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EINE WIE KEINE! - K+S Aktiengesellschaft

EinbettenHerunterladen
Die Zeitung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der K+S Gruppe
ZKZ 24832
WWW.K-PLUS-S.COM
DEUTSCHE AUSGABE
JUBILÄUM
EINE WIE
KEINE!
Zur Einstimmung auf
das Jubiläum hat sich
Marne Turner von
Morton Salt in das
perfekte Umbrella Girl
verwandelt.
Das Umbrella Girl ist das
Markenzeichen von Morton
Salt. Im nächsten Jahr wird die
Ikone einhundert Jahre alt.
» Seite 14
VORAUSSICHT
UMSICHT
WEITSICHT
Lachse lieben’s
salzig – das wissen
die Züchter in Chile
Fit für die Zukunft –
so stärkt sich K+S für
die nächsten Jahre
Wir sind überall
da, wo der
Winter ist
K+S Chile liefert hochreines
Natriumchlorid aus der AtacamaWüste an die inländischen
Lachszüchter
» Seite 16
Im Gespräch mit der Redaktion erzählt
der Vorstand, worauf es jetzt ankommt,
um die Schlagkraft von K+S international
zu festigen und weiter auszubauen
» Seite 4
So lautet das Credo im
Auftausalzgeschäft. Wie das
geht, zeigen uns die
Kollegen von K+S Tschechien
» Seite 8
2
WELTWEIT
WORLDWIDE / MONDE / MUNDO / MUNDO
Nachrichten aus der Branche, dem Konzern
und von unseren Standorten weltweit.
MORTON SALT
IDEEN SPRUDELN
GLEICH ZUM START
MARKETING
MITARBEITER MACHEN
WERBUNG
INFOVERANSTALTUNG
DIALOG MIT ANWOHNERN ZUR
HALDENERWEITERUNG
HATTORF / Auf dem ersten
Haldenfest in Hattorf hat das
Werk Werra die Bewohner der
umliegenden Gemeinden
über die geplante Haldenerweiterung informiert. Mehrere tausend Besucher nutzten
die Möglichkeit, sich einen
Überblick über das Projekt
und die sichere Haldenbewirtschaftung zu verschaffen.
„Das Werk Werra ist einer der
größten Arbeitgeber in der
Region und die Haldenerweiterung für den Fortbestand
des Werks von zentraler Bedeutung “, sagte Werksleiter
Dr. Rainer Gerling, der sich
über das große Interesse und
den offenen Dialog mit den
Anrainern freute. „Unser Fest
bot viel Gelegenheit zum Austausch. Das war uns wichtig.“
Ab 2016 soll eine erweiterte
Haldenfläche von ca. 72 Hektar zur Verfügung stehen. Die
Antragsunterlagen für das vor
drei Jahren eingeleitete
Planfeststellungsverfahren
werden 2014 eingereicht.
HILFSPROJEKT
EIN TRUCK FÜR UGANDA
KASSEL / K+S setzt sich für
Nahrungssicherheit in Afrika
ein. In diesem Jahr wurde
dazu das Projekt „Growth for
Ihr
Vorsitzender des Vorstands
Uganda“ der K+S KALI GmbH
und der Sasakawa Africa Association (SAA) begründet.
Kernziel des Projekts ist der
Aufbau eines landwirtschaftlichen Beratungswesens in
Uganda, das die örtlichen
Bauern unterstützt,
Fruchtbarkeit und Produktivität ihrer Böden zu
erhalten und zu steigern.
Dies verbessert sowohl
die Selbstversorgung als
auch die Einkommenssitua-
tion der Kleinbauern. Ein eigens dafür umgebauter, geländegängiger Truck mit
Bodenanalysetechnik an Bord
hat jetzt die Reise nach Uganda angetreten: Von Bremerhaven geht es per Schiff nach
Mombasa in Kenia und über
Land nach Uganda. Der aus
Uganda stammende Agronom Daniel Olol von SAA (im
Bild) hat sich im K+S Forschungsinstitut Heringen auf
seinen Einsatz vorbereitet.
SASKATOON / Bei K+S Potash
Canada sprechen die Mitarbeiter für ihr Unternehmen:
Das lokale Fernsehen strahlt
Werbespots aus, in denen
Kollegen aus Saskatchewan
erzählen, was ihre Arbeit besonders macht. Um die Aktualität und Vielfalt zu gewährleisten, wird es regelmäßig
neue Spots mit unterschiedlichen Mitarbeitern geben.
AUSZEICHNUNG
GLEICHBERECHTIGUNG
BEI K+S
KASSEL / Bei K+S geht es in Sachen Gleichberechtigung vorbildlich zu. Eine Entgeltdüberprüfung beweist, dass die
Bezahlung der Mitarbeiter in
Deutschland diskriminierungsfrei ist. „Die Auszeichnung zeigt, dass wir unsere
Werte leben und nach Leistung bezahlen, nicht nach Geschlecht“, sagte Michaela
Wolf-Woestkamp (l.), Leiterin
Personal Holding. Sie nahm
die Urkunde von Christine Lüders, Antidiskriminierungsstelle des Bundes, entgegen.
ARBEITEN
LEBEN
TEILEN
BUNTE SEITE
6
Weltweit sicher unterwegs:
Unterstützung für K+S-Mitarbeiter
bei Einsätzen im Ausland
18 Dank Kaliumchlorid läuft es beim
Oildrilling wie geschmiert
27 Meine Heimat: Saskatchewan –
Andrew Gajadhar von KSPC erzählt
8
Weißer Winter: Kollegen von
K+S Tschechien sorgen für sichere
Straßen in Osteuropa
LERNEN
30 Silvester: Mit Feuerwerk, Väterchen
Frost und Meereskönigin ins Neujahr
32 Die Zukunft der Scoop: Was
kommt, was bleibt, und was ist
Lesern besonders wichtig
11 Was will ich, was kann ich, und wie
komme ich weiter? Berufliche
Entwicklungschancen bei K+S
24 Warum eine Saline in Frankreich
heute UNESCO-Kulturerbe ist
26 Kinderseite: Lecker,
lustig und lehrreich
Auf die Plätzchen, fertig, los:
ein Scoop zum Naschen (S. 26)
Fotos: Saverio Truglia, Thinkstock; Seite 2: K+S AG (7), Zetzsche / Antidiskriminierungsstelle des Bundes, KB
ein bewegtes Jahr geht zu Ende.
Das kommende wird für K+S eine
besondere Bedeutung haben, denn
2014 reichen die Wurzeln unseres
Unternehmens 125 Jahre zurück.
Dieses Jubiläum macht klar, worauf wir uns besinnen können: Es
sind Erfahrungen, die in über 100
Jahren gesammelt wurden. Erfolge,
die sich immer wieder einstellten,
auch nach Perioden der Unsicherheit. Und Traditionen, die fest in
unserem Unternehmen verankert
sind. Diese leben wir jeden Tag –
auch zwischen hochmodernen
Anlagen und Geräten.
Die vergangenen Wochen und
Monate waren für keinen von uns
einfach. Dass wir auch in rauen Zeiten gute Gründe haben, zuversichtlich nach vorne zu blicken, ist nicht
zuletzt Ihnen allen zu verdanken.
Das Jubiläumsjahr wird wieder
Veränderungen mit sich bringen.
Ich möchte Sie ermutigen, diesen
aufgeschlossen gegenüberzustehen und sie mit Ihrem Wissen und
Ihrem Engagement voranzutreiben. Denn der Wandel bietet immer Gelegenheiten, Gewohntes zu
hinterfragen und Gutes in Zukunft
noch besser zu machen.
In diesem Sinne wünsche ich
Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und
einen guten Start ins neue Jahr.
CHICAGO / Morton Salt hat
jetzt auch ein Programm
zum Ideenmanagement eingeführt. Angelehnt an das
deutsche KVP-Prinzip können
Mitarbeiter der US-amerikanischen K+S-Tochter zukünftig Vorschläge einreichen, die
Kosten sparen und die Arbeit
verbessern. Für jeden, dessen
Vorschlag erfolgreich umgesetzt wird, gibt es einen Bonus. Schon 30 Tage nach Einführung des Programms, das
Kollegen aus den USA und
aus Deutschland miteinander entwickelten, lagen 150
Ideen vor.
AKTUELL
3
LATEST NEWS / ACTUEL / ACTUAL / ATUAL
PACKEN WIR
ES AN!
Vor wenigen Wochen hat der Vorstand der
K+S Gruppe das Programm „Fit für die
Zukunft“ vorgestellt. Im Gespräch mit Scoop
erläutert Vorstandsvorsitzender Norbert
Steiner mit seinen Kollegen Dr. Andreas
Radmacher, zuständig für den
Geschäftsbereich Kali, und Mark Roberts,
zuständig für den Geschäftsbereich Salz,
worauf es jetzt ankommt.
H
» Damit ein
Unternehmen
erfolgreich auf dem
Markt agieren kann,
sind kontinuierlich
Verbesserungen nötig.«
Norbert Steiner,
Vorstandsvorsitzender von
K+S, im Gespräch mit Scoop
err Steiner, wenn Sie an das
schwere Unglück in Unterbreizbach denken, an die aktuelle
Situation im Kalimarkt oder an den
Aktienkurs von K+S: Sind Sie froh, dass
das Jahr 2013 bald vorbei ist?
Ach wissen Sie, wir im Vorstand hätten
uns manches anders gewünscht für das
Jahr 2013. Aber es ist unsere Aufgabe,
auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Und im Übrigen finde ich, dass das
gesamte Unternehmen die Herausforderungen gut angeht. Das sollte uns allen
Mut machen.
Foto: Claudia Kempf
Im November haben Sie das Programm
„Fit für die Zukunft“ vorgestellt. Lassen
Sie uns jetzt mit etwas Abstand darauf
schauen: Was ist das wichtigste Ziel des
Programms?
Es geht darum, die internationale Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens
weiter zu stärken und die K+S Gruppe
noch schlagkräftiger zu machen. Damit
das gelingt, müssen wir die Kosten senken und unsere Prozesse und Strukturen
weiter verbessern.
Aber ist es für ein gewinnorientiertes
Unternehmen wie K+S nicht grundsätzlich nötig, effizient zu wirtschaften?
Warum erst jetzt so ein Programm?
Sie haben recht. Effektive Kosten- und Organisationsstrukturen sind eine ständige
Aufgabe für ein Unternehmen. Hätten
wir uns dies erst jetzt auf die Fahnen geschrieben, wären wir nicht fünftgrößter
Anbieter auf dem Kalimarkt und weltgrößter Salzanbieter. Damit ein Unternehmen erfolgreich auf dem Markt agieren
kann, sind kontinuierlich entsprechende
Verbesserungen nötig. Auch bei uns. Hier
liefen im Hintergrund
WEITER AUF SEITE 4
»
4
AKTUELL
LATEST NEWS / ACTUEL / ACTUAL / ATUAL
SCOOP 4/2013
500
MILLIONEN EURO will
K+S bis 2016 einsparen.
Bereits 2014 rechnet das
Unternehmen mit einer
Kostenentlastung von
150 Millionen Euro.
Standen Rede und Antwort: (v. l.) Dr. Andreas Radmacher, Norbert Steiner und Mark Roberts im Gespräch mit Christin Bernhardt und Martin Bommersheim.
»
bereits einige Programme – trotz einer
vermeintlich positiven Ertragslage. Nun
hat die Marktsituation allen Mitarbeitern in der K+S Gruppe gezeigt, dass wir
unsere bisherigen – zum Teil bereits seit
einigen Monaten laufenden – Maßnahmen zur Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung fortführen und intensivieren müssen. Diese bündeln wir im
Programm „Fit für die Zukunft“.
Herr Dr. Radmacher, Sie verantworten
seit dem 1. September als neues Mitglied
im K+S-Vorstand den Geschäftsbereich
Kali. Wie waren die ersten 100 Tage?
Bewegt. Ich habe mich schnell und intensiv in die Materie einarbeiten müssen.
Nicht, dass ich sonst Däumchen gedreht
hätte, aber die aktuelle Situation ist für
uns alle nicht vergleichbar mit einem normalen Tagesgeschäft. Ich habe in den zurückliegenden Wochen eine Vielzahl von
persönlichen Gesprächen mit Kollegen
geführt. Vor allem eines ist mir dabei klar
geworden: K+S hat sehr engagierte und
kompetente Mitarbeiter, die viele ebenso
kreative wie konkrete Ansätze haben, K+S
weiterzuentwickeln.
Darauf
können
wir bauen
Die K+S Gruppe hat
viele Gründe,
zuversichtlich in die
Zukunft zu blicken.
Was meinen Sie damit, wenn Sie davon
sprechen, K+S weiterzuentwickeln?
Der Werttreiber für Umsatz und Marge
ist nicht die Kosteneffizienz allein.
Unsere Aufgabe ist es, die vorhandenen
Markt- und Kundeninformationen möglichst noch intelligenter auszuwerten und
unternehmerische Schlussfolgerungen
daraus abzuleiten. Dazu brauchen wir
Mitarbeiter, die in der Lage sind, Lösungen
selbstständig zu erarbeiten, um diese
dann gemeinschaftlich umzusetzen.
Ohne starken Teamgeist geht das nicht.
Auch und gerade zwischen den
Geschäftsbereichen.
Mark Roberts, Sie nicken. Teilen Sie –
als Verantwortlicher für den Geschäftsbereich Salz – diese Einschätzung?
Absolut. Andreas Radmacher und ich pflegen einen intensiven Austausch. Wir sind
uns einig, dass die Zusammenarbeit zwischen unseren Geschäftsbereichen für
den Erfolg der gesamten Gruppe extrem
wichtig ist. Eine „Silo“-Kultur, nach der jeder Geschäftsbereich mehr oder weniger
nur auf das eigene Geschäft schaut, verschenkt Potenzial. Eines unserer zentralen
Projekte für 2014 ist deshalb, die Bereiche
zu identifizieren, in denen wir Kommunikation und Zusammenarbeit stärken
können. Ich sehe ein hohes Potenzial für
eine solche Zusammenarbeit in der Erschließung neuer Märkte, zum Beispiel
der Chemiemärkte in Asien, und auch in
bestehenden Märkten, wo wir zum Teil
im Kali- und im Salzgeschäft gleiche Bereiche und Kunden betreuen. Hier Synergien zu nutzen und unsere Mitarbeiter
bestmöglich einzusetzen, wird die
gesamte Gruppe erheblich stärken.
» Die 500 Millionen
sind keine Wünsch-Dirwas-Ziffer. Sie beruhen auf
soliden Einschätzungen. «
Apropos Gesamtinteresse des Konzerns:
Es ist ja der Weltkalimarkt, der sich
verändert hat und Antworten von K+S
erfordert. Inwiefern ist der Geschäftsbereich Salz überhaupt betroffen, Mark
Roberts?
(Norbert Steiner hakt ein) Nochmals: Es
stimmt nicht, dass allein der veränderte
Markt uns dazu zwingt, zu sparen. Wie
ich schon eingangs sagte: Die Ankündigungen aus Russland, den Markt mit Kali
zu fluten, haben zwar die gesamte Branche aufgewirbelt. Uns hat dies lediglich
noch deutlicher vor Augen geführt, was
wir erreichen müssen.
Wie ist denn unsere Situation,
Herr Steiner?
Unsere Situation ist, dass Preisschwankungen extreme Auswirkungen auf unser Ergebnis haben. Dazu ein Beispiel: Wenn der
durchschnittliche Kalipreis um 50 US-Dollar pro Tonne sinkt, geht unser operatives
Ergebnis auf Jahresbasis um 220 Millionen
Euro zurück. Machen Sie sich das mal klar …
Herr Steiner, das ist richtig, aber die K+S
Gruppe hatte doch im Jahr 2012 ein EBIT
von über 800 Millionen Euro …
… einen Augenblick bitte, das wollte ich ja
gerade erklären: Wir müssen unseren Unternehmenswert steigern. Und das bedeutet, dass wir da ansetzen müssen, wo
wir selbst die Kontrolle haben: bei den
Kosten. Diese sind in den vergangenen
Jahren gruppenweit kontinuierlich gestie-
LEGACY
2-SÄULEN-STRATEGIE
Mit der Investition in ein Kaliwerk im kanadischen Saskatchewan
hat K+S die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt. Auf der
Baustelle läuft alles nach Plan, und im Sommer 2016 sollen dort
die ersten Tonnen Rohsalz gefördert werden. Das wichtigste
Zukunftsprojekt der K+S Gruppe gibt nicht nur der Kaliproduktion
in Deutschland, sondern auch dem
Geschäftsbereich Salz enormen Flankenschutz für das Geschäft. Es stärkt die
internationalen Wettbewerbsfähigkeit
und sichert die langfristige Zukunft des
Unternehmens.
