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AMD – DIE ALTERSBEDINGTE - VisusVital

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AMD –
Die altersbedingte
Makuladegeneration
www.VisusVital.de
©Bayer Vital GmbH, 51366 Leverkusen
L.DE.SM.11.2012.1166 81531846
Teil 1
Was ist AMD, wie erkennt man AMD,
wie kann man der AMD vorbeugen.
Infos und Tipps zu einer der häufigsten
Augenkrankheiten im Seniorenalter
Altersbedingte
Makuladegeneration
(AMD) Wenn die wichtigsten Quadrat­millimeter
des Auges untergehen
Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan,
unser visuelles Tor zur Welt in all ihrer Vielfalt.
Für die meisten Menschen ist die Erblindung
oder der hochgradige Sehverlust der schlimmste
denkbare Schicksalsschlag, oft noch gefürchteter
als der Tod.
Die Angst vor dem Verlust des Sehorgans ist
sehr real und trägt vor allem für ältere Mitbürger­
innen und Mitbürger einen Namen: Altersbedingte
Makuladegeneration. Die Krankheit – abgekürzt
AMD – ist heute in allen Industrienationen die
häufigste Ursache für eine hochgradige Sehein­
schränkung bis hin zur Blindheit. In Deutschland
allein sind rund 4,5 Millionen Menschen betroffen –
glücklicherweise gibt es Hoffnung für einige von
AMD Betroffene.
2
Diese Broschüre soll Sie mit einem Krank­
heitsbild vertraut machen, das in den letzten
Jahrzehnten immer häufiger geworden ist –
auch weil immer mehr Menschen immer älter
werden. Sie werden alles Wesentliche zur AMD
erfahren, wie Ihr/e Augenarzt/-ärztin Ihnen helfen
kann, die Krankheit rechtzeitig zu erkennen und
welche Möglichkeiten es gibt, sich selbst zu helfen –
auch im Verbund mit anderen Betroffenen.
In Teil 2 der Broschüre werden Sie mit
modernen Therapieverfahren vertraut gemacht.
Denn das ist die gute Nachricht: eine Form
dieses Augenleidens, die feuchte AMD, kann
man seit wenigen Jahren gut behandeln.
Und daran wird intensiv geforscht mit dem Ziel
weiterer Verbes­serungen.
3
Hornhaut
Netzhaut
Die Netzhaut:
Retina
Glaskörper
Makula
Linse
Die Netzhaut (Retina) ist jener Teil des mensch­
lichen Auges, auf der das Licht – sprich: das
Bild, das wir wahrnehmen – ankommt und verar‑
beitet wird. Sie besteht aus mehreren Schichten
unter­schied­licher Zellen, die jede für sich eine
wichtige Aufgabe beim Sehen haben. Die sicher
wichtigsten Zellen sind die Photorezeptoren, die
Sinneszellen der Netzhaut. Das menschliche Auge
verfügt über rund 130 Milli­onen dieser Zellen,
die in Zapfen und Stäbchen unterteilt werden.
Die Farbwahrnehmung wird vor allem über die
Zapfen realisiert, die Stäbchen sind hingegen
primär für das Sehen in der Dunkelheit zuständig.
Zwei weitere Schichten von Zellen der Netz‑
haut sind ebenfalls für das Verständnis der AMD
wichtig. Das Pigmentepithel der Netzhaut ist
essentiell für die Ernährung der Netzhaut und
dient auch als Licht­filter. Wie der Name andeutet,
enthält diese Schicht reichlich Pigmente. Diese
können in höherem Lebens­alter Änderungen
4
Sehnerv
Aderhaut
Schnitt durch das menschliche Auge
durchmachen oder sich zurückbilden. Dies kann
ein erstes Zeichen für eine AMD sein.
Die Ganglienzellschicht ist für die Weiterleitung
der Seheindrücke entscheidend. Diese Zellen
haben Fortsätze, die sogenannten Axone. All
diese Axone laufen im Sehnervenkopf (Papille)
zusam­men, der wenige Millimeter neben der
Makula liegt. Im Sehnerv gebündelt, transpor‑
tieren die Axone die Bilder, die wir sehen,
dorthin, wo wir das Gesehene verarbeiten:
ins Gehirn.
