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Kegeltour 2006: Wie es die Promille Prinzen schafften, für drei

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Kegeltour 2006: Wie es die Promille Prinzen schafften, für drei dreieinhalb Tage fast
vollständig auf ihr geliebtes Bier zu verzichten….
Die Kegeltour im WM-Jahr, herbeigesehnt von allen Beteiligten, seit der Kirmes DAS
Gesprächsthema in unserer geliebten Heimatgemeinde, begann mit einer sagenhaften
Überraschung. Wie immer hatten die beiden Planer, diesmal waren es Fricki und Dalli, ein
wohlgehütetes Geheimnis zu bewahren: den Zielort der Tour. Es gelang ihnen diesmal
sagenhaft gut, denn obwohl sich nicht nur sämtliche Kegelbrüder, sondern eigentlich das
halbe Dorf den Schädel zermaterte, wohin die Reise führen würde: Auf das tatsächliche Ziel
wären wir nie gekommen. Alles hatten die Rätsler in Erwägung gezogen: Norderney, Prag
(wohin es einen anderen Kegelclub verschlug), Madagaskar, Vietnam, Hongkong, Rinkerode,
selbst San Marino oder Luxemburg. Aber niemals wäre einer darauf, dass es nach
MALLORCA ging. Niemals. Selbst der Salon Borgmann hatte sein Übriges dazu getan, dass
diese Endstation nicht nach außen drang.
Genug der Ironie: Start war diesmal am Freitag Abend. Um 21.45 Uhr ging es los ab
Ascheberger Bahnhof. Vorher trafen sich alle teilnehmenden Prinzen bei Daldrup, um sich
gebührend einzustimmen. Lediglich Patti zog den direkten Weg zum Breil vor.
Währenddessen lagen sicherlich drei andere Promille Prinzen mit Gewissensbissen und
Herzchenbluten im Bettchen und konnten kaum schlafen: Hessel, Kleppo und Hommi
konnten die Reise leider nicht mit antreten, waren aber sicher in Gedanken genauso immer bei
uns wie wir bei ihnen.
Nun denn, auf ging’s in die Schlacht. Die kurze Fahrt bis zum Dortmunder Hauptbahnhof
versüßte uns der jüngst von seiner Asientour zurück gekehrte Long John Silver mit einem
ganz besonderen Mitbringsel in zehnfacher Ausführung, das, sehr klebrig konzipiert, manches
Mal durchs Abteil erster Klasse flog und für alle Promille Prinzen eine gute Ablenkung wie
Einstimmung darstellte. Weiter ging’s aus der Westfalenmetropole per Zug nach Köln. Dass
der eine oder andere Kegelbruder schon auf dieser kurzen Strecke verloren schien, ist nur eine
Randnotiz. Genau wie die Tatsache, dass der Lange erstmals als Schreckgespenst für
Mitreisende in Erscheinung trat oder dass die erste kleine Meier-Zündkerze angesteckt wurde.
In Köln angekommen hieß es Umsteigen in die S-Bahn gen Flughafen. An dieser Stelle sah
sich der Fahrtenausschuss – in den Augen des Autors dieser Zeilen verfrüht – gezwungen, das
Endziel preis zu geben: Mallorca. Aha. Na gut, machen wa! Eine weitere Fußnote: Auf der ca.
dreiminütigen S-Bahn-Fahrt kam dem Club der gesamte Vorrat an alkoholischen Getränken,
sprich: Bier (sollte eh nur eine Nebenrolle spielen), Dirty Harry, Wodka, abhanden, weil
irgendwer ihn einfach im Abteil vergaß. Die Vagabundenszene der Domstadt soll den
Promille Prinzen, unbestätigten Berichten eines Kölner Boulevardblatts zufolge, daraufhin
eine Gedenkstatue nahe den Jahnwiesen errichtet haben.
Naja, ab ins Flugzeug, was sich lapidar anhört, dauerte allerdings mehrere Stunden. Endlich
im Flieger war es schon tiefe Nacht, ca. 3 Uhr. So kam es, dass nach langem Flug –
verbunden mit starkem Ohrenschmerz – endlich die Insel der Träume vor unseren Augen lag.
Vom Airport, wo Pattis Koffer so manche Ehrenrunde auf dem Laufband drehte (O-Ton des
Besitzers: „Die haben einfach mein Namensschild abgemacht!“), ging es per Taxi ins Hotel.
