close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Internistische Weiterbildung fortführen wie gewohnt! - beim BDI

EinbettenHerunterladen
www.bdi.de
Nr. 12 – Dezember 2 0 0 4
BDI
Offizielles Mitglieder-Rundschreiben
Telefon-Fehldiagnose
kostete 5.000 Euro
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
Berufsverband Deutscher Internisten
13 AOK-Telefonärzte
○
Carotis-Endarteriektomie
Sie sparen
der Kasse
kein Geld.
Ganz im
Gegenteil!
Einem Patienten im Pflegeheim geht
es schlecht, den Symptomen nach
könnte es ein Infarkt sein. Der angerufene Kollege verordnet aber
Seite 14
telefonisch Haldol.
○
aktuell
Aufgelesen
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
Über 16 Stunden Dienst
Wird sie
durch
Stents
bald überflüssig?
SEITE 10
○
BDI e.V.
○
○
○
US-Studie:
Dann
verdoppelt
sich die
Fehlerquote.
SEITE 13
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
SEITE 15
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
○
Gar kein Grund zur Aufregung für Weiterbilder und Weiterbildungsassistenten
Internistische Weiterbildung
fortführen wie gewohnt!
Vorsicht: Wertlose
Ratschläge!
Auch in diesem Haus empfahlen Analysten öffentlich
Aktien zum Kauf, die sie
intern als wertlos bezeichneten. Zu dieser Erkenntnis kam das Hearing Panel
der New York Stock Exchange (Nyse).
Aus: FAZ Nr. 206/2004
zur Beratungsfähigkeit der
Deutschen Bank
Ganz neue
Notdienst-Variante
Das Weinlager ist im August geschlossen, Notdienst
1 x pro Woche.
Urlaubsmitteilung einer
Wein-Verkaufsfirma im Ruhrgebiet
Viel Arbeit,
wenig Lohn
Die Vertragsärzte schließlich
haben das Gefühl, beim Geschacher um den RSA-Topf
mehr oder weniger leer auszugehen. Dabei haben sie die
Hauptarbeit: Sie keilen DMPPatienten, behandeln nach
Richtlinie und füllen Formulare aus."
Hanno Kautz zur Kombination der
Disease-ManagementProgramme (DMP) mit dem
Risikostrukturausgleich (RSA) der
Krankenkassen.
Ärzte Zeitung Nr. 185/2004
Um die internistische Weiterbildung hat es eine Menge Diskussionen gegeben und viele Kollegen – Weiterbilder ebenso wie
Weiterbildungsassistenten –
wurden verunsichert: Der Internist ohne Schwerpunkt ist in der
neuen Muster-Weiterbildungsordnung nicht mehr vorgesehen
und soll durch den „Arzt für In-
nere und Allgemeinmedizin
(Hausarzt)“ ersetzt werden. Nun
gibt es für den größten Teil
Deutschlands Entwarnung. Jede
neue Weiterbildung muss erst
von den Landesärztekammern
beschlossen und danach vom
jeweils zuständigen Aufsichtsministerium des Bundeslandes genehmigt werden – vorher kann
Neue Versorgungsform auf Schmalspurgleis
sie nicht in Kraft treten. Die Aufsichtsministerien haben sich nun
aber darauf geeinigt, dass sie die
neuen Weiterbildungsordnungen
vorerst nicht genehmigen werden. Fazit: Die Weiterbildung
kann so laufen wie gewohnt,
nichts muss umgestellt werden
– nur Bayern macht eine Ausnahme.
Seite 4
Neuer EBM
Nur Hüfte und Knie
werden integriert versorgt
Ein Quartal später,
Punktwert ruiniert
Über die integrierte Versorgung wurde und wird
viel geredet und geschrieben. Aber wer erwartet
hatte, dass nun vor allem chronisch Kranke –
Herzinsuffiziente oder Diabetiker beispielsweise
– integriert versorgt werden, der lag daneben.
Derzeit gibt‘s die integrierte Versorgung praktisch nur für kranke Hüften und Knie. Seite 17
Der EBM 2000plus, die neue Gebührenordnung
für die Niedergelassenen, ist mal wieder um ein
Quartal verschoben worden. Das ist im Prinzip
nicht schlecht – aber der feste Punktwert von
5,11 Cent (früher: 10 Pfennig), den die Niedergelassenen seit vielen Jahren anstreben, ist dabei
unter die Räder gekommen.
Seiten 2, 9 und
26
Überraschende Ergebnisse zweier großer randomisierter und doppelblinder Akupunkturstudien
Darf die leitlinienorientierte Therapie
noch Kassenleistung bleiben?
Um zu klären, ob die kunstgerechte Akupunktur Kassenleistung werden kann, haben die
Krankenkassen mehrere große
Studien in Auftrag gegeben. Sie
sollten zeigen, ob die traditionelle chinesische Aktupunktur
mit ihren mystischen Punkten
besser als das Herumstochern
an beliebigen Punkten ist und
ob sie ebenso gut ist wie die
leitlinienorientierte Standardtherapie. Überraschendes Ergebnis: Kunstgerechte Aku-
punktur und einfaches Herumstochern schnitten gleich gut ab
– und zwar beinahe doppelt so
gut wie die leitlinienorientierte
Standardtherapie. Darf letztere
jetzt eigentlich noch Kassenleistung bleiben?
Seite 18
A US DEM INHALT
BDI
Zweite Wahlrunde ging zu Ende
Gesundheitsministerin
Viele neue Gesichter in den
Chefetagen der KVen
6
Auch Dritt-Frauen sind
kostenlos versichert
DRG
Kindergeld
Universitätskliniken sind
die Verlierer
Wer nicht aufpasst,
tappt in die Falle
8
11
26
BDI aktuell
Editorial
Der neue EBM 2000+ kommt ...
… zum 1. April 2005 zeitgleich mit Regelleistungsvolumina. Im 1. Quartal
2005 gelten noch der alte
EBM und die alten Honorarverteilungsmaßstäbe
(HVM) weiter. Das Einvernehmen zum HVM muss
allerdings noch mit den
Krankenkassen hergestellt
werden. Ab 01.04.2005
tritt dann definitiv der
neue EBM in Kraft. Für die
ebenfalls ab diesem Datum
beginnenden Regelleistungsvolumina (RLV) ist
eine Übergangsphase bis
zum 31.12.2005 beschlossen worden. Dies soll einen moderaten Übergang
von der alten zur neuen
Honorarverteilung ermöglichen.
Ist dies eine gute Nachricht? Löst sie gar Freude
aus? Wohl kaum. Der neue
EBM ist beschädigt, bevor
er überhaupt in Kraft tritt.
Der richtige Zeitpunkt der gen erbracht werden kann.
Einführung wäre spä- Dafür war und ist aber ein
testens vor 2 Jahren ge- fester Punktwert von 5,11
wesen. Damals gab es eine Cent unabdingbar.
Nur mit einem festen
breite Akzeptanz für eine
neue Gebührenordnung. Punktwert von (betriebsDie Bewertung der Relati- wirtschaftlich) kalkulierten
on der einzelnen ärztli- 5,11 Cent wäre es mögchen Leistungen sollte ver- lich gewesen, die ärztliche
bessert und Komplexbil- „Selbstausbeutung“ durch
Erbringung
dungen dort,
von zusätzliwo sinnvoll,
chen nicht
eingeführt
bezahlten
werden. Vor
Leistungen
allem aber
zu beenden.
hatte dieser
Seit Jahren
EBM ein polinämlich ertisches Ziel:
bringen die
zu zeigen,
niedergelasdass für eine
senen Ärzbegrenzte
tinnen und
Menge GelÄrzte etwa
des (der Ges a m t v e r g ü - Dr. med. Wolfgang Wesiack 25 bis 35%
ihrer Leistung) eben
Präsident
t u n g e n
nur eine beumsonst. Sie
grenzte Menw e r d e n
ge an Leistun-
durch HVM-Maßnahmen
abgeschnitten.
Die Kalkulationsbasis im
neuen EBM von 5,11 Cent
ist nur fiktiv. Eine Fiktion
ist eine Chimäre. Die Realität sieht anders aus. Der
feste Punktwert von 5,11
Cent ist mit dem Beschluss
im Bewertungsausschuss
aufgegeben worden. Egal
wie die endgültigen Regelleistungsvolumina aussehen werden, der tatsächlich gezahlte Punktwert in
der Honorarabrechnung
wird deutlich niedriger
sein.
Der erweiterte Vorstand
des BDI hat deshalb in seiner Herbstsitzung am
30.10.2004 den Beschluss
des Bewertungsausschusses einstimmig abgelehnt.
(Beachten Sie hierzu auch
den Text der Resolution auf
Seite 26).
Kontakt mit dem BDI e.V.
IMPRESSUM
Berufsverband
Deutscher Internisten e.V.
Korrespondenzanschrift für Zuschriften
BDI e.V.
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden
Präsident: Dr. med. Wolfgang Wesiack
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden
Telefon
0611 / 181 33-0
Telefax
0611 / 181 33-50
oder
Postfach 15 66, 65005 Wiesbaden
Redaktion: Dr. med. Ludger Beyerle (BY), Mülheim an der Ruhr (v. i. S. d. P.)
Hauptgeschäftsführer: Prof. Dr. med. Peter Knuth, Wiesbaden
Geschäftsführer: Helge Rühl, Wiesbaden
Anzeigen: Ingrid Schneider
Es gilt die Anzeigenpreisliste Januar 2004
Druck: Druckhaus Diesbach GmbH, 69469 Weinheim
Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in
dieser Zeitung berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass
solche Namen im Sinn der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu
betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften.
Für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann von der Redaktion keine
Gewähr übernommen werden. Derartige Angaben müssen vom jeweiligen Anwender im
Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit überprüft werden.
Für namentlich gekennzeichnete Beiträge übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.
Telefonnummern
BDI e.V. Zentrale
0611 / 181 33-0
BDI e.V. Mitgliederverwaltung 0611 / 181 33-19 od. 20
BDI e.V. Kongressabteilung
0611 / 181 33-22 od. 24
Telefax-Anschlüsse
BDI e.V. Zentrale
0611 / 181 33-50
BDI e.V. Mitgliederverwaltung 0611 / 181 33-23
BDI e.V. Kongressabteilung 0611 / 181 33-23
BDI im Internet
http://www.bdi.de
E-Mail
info@BDI.de
Autoren dieser Ausgabe
WW
AT
BY
BW
ks
2
Dr. med. Wolfgang Wesiack, Präsident des BDI e.V.
Anke Thomas
Dr. med. Ludger Beyerle
Dr. med. Bernhard Wiedemann
Klaus Schmidt
BDI aktuell 12-2004
ma
RAB
Rü
red.
Gabriele Matzkies, M.A.
Rechtsanwalt Maximilian G. Broglie
Helge Rühl, Rechtsanwalt, Geschäftsführer des BDI
Redaktion BDI aktuell
BDI aktuell
Qualitätsbeauftragte frustriert
Zu viele superschlaue Gutachter!
Zwei Qualitätssicherer einer
großen Klinik sorgen sich in
einer Publikation um das Gutachterwesen, speziell in Sachen chirurgischer Behandlungsfehler und Haftpflicht. Für
zahlreiche chirurgische Verfahren sehen sie einen Mangel an
Leitlinien und definierten Qualitätsstandards. Ein beklagter
Arzt sei zu oft der Subjektivität eines nach eigenen Kriterien beurteilenden Gutachters
ausgeliefert.
Die Autoren präsentieren in
ihrem Artikel ein buntes Bild
gutachterlicher Stellungnahmen zum Thema N. accessorius-Parese, z.B. nach Operationen an Halslymphknoten.
Der Gutachtertenor reicht von
„Schädigung des Nervs darf
nicht passieren“ bis zu „Schädigung kann nicht ausgeschlossen werden“.
Für die Gerichte hagelt es
ebenso Kritik wie für das chirurgische Gutachterwesen
per se.
Zur Gerichtspraxis schreiben die Verfasser: „Auch bezüglich des ‚guten Gutachtens’
gibt es Qualitätskriterien. Diese
könnten und sollten regelhaft
von den Gutachterauftraggebern (z.B. Gerichten) an die eingereichten Werke angelegt werden. Es ist nicht nachvollzieh-
bar, mit welchem Großmut
handwerklich unzureichende Gutachten nach wie vor
akzeptiert werden. Und es
wäre an der Zeit, dass sich die
einschlägigen Berufsverbände
ernster als bisher mit der (nachvollziehbaren und sichtbaren)
Qualifizierung ihrer Gutachter
beschäftigen.“
Zum chirurgischen Gutachterwesen heißt es in dem Artikel: „Jede (weitere) Feststellung,
diese oder jene chirurgische
Komplikation sei bei richtiger
OP-Technik bzw. angemessener Mühewaltung mit ausreichender Sicherheit vermeidbar,
bringt Chirurgie und Chirurgen
weiter in die Aporie1:
Denn wie soll man Chirurgie
betreiben, wenn für jedes Problem bereits mit erhobenem
Zeigefinger ein chirurgischer
Sachverständiger bereitsteht,
der nach seiner Erinnerung
dieses Problem noch nie hatte und der auch ganz genau
weiß, dass kein richtig arbeitender Kollege dieses Problem
zu haben braucht. Der prima
facie-Fehler-Nachweis gehört
in den Panzerschrank der Begutachtung.“
Quelle: „Wer definiert den
«Medizinischen Standard»?“
Versicherungsmedizin 56 (2004)
Heft 3, S. 148 ff; BY
1
von griechisch Aporia: Ratlosigkeit, Ausweglosigkeit (Redaktion
BDI aktuell)
DRG-Fallpauschalen
Krankenhausgesellschaft fordert Verlustbegrenzung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert
eine behutsamere Einführung
der Krankhausfallpauschalen
(Diagnosis Related Groups,
DRG) und eine Verlustbegrenzung für Kliniken während der Konvergenzphase
an die landesweiten Fallpreise.
Nach Auffassung der DKG
bestehen trotz eines verbesserten Fallpauschalenkatalogs
für das Jahr 2005 noch zu viele „Unwuchten im System“,
durch die viele Kliniken mas-
siv benachteiligt würden. (…)
Darüber hinaus solle die Anpassungsphase insgesamt gestreckt werden.
DKG-Präsident Wolfgang
Pföhler kritisierte den Zeitplan für die Scharfschaltung
des Systems in drei Schritten
von 2005 bis 2007 als „nicht
zu halten“. Pföhler: „Zwar
steht die DKG uneingeschränkt zum Starttermin der
Scharfschaltung am 1. Januar
2005, doch mit wesentlich
geringeren Auswirkungen auf
das einzelne Krankenhaus-
budget.“ Die DKG fordere
daher, die Konvergenzphase
auf fünf Schritte auszudehnen.
Nach Anpassungsschritten
von 10 Prozent (2005), 20
Prozent (2006), 20 Prozent
(2007), 25 Prozent (2008)
und 25 Prozent (2009) würden schließlich im Jahre 2009
kumuliert 100 Prozent des
Preisunterschiedes zum Landesbasisfallwert angeglichen
werden.
Die von der DKG geforderte Kappungsgrenze solle bewirken, dass der maximale
Betrag, den ein Krankenhaus
verliert, im ersten Jahr nicht
mehr als ein Prozent des Klinikbudgets beträgt. In den
Folgejahren soll der Wert
dann für zwei Jahre bei jeweils
zwei Prozent und schließlich
für zwei Jahre bei jeweils 2,5
Prozent liegen.
Aus: A+S aktuell, 21/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
BDI aktuell 12-2004
3
BDI aktuell
Gar kein Grund zur Aufregung
Berufspolitik
Medizin
Internistische Weiterbildung wie
gewohnt fortführen!
Das Tauziehen um die neue Musterweiterbildungsordnung der Bundesärztekammer
und die beabsichtigte Abschaffung des „Allgemein-Internisten“ hat viele Kollegen verunsichert. Derzeit besteht aber kein Anlass zur Aufregung: Aus eindeutigen juristischen
Gründen kann und muss die Weiterbildungspraxis fast im gesamten Bundesgebiet wie
bisher fortgeführt werden.
In einem gemeinsam unterzeichneten Schreiben an die
Weiterbilder und Weiterbildungsassistenten haben Dr.
Wolfgang Wesiack, Präsident
des BDI, und Professor Dr.
Manfred Weber, 1. Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin
(DGIM), heute die rechtliche
Situation klargestellt: Wenn
eine Landesärztekammer
eine neue Weiterbildungsordnung beschließt, dann
wird sie nicht automatisch
rechtskräftig. Sie muss erst
von der Aufsichtsbehörde,
also dem jeweiligen Landessozialministerium, genehmigt
werden.
Neue
Weiterbildungsordnung
nicht genehmigt
Die Sozialministerien der
Bundesländer haben sich
aber inzwischen darauf verständigt, dass sie die neuen Weiterbildungsordnungen vorerst nicht genehmigen werden. Daher ergibt
sich trotz der teilweise ganz
unterschiedlichen Beschlüsse
der Landesärztekammern
bundesweit im Wesentlichen
ein einheitliches Bild: Es gelten nach wie vor die alten
Weiterbildungsordnungen
– nur Bayern macht hier
eine Ausnahme. Wesiack
und Weber raten deshalb
dazu, außerhalb Bayerns die
Weiterbildung zur Internistin
oder zum Internisten in der
derzeitig gültigen Form weiterzuführen.
Hier der Wortlaut des
kompletten Briefes:
„Sehr verehrte Frau Kollegin,
sehr geehrter Herr Kollege,
die Diskussionen um die Novellierung der Weiterbildungsordnung für das Gebiet
Innere Medizin mit der Konsequenz des Entfalls des „Allgemein-Internisten“ haben
sicherlich auch Sie erreicht
und Unsicherheiten über Ihre
Umsetzung (M-)WBO in den Landesärztekammern
Landesärztekammer
Stand: 8. November 2004
Neue Weiterbildungsordnung beschlossen
Internist ohne
Schwerpunkt erhalten
Von Aufsichtsbehörde
genehmigt
Gründe
Baden-Württemberg
Ja
Nein
Nein
Problem u.a. Übergangsbestimmungen FA
für Innere und Allgemeinmedizin
Bayern
Ja
Nein
Ja, seit 01.08. 2004 in Kraft
Berlin
Ja
Nein
Nein
Brandenburg
Ja
Nein
Nein
Bremen
Ja
Nein
Nein
Hamburg
Ja
Nein
Nein
Nein – Frühjahr 2005
Nein
Ja
Ja
Nein – November 2004
Tendenz - Ja
Nordrhein
Ja
Nein
Nein
Rheinland-Pfalz
Ja
Ja
Nein
Saarland
Ja
Nein
Nein
Sachsen
Ja
Hessen
MecklenburgVorpommern
Niedersachsen
Sachsen-Anhalt
Nein
Thüringen
Nein – Frühjahr 2005
Tendenz – Ja
Westfalen-Lippe
Nein – nicht absehbar
BDI aktuell 12-2004
Nein
Problem u.a. Übergangsbestimmungen FA
für Innere und Allgemeinmedizin
Evtl. Zustimmung Ende des Jahres. Problem u.a. Übergangsbestimmungen FA für
Innere und Allgemeinmedizin u. hinsichtlich EU-Recht
Problem u.a. Übergangsbestimmungen FA
für Innere und Allgemeinmedizin u. hinsichtlich EU-Recht
Problem u.a. Übergangsbestimmungen FA
für Innere und Allgemeinmedizin u. hinsichtlich EU-Recht
Genehmigung zum Ende des Jahres erwartet.
Aufsichtsbehörde hat Problem nicht benannt
Nein
Aufsichtsbehörde hat Problem nicht benannt
Nein
Aufsichtsbehörde hat Problem nicht benannt
Nein – Frühjahr 2005
Ja
Schleswig-Holstein
4
beabsichtigte Weiterbildung
oder Ihr weiteres Verhalten
als Weiterbilder in der Inneren Medizin ausgelöst.
Wir als 1. Vorsitzender der
Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. und als Präsident des Berufsverbandes
Deutscher Internisten e.V.
möchten daher unseren Beitrag
zur Klärung der derzeitigen Situation leisten und sind sicher,
dass dies geeignet ist, die notwendige Information zu liefern,
um Ihnen zielgerichtetes Handeln zu ermöglichen.
Die (Muster-)Weiterbildungsordnung, welche der Deutsche
Ärztetag 2003 in Köln beschlossen hat, ist, soweit es die
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 4
Innere Medizin angeht, in vielfach veränderter Form in den
Landesärztekammern umgesetzt oder auch abgelehnt worden. Derzeit haben wir ein vielfältiges und buntscheckiges Bild,
welches von der Ablehnung der
(Muster-)Weiterbildungsordnung für die Innere Medizin und
dem Erhalt des „allgemeinen“
Internisten (Internist ohne
Schwerpunkt) bis zur 1:1 –
Umsetzung der (Muster-)Weiterbildungsordnung reicht. Eine
detaillierte Übersicht über den
Stand der Umsetzung finden Sie
in der nachfolgenden (Anm. der
Red.: hier auf Seite 4 stehenden) Tabelle. In einem Teil der
Landesärztekammern wurde
zusätzlich eine vom Beschluss
des Deutschen Ärztetages abweichende Form gewählt. Hier
wurde neben dem Facharzt für
Innere und Allgemeinmedizin
auch ein Facharzt für die Allgemeine Innere Medizin oder ein
Facharzt für die gesamte Innere
Medizin als so genannte „Neunte Säule“ eingeführt. Eine unglückliche Entwicklung.
Weil eine Beschlussfassung einer Landesärztekammer alleine
eine Weiterbildungsordnung
nicht rechtsverbindlich macht,
sondern die Rechtsverbindlichkeit von der Genehmigung
durch das zuständige Landesministerium abhängig ist, ist die
Beschlusslage der Landesministerien für das Inkrafttreten der
Weiterbildungsordnung entscheidend.
Derzeit haben sich die Bundesländer verständigt, die Weiterbildungsordnung nicht zu genehmigen, da zum einen die
Einheitlichkeit der Weiterbildung in der Inneren Medizin
bei einer Genehmigung nicht
mehr gewährleistet wäre und
zum anderen wesentliche europarechtliche Gründe eine
Genehmigung derzeit nicht zulassen.
Im Ergebnis können wir nur
dazu raten, die Weiterbildung
zur Internistin oder zum Internisten nach der derzeit gültigen Weiterbildungsordnung
der jeweiligen Landesärztekammer aufzunehmen oder
fortzuführen. Die Damen und
Herren Weiterbilder in der Inneren Medizin möchten wir
dringend bitten, die Weiterbildung nach den bisherigen Kriterien weiter fortzuführen und
dabei die erforderliche Qualität der Weiterbildung in der
Inneren Medizin zu gewährleisten.
Eine Ausnahme von dieser
Handlungsweise ist nur für den
Bereich der Landesärztekammer Bayern notwendig.
Da die Rechtsaufsicht des
Freistaates Bayern die Weiterbildungsordnung bereits genehmigt hat und die Weiterbildungsordnung im Bayerischen
Ärzteblatt ausgefertigt und publiziert ist, ist die problematische Situation entstanden, dass
in Bayern nach neuem Weiterbildungsrecht analog der Beschlussfassung des Deutschen
Ärztetages 2003 zu verfahren
ist. Hiermit ist die Gefahr gegeben, dass bayerische Weiterbildungsabschlüsse zum Arzt
für Innere Medizin und Allgemeinmedizin (Hausarzt) und
zum Arzt für Innere Medizin
und Schwerpunkt in anderen
Ärztekammerbereichen nicht
anerkennungsfähig sind, da diese Bezeichnung dort nicht eingeführt ist.
Wir werden uns dafür einsetzen, auch in Bayern sinnvolle
Änderungen dieser unbefriedigenden Situation zu erreichen.
Das schillernde Bild der Situation in den verschiedenen Landesärztekammern ist ohne
Zweifel in erster Linie durch
die nicht gelösten Probleme
des Gebietes Innere Medizin
und Allgemeinmedizin bedingt.
Die Beschlussfassung des Deutschen Ärztetags bezüglich der
Inneren Medizin und der Allgemeinmedizin wird allgemein
als unklar, unzureichend, inkonsequent oder inakzeptabel eingestuft. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass an
der fehlenden Einigung zur Lösung des Problems Innere Medizin die Novelle der (Muster-)
Weiterbildungsordnung der
Bundesärztekammer insgesamt
scheitern könnte.“
Zweite Wahlrunde ging zu Ende
Neue Gesichter in vielen KV-Chefetagen
Für Überraschungen sorgte die
zweite Runde der Wahlen zu den
Vorständen der Kassenärztlichen
Vereinigungen. In Bayern, BadenWürttemberg und RheinlandPfalz wurde gleich eine ganze
Reihe von berufspolitischen Hoffnungen begraben – meist setzten sich Vertreter einer moderaten und kompromissorientierten Linie durch. Aber erst nach
stundenlangen Wahlmarathons,
die wie in Koblenz sogar hinter
verschlossenen Türen stattfanden.
In Bayerns KV deuten nach
den Münchener Urnengängen
alle Zeichen auf Diskurs zwischen Fachärzten, ermächtigten
Ärzten, Psychotherapeuten und
KV auf der einen Seite und den
Hausärzten auf der anderen Seite. Setzte sich der bisherige KVChef Dr. med. Axel Munte (64)
im ersten Wahlgang mit 28 Stim-
men in der 50-köpfigen Vertreterversammlung als neues Vorstandsmitglied durch, so fiel sein
bisheriger Stellvertreter Dr.
med. Wolfgang Hoppenthaller
(57) bei den weiteren sechs
Wahlgängen jedes Mal durch.
(…) Hoppenthaller sprach von
„Skandal“ und erklärte, die Allianz der Gegenseite führe „zum
Schisma der KV“. Der Ausgang
der Wahlen sei ein Schlag ins
Gesicht der bayerischen Hausärzte. Er wolle nun mit den Krankenkassen direkt verhandeln und
sandte eine Wahlanfechtung.
In Baden-Württemberg hieß
der Verlierer Dr. med. Werner
Baumgärtner (53). Die Ambitionen des Stuttgarter Allgemeinarztes und MEDI-Gründers auf
den Vorsitz der neu geschaffenen KV Baden-Württemberg
wurden nachhaltig gestoppt. Erster hauptamtlicher Chef der KV
BW wurde Dr. med. Achim
Hoffmann-Goldmayer (55). Der
Hausarzt aus Stetten ist noch 2.
Vorsitzender der KV SüdWürttemberg. Zu seinem künftigen Stellvertreter wählte die
Vertreterversammlung Dr. med.
Wolfgang Herz (55), HNO-Arzt
im nordbadischen Rastatt. Zu
weiteren ärztlichen Vorstandsmitgliedern bestimmte die
„Non-Baumgärtner-Mehrheit“
Dr. med. Jan Geldmacher (59),
Internist aus Emmendingen in
Südbaden, und Dr. med. Gisela
Dahl (61), Allgemeinmedizinerin
aus Stuttgart. Als Verwaltungsfachmann komplettiert der jetzige Hauptgeschäftsführer der
KV Nord-Württemberg, Dr. rer.
pol. Thomas Zalewski (53), den
fünfköpfigen Vorstand. Der Gebührenordnungs- und Vertragsexperte steht seit 1987 an der
Spitze der Stuttgarter KV-Ver-
waltung, als er seinem Schwiegervater im Amt nachfolgte, der
wiederum Schwiegersohn seines
Vorgängers war.
Dreizehn Stunden sollen die
Vorstandswahlen für die künftige Führungsmannschaft der
neuen KV Rheinland-Pfalz gedauert haben. In Koblenz gingen einige berufspolitische Karrieren zu Ende. Gleich drei der
bisherigen KV-Vorsitzenden
„opferte“ man nach wochenlangem Kampf der verschiedenen Gruppen. Der rheinhessische Fernseharzt und dienstälteste der vier KV-Chefs, Dr.
med. Günter Gerhardt (57),
blieb genauso auf der Strecke
wie seine Pfälzer und Koblenzer Kollegen Dr. med. Anton
Coressel (52) und Dr. med. Michael Kann (47). Künftiger Mainzer KV-Chef ist der jetzige Trierer Amtsinhaber und AllBDI aktuell 12-2004
5
BDI aktuell
6
BDI aktuell 12-2004
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 5
gemeinarzt Dr. med. Carl-Heinz
Müller (52), sein Stellvertreter
wird ab 2005 der Koblenzer
Orthopäde Dr. med. Karl-Heinz
Schmidt. Als weitere Mitglieder
komplettieren der Pfälzer Allgemeinarzt Dr. med. Alois
Knoth (54) und der rheinhessische Internist, Sanitätsrat Rainer Hinterberger (60), den rein
ärztlich zusammengesetzten
KV-Vorstand. Wie in der Stuttgarter KV tarierte man den Vorstand fein mit jeweils zwei Hausund Fachärzten aus. Knoth setzte sich in einem pfälzischen Duell gegen den dortigen KVHauptgeschäftsführer Martin
Schönung (49) durch.
Sicher scheint auch, dass sich
die KV Hessen einen neuen
Vorstandsvorsitzenden suchen
muss. Der Frankfurter Amtsinhaber verzichtete bereits auf eine
Wahl zum hauptamtlichen KVVorstand.
