.B.
Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Wirtschaftstreuhänder, Tierärzte.
Land- und Forstwirte: Sie können auf freiwilliger Basis der Selbständigenvorsorge beitreten.
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Unternehmervorsorge
23
Wie hoch sind Ihre Beiträge?
Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der persönlichen Beitragsgrundlage für die Pensionsversicherung und beträgt 1,53 %
dieser Basis.
Die Krankenversicherungsbeiträge wurden mit Beginn des Jahres 2008
von 9,1 % auf 7,65 % abgesenkt. Die frei werdenden Beiträge in Höhe
von 1,45 % + 0,08 % = 1,53 % können aufgrund des BMSVG in eine
Vorsorgekasse eingezahlt werden.
• Pflichtmodell: Die Versicherten müssen den Beitrag für die Dauer
der GSVG-Krankenversicherung von der Beitragsgrundlage bezahlen
• Freiberufler von der Beitragsgrundlage in der Pensionsversicherung
• Land- und Forstwirte von der bäuerlichen Beitragsgrundlage (Einheitswert);
Leistungsanspruch
Die Beiträge führen beispielsweise bei Einstellung der selbständigen
Tätigkeit oder Antritt der Pension zu einer mit der „Abfertigung NEU“
für Dienstnehmer vergleichbaren Leistung.
Leistungsanspruch besteht, wenn Beiträge für mindestens drei Jahre
bezahlt wurden und die Gewerbeberechtigung seit mindestens zwei
Jahren erloschen oder ruhend gemeldet ist bzw. die betriebliche Tätigkeit seit mindestens zwei Jahren eingestellt ist.
Auf jeden Fall fällt die Leistung bei Antritt der gesetzlichen Pension
oder fünf Jahre nach Ende der letzten Beitragspflicht nach dem
BMSVG an.
Die Höhe der Leistung hängt von den Beitragsleistungen und vom Veranlagungserfolg ab.
Die Verfügungsmöglichkeiten
• Auszahlung als Einmalbetrag
• Übertragung an neue Versorgungskasse (z. B. Antritt einer unselbständigen Tätigkeit)
• Übertragung an eine Pensionskasse
• Übertragung in eine Pensionszusatzversicherung
•
•
•
•
Steuerliche Behandlung
volle Anrechnung der geleisteten Beiträge an die Vorsorgekasse als
Betriebsausgabe
Die Veranlagung in der Vorsorgekasse ist steuerfrei.
Kapitalauszahlung als Einmalbetrag wird nur mit 6 % versteuert
Eine Auszahlung als Rente ist steuerfrei.
Auswahl der Vorsorgekasse
Im Pflichtmodell ist zunächst zu prüfen, ob für die Mitarbeiter des
Unternehmens bereits ein Vorsorgekassenvertrag besteht. Bei bereits
bestehendem Vertragsverhältnis ist auch die Selbständigenvorsorge
über diesen Vertrag abzuwickeln. Wenn es kein Vertragsverhältnis
gibt, kann die Vorsorgekasse frei gewählt werden.
Im freiwilligen Modell kann die Vorsorgekasse immer frei gewählt
werden.
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
24
Klarheit bei Beteiligungen
bzw. geschlossenen Fonds. Von Walter Eberl
Am 31. 1. 2008 fand im Haus der Industrie in Wien der 3. Kongress für Unternehmensbeteiligungen bzw. geschlossene Fonds statt.
Ein Review der wichtigsten Beiträge und Präsentationen ist auf der
Homepage www.wmd-brokerchannel.de bereitgestellt.
Als Besucher und Vermögensberater fand ich es bei den interessanten Themen zunehmend bedenklich, dass die Bezeichnung „geschlossene Fonds“ für die damit gemeinten klassischen Unternehmensbeteiligungen schon weit eingebürgert ist und leider gerne verstärkt werbemäßig verwendet wird. Es wurde auch nur von wenigen (eher österreichischen) der hochkarätigen Referenten und Diskutanten eine
diesbezügliche Klarstellung angesprochen. Die überwiegend deutschstämmige Marktpräsenz scheint bereits bewusst oder unbewusst den
leider nicht geschützten Begriff „Fonds“ auch für alle möglichen Formen von Kapitalmarkt-Veranlagungen einverleibt zu haben. Das erscheint mir als leichtfertig irreführend für Berater und Kunden.