5
Die Makula:
Stelle des schärfsten Sehens
Die Mitte der Netzhaut ist für das Sehen ent­
scheidend. In der Makula liegen die Sinneszellen
dicht gebündelt. Mit diesem kleinen Areal sehen
wir „scharf“. Was immer wir anblicken – ein
Gesicht, den Fernseher, die Zeilen eines Buches,
die fernen Berge im Urlaub – wird von der
Makula wahrge­nom­men. Sie ist nur ein kleiner
Teil der Netzhaut. Die übrigen 98 % der Netzhaut
dienen dem peri­pheren Sehen. Darunter versteht
man den größten Teil unseres Gesichtsfeldes,
all das, was das gerade fixierte Objekt umgibt.
Dieser weitaus größere Teil der Netzhaut ermö‑
glicht uns die räum­liche Orientierung. Menschen
mit fortgeschrittener AMD und somit verlorener
Sehschärfe sind blind im Sinne des Gesetzes.
Dennoch können sich solche Menschen einiger‑
maßen orientieren z. B. in der eigenen Wohnung.
Festzuhalten gilt: Bei der AMD geht
in erster Linie die Sehschärfe verloren,
nicht das Sehfeld (Gesichtsfeld).
6
Blutgefäße
Makula
Sehnervenkopf (Papille)
Blick auf den Augenhintergrund
Beim Blick ins Auge, wie z.B. bei der augenärztlichen Untersuchung wirkt die Makula ein
wenig dunkler als die umgebende Netzhaut.
Das Zentrum der Makula (die Fovea) erscheint
wiederum auf vergrößerten Aufnahmen des
Augenhintergrundes etwas gelblich, weswegen
das ganze Areal im Deutschen oft noch ein
wenig irreführend „Gelber Fleck“ genannt wird.
7
Für Ihre
Augengesundheit:
der Gang zum Augenarzt
Jeder Mensch sollte regelmäßig, insbesondere
im Alter, seine Augen untersuchen lassen.
Der kompetente Ansprechpartner dafür ist Ihr
Augen­arzt bzw. Ihre Augenärztin. Nur dort kann
Ihr wichtigstes Sinnesorgan mit medizinischer
Fachkompetenz betreut und ggf. auch behandelt
werden.
Ab dem 40. Lebensjahr sollte man alle zwei,
drei Jahre zum Augenarzt gehen; bei Vorliegen
von Risikofaktoren oder einem bereits bekannten
Augen­leiden auch häufiger. Für ältere Menschen
ist die regelmäßige augenärztliche Untersuchung
vor allem deswegen wichtig, weil die wesentlichen
Augenkrankheiten durch den Facharzt rechtzeitig
erkannt und eine Therapie eingeleitet werden kann.
Das gilt für den Grünen Star (Glaukom) und den
Grauen Star (Katarakt), aber auch für die AMD. Bei
der Früherkennung kann der Augenarzt erste An­
zeichen einer Entwicklung feststellen, die zu einer
AMD führen können, aber keineswegs müssen.
8
Untersuchung an der Spaltlampe
beim Augenarzt
9
Erste Anzeichen:
Pigmentänderungen und Drusen
Wie viele andere Organe unterliegt auch das
Auge Veränderungen durch das Alter. Die Makula
ist ein hochgradig stoffwechselintensives Gewebe
und leidet besonders stark darunter, dass im Alter
vieles schwieriger wird: die Versorgung mit Sauer‑
stoff durch den Blutfluß und der Abtransport
von Stoff­wechselprodukten. Beides läßt mit den
Jahren nach. Außerdem wird das Pigment in der
Makula geringer. Der Augenarzt kann diese
Prozesse früh­zeitig erkennen. Vor allem die Stoff‑
wechsel­ablage­rungen sind für ihn auffallend.
Sie erscheinen als gelbliche Flecken in der Netz‑
haut, den soge­nannten Drusen. Oft sind sie das
erste sichtbare Zeichen bei der Untersuchung des
Augenhintergrundes, dass sich in der Makula
Veränderungen abspielen, die zu einer Seheinbuße führen können. Nicht jeder Patient mit
Drusen entwickelt auch das Vollbild einer AMD –
ein Warnzeichen ist es jedoch trotzdem und auch
eine Mahnung zu regelmäßiger augen­ärztlicher
Kontrolle. Die Möglichkeiten, mit moder­nen
10
Therapien dem Patienten zu helfen und einen
schweren Sehverlust zu verzögern, sind umso
besser, je früher die Krankheit erkannt und ggf.
auch behandelt wird.