Faustdick kam es für die bisherigen beiden Vorsitzenden der
KV Schleswig-Holstein. Weder KV-Chef Dr. med. Klaus Bittmann (61) noch sein Stellvertreter Dr. med. Hans Köhler (64)
erhielten einen Sitz in der Abgeordnetenversammlung (AO).
Bittmann sieht sich darüber hinaus auch noch mit einer Anklage
der Staatsanwaltschaft Lübeck
konfrontiert.
Recht und Geld
Verjährungsfristen sind
dieses Jahr kein Problem
Durch die Schuldrechtsreform
des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch), die am 01.01.2002 in
Kraft trat und die Verjährungsfrist für ärztliche Honorare
von zwei auf drei Jahre verlängerte, tritt in diesem Jahr
der Fall ein, dass keine Verjährungsfristen für Honorarforderungen drohen. Honoraransprüche mit der kurzen
Verjährungsfrist von zwei Jahren verjährten am 31.12.2003.
Neu entstandene Honorarforderungen seit der Einführung
der Schuldrechtsreform ab
01.01.2002 verjähren erst am
31.12.2005 (3-jährige Verjäh-
rungsfrist). In diesem Jahr
brauchen daher Ärzte nicht zu
befürchten, dass ihnen Honorarforderungen verjähren. Erst
im nächsten Jahr müssen Ärzte wieder darauf achten, dass
die Verjährung für die Honorare droht, die im Jahre 2002
in Rechnung gestellt wurden.
Um die Verjährung zu verhindern, müssen Ärzte diese Honorarforderungen bis zum
31.12.2005 gerichtshängig machen, d.h. durch Mahnbescheid oder anderweitig titulieren lassen.
Dort, wo die neuen hauptamtlichen Vorstände für die Amtszeit
2005 bis 2010 schon bestimmt
wurden, kam es ebenfalls zu
Überraschungen. Nachdem die
KV Sachsen-Anhalt mit einem
3er-Vorstand unter Einschluss des
ehemaligen Hauptgeschäftsführers glücklich werden will, entschied sich die Vertreterversammlung der KV Hamburg für
einen rein nicht-ärztlichen Vorstand. An der Spitze der hansestädtischen Körperschaft steht für
die kommenden Jahre der ehemalige Hauptgeschäftsführer Dieter Bollmann (54) als Vorstandsvorsitzender. Der Volkswirt arbeitet seit 25 Jahren für die KV.
Sein Stellvertreter bleibt Walter
Plassmann (49), ehemaliger Journalist und seit 1999 in den Diensten der Vertragsärzte.
Die KV Mecklenburg-Vorpommern setzte hingegen auf
ärztliche Führung. Neuer hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender
ab 2005 ist der derzeit amtierende ehrenamtliche Chef Dr.
med. Wolfgang Eckert (60). Der
Rostocker Hausarzt steht seit
1996 an der Spitze der Schweriner Körperschaft. Sein Stellvertreter ist der Gründungsvorsitzende der KV und Schweriner
Gynäkologe Dr. med. Dietrich
Thierfelder (63).
Die KV Thüringen entschied
sich für ein Frauentandem. Für
die neue Amtszeit ab 2005 wählte die Vertreterversammlung die
Meininger Allgemeinmedizinerin
Regina Feldmann zur Vorstandsvorsitzenden. Ihre Stellvertreterin ist die Erfurter HNO-Ärztin
Dr. med. Ellen Lundershausen.
Beide Medizinerinnen waren
bisher schon Mitglieder des KVVorstandes alter Prägung.
Aus: dfg, 42 + 43-04
Anzeige
RAB
Aufgespießt
Suspekter Geist
„Eine konkrete Zusammenarbeit der russischen Armee
mit der Bundeswehr gibt es trotz jahrelanger deutscher Bemühungen nicht. Während sie mit Georgien
oder Usbekistan gedeiht, blockt die russische Militärführung ab. Die russischen Offiziere, die einen Generalstabslehrgang an der Führungsakademie der Bundeswehr absolvierten, hatten gehofft, sie würden mit Kommandeursposten belohnt. Stattdessen wurden sie nach
ihrer Rückkehr pensioniert, auf Lehrstühle oder zum
Dienst in den Fernen Osten abgeschoben. Vom Bundeswehrgeist verseucht, waren sie für Führungsaufgaben unbrauchbar geworden.“
(Markus Wehner in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Nr. 3/2004)
BDI aktuell 12-2004
7
BDI aktuell
Gesundheitswesen
Medizin
DRG-Installation
Universitätskliniken sind Verlierer
Die Hochleistungskrankenhäuser der Zentral- und Maximalversorgung laufen Gefahr, die Verlierer bei der flächendeckenden und obligatorischen Umsetzung des
diagnosebezogenen Fallpauschalensystems im Krankenhaus (Diagnosis Related
Groups; DRG) zu werden,
wenn im Zuge des „Lernenden Systems“ und im 2. Fallpauschalenänderungsgesetz
nicht nachkorrigiert wird.
Nach Einschätzungen von Rüdiger Strehl, Kaufmännischer
Vorstand und Verwaltungsdirektor des Universitätsklinikums Tübingen, zugleich 1.
Vorsitzender des Verbandes
der
Universitätsklinika
Deutschlands e.V., ist der 100Prozentansatz des bundesdeutschen DRG-Systems der
Haupt-Systemmangel.
(…) Dass Groß- und Maximalkrankenhäuser ab einer Betriebsgröße von 800 und mehr
Betten mit einer relativ hohen
Fallzahl und komplizierten Fällen zu den Verlierern gehören
8
BDI aktuell 12-2004
werden, wurde aufgrund von
Kostendaten des Universitätsklinikums Mannheim festgestellt. Zwischen den einzelnen
Versorgungsstufen und innerhalb der konkurrierenden
Krankenhäuser dürften enorme finanzielle Umverteilungsprozesse ausgelöst werden. Auf
Basis der baden-württembergischen Daten ist zu erwarten,
dass ein Drittel der Krankenhäuser Gewinner des DRGUmstellungsprozesses sein und
ein Drittel zu den Verlierern
zählen werde.
Strehl (…) hat verschiedene
Schwachpunkte ausgemacht:
Eine Festlegung der Konvergenz nach 16 Bundesländern sei
rechtssystematisch und aufgrund der unterschiedlichen
Kostenstrukturen nicht begründbar. (…) Die Schwankungsbreite der Betriebskosten
innerhalb einzelner diagnosebezogener Fallpauschalen betrage bis zu 50 Prozent. Diese
Schwachpunkte provozierten
ein intransparentes System von
Zu- und Abschlägen.
Strehl weist darauf hin, dass
das australische DRG-System
nur 60 bis 70 Prozent aller
Krankenhausleistungen über
Fallpauschalen erfasst und
innerhalb des Systems nach
unterschiedlichen Krankenhausversorgungsstufen differenzierte Basisfallwerte eingesetzt werden. Österreich
habe vor sechs Jahren ein diagnosebezogenes Fallpauschalensystem unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Versorgungsstufen eingeführt.
Strehl zeigt vier Problemzonen auf, die nach dem Kostenermittlungsverfahren nicht kostengerecht abgebildet und über
landesweite Pauschalpreise bezahlt werden sollten:
Intensivtherapie: Die vorhandenen Fallpauschalen stellen auf die Beatmungszeit in
Intensivstationen ab. Dies sei
medizinisch fragwürdig.
Zudem sei die Intensivstation
wie keine andere Krankenhausfachabteilung ein Sonderproblem. Die Arbeitsgemeinschaft der Intensivabteilungen
an Universitätskliniken habe
in einer Eingabe an das Bundesgesundheitsministerium
(vom Frühjahr 2004) festgestellt, dass unter den gegenwärtigen Abrechnungsvoraussetzungen 30 Prozent aller Intensivabteilungen
unterfinanziert seien und vor
existenziellen Problemen
stünden.
Häufung von Langliegerfällen in Universitätskliniken: Der Katalog der DRGbezogenen Abrechnungspositionen enthält eine untere
und obere Grenzverweildauer der Patienten. Treten medizinische Komplikationen
auf, müssen Patienten auch
nach dem Überschreiten der
oberen Grenzverweildauer
weiterbehandelt werden.
Nach Überschreiten des
Höchstlimits der Verweildauer muss ein Abschlag
vom DRG-bezogenen Tagessatz in Kauf genommen werden.
In Universitätskliniken
und bei Maximalversorgern beträgt der Anteil
Langliegerfälle fünf Prozent. Diese Fälle beanspruchen 25 Prozent der
Gesamtkosten des Krankenhauses.
Fälle von Kurzliegern in
Universitätskliniken:
Krankenhäuser der Maximalversorgungsstufe sehen
sich mit Zuweisung von Patienten konfrontiert, die von
Vertragsärzten oder niedrigstufigeren Krankenhäusern
überwiesen werden, weil die
Diagnostik und Therapieversuche der Vorbehandler
nicht zufriedenstellend waren.
Dies könnte zu einer unproduktiven Gegenreaktion von Maximalversorgungskrankenhäusern
führen, die die Verweildauer künftig strecken
wollen, um die vorgesehene Pauschale abrechnen zu können. Die untere Verweildauer sollte
deshalb ersatzlos gestrichen werden, so Strehl.
Problem Komplextransplantationen: Das deutsche DRG-System (G-DRG)
hat hier eine neue Abgrenzung und Falldefinition eingeführt. Danach werden
DRG-basierte Fallpauschalen für Transplantationen
berechnet für den Zeitpunkt, in welchem die Transplantation beginnt. Komplikationen vorher und
nachher werden damit nicht
abgedeckt. Die Ersatzlösung, diese durch nicht spezifische DRG-Pauschalen
abzubilden, sei wenig zielführend.
Strehl prophezeit, dass medizinische und medizinischtechnische Fortschritte im Bereich der Hochleistungsmedizin, vor allem in der Onkologie, nur unzureichend durch
DRG-Pauschalen sowohl im
diagnostischen als auch im therapeutischen Bereich abgebildet werden können.
BDI aktuell
Medizin
Honorar
Sprungbrett in den freien Fall
Neuer EBM kommt ohne Pauken
und Trompeten
Der nunmehr endgültig beschlossene Einheitliche Bewertungsmaßstab (EBM) 2000 plus
wird wohl mit der Begleitmusik
von Trillerpfeifen am 1. April
2005 an den Start gehen müssen. Dafür sorgt eine neunmonatige Übergangsphase für die
weiterhin umstrittenen Regelleistungsvolumina (RLV) als gesetzlich vorgeschriebenes Prinzip der
Honorarverteilung. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV)
und Kassenspitzen haben einen
faulen Kompromiss geschlossen,
weil sie sich nicht einigen konnten und dennoch meinten, Handlungsfähigkeit beweisen zu müssen. Das Ergebnis ist ein weitgehend betriebswirtschaftlich kalkuliertes Leistungsverzeichnis,
dessen Leistungspreise sich aber
bis Ende 2005 völlig unabhängig
von der Kalkulation im freien Fall
nach unten bewegen werden.
Für die RLV-Zwischenphase
der neun Monate von April bis
Ende 2005 gibt es drei grundsätzliche Varianten: Entweder
werden a) Fachgruppentöpfe
nach einer bundeseinheitlichen
Vorgabe neu gebildet oder b)
alle Fachgruppentöpfe unter Beibehaltung der Vergütungstrennung Hausärzte/Fachärzte aufgelöst oder c) bisherige KV-spezifische Formen von Regelleistungsvolumina beibehalten. Die Varianten b) und c) werden
vermutlich Ausnahmefälle bleiben, weil sie eine Zustimmung
der regionalen Krankenkassen
zur Abweichung von der bundeseinheitlichen Zielvorgabe der
Honorarverteilung voraussetzen.
Variante a) führt letztendlich zu
einer Neuverteilung des Honorars auf die Arztgruppen durch
unmittelbares Durchschlagen der
neuen Bewertungsrelationen auf
die Größe der Fachgruppentöpfe. Jede Arztgruppe soll so viel
Honorar zugeteilt bekommen,
wie sie zwischen Mitte 2003 und
Mitte 2004 an Prozent der Gesamtpunktzahl generiert hätte,
wenn schon nach neuem EBM
abgerechnet worden wäre.
Dieser Honorartopf wird in der
Folge nur dann verändert, wenn
der resultierende RLV-Punktwert mehr als 10% vom mittleren Punktwert aller Hausärzte
bzw. Fachärzte abweicht. Diese
Anpassung entfällt in den KVen,
welche nach Variante b) gar keine Fachgruppentöpfe bilden und
allen Gruppen den durchschnittlichen RLV-Punktwert in gleicher
Weise auszahlen.
Der vorab feststehende
Punktwert soll für 80% des
nach EBM-Transkodierung errechneten Leistungsbedarfs
ausgezahlt werden und wird
damit etwa im Bereich des bisherigen Durchschnittpunktwertes aller Hausärzte bzw.
Fachärzte liegen. Hierin sieht
der Vorstand des BDI den berufspolitischen Sündenfall der
beschlossenen Regelleistungsvolumina. Eine Umsetzung des
kalkulierten Punktwertes von
5,11 Cent hätte zu einem wesentlich geringeren Umfang der
mit der Gesamtvergütung zu
finanzierenden Leistungsmenge insgesamt und beim einzelnen Arzt führen müssen.
Die BDI-Mitglieder sollten ihre
neuen KV-Vorstände auffordern,
in den Verhandlungen der Honorarverteilungsverträge ab 2006
diese Konsequenz bis in die
Schiedsämter durchzufechten.
Nur so könnte der Aufwand des
EBM-Wechsels wenigstens nachträglich seinen Sinn erfüllen und
zustimmende Klänge auslösen.
Th. Schröter, Weimar
Anzeige
H"LUTDRUCK
GàNSTIG
KONTROLLIERT
0REIS
Fortsetzung von Seite 8
Dies werde besonders deutlich am Beispiel Brustkrebs.
Die Bildgebung im Spektrum
von Ultraschall bis Magnetresonanz-Thomographie variierten um einen Kostenfaktor 20,
Biopsien – je nach Verfahren –
um den Faktor 60, Chemotherapien um den Faktor 150,
Antimykotika um den Faktor
12 und Antimetika um den
Faktor 70.
Unzureichend abgebildet seien auch kostenträchtige Krankheitsbilder wie die Behandlung
von Blutern und die originären
stationären Leistungen von
Kompetenzzentren (Onkologie, Geriatrie, Schlaganfall und
andere). Hier seien kostenadäquate Zuschläge erforderlich.
Aus: A+S aktuell, 20/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
ER
D
R
O
K
E
2
„Schwarzbuch 2004“ veröffentlicht
Steuergeld originell
durch den Kamin gejagt
ZZGL
¼
-W3T
x LEICHTERKOMPAKTER2EKORDER
Geradezu erheiternd wären die
Beispiele der öffentlichen Geldverschwendung, die der Bund
der Steuerzahler jährlich aufdeckt – wenn nicht der Bürger
den ganzen Pump und die Zinslasten bezahlen müsste. Hier
zwei Beispiele:
BY
Die Deutsche Bahn AG errichtete 2002 im Zuge des
Neubaus der Bundesstraße 96
eine neue Eisenbahnbrücke auf
der Strecke zwischen Bautzen
und Wilthen. Die vorhandene
funktionstüchtige alte Stahlbrücke wurde zuvor abgerissen.
Die Kosten für dieses Projekt
betrugen 750.000 Euro. Ab
Dezember 2004 wird die neue
Brücke ohne Funktion sein,
denn die Bahnlinie zwischen
Bautzen und Wilthen wird dann
wegen zu geringer Auslastung
eingestellt. Anstatt der Züge
fahren Busse, aber dann unter
der Brücke.
(…)
Die Rechnungsprüfer der
Stadt Hagen dürften ihren Augen nicht getraut haben, als sie
im Dezember 2003 in zwei
Schubladen des Standesamtes
127.439,19 Euro fanden. Ein
Standesbeamter hatte die
Traugebühren sieben Jahre
dort gehortet und nicht an die
Stadtkasse überwiesen. (…)
Die Stadt geht von einem Zinsverlust von rund 17.000 Euro
aus.
BdSt, 10/2004
x OSZILLOMETRISCHES-ESSVERFAHREN
x FREIPROGRAMMIERBAR
x ,#$$ISPLAY
x 4AG.ACHT:USATZPHASEN
x 3OFTWAREFàR7INDOWS
x 0ATIENTEN$ATENBANK
x %$63CHNITTSTELLE'$4
x .ETZWERKVERSION
x !KTIONSPREIS
3YSTEMINKL3OFTWARE
¼ZZGL-W3T
0HYSIO1UANT
)NFORMATIONEN
VEXON!'s(ARTSTRASSE
'ERMERING
4EL
&AX
%-AIL INFO VEXONDE
BDI aktuell 12-2004
9
BDI aktuell
Gesundheitswesen
Medizin
Finanzlage der Kliniken verschärft sich
Die Vertragsarztmisere ist bei den
Krankenhäusern angekommen
Die Ausgaben für Krankenhausbehandlung dürfen 2005
nach Darstellung des Bundesgesundheitsministeriums um
maximal 0,38 Prozent wachsen. Damit verschärft sich
nach Auffassung der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft (HKG) die zum Teil
dramatische Finanzlage der
Krankenhäuser weiter.
Jürgen Abshoff, HKG-Geschäftsführer: „Die Krankenhäuser stehen vor einer weiteren Minusrunde mit einer realen Budgetabsenkung um
Gesundheitswesen
Medizin
mindestens drei Prozent. Steigende Personal- und Sachkosten nehmen keine Rücksicht auf
gedeckelte Budgets.“ Die chronische Unterfinanzierung der
Krankenhäuser könne durch
Produktivitätssteigerungen
schon längst nicht mehr ausgeglichen werden.
Bei einem Anteil der Personalkosten von ca. 70 Prozent
an den Gesamtkosten eines
Krankenhauses sei ein weiterer Personalabbau absehbar.
Die Budgetierung der Kliniken zwinge die leistungsfähigen
und von den Patienten stark
nachgefragten Häuser, Wartelisten anzulegen und planbare
OP-Termine zu verschieben,
weil die Budgets erschöpft seien. Abshoff: „Kein Krankenhaus
kann auf Dauer mehr als die
mit den Krankenkassen vereinbarten Patienten behandeln,
ohne in die Verlustzone zu rutschen.“ Krankenkassen könnten nicht erwarten, dass Kliniken Mehrleistungen ohne ausreichende Finanzierung erbrächten. Deshalb sei die Ablösung des bestehenden
Budgetsystems durch ein Vertragssystem überfällig, in dem
Einzelverträge genau bestimmten, welche Leistung zu welcher Gegenleistung erbracht
werde. Erfahrungen mit solchen Verträgen im Bereich der
integrierten Versorgung seien
positiv.
Aus: A+S aktuell, 20/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
Arzt und Pharmaindustrie
Glanz und Elend einer Beziehungskiste
In einem bemerkenswerten
Artikel wendet sich David Blumenthal vom Massachusetts
General Hospital dem Verhältnis zwischen Pharmaindustrie
und Ärzten in den USA zu. Selten ist es dem BDI-aktuell-Redakteur so schwer gefallen,
Passagen eines Originalartikels
nicht zu zitieren – aber in unserem deutschsprachigen Blatt
sollte die Muttersprache nicht
allzu weit auf die Plätze verwiesen werden. Daher bringen
wir im Folgenden wenige, herausgepickte Sätze, die dem Leser Appetit auf den ganzen Artikel machen sollen, dessen Zitate auch auf ein – hier nicht
wiedergegebenes – Literaturverzeichnis referieren. Das
Gesundheitswesen
Medizin
Geschilderte gilt für die USA.
Ob sich Ähnlichkeiten mit den
Verhältnissen in Deutschland
finden lassen, steht dahin. Der
komplette Artikel kann über
Internet gekauft werden – eine
gute Investition für eine anregende Abendlektüre.
BY
“(…) As many as 59 percent
of the authors of clinical
guidelines endorsed by many
professional associations have
had financial relationships with
companies whose drugs might
be affected by those guidelines.
(…)
Physicians also tend to be
confident that they themselves
are invulnerable to any bias
inherent in the educational
content offered or supported
by drug companies. A study of
residents found that 61 percent
believed that they were not
influenced by the marketing
efforts of pharmaceutical
companies (although only 16
percent were equally confident
about their colleagues).
(…)
Also supported by research is
the observation that humans
are vulnerable to a powerful,
unconscious ‘self-serving bias’;
that is, they have trouble seeing
themselves as biased when the
bias serves their needs or
advances their own perceived
interests.
(…)
The social-science literature,
therefore, suggests that it
would be surprising if doctors
were not influenced by the
small and large services and
tokens of appreciation and
interest
provided
by
pharmaceutical companies.
(…) To posit otherwise would
imply that physicians are
different in fundamental ways
from their fellow human beings.
(…)”
David Blumenthal (Boston):
“Doctors and Drug Companies”
NEJM 351:1885-1890, 2004, http://
content.nejm.org/cgi/content/full/351/
18/1885
Seit drei Jahren AOK-„Inhouse-Telefonservice“
13 Ärzte und 18 Assistenten der Hotline
sparen kein Geld
Die AOK Rheinland (2,6 Millionen Versicherte) betreibt das eigene telefonische Call- und Service-Center „Clarimedis“,
(Domstr. 49-53, 50668 Köln),
das von Montag bis Freitag so10
BDI aktuell 12-2004
wie an Wochenenden und Feiertagen zwischen 7-22 Uhr beziehungsweise von 9-17 Uhr kostenfreie Auskunft über Themen
der Gesundheit, Medizin, der
Sozialversicherung und auch
über den Verlauf von Anträgen
und Vorgängen zu den Pflegekassen gibt. Der Service erfolgt
für AOK-Versicherte über 13
fest angestellte Fachärztinnen
und -ärzte, 18 medizinische As-
sistent/inn/en (Krankenschwestern, Krankenpfleger, Arzthelferinnen und Diätassistent/inn/en).
Seit dem 1. Januar 2004 sind
die Allgemeinen Ortskrankenkassen Schleswig-Holst-
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 10
ein, Hamburg, Bremen/Bremerhaven, Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und
Brandenburg angeschlossen.
(...)
Wilfried Jacobs, Vorsitzender
des Vorstandes der AOK
Rheinland,
Düsseldorf:
„Besonders an Mittwochnachmittagen, am Freitagnachmittag und vor allem an Wochenenden und Feiertagen sind die
Anrufe besonders häufig.“
Nach einer ersten Zwischenbilanz geht Jacobs
davon aus, dass sich der Ser-
vice des Kölner Stabes von
hauptamtlich angestellten
Fachkräften lohnt, aber
keinesfalls das Budget der
AOK entlastet; ganz im Gegenteil.
Die ärztlichen Berater decken
die Gebiete Allgemeine und Innere Medizin, Gynäkologie,
Anästhesie, Pädiatrie, Urologie,
Chirurgie, Orthopädie, Gastroenterologie, Schmerztherapie,
Naturheilverfahren, Zahnmedizin und Sportmedizin ab. Im
Team arbeitet auch eine Diplom-Psychologin. Die Berater
der Heilsberufe verfügen über
Zusatzqualifikationen zur Intensiv- und Unfallkrankenschwester, zur Diätassistentin und zur
Pflegedienstleiterin. Die übrigen Mitarbeiter sind Sozialversicherungsfachangestellte, Experten der Kranken- und Pflegeversicherung und Mitarbeiter, die über Fremdsprachkenntnisse verfügen. Die
Kölner Zentrale registriert täglich 1.200 Anrufe; in Spitzenzeiten bis zu 700 Anrufe je
Stunde.
(…)
Clarimedis bearbeitet auch
die eingegangenen Kündigungen der AOK-Mitgliedschaft.
Die Arbeit lohnt sich laut Jacobs: „Im letzten Jahr gelang
es, rund 25 Prozent der ausgesprochenen Kündigungen
wieder rückgängig zu machen
und den Kunden/Versicherten
bei der Stange zu halten.“ Seit
Jahren sei der Beitragssatz unverändert bei 13,9 Prozent.
Aus: A+S aktuell, 20/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
Gesundheitsministerin
Auch Zweit- und
Drittfrauen sind
kostenlos mitversichert
Die gesetzlichen Krankenkassen kommen nicht nur für Ehepartner und Kinder z.B. von
Sozialhilfeempfängern auf, sondern bei bestimmten Voraussetzungen auch für deren
Zweit- und Drittfrauen, sofern
der Ehemann Mitglied der Kasse ist. Die Familie sei kostenlos
mitversichert – so die Stellungnahme des Gesundheitsministeriums auf Anfrage des Petitionsausschusses des Bundestages. Auch Zweit- und Dritt-
frauen, die etwa mit einem
muslimischen Mann „nach ausländischem Recht wirksam in
polygamer Ehe verheiratet“
seien, und deren Kinder hätten einen Unterhaltsanspruch
gegenüber dem Ehemann.
„Es ist daher rechtlich nicht
zu beanstanden, wenn diese
Frauen beitragsfrei familienversichert sind“, so das Ministerium.
Verfassungsrechtler Isensee
Quelle: Der Spiegel / facharzt.de
Asbestproblem
brennt noch immer
Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft (HVBG) hat 2003 mehr als 3500 neue Berufskrankheiten durch Asbest registriert. Einschließlich älterer Fälle waren die Berufsgenossenschaften in
insgesamt 24.000 Fällen asbestbedingter Berufskrankheiten leistungspflichtig. Die Kosten dieser Erkrankung
beziffert der Verband für 2003 auf mehr als 314 Millionen Euro; sie sind damit gegenüber dem Vorjahr um
6,5 Prozent und gegenüber 1999 um fast 40 Prozent
gestiegen. Erhöht hat sich auch die Zahl der Todesfälle
durch asbestverursachte Berufskrankheiten: Im Jahre
2003 wurden 1068 Todesfälle verzeichnet, ein Jahr
zuvor waren es 1009.
Aus: A+S aktuell, 21/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH, Kaiser-Friedrich-Str. 90, 10585 Berlin
„Bürgerversicherung
verfassungswidrig“
Eine alle Bürger umfassende Bürger- beziehungsweise Volksversicherung in der Form einer
staatlichen Pflichtversicherung
wäre nach Auffassung des Bonner Verfassungsrechtlers Prof.
Dr. jur. Josef Isensee verfassungswidrig. Die Pflichtversicherungsbeiträge zu einer Bürgerversicherung kollidierten verfassungswidrig mit der Finanzverfassung der
Bundesrepublik Deutschland. Es
fehle den staatlich oktroyierten
Aufgaben zudem an den obligatorischen Merkmalen eines Versicherungsbeitrags im Zusammenhang zwischen Beitrag und
Sozialleistung. Würde eine staat-
liche Bürgerversicherung in der
Finanzierungsbasis so ausgeweitet, dass dem Sozialversicherungsbeitrag sämtliche sieben
Einkunftsarten unterworfen
würden, so mutiere der Sozialversicherungsbeitrag zu einer
neuen Spielart der Einkommensteuer.
Sozialabgaben und Sozialversicherungsbeiträge könnten aber nicht zu einer QuasiEinkommensteuer umfunktioniert werden, so Isensee.
Aus: A+S aktuell, 15/04
Dr. Josef Raabe Verlags-GmbH
Kaiser-Friedrich-Str. 90
10585 Berlin
BDI aktuell 12-2004
11
BDI aktuell
Medizin
Medizin
Onkologie
Gefitinib auch für das nicht-kleinzellige
Bronchialkarzinom?
Von UP. Masche, CH-Wil
Gefitinib (Iressa®) wird zur
palliativen Behandlung des fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinoms empfohlen.
Chemie / Pharmakologie
Wachstum und Differenzierung von Zellen werden
durch den epidermalen
Wachstumsfaktor und andere Liganden reguliert, die sich
an einen spezifischen Rezeptor an der Zelloberfläche binden („epidermal growth factor receptor“ = EGF-Rezeptor). Am intrazellulären Teil
des EGF-Rezeptors befindet
sich eine Tyrosinkinase, deren Aktivierung eine Phosphorylierung in Gang setzt,
was ein Signal für die Zellproliferation bedeutet.
Bei vielen epithelialen Tumoren findet sich eine verstärkte Expression des EGFRezeptors; beim nicht-kleinzelligen Bronchuskarzinom
trifft dies auf 80% der Plattenepithelkarzinome und auf
50% der Adenokarzinome
Medizin
Medien
und der großzelligen Karzinome zu.
Gefitinib, ein Anilinchinazolin, hemmt selektiv die zum
EGF-Rezeptor gehörende Tyrosinkinase, indem es mit
Adenosintriphosphat (ATP)
um die Bindung an dieses Enzym konkurriert. Dadurch
werden die Zellproliferation,
Angiogenese und Metastasierung gebremst sowie die Apoptose gefördert. 1,2 Möglicherweise wirkt Gefitinib
vor allem bei derjenigen Untergruppe nicht-kleinzelliger Bronchuskarzinome, bei
denen die Tumorzellen eine
bestimmte Mutation des EGFRezeptors aufweisen.3,4
(…)
Kommentar
Das Konzept, über eine
Hemmung einer Tyrosinkinase intrazelluläre Steuerungsprozesse zu stören, hat
sich bei Imatinib (Glivec®)
und der chronisch-myeloischen Leukämie als erfolgreich erwiesen. Es leuchtet
ein, dass von einem solchen
Konzept eine wissenschaftliche Faszination ohnegleichen ausgeht. Im Falle
von Gefitinib ist es jedoch
bisher nicht gelungen,
daraus überzeugende klinische Erfolge abzuleiten.
