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Bauwerke im Zug der Zeit Wie das Telefon die Welt eroberte - Archiv

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L Altonaer Museum, Museumstr.
23, bis 25. 3., di−so 10−18 Uhr.
Dreimal wurde der Altonaer
Bahnhof neu gebaut, der vierte ist in Planung. Altona und
seine Bahnhöfe − das ist eine
sehr wechselvolle Geschichte,
der sich das Altonaer Museum
mit einer Sonderausstellung
aus aktuellem Anlass annimmt. Im Juli 2000 gab es einen Architektur-Wettbewerb
zur Gestaltung dieses wichtigen Hamburger Verkehrsknotenpunktes. Den ersten Preis
vergab die Baubehörde an das
Wiener Architekturbüro Berger + Parkkinen. Der Entwurf,
der eine Glasfront vor dem
derzeitigen Bahnhofsgebäude
vorsieht, dürfte allerdings
noch einige Korrekturen er-
fahren. Besonnenheit ist angebracht, denn beim Bau der
Altonaer Bahnhöfe wurden
immer wieder Fehlentscheidungen gefällt. Bis heute bedauern viele den Abriss des
zweiten Bahnhofs, des neogotischen Backsteinbaus von
1898, als Verlust eines städtischen Wahrzeichens.
Die Ausstellung zeigt, dass
schon die Ortswahl für den
ersten Bahnhof des damals
dänischen Altonas ein Fehler
war. Er sollte so nah wie möglich am Elbufer liegen, mit Anschluss an den Hafen. Die Abfertigungshalle wurde daher
nahe am Elbhang errichtet −
was zur Folge hatte, dass die
1844 in Betrieb genommenen
Gleisanlagen den Übergang
von Altona nach
Ottensen erheblich erschwerten.
Die Trasse zerschnitt fast alle
bisherigen
Verkehrsadern.
Aus diesem Grund wurde der
Bahnhof versetzt − aber erst
mehr als fünfzig Jahre später.
Der zweite, der preußische
Bahnhof, entstand gut einen
halben Kilometer weiter nördlich. Das alte Empfangsgebäude erlebte eine beispiellose
Verwandlung. Es wurde im
Semper-Stil zum heutigen
Rathaus von Altona umgebaut. Die Südfassade ist ein
authentischer Rest der ehemaligen Ankunftshalle. Wie
sie früher einmal aussah, vermitteln Aquarelle von Her-
konzentriert, gewinnt es zunehmend an Bedeutung. Das
Telefon wird öffentlich und beginnt gleichzeitig an die Öffentlichkeit zu appellieren.
Das legendäre „Fasse Dich
kurz!“ ermahnt zum korrekten öffentlichen Fernsprechverhalten. Aber es gibt auch
drastische
Telefonverbote.
Während der Kriege beschränkt sich der Fernsprechverkehr auf militärische Kreise. Und 1940 kommt es zu einem der übelsten Verbote:
Dichten Wald und Felder
sieht Klaus Fußmann aus
dem Fenster seines Ateliers
in Gelting. Das schnell
wechselnde Licht des Nordens zieht über die Landschaft und seine Bilder hinweg, die oft der Betrachtung der Vergänglichkeit
gewidmet sind. Fußmann
entwickelte eine bisher
kaum bekannte Art des farbigen Linolschnitts, der
Gouachen nahe kommt.
1989 variierte der gebürtige Rheinländer das Thema
„Grün vor Wald“, sommerliches
Buschwerk
vor
dunklen Baumgruppen, die
als undurchdringlich erscheinen. „Klaus Fußmann. Gemälde und Grafiken“ ist der Titel der Schau
im Altonaer Museum.
CZ
„Italienisches Mädchen“ von Franz Xaver Winterhalter.
Fische und Langusten, feilgeboten von römischen Marktleuten unter südlich-blauem
Himmel vor dem Portikus der
Oktavia, einer der Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadt −
ein Bild für das deutsche Fernweh schlechthin. Dieses Ölgemälde von Michel Neher erwarb 1832 ein Hamburger Senator, der selbst bereits Italien
bereist hatte.
Martin Johann Jenisch fügte damit der Gemäldesammlung in seinen beiden Stadthäusern ein weiteres Kleinod
hinzu. Die damals an die hundert Bilder galten, versehen
mit dem Zusatz „Moderne
Meister“, als hamburgische
Sehenswürdigkeit.