Makula
Drusen
Blick auf den Augenhintergrund mit Drusen
11
Trocken und feucht:
die beiden AMD-Formen
Die frühen Hinweise auf Altersveränderungen
in der Makula, wie die Drusen, können das
bleiben, was sie sind: relativ harmlose Zeugen
des Alte­­r­ungs­pro­zesses im Auge. Sie können indes über­
leiten zu einer manifesten AMD. Dies bedeutet für
den Be­troffenen das Auftreten von Sehstörungen.
Ob die AMD fortschreitet und die Sehfähigkeit
immer weiter nachläßt, ist kaum vorhersagbar und
hängt von der Art der Makuladegeneration ab, die
sich entwickelt.
Es gibt zwei Formen der AMD, die sogenannte
trockene (atrophische) und die feuchte
(exsudative, neovaskuläre) Variante.
Bei der trockenen AMD gehen vor allem die
Zellen im retinalen Pigmentepithel (RPE) zugrun‑
de, das, wie erwähnt, eine wichtige Rolle in der
Ernäh­rung spielt und essenziell für die normale
Funktion und den Erhalt der Sinneszellen ist. Als
12
Links: gesunder Augenhintergrund
Mitte: trockene AMD mit Drusen
Rechts:feuchte AMD mit Blutung
Folge sterben die Photorezeptoren in großer Zahl
ab. Die Makula vernarbt regelrecht. Die trockene
Makuladegene­ration schreitet in aller Regel recht
langsam fort. Die Zone untergegangenen Makula­
gewebes wird im Laufe von Jahren allmählich
größer und mit ihr der Sehverlust für den Patienten.
Bei der feuchten AMD hingegen steht ein
anderes krankhaftes Geschehen im Mittelpunkt.
Unter der Makula bilden sich neue Blutgefäße.
Das klingt gut, ist es aber nicht. Die neuen Ge‑
fäße (Neovaskularisationen) gehören hier nicht
hin, es handelt sich um krankhafte Blutgefäße.
Die Wände der Gefäße sind undicht, aus ihnen
kann Flüssigkeit und Blut austreten. Im Gegen‑
satz zur trockenen AMD ist der Krankheitsverlauf
bei der feuchten Form meist ein sehr schneller –
oft mit akut ein­setzender Sehverschlechterung.
Zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass es sich
bei der feuchten AMD um eine chronische
Erkrankung handelt, die meist einer langfristigen
Therapie bedarf.
13
VEGF:
eine Abkürzung, die man
sich merken muss
In den letzten Jahren ist es der Wissenschaft
gelungen, einen ganz wichtigen Auslöser der
feuchten AMD zu identifizieren – und eine
geeignete Behandlung zu finden. Die feuchte
AMD kann heutzutage behandelt werden.
Die Bildung der in der Makula höchst uner­
wünschten Blutgefäße wird von einem Wachs­
tums­faktor stimuliert, der in der internationalen
Fach­literatur die Bezeichnung Vascular Endo­
thelial Growth Factor trägt. Seine Abkürzung
ist auch im Deutschen bei der Diskussion um
eine moderne Therapie der AMD gebräuchlich:
VEGF, ausge­sprochen ist das der „Vaskuläre
Endotheliale Wachtumsfaktor“.
14
VEGF stimuliert grundsätzlich das Wachstum
neuer Blutgefäße im menschlichen Körper.
Manch­mal ist dies hocherwünscht, wie bei der
Entwicklung eines Embryos im Mutterleib und
nach einem Herz­infarkt – dort unterstützt VEGF
die Bildung neuer Gefäße, die die verstopfte
Herzkranzarterie zu umgehen helfen. In der Makula
allerdings sind die von VEGF stimulierten Gefäße
höchst nachteilig. Mit der Hemmung von VEGF
durch ein ins Auge eingebrachtes modernes
Medikament kann man heute die weitere
Ausbildung dieser Blutgefäße stoppen und die
feuchte AMD gut behandeln.
ehr dazu finden Sie im zweiten Band
M
dieser Broschüre.
15
Trocken oder feucht:
zwei „Gesichter“ der AMD
Der Krankheitsverlauf zwischen beiden Formen
ist in aller Regel sehr unterschiedlich. Die trockene AMD verläuft sehr langsam und schreitet allmählich fort. Dieses Fortschreiten bedeutet für
den Patienten eine schleichende Verschlechterung
seines Sehvermögens. Die trockene AMD ist
die häufigere Form. Die Zahlen­angaben in der
Fachliteratur schwanken, doch kann man wohl
davon ausgehen, dass rund 80 % bis 85 % der
Patienten eine trockene Form der AMD haben.
von einem großen, dunklen Fleck ausge­füllt.