Einerseits ist die Wirksamkeit von Gefitinib beim nichtkleinzelligen Bronchuskarzinom sehr dürftig belegt. Bei
der Erstbehandlung als Zusatz
zu einer Chemotherapie mit
einem Platinderivat bietet Gefitinib keinerlei Vorteil und bei
der Drittbehandlung, wofür
Gefinitib offiziell zugelassen
ist, basiert der postulierte
Nutzen lediglich auf unkontrollierten Daten. Warum in
den entsprechenden Studien
darauf verzichtet wurde, randomisiert Kontrollgruppen
mit „best supportive care“
mitzuführen, ist wenig verständlich. So wurde eine relativ einfache Möglichkeit, die
Aussagekraft der Studien zu
verbessern, verpasst.
Andererseits ist man besorgt
über die relativ hohe Zahl von
Todesfällen infolge interstitieller Lungenveränderungen,
die unter Gefitimib vorgekommen sind. Dass Gefitimib trotz
offensichtlicher Mängel die uneingeschränkte Zulassung erhalten hat, lässt sich als ordentliches Maß an behördlicher Großzügigkeit interpretieren.
Literatur:
1. Culy CR, Faulds D. Drugs 2002; 62: 2237-48
2. Liu CY, Seen S. Ann Pharmacother 2003; 37:
1644-53
3. Lynch TJ et al. N Engl J Med 2004; 350: 212939
4. Pacz JG et al. Science 2004; 304: 1497-1500
5. http://www.fda.gov/cder/foi/label/2003/
021399lbl.pdf
6. Kris MG et al. JAMA 2003; 290: 2149-58
7. Fukuoka M et al. J Clin Oncol 2003; 21: 223746
8. Giaccone G et al. J Clin Oncol 2004; 22: 77784
9. Herbst RS et al. J Clin Oncol 2004; 22: 785-94
Aus: pharma-kritik, 8/2004
Infomed-Verlags-AG, Bergliweg 17,
CH-9500 Wil
Telefax: 071-910-0877
E-Mail: infomed@infomed.org
– Auszug –
Das Internet als Massen-Aufklärer
„Fraglicher Nutzen der Chemotherapie
solider Tumoren“
Ernsthaft erkrankte Patienten
pflegen sich häufig im Internet
zu informieren. Eine der größten und millionenfach aufgerufenen deutschen Plattformen
ist Spiegel-online.de, ein Ableger des Hamburger Wochenmagazins. Was den Patienten
hier geboten wird, sollte ein
mit dem Thema befasster Arzt
zumindest in Grundzügen wissen.
Zum Beispiel „Chemotherapie solider Tumoren“ bringen
wir im Folgenden einen Auszug aus der Spiegel-online.de
12
BDI aktuell 12-2004
Plattform. Sie gibt nicht die BDIaktuell-Redaktionsansicht
wieder, sondern das, was viele
onkologische Patienten gelesen
haben und worauf der Arzt von
sich aus eingehen sollte.
BY
Wir lesen in www.spiegelonline.de:
„Gerade für Menschen mit
Metastasen gilt die Chemotherapie als Behandlung der
letzten Wahl, wenn sich die
verstreuten Tochtergeschwülste mit Strahlen und
Skalpellen nicht mehr errei-
chen lassen. Seit Jahrzehnten
werden immer neue Zellgifte
eingesetzt. Oftmals verlangen
die Arzneimittelhersteller
dafür astronomisch hohe
Preise. Im Austausch versprechen sie ein längeres Leben.
‚Chancen für Lebenszeit!’
heißt es etwa auf einem drei
Meter großen Werbeplakat
für das Krebsmittel ‚Taxotere’. Der Hersteller eines Konkurrenzpräparats wirbt unter
dem Motto: ‚Taxol – dem Leben eine Zukunft geben’. (…)
Die Chemotherapie habe sich
in den vergangenen 20 Jahren
deutlich verbessert, sagt der
niedergelassene Onkologe
Friedrich Overkamp, 47. Es
ließen sich ‚beträchtliche Lebensverlängerungen’ erreichen.
Die neuen Zahlen des
Krebsregisters der Universität München indes bestätigen das nicht. Die Überlebensraten haben sich in den
vergangenen Jahrzehnten
demnach mitnichten verbessert: Heutige Patienten versterben
genauso
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 12
schnell an Krebs wie ihre
Leidensgenossen vor 25 Jahren.
Während die Kurve für
Darmkrebs eine geringfügige
Besserung zeigt, ist die Überlebensrate für Brustkrebs im
Laufe der Jahre sogar gesunken. Wahrscheinlich, meint
Hölzel, handele es sich nur
um zufällige Schwankungen
ohne Aussagekraft; aber
selbst noch Schlimmeres hält
er nicht für ausgeschlossen:
‚Ich befürchte, dass die systematische Ausweitung der
Chemotherapie gerade bei
Brustkrebs für den Rückgang
der Überlebensraten verantwortlich sein könnte.’
Die Aussage des Epidemiologen gilt ausdrücklich nicht
für die medikamentöse Therapie von Lymphkrebsarten,
Morbus Hodgkin, Leukämien,
Sarkomen und Hodenkrebs.
Diese Krankheiten können
inzwischen in vielen Fällen auf
geradezu spektakuläre Weise
geheilt werden. Ebenso wenig gilt Hölzels Verdikt für
jene Chemotherapien, die vor
einem chirurgischen Eingriff
die Geschwulst verkleinern
oder nach der Operation die
verbliebenen Krebszellen zerstören sollen.
Düster hingegen lese sich die
Bilanz bei soliden Tumoren im
fortgeschrittenen Stadium, sagen erfahrene Kliniker. Gerhard Schaller, 52, Gynäkologe von der Universität Bochum, konstatiert:
‚Für das Überleben von
Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs hat die
Chemotherapie bisher praktisch nichts gebracht – viel
Lärm um nichts.’
Auch Wolfram Jäger, 49, Leiter der Gynäkologie der Städtischen Kliniken der Landeshauptstadt Düsseldorf, hat
ähnliche Erfahrungen gemacht:
‚Es gab und gibt keine Erfolge. Da werden riesige
Mengen von Frauen behandelt, ohne dass ein Nutzen
tatsächlich bewiesen wäre.
Wenn Sie das den Patientinnen sagen, die verzweifeln ja total.’
Millionen von Krebskranken
unterzogen sich in den vergangenen 50 Jahren einer
Chemotherapie. Der erste
Patient mit einem Lymphosarkom in fortgeschrittenem Stadium wurde 1942 von USÄrzten mit Senfgas behandelt.
Die Tumormasse schrumpfte
auf geradezu wunderliche
Weise. Zwar verpuffte der
Effekt nach drei Monaten, und
der Patient starb – dennoch
war die Ära der Chemotherapie gegen Tumorleiden eingeläutet.
(…)
Weil sie bei Leukämien
oder Lymphomen so spektakuläre Erfolge erzielte,
wurde die Giftkur bald auch
den vielen Patienten mit Organtumoren verordnet.
Doch leben diese dank Chemotherapie überhaupt länger? Die entscheidende Vergleichsstudie wurde nie
durchgeführt.
Wahrscheinlich wird sich die
Frage gar nicht mehr beantworten lassen. In klinischen
Studien vergleichen die Hersteller stets nur neue mit alten Zellgiften; Kontrollgruppen, die gar nicht behandelt werden, gibt es nicht.
Um auf dem Markt zugelassen zu werden, reicht es, an
einer kleinen Schar handverlesener Testpersonen irgendeinen Vorteil gegenüber einem bereits zugelassenen
Zellgift ‚statistisch signifikant’
erscheinen zu lassen.“
Auszug aus: „Giftkur ohne Nutzen“.
Der Spiegel, 41/2004
http://www.spiegel.de/spiegel/
0.1518.321192.00.html
Hochgradige Stenose der Arteria carotis
Medizin
Medizin
Machen Stents
die Endarteriektomie überflüssig?
In einer Studie mit 334 Patienten mit hochgradiger A.-carotis-Stenose zeigte sich die
Stenteinlage (unter vorübergehenden Embolieschutzbedingungen über ein Körbchen)
der Endarteriektomie in Bezug auf Tod und/oder Schlaganfall zumindest ebenbürtig.
Die Zahl der Wiederholungseingriffe war in der Stentgruppe nach einem Jahr sogar geringer. Im Folgenden bringen
wir das Abstract des Artikels
„Protected Carotid-Artery
Stenting versus Endarterectomy in High-Risk Patients“ von
Jay S. Yadav, Cleveland, aus
dem New England Journal of
Medicine.
Red.
Methods: We conducted a
randomized trial comparing
carotid-artery stenting with the
use of an emboli-protection
device(1) to endarterectomy in
334 patients with coexisting
conditions that potentially
increased the risk posed by
endarterectomy and who had
either a symptomatic carotidartery stenosis of at least 50
percent of the luminal diameter
or an asymptomatic stenosis of
at least 80 percent. The
primary end point of the study
was the cumulative incidence
of a major cardiovascular event
at 1 year — a composite of
death, stroke, or myocardial
infarction within 30 days after
the intervention or death or
ipsilateral stroke between 31
days and 1 year. The study was
designed to test the hypothesis
that the less invasive strategy,
stenting, was not inferior to
endarterectomy.
Results: The primary end
point occurred in 20 patients
randomly assigned to undergo
carotid-artery stenting with
an emboli-protection device
(cumulative incidence, 12.2
percent) and in 32 patients
randomly assigned to undergo
endarterectomy (cumulative
incidence, 20.1 percent;
absolute difference, –7.9
percentage points; 95 percent
confidence interval, –16.4 to
0.7 percentage points;
P=0.004 for noninferiority,
and P=0.053 for superiority).
At one year, carotid
revascularization
was
repeated in fewer patients
who had received stents than
in those who had undergone
endarterectomy (cumulative
incidence, 0.6 percent vs. 4.3
percent; P=0.04).
Conclusions: Among patients
with severe carotid-artery
stenosis and coexisting
conditions, carotid stenting
with the use of an emboliprotection device is not inferior
to carotid endarterectomy.
(1) The stent used was a selfexpanding, nitinol stent (Smart
or Precise, Cordis) with an
emboli-protection device
(Angioguard or Angioguard XP,
Cordis). The device consists of a
guidewire with a 0.04 cm
diameter and an expandable
filter basket with a pore size of
100 micrometer. The guidewire
was used to cross the carotidartery stenosis, and then the
filter was expanded before the
stent was deployed. At the end
of the procedure, the filter
containing the captured emboli
was collapsed and removed.
NEJM 351: 1493-1501, 2004.
http://content.nejm.org/cgi/content/
full/351/15/1493
BDI aktuell 12-2004
13
BDI aktuell
Medizin
Recht
Besuch im Notdienst mit Haldol abgewimmelt
Telefon(fehl)diagnose
kostete 5.000 Euro
Im Rahmen der Berufsaufsicht
ist die Ärztekammer immer
wieder mit Verstößen gegen
die Besuchspflicht, insbesondere im ärztlichen Notfalldienst, befasst. Unter der Besuchspflicht ist die Pflicht des
Arztes zu verstehen, auf Anforderung des Patienten einen Hausbesuch zu machen. Im
ärztlichen Notfalldienst kommt
dem teilnehmenden Arzt insoweit eine „Garantenpflicht“ zu.
Entscheidung im
Einzelfall
Ob ein behandelnder Arzt einen erbetenen Hausbesuch
durchführen muss, richtet sich
grundsätzlich nach den Umständen des Einzelfalles. Ein Arzt, der
den Rat suchenden Patienten
und die Natur seiner Erkrankung kennt, wird einen Besuch
daher eher ablehnen können
als derjenige, der den Patienten noch niemals untersucht
hat.
Zu den Aufgaben des Arztes gehört es daher, sich von
dem Leiden des Patienten
ein eigenes Bild zu machen.
Er darf vor allen Dingen
nicht aufgrund von Angaben
Dritter (zum Beispiel Angehöriger) eine so genannte
Ferndiagnose stellen, zumal
dann nicht, wenn es sich offensichtlich um eine schwere Krankheit handelt und der
Arzt selbst dem Kranken keinerlei Fragen stellen kann.
Der Arzt setzt sich sonst dem
strafrechtlichen Vorwurf der
unterlassenen Hilfeleistung
im Sinne von § 323 c StGB
aus.
Das Oberverwaltungsgericht
(OVG) NRW hat in einer neueren Entscheidung (Az: 6tA
1039/01.T) einen Arzt wegen
Verstoßes gegen die Besuchspflicht im ärztlichen Notfalldienst zu einer Geldbuße von
5.000 Euro verurteilt.
Der Arzt hatte im ärztlichen
Notfalldienst den Anruf einer
in einem Pflegeheim beschäf14
BDI aktuell 12-2004
tigten Krankenschwester erhalten, die ihm telefonisch auf
einen Herzinfarkt hindeutende Beschwerden eines Heimbewohners geschildert hatte.
Der Arzt hatte dann lediglich
eine „Ferndiagnose“ gestellt
und die Bedenken der Krankenschwester gegen das von
ihm verordnete Medikament
Haldol, ein Psychopharmakon,
energisch zurückgewiesen sowie das Gespräch beendet. Ein
daraufhin gerufener anderer
Notarzt ist mit dem Patienten
dann ins Krankenhaus gefahren. Dort ist ein Herzinfarkt
festgestellt worden.
Schwerer
Berufspflichtenverstoß
Das OVG NRW hat in dem Verhalten des Arztes bei dem Telefonat mit der Krankenschwester
des Pflegeheimes eine schwere
Berufspflichtverletzung gesehen.
Aufgrund des Ergebnisses der
Hauptverhandlung stehe fest, dass
der Arzt aufgrund der Angaben
der Krankenschwester befürchten musste, dass der Heimbewohner möglicherweise einen
Herzinfarkt erlitten hatte.
Sein Vorbringen, er habe
nicht geahnt, dass es um einen Herzinfarkt gehe, hielt
der Senat für unglaubhaft.
Unter den gegebenen Umständen hätte der Arzt als zuständiger Notarzt den Kranken unverzüglich aufsuchen
müssen, um sich soweit wie
möglich Gewissheit über dessen Zustand und die Schwere
des Krankheitsbildes zu verschaffen und dann die erforderlichen ärztlichen Sofortmaßnahmen zu treffen bzw.
anzuordnen.
Eine telefonische „Ferndiagnose“ und „Fernbehandlung“
reiche auf keinen Fall aus.
Hierauf habe sich der Arzt jedoch pflichtwidrig beschränkt.
Allein aufgrund der von ihm
telefonisch erfragten Angaben
zum Zustand und zu den Beschwerden des Heimbewohners habe er Medikamente
verordnet und zunächst deren
Wirkung abwarten wollen, anstatt sich, was nach der
Schwere des Krankheitsbildes
geboten gewesen sei, unverzüglich selbst zu dem Kranken
zu begeben.
Erschwerend komme hinzu,
dass er auf dieser unzureichenden Grundlage auch ein
Psychopharmakon habe verabreichen lassen wollen, um
den Kranken ruhig zu stellen.
Nach der Überzeugung des
Gerichts hat der Arzt, zumal
es Sonntagabend war, aus Be-
quemlichkeit von einem Hausbesuch abgesehen. Damit
stimme auch seine Argumentation überein, er habe sich,
nachdem der von ihm erbetene Rückruf ausgeblieben war,
nicht mehr nach der weiteren
Entwicklung des Falles erkundigt, weil es öfter vorkomme,
dass sich das Problem gelöst
habe, er als Notarzt ohnehin
abends viel zu tun habe und
man in dem Pflegeheim auch
ohne einen ärztlichen Hausbesuch habe wissen müssen,
dass bei Hinweisen auf einen
Herzinfarkt die Einlieferung in
ein Krankenhaus geboten sei.
Das Gericht hat diese Sichtweise für unverantwortlich
gehalten. Wenn der Arzt
schon nicht den in erster Linie gebotenen Hausbesuch
machte, hätte er zumindest
eindeutig und eindringlich
auf die Notwendigkeit einer
unverzüglichen Krankenhauseinweisung – unter Notarztbegleitung – hinweisen
und sich zusätzlich vergewissern müssen, ob die notwendigen Maßnahmen getroffen
wurden.
Dr. iur. Dirk Schulenburg
Justitiar der Ärztekammer Nordrhein
in: Rheinisches Ärzteblatt 10/2004
– der Titel stammt von der
BDI-aktuell-Redaktion
Aus dem Bundestag
Zahnersatz neu geregelt
Mit den Stimmen der Koalitionsfraktion hat der Deutsche Bundestag am 1. Oktober
2004 der Neuregelung des Zahnersatzes zugestimmt. Der Zahnersatz bleibt im Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung mit den gleichen umfassenden
Leistungen wie bisher.
Es bleibt jedoch dabei, dass die Versicherten diese Leistungen allein finanzieren, um
an den vereinbarten Absenkungen der Arbeitskosten festzuhalten. Die Zahnpauschale
wird durch einen prozentualen einkommensabhängigen Beitragssatz ersetzt. Dieser
wird mit dem im GMG ab 2006 für die Finanzierung des Krankengeldes allein durch die
Versicherten vorgesehenen zusätzlichen Beitragssatz von 0,5% zu einem einheitlichen
zusätzlichen Beitragssatz von insgesamt 0,9% zusammengezogen. Zum 1. Juli 2005
wird dieser zusätzliche Beitragssatz in Kraft treten. Die hierdurch erreichbaren Entlastungen sollen von den Kassen verpflichtend als Beitragssenkung weitergegeben werden.
Rü
BDI aktuell
Lange Dienste im Krankenhaus
Gesundheitswesen
Medizin
Bei mehr als 16 Stunden pro Tag
verdoppeln sich die Fehler
Was jeder aus eigener Erfahrung weiß, wurde nunmehr
auch wissenschaftlich garniert: Überlange Arbeitszeiten führen zu Aufmerksamkeitsdefiziten. Es muss nicht
der Kurzschlaf am Kraftfahrzeug-Lenkrad sein, der die
Beteiligten aufschreckt – auch
Defizite abgearbeiteter Doktoren lassen aufmerken.
Im New England Journal of
Medicine erschien eine Studie,
in der Ärzte entweder durchschnittlich 85 oder 65 Wochenstunden auf Intensivstationen arbeiteten. In der
Langzeitarbeitsgruppe sollen
während nächtlicher Rufdienste doppelt so viele Aufmerksamkeitsfehler vorgekommen sein wie in der Kontrollgruppe.
In einer weiteren Untersuchung führt die Langzeitarbeitsgruppe auch bei schweren Fehlern mit einem Plus
von 36 Prozent vor dem Kontrollkollektiv.
Hier Texte aus den beiden
Abstracts des Journals.
logs that were validated with
regular weekly episodes (72
to 96 hours) of continuous
polysomnography (r=0.94)
and work logs that were
validated by means of direct
observation by study staff
(r=0.98).
Results: Seventeen of 20
interns worked more than 80
hours per week during the
traditional schedule (mean,
84.9; range, 74.2 to 92.1). All
interns worked less than 80
hours per week during the
intervention schedule (mean,
65.4; range, 57.6 to 76.3). On
average, interns worked 19.5
hours per week less
(P<0.001), slept 5.8 hours per
week more (P<0.001), slept
more in the 24 hours
preceding each working hour
(P<0.001), and had less than
half the rate of attentional
failures while working during
on-call nights (P=0.02) on the
intervention schedule as
compared with the traditional
schedule.
Conclusions: Eliminating
interns’ extended work shifts
in an intensive care unit
significantly increased sleep
and decreased attentional
failures during night work
hours.
Steven W. Lockley (Boston) et al.:
”Effect of Reducing Interns’ Weekly
Work Hours on Sleep and
Attentional Failures”
NEJM Volume 351:1829-1837,
2004. http://content.nejm.org/cgi/
content/short/351/18/
1829?query=TOC
II.
Results: During a total of
2203 patient-days involving
634 admissions, interns made
35.9 percent more serious
medical errors during the
traditional schedule than
during the intervention
schedule (136.0 vs. 100.1 per
1000 patient-days, P<0.001),
including 56.6 percent more
nonintercepted serious
errors (P<0.001). The total
rate of serious errors on the
critical care units was 22.0
percent higher during the
traditional schedule than
during the intervention
schedule (193.2 vs. 158.4 per
1000 patient-days, P<0.001).
Interns made 20.8 percent
more serious medication
errors during the traditional
schedule than during the
intervention schedule (99.7
vs. 82.5 per 1000 patientdays, P=0.03). Interns also
made 5.6 times as many
serious diagnostic errors
during the traditional
schedule as during the
intervention schedule (18.6
vs. 3.3 per 1000 patient-days,
P<0.001).
Christopher P. Landrigan (Boston) et
al.: “Effect of Reducing Interns’
Work Hours on Serious Medical
Errors in Intensive Care Units “.
NEJM 351: 1838-1848, 2004.
http://content.nejm.org/cgi/content/
short/351/18/1838?query=TOC
Red.
Background: Knowledge of
the physiological effects of
extended (24 hours or more)
work shifts in postgraduate
medical training is limited. We
aimed to quantify work hours,
sleep, and attentional failures
among first-year residents
(postgraduate year 1) during a
traditional rotation schedule
that included extended work
shifts and during an
intervention schedule that
limited scheduled work hours
to 16 or fewer consecutive
hours.
Methods: Twenty interns
were studied during two
three-week rotations in
intensive care units, each
during both the traditional and
the intervention schedule.
Subjects completed daily sleep
Foto: AOK Bilderservice
I.
Lange Dienste können die Fehlerquote verdoppeln – was auf der Intensivstation nicht ganz ohne
Risiko sein dürfte.
BDI aktuell 12-2004
15
BDI aktuell
G-BA-Katalog wächst weiter
Mindestmengen für Koronarchirurgie und
Knieprothesen, PTCA folgt
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner
für Krankenhausbehandlung
zuständigen Besetzung beschlossen, dem so genannten
Mindestmengenkatalog die
Leistungen „Koronarchirurgische Eingriffe“ und „Kniegelenk-Totalendoprothesen“
hinzuzufügen. Konkrete Zahlen sollen erst festgelegt werden, wenn genügend wissenschaftliche Daten vorliegen.
„Mit diesem Beschluss haben
wir zunächst den Zusammenhang von Qualität und Menge
bei Kniegelenk-Totalendoprothesen und Koronarchirurgischen Eingriffen festgestellt. Für
Gesundheitswesen
Medizin
den folgenden Schritt, die Beschlussfassung konkreter Zahlen, brauchen wir jedoch Daten, die sich auf die Versorgungssituation in Deutschland
beziehen“, so Professor Michael-Jürgen Polonius, Vorsitzender des G-BA in der für Krankenhausbehandlung zuständigen Besetzung, im Anschluss an
die Sitzung.
„Der Gesetzgeber möchte
mit dem Instrument der Mindestmengen die Qualität in der
stationären Versorgung steigern. Die erforderlichen Beschlüsse kann der G-BA aber
nur auf der Grundlage einer
aussagefähigen, belastbaren
Studien- und Datenlage fassen,
und die liegt zur Zeit nicht vor“,
so Polonius weiter.
Der G-BA hat vom Gesetzgeber den Auftrag erhalten, einen Katalog planbarer Leistungen nach den §§ 17 und 17b
des Krankenhausfinanzierungsgesetzes zu beschließen, bei
denen die Qualität des Behandlungsergebnisses in besonderem Maße von der Menge der
erbrachten Leistungen abhängig ist. Außerdem sollen für diese Leistungen Mindestmengen
festgesetzt werden. Bei der
Unterschreitung einer Mindestmenge dürfen die Leistungen
von Krankenhäusern nicht
mehr erbracht werden, unabhängig davon, ob ein Patient
gesetzlich oder privat versichert ist.
Folgende weitere Anträge
zu Mindestmengen aus dem
Katalog der planbaren Leistungen werden zur Zeit im
Gemeinsamen Bundesausschuss beraten:
− (...)
− Percutane transluminale
Coronarangioplasie
(PTCA)
− Operationen bei Bauchaortenaneurysma
Internet: www.g-ba.de
Morbi-RSA lässt AOK, BEK & Co strahlen
Allein beim Insulin regnet es
1.200 Euro „Gewinn“ pro Patient
Der „Morbiditätsorientierte
Risikostrukturausgleich“ der
gesetzlichen Krankenkassen
wird zum 01.01.2007 auf die
Spitze getrieben: Die nach
Krankheiten und Aufwand gestaffelten Ausgleichszahlungen
aus dem gemeinsamen Topf
der Assekuranz lassen nur noch
die Jagd auf RSA-taugliche Patienten lukrativ erscheinen. In
der Tat werden Gelder pro
Patient umgeschichtet, die
schon prima vista erheblich
übertrieben scheinen.
Wenn alles so großzügig gerechnet ist, wie der Insulinzuschlag, braucht man sich über
die schlussverkaufsartige Sammelwut der Kassen in Richtung
maximaler Krankheitskodierung und DMP-Einschleusung
ihrer Versicherten nicht zu
wundern. Glühende Drähte
der Rufzentralen von AOK,
BEK & Co als größten Kassierern aus dem RSA-Topf illustrieren das Bild. Schimpfkanonaden der milliardenschwer
zur Ader gelassenen Techniker- und Betriebskrankenkassen komplettieren den Diskurs.
Ein Blick auf die Einzelheiten:
Allein bei Feststellung einer
Vorjahresbehandlung mit Insulin erhalten die Empfängerkassen im laufenden Jahr 2.406
Euro Zuschlag – zusätzlich zu
allen anderen Zuschlägen, die
ihr Patient wegen Alters und
anderer Leiden auslöst.
Das Rechenbeispiel „Insulinzuschlag“ im Morbi-RSA:
Da für den Patienten die Vorgabe „Insulintherapie“ aus dem
Vorjahr übernommen wurde,
sind keine Ersteinstellungs- und
-schulungskosten zu berücksichtigen.
Hier wird der übrige statistische Durchschnittsaufwand für
einen Insulinpatienten gleich
mitbedient. Der Clou: Es gibt
– kaum zu glauben – 155 zuschlagsauslösende Medikamente. Doppelzahlungen für denselben Aufwand scheinen unvermeidlich – und höchst lukrativ.
Nota: Die Teilnahme an einem Disease-ManagementProgramm (z.B. Diabetes) würde aus dem Kassentopf noch
einmal extra bedient.
(Anmerkung am Rande: Für
einen mit optimal angepassten
Ernährungsgewohnheiten und
körperlicher Bewegung ebenso
So sehen Aufwand und „Ertrag“ aus:
30/70er Humaninsulin, 40 Einheiten pro Tag
Kosten pro Jahr:
1.000 Marken-Sensoren zur BZ-Selbstmessung
Kosten pro Jahr:
1.000 Stichlanzetten und Zubehör
Kosten pro Jahr:
Summe des tatsächlichen Aufwandes pro Jahr
Gezahlt aus dem Morbi-RSA an die Kasse:
Überzahlung aus dem Morbi-RSA-Pool an die Krankenkasse, rund 100%
16
BDI aktuell 12-2004
460,00 Euro
650,00 Euro
100,00 Euro
1.210,00 Euro
2.406,00 Euro
1.196,00 Euro
mühsam wie gut eingestellten
Diabetiker erhalten weder Arzt
noch Kassen irgendeine Sonderzahlung.)
Im Folgenden einige Beispiele
zu Morbi-RSA-Ausgleichszahlungen, die die AOK auf ihrer
Internetseitehttp://www.aokbv.de/politik/agenda/rsa/
index_03177.html publiziert.
Eine anschauliche Darstellung
des Zahlungsmechanismus
zeigt die folgende Internetseite: http://www.aok-bv.de/imperia/md/content/aokbundesverband/dokumente/pdf/
politik/rsa_ausgleichs
schema.pdf
Red.
So soll das Geld aus dem
Morbi-RSA herüberkommen:
Beispiel 1:
Frau, 62 Jahre alt
Die Versicherte hat im Vorjahr ein Arzneimittel erhalten,
das der Gruppe 115 (Insulinpräparat) zugeordnet wird.
