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Ds Halbkantöndligeistli (eine einviertelfiktive geschichte) O wie

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Ds Halbkantöndligeistli
(eine einviertelfiktive geschichte)
O wie wechseln Berg und Tal
Land und Wasser überall
Hügel und Wälder,
Wiesen und Felder
Dort, unter der Felsenwand
wie ein blaues Seidenband
fliesst durchs laues Weidenland
die Birs in den Rhein
bis man die Dächer der Stadt
in Sichtweite hat.
Stolze Monumente aus Sandstein!
Wie friedlich muss dies‘ Land sein!
Leider - nein.
Denn der Schein
trügt:
Die Chemie stimmt schon lange nicht mehr, doch man riecht
sie nicht wie am Bahnhof die Luft
sie stinkt nicht, weder duftet sie, sie hat kein Gesicht.
Sie ist UNsichtbar, UNriechbar, UNspürbar, UNTOT…
Sie isch: ER!
De Kant-…ähmm - Halbkantönligeist!!
Er luurt uns uf, wenns zwölfi schloht
Isch ein wo gärn an Grenze goht.
Zum se nochezieh und unterstrieche
Rund um Rieche
Kurz nach Ammel
Jo, händ nur Bammel!
Er isch nid us Fleisch und Bluet
Und doch hebt er sich guet –
Well ihn nährt:
Unsicherheit und Hass
Klischees und Angst
Drum luegt er dass
Er wachse cha und schlich vo Wand zu Wand,
und fest in siner chalte Hand isch der Rotstab vo Lieschtel und vo Baselland.
Die Felsnasen mächtig
Die Rebberge prächtig!
Alles grünt und blüht
Frei und schön liegt das Baselbiet
Und das gelbe Drämmli scheint mit der Sonne um die Wette.
….Es ist eine Wonne, dies Wetter
Denkt Sabine im hinteren Wagen
Was soll man sagen: 31 Grad rund um Basel,
ja in der gesamten Nordwestschweiz!
Sagt „20 Minuten“, die Zeitung der Region,
sie denkt, ich mein nur; was macht das schon – sie denkt, nun, was macht das schon
Wenn Land und Stadt dasselbe Wetter haben
Die gleiche Klimazon‘
Kaum abweichende Vegetation,
vom einen zum andern Kanton.
Sie steigt um, denkt, gell
In grün fahren sie ja genauso schnellWürde man sie nur fahren lassen
Statt sich gegenseitig zu hassen!
Es ist eine verfahrene Situation
Statt zweigleisig
zu planen, will man eisig
Probleme umfahren.
Und anstatt der Trams, muss man nun die Chefs
be-sänft-igen,
denn: BLT und BVB streiten sich
Es geht weder vor noch zurückWegen einem 250 Meterstück.
Die haben doch alle n Margarethenstich!
Die BLT werden gelb vor Neid
Die BVB ärgert sich grün und (grün-)blau
Und dass Basel wieder einig wär
wünscht sich au
der BVBär!
Nun steigt sie aus.
Sie trägt einen Schal, trotz Hitze.
Rotblau.“ füre FCB tueni gärn schwitze!“
Und in der Muttenzerkurve sitzen
Lauter Baselländler,
laute Baselländler!
Als wollten sie sagen: „gsehnder!
Mir wärde ehnder wiene Invasion
Us de ganze Region
Chömme mir ins Stadion.
Me weiss nümme:
Liegts in Basel oder Münchestei?
Well das isch eh gli einerlei!
Halbkantönligeist, du JOGGELI,
hesch das nid gseh?!
hesch das nid ghört?
Das isch doch unerhört!
Jetzt no meh,
jetzt ersch rächt
Jetzt gohts Eu schlächt!
…Langlang nachem Matsch, wenns zwölfi schloht
Unds Geistli zur Pegoraro goht
Lies neben ihri Ohre stoht,
do flüstert er:
eey, Peggy! fusioniere
würdi nid probiere!
Ihr händ doch alles Geld verbrucht
Zum Spekuliere
Und überhaupt: Wie söll das funktioniere,
willsch alles umorganisiere?
Swürd nur lähme, nur blockiere,
und ächti Baselbieter brüskiere!
Du willsch doch keini Wähler verliere?
Du willsch doch nid din Job riskiere?
Ich mein: Ei Kanton brucht ei Regierigsrot
Was meinsch, welle näme si – de wo Geld bringt, oder de in Not?
Sabine, pass uf, susch bisch gli so tot
wieni, gligli...
Und bi dene unsichere Finanze!
Chum, tue dene echli uf de Nase umetanze!!
Stand ih für dis Land, mit Herz und Verstand,
das machsch du scho rächt mit Name und (vor allem) mit Gschlächt
das isch guet, weisch, fürd Quote!
So stoht er und droht er.
Mitem Rotstab vo Liestel und vo Baselland.
Denn goht er –
Em Lauber dIdee go verwebe und em Weber Laub in Kopf go schütte.
Kinder rennen froh umher,
der Wind spielt in den Bäumen
Sie fliegen hin und lachen sehr
Am Brunnen lässt sichs träumen
wie man früher, im Bubenkamisol
auf dem Petersplatz
sich gefühlt so wohl
und frei als wie ein Spatz.
Und im ehrenwerten Kollegienhaus,
tauschen sich Studenten aus
Man sieht sie plaudern und quatschen,
lachen und schwatzen
Worüber wohl?
„Was söll de Scheiss!“, sagt einer, die Gruppe bleibt stehn.
„Hundertfuffzig meh im Semester und nur welll die in die eigeni Täsche gwirtschaftet hän!“
„Ich kanns ja auch nicht verstehn“, sagt jemand anders.