Die feuchte Makuladegeneration führt eher zu
Erblindungen im Sinne des Gesetzes als die
trockene.
Die feuchte AMD ist zwar seltener, stellt aber
die dramatischere Form dar. Die krankhaften
Blutge­fäße können sich binnen kurzer Zeit, inner‑
halb weniger Wochen, entwickeln. Sie können
unter die Stelle des schärfsten Sehens einwachsen
und aus diesen undichten Gefäßen kann Flüssig‑
keit, oft auch Blut austreten. Eine Blutung in der
Makula kann akut auftreten und für den Patien‑
ten ein schlimmes Ereignis darstellen: plötzlich ist
das ganze Zentrum der visuellen Wahr­nehmung
16
17
Risikofaktoren :
wer ist (besonders) gefährdet
Der wichtigste Risikofaktor der Altersbedingten
Makuladegeneration ist, wie der Name schon
andeutet, das Alter. Ab dem 60. Le­bens­jahr
(manchmal auch schon früher) kommt es bei
den meisten Menschen zu Veränderungen des
Pigments in der Makula, es gehen dort die
Farbstoffe Lutein und Zeaxanthin verloren. Das
bedeutet keines­wegs, dass jeder ältere Mensch
eine Makula­degeneration bekommen wird. Doch
die Wahr­schein­lichkeit steigt mit dem Alter.
Der einzige äußere – also beeinflußbare –
Risiko­faktor, der eindeutig identifiziert wurde,
ist das Rauchen. Wer nicht von der Zigarette
lassen kann, hat ein deutlich erhöhtes Risiko,
eine AMD zu bekommen als ein Nichtraucher.
Übrigens: auch Passivraucher sind gefährdet.
Menschen geraten, bei hellen Lichtverhältnissen
eine Sonnen­brille, möglichst mit Seitenschutz zu
tragen.
Als Risikofaktoren sind außerdem bekannt:
d
ie Ernährung: wenn dem Körper zu wenig
Vitamine und andere Antioxidantien
zugeführt werden
 e ine genetische Belastung, also eine vererbte
Anfälligkeit für die Krankheit
 Gefäßveränderungen wie die Arteriosklerose
Zu viel Licht dürfte nach den Ergebnissen
einer Reihe von Studien ebenfalls der AMD den
Weg bereiten. Deshalb wird vor allem älteren
18
19
Ursachen (in %)
Ein Volksleiden
älterer Menschen:
so häufig ist die AMD
In Deutschland leiden rund 4,5 Millionen
Men­schen an AMD; weltweit wird die Zahl der
Patienten auf mehr als 40 Millionen geschätzt.
Die Angaben darüber, wie groß der Anteil der
Erkrankten an bestimmten Altersgruppen ist,
gehen weit ausein­ander. Experten sind sich indes
in einem Punkt einig: je älter, desto größer ist die
Wahrscheinlichkeit, an AMD zu erkranken. Eine
US-Studie (Framingham-Studie, z. B. aus dem
amerikanischen Bundesstaat Massachusetts)
fand unter den Teilnehmern, die bereits ihren
80. Geburtstag gefeiert hatten, eine Verbreitung
der Krankheit (von der Frühform bis hin zu weit
fortgeschrittenen Stadien) von fast 60 %. Eine
europäische Studie mit mehr als 5.000 Test­
personen über 65 Jahren fand heraus, dass bei
mehr als der Hälfte Veränderungen am Augen­
hinter­grund vorliegen. Der Anteil der Patienten
mit wirklich schweren Formen der AMD dürfte
bei den 75- bis 80-jährigen in der Größenordnung
von 3 % bis 5 % liegen.
20
1997
2006
AMD
32,5
40,7
Glaukom und Erkrankungen
des Sehnervs
20,1
15,4
Diabetische Augenerkrankungen
8,9
9,7
Starke Kurzsichtigkeit/
Netzhautablösung
10,2
5,3
Retinitis pigmentosa/erblich
bedingte Augenerkrankungen
7,6
7,0
andere Ursachen
20,7
19,5
Die Hauptursachen für Erblindung
in Deutschland*
Unzweifelhaft ist eines: die AMD wird immer
häufiger und damit leider auch die Gefahr der
Erblindung durch die AMD. Neue Daten, z. B. aus
Dänemark, zeigen allerdings eine Verringerung der
Er­blin­dungsrate zwischen 2000 und 2010 auf.
