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Klassenfahrt wie Angebot aus dem Reiseprospekt - Gemeinde Visbek

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Telefon: 04441/95 60 300, Fax: 04441/95 60 350
MITTWOCH, 12. MAI 2010
DENK MAL!
Kultur-SMS
Einen tollen und auch noch
kostenlosen Service bietet ab
heute die Stadt Vechta. Die
neuesten Kulturveranstaltungen simst sie interessierten Bürgern direkt auf
das Handy. Einzige Bedingung: der Empfänger der
Kulturnews-SMS muss sich
zuvor für diese Dienstleistung anmelden. Das geht
ganz einfach auf der Homepage der Stadt www.vechta.de unter dem Stichwort
„Kultur-SMS-Dienst“. An
Zeitgenossen ohne Internet
wurde auf der Hompage
zwar nicht gedacht. Aber wer
so einen guten Service bietet,
nimmt bestimmt auch gern
telefonische Anmeldungen
an.
(kk)
KURZ GEMELDET
Mehr Sensibilität
Lohne – Mit seinem Film
„Feedback“ will der Lohner
Elternkreis „Next Generation“ jetzt für einen sensibleren Umgang mit der Diagnose „Behinderung“ werben.
Acht Familien haben vor der
Kamera ihre meist negativen
Erlebnisse nach der Geburt
ihres Kindes geschildert. Die
Premiere ist am 26. Mai in
Vechta. Die DVD soll bundesweit verteilt werden, um
das medizinische Fachpersonal zum Nachdenken anzuregen.
̄ Seite 11
e-mail: info@ov-online.de
OLDENBURGER MÜNSTERLAND
9
Klassenfahrt wie Angebot
aus dem Reiseprospekt
Kosten von bis zu 2500 Euro in einem Jahr
Von Gerhard Lauer
Oldenburger Münsterland –
Sie locken mit dem Eiffelturm in
Paris, mit Shopping in Nizza
und Monaco, mit Madame Tussaud’s
Wachsfigurenkabinett
und Piccadilly Circus in London, Skipisten in Österreich,
Stierkampfarenen in Alicante
oder – fast schon bescheiden –
mit dem Dresdener Zwinger.
Was den Eltern von Kindern insbesondere an weiter führenden
Schulen in Vechta an Angeboten
für Klassenfahrten ins Haus flattert, könnte einem Reiseprospekt entstammen. Dass es bei
zunehmend mehr Eltern lange
Gesichter gibt angesichts der
Kosten, scheint den Planern und
Organisatoren an den Schulen
nicht bewusst zu sein.
Von einem besonders krassen
Fall berichtet der Familienbeauftragte der Gemeinde Visbek,
Wolfgang Niehaus. Bei ihm war
ein Vater, der im Jahr 2010 für
die Fahrten seiner vier Kinder –
eines auf der Realschule, drei auf
Gymnasien – knapp 2000 Euro
hinblättern muss. Studiert man
die Angebote, kommen noch
Nebenkosten für abendliche
Mahlzeiten, Getränke, Shopping, Taschengeld und Leihgebühren für die Skiausrüstung
hinzu. „Das summiert sich auf
2500 Euro, die dieser Mann definitiv nicht hat“, so Niehaus. Der
verdiene rund 1800 netto im
Monat, lasse sich seinen Urlaub
auszahlen und mache Überstunden, um seinen Kindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen.
Die Mutter sei nicht berufstätig,
sie kümmere sich um die Kinder. „Den Fulltime-Job macht sie
offensichtlich gut, sonst wären
die Kinder sicher nicht alle auf
dem Gymnasium oder der Realschule“, sagt der Familienbeauftragte.
„Das System Familie gerät aus
den Fugen“, warnt Niehaus. In
vielen Familien entstehe enormer Druck, wenn die Schüler
die Zettel mit den Fahrtausschreibungen nach Hause bringen „und die langenen Gesichter der Eltern sehen“. Nicht selten finanzierten die nämlich
die Kosten über den Dispositionskredit mit hohen Zinsen.
„Fatal wäre es, wenn Eltern resignieren und ihre Kinder aus
finanziellen
Überlegungen
nicht auf weiter führende
Schulen schicken“, mahnt Niehaus.
Lehrer verweisen häufig darauf, dass die Anregungen zu
den Fahrten von Schülern und
Eltern kommen. „Von welchen
Auch Spaß machen und das Gemeinschaftsgefühl fördern sollen Klassenfahrten. Ob es dazu
aber solch exklusiver Ziele wie Paris, Nizza, London, Alicante oder Dresden bedarf, fragen sich immer
mehr Eltern.Vor allem, wenn mehrere ihrer Kindern auf weiter führende Schulen gehen, sprengen die
Kosten oft den Rahmen des Möglichen.