„Dass Baselland der Uni weniger zahlen will, auch wenns die Basler Uni ist.
Ich meine: Gibt’s eine in Liestal?
Hinter den Bäumen schwebt er umher
und nun schleicht er
zwischen die Gruppe, flüstert „Gsehnder?
Das isch wäg dene Baaaaaaaaaaaaaasler!!!
Doch keiner hört ihm zu. „Waas, ey“, denkt er, „so ein Mist!“
Immerhin ist Zwist.
(sein Vater war ein Poltergeist)
Und er hat mitgemischt, ganz dreist,
är, de Kant…ähm.. Halbkantönligeist!!
HJÄHJÄHJÄ!!!
Er luurt uns uf, wenns zwölfi schloht
isch ein wo gärn and Grenze goht. (das isch sin Bruef)
In Schönebuech
Hett er kei schöne Ruef
Und in Ammel händs amel Bammel!
Es verloht sie schnell dr Muet,
will är isch nid us Fleisch und Bluet
er schlicht vo Wand zu Wand,
und fescht in siner chalte Hand isch der DROHSTAB vo Lieschtel und vo Baselland.
Es ist Nacht und Gott
Hat die Stadt
In treuer Hut
Gibt den Bewohnern frohen Mut
Dort unten trinkt man Wein
er mundet so gut
aus Baselbieter Hügeln
lässt die Fantasien beflügeln,
„Wir werden bald zügeln“, hört der Geist von oben, fliegt näher,
„nach Münchenstein, da können wir einen Garten haben und die Kinder können zur Schule
laufen, das ist praktischer. Und in Stadtnähe sind wir immer noch…“
Der Geist - rümpft die Nase…
fliegt weiter
Dort ist das Theater in seinem grossen, hässlichen Bau.
Dass Baselland nicht mehr subventioniert war schlau
von ihm, denkt der Geist,
die kommen sicher nicht, wir haben unsere eigene Schau:
„Theater auf dem Lande“…
Heute, life im………..Landrat
Morgen dann im Alltag…
Unser Geistli lacht und kichert,
er ist sich seiner Sache sicher
Doch da sieht er sie stehen, sieht sie rauchen
Hört sie reden, sie sagen, wir brauchen
Mehr so Stücke wie dieses.
Aber das Geistli schauderts, es war ein ganz fieses –
Er hat durchs Fenster zugeschaut
Es hat ihm immer fester gegraut
Es ging um
Grenzenlosigkeit
doch
Was ist man ohne Grenzen?
Wie definiert man sich ohne Rand?
Ohne: Hier ich und dort unbekannt?
Man
ist
schliesslich
Baselländler
weil
man
nicht
Basler
ist.
(Und aus demselben Grund ist man Schweizer)
Und genau Das weiss er!
Drum hört er nicht gern,
wenn die da unten reden.
Über Basel, über Bern
Über die ganze Schweiz. Über Europa und sogar
über Gott und die Welt!
Und es gefällt ihm nicht,
denn das sind Ländler und Städter bunt durchmischt,
die einen trinken gehn.
es stinkt ihm sehr,
sie trinken Eptinger
und Ueli Bier,
sagen, es gefällt mir hier
sagen, wir gehen am Sonntag wandern,
im Baselbiet, ins Kaltbrunnental
und die Ländler sagen nicht,
ihr könnt mich mal,
sie sagen, da würd ich gern sein,
aber am Sonntag haben unsre Kinder Konzert
mit dem Orchester der Stadt.
Und danach
gehen wir schwimmen im Rhein…
Der Geist- muss zu
sehn, swird schlimmer, wie kann das sein
das Geistli fühlt sich so allein.
Fühlt sich so… unvollkommen.
So… wie eine halbe Portion.
Debi isch ÄR doch s Kantön- ähm, also… hachjo…
Wär kennt scho d Not vom Halbkantönligeistli
Es schilet zur Stadt; het Chriesi ufem Chleid
Wer kennt scho die hütig Sörgeli und Ängstli
Vom Geistli wo all meh zämmegheit.
(well me Land und Stadt gli zämmeleit.)
Do gesht er, versteckt,
dört, ganz im Eck
e schwarzi Gstalt,
spürt wie sis Bluet wallt,
wiener dFüst balltdas: Isch.
SBaselstadthalbkantönligeistli!
Und au es: Sitzt dört wiene Hüfli Elend. Er isch e chli chliner als er und schwarz, aber
ansunschte gseht er ganz genau glich us! So glich wienes Spiegelbild!
O wie wechseln Berg und Tal
Land und Wasser überall
Dort, unter der harten Felsenwand
fliesst wie ein schwarzes Seidenband
durch nächtlich-laues Weidenland
die Birs in den Rhein
bis man die Dächer der Stadt
in Sichtweite hat.
Dunkle Monumente aus Sandstein!
Doch da!: Ein greller Schein!
Ein Geistesblitz
Ein KANTÖNLIGEISTESBLITZ!
Eine rote Gestalt sagt zur Schwarzen:
Hey, du Herresöhnli
-Jo, du halbs Portiönli?:
Und, händr no tönli,
er nimmts nid persönli, seit:
„ohni Witz:
Ich hane Halbkantönligeistesblitz“
Der ander luegt ent-geistert, bitz
Well er seit: „Halt hütte, jitzt.
Entspreche mir nüm em Zitgeist!“
Und er seit ganz be-geistert:
Weisch
Geischt
isch verbi, dZuekunft heisst
Esprit…
Der Mond scheint, der BVBär schläft.
Und im neuen Tango eng umschlungen,
Ist der Baslerstab mit seiner Hand
in der des Rotstabs von Liestal und von Baselland.
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Seele and Geist
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