Die strategische Ausrichtung auf die beiden starken
Geschäftsbereiche Kali und Salz macht das Unternehmen im internationalen Wettbewerb beinahe
einzigartig. K+S profitiert sowohl von den Synergien
auf der Produktionsseite (Geologie, Bergbau und
Technik) als auch
Geschäftsbereich
Geschäftsbereich
von der Ergänzung
Kali-/MagnesiumSalz
produkte
und dem saisonalen
Ausgleich auf der
Ergänzende Aktivitäten
Absatzseite.
5
SCOOP 4/2013
Herr Roberts, kommen wir zurück auf
die vorige Frage: Erklären Sie uns bitte,
inwiefern das Thema Kostensenkung
auch den Geschäftsbereich Salz betrifft.
Ich hatte ja schon gesagt: Wir dürfen
nicht in isolierten Geschäftsbereichen
denken. Klar, die Veränderungen im Markt
betreffen die Kali-Branche. Aber wie Herr
Steiner gerade schon erklärt hat: Sie werfen auch ein Schlaglicht auf die Notwendigkeiten in unserem Konzern insgesamt.
Im Geschäftsbereich Salz produzieren wir
ebenfalls zu kostenintensiv. Weltweit laufen deshalb bei uns zahlreiche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Damit haben wir lange vor dem
30. Juli begonnen. Alle mit dem einen Ziel,
nicht nur den Geschäftsbereich Salz zu
stärken, sondern letztlich die Wettbewerbsfähigkeit von K+S zu steigern.
Herr Steiner, die Einsparungen sollen im
kommenden Jahr gut 150 Millionen Euro
betragen und innerhalb der kommenden
drei Jahre in einer Größenordnung von
insgesamt rund 500 Millionen Euro
liegen. Inwiefern verteilen sich diese auf
die gesamte K+S Gruppe?
Im Jahr 2014 sollte der Geschäftsbereich
Kali gut die Hälfte der Einsparungen beisteuern. Etwa ein Drittel erwarten wir aus
dem Geschäftsbereich Salz und den restlichen Betrag aus den ergänzenden Aktivitäten, der Holding und dem Bereich IT.
Das klingt sehr ambitioniert.
Ich bestreite nicht, dass die nächsten Jahre herausfordernd sein werden, aber die
Zahl ist nicht irgendeine Wünsch-DirWas-Ziffer. Sie beruht auf soliden Einschätzungen und entspricht unserem
Selbstverständnis als solide wirtschaftendes Unternehmen. Wir haben alle Voraussetzungen, sie zu erreichen und damit
unsere gute Position auf den Märkten zu
verteidigen. Wir sichern die Zukunftsfähigkeit von K+S, die Arbeitsplätze von
morgen und übermorgen. Was wir hier
leisten, dient künftigen Generationen.
Sie haben den Abbau von Stellen nicht
ausgeschlossen. Das erzeugt Verunsicherung in der Belegschaft.
Wir stehen ja erst am Anfang von „Fit für
die Zukunft“, haben Ziele definiert und
erste Maßnahmenkategorien. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir einen
Personalabbau nicht ausschließen. Wir legen unseren Fokus aber ganz klar auf
Sachkosten. Wenn wir hier nicht ausreichend sparen, denken wir als ultima ratio
auch über Arbeitsplätze nach. Wir sind
uns bewusst, dass dies vorübergehend
eine gewisse Verunsicherung hervorrufen
kann. Das lässt sich leider nicht anders
lösen. Denn die Alternative wäre, sofort
Personalmaßnahmen vorzunehmen. Wir
aber wollen erst einmal sehen, ob und in
welchem Maße das überhaupt nötig
werden könnte.
Es ist davon die Rede, dass auslaufende
Verträge grundsätzlich nicht verlängert
werden. Stimmt das?
Das ist falsch. Wir wären schlecht
beraten, einen guten Mitarbeiter ziehen
zu lassen, nur weil sein Vertrag gerade
ausläuft.
» Es muss uns gelingen,
Bewährtes mit
intelligenten Neuerungen
zu kombinieren. Das
werden wir auch
schaffen.«
Dr. Andreas Radmacher
Herr Dr. Radmacher, lassen Sie uns
konkret über die Kosten in der Kali- und
Magnesiumproduktion sprechen. Wo
liegen die Gründe dafür, dass diese zum
Teil um ein Fünftel höher liegen als bei
unseren Wettbewerbern?
Da gibt es zwei Dimensionen. Das eine
sind Kosten, die wir nicht verändern können. Denken Sie an die herausfordernden
geologischen Bedingungen oder an die
Auflagen zur Schonung der Umwelt in
Deutschland. Da entstehen Kosten, die
bei manchen Wettbewerbern nicht anfallen. Die zweite Dimension betrifft Kosten,
die wir durchaus selbst steuern können.
Zum Beispiel bei den operativen Prozessen und den Querschnittsfunktionen
sehe ich ein Potenzial zur Verbesserung.
Das müssen wir voll ausschöpfen. Wir
überlegen zum Beispiel, die komplexe Produktionssteuerung in der Grube mithilfe
von Online-Technologie zu optimieren
oder Querschnittsfunktionen mit bestimmten kaufmännischen Funktionen
im Konzern zusammenzulegen. Es gibt
aber ein Tabu: An der Sicherheit unserer
Mitarbeiter sparen wir nicht.
Wenn die Kalipreise 2014 oder 2015
wieder steigen, könnten Sie bei
„Fit für die Zukunft“ doch etwas
locker lassen, oder?
Wer so denkt, hat das Programm nicht
verstanden. „Fit für die Zukunft“ brauchen wir unabhängig von aktuellen
Marktentwicklungen in jedem Fall. Es
muss uns gelingen, Bewährtes mit intelligenten Neuerungen zu kombinieren. Das
werden wir auch schaffen.
Herr Roberts, was steht für den
Geschäftsbereich Salz jetzt an? Wie
schauen Sie in die Zukunft?
Trotz aller Herausforderungen schaue ich
zuversichtlich nach vorne. Verschiedene
Schlüsselprojekte im Geschäftsbereich
Salz – wie zum Beispiel die Senkung der
Produktionskosten bei K+S Chile oder der
Energiekosten am Standort Hutchinson in
Kansas sowie die Reduzierung der Logistikkosten für Verschiffungen von unserem
Standort in Borth – werden langfristig
eine positive Wirkung entfalten. Außerdem ist Salz global betrachtet ein Wachs-
SPEZIALITÄTEN
HEIMISCHE ROHSTOFFE
Die besondere Zusammensetzung des Rohsalzes in den deutschen
Lagerstätten macht K+S
zum weltweit führenden
Anbieter von Spezialprodukten wie Kaliumund Magnesiumsulfat.
Auch im Salzbereich ist die
Produktpalette vielfältig
und einzigartig.
K+S investiert in Deutschland
in ein Maßnahmenpaket
zum Gewässerschutz. Mit
Neubaumaßnahmen, Verfahrensoptimierungen und
Anlagenerweiterungen wird
der Salzwasseranfall schrittweise auf sieben Millionen
Kubikmeter pro Jahr
halbiert. Das senkt die
Umweltbelastung.
» Die Zusammenarbeit
zwischen unseren
Geschäftsbereichen ist für
den Erfolg der gesamten
Gruppe extrem wichtig.«
Mark Roberts
tumsmarkt. Wenn wir alle die Kostensenkungen fest im Blick haben, unser
Produktangebot weiterentwickeln und
auch die Chancen nutzen, die sich uns
durch wachsende Märkte bieten, haben
wir allen Grund zum Optimismus. Mit unserer Salz Strategie 2020 werden wir einen klaren Weg für die Zukunft festlegen.
Herr Steiner, im kommenden Jahr wird
K+S 125 Jahre alt. Worauf kommt es im
Jubiläumsjahr an?
K+S ist ein starkes Unternehmen mit einer
großen Tradition. Mir ist überhaupt nicht
bange, wenn ich an das Engagement und
die Kompetenz unserer Mitarbeiter denke. Veränderungen können nur gemeinsam mit der Belegschaft erarbeitet und
umgesetzt werden. Gemeinsam haben
wir uns zum größten Salzproduzenten der
Welt entwickelt, gemeinsam haben wir
weltweit die Spitzenposition für kaliumund magnesiumhaltige Düngemittelspezialitäten erreicht. Jetzt kommt es darauf
an, dass wir auch gemeinsam die anstehenden Ziele verfolgen. Wir sind auf dem
richtigen Weg. Packen wir es an!
Das Gespräch führten Christin Bernhardt
und Martin Bommersheim.
Fotos: Claudia Kempf (2), Jerry Humeny / Black Box Images, K+S AG | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
gen. Mit „Fit für die Zukunft“ wollen wir
künftigen Kostensteigerungen – etwa
aufgrund allgemeiner Inflation – bestmöglich entgegenwirken.
6
ARBEITEN
WORKING / TRAVAILLER / TRABAJAR / TRABALHAR
HÖHERE
GEWALT
Nach einem
Unwetter oder
Streik liegt die
Infrastruktur vor
Ort brach, der
Arbeitgeber kann
seine Mitarbeiter
nicht erreichen.
Der Flughafen
ist lahmgelegt,
es gibt keinen
Strom. International SOS fragt
unter anderem bei
Krankenhäusern
nach, überprüft,
ob die Mitarbeiter
im Land bleiben
können oder über
ein rechtzeitig
gebuchtes Kontingent schnellstens
wieder ausreisen
sollten.
VERLUST
Kleinkriminalität
gibt es überall
auf der Welt. Wer
bestohlen wurde
und plötzlich ohne
Laptop, Brieftasche oder Papiere
dasteht, meldet
sich beim lokalen
Assistance Center
von International
SOS. Dessen Mitarbeiter kümmern
sich unter anderem
um Übersetzer
für den Gang zur
Polizei. Sie vereinbaren Termine bei
der zuständigen
Botschaft, damit
Ersatzdokumente
ausgestellt werden
und helfen mit
Bargeld aus.
WENN EINER EINE
REISE TUT, DANN …
Viele Mitarbeiter reisen beruflich ins Ausland oder arbeiten dort. Damit immer für ihre
Gesundheit und Sicherheit gesorgt ist, arbeitet K+S mit dem Unternehmen
International SOS zusammen. Es berät im Vorfeld, während der Reise und im Notfall.
S
tandorte in ganz Europa, Kanada,
Nord- und Südamerika und auch in
Asien und Afrika: K+S ist ein international agierendes Unternehmen. Damit steigt auch die Zahl der Mitarbeiter,
die für K+S auf Geschäftsreisen gehen
oder als Expats im Ausland leben. Ihnen
ist der Arbeitgeber besonders verpflichtet.
Denn er hat eine gesetzlich vorgeschriebene Fürsorgepflicht, nach der er seine Mitarbeiter vor Gefahren schützen muss, die
im Zusammenhang mit der beruflichen
Tätigkeit entstehen können. Aber: Welchen Risiken Mitarbeiter ausgesetzt sein
könnten, die ihr Heimatland verlassen, ist
für sie selbst oft schwer zu beur teilen –
und noch schwerer ist es, die richtigen
Maßnahmen zu ergreifen, wenn sie in
gesundheitliche Notsituationen geraten
oder gar mit Unruhen oder Naturkatastrophen konfrontiert werden. K+S hat
deshalb nach einem globalen Dienstleis-
ter gesucht, der auf diesem Gebiet erfahren ist und einen Rundum-Service bietet.
Die Wahl ist auf International SOS (ISOS)
gefallen. „Der Service von ISOS gibt unseren Mitarbeitern die Sicherheit, überall
auf der Welt schnell einen Ansprechpartner in der jeweiligen Muttersprache erreichen zu können, der dann weiterhilft“,
sagt Andrea Meergans, verantwortlich
für den Oberen Führungskreis und internationale HR-Koordination. Gemeinsam
KRANKHEIT
Ein Reisender ist
vor Ort erkrankt.
Was tun? In manchen ländlichen
Regionen ist die
medizinische
Versorgung nicht
ausreichend. ISOS
sorgt dafür, dass
der Erkrankte mit
einem Arzt in seiner Muttersprache
sprechen kann,
und organisiert
eine Untersuchung
in einer Klinik mit
hohen medizinischen Standards
aus dem Netzwerk
von lSOS. Falls
nötig, bereiten
weitere Mitarbeiter die Heimreise
des Erkrankten vor.
mit ihrer Mitarbeiterin Daniela Priester
ist sie bei K+S Ansprechpartnerin für allgemeine Fragen zu ISOS.
International SOS besteht seit 25 Jahren
und ist weltweit der führende Anbieter
für Gesundheitsversorgung, medizinische
Beratung und Reisesicherheitsdienste.
Es beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter
in 70 Ländern. Ein gutes Drittel davon
stammt aus dem medizinischen Bereich –
vom Arzt bis zum Flugambulanzsanitäter.
Dank seines großen Netzwerks kennt sich
International SOS mit lokalen Gegebenheiten bestens aus und berät seine Kunden bereits vorbeugend (siehe Interview).
So erfahren Reisende schon früh, was
sie erwartet und worauf sie achten sollten. Dies schließt neben medizinischen
Vorsorgetipps, wie Impfungen, scheinbar
einfache, aber nützliche Informationen
mit ein. Beispielsweise, ob man am Ziel
gefahrlos den öffentlichen Nahverkehr
nutzen kann. Darüber hinaus bieten Berater persönliche Gespräche an. Sobald eine
7
SCOOP 4/2013
Damit der Notfall
gar nicht eintritt
Stephan Gabriel, regionaler
Sicherheitsmanager bei
International SOS, über
Reisevorbereitungen
Herr Gabriel, warum sollten sich
Geschäftsreisende von
International SOS beraten lassen?
Weil wir ihnen unser Wissen zur Verfügung stellen. So können Mitarbeiter
im Gespräch mit uns ein Gefühl für
das Land entwickeln, in das sie reisen.
Wir sind nicht nur für den Notfall da,
sondern auch dafür, Notfallsituationen gar nicht erst entstehen zu lassen.
UNFALL
Der Reisende ist
mit seinem Mietwagen in einen
Verkehrsunfall
verwickelt. Niemand ist verletzt,
es handelt sich um
einen Blechschaden. Doch nun soll
der Geschäftsreisende ein Formular
unterschreiben
und würde so
vielleicht, auf
Grund mangelnder
Sprachkenntnisse,
eine Alkoholfahrt
zugeben. Ein Mitarbeiter von ISOS
sorgt dafür, dass
der Klient in einem
Krankenhaus
untersucht und
die Anschuldigung
widerlegt wird.
Foto: International SOS | Illustration: Jindrich Nowotny / 2Agenten
Reise oder Entsendung feststeht, können
sich K+S-Mitarbeiter bei ISOS mit der Mitgliedsnummer registrieren oder auf dem
Kommunikationsportal einloggen und
E-Mail Alerts einrichten. Das heißt: Sie
erhalten Mails mit Auskünften über das
betreffende Land oder die Route dorthin. Ist ein Mitarbeiter erst unterwegs,
Zwei Nummern
für alle Fälle
Informationen über Reiseziele stehen auf www.internationalsos.de
im Mitgliederbereich.
Die K+S-Mitgliedsnummer lautet
31AYCA082000. Hier können auch
E-Mail Alerts eingerichtet werden.
Auf app.internationalsos.com gibt es
die International SOS Assistance App.
Sie verbindet sich direkt mit dem
Assistance Center Frankfurt, das
unter 06102 3588100 erreichbar ist.
International SOS arbeitet
mit einem globalen
Netzwerk und berät die
Klienten vor Reisebeginn.
folgen aktuelle Infos sowie sogenannte
special advisories – Spezialberatungen.
Und zwar dann, wenn Unvorhergesehenes passiert, wie Demonstrationen,
Streiks oder Wetterrisiken.
Denn trotz gründlicher Vorbereitungen kann Unerwartetes eintreten: „Unabhängig davon, wie weit gereist oder erfahren ein Mitarbeiter ist, kann es jedem
passieren, dass er plötzlich erkrankt. Dann
kommt es auf schnelle und professionelle Behandlung an. Hier ist ISOS ein hilfreicher Partner“, sagt Andrea Meergans.
Bei einer Erkrankung oder Verletzung zählt
nämlich oft gar nicht, wie schwer sie ist,
sondern wie gut sie behandelt wird. Sind
Krankenhäuser dürftig ausgestattet, fehlen Fachärzte und Medikamente, kann das
Wie geht das?
