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Erfolgreich wie nie - Archiv - Hamburger Abendblatt

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Harburger Vogelschießen
Donnerstag, 15. Juni 2000
Hamburger Abendblatt
Die Sportschützen in der Gilde
Erfolgreich wie nie
So dicht waren sie noch nie dran.
Ihr Traum, einmal einen Gildeschützen auf dem Treppchen bei
der Deutschen Meisterschaft der
Sportschützen in München Hochbrück zu sehen, wäre fast, aber
eben auch nur fast in Erfüllung
gegangen.
Nach dem regulären Schießende beim Zimmerstutzen der Altersklasse lag Schütze Klaus
Cieplik noch auf dem zweiten
Platz, seine Kameraden, die lediglich am Liegendschießen teilgenommen hatten, waren bereits
auf dem Weg nach Hause, als sie
in der Nähe von Ingolstadt über
Telefon die gute Nachricht erreichte, und sie sofort umdrehten, um bei der Siegerehrung dabei zu sein.
Dass Klaus Cieplek dann doch
noch auf dem vierten Platz landete, die Kameraden umsonst umgedreht waren, lag daran, dass
zwei Schützen gegen das Ergebnis protestiert hatten. Die Schießkommission gab ihnen Recht.
Selbstredend war das ein großer
Schlag ins Kontor der Sportvereinigung, daran konnte auch erst
einmal die Tatsache nichts ändern, dass auch ein vierter Platz
immerhin eine starke Leistung
ist. Es war das beste Ergebnis,
das ein Gildeschütze je erreicht
hatte.
Dazu kamen die guten Mittelplätze, die die Altersschützenmannschaft mit Reiner Brosch,
Gert Eggert und Kurt Narten im
Liegendschießen sowie die Einzelschützen im Sportgewehr Reiner Brosch, Klaus Cieplik und
Hans Heinrich Böttcher erreicht
hatten.
Auftakt zu den sportlichen
Erfolgen bei der Deutschen
Meisterschaft waren wie im letzten Jahr die Landesmeisterschaften, zu denen sich die Harburger
Schützen erstmals bei den Kreismeisterschaften
qualifizieren
konnten, was für den Großteil der
Gildeschützen kein sonderlich
großes Problem darstellte, waren
doch gerade die Alters- und
Seniorenschützen wieder einmal
recht erfolgreich. Die Altersklassen-Mannschaft wurde fünfmal
Landesmeister in den Disziplinen
Luftgewehr,
English
Match,
Sportgewehr, 100 Meter und drei
mal 40 Schuss Dreistellung.
Zu den Schützen in den erfolgreichen Mannschaften gehörten
Reiner Brosch, Gert Eggert, Hans
Heinrich Böttcher, Jonny Ellmers, Kurt Narten und Ex-Gildekönig Dr. Eckard Mißfeld, sowie
der Seniorenschütze Klaus Cieplik, der mit der Seniorenmannschaft noch weitere vier Titel erreichte, die er gemeinsam mit
Rolf Kessler, Lothar Kley und
Eduard Rieder holte.
Aber auch die Schützenklassenmannschaft
mit
Carsten
Schmidt, Wolfgang Dörnte und
Jens Moje konnte im Liegendschießen den Landesmeistertitel
holen, hier wurde Carsten
Schmidt auch im Einzel Sieger.
Einzeltitel errangen bei den
Landesmeisterschaften in der Altersklasse Reiner Brosch im KK
Sportgewehr und im Liegendschießen und Klaus Cieplik im KK
Sportgewehr, KK 100 Meter, Zimmerstutzen und Luftgewehr.
All diese Erfolge zusammen genommen, lassen kaum verwundern, dass die Harburger Schützen bei den Kreismeisterschaften
ihres Kreisverbandes in ihren
Disziplinen wieder nahezu alle
erreichbaren Titel abräumten.
Mit Gert Eggert und Klaus Cieplik
wurden wieder Gildeschützen
Jahresbeste des Kreises.
Neben den Meisterschaften
glänzten die Gildeschützen bei
vielen Schießsportwochen in der
näheren Umgebung. Auch hier
war insbesondere die Altersklasse sehr erfolgreich.
Nach diesem wieder einmal
höchst erfolgreichen Schießsportjahr haben diverse neue
Sportpokale den Pokalschrank
der Gilde weiter gefüllt.