Der Versicherten werden im
Morbi-RSA folgende Zuschläge zugeordnet:
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 16
Alterszuschlag für die 60- bis 64jährigen Frauen: 517 Euro
Zuschlag für die Arzneimittelgruppe 115: 2.406 Euro
RSA-Ausgleich aktuell: 1.614 Euro
Morbi-RSA ab 2007: 2.923 Euro
Beispiel 2:
Frau, 62 Jahre alt,
Diabetikerin
Die Versicherte bezieht Erwerbsminderungsrente. Sie hat
im Vorjahr ein Arzneimittel erhalten, das der Gruppe 115 (Insulinpräparat) zugeordnet
wird. Außerdem wurde sie mit
der Diagnose „Diabetes mit
akuten Komplikationen“ im
Krankenhaus stationär behandelt. Der Versicherten werden
im Morbi-RSA folgende Zuschläge zugeordnet:
Alterszuschlag für die 60- bis
64-jährigen Frauen: 517 Euro
Zuschlag für weibliche Erwerbsminderungs-Rentner der
Altersgruppe 56-65: 842 Euro
Zuschlag für die Arzneimittelgruppe 115: 2.406 Euro
Zuschlag für die KrankenhausDiagnosegruppe 017: 2.214 Euro
RSA derzeit: 2.479 Euro
Morbi-RSA: 5.979 Euro
Beispiel 3:
Frau, 42 Jahre, Probleme
in der Schwangerschaft
Die Versicherte war im Vorjahr
wegen Komplikationen in der
Schwangerschaft im Krankenhaus. Es hat aber keine Entbindung im Krankenhaus stattgefunden. Ihr werden im Morbi-RSA
folgende Zuschläge zugeordnet:
Alterszuschlag für die 40- bis
44-jährigen Frauen: 296 Euro
Zuschlag für die KrankenhausDiagnosegruppe 146:
1.503 Euro
RSA derzeit: 866 Euro
Morbi-RSA: 1.799 Euro
Beispiel 4:
Zwölfjähriger Junge
Der Versicherte hat im Vorjahr keine Arzneimittel erhalten und war nicht im Krankenhaus. Ihm wird im Morbi-RSA
folgender Zuschlag zugeordnet:
Alterszuschlag für die 10-14jährigen Männer: 164 Euro
RSA derzeit: 505 Euro
Morbi-RSA: 164 Euro
Beispiel 5:
Zwölfjähriger Junge,
kleiner Unfall
Der Versicherte hat im Vorjahr keine Arzneimittel erhalten. Er war aber im Vorjahr
wegen einer kleineren Verletzung im Krankenhaus. Dem
Versicherten werden im Morbi-RSA folgende Zuschläge zugeordnet:
Alterszuschlag für die 10- bis
14-jährigen Männer: 164 Euro
Zuschlag für die KrankenhausDiagnosegruppe 162: 306 Euro
RSA derzeit: 505 Euro
Morbi-RSA: 470 Euro
Aus: http://www.aok-bv.de/politik/
agenda/rsa/index_03177.html
Neue Versorgungsform läuft auf Schmalspur
Nur Hüfte und Knie werden integriert versorgt
Alle reden über integrierte
Versorgung, aber tatsächlich
passiert nicht viel. Gerade
einmal 170 Verträge sind bundesweit bis Ende September
2004 registriert worden, sagte BKK-Vertragsexperte KarlHeinz Schönbach beim BKKForum 2004 Anfang November in München. Wer aber
auf die integrierte Versorgung der chronischen Volkskrankheiten wie Herzinsuffizienz oder Diabetes gehofft hatte, dürfte bitter
enttäuscht sein: Von den
170 Verträgen entfallen allein 168 auf die Behandlung
von Hüft- und Kniegelenksarthrosen.
Von den zur Verfügung stehenden 680 Millionen Euro aus
der Anschubfinanzierung – je
1% aus der Gesamtvergütung
und den Krankenhaus-Rechnungen – sind laut Schönbach
gerade einmal 65 Millionen
Euro in Anspruch genommen
worden, weniger als 10%. Er
rechnet damit, dass es bis Jahresende höchstens 120 bis 150
Millionen Euro werden.
Die Krankenkassen verhalten sich noch zögerlich mit
dem Abschluss von Einzelver-
trägen. Die Vorschusslorbeeren für Einzelvertragssysteme
beruhen bisher auf wenigen
Einzelbeispielen, gab Bayerns
BKK-Vorsitzender Gerhard
Schulte zu bedenken. Negative Erfahrungen würden meist
nicht publiziert. Nach seiner
Erkenntnis treten Versorgungsziele häufig hinter finanzielle Ziele zurück. Auf die
Handhabung finanzieller Risiken wie Morbidität, Inanspruchnahmeverhalten oder
Behandlungspfade sei man zuwenig vorbereitet. Außerdem
mangele es an Messgrößen für
das medizinische Leistungsgeschehen.
Politik droht schon
mit Intervention
Die Politik beobachtet die
Schmalspur-Entwicklung in Sachen integrierter Versorgung
inzwischen misstrauisch. Wenn
sich die kleinteiligen, in erster
Linie auf das Marketing zielenden Schmalspurverträge durchsetzen, deutete Horst
Schmidbauer, stellvertretender
Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für Gesundheit und
Soziale Sicherung an, müsse die
Politik nachjustieren und eventuell die Rahmenbedingungen
genauer festlegen. Ob Handlungsbedarf entsteht, dürfte
nach den kommenden zwei
Jahren zu erkennen sein.
Bis dahin könnten aber auch
einige komplexere Integrationsverträge installiert worden
sein, wie sie von den Betriebskrankenkassen für nächstes
Jahr geplant werden: In Essen
soll ein ambulantes TumorZentrum geschaffen werden,
mit zwei ausgewählten ZielKrankenhäusern sowie Hausärzten und Facharzt-Praxen
und Reha-Einrichtungen. Ein
Patienten-Scout leitet die Pa-
tienten als Lotse über definierte Behandlungspfade
durch das integrierte Versorgungsangebot. Ein weiteres
Projekt, ebenfalls in Nordrhein, wird laut Schönbach
eine Verknüpfung aus verschiedenen neuen Vertragsformen sein: eine Hausarztzentrierte Versorgung nach §
73b SGB V auf der Grundlage
eines Vertrages zur integrierten Versorgung nach § 140 a
SGB V, verknüpft mit Apotheken-Einzelverträgen, um
Rabatte bei Arzneimitteln zu
erhalten.
ks
Journal Watch Online
Jetzt registrieren: www.BDI.de
BDI aktuell 12-2004
17
BDI aktuell
Große Akupunkturstudien werfen überraschende Frage auf
Kann Leitlinien-Therapie noch Kassenleistung bleiben?
Bei vielen Patienten ist die Akupunktur ausgeprochen beliebt, sie glauben fest an ihre Wirkung. Eine Reihe von
Kollegen bietet sie deshalb als Privatleistung an, denn die
Akupunktur ist keine Kassenleistung. Den marketingbewussten Kassen ist es ein Dorn im Auge, dass sie im Gegensatz zu den Privatversicherern eine solche beliebte Leistung nicht im Katalog haben dürfen und deshalb sollten nun
Die traditionelle chinesische
Akupunktur ist eine komplizierte Sache: Die Einstichpunkte
sind definiert, nur wer dort die
Nadeln in angemessene Tiefen
stößt, erzielt auch eine Wirkung. So die Theorie. Viele Patienten glauben dran und
zahlreiche Niedergelassene
haben sich in teuren Akupunkturkursen fortgebildet,
um exakt und traditionell
chinesisch zu akupunktieren
und diese Leistung privat
abzurechnen.
Denn die Akupunktur wird
nicht von den Kassen bezahlt.
Was Kassenleistung wird und
was nicht, entscheidet der so
genannte gemeinsame Bundesausschuss, in dem Vertreter
der Ärzte und Kassen sitzen.
Er hat es vor Jahren abgelehnt, die Akupunktur in die
Kassenmedizin aufzunehmen. Begründung: Ihre
Wirksamkeit ist nicht wissenschaftlich einwandfrei
nachgewiesen. Ein Schlupfloch hat der Ausschuss aber
offen gelassen: Wenn die Kassen die Methode unbedingt in
ihrem Leistungskatalog haben
wollten, könnten sie ja entsprechende Studien initiieren, um
die Wirksamkeit doch noch
nachzuweisen.
Also haben die Bundesverbände von AOK, BKK, IKK, Landwirtschaftskassen zusammen
mit der Bundesknappschaft und
der See-Krankenkasse im Jahr
2000 die German Acupuncture
Trials – kurz: GERAC – ins Leben gerufen und die Ruhr-Universität Bochum mit der Auswertung beauftragt. In zwei
dieser Studien wurden Patienten mit Rückenschmerzen, arthrotischen Knieschmerzen, Spannungskopfschmerzen und Migräne aufgenommen. Sie wurden streng
18
BDI aktuell 12-2004
nach den Regeln guter Therapiestudien in jeweils drei Gruppen randomisiert. Ein Teil wurde nach alter chinesischer Tradition akupunktiert, ein weiterer Teil bekam eine „ShamAkupunktur“ , bei der
Nadeln an Punkten gestochen wurden, die weitab der
traditionellen chinesischen
Nadelpunkten liegen. Außerdem wurden die Nadeln nicht
so tief versenkt, wie es die chinesische Tradition verlangt. Eine
dritte Gruppe bekam schließlich
eine leitlinienorientierte Standardschmerztherapie ohne
Akupunktur. Pro Indikation und
Gruppe nahmen 300 bis 400
Patienten teil - also eine
durchaus respektable Basis. Und
ganz billig war es nicht, 7,5 Mil-
umfangreiche Studie klären, ob die traditionelle chinesische Akupunktur bei diversen Schmerzzuständen wirkt –
denn dann wäre sie reif für das Kassenangebot gewesen.
Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor – aber zufrieden ist
damit keiner: Selbst ungezieltes Herumstochern hilft mehr
als die leitlinienorientierte Standardtherapie. Kann letztere jetzt überhaupt noch Kassenleistung bleiben?
lionen Euro haben die Kassen
dafür ausgegeben.
Die Ergebnisse für Spannungskopfschmerz und Migräne stehen noch aus, für die
Rückenschmerzpatienten liegen aber nun die sechs-Monats-Ergebnisse, für die Knieschmerzpatienten die Zwischenergebnisse nach drei
Monaten Beobachtungszeit
vor. Sie lassen sich etwa so
zusammenfassen: Akupunktur
wirkt besser als die Standardtherapie, nur keiner weiß warum – und es ist außerdem
ziemlich egal, wohin und wie
tief oder oberflächlich man
sticht. Provokativ fomuliert: Es
muss nicht die traditionelle chinesische Akupunktur
sein. Wer irgendwo ein biss-
chen in der Haut herumstochert, hilft dem Patienten oft mehr als mit der
konventionellen leitliengerechten Standardtherapie.
Nadeln hilft besser als
Schulmedizin
Die Patienten in der Akupunktur- und der ScheinakupunkturGruppe haben nämlich in einem
signifikant höheren Prozentsatz
angegeben, dass sich ihre Schmerzen gebessert haben. So lag
beispielsweise die Erfolgsrate bei
Rückenschmerzen in der Gruppe mit traditioneller chinesischer
Akupunktur bei 47 Prozent und
in der Scheinakupunktur-Gruppe
bei 44 Prozent – aber in der Gruppe mit leitlinientreuer Stan-
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 18
dardbehandlung nur bei 27 Prozent. Bei den Knieschmerzpatienten kristallisierten sich ähnliche
Relationen heraus.
Allgemeine
Verwunderung
Die Kassen waren mit folgender Hypothese in die Studien
eingestiegen: „Die Sham-Akupunktur hat eine geringere Wirkung als die traditionelle chinesische Akupunktur". Wäre
dies bewiesen worden, hätten
sich Akupunktur-Skeptiker gewundert – aber der Bundesausschuss hätte immerhin eine
wissenschaftlich fundierte
Grundlage bekommen, um die
Akupunktur als Kassenleistung
zu etablieren und viele Kollegen hätten einer lukrativen Privatleistung nachtrauern müssen. Statt dessen wundern sich
nun alle und keiner weiß so
recht weiter.
Zahlen die Kassen bald
fürs blinde Rumstochern?
Bei der Vorstellung der Studie hielten sich alle Beteiligten
mit Bewertungen zurück. Dr.
Bernhard Egger, Arzt und Mitarbeiter des AOK-Bundesverbandes, brachte die allgemeine
Ratlosigkeit auf den Punkt:
„Woran es liegt, dass es kaum
Unterschiede gibt, darauf geben die Studien keine Antwort,
das ist letztlich eine Frage der
Interpretation. Ich würde
daraus ableiten, dass offensichtlich die Anwendung der genauen traditionell-chinesischen
Lehre bei der Akupunktur gar
keine so große Rolle spielt, dass
es möglicherweise eher unspezifische Reizeffekte durch das
Stechen an sich sind, die eine
Schmerzlinderung verursachen.
Und natürlich die Akupunktur
als Betreuungskonzept für die
Patienten und auch im Erleben
der Patienten."
Haben viele Kollegen nur
Geld rausgeworfen?
Letztlich eine böse Nachricht
für alle Kollegen, die sich in teuren Kursen für die traditionelle
Methode fit gemacht haben: So
genau hätten sie es gar nicht nehmen müssen, es scheint ja egal
zu sein, wohin man sticht. Und
was soll der Bundesausschuss
nun daraus machen? Soll er jede
beliebige Stichelei nun als
Kassenleistung freigeben, da
sie ja offenbar mehr bringt
als die Standardtherapie?
Denn dann könnte ja jeder eine
Kassenleistung abrechnen, wenn
er irgendwo ein bisschen herumnadelt. Oder ist es vielleicht
doch etwa so, wie es Kollege
Egger von der AOK etwas verklausuliert ausgedrückt hat: Die
Patienten fühlten sich einfach
besser, weil sie sich in den Nadel-Gruppen besser betreut fühlten? Gerade beim Schmerzempfinden spielen solche Effekte ja
eine große Rolle.
Im kommenden Frühjahr soll
der Bundesausschuss erneut
über die Akupunktur entscheiden. Die Studien der Krankenkassen werden ihm bis jetzt
kaum weiterhelfen. Denn sie
haben mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Eine davon
drängt sich besonders auf: Kann
die leitlinienorientierte Standardtherapie nach diesen
Ergebnissen überhaupt noch
Kassenleistung bleiben?
AT/BW
Die Politik etabliert das Mammographie-Screening
Viel hilft viel – stimmt das?
Viel hilft viel – dieser goldene
Lehrsatz der Politik findet ständig weitere Verbreitung im
Gesundheitswesen. Externe
Gutachter ohne Patientenkontakt extrapolieren aus Studiendaten in die Praxis und etablieren Riesen-Programme zu Diagnostik und Therapie.
Ein kostspieliges Beispiel
ist das flächendeckende,
bundesweite Mammographie-Screening, das dem
Brustkrebs wirkungsvoll den
Kampf ansagen soll. Es verbraucht mittlere dreistellige Millionenbeträge pro
Jahr und müsste allein aus
diesem Grunde erheblichen
Nutzen stiften. Zumindest
ist das die Sichtweise der
beteiligten Experten.
Ganz anders sieht die Sache
aus, wenn der größte natürliche Feind medizinischklinischer Studien auf den
Plan tritt, der Mathematiker
und Statistiker. Der Prozentsatz klinischer Studien,
der einer gründlichen statistischen Evaluation standhält, ist
traditionell im niedrigen ein-
stelligen Bereich zu finden.
Dabei ist zu berücksichtigen,
dass viele klinische Studien
mit anderem als dem erwarteten Ausgang gar nicht publiziert werden.
Zum Nutzen des – EBM
2005plus gelisteten – Mammographie-Screenings schreiben
Mühlhauser und Höldke (Hamburg):1
„Mit MammographieScreening bei 1.000 Frauen
über 10 Jahre hat eine Frau
einen Nutzen, da sie in dieser Zeit nicht an Brustkrebs
stirbt.“
Anders herum:
„Mit Mammographie-Screening bei 1.000 Frauen über
10 Jahre haben 999 Frauen
keinen Nutzen, da sie auch
ohne MammographieScreening nicht an Brustkrebs gestorben wären (996
Frauen) oder weil sie trotz
Mammographie-Screenings
an Brustkrebs sterben (3
Frauen).“
Dieses u.a. im Deutschen
Ärzteblatt (36/2004) publizierte Statement ist nach Kennt-
nis des Verfassers bislang nicht
widerlegt.
Der Unterschied von einem
Todesfall auf 10.000 FrauenUntersuchungsjahre mag
zwar statistisch als signifikant
herausdestilliert sein. Dabei
wird aber vergessen, dass Statistik eine Wahrscheinlichkeits- und keine Präzisionsrechnung ist. Wahrscheinlichkeiten von 1 auf 10.000 Jahre herauszuarbeiten ist sinnentleert. Damit ist der
Darstellung der Hamburger
Experten kein Nutzen des
Screenings zu entnehmen.
Erinnert sei an die massiven technikgestützten Nachsorgeprogramme der 80er
Jahre, bei denen Mammakarzinom- und KolonkarzinomPatient/inn/en eine permanente hochtechnisierte
Nachsorge angedieh (einschließlich zahlreicher regelmäßiger Routineröntgenaufnahmen, Endoskopien, Szintigraphien und Laboruntersuchungen u.a.). Diese außerordentlich kostspieligen und
hochtechnisierten Program-
me mussten zu den Akten
gelegt werden, da ihre Wirksamkeit im Vergleich zu Patientenkollektiven, die sich
der Nachsorge entzogen hatten, kaum über der Nachweisgrenze lag.
Fazit:
Die Politik macht dort
Geld locker, wo Großprogramme, Vernetzung und
eine apparative Einbindung
die technologisch hoch stehende Welt des Sieges über
die Krebserkrankung suggerieren. Man kann es den
Akteuren nicht verübeln,
dass sie plausible Dinge für
bewiesen halten, sich aber
in die enttäuschenden Niederungen der mathematisch-statistischen Aufarbeitung nur ungern begeben.
BY
Literatur
1 Radiologe 2002, 42 (4): 299-304, zitiert nach
DÄ 36/2004
BDI aktuell 12-2004
19
BDI aktuell
Steuerübersicht zum Jahreswechsel
Wie viele Sonderausgaben sind absetzbar?
Unbegrenzt abziehbare
Sonderausgaben
Renten und dauernde Lasten
Kirchensteuer
Steuerberatungskosten
Begrenzt abziehbare
Sonderausgaben
Unterhaltsleistungen (§
10 Abs. 1 Nr. 1 EStG):
Unterhaltsleistungen an den
geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten, der
im Inland seinen Wohnsitz oder
gewöhnlichen Aufenthalt hat,
können bis zu 13.805 Euro abgezogen werden. Der Abzug
ist vom Antrag des Zahlenden
abhängig. Weitere Voraussetzung ist, dass der Empfänger
der Unterhaltsleistungen dem
Antrag zustimmt,1 weil als Folge des Sonderausgabenabzugs
beim Zahlenden eine Versteuerung beim Empfänger vorgenommen wird. Der Antrag gilt
nur für den jeweiligen Veranlagungszeitraum und kann nicht
zurückgenommen werden. Die
Zustimmungserklärung des
Zahlungsempfängers bleibt dagegen bis auf Widerruf wirksam.
Berufsausbildungskosten
(§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG2 ):
Ab dem 1. Januar 2004 können Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung bzw.
für ein Erststudium (Fahrtkosten, Kosten für eine auswärti-
ge Unterbringung, Lernmittel,
Studiengebühren usw.) bis zu
einer Höhe von 4.000 Euro
jährlich als Sonderausgaben geltend gemacht werden; der
Höchstbetrag kann bei Ehegatten jeweils von beiden in Anspruch genommen werden. Ein
(unbeschränkter) Werbungskostenabzug für eine erstmalige Ausbildung ist nur bei Maßnahmen im Rahmen eines (Ausbildungs-)Dienstverhältnisses
möglich (siehe § 9 i.V.m. § 12
Nr. 5 EStG2).
Schulgeld
Spenden
Mitgliedsbeiträge und Spenden an politische Parteien
Vorsorgeaufwendungen3
Versicherungsbeiträge (§
10 Abs. 1 Nr. 2 EStG):
Im Rahmen der unten aufgeführten Höchstbeträge
können abgezogen werden:
a) Beiträge zu Kranken-, Pflege-, Unfall- und Haftpflichtversicherungen, zu den gesetzlichen Rentenversicherungen und an die
Bundesanstalt für Arbeit (Arbeitslosenversicherung)
b) Beiträge zu bestimmten Versicherungen auf den Erlebens- oder Todesfall:4
– Risikoversicherungen, die
nur für den Todesfall eine
Leistung vorsehen
– Rentenversicherungen
ohne Kapitalwahlrecht
zu 100 v.H. sowie mit
Kapitalwahlrecht gegen
laufende Beitragsleistung in Höhe von 88 v.H.
der Beiträge, wenn das
Kapitalwahlrecht nicht
vor Ablauf von 12 Jahren
seit Vertragsabschluss
ausgeübt werden kann,
und Kapitalversicherungen gegen laufende Beitragsleistung mit Sparanteil in Höhe von 88 v.H.
der Beiträge, wenn der
Vertrag für die Dauer
von mindestens 12 Jahren abgeschlossen worden ist. Entsprechende
Versicherungen sind nur
noch dann im bisherigen
Umfang begünstigt,
wenn der Vertrag bis
zum 31. Dezember 2004
abgeschlossen und ein
Beitrag bis zu diesem
Zeitpunkt entrichtet
wird; Beiträge zu diesen
„Altversicherungen“
können auch für die Jahre ab 2005 weiter in dieser Höhe berücksichtigt
werden, wenn die bis
2004 gültigen Höchstbeträge günstiger sind als
die ab 2005 geltenden
Regelungen zum Alterseinkünftegesetz. 5
Beiträge an fondsgebundene Lebensversicherungen
dürfen nicht als Sonderausgaben abgezogen werden.
c) Beiträge zu einer zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung.
Falls Ansprüche aus Lebensversicherungsverträgen zur Tilgung oder Sicherung von Darlehen abgetreten werden, so
kann dies ggf. zum (rückwirkenden) Ausschluss dieser Lebensversicherungsbeiträge
vom Sonderausgabenabzug
führen.6
Zusätzliche Altersvorsorge (§ 10a EStG):
Für Beiträge zur privaten Altersvorsorge (z.B. für Lebensversicherungen, Investmentfonds, Banksparpläne) oder im
Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (über Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen) kann im
Jahr 2004 ein zusätzlicher Sonderausgabenabzug bis zur
Höhe von 1.050 Euro geltend
gemacht werden, wenn dieser
günstiger ist als die Altersvorsorgezulage.
1.
2.
3.
4.
5.
6.
Vgl. dazu BGH-Urteil vom 23. März 1983 IV b ZR
369/81 (HFR 1983 S. 537) und BFH-Urteil vom 25.
Oktober 1988 IX R 53/84 (BStBl 1989 II S. 192)
i.d.F. des Gesetzes zur Änderung der AO und
weiterer Gesetze (BGBl 2004 I S. 1753)
Die Paragraphenverweise in diesem Abschnitt
beziehen sich auf die bis zum 31. Dezember
2004 geltende Fassung des EStG, die wegen
der Günstigerprüfung im Rahmen des
Alterseinkünftegesetzes für die Jahre 2005 bis
2019 gültig bleibt (§ 10 Abs. 4a EStG i.d.F.
des AltEinkG, BStBl 2004 I S. 554)
Zur Abgrenzung kapitalbildende Lebensversicherung/Sparverträge siehe BMF-Schreiben
vom 6. März 1996 – IV B 1 – S 2221 – 11/96
II (BStBl 1996 I S. 124)
Siehe BStBl 2004 I S. 554
Vgl. dazu § 10 Abs. 2 Satz 2 i.V.m. § 52 Abs.
24 Satz 3 EStG
Aus: Informationsbrief
Steuerberater, 11/2004 – Anlage
Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen 2004
Veranlagungsart
Vorwegabzug für
Versicherungsbeiträge i.S. von § 10
Abs. 1 Nr. 2 EStG
1
Einzelveranlagung
Zusammenveranlagung
von Ehegatten
2
3.068 €2
6.136 €2
Höchstbeträge
für weitere
Aufwendungen
(zusätzlich zu Spalte 2)1
3
1.334 €
2.668 €
Höchstbeträge
für verbleibende Aufwendungen, die nur zu
50 v.H. abziehbar sind
(zusätzlich zu
Spalten 2 und 3)
4
667 €
1.344 €
Höchstmöglicher
Abzug für Vorsorgeaufwendungen
(Summe der
Spalten 2 bis 4)
5
5.069 €3
10.138 €3
Höchstmöglicher
Aufwand,
der sich ganz oder
teilweise steuerlich
auswirkt
6
5.736 €3
11.472 €3
1. Für Beiträge zu einer zusätzlichen freiwilligen Pflegeversicherung kommt ein zusätzlicher Höchstbetrag in Höhe von 184 € für Steuerpflichtige, die nach
dem 31. Dezember 1957 geboren sind, in Betracht (§ 10 Abs. 3 Nr. 3 EStG)
2. Der Vorwegabzug vermindert sich bei Arbeitnehmern, für die der Arbeitgeber gesetzliche Beiträge oder Zuschüsse zur Kranken-, Pflege-, Renten- und
Arbeitslosenversicherung leistet, um 16 v.H. des Arbeitslohns aus dieser Beschäftigung. Dies gilt auch für rentenversicherungsfreie Steuerpflichtige mit
Versorgungsanspruch ohne eigene Beitragsleistung (z.B. bei Beamten und Vorstandsmitgliedern einer AG) und für Abgeordnete. Eine Kürzung des
Vorwegabzugs erfolgt aber nicht bei Alleingesellschaftern einer GmbH mit Pensionsanspruch gegenüber der Gesellschaft
3. Der höchstmögliche Abzugsbetrag (Spalte 5) und der höchstmöglich wirkende Aufwand (Spalte 6) mindern sich bei Arbeitnehmern um die in der
Fußnote 2 dargestellte Kürzung des Vorwegabzugs (maximal um 3.068 € bzw. 6.136 €, siehe Spalte 2)
Aus: Informationsbrief Steuerzahler, 11/2004 – Anlage
20
BDI aktuell 12-2004
BDI aktuell
Teure Unsitte
Studienresultate nicht protokollgemäß veröffentlicht
A. Diegeler, H. Thiele, F.W. Mohr,
G. Schuler (Bad Neustadt)
In: internist.praxis 44, 697-710 (2004)
– Zusammenfassung zum Schluss
eines ausführlichen Artikels –
Hans Marseille Verlag GmbH München,
Telefax: 089 290 46 43
E-Mail: marseille-verlag@t-online.de
www.marseille-verlag.com)
KV Bayerns
Urologen
Orthopäden
Nervenärzte
Kinderärzte
fachärztlich tätige
Internisten
Effekt von Praxisgebühr und Zuzahlungen
auf die Fallzahlen
HNO-Ärzte
Neben den Studien, die
erst gar nicht veröffentlicht
werden, tragen auch Resultate, die unterschlagen oder
nicht protokollkonform mitgeteilt werden, dazu bei,
dass die Auswirkungen von
medizinischen Interventionen überschätzt werden.
Man muss nicht lange danach
suchen, wem „eindrucksvolle“ Resultate besonders dienen, wurden doch 72% der
102 Studien als industrie-unterstützt deklariert. Es
reicht also nicht zu fordern,
dass Studien ausnahmslos zu
registrieren sind; es gilt auch
sicherzustellen, dass Studi-
Ereignisse traten häufiger
nach der chirurgischen Behandlung auf. In der chirurgischen Gruppe waren 6 Monate nach der primären Behandlung 79% der Patienten
frei von Angina-pectorisSymptomen, im Vergleich zu
62% in der PTCA- bzw.
Stentgruppe (p = 0,03).
Ein wesentliches kardiales
Ereignis trat bei 31% der Patienten nach PTCA und Stent
im Vergleich zu 15% nach
dem chirurgischen Eingriff
auf (p = 0,02). Die Differenz
war vornehmlich bedingt
durch eine höhere Rate notwendiger erneuter Revaskularisation des Zielgefäßes
nach PTCA und Stent (29%
vs. 8%, p = 0,003). Beim
kombinierten Endpunkt „Tod
und Myokardinfarkt“ ergaben
sich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen, 3%
in der Stentgruppe, 6% in
der chirurgischen Gruppe (p
= 0,5). Postinterventionelle
Hautärzte
Schlussfolgerung
Insgesamt 220 symptomatische Patienten mit der Diagnose einer hochgradigen Stenose im Bereich des proximalen RIVA wurden zu einem
der Verfahren randomisiert:
110 Patienten für den minimal-invasiven chirurgischen
Eingriff, 110 Patienten für die
PTCA plus Stentimplantation. Der primäre kombinierte Endpunkt war definiert als
Freiheit von erheblichen kardialen Ereignissen wie kardial bedingter Tod, myokardialer Infarkt und die Notwendigkeit einer erneuten Revaskularisation des Zielgefäßes
innerhalb von 6 Monaten.
Frauenärzte
Urspeter Masche, CH-Wil
Urspeter Masche, CH-Wil
Schlüsselloch-Chirurgie oder Stent?
Chirurgen
Bei der Publikation von Studien findet eine Selektion
statt („publication bias“). Ob
sich Ähnliches ereignet, wenn
es darum geht, wie Ergebnisse veröffentlicht werden
(„outcome reporting bias“),
ist weniger untersucht und
bildete den Gegenstand der
vorliegenden Arbeit.
Aus: infomed-screen, 09/2004
Infomed-Verlags-AG
Bergliweg 17, CH-9500 Wil
Telefax: 071-910-0877
E-Mail: sekretariat@infomed.ch
* Andere Studienart
von Studien jeweils zu überprüfen, ob die Rubriken
„Methoden“ und „Resultate“
im Einklang sind.
Isolierte RIVA-Stenose
Augenärzte
Studienziele
en so publiziert werden, wie
sie der Ethikkommission
vorgelegt wurden. Daneben
erinnert diese Arbeit wieder
einmal daran, beim Lesen
Allgemeinärzte und
hausärztlich tätige
Internisten
A*Chan AW, Hróbjartsson A,
Haahr MT et al. Empirical evidence for selective reporting of
outcomes in randomized trials:
comparison of protocols to published articles. JAMA 2004 (26.