Wir haben ein Dienstleisternetzwerk
mit 76.000 Experten. Dadurch kennen
wir die Örtlichkeiten gut, an die Mitarbeiter unserer Kunden reisen beziehungsweise entsendet werden. Ein
Beispiel: Wenn sich die Lage für Reisende verschlechtert, sind wir weit
über die Nachrichtenlage hinaus
informiert. Wir können sagen, welches
Stadtviertel man im Moment meiden
sollte und Unterstützung vor Ort
bereitstellen. Die können wir umso
besser anpassen, je mehr wir über den
Reisenden wissen.
ein Gesundheitsrisiko darstellen. Deshalb
arbeitet ISOS mit weltweit 76.000 medizinischen, logistischen und Sicherheitsdienstleistern zusammen und hat 32 eigene medizinische Einrichtungen. Es hat bei
Bedarf auch Adressen von Notfallpraxen
oder Psychologen. Ist eine Behandlung
vor Ort nicht möglich oder ratsam, empfiehlt es ein Krankenhaus. ISOS kümmert
sich darum, dass der Mitarbeiter dorthin
transportiert wird und stellt eine Begleitperson. Auf Wunsch spricht ISOS auch mit
der Familie und organisiert Reisen von Angehörigen zum Behandlungsort.
Auch Mitarbeiter mit chronischen
Krankheiten bekommen Unterstützung.
Wer zum Beispiel ein Medikament regelmäßig braucht, sollte das im Vorfeld mit
den Beratern von ISOS besprechen und
prüfen lassen, ob das Präparat im Ausland
verfügbar ist. „Wir empfehlen allen Kollegen, die ins Ausland reisen, sich von ISOS
beraten zu lassen“, sagt Andrea Meergans,
denn: „Gute Vorbereitung ist alles.“
Warum spielt das Thema Gesundheit
eine so große Rolle?
Weil die medizinische Versorgung
nicht überall gleich ist. Was im
Heimatland eine Bagatelle ist, kann
sich anderswo zu einem Problem auswachsen – egal, ob Unfall oder Krankheit. Durch unsere Ärzte in den Assistance Centern können wir eine
persönliche medizinische Risikobewertung vornehmen und mit adäquaten
Ratschlägen zur Seite stehen.
Sie sind per TravelTracker in der Lage
herauszufinden, wo sich jemand
befindet. Wie steht es um die Privatsphäre der Reisenden?
Die bleibt stets gewahrt. Wir verfügen
nur über statische Daten. Das heißt,
wir können sagen, wer wo und wann
sein sollte. Diese Daten dienen der
Unterstützung des Reisenden, um ihn
mit Informationen zu versorgen. Eine
Überwachung findet nicht statt.
8
ARBEITEN
WORKING / TRAVAILLER / TRABAJAR / TRABALHAR
SCOOP 4/2013
Tschechien wird von Mittelgebirgen umrahmt, wie hier
vom Jeschkengebirge.
EIN WINTERMÄRCHEN
Wer weißen Winter liebt, kommt in Tschechien auf
seine Kosten. In den Skigebieten geht es hoch her.
Abseits der Pisten bestenfalls nicht. Dafür sorgen
Kollegen von K+S Tschechien mit Auftausalz.
VON CHRISTIN BERNHARDT
V
on Schnee keine Spur“, sagt Miroslav Krejci mit einem Blick aus
seinem Prager Bürofenster. Stattdessen schimmern die Sandsteintürme
und Fassaden im Licht der tief stehenden Novembersonne in goldenen Farbtönen. Die Frage, warum Prag „Die Goldene Stadt“ genannt wird, erübrigt sich
bei diesem Anblick. Obwohl die winterlich weiße Pracht in Prag noch auf sich
warten lässt und auch die angrenzenden
Gebirgsregionen „bisher nur ein wenig
gezuckert sind“ – wie Krejci es ausdrückt
– herrscht im Büro bei K+S Czech Republic
in Prag ebenso wie im 250 Kilometer östlich gelegenen Standort Olomouc bereits
seit Wochen Hochbetrieb. Denn: „Der
tschechische Winter kommt meist über
Nacht, und das auch gerne mit Macht“,
weiß Krejci aus Erfahrung. Und was er
weiß, wissen auch die Verantwortlichen
der Autobahnen- und Straßenmeisterei-
en, der Kommunen und Gemeinden. Sie
alle bereiten sich seit Wochen auf den nahenden Winter vor. Seit 22 Jahren leitet
Krejci den Vertrieb von Salz in Tschechien.
In dieser Zeit ist in seinem Geburtsland
viel passiert. An den Wintern selbst habe
sich nicht viel verändert. Ähnlich wie zum
Beispiel in Bayern mit häufigen und teils
starken Schneefällen bis ins Flachland.
„Da liegt der Schnee auch in den Ebenen nicht selten 40 Zentimeter hoch. In
den Bergen sind zwei Meter Schnee keine Seltenheit“, sagt der in Prag geborene Ökonom.
Und Tschechien ist an Bergen reich. Das
Land mit einer Gesamtfläche von knapp
80.000 Quadratkilometern wird in allen
vier Himmelsrichtungen von Mittelgebirgen
umrahmt: Das Riesengebirge, das Erzgebirge, der Böhmerwald, das Iser- und das Altvatergebirge sind dabei nur einige. Neben
den Gebirgen gibt es Hügellandschaften
und Ebenen mit tiefen Wäldern und scheinbar endlosen Feldern. Dazwischen machen
es sich Ortschaften gemütlich. Nicht nur
im Winter nahezu so idyllisch wie in dem
weltbekannten tschechischen Märchenfilm
„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“.
Ein Land im Wandel
Bahn frei für winterliche
Großereignisse wie
Weltcup & Co.
Doch die zum Teil noch immer so ursprüngliche böhmische Landschaft ist
nur eine Seite Tschechiens. Denn das Land
befindet sich im Wandel. Nach dem Ende
9
SCOOP 4/2013
Fotos: Jan Strakoš/CzechTourism (2), Vova Pomortzeff/dpa Picture Alliance | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
In der Region Liberec
fand 2013 der Weltcup
im Skilanglauf statt. K+S
beliefert die Region seit
Jahren mit Auftausalz.
Liberec
Prag
TSCHECHIEN
Olomouc
Zwei, die
zusammengehören
Seit dem 1. November 2013 firmieren K+S CZ (Prag) und der 2012
akquirierte Verarbeitungsstandort
Solné Mlýny (Olomouc) unter dem
gemeinsamen Namen K+S Czech
Republic. Durch die Bündelung
der Vertriebs- und Supply-ChainProzesse werden Effizienz und
Kundenorientierung optimiert, um
die Marktposition im Salzgeschäft
in Tschechien sowie den südosteuropäischen Exportmärkten
weiter auszubauen.
der sozialistischen Ära ist nicht nur das
Bruttoinlandsprodukt jährlich kräftig angestiegen, sondern auch die Infrastruktur
rasant gewachsen. Die Größe des tschechischen Autobahnnetzes hat sich seit
1989 auf über 1.050 Kilometer verdoppelt. Zugleich sind auch die Anforderungen an die Straßensicherheit im Winter
enorm gestiegen, denn es gibt nicht nur
viel mehr Verkehr, sondern es wird auch
schneller gefahren. Das erfordert einen
intensiveren Einsatz von Auftausalz. Dass
der Winterdienst rechtzeitig und ausreichend versorgt ist, darum kümmert sich
Miroslaw Krejci gemeinsam mit seinen
Kollegen in Prag sowie in Olomouc. Und
das nicht nur in Rekordwintern, wie zum
Beispiel 2010. Seit 1993 verzeichnet Krejci stabile Lieferungen an die Autobahnmeistereien, Kommunen und nicht zu-
letzt auch an die stark frequentierten
Skiregionen.
In der Region Liberec am Isergebirge
in Nordböhmen haben 2009 die Skiweltmeisterschaft und 2013 ein Weltcup im
Skilanglauf stattgefunden. „Solche Großveranstaltungen wären ohne eine gute
Transportinfrastruktur und einen effizienten Winterdienst gar nicht zu stemmen“,
sagt Krejci, der – wie viele seiner Landsleute – nicht nur selbst ein begeisterter Skifahrer ist: Seine Tochter hat im Jahr
2010 sogar erfolgreich am Weltpokal im Snowboarden teilgeMiroslav Krejci ist
gebürtiger Prager. Seit
22 Jahren leitet der studierte
Ökonom das Salzgeschäft
von K+S in Tschechien.
nommen. Er selbst stelle sich allerdings
nicht mehr aufs Board: „Ich gestehe, dass
ich inzwischen auch auf den Pisten eine
langsamere Gangart bevorzuge.“
Diese leistet er sich aber nur in seiner
Freizeit. Die Atmosphäre im Büro mit „emsiger Betriebsamkeit“ zu umschreiben,
wäre eine Untertreibung. Kein Wunder,
denn die Anforderungen sind hoch und
seit einiger Zeit noch deutlich gestiegen.
Der Grund: „K+S verfügte in Tschechien zwar schon seit Jahrzehnten über einen hohen Marktanteil, doch erst in letzter Zeit
haben wir diesen sowie unseren Lieferradius in angrenzende Länder wie die Slowakei und
Österreich stark ausgebaut“,
sagt Matthias Stamm,
WEITER AUF SEITE 10
»
10 ARBEITEN
WORKING / TRAVAILLER / TRABAJAR / TRABALHAR
Überall da sein, wo Winter ist
SCOOP 4/2013
DER WINTERSTABILITÄTS-FAKTOR
wird auf Basis der
minmimalen und maximalen
Absatzzahlen für Auftausalz
in Regionen mit stabilem
Marktanteil berechnet. Je
höher der Faktor, desto
schwankender der Absatz.
Im witterungsabhängigen Auftausalzgeschäft
sorgen Regionen mit relativ stabilen Wintern – wie
Tschechien – für eine Grundauslastung der Werke.
3,0-3,4
2,3
2,6
Absatzentwicklung
5,7
5,2
3,5
5,6
2003
2005
2007
2009
2011
ABSATZ FÜR AUFTAUSALZ
2013
HS
CZ
Wachsende Infrastruktur in
Kombination mit stabilen Wintern
sorgen für steigenden Absatz in
Tschechien.
600
Entwicklung der Netzlänge der Autobahnen in
Tschechien von 1999 bis 2010 (in Kilometer)
INFRASTRUKTUR
400
200
0
1999
»
2000
2001
2002
Leiter Marketing Auftausalz bei der esco
in Hannover und Geschäftsführer deutscher Straßen-Dienst GmbH.
Logistische Vorteile
Eine Schlüsselrolle für diese Entwicklung
spielt der jüngste Zuwachs in der K+S-Familie – der Standort Olomouc. Der brachte
nicht nur Vorteile für Logistik und Transportkosten – beispielsweise durch Lieferungen per Zug –, sondern auch Zugang
zu Vermahlungs-, Konfektionierungs- und
Absackkapazitäten. Eine nicht zu unterschätzende Bedeutung haben aber auch
die Lagerkapazitäten von 30.000 Tonnen,
die Olomouc bietet: „Wenn wir diese extern anmieten müssten, würde sich unsere Kostenkalkulation äußerst schwierig
2003
2004
2005
gestalten“, so Stamm. Denn: „Das
Auftausalzgeschäft ist und bleibt
nun mal ein extremes Mengengeschäft. Ohne ausreichende
Lagerkapazitäten sieht jeder
Produzent alt aus.“
Dank Olomouc und der
Zusammenarbeit zwischen
den Standorten in Deutschland und Tschechien ist es
gelungen, die Marktposition in Osteuropa deutlich
zu stärken. „Das war und ist
unser Ziel im Geschäftsbereich Salz“, sagt Stamm. Denn
während die westeuropäische
Märkte im Auftausalzbereich
wegen des steigenden Ver-
2006
2007
2008
2009
2010
„Dank unseres
Standorts
Olomouc konnten
wir die weitere
Marktausdehnung
nach Osteuropa
vorantreiben.“
Matthias Stamm, esco
kehrsaufkommens moderat wachsen, das Verkehrsnetz aber nur punktuell
ausgebaut wird, wächst in
Osteuropa die Verkehrsinfrastruktur deutlich.
Das Autobahn- und
Schnellstraßennetz in
Tschechien hat sich in
den letzten Jahres
extrem vergrößert.
Das steigert den
Absatz für Auftausalz
entscheidend.
Natürlich bliebe das witterungsabhängige
Auftausalzgeschäft volatil. Denn: „Selbst
wenn in Osteuropa noch so viele Straßen
gebaut werden: Wenn es nicht schneit,
wird auch kein Salz gebraucht.“ Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern
wie zum Beispiel den Beneluxstaaten hat
Tschechien allerdings recht stabile und
kalte Winter (siehe Infografik).
Wann er in diesem Jahr einbricht, ist
immer noch die Frage. Über der goldenen Stadt Prag treibt inzwischen ein kräftiger Wind verdächtig dunkle Wolken vor
sich her. Miroslav Krejci blickt mit Kennermine aus dem Fenster seines Büros und
lächelt wissend: „Ich sage es ja, der Winter in Tschechien kommt über Nacht und
dann mit Macht.“
Fotos: Shutterstock, Michael Löwa | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
2001
11
SCOOP 4/2013
NEUE CHANCEN FÜR
DIE MITARBEITER
Die erste Mitarbeiterumfrage hat gezeigt: Die Belegschaft wünscht sich
mehr Transparenz in der Personalentwicklung. Scoop stellt den Prozess des
Talentmanagements und die geplanten Verbesserungen vor.
VON STINA BEBENROTH
Grafik: KircherBurkhardt Infografik
W
as kann ich erreichen? Wird
mein Können anerkannt? Habe
ich Aufstiegschancen? Fragen
wie diese stellen sich viele Mitarbeiter im
Laufe ihres Arbeitslebens. Dass die Antworten darauf bei K+S in der Vergangenheit zum Teil nicht ausreichten, haben die
Ergebnisse der Mitarbeiterumfrage 2012
gezeigt. Rund die Hälfte der Befragten
sagte, dass sie sich mehr Transparenz bei
ihren eigenen Entwicklungsmöglichkeiten
wünscht. In etwa genauso viele Beschäftigte machten klar, dass sie zu wenig über
die Prozesse zur strategischen Personalentwicklung bei K+S wissen. Das klare
Signal: Hier besteht Handlungsbedarf.
„Uns war es wichtig, dieses Signal ernst zu
nehmen und Instrumente zur Verfügung
zu stellen, durch die Mitarbeiter ihre Karriere bei K+S noch aktiver gestalten können“, sagt Personalvorstand Dr. Thomas
Nöcker. Aus diesem Grund hat der Vorstand die Personalentwicklung als eines
von zwei globalen Handlungsfeldern definiert. Daher wird derzeit an einer Verbesserung der Strukturen gearbeitet. Künftig
sollen die Mitarbeiter durch mehr Transparenz und einen intensiveren Austausch
über ihre eigenen Möglichkeiten informiert werden. „Es soll für die Mitarbeiter
in allen beruflichen Phasen klar sein, welche Anforderungen bestehen und welche
Chancen K+S bietet“, so Nöcker. Das entspricht nicht nur den Bedürfnissen der
Mitarbeiter, sondern nutzt auch dem Unternehmen. Denn: Im Hinblick auf den demografischen Wandel ist es für K+S unerlässlich, Mitarbeiter zu fördern und auch
langfristig zu binden.
Einschätzung und Beurteilung
Talentmanagement und Potenzialförderung nennen die Kollegen aus dem Bereich
Personal den Prozess, in dem analysiert
wird, welche Mitarbeiter geeignet sind,
um künftig weiterführende Funktionen
zu übernehmen. Vordergründiges Ziel ist
zum einen, Mitarbei- WEITER AUF SEITE 12
»
12 ARBEITEN
WORKING / TRAVAILLER / TRABAJAR / TRABALHAR
SCOOP 4/2013
DER TALENTMANAGEMENT
PROZESS BEI K+S
GB-/HOLDING-RUNDEN Geschäftsführer und Personalleiter entscheiden
über die Potenzialeinschätzung der
Mitarbeiter aus dem FK IV. Über die
Potenzialeinschätzung von Mitarbeitern des FK II und III wird diskutiert, die Vorschläge werden an das
nächsthöhere Gremium gegeben.
VORBEREITUNG Die Personalabteilung der jeweiligen Standorte
bereitet die Personalrunden vor. Sie
erstellt Listen der Potenzial- und
Leistungseinschätzung von allen
außertariflichen Mitarbeitern. Diese
sind bei K+S in vier Fach- und Führungskreisen (FK I-IV) organisiert.
VORBEREITUNG Die Führungskräfte/
das Management machen einen
Vorschlag zur Potenzial- und Leistungsbeurteilung der Mitarbeiter aus dem
FK II-IV. Dieser wird in den Personalrunden diskutiert.