Der Lange, unser Weltenbürger, packte zu diesem ersten Zweck seine vorzüglichen SpanischKenntnisse aus, um unseren Chauffeur um einen Tanz oder einen Kuss oder was auch immer
zu bitten. Dann stand die zehnköpfige Kombo endlich vor dem Gemach der nächsten drei
(kurzen) Nächte: das Hotel „Leman“, sprich: „Lömoong“ oder „Lemmann“.
Problem Nr. eins: Es war 6 Uhr und die Zimmer waren offenbar erst um 7 Uhr bezugsfähig.
Und die Suche nach einer brauchbaren Kneipe um diese Uhrzeit gestaltete sich schwieriger
als gedacht, sodass nach langer Wartezeit dann doch erstmal alle ins Bett fielen. Alle? Nein,
nicht alle. Da gab es noch die beiden ältesten Mallorca-Veteranen unter uns. Den Langen
Vieth seines Zeichens Schlagerstar und seinen ewig treuen Adjutanten Gulli Frieling. Die
beiden konnten sich einfach noch nicht damit abfinden, dass es schon gegen 7.30 Uhr in die
Federn gehen sollte. Und so suchte das Durstige Duo die nächstbeste Ranzkneipe auf,
verschanzte sich dort für einige Stunden und verschaffte sich schon einmal einen kleinen
Wissensvorsprung gegenüber den Kollegen.
Als gegen 12 Uhr der erste der anderen Acht, man munkelt, es sei Alpen-Zanetti Altensell
gewesen, das Tageslicht erblickte, kamen die beiden Besoffskis gerade erst wieder im Hotel
an. Zwar fiel es ihnen nicht leicht, in Kommunikation mit den Kegelbrüdern zu treten, doch
schnell wussten diese: Da hatten zwei durchgesoffen. Was sich auch besonders im Benehmen
des Langen bemerkbar machte. Dass es sich dabei um harmlose Gerstensäfte gehandelt
könnte, war nicht anzunehmen.
Nach und nach erwachte jeder Einzelne schließlich. Nach ein paar Runden oder Sprüngen
im/in den Pool waren alle wieder bei 100 Prozent. Bis auf Long und Dick eben, die sich doch
lieber in ihre Kojen begaben. Und so den ersten von zwei unvergleichlichen Nachmittagen
verpassten. Nach einem kurzen, teuren und unspektakulären Imbiss nahe dem Hotel ging es
zum Ballermann 6, wo die Kegelbrüder Hobsch und Ette gleich auf ihre sehnlichst erwarteten
Geschäftspartner vom schwarzen Kontinent trafen und mit viel Verhandlungsgeschick die
ersten Millionen-Deals einfädelten, die wohl nicht nur der mallorqinischen Wirtschaft,
sondern auch der deutschen wieder auf die Beine helfen dürften. Nur ein Beispiel: „Wolle
Brille?“ „How much, Bingo?“, „20 Euro“, „3 Euro“, „No, 20“, „Forget it. 5 or you leave the
place“, „Okay, choose one“. Nachdem sich fast jeder (außer Köter) mit einer neuen
Sonnenbrille eingedeckt hatte, konnten endlich die ersten Sangriaeimer die durstigen Kehlen
hinunter geschüttet werden. Hobsch, der ein leckeres Bier trinken wollte, wurde das vom
Kassenprüfer (!) Karl Daldrup strengstens untersagt. Und dann ging’s auch schon weiter. Im
Megaparc musste die lustige Truppe feststellen, dass nichts mehr ist, wie es mal war. Der
letzte Besuch einiger liegt allerdings auch schon vier oder fünf Jahre zurück. Also brauchten
die freundlichen Straßenhunde ein neues Häuschen zum Aufwärmen: das oder die oder der
Bamboleo. Es war übrigens super Wetter, ca. 30 Grad und etwas Wind. Also, Geschichte
geschrieben wurde aber drinnen, im Bamboleo eben. Zunächst noch etwas leise, dann aber
immer lauter und fröhlicher lebten sich die Prinzen in ihrem neuen Open-Air-Business-Hotel,
das direkt neben dem Nicaragua gelegen ist, ein. Die Schlüsselszene ereignete sich, als sich
Menta Autering – bis dahin kaum aufgefallen – von seinem Barhocker erhob, irgendetwas
Unverständliches brüllte und dann auf Ex einen 1-Liter-Krug Kaktus-Bier leerte! Was auch
immer das war – keiner mochte es richtig! Das passiert halt, wenn man Karl bestellen lässt!