Mai); 291: 2457-65
2,0%
Zitat
„Der immer stärker werdende ökonomische
Druck darf nicht dazu führen, dass die Patientenbehandlung leidet.“
Dr. Arnold Schüller
Vizepräsident der
Ärztekammer Nordrhein
in: Rheinisches Ärzteblatt
11/2004
Veränderung zu 3/03 in %
0,0%
-2,0%
-2,0%
-2,4%
-4,0%
-3,5%
-6,0%
-8,0%
-6,7%
-6,7%
-7,3%
-8,0%
-10,0%
-11,1%
-12,0%
-14,0%
-13,3%
-12,7%
-14,1%
-16,0%
Die Grafik zeigt, wie sich die Fallzahlen des Quartals III/2004 im Vergleich zum III. Quartal 2003
entwickelt haben.
Quelle: KV Bayerns, Agenda „Die Auswirkungen der Gesundheitsreform“ – Fallzahlen;
http:/www.kvb.de/servlet/PB/show/1101128/Neu_Zusammenfassung_Fallzahlentwicklung_3_04.pdf
BDI aktuell 12-2004
21
BDI aktuell
Krankenhausgesellschaft nimmt Kosten ins Visier
Im nächsten Jahr rund 3 Prozent höhere Ausgaben
Als Basis für die anstehenden
Verhandlungen über die Krankenhausbudgets hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft
ein Papier über die voraussichtliche Personal- und SachkostenEntwicklung im nächsten Jahr
zusammengestellt. Dabei
schränkt sie aber ein, dass über
die Personalkosten derzeit noch
keine detaillierten Aussagen
möglich sind. Der jetzige BATVergütungsvertrag läuft zum 31.
Januar 2005 ab; über die Fortschreibung lässt sich nur spekulieren. Aufgrund der Gewerkschaftsforderungen prognostiziert die DKG einen Anstieg der
Personalkosten um 2,14%
(West) bzw. 3,99% (Ost). Voraussagen der Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen mit einem durchschnittlichen Anstieg
der Tariflöhne um 1,8%.
Für die Prognose der Sachkostenentwicklung orientiert
sich die DKG am Preisindex für
die Lebenshaltung der privaten
Haushalte. Für das Jahr 2005
schätzen die Wirtschaftsforschungsinstitute die Veränderung der Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr auf 0,9%
bis 1,5%. Sie weisen jedoch
darauf hin, dass die Entwicklung der Ölpreise ein großer
Unsicherheitsfaktor ist. Zieht
man dies mit in Betracht, dann
erhöht sich die Bandbreite auf
mindestens +1,3% bis
+2,1%. Nach Erfahrungen aus
der Vergangenheit liegen die
Krankenhaus-typischen Kostenentwicklungen rund 1%
über den allgemeinen Lebenshaltungskosten. Deswegen
schätzt die DKG die Entwicklung der Krankenhaus-typischen Sachkosten mit +2,3%
bis +3,1% ein.
ks
Gefährliche Influenzavirustypen
Schweine bilden „Mischgefäße“ zur Virusherstellung
„Die Intensivierung der Tierhaltung, insbesondere durch
gleichzeitige Aufzucht verschiedener Arten, bringt die
Gefahr mit sich, dass Viren
durch Spezieswechsel eine
veränderte pathogene Bedeutung für Mensch und Tier
erlangen können.
Influenzaviren sind hierfür
ein typisches Beispiel. Wirklich neue, durch Impfung mit
aktuellen Impfstoffen praktisch nicht abzuwehrende und
damit gefährliche Influenzavirusvarianten entstehen
immer dann, wenn sich entweder im Tier (z.B. Schwein)
oder im Menschen nach Doppelinfektionen mit humaner
und aviärer Influenza durch
Neukombinationen (Reassortment) neuartige Influenzavarianten bilden, gegen die
dann keine Populationsimmunität vorliegt.
Schweine sind das klassische
‚Mischgefäß‘ humaner und
aviärer Influenzaviren. Daher
ist die z.B. in Südchina übliche gleichzeitige Haltung von
Geflügel und Schweinen ein
ständiges Bedrohungspotenzial.
Bei dem in seinem Ausmaß
historisch einmaligen Ausbruch der Geflügelpest (Influenza A/H5N1) Anfang des
Jahres 2004 in fast einem Dutzend asiatischer Staaten wurde der intensive Kontakt mit
Tieren auch direkt gefährlich.
Eine Reihe von Menschen
starb nach engem Kontakt zu
infiziertem Geflügel. Bereits
1997 hatte H5N1 erstmals direkt auf den Menschen übergegriffen, in Hongkong, so
dass damit auch der Mensch
selbst ‚Mischgefäß‘ für aviäre
und humane Influenzaviren
sein kann.“
R. Kurth
in: Bundesgesundheitsblatt, 7-2004
Behandlung von Wechseljahresbeschwerden
Hormonverordnungen gingen in vier Jahren
um 31 Prozent zurück
Schon vor dem Einschlag der
Ergebnisse der großen WHI
(Women’s Health Initiative)-
Studien zeigten die Hormonverordnungen gegen Wechseljahresbeschwerden eine rück-
Hormonverordnungen gegen Wechseljahresbeschwerden bei BARMER-Patientinnen
Jahr
1999
2000
2001
2002
2003
Anzahl
ArzneimittelPatientinnen
751.160
746.709
688.735
634.913
518.183
Ausgaben
Anzahl
Packungen
58.505.023
60.237.477
57.141.201
52.449.874
41.482.666
2.556.532
2.541.053
2.299.205
2.023.942
1.585.964
Aus: Barmer 03/2004
22
BDI aktuell 12-2004
läufige Tendenz. Die Barmer
Ersatzkasse publiziert Zahlen
der Jahre 1999 bis 2003. In dem
Zeitraum gingen die Verordnungen um 31 Prozent zurück.
Ein deutlicher Knick ist von
2002 auf 2003 mit rund 51 Prozent des Gesamtrückgangs zu
registrieren.
Für Fachleute bleibt noch
immer die entscheidende Frage offen:
Woher stammt eigentlich
die Evidenz der jahrzehntelangen Empfehlungen pro
Hormonsubstitution? Hier
lagen doch Hunderte von
Studien vor, aus denen sich
heute keine Argumente
mehr ergeben. Da sich die
Physiologie des Menschen so
schnell nicht ändert, wäre
es interessant, den wissenschaftlichen Konklusionen
noch einmal ex post nachzugehen. Das aber scheint
nicht gerade eines der drängendsten Interessensgebiete der Frauenheilkunde zu
sein.
Die nebenstehende Tabelle
zeigt die Zahlen der Barmer
Ersatzkasse.
BY
BDI aktuell
Stiftung Warentest
Hausarztmodell lohnt für die Patienten nicht
Die Stiftung Warentest hat das
Hausarztprogramm der AOK
Sachsen-Anhalt geprüft – mit
zwiespältigem Ergebnis. Der
Programmnutzen für Patienten sei mager, die freie Arztwahl eingeschränkt, die finanzielle Entlastung der Patienten
marginal.
Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt, die sich verpflichten, mindestens ein Jahr lang
bei Krankheit zuerst einen
Hausarzt aufzusuchen, zahlen bei ihm keine Praxisgebühr mehr. Sie müssen aber
an die AOK 20 Euro pro Jahr
abführen. Das Programm
habe ungeachtet dessen regen Zulauf (AOK: bis Ende
August rund 140 000 eingeschriebene Patienten), berichtet Stiftung Warentest
(Finanztest 9/2004).
Vorteilhaft sei zwar, dass „der
Hausarzt den Überblick über
Tagesaktuelle Berufspolitik
Jetzt registrieren: www.BDI.de
Das Arzneimittelkursbuch 2004/05
Fakten und Vergleiche für 14.500
Medikamente
2.300 Seiten, Dünndruck, Format 21 x 29 cm
€ 115,—
ISBN 3-921687-29-2
A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH
Fax: 030 / 79 49 02 – 20
E-Mail: ati@berlin.snafu.de
Internet: www.arznei-telegramm.de
Die 14. Auflage dieses mittlerweile zum Standardwerk der anzeigenfreien Information gewordenen „Wälzers“ sorgt wieder einmal für Systematik und Transparenz. Jeder vom Chaos der „Roten“, dem Werbemüll der
„Gelben“ und der absichtlich begrenzten Produktauswahl der anderen
frei verteilten Listen Gequälte wird es schätzen, die relevanten Informationen kurz, knapp und prägnant zu erhalten.
Eine traditionelle und nur in diesem Werk anzutreffende Delikatesse
sind die Abstaffelungen der Präparate nach den Verkaufspreisen. Man
sieht, wieviel Luft im Arzneimittelmarkt steckt und wie lächerlich gering
der so genannte Wettbewerb auf dem Generikamarkt ist. Hier scheint
eine einzige, riesige Marktnische mit Preisunterschieden wie an den
deutschen Tankstellen gepflegt zu werden. Beispiel Co-Trimoxazol 960
mg, 10 Tabletten: Es gibt sage und schreibe 22 Anbieter, deren Preise
zwischen 2,06 € und 2,20 € pro Tagesdosis „schwanken“. Gleichzeitig
müssen in den Apotheken bis zu 22 Schachteln vorgehalten und vom
Großhandel 22 ähnliche Bestelloptionen verwaltet werden – für eine
einzige Packungsgröße eines Medikamentes. Falls sich noch jemand
fragen sollte, wo Einsparreserven sein könnten, so sei darauf – zum xten Male vergebens – verwiesen.
alle Untersuchungen und Behandlungen hat“ und „auf diesem Wege unnötige Doppeluntersuchungen und schädliche
Wechselwirkungen von Medikamenten vermieden werden“
können.
Als nachteilig bewertet die
Stiftung Warentest aber, dass
„Patienten ihren Hausarzt aus
einer AOK-Liste wählen“ müssen. Von den 1.600 Hausärzten in Sachsen-Anhalt machten
bislang weniger als die Hälfte
mit.
Auch werde die Praxisgebühr lediglich beim Hausarzt
erlassen. Beim Zahnarzt, im
Notdienst oder wenn der Patient unerwartet in einer andere Stadt zum Arzt müsse,
zahle er weiterhin. An den
Zuzahlungen für Medikamente und fürs Krankenhaus ändere sich ebenfalls nichts. Da
Versicherte mit Zuzahlungen
und Praxisgebühren bis zu
zwei Prozent ihres Jahresein-
kommens belastet werden,
spare ein sehr kranker Versicherter oder einer mit sehr
geringem Einkommen mit
dem Hausarztprogramm kein
Geld. Er zahle sogar 20 Euro
mehr: die Eintrittsgebühr an
die AOK.
Fazit: Die AOK will laut Stiftung Warentest mit dem Programm Geld sparen. Sie hoffe vor allem, dass weniger
Medikamente verschrieben
werden. Den Patienten bringe das Programm wenig.
Weder sparten sie sicher
Geld, noch sei gewährleistet,
dass ihre Versorgung besser
werde. Ergo rät die Stiftung:
Wer einen kompetenten
Hausarzt habe, sollte ihm
treu bleiben – auch wenn er
nicht beim Hausarztprogramm mitmache.
Aus: Ärzte Zeitung, 183/04
Wissenschaftlich herrschen im Werk Purismus und Evidenzbasierung.
Hersteller, die eine „grüne“ Unterlegung für ihren Präparatetext wünschen, dürfen weder „Me too“ liefern noch unzureichend belegte Effekte
reklamieren, sonst werden ihre Substanzen auf grauem und rosa Druckhintergrund präsentiert.
Die Nagelprobe kann man beim Vioxx® vornehmen, das erst nach
Erscheinen des Buches vom Markt genommen wurde. Die Redaktion
hat die Beschreibung grau hinterlegt als „Variante ohne besonderen
Stellenwert“ (Seite 1465). Der Hammer steht im 3. Absatz: „Veröffentlichte Daten zum Schädigungspotential von Rofecoxib im Vergleich zu
(…) Naproxen sind manipuliert.“
Donnerwetter kann man hier nur sagen. Staubtrocken hat man den
Diskussionsstoff des Septembers schon im Juni 2004 präsentiert.
Einen Schwachpunkt aller großen Fachbücher hat die Redaktion gründlich beseitigt. Bekanntermaßen pflegen die Werke schon bei Drucklegung nicht mehr ganz aktuell zu sein. Daher bietet der Verlag den
Zugang in seine Internetdatenbank zum Preis von 90 € pro Jahr an,
wobei die Einstiegsgebühr von 50 € für die Buchbesitzer entfällt. Die
Kombination aus Print und Internet dürfte die optimale Darreichungsform dieses aus Sicht des Rezensenten unentbehrlichen Standardwerkes sein.
BY
Molekularmedizinische
Grundlagen von altersspezifischen
Erkrankungen
Ganten, Detlev; Ruckpaul, Klaus (Hrsg.)
2004, 546 Seiten, 180 Abb., 67 Tab., XXXIV, <gebunden>
€ [D] 99,95 / SFR 158,—
Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York
ISBN 3-540-00858-6
BDI aktuell 12-2004
23
BDI aktuell
Online
Politik
Per Internet hinein
Interessante Artikel zum Einklicken
Die Schweizer „pharma-kritik“ nennt per Internet auffindbare Arbeiten, die Kolleg/inn/en in Klinik und Praxis
besonders interessieren könnten. Im Folgenden eine Auswahl. Gleichzeitig bitten wir unsere Leser/innen um
Mitteilung von Internet-Adressen zu interessanten wissenschaftlichen Artikeln. Der Web-Zugang – zumindest zum
Summary – sollte kostenfrei sein. Die in BDI aktuell vorgestellten Beiträge sind entweder direkt erreichbar oder über
ein kostenlos erhältliches Password. Wer die Netzadressen dieser Artikel nicht von Hand eingeben will, kann diese
Seiten von unserer Internet-Seite www.BDI.de aus aufrufen: In der rechten Randspalte der Homepage finden Sie
unten den Eintrag „BDI aktuell“. Wenn Sie ihm folgen, können Sie die verschiedenen Hefte auswählen; darin sind
wiederum alle Links aktiviert. Das aktuelle Heft wird jeweils wenige Tage nach Erscheinen ins Netz gestellt.
Unsere E-Mail-Adresse: rbornemann@bdi.de
Clinical Guidelines on the Identification, Evaluation, and
Treatment of Overweight and Obesity in Adults
The Evidence Report.
Pi-Sunyer FX, Becker DM, Bouchard C et al. NIH Publication 1998
(Sept)
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/bv.fcgi?rid=obesity
Three common neuralgias: How to manage trigeminal, occipital,
and postherpetic pain
Ashkenazi A, Levin M.
Postgrad Med 2004 (Sept); 116: No 3
http://www.postgradmed.com/issues/2004/09_04/ashkenazi.htm
Interpretation of Laboratory Tests for Diagnosing Viral Hepatitis
Kim AI, Saab S.
Hospital Physician 2004 (Sept); 40: 15-9
http://www.turner-white.com >> Hospital Physician >> Past
Issue Archive >> 2004 >> September
Drug-eluting stents:
The beginning of the end of restenosis?
Haery C, Sachar R, Ellis SG.
Cleveland Clin J Med 2004 (Oct); 71: 815-24
http://www.ccjm.org/PDFFILES/Haery10_04.pdf
Malnutrition in older people
Screening and management strategies
Visvanathan R, Newbury JW, Chapman I.
Aust Fam Physician 2004 (Oct); 33: 799-805
http://www.racgp.org.au/document.asp?id=14743
Association between industry funding and statistically significant
pro-industry findings in medical and surgical randomized trials
Bhandari M, Busse JW, Jackowski D et al.
24
BDI aktuell 12-2004
CMAJ 2004 (Feb 17); 170: 477-80
http://www.cmaj.ca/cgi/content/full/170/4/477
Evidence based guidelines or collectively constructed "mindlines?"
Ethnographic study of knowledge management in primary care
Gabbay J, Le May A.
BMJ 2004 (Oct 30); 329: 1013-7
http://bmj.bmjjournals.com/cgi/content/full/329/7473/1013
Prevention of Sudden Death in Hypertrophic Cardiomyopathy:
But Which Defibrillator for Which Patient?
Boriani G, Maron BJ, Shen WK et al.
Circulation 2004 (Oct 12); 110: e438-e442
http://circ.ahajournals.org/cgi/content/full/110/15/e438
What Is New in Lymphoma?
Cheson BD.
CA Cancer J Clin 2004 (Sept/Oct); 54: 260-72
http://caonline.amcancersoc.org/cgi/content/full/54/5/260
Warfarin for non-rheumatic atrial fibrillation: five year experience
in a district general hospital
Yousef ZR, Tandy SC, Tudor V et al.
Heart 2004 (November); 90: 1259-62
http://heart.bmjjournals.com/cgi/content/full/90/11/1259
A hospital takes up the challenge of offering patients open
access to their charts
Durbach E, Smith D.
BC Med J 2004 (October); 46: 392-6
http://www.bcma.org/public/bc_medical_journal/BCMJ/
october_2004/open_access_charts1.asp
Anticoagulation in Pregnant Women with Prosthetic Heart Valves
Danik S, Fuster V.
Mount Sinai J Med 2004 (October); 71: 322-9
http://www.mssm.edu/msjournal/71/71_5_pages_322_329.pdf
BDI aktuell
Koloncarcinom
Medizin
Medizin
Radiatio prä- oder postoperativ
bleibt ohne Unterschied
Wie sehr die Behandlung des
fortgeschrittenen Koloncarcinoms auf der Stelle tritt, zeigt
eine Studie mit der „neuen“
Kombination der jahrzehntealten therapeutischen Trias
Radiatio, Fluorouracil und
Operation. Das Erstaunlichste an der Studie ist die Tatsache, dass sie Platz im renommierten Publikationsorgan
New England Journal of Medicine fand.
Kurz berichtet, macht es für
das Überleben im Stadium T3
und T4 oder bei Lymphknotenbefall des Koloncarcinoms
keinen Unterschied, ob in der
genannten Behandlungstrias die
Bestrahlung nur vor der OP
oder auch nach der OP stattfindet.
Hier ein Ausschnitt aus dem
Abstract des Artikels:
“Methods: We randomly
assigned patients with clinical
stage T3 or T4 or node-positive
disease to receive either
preoperative or postoperative
chemoradiotherapy. (…)
Conclusions: Preoperative
chemoradiotherapy, as compared with postoperative
chemoradiotherapy, improved
local control and was
associated with reduced
toxicity but did not improve
overall survival.”
“Preoperative versus Postoperative
Chemoradiotherapy for Rectal
Cancer”
NEJM 351: 1731-1740, 2004.
http://content.nejm.org/cgi/content/
short/351/17/1731?query=TOC )
Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration („Zuwanderungsrat“):
„Wir brauchen mehr Zuwanderung von Ärzten“
Der von der Bundesregierung
eingesetzte Zuwanderungsrat(1) stellte am 19.10.2004
sein erstes Jahresgutachten vor.
Eine Forderung von Frau Süssmuth und Mitarbeitern:
Deutschland brauche mehr
ausländische Ärzte.
Unter „Regierung online“
http://www.bundes
regierung.de/ Politikthemen/Innenpolitik/Nachrichten,701.731915/artikel/Erstes-Jah-
Koalition
mildert
Zuzahlung
für Heimbewohner
Heimbewohner, die praktisch von Taschengeld leben,
müssen dieses Geld am Jahresanfang nicht mehr vollständig für Praxisgebühren
und Zuzahlungen für Arznei-,
Heil- und Hilfsmittel aufwenden. Mit den Stimmen der
Koalitionsparteien hat der
Bundestag Mitte Oktober
2004 eine Änderung der Sozialhilferegelungen beschlossen. Dem muss aber noch
der Bundesrat zustimmen.
resgutachten-des-Zuw.htm findet sich folgende Feststellung
der Kommission:
„Nach Ansicht der Kommission
stellen zur Zeit die Gesundheitsberufe, der Ingenieurbereich
sowie der Banken- und Versicherungssektor solche Engpassbranchen dar, so dass der Zuwanderungsrat eine kontingentierte Zuwanderung in diese Arbeitsmarktbereiche empfiehlt.“
Red.
(1) Dem <Sachverständigenrat für
Zuwanderung und Integration
(„Zuwanderungsrat“)> der
Bundesregierung gehören an:
Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D. (Vorsitzende),
Klaus J. Bade, Direktor des
Instituts für Migrationsforschung
und interkulturelle Studien in
Osnabrück
Christoph Kannengießer, als
Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände
Gerd Landsberg, geschäftsführendes Präsidialmitglied des
Deutschen Städte- und Gemeindebundes
Heinz Putzhammer, Mitglied
des Geschäftsführenden
Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes
und
Gert Wagner, Abteilungsleiter
und Forschungsdirektor des
Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.
Mehr als die Hälfte der Zuzahlungen sind entfallen
Oma fährt Bus, der Enkel fährt Taxi – „auf Kasse“
Durch die Härtefall- und andere Begleitregelungen sind noch im ersten Halbjahr der Gesundheitsreform rund 50 Prozent der Zuzahlungen wieder entfallen.
Die Vertragsärzte können es in den Praxen beobachten: Sozialhilfeempfänger können direkt alle
Fachärzte aufsuchen und häufig wieder mit dem Taxi fahren, da sie Praxisgebühren und die übrigen
Zuzahlungen nicht entrichten müssen.
Als kleine Groteske am Rande wird gesehen, dass die Oma mit eigenen Vierwänden per Bus
beim Hausarzt die Überweisung zum – per Bus aufzusuchenden – Facharzt abholt, während
der mit der Arbeitssuche nicht voll ausgelastete junge Mann von nebenan per Taxi „auf
Kasse“ direkt zum Facharzt fährt.
Die folgende AOK-Grafik zeigt die Auswirkung der Härtefallregelungen vor und nach der Gesundheitsreform dieses Jahres.
Quelle: AOK, http://www.aok-bv.de/imperia/md/content/aokbundesverband/dokumente/pdf/service/g_g_spezial_rsa.pdf,
BY
Die Auswirkungen der Gesundheitsreform auf das Zuzahlungsvolumen
Zuzahlungspotenzial
Realisierte Zuzahlung
Entgangene Zuzahlung
aufgrund Härtefallregelungen
bis 2003
5,7 Mrd. Euro
3,2 Mrd. Euro
2,5 Mrd. Euro
ab 2004
12,4 Mrd. Euro
6,5 Mrd. Euro
5,9 Mrd. Euro
Quelle: Ärzte Zeitung
BDI aktuell 12-2004
25
BDI aktuell
Kindergeld
Wer nicht aufpasst, tappt in eine Falle
Steuerzahler mit über 18
Jahre alten Kindern, die noch
zur Schule gehen, studieren
oder für einen Beruf ausgebildet werden, müssen aufpassen, dass sie nicht in eine
Falle tappen. Denn bei der
Ermittlung der unschädlichen Einkünfte und Bezüge
der Kinder werden die durch
den Sparer-Freibetrag in
Höhe von 1.370/2.740 Euro
(ledig/verheiratet) steuerfrei
gestellten Zinserträge der
Kinder den Bezügen der Kinder hinzugerechnet! Dies
führt faktisch dazu, dass der
Sparer-Freibetrag des Nachwuchses eliminiert wird.
Über 18 Jahre alte Kinder
werden in bestimmten Fällen
den Eltern steuerlich zugerechnet. Das geschieht z.B. dann,
wenn Kinder noch zur Schule
gehen, studieren oder für einen Beruf ausgebildet werden.
Diese Kinder werden bei den
Eltern steuerlich bzw. beim
Kindergeld aber nur berücksichtigt, wenn die eigenen Einkünfte und Bezüge der Kinder
eine bestimmte Grenze nicht
überschreiten. Sie liegt derzeit
bei 7.680 Euro (2003: 7.188
Euro) im Jahr. Wird diese kritische Grenze überschritten, gehen das Kindergeld und ande-
re steuerliche Abzugsbeträge
verloren, und zwar auch dann,
wenn die Grenze nur ganz geringfügig überschritten wird.
Anzurechnende
Einkünfte
Für die Betroffenen ist es daher sehr wichtig, dass die Kinder mit den Einkünften und
Bezügen unter der Grenze liegen. Zu den anzurechnenden
Einkünften der Kinder gehören die steuerpflichtigen Einkunftsarten (z.B. Einkünfte
aus nichtselbstständiger Tätigkeit oder Einkünfte aus Kapitalvermögen). Zu den Bezügen rechnen Einnahmen, die
nicht im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Einkunftsermittlung erfasst werden. Dies sind z.B. Lohner-
satzleistungen wie Arbeitslosengeld. Es ist zu beachten,
dass es sich bei den Einkünften um eine Nettogröße handelt. Bei der Ermittlung der
Einkünfte der Kinder werden
die mindernden Werbungskosten oder Betriebsausgaben zum Abzug gebracht. So
können z.B. bei den Einkünften aus beruflicher Tätigkeit
des Kindes Werbungskosten
wie Fahrtkosten, Aufwendungen für Arbeitskleidung oder
Fachliteratur vom Bruttolohn
abgesetzt werden.
Beim Ansatz von Werbungskosten können sich die Steuerzahler an der Anlage N zur
Einkommensteuererklärung
ausrichten. Dabei ist zu beachten, dass für die Werbungskosten mindestens der (anteilige) Arbeitnehmer-Pauschbe-
trag, der sich auf 920 Euro im
Jahr beläuft, gewährt wird.
Sonderfall
Zinseinkünfte
Bei Zinseinkünften ist zu beachten, dass der Sparer-Freibetrag, der seit dem
01.01.2004 1.370/2.740 Euro
(ledig/verheiratet) beträgt, und
Werbungskosten [mindestens
51/102 Euro (ledig/verheiratet)] zwar zum Abzug kommen, dass die durch den Sparer-Freibetrag steuerfrei gestellten Zinserträge seit 2002
den Bezügen der Kinder zugerechnet werden. Dadurch
kann die Übertragung von Kapitalvermögen auf Kinder u.U.
zum Verlust des Kindergeldes
führen.
Aus: BdSt, 6/2004
Zahnärzte lassen ihre KZV auflaufen
Erneut Staatskommissar bei der KZV Bayern
Bayerns Sozialministerin Christa
Stewens MdL (59) setzte am 14.
Oktober 2004 zum zweiten Mal
einen so genannten Staatskommissar ein, der ab sofort die Aufgaben des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung
Bayerns (KZVB) wahrnahm. Die-
ser Schritt war notwendig, da
die KZVB seit mehreren Wochen nicht mehr durch einen
Vorstand vertreten und deshalb
nicht handlungsfähig ist. Trotz
mehrfacher Versuche, zuletzt am
13. Oktober 2004, gelang es der
Vertreterversammlung (VV)
nicht, einen neuen Vorstand zu
bestellen. Beide Male sorgten die
Delegierten des bayerischen
Freien Verbandes Deutscher
Zahnärzte (FVDZ) durch geschlossenen Auszug für Beschlussunfähigkeit.
Aus: dfg, 43-04
BDI intern
Resolution des erweiterten BDI-Vorstandes gegen
den EBM-Beschluss des Bewertungsausschusses
Der EBM 2000plus ist vom Bewertungsausschuss um ein
Quartal verschoben worden, er
soll nun zum 2. Quartal des
nächsten Jahres kommen (also
zum 1. April). Zu diesem Zeitpunkt sollen auch die Regelleistungsvolumina in Kraft treten.
Dass der EBM samt Regelleistungsvolumina verschoben
wird, ist in Ordnung – die Einführung zum 1. Januar hätte
angesichts der kurzen Vorbereitungszeit insbesondere bei
den KVen zu einem Chaos geführt. Allerdings hat der Be26
BDI aktuell 12-2004
schluss des Bewertungsausschusses auch eine sehr negative Seite: Der feste Punktwert
von 5,11 Cent wurde aufgegeben.
Zwar kann der Bewertungsausschuss keinen Punktwert
vorschreiben, das müssen die
regionalen KVen mit den Kassen aushandeln. Diese hatten
allerdings mit dem Kalkulationspunktwert von 5,11 Cent
aus dem Bewertungsausschuss
bisher eine sehr starke Ausgangsbasis für ihre Verhandlungen, denn diese Kalkulationsgrundlage war schließlich
auch von den Kassenvertretern abgesegnet worden. Diese Basis hat der Bewertungsausschuss nun leider zerstört,
indem er die floatenden Punktwerte durch die Hintertür
wieder eingeführt hat. Damit
dürfte auch unter den neuen
Regelleistungsvolumina ein erheblicher Teil der Leistungen
zu einem schwindsüchtigen
Punktwert abgerechnet werden. Ist dieses System erst
einmal eingelaufen, wird es
Ende des nächsten Jahres wohl
kaum noch zu beseitigen sein.
Damit ist das seit über 20 Jah-
ren angesteuerte Ziel der niedergelassenen Ärzte, endlich
einen festen Punktwert zu erreichen, wieder in weite Ferne gerückt.
Der erweiterte Vorstand des
BDI hat diesen Beschluss des
Bewertungsausschusses eingehend erörtert und folgende
Resolution gefasst:
Der erweiterte Vorstand
des BDI lehnt den Beschluss
des Bewertungsausschusses
vom 29.10.04 zur Einführung des neuen EBM ab.