»
terpotenziale innerhalb von K+S frühzeitig
zu identifizieren, betreffende Mitarbeiter
zu fördern und ihnen Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen. Zum anderen kann
hierdurch auch eine langfristige Nachfolgeplanung sichergestellt werden. So stehen bei frei werdenden Stellen ausreichend interne qualifizierte Mitarbeiter zur
Verfügung um diese zu besetzen.
Am Anfang des Prozesses steht die Beurteilung durch die Führungskräfte, beziehungsweise das Management. Diese
nehmen eine Einschätzung zum Potenzial und der Leistung des Mitarbeiters vor
und leiten sie an die Personalmitarbeiter des jeweiligen Standorts weiter. Dort
werden die Vorschläge gesammelt und für
die anschließenden Personalrunden aufbereitet. In diesen diskutieren daraufhin
– je nach Fach- und Führungskreis – die
Standortleiter, Geschäftsführer und der
Vorstand die Potenzial- und Leistungseinschätzung der Mitarbeiter und treffen
Entscheidungen, wer für weiterführende
Positionen geeignet ist (siehe Infografik).
Dieser Vorgang garantiert, dass neben der
» Es soll für die Mitarbeiter in
allen beruflichen Phasen klar
sein, welche Anforderungen
bestehen und welche
Chancen K+S bietet. «
Dr. Thomas Nöcker, Personalvorstand
Beurteilung der Führungskräfte auch andere Perspektiven in die abschließende
Bewertung einfließen.
Aktiver Austausch
In Zukunft soll der Prozess die Mitarbeiter noch aktiver miteinbeziehen. Es
ist geplant, den Rahmen des Jahresgesprächs auszuweiten und so einen
gemeinsamen Austausch zwischen
Mitarbeiter und Vorgesetzten über
Karriereziele, Fähigkeiten und Potenziale zu ermöglichen. Das gilt zunächst
für alle außertariflichen Mitarbeiter
(AT) weltweit. „Wir wollen die Veränderungen Schritt für Schritt einführen“, sagt Ingo Werthmann, Leiter
Personal Strategie. „Wir starten zunächst
bei den AT-Mitarbeitern, doch in Zukunft
werden alle Mitarbeiter durch gezielte
Instrumente ihre Karriere aktiver gestalten können.“ Alle Beschäftigten bei K+S
sollen mehr Möglichkeiten bekommen,
ihre eigenen Karriereziele zu definieren
und eine Rückmeldung zu ihrem Potenzial zu erhalten. Auch bei der Planung
möglicher Entwicklungsmaßnahmen
werden sie eingebunden.
Die Einführung der erneuerten
Strukturen ist für Mitte des kommenden Jahres geplant. Zusätzlich können Seminare und Sprachkenntnisse,
die neu erworben werden, innerhalb
eines Biografieverwaltungssystems
im Portal laufend aktualisiert werden und sind dann für den Vorgesetzten inklusive des Vorstands
sichtbar. Darüber hinaus wird der
interne Stellenmarkt weiter ausgebaut und verbessert. Künftig werden beispielsweise alle gruppenweiten Stellenangebote gemeinsam im
Portal sichtbar sein.
Fotos: Markus Hintzen | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
STANDORT-PERSONALRUNDEN Das Management
am Standort diskutiert die
Potenzialeinschätzung der
Mitarbeiter aus den FK II,
III und IV. Bei Zustimmung
gehen die Vorschläge an das
nächsthöhere Gremium.
13
SCOOP 4/2013
PERSONALKOMMISSION
Die Geschäftsführer der beiden
GBs Salz und Kali sowie Vertreter
der Holding entscheiden über die
Potenzialeinschätzung für Mitarbeiter des FK III. Besprechung
der Potenziale im FK II.
PERSONALKONFERENZ Vorstand
und Personalleiter Holding entscheiden über die Potenzialeinschätzung
von Mitarbeitern im FK II.
FEEDBACK Die Führungskräfte/das Management
bekommen die Rückmeldung zum abschließenden
Ergebnis der Beurteilung
des Mitarbeiters.
MASSNAHMEN Sinnvolle
und zielführende Entwicklungsmaßnahmen für
den Mitarbeiter werden
angestoßen. Beispiele sind
Projekte mit mehr Verantwortung oder Weiterbildungen.
Noch Fragen?
Die meist gestellten Fragen
und ihre Antworten auf
einen Blick.
Wie können sich die
Mitarbeiter aktiv in den
Prozess einbringen?
Im Jahresgespräch hat jeder
AT-Mitarbeiter die Möglichkeit, konkrete Fragen zu den
eigenen Entwicklungsmöglichkeiten zu stellen. Wer
bereits im Vorfeld Projekte
mit mehr Verantwortung
übernimmt, kann das
vorhandene Potenzial und
die eigene Leistungsbereitschaft deutlich machen.
Wie wird das Potenzial der
Mitarbeiter in den Personalrunden diskutiert?
Es wird beurteilt, ob ein Mitarbeiter das Potenzial und
Leistungsvermögen besitzt,
um zukünftig weiterführende
Positionen bei K+S einzunehmen. Die Einschätzung der
Leistung bewertet, in welchem Ausmaß der Mitarbeiter die an seine Rolle gestellten Erwartungen im
vergangenen Jahr erfüllt hat.
Die Potenzialbeurteilung richtet sich nach den gezeigten
Fähigkeiten des Mitarbeiters,
z.B. mit komplexen und herausfordernden Situationen
umzugehen sowie seiner Motivation sich fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
Gibt es den Talentmanagementprozess in der gesamten K+S Gruppe?
Mit einigen wenigen Unterschieden ist der Prozess in allen Gesellschaften und an allen Standorten von K+S
identisch. Von den geplanten
Veränderungen sollen Mitarbeiter aller Geschäftsbereiche
und der Holding profitieren.
Wie bekommen die Mitarbeiter Feedback zu ihrer Einschätzung?
Der Prozess, so wie er heute
strukturiert ist, sieht bisher
keine Möglichkeit vor, den
Mitarbeitern eine Rückmeldung zu geben. Nach Berücksichtigung der Ergebnisse der
Mitarbeiterumfrage soll sich
das im kommenden Jahr entscheidend verändern. Dann
wird das Jahresgespräch als
wichtiger Knotenpunkt die
Gelegenheit für einen Austausch zwischen Mitarbeiter
und Vorgesetzten bieten, in
dem auch ein Feedback zur
abschließenden Beurteilung
gegeben wird.
14 LEBEN
LIVING / VIVRE / VIVIR / VIVER
MIT SCHIRM,
CHARME UND
SALZDOSE
100 Jahre und keine einzige Falte – das Umbrella
Girl feiert Geburtstag. Das berühmte Logo von
Morton Salt hat einiges erlebt und ist in den USA
viel mehr als eine Markenbotschafterin.
S
ie ist die eine, die eine und sonst keine. Oder eben: „She‘s Still the One“.
Die Rede ist vom Umbrella Girl. Im
Jahr 2014 feiert das Logo der US-amerikanischen K+S Tochter Morton Salt hundertjährigen Geburtstag. Vom Morton
Salt Management Team persönlich ausgewählt, ziert sie auch heute noch die
Produkte des traditionellen Salzherstellers. Dabei ist sie mittlerweile viel mehr
als nur das Gesicht des allzeit fein rieselnden Speisesalzes. Fast jeder US-Amerikaner kennt das Bild vom kleinen Mädchen
mit dem Regenschirm, das Umbrella Girl
ist ein wichtiger Teil der amerikanischen
Kultur. Ob an Halloween oder auf Mottopartys: Fast immer taucht eine Frau im
gelben Kleidchen mit einem Schirm in der
Hand und einer Morton Salt Dose unter
dem Arm auf. Sogar die Modebibel Vogue hat vor einigen Jahren ein Umbrella GirlFotoshooting abgehalten.
Von den Anfängen bis
ins neue Jahrtausend
Einen solchen Einfluss hätte sich Sterling Morton, Geschäftsführer von Morton
Salt und Sohn des Firmengründers, im Jahr 1914 nicht
träumen lassen. Er spiel-
te eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, das neue Speisesalz mit dem Bild
des kleinen Mädchens zu vermarkten.
Nur wenige Jahre zuvor war es dem Unternehmen gelungen, ein innovatives Produkt mit Rieselhilfe zu entwickeln, mit der
Salz auch in Verbindung mit Feuchtigkeit nicht verklumpte. Für die Markteinführung wurde eine Reihe von Anzeigen
in einem der auflagenstärksten Frauenmagazine der USA, Good Housekeeping,
geschaltet. Darin hatte das Umbrella Girl
seinen ersten großen Auftritt. Für Sterling
Morton vermittelte sie dabei genau die
richtige Botschaft: „Das Bild erzählt auf
charmante Weise das Wichtigste über unser Produkt: Die Besonderheit, dass unser
Salz auch bei nassem Wetter fein rieselt,
statt zu klumpen.“
Während die Welt sich
seitdem weiterdrehte, blieb
das Mädchen mit dem Regenschirm eine Konstante, die Generationen begleitete und dabei offenbar
kein bisschen gealtert ist.
Denn: Sie ging stets mit der
Zeit. Insgesamt fünf Mal
wechselte sie Kleidung, Frisur und Stil. Der emotionalen Bindung zwischen dem
Logo und den Kunden hat
TÄUSCHEND
ECHT
Morton Salt-Mitarbeiterin Marne
Turner verkleidete
sich als eine perfekte Kopie des
Umbrella Girls.
15
SCOOP 4/2013
Das Umbrella Girl im Wandel der Zeiten
Zum ersten Mal erschien das kleine Mädchen mit dem Schirm im Jahr 1914 auf der Verpackung
des Speisesalzes von Morton Salt. Kleidung, Frisur, Gesichtsausdruck und Körperhaltung haben sich
immer wieder dem Zeitgeist angepasst, der unverwechselbare Charakter aber ist geblieben.
1914
1921
1933
1941
1956
1968
Das Morton Salt Girl
hat seinen ersten
großen Auftritt und
macht von Anfang
an alles richtig.
Noch steht es, statt
zu gehen.
Das Mädchen
macht seine
ersten selbstbewussten Schritte,
und aus blonden
Locken wird ein
brauner Bubikopf.
Die Frisur der
Schauspielerin
Shirley Temple ist
der letzte Schrei
und steht auch
dem Umbrella Girl
hervorragend.
Zum ersten Mal
trägt das Mädchen
ein sonnengelbes
Kleid, dazu passen
Söckchen, Löckchen und auch das
Lächeln.
Grübchen und
Puffärmel schwinden, das Köpfchen
neigt sich kokett
zur Seite, und der
Schirm wird so
gelb wie das Kleid.
Die Frisur passt
sich der Mode an,
auf Socken wird
verzichtet, und der
Gesichtsausdruck
wechselt von kokett zu verträumt.
es nicht geschadet, denn das Mädchen
hat in all den Jahren nichts an Vertrautheit oder gar Beliebtheit eingebüßt. „Für
viele unserer Kunden ist das Umbrella Girl
mehr als eine Markenbotschafterin. Das
Mädchen erinnert sie an eine geliebte
Person wie die eigene Tochter, Schwester
oder Nichte“, sagt Arnie Sline, Warehouse
Analyst bei Morton Salt. „Wir bekommen
oft Briefe von Kunden, die danach fragen,
wer das echte Umbrella Girl war“, so Sline.
Doch auch wenn die kleine Schirmträgerin ein echtes Original ist und keiner realen Person nachempfunden wurde, ändert
das nichts daran, dass sie unzähligen Menschen vertraut ist. „Ich verbinde mit dem
Morton Salt Girl glückliche Kindheitstage
Fotos: Saveiro Truglia/Redux (5), K+S AG(8)
„When It Rains
It Pours®“
Im Jahr 2014 feiert nicht nur das Umbrella Girl 100. Geburtstag, sondern
auch der erste Slogan des Unternehmens, „When It Rains It Pours®“. Zusammen mit dem kleinen Mädchen
erschien dieser Satz 1914 erstmals auf
Verpackungen und in Werbeanzeigen.
Er drückt aus, was Morton Salt gelungen war: ein Salz zu liefern, das dank
einer Rieselhilfe auch bei Feuchtigkeit
nicht klumpt. Die Inspiration zum Slogan brachte das Sprichwort „It never
rains but it pours“, das der deutschen
Redewendung „Ein Unglück kommt
selten allein“ entspricht. Dieses wurde
positiv abgewandelt zu: „When It
Rains It Pours®“, was auf Deutsch
bedeutet: „Rieselt auch bei Regen.“
» Für viele unserer
Kunden ist das Umbrella
Girl mehr als eine
Markenbotschafterin. Das
Mädchen erinnert sie an
eine geliebte Person, wie
die eigene Tochter,
Schwester oder Nichte. «
mit meiner Mutter und Großmutter beim
Kochen und Backen“, erzählt Kathy Jackson, eine Krankenschwester aus Chicago.
Und auch für meine Tochter steht das Umbrella Girl für Geborgenheit.“
Kathy und ihre Tochter sind keine Ausnahme: Das Umbrella Girl ist eines der bekanntesten Kultsymbole der Welt. „Nahezu jeder in den USA erkennt es. Selbst
dann, wenn es ganz ohne Salzdose oder
den Namen Morton Salt erscheint“, erzählt Sline. Die Bekanntheit hat sich durch
die Aktivitäten von Morton Salt in sozialen Netzwerken wie Facebook und Co. in
den vergangenen Jahren noch vergrößert.
„Fans unserer Marke laden regelmäßig Fotos auf unserer Website hoch, auf denen
sie als Umbrella Girl zu sehen sind. Das
macht Morton Salt einem noch größeren
Publikum bekannt“, sagt Social and Digital Manager Harrison Dobe. Mittlerweile
hat das Unternehmen rund 85.000 Freun-
Das Umbrella
Girl zu Besuch
de bei Facebook. Dass es im vergangenen
Jahr in den USA zu einer der zehn wichtigsten weiblichen Werbeikonen aller Zeiten gewählt wurde, hat Fans und Morton
Salt-Mitarbeiter deshalb zwar nicht überrascht, aber umso mehr gefreut.
Ein Jahr lang Geburtstag
Das Umbrella Girl ist aus dem Leben der
Amerikaner nicht wegzudenken. Deshalb
feiert Morton Salt 2014 ein Jahr lang seinen 100. Geburtstag, mit vielen Aktionen und Veranstaltungen. Doch allem
Jubel, Trubel und Fangeschrei, das Morton Salt Girl bleibt, was es ist: Die eine,
die eine und sonst keine. Eben: „She‘s Still
the One.“
Da schaut sogar der Chef
auf: Marne Turner mit
Morton Salt-Geschäftsführer Christian
Herrmann
Alle lieben die kleine
Schirmträgerin: Zur Einstimmung
auf das Geburtstagsjahr 2014
überraschte Morton Salt
Mitarbeiterin Marne Turner ihre
Kollegen in der Firmenzentrale in
Chicago.
Geballte Frauenpower:
Melissa Hadley, Linda
Hetz, Kim Shelby und
Betsey Nohe (v. l.)
freuen sich über den ungewöhnlichen Besuch.
Ein Schirm für zwei:
Harrison Dobe
mit Marne Turner.
Abwechslung vom
Büroalltag: das
Umbrella Girl mit
Earl Thorne.
16 LEBEN
LIVING / VIVRE / VIVIR / VIVER
SCOOP 4/2013
DA LACHT DER LACHS
Die wasserreiche Region rund um Puerto Varas im Süden Chiles
bietet optimale Voraussetzungen für die Lachszucht.
Unverzichtbar dabei ist hochreines Salz aus der Atacama-Wüste.
G
letscherseen, Fjorde und Flüsse
prägen die Landschaft der chilenischen Region de Los Lagos.
Rund 1.000 Kilometer südlich von Santiago liegt das wasserreiche Gebiet mit seinen schneebedeckten Vulkanen und dem
kühlen Regenwald. Es bietet perfekte Bedingungen für die Lachsproduktion und so
ist Chile nach Norwegen der zweitgrößte
Lachsproduzent der Welt. Doch was haben Lachse mit K+S zu tun? „Eine ganze
Menge“, sagt Alvaro Loaiza, der als Experte für Aquakultur für K+S Chile 180 Lachszüchter betreut. Denn: „Die Fische brau-
chen Salz, um sich gesund zu entwickeln.“
Und das Salz kommt von K+S. 30 Prozent
des in Chile verbrauchten und in der Atacama-Wüste gewonnenen Industriesalzes
wird per Schiff vom Norden Chiles nach
Puerto Montt transportiert und geht in
die chilenische Lachsindustrie. „Wenn
die Fische regelmäßig in Salzwasser baden, schützt sie dies vor Krankheitsbefall
durch Pilze und Bakterien“, erklärt Alvaro
Loaiza. In Chile ist die Wassertemperatur
durchschnittlich etwa elf Grad höher als
beispielsweise in Norwegen oder Kanada. Sowohl dies als auch die mit intensi-
Der Lachs ist einer der wenigen
Fische, der sich je nach
Lebensphase an Süß- oder
Salzwasser anpasst.