Plötzlich drehte sich das Prinzen-Karussell und selbst notorische Schnapsverweigerer wie
Rellmann ließen sich nicht mehr lange bitten – nachdem er nicht in die Runde eingezahlt
hatte, nahm er dieses kostenlose Gastgeschenk seiner Kegelbrüder gerne an. Danach wurde es
ein schöner Nachmittag in geselliger Runde. Mit viel Musik, viel Gesang, vielen
Geschäftspartnern vom schwarzen Kontinent, einer Menge neuem Klimbim und vielen neuen
Bekanntschaften (z.B. Günter Grass oder Bernie Vieth oder auch Hannes Schulick). Als das
achtköpfige Tandem sich kurz vor den heute-Nachrichten auf den Weg ins Hotel machte,
waren sich alle sicher: „Jetzt wird’s was. Jetzt hat die Kegeltour begonnen.“
Im Hotel beanspruchten dann einige den Pool, andere das anspruchslose Buffet, wieder
andere das eigene Bett und Long und Dick waren auch auf einmal wieder (halbwegs) wach.
Das Abendprogramm, clever ausgetüftelt vom Orga-Team, konnte beginnen. Gott sei Dank
bot uns der Bierkönig eine gute Gelegenheit, das sagenhafte 1:0 der deutschen
Nationalmannschaft gegen Irland zu bewundern. Dort wurden dann auch all unsere
Befürchtungen wahr: Auch andere Ascheberger hatten sich auf die Insel verirrt. Doch das war
halb so wild, schließlich waren es alte Bekannte, die das gleiche Ziel wie die Promille Prinzen
im Sinn hatten. So kamen zum Beispiel die Eiskalten Engel oder der „größte Bohrer
Aschebergs“ (O-Ton Karl Daldrup junior) Jopp Frye in den Genuss, mit den zehn
Langzeitkeglern den einen oder anderen zu naschen. Frieling traf sogar auf eine
Arbeitskollegin, die ihn gesucht hatte. Der Abend fand schließlich ein geruhsames Ende im
Riu Palace. Geruhsam ist dabei relativ, denn die Variationsvielfalt der Cocktailkarte
beeindruckte selbst hartgesottene Longdrinkspezialisten wie den Kegelvater. Bier gab’s im
„Wohnzimmer Mickie Krauses“ (O-Ton Long John) allerdings nicht zu kaufen. Schade.
Wohin sich jeder einzelne im Laufe des Abends noch so verirrte, kann der Autor dieser Zeilen
leider nicht mehr detailliert nachvollziehen. Fest steht: Makke und Fricki eilten in guter alter
Tradition ins Bett.
Der nächste Tag hatte zunächst eine Überraschung für einige parat: Wir waren ja immer noch
auf Malle. Damit hatte ja nun wirklich niemand rechnen können. Also ging es flugs wieder an
die Schinkenstraße, wo das Bamboleo uns bereits sehnlichst erwartete. Naja, die Zeit verging
wie im Fluge. Ebenso wie das Kleingeld, das unser Kassierer Makke von jedem einsammelte.
Erlaubt war laut Club-Vorstand nur der Verzehr von WoLe, BaCo, CuLI oder kleinen
Zwischengetränken wie Ramazotti. Nein, wir sind keine Geldvernichtungsmaschinen. Ganz
harmlose Gesellen sind wir, die sich die Zeit mit lustigen Spielen vertreiben wie „Der Lange
ferngesteuert“, „Der Kegeltourtanz“ (haben Höge und Hobsch heimlich auf Vieths Terrasse
geübt) oder „Make a Geschäft with the Black about a Dolce&Gabana Gürtel“. Zu letzterem
Spiel meinte Ette nur trocken: „Ey, ich fälsche die Dinger selber. Mich kannste nicht
abziehen.“ Da auch dieser traumhafte Nachmittag schnell zu Ende ging – natürlich nicht,
bevor uns Manni Altensell mit seinen Kollegen über den Weg gelaufen war oder Hobsch
endlich seine Lauschäpper-Freunde aus KarlsRUHE getroffen hatte – ging es zur Speise, zum
Baden oder zur Beruhigung des Pulses zurück ins Hotel. Allerdings vertrieben sich einige
auch die Zeit am Ballermann 6, wo zwei Österreicherinnen den Langen konsequent ganz
bezaubernd „Jonnnääää“ nannten.