Jenisch
stellte seine Privatsammlung
für Ausstellungen des Kunstvereins zur Verfügung, heute
ist sie eins der ganz wenigen
beinahe vollständig erhaltenen Zeugnisse großbürgerli-
E-Gelb
E-Rot
Fotos: MUSEUM
Die Geschichte der deutschen Marinen
„Du bist so weise,
wie du reizend
bist!“ Bei Shakespeare flüstert
Draga-Titania diese Worte König
Zettel ins Ohr, als
dieser sich zum
Esel degradiert
glaubt. Anspielungsreich setzt
Lyonel Feininger
die Szene in seinem Werk „Ein
zerstörter Sommernachtstraum“
von 1901 ins Bild.
Seine Zeitgenossen erkannten
Alexander von
Serbien, der unter
der Fuchtel seiner
Frau Draga Maschin stand.
L Altonaer Museum, Museumstraße 23,
9. 5.−29. 7., di−so 10−18 Uhr, Katalog, Informationen Tel. 428 11-15 14.
L Jenisch-Haus, Baron-Voght-Str. 50,
bis 31. 8., di−so 11−18 Uhr.
Selbst mit Telegrafendrähten lassen sich zarte Bande
knüpfen. Die Stimme der Liebsten, die Besorgnis des
Liebenden hält das noch junge Medium Telefon fest
in seinen Fäden. Hier eine Liebespostkarte von 1912.
Germania auf dem Meere
mann
Suhr.
Schwarzglänzende Dampfrösser wie
die „Germania“ sind als Modell zu besichtigen. Und zwar
im zweiten Stock des Altonaer
Museums, im Kuppelsaal, der
dank seines Glasgewölbes
selbst beinahe Bahnhofsatmosphäre vermittelt. Hier besteht
auch die Gelegenheit, die Modelle für den neuen Bahnhof in
Augenschein zu nehmen. Baubeginn soll nächstes Jahr sein.
chen Kunstgeschmacks aus
dem frühen 19. Jahrhundert.
Vor kurzem war ihre Vollständigkeit in Gefahr, Freiherr von
Jenisch musste 19 Gemälde
verkaufen, eine Versteigerung
im Auktionshaus Christie’s
war bereits angekündigt. Die
Kulturstiftung der Länder und
die ZEIT-Stiftung sind eingesprungen und haben die Bilder für Hamburg erworben.
Jetzt sind sie noch bis zum 31.
August im Jenischhaus zu bewundern, darunter liebreizende Mädchen beim Bade,
Schiffbrüchige
und
Pilgerinnen. Die Gemälde korrespondieren mit dem von Forsmann und Schinkel in den
1830er-Jahren entworfenen
Landhaus der Jenischs und
dem englischen Landschaftsgarten.
CZ
L Museum für Kommunikation, Stephansplatz 5, Eingang: Gorch-FockWall 1, 12. 4.−26. 8.: „Mensch Telefon − Aspekte telefonischer Kommunikation“, di−so 9−17 Uhr,
www.museumsstiftung.de, Katalog:
36 Mark, Führungen und Begleitprogramm: Tel. 35 76 36-12.
E-Blau
„Schon damals
war das Telefon Symbol
des Gefragtseins,
Imageträger,
Schmuckstück und
familiäres Bindeglied.“
dem Ausschluss von Juden als
Fernsprechteilnehmer.
Noch bis in die Gegenwart
wirkt das Telefon als Prestigeobjekt. Zunächst im Kreis betuchter Individuen angesiedelt, schält es sich allmählich
zum Zeichen von Weltgewandtheit heraus. Filmstars
zeigen sich auf Autogrammkarten mit dem Hörer in der
Hand, in der Werbung signalisiert das Telefon Attraktivität,
und die ersten Autotelefone
schaffen eine deutliche Distanz zwischen gewöhnlichem
und besonderem Kraftfahrer.
Eine Vielzahl von Objekten,
unter ihnen die Pionier-Telefone von Reis und Bell, Karikaturen, Postkarten, Kunstwerke, historische Aufnahmen,
Werbung und Filmsequenzen
umreißen in der Schau
„Mensch Telefon“ die neue
schöne Welt des Telefonierens, ihre intimen, privaten
und öffentlichen Seiten.
Schwarz
träger, Schmuckstück und familiäres Bindeglied.