Foto: dpa
Eltern?“, fragt Niehaus. Sicher
nicht von jenem Visbeker Vater.
Und wie viele andere werde
auch er sich auf einem Elternabend nicht offenbaren.
Die Gemeinde Visbek fördere
Klassenfahrten einkommensabhängig bis zu 300 Euro pro Jahr
und Kind, berichtet Niehaus.
Auch über die Drittkindregelung der Familienförderung
könnten bis zu 50 Prozent der
Kosten übernommen werden.
Über
Familienservicebüros
könnten außerdem Zuschüsse
aus dem Sonderfonds für Kinder
„DabeiSein“ der niedersächsischen Landesstiftung „Familie in
Not“ beantragt werden. Auch
helfen Fördervereine, die es an
vielen Schulen gebe. Dennoch
fragt Niehaus, ob solche kostenintensiven Klassenfahrten angesichts von Kurzarbeit, immer
mehr Leiharbeitsverhältnissen
und Niedriglöhnen noch zeitgemäß sind.
Chef verurteilt
Steinfeld/Vechta – Das
Amtsgericht Vechta verurteilte gestern einen Steinfelder Betriebsleiter zu einer
Geldstrafe. Im April 2009
war verschmutztes Wasser
des Steinfelder Schlachtbetriebes Steinemann in eine
Bäke geflossen. Der Mitarbeiter eines benachbarten
Unternehmens, Mitglied des
Steinfelder Gemeinderates,
hatte die Verschmutzung entdeckt.
̄ Seite 12
Nachkriegstragödie
Visbek – Heute vor 65 Jahren, der Zweite Weltkrieg war
gerade vier Tage zu Ende,
wurden in der Visbeker Bauerschaft Varnhorn sechs Jungen im Alter von zehn bis 15
Jahren von einer detonierenden Panzerfaust getötet. Sie
hatten sich an Aufräumarbeiten beteiligt.
̄ Seite 15
LOKALREDAKTION
Andreas Kathe (Leiter)
Ulrich Suffner (Vechta)
Gerhard Lauer (Goldenstedt/Visbek)
Klaus Hoffmann
(Holdorf/Cloppenburg/Wildeshausen)
Kerstin Köhne
(Kultur vor Ort/Bakum)
Ruth Honkomp-Willenbring
(Schlussredaktion)
alle Vechta, Neuer Markt 2-4, Telefon
04441/9560300, Fax 04441/9560350
Redaktion Lohne:
Anke Hibbeler,
Lohne, Neuer Markt 4, Telefon 04442/
956012, Fax 04442/956010
Redaktion Dinklage / Steinfeld:
Janine Martin,
Dinklage, Theaterweg, Telefon 04443/
956012, Fax 04443/956010
Redaktion Damme /
Neuenkirchen/Vörden:
Klaus-Peter Lammert, Damme, Große
Straße 27, Telefon 05491/956012,
Fax 05491/956010
Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung
Landgericht Berlin verurteilt zweiVechtaer Neonazis wegen sogenannter Rasseschulung
Vechta/Berlin (lni) – Gegen einen 27-jährigen NPD-Funktionär aus Vechta verhängte das
Landgericht Berlin gestern eine
einjährige Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung. Eine Mitangeklagte (24), ebenfalls aus
Vechta, bekam eine Geldstrafe.
Der 26-jährige Hauptangeklagte
wurde zu 17 Monaten Haft auf
Bewährung verurteilt. Die früheren Funktionäre der inzwischen verbotenen rechtsextremen Organisation „Heimattreue
Deutsche Jugend“ (HDJ) waren
im Januar 2007 an einer sogenannten Rasseschulung in Georgsmarienhütte beteiligt.
Der 26-Jährige, damals Biologiestudent in Berlin, hatte dort
nach Überzeugung des Gerichts
einen antisemitischen Vortrag
gehalten und gegen Ausländer
gehetzt. Der Vechtaer hatte dieses Treffen organisiert, die Frau
an der Kasse gesessen. Mit dem
Urteil folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Staats-
anwaltschaft. Der 26-Jährige
hatte, so die Staatsanwaltschaft,
bei der sogenannten Schulung in
einer Einrichtung der rechtsextremen NPD das Treffen geleitet
und Menschen aus Afrika und
Juden auf das Übelste verächtlich gemacht. Dabei sei auch der
Nazipropagandafilm „Der ewige
Jude“ gezeigt worden.
Das sei Volksverhetzung übelsten Ausmaßes, sagte die Staatsanwältin. Zudem habe der
Hauptangeklagte im Mai 2006
als Führungsmitglied der HDJ
an einem Freizeitlager in Költzin
in Mecklenburg-Vorpommern
mitgewirkt, an dem mehr als
zehn Kinder teilnahmen. Dort
seien Masken mit Hakenkreuzen
gebastelt worden, hießt es in
dem Prozess. Bei einem Fackelzug hätten die Teilnehmer uniformähnliche Kleidung getragen, die an die Nazizeit erinnerte. Alle drei gestanden die Taten
weitgehend, sprachen aber von
„Jugendsünden“.