Diese Veranlagungen haben mit dem in der Branche sehr bekannten
Begriff in der speziellen Form der „Investmentfonds“ überhaupt nichts
gemeinsam. Hier handelt es sich um Mitgesellschafteranteile am einzelunternehmerischen Eigenkapital, welche immer mit dem Risiko auf
Totalverlust gezeichnet werden. Bei offenen Fondsanteilen nach dem
Grundsatz der Risikostreuung und als Sondervermögen gemäß Investmentfondsgesetz liegt ein wesentlicher Unterschied in Risiko und Haftung sowie Bindung der Veranlagung.
Mit der harmlos wirkenden Bezeichnung „geschlossene Fonds“ für Beteiligungen wird meines Erachtens zunehmend eine Verwechslungsgefahr mit Investmentfonds in Kauf genommen. Das könnte aber bei
nicht entsprechender Aufklärung und Beratung in diesem sensiblen
Bereich der „Beteiligungen“ als Veranlagungen gemäß KMG zu Täuschungen oder Beschwerden und gravierender Beraterhaftung führen.
Letztlich sind die Vermögensberater die einzigen gewerblich Berechtigten für die Vermittlung und Beratung derartiger Veranlagungen. Dem
Kunden gegenüber besteht dabei eine besondere Beraterhaftung, welche viele der für Versicherungsvermittlung oder Wertpapierdienstleistungen vorgeschriebenen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherungen nicht abdecken.
Wir sollten uns daher als qualifizierte Berufsgruppe nicht nur von Werbeslogans leiten lassen. Bald wird im Verkauf niemand mehr den Unterschied bemerken oder erklären (wollen), vielleicht erst dann im
Streitfall vor Gericht (müssen).
Bei klarer Darstellung kann diese Art der Veranlagungen sicher auch
ein angemessenes Investment für geeignete Kunden sein. Dafür ist
nun in der Gewerbeordnungs-Novelle - auch im Interesse unserer Mitglieder - ein entsprechendes Anlegerprofil und eine Risikoaufklärung
gemäß WAG 2007 vorgeschrieben, obwohl es sich um kein Wertpapier handelt. Sicher ist es aber auch kein Produkt für jedermann. Auf
die richtige Verwendung für den Kunden kommt es an.
MÄRZ 2008
Geld & Rat
Rückspiegel/Vorschau
AUS
DER
25
FACHGRUPPENARBEIT
Im Fachgruppenausschuss am 5. 2. 2008 wurden u. a.
• neue Vorschläge für die Verbesserung der homepage gemacht
• die Überarbeitung der Fibel und eines Muster-Beratungsauftrages
dem AK Recht zugewiesen
• die politisch dominierte und kostspielige Vorgangsweise des Fachverbandes bei der Überarbeitung der VB-Skripten unter Ausschaltung der Fachautoren und des FA Bildung kritisiert, wobei die einstimmige Mängelrüge unseres FGA NÖ vom August 2007 leider
noch nicht entsprechend behandelt wurde
• ein neuer AK Marketing für die Konzeption und Koordination der
vielfachen PR-Aktivitäten der Fachgruppe geschaffen
• Rückmeldungen zur Fortsetzung von Geld und Rat und der Imagekampagne in den Bezirksblättern besprochen
• die Schitage am 13. und 14. 3. 2008 am Hochkar bestätigt
VORSCHAU
Zertifikateprofis Internetportal
Ab sofort bekommen unsere Mitglieder aufgrund einer Pauschalvereinbarung mit den Zertifikateprofis für ein Jahr lang einen gratis Beraterzugang zu deren Internetplattform www.zertifikateprofis.at.
WPDLU-Konzessionsprüfung
Von einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen mit mehreren Standorten in NÖ haben wir ein kooperatives Angebot für die jährlich bis
30. 6. abzuschließende Pflichtprüfung gemäß WAG erhalten, welches
auf Anfrage unter finanzdienstleister@wknoe.at oder eberl@ecofinanz.at gerne an die Mitgliedern weitergegeben werden kann.