Zwar ist die verbesserte
Struktur des neuen
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 26
EBM zu begrüßen. Der
Verzicht auf feste, betriebswirtschaftlich kalkulierte Regelpunktwerte
von 5,11 Cent ist aber der
entscheidende berufspolitische Sündenfall.
Für eine begrenzte Menge
Geldes kann und darf es nur
eine begrenzte Menge Leis-
tungen zu einem betriebswirtschaftlich errechneten Preis geben.
Dies ist mit der Einführung des neuen EBM mit
den Regelleistungsvolumina jetzt nicht mehr der
Fall.
nicht konnten, so haben wir
uns doch über den phantasievollen und plastischen Stil gefreut, mit dem er seine Themen aufs Korn genommen hat.
Dass er so beißend ironisch
und bisweilen auch polemisch sein konnte, hat viele
erfreut, manchen Kollegen aber
auch geärgert.
Ludger Beyerle hat auch
immer wieder pointierte Analysen anderer ins Blatt gebracht. Auch das ist auf viel Zustimmung, aber auch auf Kritik
gestoßen.
Kurzum: Ludger Beyerle hat
genau das getan, was einen guten Journalisten auszeichnet: Er
hat nicht die graue Einheits-Meinungs-Sauce auf die Seiten gekippt, sondern das bunte Spektrum bis hin zu den extremen
Standpunkten vermittelt. Er hätte gar nicht anders sein dürfen.
Genau dies ist nämlich die allerbeste Voraussetzung für fruchtbare Diskussionen, die nicht von
vornherein ins Einseitige abgleiten.
Wir wünschen ihm viel Vergnügen in der zusätzlichen Zeit,
die er nun vermehrt seiner Familie und seinen Stippvisiten an
der portugiesischen Atlantikküste widmen kann. Wir wünschen
ihm, dass die Entzugserscheinungen, denen er sich nun freiwillig unterwirft, nicht allzu
schlimm werden. Und uns wünschen wir, dass er immer wieder
einmal für uns da ist, wenn wir
seinen Rat brauchen.
Alles Gute, Ludger Beyerle!
Wiesbaden, 30. 10. 2004
In eigener Sache
Ein Naturtalent wird 60
Alle Internisten sind gute Ärzte. Bei vielen entfaltet sich noch
ein musisches Talent – auf den
BDI-Vorstandsstühlen saßen
schon etliche hervorragende
Musiker. Die Kombination Innere Medizin und Journalismus
ist allerdings ungewöhnlich und
selten. Und doch hatte der BDI
das Glück, einen solchen Kollegen viele Jahre lang in seinem
engeren Vorstand zu haben:
Dr. med. Ludger Beyerle ist
nicht nur Internist, sondern
auch ein journalistisches Naturtalent.
Vor wenigen Tagen, am 18.
November, ist Ludger Beyerle
60 Jahre alt geworden – und
nun will er sich weitgehend aus
der Berufspolitik und leider
auch aus der Redaktion von
BDI aktuell zurückziehen.
Wie er das BDI-Rundschreiben in seinen verschiedenen
Varianten bis zum heutigen
BDI aktuell geprägt und was
er sich dabei gedacht hat, wollen wir hier gar nicht schildern
– das beschreibt er im folgenden Beitrag selbst.
Eines können wir aber gar
nicht genug hervorheben: Ludger Beyerle ist der geborene
Journalist. Er hat über die Jahre hinweg die Entwicklung in
Medizin und Gesundheitspolitik nicht nur beobachtet und
sie im Blatt dargestellt, sondern
sie auch immer wieder kommentiert.
Was wir da gelesen haben, war
immer kritisch, oft mit beißender Ironie gewürzt und
manchmal sogar polemisch. Oft
haben wir seinen Standpunkt
geteilt, und wenn wir dies mal
Wechsel in der Redaktion
Neuer Chef bei BDI aktuell
Dr. med Ludger Beyerle, der seit 16 Jahren die Redaktion
von BDI aktuell leitet, zieht sich mit seinem 60. Geburtstag
aus der Gestaltung des Blattes zurück. Sein Nachfolger ist
der Frankfurter Kardiologe Dr. med. Hans-Friedrich Spies.
Spies ist ein erfahrener Standespolitiker. Er ist derzeit Mitglied des KBV-Vorstandes und in Hessen war er nicht nur
jahrelang Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung, sondern auch Chefredakteur der Zeitschrift info.doc.
Hinter BY verbirgt sich dieser
Kopf: Dr. med. Ludger Beyerle leitete 16 Jahre lang die Redaktion.
Übernimmt ab der JanuarAusgabe die Redaktion BDI
aktuell: Dr. med. Hans-Friedrich Spies.
H.-F. Spies
B. Wiedemann
Dr. Hans-Friedrich Spies übernimmt die Redaktion
BY sagt Tschüss!
Liebe Leserin, lieber Leser!
Seit dem 1. Mai 1988 bin ich
Redakteur des BDI-Mitgliederrundschreibens, dessen heutige Fassung als BDI aktuell in
Ihren Händen ist und zeichne
meine Artikel mit „BY“.
Beginnend 1980 wurde das
BDI-Mitgliederrundschreiben
zunächst als oben links mit einer Klammer gehefteter DINA4-Blattstapel versandt. Für
die computerlose Zeit war das
Format ideal, da die meisten
Nachrichten und sonst Berichtenswertes in A4-Papierform
auf den Tisch kamen. So konnte man unkompliziert Kopien
und Schreibmaschinentexte
zusammenknipsen und versenden. Eine systematische
Gliederung zu schaffen, wäre
damals schwierig gewesen, da
der Stapel von unten wuchs
und lediglich die „Stockwerke“ verändert werden konnten. Die Leserinnen und Leser haben registriert,
BDI aktuell 12-2004
27
BDI aktuell
Fortsetzung von Seite 27
dass ein festes Ordnungsprinzip im Blatt nie herrschte.
Ende der 90er Jahre erschien
das Rundschreiben im Springer-Verlag und erhielt Heftformat. Da LA-Med-Leserumfragen das zusammengewürfelte Konvolut im Spitzentrio
mit dem Deutschen Ärzteblatt
und dem „Internisten“ fanden,
wurde auch die geordnete
Unordnung beibehalten. Beim
Umstieg auf das heutige Zeitungsformat im Jahr 2002,
blieb die Philosophie des Blattes erhalten. Sie sieht in etwa
so aus: Anders als der Dickbrettbohrer „Der Internist“
sind das Rundschreiben und
heutige BDI aktuell wesentlich gedacht für den zeitknappen und „angemüdeten Feierabendleser“. Vor dem geistigen Auge des Redakteurs blicken Ärztin oder Arzt am
Abend auf den Stapel eingegangener Post und Druckerzeugnisse und fragten sich:
„Tue ich mir das noch an?“
Für die Redaktion war klar,
dass eine Aufbereitung im Stil
des Frankfurter Feuilletons zu
schwer verdaulich wäre und
die Mischung kurzer und auch
provozierender Texte die
größte Chance für eine Lektüre boten. Aus demselben
Grunde wurden stets Schrifttypen eine Nummer größer
als üblich verwandt. Im Hause Springer hielten die Rundschreibenhefte in puncto
Schriftgröße eine Ausnahmestellung.
Die BDI-Rundschreiben und
BDI aktuell stießen selten ins
Nichts. Das Echo war grundsätzlich dezidiert und ermutigenderweise meist positiv.
Wenn auch über den Stil gestritten werden konnte – einigen Lesern war er zu apodiktisch oder gar polemisch –, so
ist es in aller Regel gelungen,
die inhaltlich-handwerklichen
Posten vom Nachbesserungsbedarf freizuhalten.
Ziel der Redaktion war es
immer, die Dinge auf den
Punkt zu bringen und der Leserschaft mit Quellenangaben
die weitere Recherche zu ermöglichen. Die Quellen waren und sind nicht alltäglich
für unser Genre: Nahezu ausschließlich anzeigenfreie oder
zu kaufende Informationen
kamen und kommen für BDI
aktuell in Frage. Korrespondierend werden die Leser
vergeblich nach ausgiebigen
Insertionen gesucht haben –
vermutlich haben sie die Anzeigen aber gar nicht vermisst.
Hier möchte ich den BDIVorständen Anerkennung
aussprechen: Unsere Publikation kostet jährlich sechsstellige Summen. Der Grundsatz,
dass wir uns die eigene Meinung wirtschaftlich leisten
können und nicht auf Inserenten Rücksicht zu nehmen haben, wurde zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt. Vielen Kontakten mit der schreibenden Kollegenschaft im
Umfeld konnte ich entnehmen, dass diese Stellung für
einen Redakteur sehr selten
und beneidenswert ist.
Sicherlich war sie einer der
Gründe für die mehr als 16jährige Betreuung des Blattes,
die auch Familie und Privatleben ein wenig in Mitleidenschaft gezogen haben. Redaktionsschluss-Daten und das
perennierende Liefer- und
Druckkalendarium interferierten mit den Urlaubs- und
sonstigen Plänen und ich freue
mich noch heute, dass Frau
und Kinder an der ständigen
Rollenfaxpapier-, Korrekturfahnen- und PC-Schirm-Umgebung des Paterfamilias keinen Anstoß genommen haben. Rückblickend fällt auf,
dass die BDI-Publikation wie
ein ständiger Begleiter den
alle Nachrichten musternden
Blick mit geprägt hat.
Die Altersmarke 60 erreichend, gehörte für mich nicht
nur das BDI-Vorstandsmandat
in jüngere Hände, so dass ich
in diesem Jahr zur Neuwahl
nicht mehr kandidierte. Auch
unserer Publikation werden
neue „Handschriften“ gut tun.
Neben dem BDI-Vorstand
gilt mein Dank den Geschäftsführungen für ihre gekonnte
Organisation. Ein ganz besonderer Dank gilt meinen beiden umsichtigen Sekretärinnen, Frau Inge Woitas (tätig
bis 1997) und Frau Randi Bornemann, deren unermüdliche
Präzision – und Geduld – das
Erscheinen der Ausgaben erst
ermöglicht hat. Dank gebührt
auch meinem Kollegen Dr.
Bernd Wiedemann, der seit
der Umstellung auf das Zeitungsformat die Gestaltung
des Blattes in Händen hat und
nicht nur eigene Artikel beisteuert, sondern stets die Seite 1 verfasst.
Ich wünsche der neuen BDIaktuell -Redaktion allzeit
glückliche Hand und Feder
und Ihnen eine anregende
Lektüre.
Ihr
Ludger Beyerle.
BDI intern
Professor Trendelenburg verstorben
Professor Friedrich Trendelenburg, den Internisten nicht
nur durch seine berufspolitische Tätigkeit im BDI, sondern
auch durch zahlreiche Publikationen zur Pulmonologie
bekannt, ist im Alter von 88
Jahren verstorben.
Geboren wurde Friedrich
Trendelenburg am 26. August
1918 in Berlin. Nach dem Studium der Medizin in Lausanne, Königsberg, München und
Berlin ließ er sich in Berlin und
Davos in Innerer Medizin sowie Lungen- und Bronchialheilkunde weiterbilden. Ab
1957 war er Chefarzt der
Hochgebirgsklinik in Davos –
1964 ging er als Leitender Arzt
28
BDI aktuell 12-2004
der Abteilung für Pneumologie an die medizinische Universitätsklinik Homburg/Saar.
Dort erfolgte noch im gleichen
Jahr die Habilitation, 1968
wurde er zum Professor ernannt.
Friedrich Trendelenburg hat
zahlreiche international anerkannte Arbeiten veröffentlicht.
Er deckte damit praktisch das
gesamte Gebiet der Atemwegs- und Lungenkrankheiten
ab. Entsprechend entwickelte
sich seine Abteilung; mit dem
Ausbau der Lungenfunktionsabteilung wurden bodyplethysmographische Untersuchungen
der Bronchomotorik und
insbesondere Methoden zur
Früherkennung obstruktiver
Atemwegserkrankungen zu einem weiteren Schwerpunkt.
Besondere Verdienste hat
sich Friedrich Trendelenburg
auf dem Gebiet der Chemotherapie sowie der obstruktiven Ventilationsstörungen erworben. Schon 1963 hat seine Initiative zur Gründung der
Wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft für die Therapie
von Lungenkrankheiten geführt; 30 Jahre lang war er
dann deren Vorsitzender.
Friedrich Trendelenburg hat
sich aber nicht nur einen Namen als Arzt und Wissenschaftler, sondern auch als Berufspolitiker gemacht. 1959 war er
maßgeblich an der Gründung
des Berufsverbandes Deutscher Internisten beteiligt. Er
war im Vorstand Sprecher der
Teilgebiete der Inneren Medizin. Nachdrücklich setzte er
sich dafür ein, dass der aus der
Inneren Medizin ausgegliederte Facharzt für Pneumologie
wieder zurück geführt wurde.
Für seine Verdienste verlieh
ihm der BDI 1987 die GüntherBudelmann-Medaille.
Friedrich Trendelenburg verstarb nach einem langen und
erfüllten Leben am 8. September 2004. Wir werden ihm ein
ehrenvolles Angedenken bewahren.
red.
BDI aktuell
Kleinanzeigen
GERÄTE
Verkaufe Endoskopie-„Waschmaschine“ Olympus ETD-2Plus; wenig gebraucht, fehlerfrei in Betrieb seit Mai 2003.
25% unter Neupreis, VB
Fax: 0201/8272010
E-Mail: praxis@dr-boekstegers.de
Zu verkaufen:
Pentax-Videoprozessor EPM 330P + 2
Video-Gastroskope Pentax EG 2940 –
guter Zustand (Pentax-Wartungsvertraggewartet). Preis VB auf Anfrage.
Sonographiegerät Kontron Sigma MOD,
Bj. 99, + 2 Schallköpfe (7,5/3,5 MHz +
Stiftsonde 4 MHz) mit Mitsubishi-Videoprinter und Gerätewagen – sehr guter Zustand. Preis VB auf Anfrage.
„Geräte 29606“
Verkaufe älteres Sonographiegerät Picker 2400 LS, 3,5 MHz Schallkopf, Mitsubishi Printer, preiswert abzugeben wegen
Neuanschaffung.
Tel.: 030/4112957
Die Alternative zu Gastroskopen von Olympus, Pentax und Fujinon bietet RMS mit
seinen hochauflösenden Routine-Video-
Gastroskopen inkl. Videoprozessor mit integrierter Kaltlichtquelle/Insufflationspumpe
Made in Germany / Elmshorn. Exzellente
Bildqualität durch hochauflösenden Videochip in Verbindung mit einem lichtstarken
Spezialweitwinkelobjektiv.
Videogastroskop VG-2950; Videoprozessor RMS VPS-H150; Videomonitor Sony
14". Paketpreis: € 15.800,— zzgl. MWSt.
Angebot freibleibend.
RMS Endoskopie-Technik
Ramskamp 41, 25337 Elmshorn
Tel.: 04121/6493-90, Fax: 04121/6493-83
Verkaufe wegen Aufgabe der Endoskopie je
ein Pentax Gastroskop und Sigmoidoskop.
Tel.: 09661/7780
Pentax-Videogastroskopzu kaufen gesucht.
Tel.: 06232/72012 od. 92325
od. Fax: 06232/72011
Computergesteuerte Extension + Tiefenwärme: Extensionsliege mit TRAComputer + MILI-Mobil + Hüftextension (Medizinelektronik Lüneburg), NP 13.051 € inkl.
MWSt., 22 Monate alt, absolut neuwertig,
kaum benutzt, zu verkaufen. Auch Einstieg
in Leasingvertrag möglich.
Tel.: 04231/2767, Fax: 04231/934090
Korrespondenzadresse zu Kleinanzeigen:
Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Hauptgeschäftsstelle
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden
Fax: 0611/18133-50, E-Mail: rbornemann@bdi.de
Annahmeschluss für BDI aktuell Februar 2005: 27.12.2004
(voraussichtlicher Erscheinungstermin: 20.01.2005).
für BDI aktuell März 2005: 24.01.2005
(voraussichtlicher Erscheinungstermin: 17.02.2005).
Kleinanzeigen direkt
online buchen
Wir reparieren:
Gastroskope, Koloskope, Sigmoidoskope
und andere Gerätegruppen von Olympus,
Pentax und Fujinon, auch die 10er-Serie
von Olympus. Wir gewährleisten die kostenfreie Abholung Ihrer Endoskope und
bieten Ihnen Leihgeräte.
Prüfen Sie uns! Rufen Sie uns an.
RMS Endoskopie-Technik
Ramskamp 41, 25337 Elmshorn
Tel.: 04121/6493-90, Fax -83
Wir kaufen:
Gebr. Gastro- und Koloskope, Sigmoidoskope + Bronchoskope v. Olympus – Pentax – Fujinon. Wir bieten Ihnen die kostenfreie Abholung + Beurteilung Ihrer Endoskope in unserer Fachwerkstatt. Prüfen Sie uns! Rufen Sie uns an.
RMS Endoskopie-Technik
Ramskamp 41, 25337 Elmshorn
Tel.: 04121/6493-90, Fax -83
Wir verkaufen:
Werkstattüberholte Gastro- u. Koloskope,
Sigmoidoskope + Bronchoskope von
Olympus – Pentax – Fujinon. Kostenfreie
Anlieferung der Endoskope in Ihre Praxis
zwecks Begutachtung, Erprobung der
Geräte nach Abstimmung. Prüfen Sie uns!
Rufen Sie uns an.
RMS Endoskopie-Technik
Ramskamp 41, 25337 Elmshorn
Tel.: 04121/6493-90, Fax -83
Mobiles VK-Lesegrät gem. § 19 BMV.
Neu! Modell ZEMO-VML 966. Euro 80,—.
Tel.: 0162-9226614
Automatischer Notfall-Defibrillator Paramedic CU-ER1 AED plus Monitoring mit
LCD-Bildschirm, unabhängig von der Defibrillationsfunktion als mobiles EKG-Überwachungsgerät nutzbar, High Tech-System
der neuesten Generation, diagnostiziert und
handelt selbsttätig, diskriminiert die Rhythmusstörung, ist leicht bedienbar und absolut sicher. Listenpreis 4460 €, direkt vom
Generalvertrieb Zentraleuropa aktuell nur
1799 € + MWSt. (EKG-Monitoringkabel mit
50 Elektroden 98 €), sofortiger Versand.
HERZMEDICA e.K.
Paramedic-Generalvertrieb
Helene-Lange-Str. 28
66482 Zweibrücken
Tel.: 06332/471071 (8-22h)
Fax: 06332/471072
www.herzmedica.de
Taschen-EKG-Gerät CU-PH1 Cardiometer mit 3 bipolaren Ableitungen für blitzschnelle EKG-Kontrolle, verwendbar mit
beigefügter 3-adriger Kabeleinheit oder
EKG-Signalaufnahme über eingebaute
Handelektroden direkt an den Fingern,
LCD-Bildschirm, mit automatischem Herzfrequenzalarm bei abnormem EKG-Signal, handlich leicht (nur 230 g) und von
beeindruckender technischer Stärke mit
10 Speicherplätzen zu je 60 Minuten. Listenpreis 810 €, direkt vom Generalvertrieb Zentraleuropa aktuell nur 421,20 € +
MWSt., sofortiger Versand.
HERZMEDICA e.K. Paramedic-Generalvertrieb
Helene-Lange-Str. 28
66482 Zweibrücken
Tel.: 06332/471071 (8-22h)
Fax: 06332/471072
www.herzmedica.de
Jetzt registrieren: www.BDI.de
Komplette Endoskopie (Olympus, Fiber-) mit Video-Aufsatzkamera gegen
Gebot zu verkaufen, nur komplett: Gastro: XQ 10 und XQ 20, Colo: CF 20Hi,
Sigmoido: OSF 2, Lichtquelle: CLK 3E,
Pentax-Videoaufsatzkamera Endo-Vision
300, Dichtigkeitstester und weiteres Zubehör.
Tel.: 030/3314444
Biete US-Gerät Hitachi-Picker LSC
7500 ., Bj. 92, excell. Zustand. 2 x 3,5
MHz, s/w-Printer. Preis VS.
Tel.: 02311/987090-0
PRAXISABGABE
Internistisch-gastroenterologische Praxis, sehr ertragsstark, komplette Diagnostik; (gesperrtes Gebiet) in Großstadt
Meckl.-Vorpommern abzugeben.
„Praxisabgabe 85191“
Hausärztlich-internistische Praxis im
Großraum Stuttgart (westlich) spätestens
Mitte 2005 wegen Erreichens der Altersgrenze abzugeben.
„Praxisabgabe 30659“
Internistisch-hausärztliche Praxis mit diabetischem Schwerpunkt und hohem Privatpatientenanteil in der Innenstadt von
Dortmund bis spätestens Mitte 2005 aus
Altersgründen abzugeben. (Räumliche
Voraussetzungen für eine Gemeinschaftspraxis vorhanden).
Tel.: 0231/148081
(Internist.-)Hausärztlicher KV-Sitz in
Frankfurt/M. ohne örtl. und personelle
Verpflichtung sofort abzugeben.
„Praxisabgabe 02566“
Wirtschaftlich sichere, internistisch-hausärztliche Praxis in Cottbus zu optimalen
Konditionen aus Altersgründen ab 1/05
abzugeben. Psychotherapeutische Orientierung (nicht Bedingung), angenehmes
Ambiente.
„Praxisabgabe 18826“
Stadt Trier – Zentrum – Internistischhausärztliche Praxis aus Altersgründen
zum 01.01.2005 abzugeben.
Tel.: 0651/45454, Fax: 0651/45646
www.reckenthaeler.de/praxis
Hausärztlicher Internist in Hamburg
sucht hausärztlichen Internisten oder Allgemeinmediziner für die Übernahme der
Praxis in Hamburg.
„Praxisabgabe 79097“
Hausarzt-Internisten-Praxis seit 1975 in
einer Kleinstadt der Oberpfalz zu verkaufen. Alle Schulen und Freizeiteinrichtungen am Ort sowie Autobahnanschluss.
Eine Übergangsgemeinschaft ist erwünscht.
Tel.: 09661/7780
abends und lange klingeln
Gut geführte Internistisch-Hausärztliche
Praxis mit hohem Privatpatientenanteil
und damit umsatzstabil am Harzrand, flexibel ab 2004 abzugeben. Sehr gute apparative Ausstattung (Farbdoppler-Echo,
Sono, Gastro, Colo, LZ EKG etc.). Übergangsgemeinschaft ab sofort möglich.
Tel.: 0175-2261456
Fachärztlich-internistische Praxis mit
endoskopischem Schwerpunkt, hoher
Privatpatientenanteil, sehr gut gehend, in
BDI aktuell 12-2004
29
BDI aktuell
Kleinanzeigen
Großstadt Mecklenburg-Vorpommern (KVSperrgebiet) zu verkaufen.
„Praxisabgabe 19185“
Internistisch-hausärztliche Praxis in der
Nähe der Stadt Trier Mitte/Ende 2004 aus
Altersgründen abzugeben.
„Praxisabgabe 05077“
Hausärztlich-internistische Praxis in Stadtmitte Raum Ffm-Ost mit großem Einzugsgebiet, umsatzstark, seit 24 J. beliebt, aus
Altersgründen abzugeben. Eine kurzzeitige
Übergangsgemeinschaft ist möglich. 15%
Privatanteil. Günstige Bedingungen.
„Praxisabgabe 10036“
Die KV Schleswig-Holstein schreibt folgende Vertragsarztsitze aus:
– 16/11/04, Stadt Lübeck, Praxis eines
Facharztes / einer Fachärztin für Innere
Medizin / hausärztliche Tätigkeit, Übernahme durch einen Nachfolger, gesperrtes Gebiet
Bewerbungsfrist: 15.12.2004
– 02/12/04, Stadt Kiel, Praxis einer
prakt. Ärztin / eines prakt. Arztes, Übernahme durch einen Nachfolger, gesperrtes Gebiet
Bewerbungsfrist: 31.12.2004
Auskünfte: KV Schleswig-Holstein
Bismarckallee 1-3, 23795 Bad Segeberg,
Tel. 04551/883-327, -291, -346, -378
Hausärztlich internistische Praxis abzugeben, ideal für Arbeits-/Betriebsmedizin mit Röntgen. Großzügige Räume, auch
als Doppelpraxis geeignet. Raum PLZ 55.
Übergabetermin bis 30. Juni 2005.
"Praxisabgabe 02910"
Alteingeführte, große internistisch-hausärztliche Praxis, moderne Ausstattung,
230 qm, in Ärztehaus, Parterre, hoher Privatanteil, KV-Bezirk Osnabrück (Ergo,
Sono, Echo, LZ-RR u. LZ-EKG, Lu-Fu)
aus Altersgründen zum 01.01.2006 an
tüchtigen Nachfolger abzugeben.
"Praxisabgabe 07540"
Die KV Schleswig-Holstein schreibt folgende Vertragsarztsitze aus:
– 04/12/04, Kreis Herzogtum Lauenburg,
Praxis eines Facharztes / einer Fachärztin
für Allgemeinmedizin, Übernahme durch
einen Nachfolger, gesperrtes Gebiet
Bewerbungsfrist: 15.01.2005
Auskünfte: KV Schleswig-Holstein
Bismarckallee 1-3, 23795 Bad Segeberg,
Tel. 04551/883-327, -291, -346, -378
PRAXISSUCHE
Fachärztlich internistische Praxis / KVSitz gesucht. Gerne auch Einstieg in Gemeinschaftspraxis (SP Pneumologie, auch
Gastroenterologie, Kardiologie wird beherrscht, langjähriger OA, auch an UniKlinik). Besonders: Rhein-Neckar, Pfalz,
Baden, Südwesten allgemein.
„Praxissuche 22775“
Hausärztlich, internistische Praxis gesucht in München oder Landkreis M. Süd
und Ost für 2. Hälfte 2005 oder Anfang
2006. Bevorzugt mit Übergangsgemeinschaft, gerne auch Einstieg in bestehende Gemeinschaftspraxis.
„Praxissuche 35807“
30
BDI aktuell 12-2004
Hausärztliche (oder fachärztliche) Praxis im Großraum Dortmund gesucht. Internist, 41 Jahre alt, vh., 3 Kinder, sucht internistische Hausarztpraxis im Großraum Dortmund (Dortmund, Waltrop, Castrop, Lünen
usw.), oder auch Einstieg in Gemeinschaftspraxis. Ich habe meine Weiterbildungszeit
für die Zusatzbezeichnung „Gastroenterologie“ absolviert (die Prüfung werde ich
hoffentlich in Kürze erfolgreich ablegen),
so dass ich auch an einer Übernahme oder
einen Einstieg einer fachärztlich-internistischen/gastroenterologischen Praxis im
westlichen Ruhrgebiet interessiert bin.
„Praxissuche 27244“
Internist/Pneumologie (41) sucht Niederlassungsmöglichkeit – gerne auch Assoziation – im Raum Rhein-Main, Rhein-Neckar bis Kralsruhe. Erfahrungen mit Asthmaund COPD-Schulungen, Heimbeatmung,
Betreuung von Transplantationspatienten,
Bronchologie, Praxisvertretungen. Kenntnisse in Ultraschall, Echo, Punktionstechniken. Mind. 5 Jahre pneumologische Ausbildung an großen Lungenkliniken, mehrfache Vorträge auf Kongressen.
„Praxissuche 28692“
PRAXISPARTNER
Gelegenheit in nordwestdeutscher Kleinstadt: Internistische Schwerpunktpraxis
mit Top-Ausstattung sucht Gastroenterologen oder Rheumatologen zur Assoziation.
„Praxispartner 29619“
Suche dringend nette(n) Partner(in) für
wachsende hausärztliche Gemeinschaftspraxis am Niederrhein mit diabetologisch/geriatrischem Schwerpunkt. Ende
2004 scheidet die Seniorpartnerin aus. Neben Teamarbeit sind auch Erholphasen für
eine gute und langjährige Zusammenarbeit wichtig; durch die Lage auf dem Krankenhausgelände sind interessante Kooperationen in der Zukunft möglich.
Allgemeinmediziner(in) oder Internist(in) mit
Zusatzbezeichnung wäre wünschenswert,
aber sicherlich nicht Bedingung.
Tel.: 02064/52057 nach 19.00 Uhr
Große internistische Facharztpraxis im
Raum Stuttgart bietet sichere Einstiegsmöglichkeit in Praxisgemeinschaft für
eine(n) Fachärztin/-arzt für Allgemeinmedizin oder Innere Medizin / hausärztliche
Versorgung.
„Praxispartner 20404“
Gelegenheit in Essen: Gemeinschaftspraxis in hausärztlicher Betreuung in
Essen sucht für ausscheidenden Seniorpartner Nachfolger/in. Besonders günstig
für Kollegin/Kollegen mit Interesse an Geriatrie und/oder Akupunktur. Beteiligungsform offen. Gegenseitige Sympathie überzeugt.
„Praxispartner 24458“
Hausärztlicher Internist in Hamburg
sucht Partner für eine Gemeinschaftspraxis im Raum Hamburg-Wandsbek. Bin Internist/Pneumologie und Tropenmediziner.
