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Architektur einmal anders - Kulturtankstelle Döttingen

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Medieninformation
Architektur einmal anders
Capriccio, Fiktion, Spurensuche und anderes mehr von
zeitgenössischer Architektur in der Kulturtankstelle Döttingen
Mit ihrer Winterausstellung widmet sich die Kulturtankstelle Döttingen zum
ersten Mal der Architektur. Und dies tut sie gleich auffallend experimentell:
Die Ausstellung ‹Architecture. What else?› lotet die Ränder des Fachs aus.
Nicht nur greift die Auswahl der Werke über die Disziplinengrenzen hinweg,
sondern diese zeigen auch einen ungewohnten Blickwinkel auf die
Architektur. Die Grenzüberschreitung ist Programm.
Döttingen, im Oktober 2014
Seit jeher beschäftigt Architekten eine Frage: Was ist Architektur? Dies ist heute
allerdings nicht mehr so einfach zu beantworten wie zu Vitruvs Zeiten, als sie schlicht das
Fach, die Disziplin des Architekten war. Der Begriff Architektur hat heute nicht nur
mehrere Bedeutungen, sondern auch das Berufsgebiet des Architekten lässt sich nicht
mehr auf dasjenige eines in der Domäne der Baukunst ausgebildeten Fachmanns, der
Bauwerke entwirft und gestaltet, Baupläne ausarbeitet und deren Ausführung einleitet
und überwacht reduzieren. Die Bauindustrie erlebt einen Wandel hin zu Standardisierung
und Optimierung. Folglich unterliegt die traditionelle Funktion des Architekten
tiefgreifenden Veränderungen. Er wird für viele im besten Fall zum Image-Berater und im
schlimmsten zum Computer-Techniker. Angesichts dieser Verschiebungen stellt sich die
Frage nach Wesen und Gehalt der Profession.
Die Wirkung von Architektur
«Alles ist Architektur» lautete 1967 Hans Holleins programmatischer Ausruf. «Architekten
müssen aufhören, nur in Bauwerken zu denken. Erwähnt sei auch die Verlagerung des
Gewichtes von Bedeutung zu Wirkung. Architektur hat einen ‹Effekt›.» Das hat heute, ein
knappes halbes Jahrhundert später, noch eine bemerkenswerte Aktualität. Die von
Mateja Vehovar und Stefan Jauslin kuratierte Ausstellung ‹Architecure. What else?›
widmet sich den Fragen der Wirkung von Architektur und erforscht ein erweitertes
Berufsverständnis. Verschiedene Architektur- und Kunstschaffende stecken das
Territorium ab. Dabei stehen nicht Modelle oder Pläne eigener Bauten und Projekte im
Vordergrund, sondern das ‹What else?› Was ist Architektur neben der schieren
Produktion von Bauwerken?
Die Ausstellung fragt nach der Rolle des Architekten in einer komplexen
Gesellschaftsstruktur, seinem Selbstverständnis, präsentiert zeitgenössische
Architekturprogramme und visionäre urbane Konzepte. «Wir zeigen Denkansätze und
Positionen. Wir beleuchten soziologische, ökonomische, ökologische und technologische
Aspekte und wir überprüfen das Potential der architektonischen Setzung und ihrer
Wirkung im Kontext », so Stefan Jauslin zur Absicht der Schau. Mateja Vehovar ergänzt:
«Wir stellen uns der Frage, ob in einer saturierten Gesellschaft noch Bedarf nach Utopien
und Ideologien besteht oder ob wir in einem Zeitalter des ‹Anything goes› in Lethargie
verfallen. Die neuen Herausforderungen wie Klimawandel, Wirtschaftswachstum oder
soziale Gerechtigkeit sind inhärent die Architektur betreffende Themen.»
Neben gesellschaftspolitischen Fragen beschäftigt sich ‹Architecture. What else?› auch
mit konkreten Erscheinungsformen gebauter Umwelt: Ist die Physis des Raumes in der
Gesellschaft des Spektakels noch wesentlich oder zählt nur noch das Bild? Wie relevant
ist der Ort im Zeitalter von Vernetzung und ständige Erreichbarkeit? Welche Bedeutung
hat die formale Erscheinung von Architektur? Die ausgestellten Arbeiten stellen
Individualität versus Stereotyp, lokal versus global, Erfindung und Originalität versus
Sampling und Remix.
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Denken und experimentieren
Mit ‹Architecture. What else?› schafft die Kulturtankstelle eine Plattform des Denkens und
des Diskurses. Sie bietet Raum für Experimente und Entwürfe aber auch für Erforschung,
Analyse, Sichtung und Überprüfung. Dabei stellen die Kuratoren keinen Anspruch auf
Vollständigkeit oder gar auf Absolutheit. Vielmehr will die Ausstellung selber Experiment
sein und lustvoll Formen des architektonischen Diskurses untersuchen.
‹Architecture. What else› ist vielgestaltig. Die Ausstellung zeigt unterschiedliche
künstlerische und experimentelle Positionen. Mit Rauminstallationen, Bildern,
Photographien, Videos und Objekten wirft sie einen kaleidoskopartigen Blick auf den
zeitgenössischen Architekturdiskurs – analytisch, spielerisch, nostalgisch oder utopisch.