FG-Informationsnachmittag 27. 3. 2008 mit
BVP-Treffen
Zu Fachvorträgen und Präsentation von Produktinformationen und Beratungstools ist ein vierteljährlicher Informationstag geplant. Der
nächste Infotag findet am 27. 3. 2008 ab 14 Uhr voraussichtlich im
Hotel Steinberger in Altlengbach statt. Eine genaue Ausschreibung der
Tagungspunkte wird mit Rundschreiben Anfang März erfolgen.
Im Anschluss daran um ca. 17.30 Uhr werden alle Bezirksvertrauenspersonen zu einer gemeinsamen Sitzung mit Anregungen und Informationsaustausch zur regionalen Fachgruppenarbeit geladen. Dazu
sind auch neue interessierte Mitglieder gerne willkommen.
Fachgruppentagung 23. 4. 2008
Der nächste Fachgruppentag, zu dem alle Mitglieder eingeladen sind,
findet am 23. 4. 2008 voraussichtlich im Hotel Krainertütte im Helenental bei Baden statt. Die Ausschreibung dazu wird Anfang April
ergehen.
Themen sind im offiziellen Teil vormittags Berichte und Rechnungsabschluss 2007 sowie Ausbildung und Berufsbild, im freien Teil nachmittags ein Vortrag zur Gestaltung eines Beratungsvertrages, die Präsentation der Internetplattform Zertifikateprofis und Fortsetzung der
Imagekampagne Bezirksblätter.
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
MÄRZ 2008
26
Fachgruppen-Ausschuss
Name
E-Mail
Obmann
Ing. Mag. Walter Eberl
eberl@eco-finanz.at
Obmann-Stellvertreter
Michael Holzer
holzer@finanzpuls.com
Johann Swoboda
fgostv.swoboda@aon.at
Weitere Mitglieder (alphabetisch):
Mag. Werner de Zordo
werner.dezordo@awd.at
Johann Franta
office@franta.at
Stephanie Gerhardus
stephanie.gerhardus@afb.at
Matthias Heimberger
matthias.heimberger@ovb.at
Mag. Peter Klingenstein
peter.klingenstein@noehypo.at
Heribert Laaber, CFP
office@aaa-laaber.at
Dr. Georg Lackinger
georg.lackinger@allrat.at
Franz Loos
franz.loos@chello.at
KommR Franz Miksch
miksch.franz@aon.at
Mag. Friedrich Potolzky
fritz-potolzky@vienna.at
Andreas Puchinger
andreas.puchinger@awd.at
Harald W. Schatz
schatzinvest@inode.at
KommR Rudolf Sollan
rudi.sollan@aon.at
Ing. Michael Wiedeck
michael.wiedeck@compaxx.com
PLZ
Ort
Straße
Tel
2123
Unterolberndorf
Rosenbergen 58
02245/89619
3011
2650
Neu-Purkersdorf
Payerbach
Sagbergstr. 69
Wiener Str. 9
01/5773513
02666/52777
2483
2225
2721
3385
3100
3372
2170
1020
3140
2391
2111
2440
2231
2100
Ebreichsdorf
Zistersdorf
Bad Fischau
Markersdorf
St. Pölten
Blindenmarkt
Poysdorf
Wien
Pottenbrunn
Kaltenleutgeben
Mollmannsdorf
Gramatneusiedl
Strasshof
Korneuburg
Gaernäckerstr. 58
Gösting 136
Gartengasse 10
Fliegerhorststr. 13
Neugebäudeplatz 1
Hauptstr. 19
Liechtensteinstr. 23
Venediger Au 4/10
Bründlweg 15
Doktorberg 6B/2
Dorfstraße 2A
Zur Au 10
Josef-Schwarzstr. 27
Schaumannstr. 30
01/716 99-16
02532/2767
02639/200453
02742 / 275 40 64
02742/310235-3210
07473/6156
02552/3470
02742/43823
02238/71574
02234/74255
02287/4703
ADRESSEN
TERMINE
WKNÖ
Fachgruppe Finanzdienstleister
Landsbergerstr. 1
3100 St. Pölten
Frauenpower - Powerfrauen
Damit sie einen Vorgeschmack auf das heurige Jahr bekommen haben sie hier einen Überblick über unsere Veranstaltungen:
Geschäftsführer:
Mag. Hubert Baumann
Tel: 02742/851-19720
Sekretariat:
Anja Muttenthaler
Tel: 02742/851-19722
Daniela Linauer
Tel: 02742/851-19721
Fax: 02742/851-19729
e-Mail: finanzdienstleister@wknoe.at
Internet: www.finanzdienstleister-noe.at
Gender statement
Wir haben uns aus Gründen der besseren
Lesbarkeit entschlossen, in den Texten
weitgehend auf geschlechtsspezifische Formulierungen zu verzichten. Alle personenbezogenen Ausdrücke schließen Frauen und
Männer gleichermaßen ein. Eine Diskriminierung aufgrund der sprachlichen Formulierung ist nicht beabsichtigt und kann auch
nicht interpretiert werden.