Spitzenschütze mit Traumziel
Ergebnisse
Reiner Brosch möchte Deutscher Meister in einer Einzeldisziplin werden
Einer der erfolgreichsten Schützen, den Gildemitgliedern allerdings wenig bekannt, weil er jenseits der Elbe lebt, ist Reiner
Brosch. Brosch ist seit über zehn
Jahren Mitglied der Harburger
Gilde und zählt seither zu den
sportlichen Aushängeschildern
der Harburger Sportvereinigung.
Der selbstständige Malermeister wohnt mit seiner Frau und
den beiden Kindern in Tangstedt.
Neun Jahre lang war der 54-Jährige Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft der Gewehrschützen, noch während seiner
aktiven Zeit bei der Hamburger
Schützengemeinschaft. In der
Nationalmannschaft war er Sieger gegen die USA und die damalige UdSSR, sowie Vize-Europameister in Bukarest geworden.
Seine weiteste Reise als Schütze
war nach Brasilien, wo er für die
Nationalmannschaft in Rio de
Janeiro schoss.
Im Jahre 1988 wechselte der
Hamburger
zur
Harburger
Schützengilde. Zu seinem eigenen Bedauern ist es ihm bislang
noch nie gelungen, in einer Einzeldisziplin Deutscher Meister zu
werden, nur gemeinsam mit der
Mannschaft hatte er die gleichen
Erfolge wie Klaus Cieplik, da sie
stets zusammen in einer Mannschaft schossen. Im Landesverband wurde Reiner Brosch 82mal Einzelmeister und über 100mal Meister mit der Mannschaft.
Noch vor drei Jahren wollte der
erfolgreiche Gildeschütze den
Sport an den Nagel hängen, aus
dem Wunsch, aufhören zu wollen, wurde lediglich eine Auszeit.
Seit einem Jahr trainiert er wieder intensiv, will er doch sein großes Ziel, doch noch einmal Deutscher Einzelmeister zu werden,
noch erreichen. Dann wäre er der
erste Deutsche Meister, den die
Harburger Gilde hervorgebracht
hat. Was ihm natürlich alle Schützen von Herzen gönnen. Denn
zum einen ist Reiner Brosch ein
ausgezeichneter Schütze, zum
anderen ist er aber auch immer
gern bereit, sein Können, seine
Vogelschießen 1999
Rumpf: Peter-Jürgen Maack
rechter Flügel: Marcel Meyer
linker
Flügel:
Klaus-Peter
Konoppa
Schwanz: Reiner Harms
Hals: Kai Ficke
rechte Kralle: Werner Bergeest
linke Kralle: Michael Tanger
Kopf: Björn Gaute
Reichsapfel: Karl-Maria Meise
Zepter: Klaus Bartels
Krone: Ernst Torke
Kragen: Ronald Hagemann
Ring : Ingo Haas
Jungschützenkönigin
Viktoria Alexander
Bestmänner
1. Kompanie
Werner Bergeest
2. Kompanie
Dr. Eckard Mißfeld
3. Kompanie
Hans-Heinrich Böttcher
4. Kompanie
Carsten Schmidt
Ehrenscheibe Ausmarsch
1. Reiner Brosch
2. Werner Bergeest
3. Hans-Heinrich Böttcher
Ehrenscheibe Harburg
1. Ulf Saalbach
Reiner Brosch errang schon fast 200 Titel als Einzelschütze und mit
der Mannschaft.
Erfahrungen und sein Wissen an
Jüngere
und
unerfahrenere
Sportschützen
weiterzugeben.
Ein Umstand, der ihn sehr beliebt
gemacht hat im Kreise der
Sportschützen.
Mit dem Sieg im Liegendschie-
ßen beim Vergleichskampf Dänemark-Norddeutschland-Hamburg mit 591 von 600 Ringen hat
er ein gutes Fundament für einen
Einzelsieg gelegt und sich selbst
bewiesen, dass er immer noch
sehr gut schießen kann.
2. Klaus Bartels
3. Claus-Peter Harder
Ehrenscheibe Deutschland
1. Andreas Bergeest
2. Kurt Narten
3. Björn Gaute
Ehrenscheibe Senat
1. Norbert Buchholz
Sternzeichen Schütze
Klaus Cieplik − 80-mal Hamburger Meister
Klaus Cieplik wurde 1942 in
Hamburg geboren, und sein
Sternzeichen, Nomen est Omen,
ist Schütze. Mit zwölf Jahren bereits fing er mit dem Sportschießen an, angeleitet von seinem Vater Franz, der von Beruf Büchsenmacher war. Den Sport des
Vaters hat er übernommen, beim
beruflichen Werdegang ging
Klaus Cieplik andere Wege, er
wurde Lehrer.