Dies kann wahrscheinlich damit erklärt werden,
dass seit dieser Zeit mit der anti-VEGF-Therapie
ein neuer Baustein zur Behandlung der AMD zur
Verfügung steht. Dank intensiver Forschung sind
auf diesem Gebiet weitere Verbesserungen zu
erwarten.
*Finger RP et al. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 109, Heft 27–28,
9. Juli 2012
21
Die Symptome:
der Fleck in meiner Welt
Der AMD-Patient selbst bemerkt im Anfangs­
stadium kaum etwas von den Veränderungen.
Die Farben können blasser als früher erscheinen,
die Gewöhnung an eine dunklere Umgebung –
wenn man z. B. aus der Sonne in ein wenig
beleuchtetes Zimmer kommt – dauert länger als
früher. Schreitet das Krankheitsbild fort, erschei‑
nen Linien verschwommen; schließlich fällt das
Lesen zunehmend schwer, da genau die Buch‑
stabenfolge, die man mit dem erkrankten Auge
fixiert, ver­schwom­men ist. In fortgeschrittenen
Stadien ist das Zentrum des Gesichtsfeldes aus‑
gefallen und erscheint als blasser oder dunkler
Fleck, der mit­wandert. Wo immer der Betroffene
hinblickt – der Ausfall ist da, er verschwindet
nicht und wird Teil des (Er-)Lebens für den AMDPatienten. Gesichter werden nicht mehr erkannt,
das Fernsehen wird schwer und – für viele
besonders belastend – das Lesen wird kaum
mehr möglich: der Fleck wandert immer mit und
verdeckt die Zeilen und die Wörter.
22
Bei der feuchten AMD kann es durch die
Gefäßneubildungen in der Makula zu akuten
Sehver­schlechterungen bis hin zur vollständigen
Erblin­dung im Sinne des Gesetzes kommen.
AMD:
Sehstörung im Zentrum des Gesichtsfeldes
23
AMD und andere
Augenerkrankungen:
was das Auge des älteren Menschen
noch beeinträchtigen kann
Eine regelmäßige augenärztliche Untersuchung
ist nicht nur deshalb zu empfehlen – nein, dringend
notwendig! – weil der Augenarzt frühzeitig erste
Veränderungen in der Makula aufspüren kann. Die
AMD ist (leider) nicht die einzige Augenerkrankung,
die im Seniorenalter droht.
Nach der Weisheit, wonach kaum ein Unglück
allein kommt, haben viele ältere Menschen weitere
Augenleiden – die indes oft leichter zu behandeln
sind als eine AMD. Die beiden wichtigsten sind der
Graue und der Grüne Star, die wir im Folgenden mit
ihren korrekten Bezeichnungen benennen wollen:
Katarakt und Glaukom.
Eine Katarakt (Grauer Star) ist eine Linsen­trü­
bung, die ab einem bestimmten Alter fast jeder
bekommt, wenn auch in unterschiedlicher Aus­
prägung. Die Katarakt zu behandeln ist heute kein
24
Problem – ganz im Gegenteil: die Kataraktoperation
ist der häufigste und wohl auch der erfolgreichste
medizinische Eingriff überhaupt. Die getrübte Linse
wird in einem meist in Lokalanästhesie und ambu‑
lant durchgeführten Eingriff entfernt und durch eine
Intraokularlinse (IOL) aus Kunststoff ersetzt. Wenn
nur eine Katarakt und keine weiteren Augenerkran‑
kungen vorliegen (wie z. B. eine AMD), ist das
Sehvermögen nach der Operation meist exzellent.
Beim Glaukom (Grüner Star) wird der Sehnerv
geschädigt. Auslöser dafür ist meist ein zu hoher
Augeninnendruck, manchmal auch eine schlechte
Durchblutung. Rechtzeitig erkannt, ist eine effektive
Behandlung des Glaukoms möglich; meist mit
Augentropfen, die den Augeninnendruck senken,
manchmal mit einer Laserbehandlung oder einer
Operation.
25
DiagnosE:
warum regelmäßige Untersuchungen
beim Augenarzt so wichtig sind
Viele Augenerkrankungen verlaufen schleichend
und lösen bei dem Betroffenen nicht unbedingt
Symptome aus, die ihn beunruhigen könnten. Wie
bei zahlreichen anderen Krankheiten – man denke
an Bluthochdruck, an Diabetes und auch an Krebs –
gilt auch für die wichtigsten Augenleiden: je frü­her
erkannt, desto aussichtsreicher ist die Thera­pie.