„Mann mit dem Hut“ prägte Bild der OV
Heinz Zurborg wird heute 80 Jahre alt / Über vier Jahrzehnte Fotochronist der Region
Vechta (ak) – Heinz Zurborg,
ein Original? Ja natürlich, weil er
einfach unverwechselbar ist. Der
frühere OV-Fotograf wird heute
80 Jahre alt. Über Jahrzehnte hat
er das Bild der Zeitung mitgeprägt. Als Mensch in der Öffentlichkeit und mit seinen schwarzweiß Fotografien in der OV und
vielen anderen Publikationen.
„Der Mann mit dem Hut“, so
hat ihn Benno Dräger im Lohner Heimatjahrbuch 2007 liebevoll portraitiert. Der Hut und
seine unverwüstliche Leica-Kamera, beides gehörten zusammen. Nicht zeitlebens, denn als
Heinz Zurborg am 12. Mai 1930
in Lutten geboren wurde, war
ihm dieser Beruf nicht in die
Wiege gelegt. Vater Aloys betrieb
mit seiner Ehefrau Alma, gebo-
rene Brengelmann aus Essen, eine Sägerei mit Holzhandel.
Heinz war das dritte von fünf
Kindern. Sein Schulweg führte
ihn zum Gymnasium nach
Vechta. Doch die Schule musste
er 1945 bei Kriegsende verlassen,
weil seine Arbeitskraft im elterlichen Betrieb benötigt wurde.
Das Fotografieren wurde sein
Hobby. So entstanden schon
während der Kriegszeit eine Reihe von Fotos mit einer Rollfilmkamera. Sie zeigen Eisenbahnwaggons mit Flakgeschützen im
Kreis Vechta, oder die ersten
Nachkriegsbehausungen
der
Flüchtlinge. Heinz Zurborgs frühe Bilder sind nachzuschlagen in
einem Buch über das Jahr 1945,
das die OV 1985 veröffentlichte.
Aus dem Hobby wurde der Be-
Mit Hut und Leica: Heinz
Zurborg im Jahr 1980 in typischer Pose. So kennen ihn viele
OV-Leser von Schützenfesten,
vom Dammer Carneval und vielen anderen Veranstaltungen.
ruf. Zunächst war er als freier
Fotograf für OV und Nordwestzeitung tätig, erhielt dann bei
der OV eine feste Anstellung als
Fotograf. Fast 40 Jahre – bis zur
Rente 1995 – war er unermüdlich mit Auto und Kamera in der
Region unterwegs, musste dabei
gleichzeitig den Chauffeur für
den OV-Lokalchef Hermann
Klostermann spielen, weil der
keinen Führerschein besaß.
Gemeinsam mit Ehefrau Johanna pflegte er im Ruhestand
sein großes Bild- und Negativarchiv, von dem viele Vereine und
Bürger profitieren. Seit einiger
Zeit lebt Zurborg im Vechtaer
Hedwigstift, wo er auch seinen
80. feiert. Lieber Heinz: Glückwunsch, Dankeschön und alles
Gute von der OV. ̄ Seite 10
„Geist-Erfahrer“
beim Jugendtag
in Cloppenburg
Oldenburger Münsterland
(bpv) – Heiner Zumdohme will
„Geist-Erfahrer“ werden. Der
Jugendpfarrer
im Offizialatsbezirk Oldenburg lädt ein
zum 3. Oldenburger
Jugendtag
am
Samstag (29.
Mai) ab 9.30 Heiner
Uhr bei der Zumdohme
Liebfrauenschule in Cloppenburg. Gemeinsam mit dem Bund der deutschen katholischen Jugend
(BDKJ) bereitet Zumdohme den
Tag für Jugendliche und junge
Erwachsenen ab 16 Jahren vor.
Die Jugendtagsteilnehmer begeben sich in Cloppenburg auf die
Spur des „Heiligen Geistes“ – in
offenen Angeboten, Aktionen
und Workshops.
Höhepunkt ist um 18 Uhr ein
Jugendgottesdienst mit dem Bischof von Münster, Dr. Felix
Genn. Danach startet das
Abendprogramm mit der Band
„Freispruch“. In den Blick genommen wird dabei in Cloppenburg schon der nächsten
Weltjugendtag, der im Sommer
2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden wird.
Anmeldungen zum Jugendtag
nimmt das BDKJ-Jugendreferat
noch bis 18. Mai entgegen unter
Telefon 04441/872200 oder per
Mail unter: info@ol-jugendtag.de.
Weitere Informationen:
www.ol-jugendtag.de
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