LACHS
Im salzigen Meerwasser
erreicht der Lachs seine
volle Größe. Ein
ausgewachsener Lachs
wiegt bis zu fünf Kilo.
SMOLT
Zehn Monate braucht der
Lachs, um sich zum Smolt
zu entwickeln. Dann ist
sein Organismus bereit
für das Meerwasser.
Der Vulkan Osorno in
der südchilenischen
Región de los Lagos
ver Fischzucht verbundenen Bedingungen
wie das an organischen Substanzen reiche
Wasser begünstigen die Entwicklung von
Keimen in den Aquakulturen. „Regelmäßige Bäder in Solelösung wirken nicht nur
vorbeugend, sondern sogar heilend“, erklärt Loaiza. Er ist direkter Ansprechpartner für die Lachszüchter in allen Fragen
rund um die Sole. Sein Gebiet erstreckt
sich über 50.000 Quadratkilometer. Entsprechend verbringt Loaiza viel Zeit auf
chilenischen Straßen. Heute ist er auf dem
Weg zu einem seiner größten Kunden. Camanchaca heißt der Lachsproduzent, benannt nach dem typischen Nebel, der im
Norden Chiles, wo das Unternehmen seine Wurzeln hat, vom Meer aufsteigt. Heute betreibt Camanchaca unter anderem
Aquakulturen am Ufer des Sees Llanquihué, an sattgrünen Kuhweiden und uralten Eichen, Ulmen und Lorbeerbäumen.
Loaiza besucht die Farm mindestens
ein Mal im Monat, zusätzlich zu den wöchentlichen Telefonaten. Der regelmäßige
Kontakt zum Kunden ist ihm mindestens
genauso wichtig wie sein Fachwissen, das
er ständig auf den neuesten Stand bringt.
„Lachse sind Fische, die sich je nach Lebensphase sowohl an Süß- als auch
an Salzwasser anpassen“, erklärt Loaiza. „Nach etwa zehn Monaten – je nach
Temperatur und anderen Umweltfaktoren – hat sich der Organismus der Fische
so umgewandelt, dass er sich an die höheren Salzkonzentrationen im Meerwasser
anpasst. Der Lachs heißt dann Smolt und
den Prozess der Umwandlung nennen wir
Smoltifikation.“
Von süß auf salzig
Doch wie verläuft so ein Lachsleben jenseits der freien Wildbahn mit regelmäßigen Solebädern? Ein Besuch bei Caman-
17
Gesunde Fische im
Wasser – dank der
Salzbäder von K+S
CHILE
Das regelmäßige Baden in Sole
schützt Lachse in Aquakulturen vor
schädlichen Bakterien, Keimen und
Erregern und macht die Verwendung
aggressiver Chemikalien überflüssig.
Eigens für die Lachsindustrie hat K+S
hierzu ein System entwickelt und
patentieren lassen. Alvaro Loaiza,
Experte für Aquakultur bei K+S Chile,
hat bei der Entwicklung des Systems
mitgewirkt: Hochreines Salz wird in
einem 30-Kubikmeter-Tank aus
Fiberglas (Bild unten) zu Sole
aufgelöst und mittels elektronischer
Sensoren in die Pools gepumpt.
Puerto
Varas
Juan Pablo Andaur
ist Ingenieur für
Aquakultur. Er
kontrolliert die
optimale
Versorgung der
Lachse in den
Pools.
Alvaro Loaiza, K+S Chile, (Bild oben)
kennt sich aus mit Salz und Lachs.
chaca soll diese Fragen beantworten. Die
Farm liegt vor grandioser Naturkulisse am
Fuße des Vulkans Ossorno auf einem über
1000 Hektar großen Areal. Wer über die
blitzblank gereinigten Fließen die Produktionshalle betritt, muss Schutzkleidung
und Gummistiefel tragen. „Sauberkeit ist
hier das A und O“, sagt Juan Pablo Andaur,
während er die Stiefel vor Betreten der
Halle in einen Eimer mit Desinfektionsmittel taucht und auch die Hände desinfiziert. Andaur ist Ingenieur für Aquakultur
bei Camanchaca und zuständig für die gesunde Aufzucht von jährlich 14 Millionen
Lachsen. „Ich kann gar nicht sagen, wie oft
wir täglich dieses Reinigungsritual vollziehen. Es gehört zu unserem Alltag wie das
Amen in die Kirche.“
In der Halle ist es kühl und dämmrig.
Aus zahllosen Pools plätschert, rauscht
und gurgelt es. An den Wänden schimmern Lichtreflexe von der Wasseroberfläche der Becken. Alle paar Sekunden
schnellt ein silbriger Fischkörper heraus
und verschwindet in hohem Bogen wieder im Becken. „Die Pools umfassen etwa
30 Kubikmeter Wasser. Trotzdem haben
wir einen extrem geringen Verbrauch,
denn wir recyceln 99,9 Prozent des Wassers durch mechanische und biologische
Filter“, erklärt Andaur.
Die optimale Temperatur des Wassers,
dessen Sauerstoffgehalt, die Menge und
Zusammensetzung des Futters und sogar
die perfekten Lichtverhältnisse werden
per Computer gesteuert. „In diesen Becken ziehen wir die Fische aus dem Laich
heran, bis sie nach rund sechs Monaten
etwa 30 Gramm wiegen. Dann sind sie
bereit für die Pools auf dem Außengelände (Smoltifikation). Und von dort aus geht
es mit etwa vier Monaten in den Pazifik,
wo sie bis zur Schlachtreife gemästet werden“, sagt Juan Pablo Andaur. „Nach rund
eineinhalb Jahren sind unsere Lachse ausgewachsen. In der Natur kann das etwa
doppelt so lang dauern.“ Die Lebensbedingungen der Lachse in den Pools simulieren
die Verhältnisse der Natur, um eine optimale Aufzucht zu gewährleisten: „Ohne
das richtige Licht, die richtige Temperatur und andere günstige Bedingungen zu
jeder Tages- und Jahreszeit wachsen die
Fische nur langsam und entwickeln sich
nicht optimal.“
Licht, Luft und Sole
Auch die Futtervergabe werde den Jahreszeiten angepasst: „Im Sommer erhalten die Lachse rund um die Uhr Nahrung.
Im Winter hingegen nur an neun Stunden pro Tag. Das entspricht den natürlichen Gegebenheiten.“ Mindestens ebenso
wesentlich wie Licht und Nahrung seien
aber die regelmäßigen Solebäder für die
gesunde Entwicklung der Fische. Zur Demonstration geht es auf das Außengelände der Farm. In den zeltartigen, überdachten Pools kommen die Lachse ein Mal pro
Woche in den Genuss eines einstündigen
Solebades. Dazu wird die gesättigte Sole
(320 Gramm Salz pro Liter) aus dem eigens von K+S Chile entwickelten und patentierten Tank (siehe Infokasten) mit einem Salzgehalt von 1,5 bis 2 Prozent in die
Becken gepumpt. „Die Konzentration der
Sole richtet sich nach den jeweiligen Anforderungen“, erklärt Andaur. „Wir nutzen
sie seit etwa zwei Jahren. Seitdem hat sich
der Gesundheitszustand der Fische erheblich verbessert.“
Früher musste das Salz aus 20 oder 50
Kilogramm schweren Bigbags direkt in die
Becken gefüllt werden. „Das hat uns viel
Arbeitskraft, Schweiß und Zeit gekostet
und nicht zuletzt – wegen der Bigbags –
auch Abfall produziert.“ Dank der Sole aus
dem Tank sei dies Vergangenheit. Auch die
optimale Dosierung sei viel besser zu erreichen. Und: „Der Einsatz von Chemikalien zur Bekämpfung von Erregern und Keimen ist überflüssig. Die Fische erfreuen
sich bester Gesundheit.“
Außerdem unterstützen die Bäder die
sogenannte Smoltifikation, tragen also
dazu bei, dass sich der Organismus der Fische noch besser auf das Salzwasser im
Meer umstellt. Nach zehn Monaten sind
die Fische dann bestens vorbereitet, um
in See zu stechen. Lachs ahoi!
Fotos: F1-Online, Cristóbal Olivares (4), Thinkstock | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
Die Farm am Fuße des
Vulkans Osorno auf einem
1.000 Hektar großen Areal.
18 LEBEN
LIVING / VIVRE / VIVIR / VIVER
MEISTERHAFT
BOHREN MIT
KALIUMCHLORID
SCOOP 4/2013
BOHRKOPF
Er ist mit einem Meißel ausgestattet und frisst sich im Schutze eines
hohlen Bohrgestänges in die Tiefe.
Das K-Drill sorgt unter anderem
dafür, dass Bohrkopf und -gestänge geschmeidig bleiben.
Bevor Erdöl sprudeln kann, müssen sich riesige
Bohrer tief in die Erde fressen und einen Zugang zur
Quelle schaffen. Damit sie ganze Arbeit leisten, gibt
es eine spezielle Bohrlösung. Die perfekten Zutaten
stecken in einer Marke von K+S: K-Drill.
R
iesige Bohrmeißel fressen sich bis
zu 5000 Meter ins Gestein, um aus
der Tiefe das schwarze Gold zutage
zu fördern. Keine Frage, die Förderung von
Öl ist faszinierend. Und zudem eng mit
K+S verbunden. Schließlich liegt die Wiege der deutschen Erdölindustrie in einem
Kalischacht im Werratal. Denn dort stießen Bergleute im Jahr 1930 völlig unver-
Für viele Menschen ist
Oil Drilling ein
magischer Begriff.
mutet auf den begehrten Rohstoff. Doch
was hat K+S heute mit der Ölindustrie zu
tun? Die K+S KALI GmbH liefert ihr eine
ganz besondere Produktauswahl. Zum
Bohren wird eine Bohrspülung benötigt:
Sie transportiert das von den Bohrmeißeln
losgelöste Sediment nach oben, schmiert
Bohrkopf und -gestänge und sorgt für einen Druckausgleich zwischen Bohrloch
und durchstoßenem Gestein. Aber erst die
richtige Zusammensetzung der Lösung
garantiert ihre Wirksamkeit. „Die Unternehmen in der internationalen Ölindustrie sind sehr qualitätsbewusst“, sagt Marc
Gronemeier, Sales Manager der K+S KALI
GmbH. Für ihre Ansprüche liefert K+S passende Produkte. Seit 2012 bietet sie sehr
erfolgreich Kaliumchlorid (KCL) und Kaliumsulfat (K2SO4) aus deutschen Bergwerken unter dem Markennamen K-Drill
an. „Seitdem haben wir Geschäfte zurückgewonnen und neue Kunden überzeugt“,
sagt Enrique Tonagel, Leiter Industrie-
produkte bei der K+S KALI GmbH. Denn:
K-Drill ist in der Lage, Gesteinsschichten
zu stabilisieren und ein Einbrechen des
Bohrlochs zu verhindern. Das funktioniert,
indem Kaliumionen der Spüllösung die
Natrium- und Calciumionen im Ton ersetzen. Beim K-Drill C6 beträgt die Konzentration von KCL 96 Prozent, beim K-Drill C9
99 Prozent. Je nach Bodenbeschaffenheit
kann die Zusammensetzung der Bohrspüllösung variieren: Schafft die Lösung nicht
genug Bohrklein weg, bleiben die Meißel
stecken. Im ungünstigsten Fall verklemmt
das Bohrgestänge beim Herausziehen und
die gesamte Bohrung muss aufgegeben
werden. Ist die Lösung nicht schwer genug, um die Druckverhältnisse im Bohrloch auszugleichen oder stabilisiert ihre
chemische Zusammensetzung die Wände des Bohrlochs unzureichend, können
Öl und Gas eindringen und es droht Explosionsgefahr. Ganz ähnliche Herausforderungen gibt es auch im Bergbau.
Somit ist die Erfüllung der hohen Anforderungen an die zur Förderung eingesetzten Produkte für K+S selbstverständlich.
„Wir haben in diesem Jahr auf dem
amerikanischen Markt weitere namhafte Kunden gewonnen, die unsere Produkte bereits an anderen globalen Standorten erfolgreich einsetzen.
Außerdem beliefern wir mehrere lokal
operierende Firmen, die im Öl- und Gasgeschäft sehr aktiv sind“, sagt Kyle Mazza, Sales Manager K+S North America.
Und das Geschäft brummt: „Die Branche
wächst enorm. Dank unserer Rohstoffe
können wir den Trend entsprechend bedienen“, so Enrique Tonagel.
MUD ENGINEER
Das ist die Berufsbezeichnung für
einen Fachmann, der auf das Mixen
von Bohrschlamm spezialisiert ist. Er
ist bei jeder Erkundungsbohrung über
einem Gas- und Ölfeld anzutreffen.
19
SCOOP 4/2013
K-Drill – Helfer bei
Aufschlussbohrungen
Beim Bohren wird das herausgelöste
Sediment durch eine besondere
Lösung – den Bohrschlamm – als
sogenanntes Bohrklein aus dem
Bohrloch herausgespült. Ein
Bestandteil dieser Lösung ist
Kaliumchlorid.
Derrick
Abwasser
Bohrloch
Bohrhülse
BOHRGERÜST
Der Fachbegriff ist „Derrick“ und
kommt aus dem Englischen. Das
Bohrgerüst ist aus Stahl und hält
unter anderem den Bohrstrang.
Es hat die Form einer schlanken
Pyramide mit Seilrollen im Kopf
für das Hubwerk.
Bohrschlamm
Bohrgestänge
Stabilisierung
der Wand des
Bohrlochs
Ein Stoff, der die
Welt antreibt
Erdöl ist im Alltag allgegenwärtig,
und moderne Industriegesellschaften können ohne den Rohstoff nicht
auskommen. Die USA stehen mit ihrem Verbrauch weltweit an erster
Stelle und wollen bis 2025 zum größten Öl- und Gasproduzenten der
Welt aufsteigen. Erdöl ist Bestandteil für den Treibstoff von Verkehrsund Transportmitteln. Es steckt in
Kunststoffen, Farben, Medikamenten und Kosmetika.
Bohrmeißel
Schmierung des
Bohrkopfes
Abtransport des
Sediments
Foto: Getty Images; Grafik: KircherBurkhardt Infografik
Meißelschaft
20 LERNEN
LEARNING / APPRENDRE / APRENDER / APRENDER
WENIGER IST MEHR
Die K+S Gruppe will den eigenen Energiebedarf reduzieren und die
Energieeffizienz verbessern. Damit leistet sie einen Beitrag zum
Klimaschutz und steigert zugleich die eigene Wettbewerbsfähigkeit.
Deshalb hat K+S in Deutschland im Februar 2013 mit der Einführung
eines Energiemanagementsystems begonnen.
VON STINA BEBENROTH
267 KG
So viel CO2 wird pro Jahr
gespart, wenn statt einer
einzigen herkömmlichen
Glühlampe eine
Energiesparlampe verwendet
wird. Der Energieverbrauch
sinkt weiter, wenn man beim
Verlassen des Büros das Licht
ausmacht.
– entsprechend der vom Vorstand verabschiedeten Leitlinie – die Einführung
des Systems in Deutschland. Die Inhalte
der Einführung und Anwendung des EMS
hat das Deutsche Institut für Normierung
(DIN) festgelegt.
Einführung des Systems
„Dafür haben wir zunächst an allen deutschen Standorten, in den Bergwerksbetrieben und übertägigen Anlagen, Energiemanagementbeauftragte benannt
und Energiemanagementteams gebildet“,
sagt Natalja Weishaar. Die Ingenieurin leitet seit dem vergangenen Jahr das Referat
„Effiziente Energieverwendung“ im Team
von Georg Pietsch. Die Kollegen haben
im Februar dieses Jahres ihre Arbeit aufgenommen. Die erste Aufgabe war, sämtliche Energieströme und Energiebasiszah-
len zusammenzustellen, zu analysieren
und – nicht zuletzt – auch zu bewerten.
„Eine detaillierte Analyse der Energieströme und der Energiebasiszahlen
durch die Energiemanagementteams war
Voraussetzung für den nächsten Schritt:
konkrete strategische Ziele zur Verbesserung der Energieeffizienz festzulegen“,
sagt Pietsch. Diese Ziele haben die Geschäftsführer der Gesellschaften verabschiedet. Die Teams an den Standorten
haben sie durch weitere operative Ziele mit konkreten Energieeffizienzmaßnahmen ergänzt und ein umfangreiches
Dokumentensystem angelegt.