Nach achtjähriger Mitgliedschaft in der Sportvereinigung
der Polizei Hamburg wechselte er
im Jahre 1964 zur Hamburger
Schützengesellschaft, mit der er
seine
größten
Erfolge
im
Sportschießen errang. Seit 1990
schießt er in der Harburger Gilde.
Cieplik war mit der Mannschaft
der Hamburger Schützengesellschaft 1973 und 1975 Deutscher
Meister im 60 Schuss Liegend,
1965 im Dreistellungskampf
Deutscher Meister im Einzel im
40 Schuss Liegend. In den Jahren
bis 1976 kamen noch drei Vizemeister mit der Mannschaft und
drei dritte Plätze hinzu.
Insgesamt hat Klaus Cieplik
über 25-mal an den Deutschen
Meisterschaften teilgenommen,
davon startete er die letzten 10mal für die Gilde, seine beste Platzierung in den letzten zehn Jahren war der vierte Platz 1999.
Hamburger Meister wurde Ciep-
LL
Klaus Cieplik schießt seit seinem
zwölften Lebensjahr.
lik in den verschiedenen Gewehrdisziplinen über 80-mal, die
Kreismeistertitel hat der talentierte Schütze nicht erst gezählt.
Sportlich erhofft sich das Gildemitglied, dass es für ihn mit der
Mannschaft noch mal zu einem
Platz auf dem Treppchen bei den
Deutschen
Meisterschaften
reicht. Was nicht zuletzt dazu
führen könnte, und das liegt dem
Schützen besonders am Herzen,
dass die Seniorenklasse im
Schützenbund größere Bedeutung erlangt als dies mitunter der
Fall ist.
Was ist ein
Zimmerstutzen?
2. Hans-Joachim Ehlers
Was um alles in der Welt ist denn
ein Zimmerstutzen? Dr. Eckard
Mißfeld muss es wissen, ist er
doch der Vorsitzende der Sportvereinigung der Gilde. Ein Zimmerstutzen ist ein Spezialgewehr, mit dem man auf 15 Meter
ausschließlich Freihand schießt.
Für das Gewehr, das zu den
Kleinkalibern zählt, wird zum einen Spezialmunition, zum anderen eine spezielle Ausrüstung des
Schießstandes benötigt.
Obwohl man mit dem Zimmerstutzen nur auf 15 Meter schießt,
hat die Kugel, die wesentlich
schwächer als die KleinkaliberPatrone ist, eine Reichweite von
bis zu 50 Metern. Ist der Stand
nicht auf diese Munition ausgerichtet, zerstören die Kugeln die
Wand des Standes. Das wiederum
dürfte der Grund dafür sein, dass
der Zimmerstutzen auch unter
den Gildeschützen nicht unbedingt bekannt ist, und dass im
Hamburger Landesverband der
Schützen lediglich etwa zehn
Vereine ihren Sportschützen die
Möglichkeit geben können, dieses
Gewehr zu nutzen.
Wer der Sportvereinigung der
Harburger Gilde angehört, kann,
da ein speziell ausgerüsteter
Stand vorhanden ist, den Zimmerstutzen zur Sportwaffe wählen. Der Preis für die Waffe liegt
zwischen 2500 und 3000 Mark.
Ehrenscheibe Senioren
Harburger Rund£chau
Nr. 137
Seite 7
3. Hans-Peter Schmidt
1. Helmut König
2. Peter Aldag
3. Wolfgang Barth
Glücksscheibe
1. Kurt Narten
2. Dr. Eckard Mißfeld
3. Norbert Buchholz
Konkurrenzscheiben
Auflage
1. Werner Bergeest
2. Rolf Solscheid
3. Erwin Dörnte
Freihand
1. Dr. Eckard Mißfeld
2. Arthur-Rüdiger Diederichsen
3. Werner Bergeest
Liegend
1. Werner Bergeest
2. Hans-Heinrich Böttcher
3. Kurt Narten
2
Schwarz
E-Blau
E-Rot
E-gelb
L
7
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Seele and Geist
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