Und dies bedeutet im Fall des Sehorgans: desto
länger können sich die Patienten eines guten
Seh­vermögens erfreuen. Gutes Sehen im Alter ist
kein Wunder. Die Grundlage dafür kann rechtzeitig
ge­legt werden: indem man sich um seine Augen‑
­ge­sund­heit kümmert, bevor diese bedroht ist.
Für einen Menschen jenseits des 65. Lebens­
jahres sollte ein jährlicher Besuch beim Augenarzt
selbstverständlich sein. Wenn ein Augenleiden
vorliegt, wird der Facharzt Ihnen zu engmaschi­geren
Untersuchungen raten.
26
Untersuchung des Augenhintergrundes
an der Spaltlampe
Die wichtigsten Untersuchungen, die Sie beim
Augen­arzt erwarten können, wenn es um die AMD
geht, sind:
 die Feststellung der Sehschärfe (Visus)
 die Untersuchung des Augenhintergrundes
und hier vor allem der Netzhautmitte, der
Makula und auch des Sehnervs
 die Angiografie der Blutgefäße am
Augenhintergrund
 die Darstellung der Netzhaut mit der Optischen
Kohärenz-Tomografie (OCT)
Daneben wird der Augenarzt u. a. regelmäßig
Ihren Augeninnendruck messen, um ein Glaukom
auszuschließen.
27
Diagnostik:
die Sehschärfe
Die wichtigste Aussage über die Funktion des
Auges erlaubt die Bestimmung der Sehschärfe,
mit der eine Untersuchung beim Augenarzt meist
beginnt – entweder durch den Arzt selbst oder
durch eine Mitarbeiterin.
Bei der Untersuchung liest der Patient Zeichen
(meist Buchstaben) vor, die ihm in einer bestimm­­
ten Entfernung angeboten werden. Je kleiner die
Zeichen sind, die der Patient erkennt, umso besser
ist sein Sehvermögen, in der medizinischen Fach­
sprache Visus genannt. Ein volles, also hundert­pro­
zentiges Sehvermögen, wird als ein Visus von 1,0
bezeichnet.
Es gibt unterschiedliche Testtafeln und wenn
Sie bei einem Arzt sind oder sich zu einer Unter­
su­ch­ung in eine Augenklinik begeben, werden Sie
möglicherweise verschiedene Testtafeln zu sehen
bekommen. In der Literatur zur AMD wird die
Verschlechterung bei Fortschreiten der Erkrankung
28
Sehtafel zur Überprüfung der Sehstärke
oft als Verlust einer bestimmten Zahl von Zeichen
auf diesen Tafeln angegeben – wenn also weniger
Buchstaben als bei der vorigen Untersuchung
erkannt werden. Ziel der Nutzung von Sehtafeln ist
die Kontrolle des Sehvermögens im zeitlichen
Verlauf durch den Arzt.
29
Diagnostik:
der Augenhintergrund
Nach der Bestimmung der Sehschärfe und der
Beurteilung des vorderen Augenabschnitts – an
einer Spaltlampe – wird Ihr Augenarzt Ihren
Augenhintergrund untersuchen, also die innerste
Struktur des Augapfels. Dabei wird er den Sehnerv
und die Netzhaut beurteilen – und hier vor allem
die Makula.
Um ein genaues Bild von Ihrem Augenhinter­
grund zu bekommen, ist es oft notwendig, die
Pupillen zu erweitern – diese verengen sich natur­
gemäß, wenn man in das Auge hinein leuchtet, so
dass der Arzt nur wenige Details erkennen kann.
Die Erweiterung der Pupillen geschieht mit Augen­
tropfen. Nach ungefähr 20 Minuten kann die Unter­
suchung stattfinden. Das Sehen bleibt durch die
Pupillenerweiterung für zwei, drei Stunden etwas
gestört.
Der Augenarzt untersucht die Netzhaut mit einem
Augenspiegel genannten Instrument oder mit einer
30
stark vergrößernden Lupe, die vor das Auge des
Patienten gehalten wird, während er mit einer
Lichtquelle hinein leuchtet. Eine andere Untersuchungsmöglichkeit besteht in der Unter­suchung
an der Spaltlampe unter Benutzung einer Speziallinse, die die Untersuchung der Netzhaut ermöglicht.