„Im Augenblick liegen unsere Dokumente der gesetzlichen Prüfstelle vor“, so
Pietsch. Ziel ist es, das Zertifikat über die
Einführung des EMS noch im Jahr 2013 zu
erhalten. Die Chancen stehen gut, denn
die Teams in Kassel und auf den Standorten sind voll im Zeitplan.
Doch wer glaubt, dass K+S erst in diesem Jahr begonnen hat, auf Energieeffizienz zu achten, irrt sich: „Wir haben uns
bereits seit vielen Jahren freiwillig zur
Reduzierung klimaschädlicher Gase verpflichtet“, sagt Pietsch.
Zahlreiche Maßnahmen
Während das Unternehmen noch im Jahr
1990 etwa 4,7 Millionen Tonnen CO2Ausstoß zu verzeichnen hatte, sind es
heute nur noch rund eine Million Tonnen
CO2 pro Jahr. „Das ist eine Reduzierung,
die sich sehen lassen kann. Diese Einsparung konnten wir vor allem dadurch erreichen, dass wir unsere Kraftwerke auf die
höchsten Brennstoffnutzungsgrade getrimmt haben. Außerdem wurde BraunWEITER AUF SEITE 22
»
Engagement in
der K+S Welt
Auch außerhalb Deutschlands ergreifen Unternehmen der K+S Gruppe Maßnahmen, um die Energieeffizienz zu erhöhen und den Ausstoß
von Kohlendioxid zu senken.
Am US-amerikanischen Standort
Rittmann, Ohio, spart Morton Salt
mit einem verbesserten Beleuchtungskonzept über 40.000 US-Dollar pro Jahr. In der texanischen Mine
Grand Saline haben die Kollegen ihren Energieverbrauch um insgesamt
78 Prozent senken können: Vor drei
Jahren stellten sie von einem herkömmlichen Erdgaskessel auf eine
mechanische Brüdenverdichtung
um. Auf diese Weise kann die Energie, die zur Salzgewinnung nötig ist,
mehrfach genutzt werden.
Auch die Frisia Zout in den Niederlanden setzt bereits seit 2011 auf
moderne Energieerzeugung. Durch
die Gewinnung von Dampf aus
Ersatzbrennstoffanlagen konnten
seitdem über 250.000 Tonnen Co2
eingespart werden.
Grafik: KircherBurkhardt Infografik
K
eine Frage: K+S ist ein energieintensives Unternehmen. Das
dürfte kaum jemanden verwundern, denn wer jährlich rund sieben Millionen Tonnen Kali und 20 Millionen Tonnen
Salz herstellt, braucht dazu Energie. Die
Menge des Erdgases, das K+S in Deutschland verbraucht, entspricht in etwa dem
Bedarf von 160.000 Haushalten. Die
benötigte Menge an Elektroenergie sogar etwa der von 330.000 Haushalten –
das deckt sich ungefähr mit dem Strombedarf der Stadt Aachen.
Besonders der Bezug von Primärenergie hat seinen Preis: Für diesen – vor allem in Form von Erdgas – muss K+S jedes
Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag
aufwenden. Aber nicht nur das: Zusätzlich fallen jährlich auch Energiesteuern für Erdgas und Strom an. Voraussetzung dafür, dass Unternehmen ein Teil
dieser entrichteten Steuern wieder erstattet wird, ist die Einführung und Anwendung eines vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Energiemanagementsystems
(EMS). „Deutsche Unternehmen, die viel
Energie verbrauchen, müssen in Zukunft
nachweisen, dass sie dies sinnvoll tun und
außerdem ihre Energieeffizienz steigern“,
sagt Georg Pietsch, Leiter Energie- und
Elektrotechnik. Seine Einheit koordiniert
21
43.350 KG
So viel Papier wird eingespart,
wenn alle 600 Mitarbeiter am
Standort Kassel ihre Dokumente
auf beidseitig bedrucktem Papier
ausdrucken. Auch die Nutzung von
receycelbarem Papier verbessert
die Energiebilanz.
10 Liter kaltes Wasser kosten
7 Cent, die gleiche Menge an
warmem Wasser 5 Cent mehr,
nämlich 12 Cent. Grund dafür sind
die Heizkosten, die anfallen, um
das Wasser zu erwärmen. Wer
beim Händewaschen öfter den
Warmwasserhahn zulässt, spart
also bares Geld.
120 €
betragen die zusätzlichen
Energiekosten pro Jahr für
einen Laserdrucker im
Standby-Modus. Telefon und
Faxgerät bringen es
gemeinsam auf knapp
30 Euro, und ein einzelner
Computer mit Monitor
schlägt immerhin noch mit
15 Euro jährlich zu Buche. In
Europa verbrauchen die
elektronischen Geräte im
Standby-Modus fast
50 zusätzliche
Terawattstunden Energie
pro Jahr, das entspricht
19 Millionen Tonnen
Kohlendioxid.
12 CENT
1° C
Schon diese kleine
Temperaturabsenkung im Büro
spart beträchtlich Energie, denn
jedes Grad weniger bedeutet auch
weniger Heizenergie. Außerdem
sollte darauf geachtet werden,
dass in den Büros die Heizkörper
nicht mit Schreibtischen oder
anderen Möbelstücken zugestellt
sind. Sinnvoll ist auch, die
Heizkörper nach Feierabend
herunterzudrehen, damit die
Räume nicht die ganze Nacht
unnötig erwärmt werden. Gerade
in den Wintermonaten ist
das richtige Lüften
wichtig. Wenige Minuten
bei weit geöffneten
Fenstern – statt
stundenlanges
Kippen – schonen
Umwelt und
Geldbeutel.
Die größten Potenziale zur Steigerung
der Energieeffizienz bei K+S liegen in
der Produktion. Doch auch jeder
einzelne Mitarbeiter kann seinen
Beitrag leisten. Scoop gibt eine
Übersicht, wie viel Energie durch
kleine Änderungen eingespart wird.
22 LERNEN
LEARNING / APPRENDRE / APRENDER / APRENDER
SCOOP 4/2013
SIND SIE EIN ENERGIEEXPERTE?
Glühbirnen oder LED-Lampen; kaltes oder warmes Wasser: Testen Sie Ihr Wissen rund
ums Thema Energie, und gewinnen Sie einen unserer energieeffizienten Preise.
Wie viel Prozent des gesamten
Elektroenergiebedarfs an den deutschen
K+S-Standorten erzeugen eigene Kraftwerke
durch Kraft-Wärme-Kopplung?
a)
c)
4|
2|
Warum ist warmes Wasser
teurer als kaltes?
a) Der Weg durch die
Leitungen ist länger
b) Das Aufwärmen
verbraucht Heizenergie
c) Das Wasser kommt aus
einer anderen Quelle
3|
Wie kann Heizenergie im
Büro gespart werden?
a) Heizung bei konstant
hoher Temperatur laufen
lassen
b) Fenster dauerhaft in
Kippstellung
c) Stoßlüften und
Thermostat dabei
herunterdrehen
5|
Welche deutsche Stadt hat
einen ähnlich großen
Elektroenergiebedarf wie
K+S in Deutschland?
a) Bamberg
b) Berlin
c) Aachen
6|
Wie viel CO2 konnte die
Frisia Zout in den
vergangenen drei Jahren
einsparen durch die
Verwendung von Dampf aus
Ersatzbrennstoffanlagen?
a) 250.000 Tonnen
b) 50.000 Tonnen
c) 3.000 Tonnen
33% 47%
87% 95%
b)
d)
Welches Leuchtmittel spart am
meisten Strom?
a) LED-Lampen
b) Glühbirnen
c) Energiesparlampen
7|
Welcher fossile Energieträger
hat den niedrigsten
CO2-Ausstoß?
a) Erdöl
b) Erdgas
c) Braunkohle
GEWINNSPIEL
Sie wollen einen wassersparenden
Wellness-Duschkopf gewinnen? Nehmen
Sie an unserem Gewinnspiel teil!
Wenn Sie die Lösung kennen,
schicken Sie Ihre Antwort bis
zum 31. Januar 2014 an:
Scoop Redaktion,
K+S Aktiengesellschaft,
Bertha-von-Suttner-Straße 7,
34131 Kassel oder:
scoop@k-plus-s.com
» kohle durch
Erdgas ersetzt, das
ist der Energieträger
mit den geringsten
CO2-Emissionen. Darüber hinaus haben wir ineffiziente Energieanlagen
stillgelegt. Das alles führte
zu gewaltigen Einsparungen und
zwar gleichzeitig mit einer enormen
Produktionssteigerung.“
Allein 390.000 Tonnen CO2 werden
jährlich dadurch eingespart, dass K+S erneuerbare Energie in Form von Wärme
aus Müllverbrennungsanlagen nutzt.
„In unseren eigenen Kraftwerken erzeugen wir durch Wärme-Kraft-Kopplung Strom und Prozesswärme“, erklärt
Pietsch. Diese Form der Energieumwandlung ist weltweit die effizienteste
und deckt ganze 87 Prozent des Elektroenergiebedarfs der deutschen Standorte.
Nur ein geringer Restanteil muss zusätzlich eingekauft werden.
„Wir tun also schon eine ganze Menge“,
so Pietschs Bilanz. Doch das dürfe nicht
dazu verleiten, sich auf dem Erreichten
auszuruhen: „Jede zusätzliche Energieeinsparung oder Energieeffizienzsteigerung
spart Energiekosten und CO2-Emissionen.
Das schont die Umwelt. Deshalb ist jeder
aufgefordert, in seinem Umfeld sorgsam
mit Energie umzugehen und überall dort
zur Energieeinsparung beizutragen, wo
dies möglich ist.“
Jeder kann etwas tun
Die Ideen der Mitarbeiter sind also gefragt. Natalja Weishaar weiß: „Es sind oft
die Mitarbeiter selbst, die an den Prozes-
sen beteiligt sind und deshalb am besten wissen, welche Maßnahmen die Produktion energieeffizienter machen“. Und
Pietsch ergänzt: „Im Grunde genommen
ist unser EMS nichts anderes als ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Und
zwar eigens zur Optimierung der Energiesituation im Unternehmen.“
Dass sich die Mühen in vielfacher Hinsicht lohnen, ist unstrittig. Denn: „Die
optimale Energieumwandlung, die Verringerung des Energieverbrauchs sowie
die Steigerung der Energieeffizienz senken Energiekosten dauerhaft. Gleichzeitig wird dadurch ein zusätzlicher Beitrag
zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet“, so Weishaar. Damit sei der sorgsame Umgang mit Energie wesentliche
Voraussetzung, auch künftig in einem
wettbewerbsstarken Umfeld kosten-
Als Gewinne verlosen wir
einen wassersparenden
Wellness-Duschkopf, eine
digitale Solar-Wetterstation
und eine Taschenlampe mit
Solarbetrieb.
günstig zu produzieren.“
Wer nach Anregungen zu Energieeinsparungen und Energieeffizienzsteigerungen sucht, kann sich bei den
Fachabteilungen und den Energiemanagementteams an den jeweiligen
Standorten erkundigen. Die helfen gern
weiter, denn Maßnahmen zur Energieeffizienzsteigerung gibt es viele. Das müssen
nicht immer anlagentechnische Maßnahmen sein, wie zum Beispiel das Vermeiden
von Druckluftleckagen, die Rückführung
von Dampfkondensaten oder das Säubern
von Wärmetauschern. Nicht nur in der
Produktion, auch am Arbeitsplatz im
Büro kann jeder durch den bewussten
Umgang mit Energie Kosten senken und
CO₂ einsparen. Davon profitiert das
gesamte Unternehmen und nicht zuletzt
auch die Umwelt.
Illustration: KircherBurkhardt Infografik
1|
23
SCOOP 4/2013
SE RI E
STARKER HALT IM UNTERGRUND:
DER
AUS DE
K+S W E R
LT
FIRSTANKER
Die Decke im Grubenbau heißt Firste. Damit sie stabil
und tragfähig bleibt, werden sogenannte Firstanker aus
Stahl in die Gesteinsschichten getrieben.
Konus
Lammelle
Gestein
DIE ANKERSTANGE
ist der Teil des
Firstankers, der den
Spreizkopf mit der
Ankermutter verbindet.
Sie überträgt die
Zugkräfte.
mind. 1,2 m
Sicherheit im Kali- und Salzbergbau ist das A und O. Damit die
Grubendecken (Firste) intakt bleiben und keine Gesteinsbrocken
(Löser) herunterfallen können,
werden in regelmäßigen, engen
Abständen mindestens 1,2 Meter
lange Gewindestangen (Firstanker) ins Gestein getrieben. Dafür gibt es spezielle Fahrzeuge, die
Firstanker-Bohrwagen.
Die Anker haben eine Spreizhülse an der Spitze, bei der – einem
überdimensionalen Dübel vergleichbar – die Lamellen an die
Bohrlochwand gepresst werden
und die Salzschichten so miteinander verbinden und stabilisieren.
K+S setzt jährlich in den Grubenbetrieben knapp zwei Millionen
Firstanker ein. Dafür sind konzernweit über 80 Firstankerbohrwagen im Einsatz.
DER KONUS
verbindet den
Spreizkopf und
die Ankerstange
eines Firstankers
miteinander.
Ankerstange
Ankerplatte
DIE LAMELLEN
DIE ANKERPLATTE
stellen die Verbindung
zwischen dem
Spreizkopf und dem
Gestein der Firste her.
Fotos: Fotolia(2), KB | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
verteilt die Kräfte von der
Ankermutter auf das
Gestein in der Firste.
Alles fest
im Griff
Die Natur macht es vor,
der Mensch kopiert:
Widerstände gegen die
Zugrichtung halten
Beute wie Material fest.
DIE ANKERMUTTER
verbindet die
Ankerstange über eine
Platte mit dem Gebirge.
KEIN ENTRINNEN
UNVERZICHTBARER HELFER
Pythons haben bis zu 150 Zähne. Diese dringen tief in die
Beute ein und halten sie fest
im Rachen, auch wenn diese
mit aller Kraft versucht, zu entkommen. Die Zähne sind nach
hinten gebogen und werden
zwischen 5 und 30 mm lang.
1958 entwickelt der deutsche Unternehmer Artur
Fischer eine Befestigungshilfe weiter: den
Dübel. 47 Jahre zuvor hatte der Brite John
Joseph Rawlings dazu bereits
das Patent angemeldet. Fischer
kam auf die Idee, aus Kunststoff einen Spreizdübel
herzustellen.
24 LERNEN
SERI EDER
N
SALZ I ICHTE
H
C
S
E
G
LEARNING / APPRENDRE / APRENDER / APRENDER
SCOOP 4/2013
Salz hat wie kaum ein anderer
Rohstoff die Geschichte der
Menschheit beeinflusst. Auch
in Frankreich.
SCHUFTEN FÜR DEN KÖNIG
Jahrhunderte lang gehörten Salzmanufakturen in Frankreich der Krone,
denn Salz bedeutete volle Staatskassen. Darum ließ Ludwig XVI. im
Osten des Landes die Saline Royale d’Arc-et-Senans bauen.
G
leich ist es geschafft. Die Pferde
quälen sich auf dem ausgefahrenen Weg auf das Salinengelände. Claude-Nicolas Ledoux hievt seinen
durchgeschüttelten Körper aus der Kutsche. Endlich! Er ist an der letzten Station seiner Inspektionsreise angekommen
– in Salins-les-Bains, nahe der Schweizer
Grenze. Seit Wochen ist der Inspekteur
der Königlichen Salinen nun schon unterwegs, um die Salzwerke in der Region
Franche-Comté zu kontrollieren und seinem Dienstherren, Ludwig XVI., Bericht zu
erstatten. Der ist sehr daran interessiert,
dass die Salzproduktion ordentlich läuft.
Denn das bedeutet Bares. Aber was Ledoux hier in Salins-les-Bains sieht, gefällt
ihm gar nicht. Die tägliche Ausbeute geht
zurück, und das liegt an fehlendem Brennmaterial. Denn: Um die großen Siedepfannen rund um die Uhr befeuern zu können,
sind Unmengen an Holz nötig. Aber die
Umgebung ist abgeholzt, und der Transport aus meilenweit entfernten Wäldern
dauert. Was tun?
Da der 35-jährige Ledoux nicht nur
Hofbeamter, sondern auch Architekt ist,
schlägt er dem König eine neue Salzsiederei knapp 20 Kilometer vom alten Standort vor – in Arc-et-Senans. Hier gibt es
zwar keine Solequellen, aber genug Wald
und damit einen großen Holzvorrat. Wasser, so begründet er seinen Vorschlag, ist
einfacher auf Reisen zu schicken, als einen
Wald Stück um Stück durch die Gegend zu
fahren. Die Idee reift einige Jahre. Ledoux
hat visionäre Gedanken. Das Konzept ei-
nes Produktionsstandorts gedeiht zum
Plan einer ganzen Arbeitsstadt, und 1775
kommt von Ludwig XVI. endlich der Startschuss: Oui!