„Praxispartner 09779“
Lukrativer KV-Sitz fast umsonst: Große
hausärztlich-internistische Praxis am
Rande des Ruhrgebietes/Niederrhein
sucht 1/2005 für ausscheidende Seniorpartnerin motivierten Nachfolger(in);
Schwerpunkte der Praxis sind die Diabetologie und die Geriatrie; Kooperation mit
dem angrenzenden Krankenhaus besteht.
Tel.: 02064/52057 nach 19.30 Uhr
Früher Vogel fängt den Wurm: Fachübergreifende internistische Gemeinschaftspraxis bietet qualifiziertem Gastroenterologen oder fachärztlichem Internisten mit Gastroschwerpunkt sehr gute
Arbeits- und Ertragsmöglichkeiten in einer der schönsten Regionen Deutschlands
(Bodensee/Mittelzentrum/Ärztehaus).
Röntgenzulassung (mindestens Thorax,
ggf. Knochen etc.) absolut wünschenswert. Einstieg ab 2005, spätestens Ende
2006.
„Praxispartner 10784“
Praxispartner für große hausärztlich-internistische Praxis in Essen gesucht –
zum nächstmöglichen Zeitpunkt.
„Praxispartner 85244“
Bonn: Internist/Onkologie zum Einstieg
in GP gesucht. Gerne zusätzliche Kenntnisse (NHV, Rheuma). KV-Sitz vorhanden.
„Praxispartner 32445“
Suche für große fachärztlich-internistische Praxis im Saarland hausärztliche/n
Partner/in; keine Investition notwendig,
gerne auch Teilzeit.
„Praxispartner 12905“
GP / PG / MVZ: Internistischer Rheumatologe und FA PMR sucht Mitkämpfer/in
für eine amb. Kooperation fachübergreifend in MecPomm oder SchlwHolst (Orthopäde/Rheumatologe/PMR/Inn/AllgM) in
den nächsten 2 Jahren. Schließe mich
gerne auch an eine bereits bestehende
Kooperation an.
„Praxispartner 10870“
Für Gemeinschaftspraxis HÄ-FÄ,
Schwerpunktpraxis Gastroenterologie
und Diabetologie wird angesichts sehr
guter Marktposition weitere/r internistische/r
Partner/in hausärztlich für den Raum 59
gesucht. Interessante Einstiegsmöglichkeiten mit sehr flexiblen Teilarbeitsmöglichkeiten, kein Eigenkapital erforderlich.
„Praxispartner 01429“
Gastroenterologe oder EndoskopieKönner im Raum Bonn gesucht: Suche
Kollegen/in als Minorpartner in gastroenterologischer Fachpraxis. Schichtsystem,
flexible Arbeitszeiten, Verdienst über OAGehalt bei weniger Stunden. Langfristige
Kooperation erwünscht. 20-30-Stundenwoche. Details noch auf besondere Wünsche abstimmbar.
„Praxispartner 86160“
Weiterbildungsassistent Innere/Angioloie: Große modern ausgestattete Gemeinschaftspraxis sucht Weiterbildungsoder Dauerassistenten (möglichst mit späterer Partnerschaft) in Braunschweig.
Schwerpunkt Herz-Kreislauferkrankungen
einschließlich invasiver Diagnostik und
Therapie.
Tel.: 0531/3489900
Suchen Nachfolger, die unsere fachinternistische Gemeinschaftspraxis übernehmen. Schwerpunkt: Gastroenterologie
(u.a. Endoskopie einschl. Vorsorgekoloskopie, Teilradiologie). Sofortiger Einstieg
möglich. Lage: romantische Kleinstadt in
der Nähe von Bielefeld. Alle Schulen am
Ort.
„Praxispartner 05947“
Internist/in Pneumologie zur Mitarbeit
oder Kooperation im Großraum München
gesucht.
"Praxispartner 10246"
Biete Internist/in Kardiologie Mitarbeit
in internistischer Gemeinschaftspraxis in
Oberbayern an.
"Praxispartner 64201"
STELLENANGEBOT
Klinische Ausbildung in FachpraxenKonsortium : Unser ärztliches Team bietet eine Ausbildung für 1 Jahr Allgemeinmedizin + 2 Jahre Innere Medizin + 2
Jahre Gastroenterologie (u.U. innerhalb
eines einzigen Vertrages); + ergänzende
Ausbildungen in Anästhesiologie und Dermatologie möglich wie auch Fachkunde
Internistische Radiologie, Proktologie und
Koloskopie. Spätere Assoziation gewünscht! Keine Dienstregelung, Teilzeit
möglich. Kollegin bevorzugt – aber nicht
Bedingung. Engste Kooperation mit Uni
und Akadem. Lehrkrankenhäusern, Fachkonferenzen, Onkologie… Übliche Voraussetzungen (Kontaktfreude, Auftreten,
Loyalität), fakultativ Erfahrungen in der
Endoskopie und Kardiologie sehr angenehm.
PG Dr. med. Arne Boekstegers
Tel.: 0201-827-200
Fax. 0201/827-2010
E-Mail: praxis@dr-boekstegers.de
Große internistische Hausarzt-Praxis
(Gemeinschaftspraxis 2 Partner) im Süden Dortmunds sucht zum 01.01.05 oder
später, ganz- oder halbtags, Assistenten/
in. Weiterbildungsermächtigung 1 Jahr Innere/Allgemeinmedizin liegt vor. Auch für
fertige Internisten geeignet, als Entlastungsassistent möglich. Sono, Echo,
Doppler, Spiro, LZ-RR und LZ-EKG, EKG,
Ergo und Gastro vorhanden. Zahlung in
Anlehnung an BAT. Bewerber/innen, die
eine Förderung der KVWL erhalten können, werden bevorzugt. Voraussetzung
Deutsche Sprache, PKW.
„Stellenangebot 16230“
Internist mit mind. 1 Jahr WB Onkologie zur restlichen Weiterbildung oder Internist mit SP Onkologie zum Einstieg in
GP in Bonn gesucht. KV-Sitz vorhanden.
„Stellenangebot 54324“
Raum Bonn: Weiterbildungsassistent/in
für Innere und Gastroenterologie gesucht. WB 1 Jahr Innere und Gastroenterologie möglich, Vorkenntnisse in der Endoskopie sind erforderlich, Teilzeit ist gut
möglich mit fast freier Wahl der Zeiten.
„Stellenangebot 16086“
VERSCHIEDENES
Rationelle Diagnostik und Therapie in
der Inneren Medizin . Verkaufe die o.g.
Leitlinien incl. aktueller 17. Lieferung (07/
04) zum Preis von 100 Euro (+ evtl. Versandgebühren), Neupreis 299 Euro, ohne
Fortsetzungs- oder Aktualisierungslieferungen.
„Verschiedenes 31948“
Kongresse und Fortbildung
Seite 31 – BDI aktuell 12/2004
Terminübersicht Fort- und Weiterbildung 2004
Kurse
Kongresse
Zusatzbezeichnung Naturheilverfahren (Kurs B) / Fortbildungspunkte: 20
Termin:
26.11.-02.12.2004
Ort:
Teneriffa (Puerto de la Cruz)
Kursleiter:
Dr. Dr. med. B. Uehleke
Gebühr:
320,00 / 460,00 (BDI-Mitglieder/Nichtmitgl.)
25.11. - 04.12.2004
06.02. - 11.02.2005
27.02. - 04.03.2005
21.05. - 28.05.2005
09.10. - 15.10.2005
Ultraschall-Refresherkurs (Teil 1) / Fortbildungspunkte: 10
Termin:
11.12.2004
Ort:
Wiesbaden, HSK
Kursleiter:
Dr. med. F.-J. Beck et al.
Gebühr:
130,00 / 180,00 (BDI-Mitglieder/Nichtmitgl.)
Sonstige BDI-Termine
Ultraschall-Refresherkurs (Teil 2) / Fortbildungspunkte: voraussichtl. 10
Termin:
22.01.2005
Ort:
Wiesbaden, HSK
Kursleiter:
Dr. med. F.-J. Beck et al.
Gebühr:
130,00 / 180,00 (BDI-Mitglieder/Nichtmitgl.)
30.11.2004
02.12.2004
04.12.2004
08.12.2004
09.12.2004
Terminänderung:
12.01.2005
Teneriffa / Puerto de la Cruz (27. Seminarkongress)
Bad Reichenhall (11. Seminarkongress)
Bad Klein-Kirchheim (27. Seminarkongress)
Mallorca, Playa de Muro (20. Seminarkongress)
Bad Krotzingen bei Freiburg i. Brsg. (1. Seminarkongress)
Landesgruppe Hamburg – Treffen, Hamburg
Bezirksgruppe Osnabrück – Mitgliederversammlung, Osnabrück
AK Tropen-, Reisemedizin und Impfwesen – MalariaMikroskopierkurs, Würzburg
Landesgruppe Brandenburg – Informationsveranstaltung,
Potsdam
Bezirksgruppe Ludwigshafen/Rhein – Treffen der Ludwigshafener Internisten, Ludwigshafen
statt 30.11.2004 nun
Sektion Gastroenterologie – Informationsveranstaltung,
München
Beachten Sie bitte auch die detaillierten Veranstaltungsankündigungen
auf den folgenden Seiten!
BDI-Veranstaltungen
Landesgruppe Hamburg – Treffen
Datum:
30.11.2004, 20:00 Uhr
Ort:
Ärztehaus Hamburg, Saal 1
Humboldtstr. 46
22083 Hamburg
Tel.: 040 / 228 020
Themen:
Bericht des Vorsitzenden zur aktuellen Lage / Neuer EBM
und neue RLV ab 01.04.2005 – Was ist für Internisten in
Hamburg wichtig?
Bezirksgruppe Osnabrück – Mitgliederversammlung
Datum:
02.12.2004, 19:30 Uhr
Ort:
Casino der Kassenärztlichen Vereinigung
An der Blankenburg 64
49078 Osnabrück
Tel.: 0541/9498-0
Fax: 0541/9498-118
Themen:
Aktuelle Berufspolitik: Hausarzt-Internist/Facharzt-Internist
ohne Schwerpunkt/Teilgebietsinternist / Wessen Interessen
vertritt der BDI? / Neue Versorgungsformen (integrierte
Versorgung, DMP, MVZ) / EBM 2000 Plus/RLV – Verlierer/
Gewinner
Referent:
Prof. Dr. med. Peter Knuth, Hauptgeschäftsführer des
BDI e.V.
Landesgruppe Brandenburg – Informationsveranstaltung
Datum:
08.12.2004, 16:00 Uhr
Ort:
Landesstelle der KV Brandenburg
Gregor-Mendel-Str. 10/11
14469 Potsdam
Themen:
Berufspolitik / spezielle internistische Probleme des neuen
EBM
Arbeitskreis Tropen-, Reisemedizin und Impfwesen
Malaria-Mikroskopierkurs (Refresher)
Datum:
04.12.2004, 10.00-17.00 Uhr
Ort:
Würzburg
Information: Dr. med. Fritz Seiler
Tel.: 0921/13333, Fax: 0921/850340
E-Mail: fritz.seiler@t-online.de
Bezirksgruppe Ludwigshafen/Rhein:
Treffen der Ludwigshafener Internisten
Datum:
09.12.2004, 20.00 Uhr
Ort:
Gaststätte Henninger am Stadion
Mundenheimer Str. 101
67061 Ludwigshafen
Kontakt: Dr. H. Rauch
Tel.: 0621/565001, Fax: 0621/584649
Achtung, Terminänderung:
Sektion Gastroenterologie – Informationsveranstaltung
Datum:
12.01.2005, 16.00-18.00 Uhr
Ort:
Wird noch bekannt gegeben
Thema:
EBM 2000plus und RLV – Folgen für die Honorarentwicklung der internistischen Schwerpunkte (Dr. Andreas Köhler,
Hauptgeschäftsführer der KBV, Berlin)
Sonstige Veranstaltungen
Cuxhavener Internisten: Internistentreffen
Datum:
immer am ersten Donnerstag (werktags) des letzten
Quartalsmonats, regelmäßig um 19.00 Uhr
Ort:
Hochrestaurant Donners Hotel,
Am Seedeich 2, 27472 Cuxhaven
Kontakt: Tel.: 04721/5090
Bemerkung: Die Treffen finden statt in Kombination mit einem
Qualitätszirkel für hausärztliche Internisten
Gastroenterologisches Seminar der Medizinischen Klinik C
Klinikum Ludwigshafen
Datum:
23.-25.02.2005
Ort:
Ludwigshafen am Rhein
Themen:
Live-Demonstrationen – Video-Seminar – Vorträge
Leitung:
Prof. Dr. med. J. F. Riemann
Anmerkung: Begrenzte Teilnehmerzahl – rechtzeitige Anmeldung
erforderlich.
Information: Sekretariat Medizinische Klinik C, Frau Birgit Merck
Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein gGmbH
Bremserstr. 79
67063 Ludwigshafen am Rhein
Tel.: 0621 / 503 - 41 00, Fax: 0621 / 503 - 41 14
E-Mail: merckb@klilu.de
Zertifizierung: Nach den Fortbildungsrichtlinien zur freiwilligen Fortbildungszertifizierung in Rheinland-Pfalz wird diese Veranstaltung voraussichtlich mit 15 Punkten sowie 5 AIO-Weiterbildungs-Kreditpunkten bewertet.
Jetzt 80 Stunden anerkannte Fallseminare
Statt 3 Monate Praktikum für Naturheilverfahren
Mit Patientenbehandlung und Fallbesprechung sowie Kneippkur als Eigenerfahrung.
Datum:
04.-08.02.2005
06.-10.04.2005
Ort:
Kneippklinik Sebastianeum
Bad Wörishofen
Teilnahmegebühr: € 300,-Anmeldung: Arztsekretariat Dr. med. P. Novoa Lill / Dr. med. A. Meier
Kneippstr. 8, 86825 Bad Wörishofen
Tel.: 08247/355-104, Fax: 08247/355-259
E-Mail: meier-sebastianeum@freenet.de
Kongresse und Fortbildung
BDI aktuell 12/2004 – Seite 32
DGIM Deutsche Gesellschaft
für Innere Medizin e.V.
Terminübersicht: Intensivkurse Innere Medizin
Vorbereitung auf die Facharztprüfung und Refreshing 2005
Datum:
Ort:
31.01.-10.02.2005
Kliniken St. Antonius, Zentrum für Innere Medizin
Carnaper Str. 48, 42283 Wuppertal
Tel.: 0202/299-2502, Fax: 0202/299-2518
E-Mail: zim@antonius.de
E-Mail: pasche@antonius.de
Leitung:
Prof. Dr. J. Köbberling, Dr. C. Hader
Organisation: Dipl.-Ing. Stefan Pasche
Datum:
Ort:
14.02.-18.02.2005 und 28.02.-04.03.2005
Medizinische Klinik und Poliklinik D der
Universität Münster
Albert-Schweitzer-Str. 33, 48129 Münster
Tel.: 0251/83-47537/38, Fax: 0251/83-49547
E-Mail: Schaefer@uni-muenster.de
Leitung:
Prof. Dr. R. M. Schäfer, PD Dr. M. Gaubitz, Frau Prof. Dr.
B. Brisse, Prof. Dr. T. Büchner
Organisation: Prof. Dr. R. M. Schäfer, Fr. H. Sundermann
Datum:
21.02.-25.02.2005 – Teil I
26.09.-30.09.2005 – Teil II
Ort:
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I
Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40, 06120 Halle
Tel.: 0345/557-2661, Fax: 0345/557-2253
Leitung:
Prof. Dr. W. Fleig, Prof. Dr. B. Osten, Prof. Dr. K. Werdan,
Prof. Dr. H. J. Schmoll
Organisation: Prof. Dr. W. Fleig, Dr. G. Hübner
Datum:
Ort:
21.02.-02.03.2005
I. Medizinische Klinik und Poliklinik, Johannes
Gutenberg-Universität, Frau H. Herke
Langenbeckstr. 1, 55101 Mainz
Tel.: 06131/177395, Fax: 06131/175595
E-Mail: herke@1-med.klinik.uni-mainz.de
Leitung:
Prof. Dr. P. R. Galle, Prof. Dr. A. Lohse
Organisation: Frau H. Herke
Für DGIM- und BDI-Mitglieder ermäßigte Gebühr.
Datum:
Ort:
21.02.-25.02.2005
Medizinische Kinik, Klinikum Innenstadt der LMU
Ziemssenstr. 1, 80336 München
Tel.: 089/5160-2208, Fax: 089/5160-2148
Leitung:
Prof. Dr. M. Reincke, Prof. Dr. D. Schlöndorff, Prof. Dr.
Ch. Peschel, Prof. Dr. A. Schömig, Prof. Dr. R. M. Schmid
Organisation: PD Dr. A. Sellmayer, Fr. Bühnemann
Datum:
Ort:
März 2005 (genauer Termin noch nicht bekannt)
Klinikum der Bayr. JMU, Endokrinologie
Josef-Schneider-Str. 2, 97080 Würzburg
Tel.: 0931/201-36122, Fax: 0931/201-36283
E-Mail: petrasan@jahoo.com
Leitung:
Prof. Dr. G. Ertl, Prof. Dr. Wilms
Organisation: Prof. Dr. B. Allolio, Prof. Dr. M. Scheurlen, Prof. Dr. M. Schmidt
Datum:
Ort:
11.07.-16.07.2005
Innere Medizin I, Universitätsklinik Heidelberg
Bergheimer Str. 58, 69115 Heidelberg
Tel.: 06221/56-8601, -8602
Fax: 06221/56-5226
E-Mail: baerbel_ungemach@med.uni-heidelberg.de
Leitung:
Prof. Dr. P. Nawroth
Organisation: PD Dr. Dr. Chr. Kasperk, Frau B. Ungemach
Datum:
Ort:
19.09.-23.09.2005
Helios Klinikum Erfurt GmbH, Zentrum für Innere
Medizin, 2. Medizinische Klinik
Nordhäuser Str. 74, 99089 Erfurt
Tel.: 0361/781-2470, Fax: 0361/781-2472
Leitung:
Prof. Dr. U. Schmidt, PD Dr. G. Laier-Groeneveld, Fr. Prof.
Dr. I. Aßmann
Organisation: Prof. Dr. U. Schmidt
Datum:
Ort:
19.09.-28.09.2005
Asklepios Klinik Bad Oldesloe
Abt. Innere Medizin
Schützenstr. 55, 23843 Bad Oldesloe
Akademie f. med. Fort- und Weiterbildung
Ärztekammer Schleswig-Holstein
23795 Bad Segeberg
Tel.: 04531/68-1090, 04551/803195
Fax: 04531/68-1099, 04551/803194
Leitung:
Prof. Dr. G. Hintze, Prof. Dr. U. R. Fölsch, Prof. Dr. J.
Steinhoff
Organisation: Prof. Dr. G. Hintze
Datum:
Ort:
26.09.-30.09.2005
Klinikum rechts der Isar, II. Medizinische Klinik
der TUM
Ismaninger Str. 22, 81675 München
Tel.: 089/4140-4074, Fax: 089/4140-4932
E-Mail: Sophie.Zaun@lrz.tum.de
Leitung:
Prof. Dr. R. M. Schmid, Prof. Dr. Ch. Peschel, Prof. Dr. A.
Schömig, Prof. Dr. D. Schlöndorff, Prof. Dr. M. Reincke
Organisation: PD Dr. Weidenbach, Dr. K. Stock, Sekr. Fr. S. Zaun Anmeldung: Die.+Do. 09.00-14.00 h
Datum:
Ort:
10.10.-14.10.2005
Medizinische Klinik III der Universität
Abt. Rheumatologie
Postfach 35 60, 91023 Erlangen
Tel.: 09131/853-2075, Fax: 09131/853-6448
Leitung und Organisation: Prof. Dr. B. Manger, Prof. Dr. H. Nüßlein
Datum:
Ort:
noch nicht bekannt
Med. Klinik u. Poliklinik II, Univ. Klinik Bonn
Sigmund-Freud-Str. 25, 53105 Bonn
Tel.: 0228/287-6670, Fax: 0228/287-4983
E-Mail: Gerhard.Bauriedel@ukb.uni-bonn.de
Leitung:
Prof. Dr. B. Lüderitz, Prof. Dr. T. Sauerbruch, Prof. Dr. H.
Vetter, Prof. Dr. E. Erdmann
Organisation: Prof. Dr. G. Bauriedel, Dr. P. Walger, Prof. Dr. R. H. G.
Schwinger, Sekretariat: Fr. Seeher
Datum:
Ort:
noch nicht bekannt
Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
Medizinische Klinik III
Friedrichstr. 41, 01067 Dresden
Tel.: 0351/480-1130, Fax: 0351/480-1119
Leitung:
Prof. Dr. H. Porst
Organisation: Prof. Dr. H. Nüßlein
Datum:
Ort:
noch nicht bekannt
Medizinische Klinik II, Klinik für Allgemein- und
Viszeral-Chirurgie, Klinikum Fulda
Pacelliallee 4-6, 36043 Fulda
Tel.: 0661/84-5420, Fax: 0661/84-5422
E-Mail: d.jaspersen.medII@klinikum-Fulda.de
Leitung:
Prof. Dr. D. Jaspersen, PD Dr. A. Hellinger
Organisation: Prof. Dr. D. Jaspers
Datum:
Ort:
noch nicht bekannt
Med. Hochschule Hannover, Zentrum Innere
Medizin, Abt. Rheumatologie/Immunologie
Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover
Tel.: 0511/532-2319, Fax: 0511/532-5841
E-Mail: Intensivkurs.Innere@mh-hannover.de
Leitung:
Prof. Dr. H. Zeidler, Prof. Dr. R. E. Schmidt
Organisation: PD Dr. L. Köhler, Dr. S. Schnarr, PD Dr. T. Witte
Datum:
Ort:
noch nicht bekannt
Innere Medizin I, Klinikum der Friedrich
Schiller-Universität
Erlanger Allee 101, 07747 Jena
Tel.: 03641/39182, 614143
Fax: 03641/39363
E-Mail: Gabriele.Daut@med.uni-jena.de
Schneider.akademie@laek-thueringen.de
Leitung:
Prof. Dr. H. R. Figulla, Prof. Dr. K. Höffken, Prof. Dr. G.
Stein, Prof. Dr. H. Bosseckert
Organisation: OA Dr. M. Hocke, Fr. G. Daut und Landesärztekammer
Thüringen, Akad. f. ärztl. Fort- und Weiterbildung
Kongresse und Fortbildung
Seite 33 – BDI aktuell 12/2004
Kongressbericht
Venedig 2004
Der zweite internationale interdisziplinäre Seminarkongress des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V. fand vom 26. September
bis 02. Oktober 2004 im Palazzo
Albrizzi im Stadtteil Cannaregio
von Venedig statt. Dieser Palazzo
wurde deshalb ausgewählt, weil er
wenige Minuten von der RialtoBrücke entfernt und deshalb gut
erreichbar ist, aber dennoch nicht
vom Lärm der Stadt heimgesucht
wird. Das alte Gebäude aus dem
16. Jahrhundert erzählt anhand von
wunderbar erhaltenen Fresken der
Tiepoloschule die Geschichte der
Familie Capello, Besitzer des Palazzos Albrizzi, die einst im Goldenen Buch des Venezianischen
Adels zu finden war und die sich
durch Eroberungen zu Land und
Meer einen Namen gemacht hatte.
Frau Prof. Nevia Pizzul-Capello
aus der Adelsfamilie Capello, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes
und Leiterin der Associazione Culturale Italo-Tedesca, hatte auf Bit-
ten des Ehrenpräsidenten des BDI
Dr. G. G. Hofmann den Festvortrag mit dem Thema: „Die venezianische Gesundheitspolitik zur Zeit
der Pest“ übernommen und konnte sich über viel Zuspruch erfreuen.
Ihr historischer Exkurs führte
über die Gründung Venedigs, der
eine Flucht vor den Hunnen vorausging, über die Befestigung der
Stadtanlage, Verbreitung der
Macht und des Reichtums durch
die Seefahrt und den Handel bis
zur Entstehung der großen europäischen Staaten, die schließlich
den Machtverlust zusammen mit
der Pest, die Venedig über drei
Jahrhunderte heimsuchte, bedeutete. „Leiden, Tod, physische und
seelische Vernichtung waren die
Eigenschaften der Pest“, so die
Referentin. 1348 wurde Venedig
zum ersten Mal von der schwarzen Pest heimgesucht, dann
wieder 1575 und zum dritten Mal
1630. Eine hohe Todesrate war
bei jeder Pestepidemie zu ver-
zeichnen, was sich in der Wirtschaft, der Verwaltung und im gesellschaftlichen Leben auswirkte.
Ignoranz, Aberglauben, Verfolgung, kollektive Gewalt, Vertreibung der Juden als Verdächtige
der Überbringer der Pest, Festhalten vorbeifahrender Schiffe,
Bereicherung, Plünderung, Hinrichtungen, Folterungen und Inhaftierungen waren „erprobte“
Mittel, der Pest Herr zu werden.
Medizinisch hielten die Gelehrten
der damaligen Zeit am Glauben
fest, dass die Pest nicht übertragbar sei, sondern dass sie aus den
Gebieten des östlichen Mittelmeeres importiert wurde, mit
denen Venedig Handel trieb.
Überzeugt waren damals alle, dass
die Pest mit dem Reisen und dem
Handel etwas zu tun haben muss
und von außerhalb eingeschleppt
wird und mit den Bewohnern der
Stadt an sich nichts zu tun hat.
Deshalb wurde ein Krankenhaus
für Pestkranke das „Lazzareto“
auf der Insel San Maria di Naza-
reth gebaut, das isoliert und eingezäunt war. Maßnahmen wurden ergriffen wie Kontrolle des
Wassers, Stadtreinigung, Beseitigung häuslicher Abfälle, Schutz
der Brunnen, Lebensmittelüberwachung, Hygienemaßnahmen
wie das Verbot der Nachttopfentleerung oder Isolation infizierter Stadtgebiete mit Androhung
der Todesstrafe bei Missachtung.
(Die Festrede ist im vollen Wortlaut auf unserer Homepage
www.bdi.de, >>Fortbildung,
>>Kurse und Kongresse,
>>Rückblick, abrufbar.)
Insgesamt referierten 22 Referenten und sechs Referentinnen, was
von den Kongressteilnehmern und
Kongressteilnehmerinnen positiv
beurteilt wurde.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Venedig ein geeigneter
Kongressort ist, der es in der Freizeit erlaubt, Ausflüge in die Kunst
und Kultur des Mittelalters und der
Neuzeit zu unternehmen.
ma
Vereinigung der Bayerischen Internisten e.V.
Termine der Interdisziplinären Fortbildungsveranstaltungen in Zusammenarbeit mit
Bayerische Landesärztekammer / Bayerische Akademie für Ärztliche Fortbildung
Ort:
Beginn:
Bayerische Landesärztekammer, Mühlbaurstr. 16, 81677 München
jeweils Donnerstag, 19.30 Uhr
25.11.2004
Kardiologie aktuell 2004/2 – Focus: KHK, Besonderheiten bei Diabetes, kardiovaskuläre Rehabilitation
Referenten: Dirschinger, Standl, Klein
Kardiologie aktuell 2004/3 – Focus: Hypertonie, Herzinsuffizienz, Problem eingeschränkte Nierenfunktion
Referenten: v. Scheidt, Holzgreve, Mann
Kopfschmerz und Migräne aktuell 2005 – Focus: Neue molekularbiologische Erkenntnisse, Neuentwicklungen in der Therapie, differenzierte Behandlung – Referenten: Zieglgänsberger, Pfaffenrath, Gessler
Diabetes aktuell 2005 – Focus: Risikotratifizierung, differenzierte Therapie, neue Entwicklungen der
oralen Therapie – Referenten: Schumm-Draeger, Eversmann, Standl
09.12.2004
27.1.2005
17.02.2005
Anerkennung: 3 CME-Punkte / Bayerische Landesärztekammer
Leitung, Auskunft und Anmeldung: Dr. Wolf von Römer, 1. Vorsitzender der Vereinigung der Bayerischen Internisten e.V.
Schleißheimer Str. 440, 80935 München, Tel.: 089 / 8 54 52 55, Fax: 089 / 3 13 88 68, E-Mail: wr@dr-von-roemer.de
Kostenpflichtige Intensiv-Veranstaltungen – 90 € für VBI- und BDI-Mitglieder, 140 € für Nicht-Mitglieder
Ort:
Zeit:
Bayerische Landesärztekammer, Mühlbaurstr. 16, 81677 München
jeweils Samstag, 09.00 bis 16.00 Uhr
29.01.2005
Angiologie intensiv 2005 – Focus: Neue Aspekte bei PAVK, Venen- und Lymphgefäß-Erkrankungen
Referenten: Tepohl, Parhofer, Küffer, Hoffmann, Stiegler, Ludwig, Marshall, Spannagl, Theiss
Gastroenterologie intensiv 2005 – Focus: Leber – Galle – Pankreas
Referenten: Schulte-Frohlinde, Pape, Gerbes, Beuers, Gülberg, Helmberger, Jauch, Göke, Schmid, Born
23.04.2005
Anerkennung: 8 CME-Punkte / Bayerische Landesärztekammer – Teilnahme nur nach Voranmeldung
Auskunft/Anmeldung: MCN Medizinische Congress-Organisation Nürnberg AG, Zerzabelshofstr. 29, 90478 Nürnberg,
Tel.: 0911/3931610, Fax: 0911/3931655, E-Mail: bik@mcnag.info, Internet: www.mcn-nuernberg.de
Einzelheiten sowie weitere Veranstaltungen finden Sie per Link auf unserer Homepage www.bdi.de, >>Fortbildung, >>Kurse und Kongresse
„Bayerische Internisten“ bzw. direkt unter www.bayer-internisten.de/fortbildung.htm.