MÄRZ 2008
Februar
April
Mai
Juni
September
Oktober
November
Dezember
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
2008
Qi Gong - Traumhafte Entspannung
Maske oder Make up
Kommunikation im Streitgespräch
Stress frei - Frei Sein
Organisationstalent gefragt
Kreativität im Job
Coach dich selbst
Ziele erkennen - Ziele erreichen
Nächster Vermögensberater-Vorbereitungskurs der Fachgruppe
vom 5. - 9. 5. und am 27. 5.
Ausschreibung erfolgt mit Rundschreiben im März.
Vermögensberater-Befähigungsprüfung
Modul 1 schriftlich am 11. 6. 2008
Modul 2 mündlich vom 17. - 20. 6. 2008
Impressum:
Herausgeber: Wirtschaftskammer Niederösterreich, Fachgruppe Finanzdienstleister, A-3100
St. Pölten, Landsbergerstraße 1; Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Walter Eberl; Koordinator: Rudolf Erdner; Für namentlich gekennzeichnete Artikel ist der jeweilige Autor
verantwortlich. Produktion: FinanzMedienVerlag Ges.m.b.H., A-1180 Wien, Gentzgasse 43;
Druck: „agensketterl“ Druckerei GmbH, 3001 Mauerbach, Kreuzbrunn 19
Anzeigenpreise: Es gilt der Werbetarif 2008
Fotos: Seite 1: Daniel Hohlfeld; S. 2: Aurelio, S. 5: Stephan Karg; S. 8: Andrea Seemann, S.
10: Vladimir popovic; S. 16. Franz Pfügl; S. 22: endostock - alle fotolia.de; S. 3: Sobotka, S. 4:
Dan Smith ( Wikimedia Commons), WKNÖ; S. 6: WKNÖ; S. 7: Archiv; S. 10: Trampisch; S. 12:
Paul-Georg Meister (pixelio.de), Josef Henk; S. 19: BA-CA
Offenlegung nach §25 Mediengesetz:
Medieninhaber: Wirtschaftskammer Niederösterreich, Fachgruppe Finanzdienstleister
Sitz: A-3100 St. Pölten, Landsbergerstraße 1
Tätigkeitsbereich: Interessenvertretung sowie Information, Beratung und Unterstützung
der jeweiligen Mitglieder als gesetzliche Interessenvertretung
Blattlinie: Förderung der Ziele des Tätigkeitsbereiches
Geld & Rat
Service
27
WKNÖ FDL-Arbeitskreise und Ombudsmann
Name
e-Mail
PLZ
Aus- und Weiterbildung
Akad. Vkfm. Hans Swoboda
avi@aon.at
Berufsrecht
Michael Holzer
holzer@finanzpuls.com
Straße
Tel.
Fax.