Vier Jahre später steht zwar erst ein
Halbrund von Ledoux’ geplantem Meisterwerk. Aber für die Salzproduktion
reicht das, ein Weiterbau wird zu teuer.
Der Komplex besteht aus elf Gebäuden.
Mittelpunkt sind zwei große Werkstätten mit einer gewaltigen Grundfläche von
81 mal 28 Metern. Zwischen ihnen erhebt
sich das Maison du directeur – das Haus
des Direktors mit einem riesigen Loch im
Gibel – dem „Auge“. Es spiegelt die streng
hierarchische Gliederung der französischen Gesellschaft zu Zeiten des Absolutismus, die hier in absteigender Ordnung
lautete: Direktion, Verwaltung, Arbeiter.
Es gibt Wohngebäude mit zentralen Küchen, eine Bäckerei, eine Kapelle, einen
Friedhof, aber keine Krankenstation.
Ledoux lässt eine Holz-Pipeline bauen, durch die täglich 135.000 Liter Salzwasser von Salins-les-Bains nach Arc-etSenans fließen. Hier gelangt die Sole in
riesige Siedepfannen aus Weißblech und
wird erhitzt. 60 Grad Celsius Raumtempe-
Das Bauwerk der Saline
spiegelt die streng
hierarchische Gliederung
der französischen
Gesellschaft zu Zeiten des
Absolutismus.
ratur machen das Arbeiten zur Tortur.
Nach 72 Stunden ist die Sole verdunstet, und die Salzkocher können die
Kristalle aus den Pfannen kratzen.
Schornsteine stören die Ästhetik
Die Arbeitsbedingungen sind genauso
schlecht wie in der Saline in Salins-lesBains und in anderen Manufakturen zu
dieser Zeit: Bis zu sechzehn Stunden in
einer Schicht bringen Salzkocher über
den glühend heißen Siedepfannen zu.
Übermüdet, übersät mit Verbrennungen und von Hustenkrämpfen geschüttelt, wanken sie nach Schichtende in ihre
Unterkünfte. Wahrheitsgemäßer: in ihre
dunklen Löcher. Denn aus künstlerischen
Aspekten hat Ledoux in den Wohngebäuden auf große Fenster und Belüftungsanlagen verzichtet. Aus den gleichen
Gründen gibt es in den beiden Arbeitsgebäuden auch keine Schornsteine.
Die Arbeiter dürfen das Gelände nicht
verlassen. Man befürchtet, sie würden
das weiße Gold stehlen. Und sicher ist
sicher – eine dicke Mauer umschließt
das Werksgelände, am Tor kontrolliert
eine Wache.
Ende des 19. Jahrhunderts ist der Betrieb nur noch ein Kostengrab. Nach
117 Jahren gehen in der Königlichen Saline
die Feuer aus. Was bleibt, ist ein architektonisches Glanzstück aus den Anfängen
der Industriellen Revolution: Darum gehören die Salzsiedereien in Arc-et-Senans
und Salins-les-Bains heute auch zum
UNESCO-Weltkulturerbe.
Ludwig XVI.
lässt 1775 die
Königliche
Saline Arc-etSenans bauen.
FRANKREICH
Salins-les-Bains
25
WIE SALZ SEINE
SPUREN
HINTERLÄSST
600
Die Arbeit der Salzsieder in den Salinen ist gefährlich. Verbrennungen
sind an der Tagesordnung, aber eine Krankenstation gibt es nicht.
Salineninspekteur und Architekt Claude-Nicolas Ledoux
(1736-1806) entwickelt die Saline in Arc-et-Senans.
Schriftlich bezeugt ist die Salzgewinnung in den Salinen von
Salins-les-Bains zwar seit dem
6. Jahrhundert. Eine regelmäßige
Produktion entwickelt sich aber
erst ab dem 12./13. Jahrhundert.
1775
Der „Inspecteur des Salines de
Franche-Comté“ und Architekt
Claude-Nicolas Ledoux erhält von
König Ludwig XVI. die Genehmigung für den Bau der Königlichen
Saline von Arc-et-Senans.
1779
Die Saline von Arc-et-Senans
nimmt den Betrieb auf.
1895
Die Königliche Saline Arc-etSenans schließt. Die Salzgewinnung spielt in der Region
Franche-Comté ab jetzt keine
wirtschaftliche Rolle mehr.
1918
Die verlassene Anlage wird durch
einen Brand zerstört. 1927 kauft
das Departement Le Doubs die
Industrieruine.
1960
Aufwendige Sanierungs- und
Restaurierungsarbeiten der
gesamten Anlage beginnen. Sie
dauern bis 1996. Die ehemaligen
Salinen werden zu touristischen
Attraktionen der Region.
1982 und 2009
Die UNESCO nimmt erst Arc-etSenans, später Salins-les-Bains
in die Weltkulturerbe-Liste
auf. Heute beherbergt Arcet-Senans zwei Museen, ein
Veranstaltungszentrum und eine
Herberge.
Fotos: Alamy (3), Actionpress, Ullstein Bilderdienst
Die gesamte Anlage von Arc-etSenans hat einen Durchmesser
von 225 Metern und ist
vollständig von einem
Mauerkranz umgeben. Je
niedriger der Rang von
Angestellten oder Arbeitern ist,
desto weiter liegen deren
Gebäude vom Haus des
Direktors (Mitte) entfernt.
26
Eure Seite
Your page / Votre page/ Vuestra página / Sua página
EIN SCOOP ZUM NASCHEN
Viele von Euch freuen sich auf Weihnachten.
Da beginnt das große Plätzchenbacken.
Sterne, Tannenbäume und Engel sind ja schön,
aber wie wäre es, zur Abwechslung mal
SCOOP-Plätzchen zu backen? Und so geht’s!
1 ZUTATEN
VORBEREITEN
100 g Zucker
200 g kalte Butter
300 g Mehl
1 kaltes Ei
SCOOP-Schablone
Puderzucker
Zitrone
Dekofarbe und
Streusel
2 TEIG HERSTELLEN Alle Zutaten rasch zu einem
Teig verarbeiten. Der Teig darf nicht zu warm
werden, weil er sich sonst schlecht ausrollen lässt.
Wickle ihn in Folie und stelle ihn für eine halbe
Stunde kühl.
3
SCHABLONE Nimm eine Schere und schneide die Form entlang der
gestrichelten Linie aus. Wenn du die Schablone dann noch durch ein
Stück Pappe verstärkst, bekommst du eine stabile SCOOP-Plätzchenform.
WAS IST… ?
… der Barbaratag
Retterin in der Not
Der 4. Dezember ist ein
ganz besonderer Tag
für die Bergleute, denn
da ehren sie ihre
Schutzherrin – die
Heilige Barbara.
Warum gerade sie?
Barbara hat sich in
ihrem Glauben nicht
beirren lassen und hat
in der Not Schutz in
einem Berg gefunden.
Das kam so: Barbara
lebte vor 1800 Jahren
in Kleinasien. Sie
wollte Christin werden,
doch ihr Vater versuchte, das mit
Gewalt zu verhindern. Auf der
Flucht vor ihm öffnete sich wie
durch ein Wunder ein Berg und bot
ihr Schutz. So kam es, dass die
Bergleute sich jahrhundertelang
und bis heute an die Heilige
Barbara wenden, wenn sie um
Schutz bitten. Noch heute gibt es in
vielen Bergwerken Schreine mit
Barbara-Figuren.
4 TEIG FOR ME N Rolle
den Teig aus. Wenn er
zu klebrig ist, lege einfach
Backpapier zwischen Teig
und Backrolle. Lege die
SCOOP-Schablone darauf
und umfahre mit einem
Messer die Konturen.
5 BACKEN Lege die SCOOP-Plätzchen auf ein
Blech und backe sie im vorgeheizten Ofen bei
170 Grad etwa 15 Minuten lang.
WAS MACHT …
… ein Anlagenmechaniker bei K+S?
In einem Bergbau-Unternehmen gibt es nicht
nur Menschen, die arbeiten, sondern auch
große Anlagen, die für den Betrieb wichtig
sind. Das können Rohrleitungssysteme sein
oder Klima- und Lüftungsanlagen. Geht
6 DEKORIE REN Presse den Saft eine
r
halben Zitrone aus. Rühre nach und
nach Puderzucker ein, bis der Zuck
erguss
sämig wird. Streiche damit die Plätz
chen ein.
Du kannst ihn auch mit Lebensmittel
farbe
einfärben. Dann verzierst du dein
e
SCOOP-Plätzchen, wie es dir gefä
llt.
etwas kaputt, werden Anlagenmechaniker
wie Andreas Kleinhans (Bild rechts) gerufen.
Er sucht den Fehler, behebt ihn und setzt
das System wieder in Gang. Dazu muss er
auch die Anlage auseinandernehmen
und neue Teile montieren oder defekte
reparieren. Für diesen Beruf musst du
mindestens einen Hauptschulabschluss
haben. Die Ausbildung dauert drei Jahre.
Schreibe an die Scoop!
Du möchtest gerne erzählen, was
r
deine Elter n bei K+S machen? Ode
e?
Frag
du hast eine
Dann schreibe uns einen
Brief oder eine E-Mail, deine
Elter n helfen dir bestimmt:
scoop@k-plus-s.com oder
Redaktion Scoop, K+S AG,
Bertha-von-Suttner Straße 7,
34131 Kassel
Fotos: K+S (3), KB (6), alamy, fotolia | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
An vielen Standorten weltweit feiern
Bergleute am 4. Dezember den
Barbaratag. Wie hier in Neuhof-Ellers.
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SHARING / PARTAGER / COMPARTIR / COMPARTILHAR
27
SERIE
MEIN E
H EIMAT
Zwischen Büro und Baustelle:
Andrew Gajadhar arbeitet bei
KSPC in Saskatoon, ist aber
häufig auf der Legacy Site.
UNTERWEGS MIT EINEM
VERBINDUNGSMANN
Andrew Gajadhar arbeitet bei K+S Potash Canada.
Als Koordinator in der Beschaffungsabteilung ist er
für Optimierung und Effizienzsteigerung zuständig.
Foto: Electric Umbrella Images
VON JÖRG MICHEL
E
s ist ein kühler Herbstmorgen in der
kanadischen Prärie in Saskatchewan. Die Sonne ist gerade aufgegangen und taucht die Landschaft in ein
goldenes Licht. Andrew Gajadhar ist auf
dem Weg von seinem Büro in Saskatoon
zur über 200 Kilometer entfernten Legacy
Site. Draußen ziehen Farmhäuser vorbei,
abgeerntete Felder, Getreidespeicher.
„Ich liebe diese Weiten, den Horizont, das
Licht“, schwärmt er.
Gajadhar arbeitet seit März als „Process
Coordinator“ in der Beschaffungsabteilung von K+S Potash Canada in der kanadi-
schen Provinz Saskatchewan. In der Regel
einmal die Woche fährt er von der Firmenzentrale in Saskatoon zum Legacy Standort nahe Moose Jaw, um sich dort mit
Kollegen, Einkäufern und Vertretern von
Fremdfirmen zu treffen. So auch heute.
Nach gut zwei Stunden tauchen Baugeräte und Bürocontainer auf: Das geplante Kali-Werk ist eines der wichtigsten Zukunftsvorhaben des K+S Konzerns – und
Gajadhar wirkt daran mit. Er ist eine Art
Verbindungsmann zwischen der Konzernverwaltung und den Einkäufern vor Ort.
Unter anderem achtet er darauf, dass bei
der Beschaffung die Firmenstandards
eingehalten werden, betreut die nötige
Software und optimiert mit seinen Kollegen das Material- und Beschaffungsmanagement. „Wir wollen die Beschaffung
möglichst effizient organisieren und die
Kosten wirtschaftlich gestalten.“
In einem Containerbüro spricht Gajadhar an diesem Tag mit der Materialmanagerin einer Fremdfirma und weiteren Kollegen darüber, wie man den
Einkauf von Baumaterialien vereinheitlichen kann. Danach trifft er den Gesundheits- und Sicherheitsmanager. Die beiden
wollen sicherstellen, dass beim Kauf von
Materialien stets die WEITER AUF SEITE 28
»
28 TEILEN
SCOOP 4/2013
SHARING / PARTAGER / COMPARTIR / COMPARTILHAR
SCHMELZTIGEL IN DER PRÄRIE
Die im Westen Kanadas liegende Provinz Saskatchewan
wurde 1905 gegründet. Hier leben Menschen aus aller Welt,
deren Kultur die Atmosphäre prägt. Anschaulich zu
besichtigen ist das in Saskatoon, der größten Stadt der Region
mit ihrer lebendigen Kunst- und Musikszene.
»
K+S Gesundheits-Richtlinien beachtet
werden und die Bauunternehmer die erforderlichen Zertifizierungen besitzen.
Am Ende des Tages hat er noch ein Treffen mit den Einkäufern.
Die Kollegen schätzen an Gajadhar, dass
er offen und stets ansprechbar ist – die
Arbeit mit Menschen liegt ihm. Der Sohn
eines guayanischen Vaters und einer kanadischen Mutter ist in Saskatoon geboren und aufgewachsen. Studiert hat der
Die Kollegen schätzen
an Andrew Gajadhar,
dass er offen und stets
ansprechbar ist.
29-Jährige Psychologie, Personalführung
und Verwaltungswissenschaften. Bevor er
zur K+S kam, entwickelte er in der Einwanderungsabteilung der Regierung Leitlinien für Geschäftsleute aus dem Ausland.
An seinem Arbeitgeber K+S gefällt ihm
unter anderem, dass dort weltweit viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen arbeiten: „Das internationale Flair
im Unternehmen ist klasse.“ Wenn er
nicht unterwegs ist, arbeitet er in Saskatoon im vierten Stock eines Gebäudes in
der 21. Straße. Morgen wird er dort einer
Kollegin mit einem Computer-Programm
helfen, E-Mails beantworten und an neuen Beschaffungs-Regelwerken und Quittungsvorlagen arbeiten.
Andrew Gajadhar in seiner Geburts- und
Heimatstadt Saskatoon. Sieben Brücken
sorgen für ihren Beinamen „Bridge City“.
Auf der Baustelle im Gespräch mit
Aimee Adrian (o.) und Ronald Kikkert.
BILDUNG
CAMPUS LOCKT
STUDENTEN AUS
ALLER WELT
Die University of Saskatchewan in Saskatoon
ist 115 Jahre alt. Fast
20.000 Studenten
können zwischen 58 verschiedenen Universitätsabschlüssen und
Diplome in über
100 Studienrichtungen
wählen. Damit zählt die
Hochschule zu den
größten in Kanada.
Gajadhar ist Single und lebt in einem
Apartment im Stadtbezirk City Park. Den
Weg zwischen Wohnung und Büro geht er
zu Fuß, sogar im Winter bei minus 30 Grad
Celsius. „Ich bin ein Prärie-Junge. Kälte
macht mir nichts aus.“
Die Wochenenden verbringt er entsprechend mit Freizeit-Aktivitäten wie Angeln
oder Kanufahren. Aber der Prärie-Junge
hat auch ein Herz für Musik: Regelmäßig
besucht er Konzerte, denn Saskatoon ist
für seine Musikszene bekannt. Außerdem
mag er es sportlich: Abends geht er gern
am Ufer des South Saskatchewan River
joggen. Danach gibt es zu Hause noch
ein schnelles Pasta-Gericht, und später
trifft er sich mit Freunden im „Factory
Tap“, einer Kneipe um die Ecke. Dort geht
es typisch kanadisch zu: Auf dem Flachbildschirm laufen Eishockey-Spiele und
Gajadhar genießt seinen Feierabend bei
einem Glas mit dunklem Bier.
29
SCOOP 4/2013
Die Menschen in
Saskatchewan lieben
Beavertails, entweder
herzhaft oder süß. Das ist
ein Schmalzgebäck,
dessen Form an einen
Biberschwanz erinnert.
KANADA
Saskatchewan
Kanada
Das zweitgrößte Land der Erde ist dünn besiedelt und hat nur 35 Millionen
Einwohner. Die meisten Kanadier leben in einem etwa 100-KilometerStreifen nördlich der Grenze zu den USA und in den Ballungszentren.
Kanada ist ein klassisches Einwanderungsland, das jedes Jahr etwa
250.000 Neubürger aufnimmt, die meisten aus Asien. Kanada ist offiziell
zweisprachig, etwa ein Viertel der Kanadier haben Französisch als Muttersprache, drei Viertel Englisch. Während der Kolonialzeit hatten beide
Volksgruppen lange um die Vorherrschaft auf dem Kontinent gekämpft,
am Ende behielten die Engländer die Oberhand. Die britische Königin
Elizabeth II. ist bis heute Kanadas Staatsoberhaupt. Das Land gehört zur
Gruppe der sieben größten Wirtschaftsnationen (G-7), nicht zuletzt wegen
seines Reichtums an Bodenschätzen.