„Mensch Telefon“ versteht
sich als historische wie soziale
Ausstellung. Nachvollzogen
wird hier die allmähliche Verbreitung des Telefons und seiner Netze. Zunächst auf den
Kreis weniger Unternehmen
Die Jenisch-Sammlung
Klaus Fußmann
L Altonaer Museum, Museumstraße 23, 11. 4.−29. 7., di−so
10−18 Uhr.
Kaum zu glauben: Der große telekommunikative Durchbruch ist gerade erst einmal
drei Jahrzehnte alt. Noch
1963 verfügten nur 14 Prozent
aller Haushalte über einen Telefonanschluss. Aber schon
damals war das Telefon Symbol des Gefragtseins, Image-
Altonas Bahnhöfe: Rückblicke und Ausblicke
Von CHRISTIANE ZWICK
Von WOLF JAHN
„Wähle drei, drei, drei auf
dem Telefon, wähle drei, drei,
drei, und du hast mich schon.“
Seit jeher wusste die heile Welt
der Schlager um die Vorzüge
der Telekommunikation. Ob
heiße Liebe, mutige Geständnisse oder gehauchtes Liebesgeflüster: Mit Hörer und Muschel lässt sichs anbandeln
und unbefangen anonym-intim in den Äther stöhnen. Dem
Telefon gebühren aber auch
andere Verdienste: Körpersprachen,
Notfallverhalten,
Kritzeleien, Witze, Sex, Kunst
und Seelsorge haben mit der
Erfindung des Telefons neue
Dimensionen gewonnen. Ausführlich und mit reichlich Anschauungsmaterial bestückt
geht auf diese „Aspekte telefonischer Kommunikation“ die
Ausstellung „Mensch Telefon“
im Museum für Kommunikation ein.
2
Fotos: MUSEUM
Wie das Telefon die
Welt eroberte
© VG-BILD KUNST
Bequem lebte es sich ehedem für die
deutsche Handelsflotte auf den Meeren. Obwohl nach Großbritannien
und den USA die drittgrößte Flotte ihrer Art, bedurfte man keines eigenen
Schutzes. Dafür sorgten zu Zeiten des
Deutschen Bundes die ausländischen
Fürsten: die Könige von England, Dänemark und Holland. 1848 aber wars
vorbei mit der Herrlichkeit. Der König von Dänemark, der Besitzansprüche auf Schleswig erhob, blockierte
den Küstenhandel. Prompt reagierte
die Nationalversammlung in Frankfurt und rief die erste deutsche Marine, die Reichsmarine, ins Leben. Kosten: 6 Millionen Thaler.
Die
Otto-von-Bismarck-Stiftung
erinnert jetzt in Schloss Reinbek an
die bewegte Geschichte der deutschen Marinen. In zehn Kapiteln, mit
zum Teil unveröffentlichten Bildern
und Textdokumenten, erzählt von ihr
die Ausstellung „Germania auf dem
Meere“. 1998, zu ihrem 150. Jubiläum, blickte die deutsche Marine auf
acht Vorläufer zurück. Insgesamt
neunmal konstituierte sich damit auf
deutschem Boden eine Marine. Die
Seestreitkräfte waren jedoch von so
unterschiedlicher Art und Bestimmung, dass heute im Plural von Marinen gesprochen wird. Die größten,
die Kaiserliche und die Kriegsmarine
des Dritten Reichs, traten betont imperialistisch auf. Aus der „Bundesmarine“ und der „Volksmarine“, beide 1956 aus der Taufe gehoben, entstand schließlich die heutige „Deutsche Marine“. Historisch hat sie verwirklicht, was der ersten nie gelungen ist: eine gesamtdeutsche, einem
freiheitlich-demokratischen
Staat
dienende Marine zu sein.
wj
L Otto-von-Bismarck-Stiftung im Schloss Reinbek, Schlossstr. 5, 21465 Reinbek, bis 14. 3.:
„Germania auf dem Meere. Bilder und Dokumente zur deutschen Marinegeschichte
1848−1998“, mi−so 10−17 Uhr, Führung nach
Vereinbarung Tel. 041 04/ 97 71 0,
Begleitband: 68 Mark.
Seite 6,19
Die Fotografie aus dem
Jahr 1935
zeigt den
Blick in die
Vorhalle des
preußischen
Bahnhofs mit
Gepäckabfertigung.