Egal welche Methode zur Anwendung kommt – der
Augenarzt kann feststellen, ob an der Makula oder
ihrer Umgebung Veränderungen vor­liegen.
Möglicherweise wird Ihr Augenarzt ein Foto Ihrer
Netzhaut mit einer Spezialkamera, einer Fundus­
kamera, anfertigen. Das lässt nicht nur eine starke
Vergrößerung zu, sondern dokumentiert auch den
Befund, so dass sich bei künftigen Untersuchungen
leicht feststellen lässt, ob es zu einem Fortschreiten
der AMD gekommen ist.
Lupe für die Augenspiegelung
31
Diagnostik:
Angiografie
ein Farbstoff macht die
Gefäße sichtbar
Bei der feuchten AMD ist das Hauptkenn‑
zeichen dieser Krankheitsform, die neu in die
Makula ein­gewachsenen Blutgefäße, von beson‑
derem Inter­esse. Diese lassen sich noch besser
als bei der Untersuchung des Augenhintergrundes
mit Augen­spiegel oder Funduskamera durch eine
Spezial­untersuchung darstellen, die insbesondere
bei der Erstfeststellung einer AMD von entschei‑
dender Bedeutung ist: die Fluoreszenzangiografie.
Bei dieser Untersuchung wird dem Patienten
ein Farbstoff (Fluoreszein und eventuell auch
Indozyaningrün) in eine Armvene injiziert. Wenige
Sekunden später taucht der Farbstoff in den
Gefäßen der Netz­haut auf. Mit einer Kamera wird
(bei erweiterter Pupille) eine Serie von Fotos aufge‑
nommen, auf welchen die Füllung der Gefäße mit
dem Farbstoff festgehalten wird. Die Art und Weise,
wie sich die Blutgefäße des Auges füllen – die nor‑
32
malen ebenso wie die krankhaften Neovaskularisa‑
tionen – gibt dem Arzt zahlreiche Hinweise auf das
klinische Geschehen im Auge seines Patienten. Es
erlaubt ihm eine Zuordnung, welcher Art die krank‑
haften Neovaskularisationen sind und hilft bei der
Ent­scheidung, wann eine Therapie erfolgen sollte.
Die Fluoreszenzangiografie wird meistens bei Ver‑
dacht auf eine feuchte AMD durchgeführt und im
weiteren Verlauf nur bei Bedarf bzw. nach Ermessen
des Arztes.
Augenhintergrund, in der Mitte:
krankhafte Gefäßneubildungen
33
Diagnostik:
die Optische KohärenzTomografie
Moderne bildgebende Verfahren haben die
Diagnostik zusätzlich bereichert. Ein wichtiges,
hilfreiches Gerät ist die Optische Kohärenztomo­
grafie (OCT). Dabei gelingt es, die einzelnen
Zellschichten der Netzhaut darzustellen. Bei der
feuchten AMD kommt es meist zu Verdickungen
der Netzhaut durch Flüssigkeitseinlagerungen.
Diese sind im OCT deutlich zu sehen. Das Bild
wirkt, als würde man die Netzhaut seines
Patienten unter dem Mikroskop betrachten –
und das, ohne dem Patienten eine Gewebeprobe
zu entnehmen oder ihn in irgendeiner Form zu
beeinträchtigen. Eine erweiterte Pupille und ein
paar Augenblicke ruhig in die Kamera zu blicken –
das ist alles, was man dafür braucht.
Moderne bildgebende Verfahren:
Darstellung der Netzhaut mit OCT
34
35
Selbstkontrolle:
das Amsler-Gitter
Eine simple Methode, mit der sich der AMDPatient selbst kontrollieren kann, hat der
Schweizer Augenarzt Marc Amsler vor mehr als
einem halben Jahrhundert entwickelt. Es handelt
sich dabei um ein Gittermuster; das Gitter hat
eine Größe von 10 mal 10 Zentimetern. Bei heller
Beleuchtung betrachtet der Patient mit einem
Auge – das andere wird abgedeckt – dieses
sogenannte Amsler-Gitter, das in seiner Mitte
einen kleinen Fixpunkt hat. Der Abstand bei der
Selbstuntersuchung sollte 30 bis 40 Zentimeter
betragen (entspricht dem normalen Leseabstand)
und selbstverständlich sollte der Test mit der
eigenen Lesebrille gesche­hen, so dass die Linien
deutlich erkannt werden können.