Die Hauptstadt Ottawa ist die
viertgrößte Stadt Kanadas.
SPORT
PUBLIKUMSMAGNET
CANADIAN
FOOTBALL
REGION
Viele Felder, wenige Menschen:
Die Kornkammer Kanadas
Die Provinz Saskatchewan ist fast doppelt so groß
wie Deutschland. Etwa zehn Prozent der weltweiten
Weizenernte kommt von hier.
ÖFFENTLICHE ORDNUNG
GESETZESHÜTER
MIT GUTEM IMAGE
Polizisten tragen Rot in
Kanada. Die Royal Canadian Mounted Police
(RCMP) ist berühmt für
ihre Paradeuniform: den
Waffenrock in Rot mit
königsblauen Abzeichen,
den Reitstiefeln und den
breitkrempigen Hut. Die
Alltagsmontur ist allerdings einfacher. In der
Hauptstadt Regina gibt
es ein Museum, das sich
mit der Geschichte der
traditionsreichen Polizei
beschäftigt.
Saskatchewan ist die mittlere der
drei Prärieprovinzen Kanadas und
flächenmäßig die siebtgrößte des
Landes. Knapp eine Million Menschen leben hier, die meisten in
Saskatoon (220.000 Einwohner).
Der Name Saskatchewan geht auf
die Sprache der Cree-Ureinwohner
zurück und heißt frei übersetzt:
schnell fließender Fluss.
Die Provinz gilt wegen ihrer fruchtbaren Böden als die Kornkammer
Kanadas. Entlang der oftmals
kerzengeraden Bahnlinien prägen
große Verladeterminals und traditionelle Getreidespeicher das Landschaftsbild. Seit einigen Jahren
spielen die Erdöl- und Erdgasindustrie sowie der Abbau von Rohstoffen eine immer größere Rolle.
Investitionen stärken Position auf
dem internationalen Kalimarkt
K+S Potash Canada hat seine
Firmenzentrale in Saskatoon.
Derzeit sind 150 Mitarbeiter für
das Unternehmen tätig. Nahe
der Kleinstadt Moose Jaw
investiert K+S etwa drei Milliarden Euro in das sogenannte
„Legacy Project“. Der Produktionsstart der Mine ist für 2016
geplant. Ab dem Jahr 2017 sollen
dort jährlich zwei Millionen Tonnen Kaliumchlorid gefördert
werden. Rund 1.100 Menschen
arbeiten derzeit auf der Baustelle. Bei normaler Produktion
werden es etwa 400 sein.
Fotos: Electric Umbrella Images (6), Mauritius, Laif, University of Saskatchewan, KB | Grafik: KircherBurkhardt Infografik
Die Sasketchewan Roughriders sind die „Helden“ in
der Provinz. Wenn
das Football-Team
zu Hause im Stadion der Hauptstadt
Regina spielt,
strömen die Fans
aus der gesamten
Region. Die 32.800
Stadionplätze sind
dann restlos
besetzt.
30 TEILEN
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PROST NEUJAHR!
Andere Bräuche und andere Traditionen, ein anderer Anlass und manchmal sogar ein anderer
Zeitpunkt: Der Jahreswechsel wird auf der ganzen Welt sehr unterschiedlich zelebriert.
Mitarbeiter von K+S erzählen, was für sie das Besondere dieser einzigartigen Nacht ist.
PATRICK MARCUS,
CHICAGO, USA
ROMANTISCHE
ZWEISAMKEIT
Meine Freundin und ich
schaffen es oft nicht, so viel Zeit
miteinander zu verbringen, wie wir es
gerne hätten. Deswegen ist die Silvesternacht immer ein ganz besonderer
Abend, den wir nur zu zweit verbringen. Im
vergangenen Jahr haben wir in dem bekannten
Drake Hotel in Chicago gefeiert. Es war ein sehr eleganter Abend
mit gutem Essen, viel Musik und ganz unterschiedlichen Räumen,
in denen wir immer einen Platz fanden, um uns einfach zu
unterhalten und beieinander zu sein. Wir planen für dieses Jahr
etwas Ähnliches, denn schließlich habe ich mir damals einen
Smoking gekauft. Und der will ja auch getragen werden!
GERMÀN RAMÍREZ R.,
IQUIQUE, CHILE
BRENNENDE
PUPPEN IN DER
CHILENISCHEN
WÜSTE
Als Kind haben meine Familie und
ich Silvester im stillgelegten
Salpeterwerk in Victoria mitten in
der Atacamawüste gefeiert. Für
mich war das immer unheimlich
aufregend und geheimnisvoll. Um
Mitternacht ertönte die Sirene und
läutete das neue Jahr ein. Alle
Kinder entzündeten Feuer aus
Ablagerungen des Chilesalpeters
und verbrannten eine selbst genähte
Puppe aus Lumpenfetzen. Dadurch
wurde das im vergangenen Jahr
erlittene Leid symbolisch vom Feuer
vernichtet. Heute ist dieser Brauch
in den Großstädten nicht mehr
präsent. Doch an einigen Orten wird
die Tradition fortgeführt und die
Flickenpuppe auch zu diesem
Jahresweschel wieder dem Feuer
geschenkt.
SCOOP 4/2013
31
SAMUEL HAAG, HANNOVER,
DEUTSCHLAND
EIN BLICK IN DIE
ZUKUNFT
ALINA DEMJANJENKO, KASSEL,
DEUTSCHLAND
WEIHNACHTLICHES
SILVESTER
Ich komme aus der Ukraine und
habe die ersten 14 Jahre meines Lebens
Silvester dort verbracht. Der 31. Dezember ist
bei uns ein lebhaftes und fröhliches Fest,
wobei es eher an den Weihnachtsabend erinnert. Familie und Freude treffen sich, der
Tannenbaum ist geschmückt, und alle sitzen
zusammen, essen, trinken und lassen es sich
gut gehen. Mitternacht war für uns Kinder
immer der wichtigste Moment des Abends,
denn dann gab es die Geschenke. Anders als
hier bringt die nicht der Weihnachtsmann,
sondern Väterchen Frost mit seiner Enkelin
Schneeflöckchen.
WÜNSCHE AN DIE
MEERESGÖTTIN
Silvester ist für mich und viele
andere Menschen in Brasilien ein sehr
wichtiges Fest mit vielen noch heute
lebendigen Ritualen. Traditionell tragen
Brasilianer am 31.12. weiße Kleidung.
Denn Weiß steht für Frieden und Erneuerung. Auch andere Farben spielen in
dieser Nacht eine besondere Bedeutung:
Wer nach Gesundheit strebt, umgibt sich
mit Grün. Wer sich Reichtum und
Wohlstand wünscht, sollte etwas Gelbes
tragen, und die Farbe Rot verspricht
Leidenschaft. Auch die Nahrung,
die man zu sich nimmt, hat
nach Auffassung vieler
Menschen Einfluss auf das
neue Jahr: Wer Granatäpfle oder
sieben Rosinen isst, darf auf Wohlstand und Zufriedenheit hoffen. Ein
Teil der Granatapfelkerne sollte mit
einem Lorbeerblatt im Portemonnaie
aufbewahrt werden. Um Mitternacht
laufen viele Menschen an den Strand,
denn wer über sieben Wellen springt und
seine Wünsche an die Meeresgöttin Lemanjá richtet, dem
winkt ein glückliches neues Jahr.
LYNN DENG,SASKATOON, KANADA
KNALLENDE GLÜCKSBRINGER
Ich komme ursprünglich aus China.
Dort findet das Neujahrsfest nicht am
31. Dezember statt, sondern variiert – je
nach Mond- und Sonnenbewegungen. 2014 feiern
wir das neue Jahr am 31. Januar. Traditionell ist das Feuerwerk ein wichtiger
Teil der Feierlichkeiten, schließlich ist
das eine Erfindung der Chinesen. Es
gibt gleich zwei davon, eines zum
großen Neujahrsessen und ein weiteres um Mitternacht, um das neue Jahr
willkommen zu heißen. Die Feuerwerkskörper
werden in einer langen Reihe aneinandergebunden und in rotes Papier gewickelt, denn die Farbe
Rot steht in China für Glück. Das Entzünden vertreibt mit lautem Knallen die bösen Geister und
bereitet damit den Weg für ein glückliches neues
Jahr. Ich freue mich darauf, in einer der vielen chinesischen Kommunen in Kanada ein traditionelles
Neujahrsfest zu feiern.
Fotos: K+S AG (6) | Illustration: KircherBurkhardt Infografik
Für die Silvesternacht miete ich
gemeinsam mit Freunden eine Hütte in
den Bergen. In den letzten Stunden des alten Jahres spielt das Essen die Hauptrolle:
Es gibt Fondue, eines mit Fleisch und zum
Nachtisch eines mit Schokolade. Lecker!
Um Mitternacht geht es dann rund: Wir
machen ein Feuerwerk und stoßen mit
Sekt an. Danach versammeln wir uns zum
Bleigießen. Dabei werden kleine Bleistücke
über einer Kerze geschmolzen und anschließend in kaltes Wasser geworfen. Die
Form, die dabei entsteht, soll – der Tradition zufolge – eine besondere Bedeutung im
neuen Jahr haben. Wenn genügend Schnee
liegt, beenden wir die Nacht mit einer rasanten Schlittenpartie.
IVANILDE SANTOS, SÃO
PAULO, BRASILIEN
32 BUNTE SEITE
SCOOP 4/2013
FUN PAGE / PAGE DE FIN / PÁGINA EN COLOR / ÚLTIMA PÁGINA
Änderungen bei unserer Scoop
Auch die Mitarbeiterzeitung leistet ihren Beitrag zu unserem Programm „Fit für die Zukunft“ –
trotz einiger Änderungen wird sie 2014 weiterhin Lesenswertes in die K+S Welt tragen.
Die Zeichen stehen auf Wandel.
Auch bei unserer Mitarbeiterzeitung. Ab 2014 wird sie dreimal
pro Jahr mit einem auf 24 Seiten
verringerten Umfang erscheinen. Damit leistet auch Scoop
einen Beitrag zum Programm
„Fit für die Zukunft“.
Bisher konnten die Kollegen
einmal im Quartal auf 32 Seiten
Aktuelles, Historisches, Erlebtes
und Erzähltes aus dem Unternehmen und der Branche lesen.
„Kann weniger am Ende mehr
sein? Wir versuchen das und
sind sicher, auch im kommenden Jahr spannende, informative
und qualitativ hochwertige Lektüre von K+S für K+S zu machen“,
sagt Martin Bommersheim, stellvertretender Leiter Corporate
Communications. „Denn das
war und bleibt unser Anspruch.
Messen Sie uns daran, wenn die
nächste Ausgabe voraussichtlich
im April erscheint.“
Auch auf dem Fahrersitz unserer Scoop gibt es einen Wech-
sel. Christin Bernhardt, die die
Redaktion seit 2011 leitete, wird
die K+S Gruppe im ersten Quartal 2014 verlassen. Sie hat die Zeitung mitentwickelt und seit nunmehr neun Ausgaben die Fäden
zusammengeführt.
„Mit Scoop zu transportieren,
was das Unternehmen und die
Kollegen bewegt, war nicht nur
eine spannende Aufgabe, sondern auch eine große Bereicherung“, so das Fazit der 38-jährigen Journalistin.
Christin Bernhardt hat die Scoop-Redaktion seit 2011 geleitet.
UMFRAGE
EINE ZEITUNG FÜR UNS ALLE
Die Themen der Scoop kommen aus der ganzen K+S Welt. Dafür sorgen die internationalen Kommunikatoren: Sie sammeln die
Vorschläge ihrer Kollegen und leiten sie an die Redaktion. Damit die Zeitung auch in Zukunft so nah wie möglich an den Lesern
berichtet, hat Scoop die Kommunikatoren befragt, welche Themen ihnen und ihren Kollegen besonders wichtig sind.
NASH, Chicago, USA
Von meinen Kollegen
in Chicago höre ich
immer wieder, dass
ihnen die Infografiken
sehr gut gefallen. Reine Texte können oft
nicht so gut erklären, wie optische
Darstellungen. Die Grafiken erklären
komplizierte Prozesse nachvollziehbar
und einleuchtend und sagen oft mehr als
viele Worte. Außerdem gehören die
Beiträge, in denen die verschiedenen
Berufe und Nationalitäten vorgestellt
werden, zu den klaren Favoriten.
Bianca Schanklies
esco, Hannover, DEU
Die Kollegen bei uns
lesen vor allem die
aktuellen Nachrichten
aus der Rubrik ‚Weltweit‘, die Artikel mit konkretem Bezug
zum Geschäft der K+S Gruppe und auch
die Beiträge aus der Rubrik ‚Lernen‘. Von
diesen Artikeln dürfte es gerne noch
mehr geben. Und auf die ‚Bunte Seite‘
würden wir ungern verzichten.
Michael Wudonig,
K+S AG, Kassel, DEU
Als Pressesprecher erlebe ich, dass die Rubrik ‚Arbeiten‘ mit Abstand am Wichtigsten
ist. Intern wie auch extern. Die Artikel
thematisieren bedeutende Projekte und
Entwicklungen unseres Unternehmens.
Das sind nicht nur für Mitarbeiter wichtige Informationen, sondern auch für
meine Zielgruppe – externe Zeitungen,
Nachrichtenagenturen oder Magazine.
Diese greifen sogar einzelne unserer
Themen hin und wieder selbst auf.
Richard Pinner
K+S UK & Eire,
Hertford, GBR
Für uns in England ist
es wichtig, über die
vielen kleineren und
größeren Erfolge von Kollegen oder ganzen Geschäftsbereichen zu erfahren.
Wenn wir lesen, wie Kollegen Projekte
stemmen oder Lösungen für knifflige
Aufgaben finden, ist das nicht nur interessant, sondern regt auch zum Nachahmen an. Das kommt uns allen zugute.
Astrid von Borries
K+S Chile S.A.,
Santiago de Chile,
CHL
Wenn ich mich bei
meinen Kollegen in Chile
umhöre, was sie in einer Mitarbeiterzeitung besonders interessiert, bekomme
ich ganz unterschiedliche Meinungen zu
hören. Doch etwas, worauf kaum einer
verzichten möchte, sind die individuellen
Geschichten über Kollegen, ihre Projekte
und ihre Standorte. Kein Wunder: Sie zeigen die Vielfalt von K+S.
Fernando Slade
SDB, Rio de Janeiro,
BRA
Scoop ist ein wichtiges Werkzeug, das die
Unternehmen der K+S
Gruppe näher zusammenzubringt. Für
meine Kollegen sind dabei die regelmäßige Erscheinung und der Inhalt wichtiger
als die Seitenanzahl. Die vier Rubriken
sollten bleiben. Die Anzahl der Artikel
könnte reduziert werden.
Ivonne Balduf
K+S KALI GmbH,
Philippsthal, DEU
Bei uns am Standort
Werra wünschen sich
viele Kollegen, dass sie
sich in der Mitarbeiterzeitung noch stärker wiederfinden. Mit den Themen, die an
ihrem Standort wichtig sind. Bei uns sind
das zum Beispiel die vielen Anstrengungen zum Gewässerschutz. Wenn die Artikel generell kürzer oder das ein oder andere Bild kleiner wäre, ließe sich sicherlich
mehr über die Standorte berichten.
IMPRESSUM Herausgeber: K+S Aktiengesellschaft Redaktionsleitung: Christin Bernhardt Telefon: +49 561 9301-1424 Telefax: +49 561 9301-1666
E-Mail: scoop@k-plus-s.com Internet: www.k-plus-s.com Anschrift: K+S Aktiengesellschaft, Corporate Communications, Bertha-von-SuttnerStraße 7, 34131 Kassel Bildredaktion, Layout und Realisation: KircherBurkhardt GmbH Druck: Werbedruck GmbH Horst Schreckhase, Spangenberg
Auflage: 22.500 Erscheinung: Dezember 2013
Gewinner der
letzten Ausgabe
Der prickelnde Gewinn hat unseren
realen und virtuellen Briefkasten
fast zum Platzen gebracht. Das sind
die drei Gewinner:
1. Preis: Eine Flasche Champagner
Horst Wehner, Friedewald (DEU)
2. Preis: Champagnerpralinen
Maria Begucho, Olhao (PRT)
3. Preis: Sektkühler
Barbara Schmidt, Hannover (DEU)
Fotos: Heiko Meyer, K+S AG (7)
Allison Schmidt
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Seele and Geist
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