Das untere
Foto mit dem
Stuhlmannbrunnen im
Vordergrund
vermittelt einen Eindruck
vom städtebaulicharchitektonischen Rang
des Gebäudes. Mit
seinem Abriss in den
1970er-Jahren verlor Altona ein
Wahrzeichen.
Willy Robert Huth
Der Vorwurf, nur seinen
Freund Karl Schmidt-Rottluff zu kopieren, ging dem
jungen
Expressionisten
Willy Robert Huth nahe. Er
verließ Anfang der 20erJahre Deutschland und
reiste durch Europa, um
künstlerisch einen eigenen
Weg zu finden. Die aus Spanien, Italien und der
Schweiz mitgebrachten Bilder trugen ihm schließlich
Anerkennung ein − bis zur
Machtergreifung der Nationalsozialisten, die ihn
mit dem Stigma des „Entarteten“ kaltstellten. Huths
Bilder zeichnen sein Leben
nach und reichen als emotionale Zeitzeugnisse bis in
die Fünfziger Jahre; in dieser Zeit lehrte er an der
Berliner Hochschule für
Bildende Künste. Das Altonaer Museum zeigt die
Retrospektive „W. R. Huth
(1890−1977). Gemälde und
Grafiken“ aus seinem umfangreichen Nachlass. Eine
Auswahl von Grafiken steht
zum Verkauf.
Ausstellung im Museum für Kommunikation
Bauwerke im Zug der Zeit
L Altonaer Museum, Museumstr.
22. 2.−16. 4., di−so 10−18 Uhr.
19
Nr. 42
Sphinx und Sylt
Nicht nur die Liebe zu
leuchtenden Farben verbindet Vater und Sohn. Will
Sohl ließ seinen Sohn Pieter
schon als Jungen eine kleine Ecke seiner Ölgemälde
gestalten. Der Ludwigshafener widmete sich seinen
Motiven Sylter Strandgut,
Dünenlandschaften, aber
auch Trapezkünstlern im
Zirkus mit pastosem Pinselstrich. Eine gewisse Melancholie unterläuft das
theatralische
Farbspiel.
Für das Theater arbeitete
der Vater als Bühnenbildner, der Sohn ließ sich vom
Phantastischen
inspirieren. Pieter Sohl, geboren
1933, formt Masken und
Phantasiewesen − Sphinx
und Zyklop − aus Aluminium. Beider Werke zeigt das
Altonaer Museum jetzt in
der
Doppel-Ausstellung
„Will und Pieter Sohl.
Aquarelle und Plastiken“.
MUSEUM FÜR KOMMUNIKATION, BARLACH HAUS, BISMARCK-STIFTUNG
HA-Museum
ALTONAER MUSEUM
Feininger-Schau im Barlach Haus
„Gott vergib mir das schlechte Bild.“
Ein Stoßgebet sandte Lyonel Feininger gen Himmel, als er 1905 zunehmend Schwierigkeiten mit seinem
Job bekam. Dabei war sein Ruf nicht
einmal der schlechteste. Als einer der
anerkanntesten Karikaturisten bediente Feininger mehrere satirische
Blätter, wurde in seiner Heimat, den
USA, verlegt und lieferte hochgradige
Illustrationen für Bücher. Als werdender Künstler aber schmeckte ihm
die Auftragsarbeit immer weniger.
Dennoch: was Feininger in jungen
Jahren als Karikaturist und Zeichner
vollbrachte, ist erstaunlich. Im Ernst
Barlach Haus informiert darüber die
Schau „Lyonel Feininger. Lustige
Blätter“. 60 Arbeiten auf Papier aus
den Jahren 1897 bis 1911 zeigen den
satirischen Karikaturisten, den Feininger der ersten Natur-Notizen,
freien Zeichnungen und skurrilen
Einfälle. Alle Blätter, darunter etliche der raren Originalkarikaturen,
entstammen
einer
Privatsammlung.
wj
L Ernst Barlach Haus, Baron-Voght-Str. 50a; bis
29. April, di−so 11−18 Uhr, Katalog 28 Mark.
Neun Marinen
existierten bis
dato auf deutschen Gewässern. „Das erste Kaiserwort“
im neuen Jahrhundert (Postkarte von
1900) galt der
vierten, der
„kaiserlichen
Marine“.
Foto: MUSEUM
LL
6
L
A: T:\TABLOID\ZUSTAND\006MS192.DF Uhrzeit: 16:42:37 16.Feb 2001 Letzter Bearbeiter:
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