2650 Payerbach
Wiener Straße 9
02666/52777
02666/53888
3011 Neu-Purkersdorf
Sagbergstraße 69
01/5773513
01/5773513-13
2440 Gramatneusiedl
Zur Au 10
02234/74255
02234/74255
2263 Dürnkrut
Hauptstr. 45
02538/80149
2002 Füllersdorf
Füllersdorf Nr. 33
0664/4021961
3107 St. Pölten
Robiniengasse 57
02742/2754064
02742/2754072
eberl@eco-finanz.at
2123 Unterolberndorf
Rosenbergen 58
02245/89619
02245/89619-4
fritz.potolzky@vienna.at
2391 Kaltenleutgeben
Doktorberg 6B/2
02238/71574
office@aaa-laaber.at
3372 Blindenmarkt
Hauptstraße 19
EDV, Internet, Homepage
Harald Schatz
schatzinvest@inode.at
Finanzdienstleisterinnen
DI Monika Trampisch
m.trampisch@aon.at
Image, Öffentlichkeit, PR
erdner@finanzdl.at
Rudolf Erdner, MAS
Junge Finanzdienstleister
Matthias Heimberger
matthias.heimberger@ovb.at
Marketing Koordination
Ing. Mag. Walter Eberl
WPDLU
Mag. Friedrich Potolzky
Ombudsmann
Heribert Laaber, CFP
Ort
07473/6156
07473/6156-230
Bezirksvertrauenspersonen der Finanzdienstleister
Korneuburg
Ing. Michael Wiedeck
Mistelbach
Ing. Mag. Walter Eberl
Purkersdorf, Wien-Umgebung
Michael Holzer
Melk
Heribert Laaber, CFP
St. Pölten
Franz Loos
Mag. Thilo Börner
Amstetten
Akad. Finanzdienstleister Karl Pichler
Mödling
Mag. Friedrich Potolzky
Gerhard Windegger, MAS
Schwechat
Harald Schatz
Krems
Ing. Wolfgang Schneeweis
Gänserndorf
Johann Franta
KommR Rudolf Sollan
Neunkirchen
Akad. Vkfm. Johann Swoboda
Hollabrunn
Klein Günther
Baden
Mag. Andreas Lang
Robert Zelezny
Stockerau
Oliver Schadler, MAS
Lilienfeld
Christian Klug
Gmünd
Andreas Müllauer
Mag. Roman Gaugusch
Horn
Otto Vorhemus, MFP
Wiener Neustadt
Martina Weinmüller
Stephanie Gerhardus
Bruck an der Leitha
Ernst Hajny
Tulln
Anton Neumayer
DAS MAGAZIN
FÜR DEN
Tel.: 0676/848430108
michael.wiedeck@compaxx.com
Tel.: 02245/89619
office@eco-finanz.at
Tel.: 01/5773513
holzer@finanzpuls.com
Tel.: 07473/6156
office@aaa-laaber.at
Tel.: 0664/2208327
Tel.: 02742/327032
franz.loos@chello.at
mag.thilo@boerner.at
Tel.: 07444/7610
k.pichler@wavenet.at
Tel.: 02238/71574
Tel.: 02238/8188
fritz.potolzky@vienna.at
gerhard.windegger@gmx.at
Tel.: 02234/74255
schatzinvest@inode.at
Tel.: 02732/72222
ws@schneeweis-finanz.at
Tel.: 02532/2767
Tel.: 02287/4703
office@franta.at
rudi.sollan@utanet.at
Tel.: 0676/3006162
avi@aon.at
Tel.: 0676/5992911
klein.finanzinvest@aon.at
Tel.: 02253 80070
Tel.: 02252/700877
aml@aon.at
z.r@zelezny.net
Tel.: 02266/80803
oliver.schadler@finanzdienstleistung.co.at
Tel.: 02762/68699
christian.klug@utanet.at
Tel.: 0644/1613134
Tel.: 0676/5441802
amuellauer@mb.or.at
roman.gaugusch@mlp-ag.com
Tel.: 0664/5261992
otto.vorhemus@vorhemus.at
Tel.: 0664/1009081
Tel.: 02639/200453
w_martina@aon.at
stephanie.gerhardus@afb.at
Tel.: 02168/67304
finanzberater@vermoegensberater.at
Tel.: 02272/7562
anton.neumayer@awd.at
NIEDERÖSTERREICHISCHEN FINANZDIENSTLEISTER
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