Je nach Stadium der Makuladegeneration wird
ein Patient die Linien eventuell mit Verzerrungen
sehen. Diese Wahrnehmung kann der Betroffene
dokumentieren, indem er mit einem Bleistift gemäß
seinem eigenen Seheindruck an den Linien entlang
36
fährt und dabei seine Verzerrungen als Spiegelbild
des eigenen klinischen Befundes zu Papier bringt.
Das Amsler-Gitter kann dem Patienten helfen,
Veränderungen selbst zu erkennen und seinen
Augenarzt darauf anzusprechen. Es hat besonders
in frühen Stadien der Erkrankung seinen Wert.
Bei weit fortgeschrittener AMD wird sowohl die
Fixierung auf den Punkt in der Mitte als auch das
Erkennen der Linie schwierig bis unmöglich.
Amsler-Gitter Test
37
Glossar:
die wichtigsten
Fachausdrücke zur AMD
AMD
Altersbedingte Makuladegeneration
Amsler-Test
Einfache, vom Patienten selbst
durchzuführende Untersuchung auf Symptome
einer AMD
Fluoreszenzangiografie
Darstellung der Blutgefäße des Augenhinter­
grundes mit einem in die Armvene injizierten
Kontrastmittel
Fovea
Zentrum der Makula
Atrophie
Zelluntergang, Adjektiv: atrophisch wie in:
atro­phische Makuladegeneration, die durch
Zelluntergang geprägte („trockene“) Form
der AMD
Fundus
Augenhintergrund
Endothel
innere Schicht eines Blutgefäßes
intravitreal
in den Glaskörper – in diese Struktur
des Augeninneren werden Medikamente
(VEGF-Hemmer) zur Behandlung der
feuchten AMD injiziert
Drusen
Stoffwechselablagerungen in der Netzhaut,
können zur AMD führen bzw. sind Zeichen
der trockenen AMD
38
Exsudation
Flüssigkeitsaustritt, z. B. aus krankhaften
Blutgefäßen wie bei der exsudativen („feuchten“)
Form der AMD
Ganglienzellen
Sinneszellen in der Netzhaut
39
Ischämie
Minder- oder Mangeldurchblutung
Progredienz
Fortschreiten, Verschlechterung einer Krankheit
Makula
Stelle des schärfsten Sehens in der Netzhaut
Retina
Netzhaut
Mydriasis
medikamentös weitgestellte Pupille
VEGF
Vascular Endothelial Growth Factor, zu deutsch:
vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor für
die Neu­bildung der Blutgefäße verantwortlicher
Botenstoff
Neovaskularisation
Neubildung von Blutgefäßen
OCT
Optische Kohärenz Tomografie. Eine moderne
Untersuchungsmethode des Augen­
hintergrundes
Ophthalmoskopie
Untersuchung des Augenhintergrundes
Perfusion
Durchblutung
Photorezeptoren
Lichtempfindliche Zellen (Zapfen und
Stäbchen) in der Netzhaut
40
41
Forschen zum Wohl
des Patienten
Diese Broschüre ist Teil eines Services, mit dem
Bayer Vital GmbH Menschen mit AMD unterstützt
und Ihnen Rat und Hilfe anbietet. Als deutsches
forschendes Pharmaunternehmen folgt Bayer der
Philosophie seiner Firmengründer, die sich dem
Wohl der Patienten verpflichtet fühlt. Bayer forscht
und entwickelt Medikamente gemäß seiner Devise
„Science for a better life“ – Wissen­schaft für ein
besseres Leben. Als forschendes Pharmaunter‑
nehmen sehen wir uns in der gesell­schaftlichen
Verantwortung für die Patienten. In der modernen
Heilkunde ist viel erreicht worden – aber es gibt
noch viel zu tun. Zahlreiche Erkrankungen von
Krebs über Diabetes bis hin zu Demenzleiden
bedürfen einer eingehenderen Erforschung und
einer Verbesserung der therapeutischen Möglich­
keiten. Dies gilt auch für Augenkrankheiten und
hier ganz besonders für die AMD. Mit modernen
Therapien kann zumindest vielen Betroffenen mit
feuchter AMD geholfen werden. Die Forschung
steht vor der Herausforderung, allen Augen­patien­ten
42
zu helfen und Sehvermögen zu bewahren. Bayer
stellt sich dieser Herausforderung.
Bayer HealthCare:
forscht für die Augenpatienten
43
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Seele and Geist
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