Die Beteilgten beschäftigen sich mit Stadtraum und Agglomeration. Sie fragen nach
Relevanz und Repräsentanz. Happenings und Live Events im weiteren Umfeld der
Kulturtankstelle ergänzen die Ausstellung: Ein Spaziergang mit Urbanisten hat
beispielsweise zum Ziel, verschiedene Aspekte von öffentlichen Räumen zu sammeln,
ihre Potenziale zu diskutieren und einige weniger bekannte Ecken Döttingens zu
geniessen. Eine neue Form der theoretischen Diskussion stellt auch die ‹Architecture
Theory Slam› dar. Acht Autoren und Autorinnen stellen sich mit Kurztexten wie bei einer
Poetry Slam dem Wettkampf. Dem Sieger winkt eine Flasche Whiskey.
Um eine fruchtbare Architekturkultur zu bewahren, muss Architektur eine dynamische
Kunstform sein. Ihr Zentrum bewegt sich idealerweise fortwährend, angetrieben von
denjenigen, die die Ränder verändern. Dazu bedarf es Gestaltung und Forschung, die
bereit ist, gegebene Grenzen zu überschreiten, bekannte Schranken zu überwinden und
mit Konventionen zu brechen. In der Kulturtankstelle Döttingen ist nicht nur zu sehen, wie
dies gehen kann, sondern auch, wie lebendig das Schweizer Architekturschaffen abseits
der grossen Produktion ist.
Textumfang ca. 5˙000 Zeichen
Abdruck frei – Belegexemplar erbeten
Weitere Unterlagen und Bildmaterial stehen ab dem 31. Oktober 2014 zur Verfügung
Facts
Ort:
Konzept und Kuratorium:
Mit Werken von:
Vernissage:
Ausstellungsdauer:
Öffnungszeiten:
Veranstaltungen:
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Kulturtankstelle, Hauptstrasse 78, 5312 Döttingen
www.kulturtankstelle.ch, +41 79 402 89 59;
info@kulturtankstelle.ch
Mateja Vehovar und Stefan Jauslin
Camponovo Baumgartner Architekten; Rolf Derrer; Frei+Saarinen
Architekten; Michael Hirschbichler; Sergej Klammer; Eloisa Avila,
Hans Leidescher und Mikel Martinez; Trond Maag und Tamara
Kocan; Antonio Scarponi; Miriam Steinhauser; Stich und Oswald;
Weyell Berner Architekten
Donnerstag 30.10.2014, 19:00 Uhr, Einführung: Stefan Jauslin
31.10.2014-07.12.2014
jeweils Freitag & Samstag 14-18 Uhr oder nach tel. Vereinbarung
Samstag, 22.11.14 18:00: Architecture Theory Slam.
Sonntag, 23.11.14 11:00: Jazz-Konzert mit Barbara Balzan
(Gesang), Gregor Müller (Piano), Silvan Jeger (Cello).
Finissage 07.12.14. 11:00: Walkshop mit Tamara Kocan und
Trond Maag, www.askthebat.info, anschl. Apéro
Die Kulturtankstelle
Die Kulturtankstelle in Döttingen bietet seit sieben Jahren für Künstler der bildenden und
darstellenden Kunst sowie jungen, talentierten Musikern eine Plattform, die es ihnen ermöglicht mit
Kunst- und Kulturinteressierten zusammenzutreffen. Die Idee dahinter: Eine Tankstelle, in der man
Kunst und Kultur tanken kann.
Die Kulturtankstelle organisiert jährlich vier Kunstausstellungen, welche jeweils ergänzt werden mit
Sonntagskonzerten, Lesungen und anderen Kulturanlässen. Mit bisher über 30 Ausstellungen und
100 Kunstschaffenden der zeitgemässen schweizerischen Kunstszene hat sich die Tankstelle an
der Hauptstrasse zu einem Haus der Kunst entwickelt.
Mit diversen Besuchen von Schulklassen aus der Region leistet sie einen Beitrag, Kunst und Kultur
auch der Jugend etwas näher zu bringen. Die Vermittlung von Kunst & Kultur mit Ausstellungen,
Führungen, Lesungen und Konzerten ist einzigartig in der Region. Dieser Kunst-Treff der
besonderen Art wird mehr und mehr auch überregional wahrgenommen, was der jährlich steigende
Besucherstrom zeigt.
Der Förderverein BKT
Vor gut drei Jahren wurde der Förderverein BKT ins Leben gerufen, der die Aktivitäten der
Kulturtankstelle ideell und finanziell als gemeinnütziger Verein unterstützt. Mittlerweile zählt der
Verein über 100 Mitglieder, Gönner und Sponsoren, welche einen wichtigen Beitrag leisten für
unsere Region, für seine kulturelle und lebendige Vielfalt. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt die
finanzielle Deckunglücke zu schliessen, um das Kunsthaus in Döttingen auch in Zukunft betreiben
zu können. Dies kann nur gelingen, wenn es dem Verein gelingt, weitere Mitglieder und Sponsoren
zu akquirieren. Weitere Infos sind zu finden unter www.fbkt.ch oder www.kulturtankstelle.ch
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Kunst und Fotos
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