Abgesehen davon ging es am Abend schnell weiter in ein unbekanntes Kneipodrom, das die
Horde nach einigen Zwischenfällen auch schnell wieder verließ. Nächste Station war derweil
wieder der Bierkönig. Dort genügte den Promille Prinzen ein etwa 25 Quadratmeter großes
Eckchen, um sich den ganzen Abend an dieser Stelle aufzuhalten. Einzig notwendige Zutaten:
Dallis Koordinationssinn beim Bestellen von Bacardi-Cola, ein breites Portemonnaie, zwei
Bekanntschaften aus Stuttgart, etwas zu Naschen für den Stellvertretenden Kegelvater (nein,
nein, kein Whiskas, kein Chappie), ein paar ältere Frauen zum Tanz, eine erfundene CallboyGeschichte verbunden mit viel Herzschmerz, ein koksender Doppelgänger von Hany Holz
und jede Menge kegelförmige Gläser (ca. 99). Schon fühlten sich die Prinzen heimisch.
Jedenfalls war es ein gelungener wie feuchtfröhlicher Ausklang des zweiten und letzten
ganzen Tages. Zu erwähnen ist noch, dass sich Rellmann um ca. 0 Uhr verabschiedete und
gen Hotel wollte, von einigen Kegelbrüdern ab um ca. 2 Uhr dabei beobachtet wurde, wie er
zwischen Mülltonnen hervorkroch und mit ins Hotel wollte. Was war passiert? Ist Call Boy
„Herzschmerz“ rückfällig geworden?
In guter alter Tradition reichte es am letzten Tag aus physischen und psychischen Gründen
nicht mehr zum immer wieder erhofften, aber nie durchgeführten Tüpfelchen auf dem
imaginären i der Kegeltour. Zwar rang sich der eine oder andere im Münchner Kindl noch zu
einem Radler oder Kre durch, doch in erster Linie hieß es dort Ausnüchtern und Speisen.
Trotzdem hatten die Zehn viel Spaß, was einige Anrufe in der Heimat von Dalli verursachten.
An dieser Stelle sei nur der Name des beliebten Ascheberger Ex-Ratsmitglieds Horst K.
verschwiegen.
Nachdem sich Högemöter schon verfrüht und völlig erschöpft auf den Weg ins einzig
verbliebene Hotelzimmer gemacht hatte, folgten seine Kegelbrüder nach und nach. Und so
kam es, dass die Promille Prinzen sich zu zehnt ein Zwei-Mann-Hotelzimmer teilten und dort
gemeinsam rumlümmelten. Was nicht immer ganz angenehm für Geruchs-, Seh- oder
Geschmacksnerven war. Schließlich fand der Nachmittag aber noch ein Happy End, als es per
Taxi zum Aeroporto ging und dort endlich der Flieger Richtung Düsseldorf bestiegen werden
konnte. Nach einem relativ ruhigen Rückflug wartete das dicke Ende der Tour noch auf den
Club. Wie nicht anders zu erwarten, musste ja irgendetwas in der Planung schief gehen, wenn
Dalli involviert ist. Fricki hatte es geschickt verstanden, den ständigen Unruhestifter und
notorischen Querulanten möglichst aus allen wichtigen Dingen, die die Kegeltour betrafen,
herauszuhalten. Lediglich die Rückreise vom Flughafen gen Ascheberg hatte er dem
unzuverlässigsten aller Promille Prinzen anvertraut. EIN FATALER FEHLER! Denn Dalli
hatte (angeblich) das uns allen recht unbekannte Busunternehmen Schröer mit der Rückreise
beauftragt. Ein Bus sollte uns für 200 Euro direkt in die Heimat bringen. Doch der war für
21.30 Uhr bestellt. Der Flieger landete allerdings erst gegen 22.05 Uhr. Also war der (in der
Tat sehr unzuverlässige) Buslenker unverrichteter Dinge wieder abgereist. Ohne uns! Wir
standen also da. Mitten in der Nacht, kurz vor 23 Uhr! Nach fast drei Tagen schwerstem Suff
völlig am Ende. Glücklicherweise erbarmte sich ein Taxifahrer aus der Rheinmetropole, uns
Zehn in seinem Achtsitzer zu transferieren. Ein Segen. So nahm die wirklich schöne
Kegeltour doch noch ein glückliches Ende. Dalli erwähnte während der Fahrt noch nebenbei,
es könnte auch sein, dass er KFZ Schröer am Telefon hatte. Das aber nur nebenbei!
Die nächste Tour, 2007, planen Patti und Hessel. Da kann es ja eigentlich nur nach Osteuropa
gehen. Heiß gehandelte Ziele sind die Ukraine, Albanien, Weißrussland oder Montenegro.
Glück Auf!
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