Kongresse und Fortbildung
BDI aktuell 12/2004 – Seite 34
BDI-Kurse 2004/2005 auf einen Blick!
Kurse:
Ultraschall-Refresherkurs
Echokardiographie Teil 1
Ultraschall-Refresherkurs
Echokardiographie Teil 2
Intensivkurs
Diabetologie
Doppler-/
DuplexsonographieGrundkurs (interdisziplinär)
Fortbildungspunkte:
10
Datum:
11.12.04
10
22.01.05
17
04.-06.02.05
26
07.-10.02.05
(nach KBV-Richtlinien)
EchokardiographieGrundkurs
32
07.-11.02.05
32
07.-10.03.05
voraus. 21
12.-13.03.05
16
12.-13.03.05
voraus. 20
14.-19.03.05
(nach KBV-Richtlinien)
EchokardiographieAufbaukurs
(nach KBV-Richtlinien)
EchokardiographieAbschlusskurs
(nach KBV-Richtlinien)
Farbdoppler-Echokardiographie-Refresherkurs
Intensivkurs Innere
Medizin: Refresherkurs
Facharztprüfung
Ort:
Wiesbaden,
Dr. HorstSchmidt-Kliniken
Wiesbaden,
Dr. HorstSchmidt-Kliniken
Bad Reichenhall,
Hotel Steigenberger Axelmannstein
Bad Reichenhall,
Hotel Steigenberger Axelmannstein
Bad Reichenhall,
Hotel Steigenberger Axelmannstein
Kreiskrankenhaus
Traunstein (Abt.
Kardiologie
Wiesbaden,
Dr. HorstSchmidt-Kliniken
München,
Städtisches Krankenhaus Schwabing
Berlin,
DRK-Kliniken
Westend
Preis €
Mitgl./Nichtmitgl.:
130,00 / 180,00
130,00 / 180,00
210,00 / 250,00
Kursleitung:
Dr. med.
F.-J. Beck /
Wiesbaden
Dr. med.
F.-J. Beck /
Wiesbaden
Prof. Dr. med.
H. Mehnert /
München
400,00 / 510,00
(Preis inkl.
Kongressteilnahme!)
Dres. Karasch /
Köln
400,00 / 510,00
(Preis inkl.
Kongressteilnahme!)
Abt. Kardiologie /
KKH Traunstein
340,00 / 420,00
Abt. Kardiologie /
KKH Traunstein
340,00 / 420,00
Dr. med.
F.-J. Beck /
Wiesbaden
180,00 / 230,00
PD Dr. med.
W. Zwehl /
München
430,00 / 510,00
Prof. Dr. med.
R. Büchsel /
Berlin
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------Hiermit melde ich mich verbindlich zu folgenden Kursen an:
____________________________________________
_______________________________________________________________________________________________________________
†
Turnusärzte bis zum 3. Ausbildungsjahr, Ärztinnen u. Ärzte im Erziehungsurlaub, Ärzte im Ruhestand und arbeitslose Mediziner erhalten bei Belegung der Seminarkongresse und Kurse 30% auf den Rechnungsendbetrag (bitte Bescheinigung beilegen!).
Es gelten die Teilnahmebedingungen des BDI e.V., die ich mit meiner Unterschrift anerkenne.
Akad. Titel:_________ Vor- und Zuname: ________________________________________________________
Anschrift (privat) / Tel.: / Fax: ___________________________________________________________________
Ich bin:
† Mitglied des BDI † Nichtmitglied / Datum: ___________Unterschrift: ________________________
Weitere Informationen / schriftliche Anmeldung: Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Kongressabteilung,
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden, Tel: 0611-1813322, -24, Fax: 0611-1813323, www.bdi.de, E-Mail: info@bdi.de
Kongresse und Fortbildung
Seite 35 – BDI aktuell 12/2004
Intensivkurs Diabetologie
Bad Reichenhall
Freitag, 04. bis Sonntag, 06. Februar 2005
Kursort:
Kursleitung:
Hotel Steigenberger Axelmannstein,
Salzburger Str. 2-6, Bad Reichenhall
Prof. Dr. med. H. Mehnert, München
Dieser Kurs wird von der Landesärztekammer Bayern mit 17 Fortbildungspunkten zertifiziert!
Aktuelles Kursprogramm:
Freitag, 04.02.05
13.00 – 13.15 Uhr
13.15 – 14.45 Uhr
Begrüßung
Epidemiologie und Prognose des
Diabetes im 21. Jahrhundert
Diabetesprävention (diätische und
medikamentöse Maßnahmen)
Diagnose, Selbstkontrolle, Glukosesensoren
Ernährungs- und Bewegungstherapie
des manifesten Diabetes
Prof. Dr. med.H. Mehnert
Prof. Dr. med. E. Standl
PD Dr. med. M. Hummel
Prof. Dr. med.
Petra-Maria Schumm-Draeger
Prof. Dr. med. H. Mehnert
14.15 – 15.30 Uhr
15.30 – 16.15 Uhr
16.45 – 17.30 Uhr
17.30 – 18.15 Uhr
Pathogenese /Therapie des Typ-1-Diabetes
Typ-2-Diabetes: Pathogenese und
frühzeitige Insulintherapie
Typ-2-Diabetes: Therapie mit oralen
Antidiabetika
Vaskuläre Folgeschäden
Spezielle Diabetesformen
Diabetes und Herz
Diabetische Retinopathie
Sonntag, 06.02.05
09.00 – 10.15 Uhr
10.15 – 11.30 Uhr
12.00 – 12.30 Uhr
12.30 – 13.00 Uhr
Diabetische Neuropathie
Diabetisches Fuß-Syndrom
Generaldiskussion mit dem Auditorium
Zusammenfassung des Symposiums
Prof. Dr. med. M. Haslbeck
Dr. med. F.-X. Hierl
14.45 – 15.30 Uhr
16.00 – 17.00 Uhr
17.00 – 18.15 Uhr
Samstag, 05.02.05
09.00 – 10.15 Uhr
10.15 – 11.30 Uhr
12.00 – 13.15 Uhr
Prof. Dr. med. H. Hauner
Prof. Dr. med. K.D. Palitzsch
Prof. Dr. med. H. Hauner
Prof. Dr. med. H. Mehnert
Prof. Dr. med. O. Schnell
PD Dr. med. O. Schnell
PD Dr. med. M. Ulbig
Prof. Dr. med. H. Mehnert
- Änderungen vorbehalten -
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------Anmeldung:
† Intensivkurs Diabetologie Bad Reichenhall (04.-06.02.2005)
Teilnahmegebühr: € 210,00 für BDI-Mitglieder
€ 250,00 für Nichtmitglieder
Akad. Titel:_________ Vor- und Zuname: _________________________E-Mail: __________________________
Anschrift (privat) / Tel.: / Fax: ___________________________________________________________________
Ich bin:
† Mitglied des BDI † Nichtmitglied
Datum:____________Unterschrift: ________________________
Es gelten die Teilnahmebedingungen des BDI e.V., die ich mit meiner Unterschrift anerkenne.
Weitere Informationen / schriftliche Anmeldung: Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Kongressabteilung,
Schöne Aussicht 5, 65193 Wiesbaden, Tel: 0611-1813322, -24, Fax: 0611-1813323, www.bdi.de, E-Mail: info@bdi.de
Kongresse und Fortbildung
BDI aktuell 12/2004 – Seite 36
%DG5HLFKHQKDOO
,QWHUQDWLRQDOHULQWHUGLV]LSOLQlUHU6HPLQDUNRQJUHVVIUlU]WOLFKH)RUWELOGXQJ
6RQQWDJELV)UHLWDJ)HEUXDU
'HU.RQJUHVVZLUGYRQGHU/DQGHVlU]WH
NDPPHU%D\HUQPLW)RUWELOGXQJVSXQNWHQ
]HUWLIL]LHUW.XUVHHUKDOWHQ]XVlW]OLFKH
)RUWELOGXQJVSXQNWH
.RQJUHVVRUW
+RWHO6WHLJHQEHUJHU$[HOPDQQVWHLQ
6DO]EXUJHU6WU%DG5HLFKHQKDOO
6FKZHUSXQNWWKHPD
Ä.DUGLRORJLH3QHXPRORJLH³
:LVVHQVFKDIWOLFKH
3URJUDPPJHVWDOWXQJ/HLWXQJ
3URI'UPHG:0RVKDJH7UDXQVWHLQ
/LHEH.ROOHJLQQHQXQG.ROOHJHQ
GHU LQWHUQDWLRQDOH LQWHUGLV]LSOLQlUH 6HPLQDUNRQJUHVV LQ %DG 5HLFKHQKDOO
ILQGHWWUDGLWLRQHOOLQGHU)DVFKLQJVZRFKHVWDWW'LH.RQJUHVVOHLWXQJKDW
GHVKDOEZLHGHUDOOH$QVWUHQJXQJHQXQWHUQRPPHQGLHVHHWDEOLHUWHYRQGHQ
7HLOQHKPHUQVWHWVVHKUSRVLWLYEHZHUWHWH)RUWELOGXQJVYHUDQVWDOWXQJDWWUDNWLY
]X JHVWDOWHQ 7KHPHQVFKZHUSXQNWH LQ %DG 5HLFKHQKDOO ZHUGHQ SDVVHQG
]XUgUWOLFKNHLWDXFKLQ=XNXQIWÄ(UNUDQNXQJHQGHV+HU]HQVXQGGHU$WHPRU
JDQH³EOHLEHQ:LUKDEHQXQVHQWVSUHFKHQG,KUHQ:QVFKHQVHKUEHPKW
GLH5HIHUDWHPLW.ROOHJHQDXV)KUXQJVSRVLWLRQHQ]XEHVHW]HQ
(LQHQJUR‰HQ:HUWOHJHQZLUDXFKNQIWLJGDUDXIGDVVGLH'LVNXVVLRQPLW
GHP$XGLWRULXPDXVJHEDXWZLUGXPGHQLQWHUDNWLYHQ&KDUDNWHU]XYHUEHV
VHUQ0LWGHPYHUIJEDUHQ7('6\VWHPLVWGLHVP|JOLFK'LHVJLOWLQVEHVRQ
GHUH IU GLH 5HIUHVKHUNXUVH (.* GLH 2EHUEDXFKVRQRJUDSKLH XQG GLH
.RQWUDVWVRQRJUDSKLH:LUZUGHQXQVVHKUIUHXHQZHQQGLHVHVDWWUDNWLYH
)RUWELOGXQJVSURJUDPP,KU,QWHUHVVHILQGHWXQGZLU6LHLQ%DG5HLFKHQKDOO
VHKU]DKOUHLFKEHJU‰HQN|QQHQ
3URI'UPHG'UPHGKDELO:0RVKDJH7UDXQVWHLQ
=HQWUDOH.RQJUHVVWKHPHQŹ$QJLRORJLHŹ.DUGLRORJLHŹ5HIUHVKHU6RQRJUDSKLH.RQWUDVWVRQR(.*Ź*DVWURHQWHURORJLHŹ:LUWVFKDIW
OLFKHV9HURUGQHQŹ5KHXPDWRORJLHŹ,PPXQRORJLHŹ&KLUXUJLHŹ.DUGLRORJLH+RFKGUXFNŹ.DUGLRSXOPRQDOH3UREOHPHXQG1RWIlOOHŹ3V\
FKLDWULHŹ2VWHRSRURVHŹ3KDUPDNRORJLHŹ3QHXPRORJLHŹ6FKLOGGUVHQNUDQNKHLWHQŹ6FKPHU]WKHUDSLH&KHPRWKHUDSLH3DOOLDWLYPHGL]LQ
$QPHOGXQJ
)RUWELOGXQJV'DWXP8KU]HLW0LWJO1LFKWPLWJO.XUVOHLWXQJ
SXQNWH
(XUR
(FKRNDUGLRJUDSKLH $EW.DUGLRORJLH
*UXQGNXUV
..+7UDXQVWHLQ
JHP.%95LFKWOLQLHQ
,QWHUGLV]LSO'RSSOHU
'XSOH[6RQRJUDSKLH *UXQGNXUV
'UHV.DUDVFK
.|OQ
JHP.%95LFKWOLQLHQ
6FKODIEH]$WPXQJV
VW|UXQJHQ6FKODI
PHGL]LQ:HUPXVVLQV
6FKODIODERU"
7KHUDSLHP|JOLFK
NHLWHQEHLVFKZHUHU
&23'
'UPHG%LUJLW
.UDXVH0LFKHO
%DG5HLFKHQKDOO
'UPHG%LUJLW
.UDXVH0LFKHO
%DG5HLFKHQKDOO
7DJHVNDUWH'DWXPBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
(UPl‰LJWH.RQJUHVVNDUWH
JLOWQXULQ9HUELQGXQJPLWJHNHQQ]HLFKQHWHQ.XUVHQ3DNHWHQ
.RQJUHVVNDUWH
0HG$VVLVWHQ]SHUVRQDO
5HVHUYLHUXQJHLQHV$EVWUDFWEDQGHV]XP.RQJUHVVLQNO&'%H]DKOXQJHUIROJWYRU2UW
7XUQXVlU]WHELV]XP$XVELOGXQJVMDKUbU]WLQQHQXbU]WHLP(U]LHKXQJVXUODXEbU]WHLP5XKHVWDQGXQGDUEHLWVORVH0HGL]LQHU
HUKDOWHQEHL%HOHJXQJGHU6HPLQDUNRQJUHVVHXQG.XUVHDXIGHQ5HFKQXQJVEHWUDJELWWH%HVFKHLQLJXQJEHLOHJHQ
(VJHOWHQGLH7HLOQDKPHEHGLQJHQGHV%',H9GLHLFKPLWPHLQHU8QWHUVFKULIWDQHUNHQQH
$NDG7LWHO9RU=XQDKPH
%-AIL
$QVFKULIWSULYDW7HO)D[
,FKELQ0LWJOLHGGHV%',1LFKWPLWJOLHG'DWXP8QWHUVFKULIW
:HLWHUH,QIRUPDWLRQHQVFKULIWOLFKH$QPHOGXQJ%HUXIVYHUEDQG'HXWVFKHU,QWHUQLVWHQH9.RQJUHVVDEWHLOXQJ
6FK|QH$XVVLFKW:LHVEDGHQ7HO)D[ZZZEGLGH(PDLOLQIREGLGH
Kongresse und Fortbildung
Seite 37 – BDI aktuell 12/2004
%DG.OHLQNOHLQNLUFKKHLP
,QWHUQDWLRQDOHULQWHUGLV]LSOLQlUHU6HPLQDUNRQJUHVVIUlU]WOLFKH)RUWELOGXQJ
6RQQWDJ)HEUXDUELV)UHLWDJ0lU]
'HU.RQJUHVVZLUGYRQGHU/DQGHVlU]WHNDPPHU
+HVVHQPLW)RUWELOGXQJVSXQNWHQ]HUWLIL]LHUW
.XUVHHUKDOWHQ]XVlW]OLFKH)RUWELOGXQJVSXQNWH
6FKZHUSXQNWWKHPD.UDQNKHLWHQGHU
9HUGDXXQJVRUJDQHXQGGHV6WRIIZHFKVHOV³
.RQJUHVVRUW
:LVVHQVFKDIWOLFKH
)HVWVDDOGHU.XUJHPHLQGH3URJUDPPJHVWDOWXQJ/HLWXQJ
$%DG.OHLQNLUFKKHLP3URI'UPHG:$UQROG%UHPHQ
8QGGLHVVLQGGLH]HQWUDOHQ.RQJUHVVWKHPHQŹ.DUGLRORJLHŹ*DVWURHQWHURORJLHŹ5KHXPDWRORJLH
Ź6WRIIZHFKVHONUDQNKHLWHQŹ'LDEHWHVŹ2VWHRSRURVHŹ%HUXIVSROLWLNŹ0HHWWKH([SHUW,QWHUDNWLYHV6HPLQDU(.*5H
IUHVKHUŹ0HHWWKH([SHUW*DVWURHQWHURORJLH,PSIHQ:LUWVFKDIWOLFKHV9HURUGQHQ3V\FKLDWULH3K\WRWKHUDSLHŹ,PSIVHPLQDU
Ź1HSKURORJLHŹ(UQlKUXQJŹ3V\FKLDWULHŹ,QIHNWLRQVX+RFKGUXFNNUDQNKHLWHQŹ+lPDWRORJLHŹ(%0Ź3K\WRWKHUDSLH
$QPHOGXQJ
)RUWELOGXQJV'DWXP8KU]HLW0LWJO1LFKWPLWJO.XUVOHLWXQJ
SXQNWH
(XUR
5HLVHPHGL]LQ
EHDQWUDJW
.OLQLVFKHU/XQJHQ
IXQNWLRQVNXUV
YRUDXV
(UQlKUXQJVPHGL]LQ
LQGHU+DXVDU]WSUD[LV
NRVWHQORVNRVWHQORV
EHDQWUDJW
'LDEHWRORJLH:RUNVKRS
YRUDXV
6RQRJUDSKLH
5HIUHVKHUNXUV
YRUDXV
(FKRNDUGLRJUDSKLH
5HIUHVKHUNXUV
3''UPHG
:'6WURKP+HLOEURQQ
EHDQWUDJW
11
3URI'UPHG
$7URPP+DWWLQJHQ
(QGRVNRSLH5HIUHVKHU
.RPSOHWW.XUVH
$XFK(LQ]HOEXFKXQJP|JOLFK
7HLO7HUPLQRORJLHX%HIXQGH
7HLO,QWHUYHQWLRQHOOH(QGRVNRSLH
YRUDXV
YRUDXV
6SRUWPHG.XUVPLWJHPHLQ
VDPHQ6NLIDKUHQRKQH/LIWNRVWHQ
EHDQWUDJW
3URI'UPHG
*+HVV0DQQKHLP
'UPHG
-'XJRQLWVFK1UQEHUJ
'UPHG
+:DOOH.LUNHO
3''UPHG
.RUQHOLD.RQ]
:LHVEDGHQ
7DJHVNDUWH'DWXPBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBBB
(UPl‰LJWH.RQJUHVVNDUWH
'UPHG:*UHEH
)UDQNHQEHUJ(GHU
JLOWQXULQ9HUELQGXQJPLWJHNHQQ]HLFKQHWHQ.XUVHQ3DNHWHQ
.RQJUHVVNDUWH
0HG$VVLVWHQ]SHUVRQDO
5HVHUYLHUXQJHLQHV$EVWUDFWEDQGHV]XP.RQJUHVVLQNO&'%H]DKOXQJHUIROJWYRU2UW
7XUQXVlU]WHELV]XP$XVELOGXQJVMDKUbU]WLQQHQXbU]WHLP(U]LHKXQJVXUODXEbU]WHLP5XKHVWDQGXQG
DUEHLWVORVH0HGL]LQHUHUKDOWHQEHL%HOHJXQJGHU6HPLQDUNRQJUHVVHXQG.XUVHDXIGHQ5HFKQXQJVEHWUDJELWWH%HVFKHLQLJXQJ
EHLOHJHQ
(VJHOWHQGLH7HLOQDKPHEHGLQJHQGHV%',H9GLHLFKPLWPHLQHU8QWHUVFKULIWDQHUNHQQH
$NDG7LWHO 9RUXQG=XQDKPH
$QVFKULIWSULYDW7HO)D[
,FKELQ0LWJOLHGGHV%',1LFKWPLWJOLHG'DWXP8QWHUVFKULIW
:HLWHUH,QIRUPDWLRQHQVFKULIWOLFKH$QPHOGXQJ%HUXIVYHUEDQG'HXWVFKHU,QWHUQLVWHQH9.RQJUHVVDEWHLOXQJ
6FK|QH$XVVLFKW:LHVEDGHQ7HO)D[ZZZEGLGH(PDLOLQIREGLGH
Kongresse und Fortbildung
BDI aktuell 12/2004 – Seite 38
,QWHQVLYNXUV,QQHUH0HGL]LQ5HIUHVKHUNXUV
]XU)DFKDU]WSUIXQJLQ%HUOLQ
.XUVRUW'5..OLQLNHQ:HVWHQG6SDQGDXHU'DPP%HUOLQ
.XUVOHLWXQJ3URI'UPHG5%FKVHO%HUOLQ
'LHVHU.XUVZLUGYRQGHUbU]WHNDPPHU%HUOLQPLWYRUDXVVLFKWOLFK)RUWELOGXQJVSXQNWHQ]HUWLIL]LHUW
7HLOQDKPHJHEKU¼IU%',0LWJOLHGHU¼IU1LFKWPLWJOLHGHU
$NDG7LWHO 9RUXQG=XQDKPH
$QVFKULIWSULYDW7HO)D[
,FKELQ0LWJOLHGGHV%',1LFKWPLWJOLHG'DWXP8QWHUVFKULIW
%',.XUVHZlKUHQGGHV,QWHUQLVWHQNRQJUHVV
GHU'*,0LQ:LHVEDGHQ
.RQJUHVVRUW5KHLQ0DLQ+DOOHQ5KHLQVWU:LHVEDGHQ
$QPHOGXQJ)RUWELOGXQJV'DWXP8KU]HLW0LWJO1LFKWPLWJO.XUVOHLWXQJ
SXQNWH
(XUR
5HLVHPHGL]LQ7HLO
VLHKHJHVRQGHUWHV
$QPHOGHIRUPXODU
YRUDXV
3URI'UPHG
+'1RWKGXUIW0QFKHQ
'UPHG)6HLOHU%D\UHXWK
'UPHG)-%HFN:LHVEDGHQ
'UPHG-'XJRQLWVFK1UQEHUJ
'UPHG0:DJQHU1UQEHUJ
(FKRNDUGLRJUDSKLH
YRUDXV
*UXQGNXUV.%95LFKWOLQLHQ
$P8KULQ
GHU5KHLQ0DLQ+DOOH5FUHVWO
=HLWHQLQGHU+6.:LHVEDGHQ
/XQJHQIXQNWLRQVNXUV YRUDXV
YRUDXV
3URI'UPHG-)UHLVH0KOKHLP
3URI'UPHG%0D\%RFKXP
'RSSOHU'XSOH[6RQR YRUDXV
JUDSKLH*UXQGNXUV
'UPHG)/|‰QHU0QFKHQ
*DVWURVNRSLHNXUV
LQWHUGLV]LSOLQlU.%95LFKWOLQLHQ
%URQFKRVNRSLHNXUV
YRUDXV
'UPHG0:DJQHU1UQEHUJ
'UPHG/HLVWQHU1UQEHUJ
(UJRPHWULHNXUV
YRUDXV
3URI'UPHG.9|ONHU0QVWHU
/DQJ]HLWEOXW
GUXFNNXUV
YRUDXV
3URI'UPHG.6FKXOWH%HUOLQ
(UPl‰.RQJUHVV
'DXHUNDUWH
(VJHOWHQGLH7HLOQDKPHEHGLQJXQJHQGHV%',H9'*,00LWJOLHGHUGLHNHLQH%',0LWJOLHGHUVLQGN|QQHQDQ%',.XUVHQ]XGHQHU
Pl‰LJWHQ*HEKUHQIU%',0LWJOLHGHUWHLOQHKPHQ7HLOQHKPHUDQGHQ%',.XUVHQGLHNHLQH'*,00LWJOLHGHUVLQGN|QQHQEHL9RU
DQPHOGXQJ]X%',.XUVHQ]XVlW]OLFKHLQH'DXHUNDUWHIUGHQ,QWHUQLVWHQNRQJUHVV]XPHUPl‰LJWHQ3UHLVYRQ¼QRUPDO¼
EHVWHOOHQ)UGLH'DXHUGHU.XUVHLVWGHU(LQWULWW]XP,QWHUQLVWHQNRQJUHVVLQGHU.XUVJHEKUHQWKDOWHQ
-DLFKP|FKWHELWWHHLQH'DXHUNDUWH]XPHUPl‰LJWHQ3UHLVYRQ¼EHVWHOOHQ
$NDG7LWHO
9RUXQG=XQDKPH
$QVFKULIWSULYDW7HO)D[
,FKELQ0LWJOLHGGHV%',1LFKWPLWJOLHG'DWXP8QWHUVFKULIW
:HLWHUH,QIRUPDWLRQHQVFKULIWOLFKH$QPHOGXQJ%HUXIVYHUEDQG'HXWVFKHU,QWHUQLVWHQH9.RQJUHVVDEWHLOXQJ
6FK|QH$XVVLFKW:LHVEDGHQ7HO)D[ZZZEGLGH(PDLOLQIREGLGH
BDI aktuell
Bedingungen für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen
des Berufsverbandes Deutscher Internisten e.V. (BDI)
1. Allgemeines
Diese Bedingungen gelten für die Teilnahme an Fortbildungsveranstaltungen des BDI. Mit der Anmeldung erkennt der Teilnehmer die Bedingungen an.
2. Angebot und Vertragsschluss
Die Teilnehmerzahl der Kurse ist begrenzt. Die Kursangebote sind grundsätzlich freibleibend, d.h. sie sind als verbindliche Angebote im Rahmen der
verfügbaren Kursplätze zu verstehen. Anmeldungen zu BDI-Fortbildungsveranstaltungen haben schriftlich zu erfolgen und sind verbindlich. Die
Kursplätze werden in der Reihenfolge des Eingangs der schriftlichen Anmeldungen vergeben. Bei Überbuchung erfolgt eine Benachrichtigung.
3. Zahlungsbedingungen
Die Zahlung der Kurs- bzw. Kongressgebühren wird mit Rechnungsstellung fällig.
4. Rücktritt
4.1. Rücktritte von bereits gebuchten Kursen/Kongressen müssen per Einschreiben erfolgen. Bitte geben Sie Ihre Bankverbindung an.
4.2. Bei Zugang der Rücktrittsmeldung mindestens 28 Tage vor Veranstaltungsbeginn wird eine Bearbeitungsgebühr von 25
erhoben.
4.3. Bei Zugang der Rücktrittsmeldung ab dem 27. Tag vor Veranstaltungsbeginn ist eine Bearbeitungsgebühr von 75 zu zahlen.
4.4. Bei Zugang der Rücktrittsmeldung ab dem 3. Tag vor Veranstaltungsbeginn ist die gesamte Kurs- bzw. Kongressgebühr zu zahlen.
5. Änderungen und Absage eines Kurses durch den Veranstalter
5.1. Die Veranstaltungen finden nur bei Erreichung einer Mindestteilnehmerzahl statt. Der BDI behält sich vor, Referenten auszutauschen,
Veranstaltungen räumlich oder zeitlich zu verlegen oder abzusagen und Änderungen im Programm vorzunehmen. Wird eine Veranstaltung
abgesagt, werden bereits gezahlte Gebühren in voller Höhe erstattet. Schadensersatzansprüche sind ausgeschlossen.
5.2. Sollten innerhalb der Fortbildungen „Qualitätssicherung“, Workshops oder in Paket-Angeboten vertretbare Änderungen der Veranstaltung
erforderlich sein, so besteht kein Anspruch auf anteilige Kostenrückerstattung.
6. Kongresse
6.1. Kongresskarten werden nur zu Kongressen herausgegeben und berechtigen zum Besuch der Seminarvorträge.
6.2. österreichische Turnusärzte bis zum 3. Ausbildungsjahr, Ärzte im Ruhestand, arbeitslose Mediziner sowie Ärzte im Erziehungsurlaub
erhalten bis auf Widerruf gegen Nachweis 30 % Ermäßigung auf den Rechnungsendbetrag.
6.3. Nur Kongressteilnehmer können an den Sonderkursen teilnehmen, d.h. der Erwerb einer Kongresskarte ist obligatorisch. Die
Kongresskarten sind im Kongressbüro des BDI vor Ort abzuholen. Diese werden nur abgegeben, wenn die Kongressgebühren vorher
bezahlt worden sind. Die Kongresskarten sind nicht übertragbar.
Der Veranstalter
Gesetzliche Fortbildungspflicht seit 1. Juli 2004
in Kraft. Alle erworbenen „Punkte“ gelten bereits ab dem 01.01.2004.
Auch Klinikärzte sind zur Fortbildung nach § 137 des SGB V verpflichtet.
Dies ist Teil der verpflichtenden Qualitätssicherung der Krankenhäuser.
Der Berufsverband Deutscher Internisten e. V. möchte Sie darauf
hinweisen, dass die gesetzliche Fortbildungspflicht für Vertragsärzte durch
Aufnahme des § 95d in das SGB V geregelt ist. Diese trat zum 01.07.2004
Meine Anschrift:
Herr
Frau
Akad. Titel:______________
Name:_________________________________________________________Vorname:___________________________________________
Anschrift privat*:____________________________________________________________________________________________________
mit Tel./Fax-Nr.
Anschrift dienstl.:____________________________________________________________________________________________________
(*Wird im Fall einer Anmeldung für die Teilnahmebescheinigung benötigt.)
Ich hätte gerne weitere Informationen zu folgenden Veranstaltungen:
Ultraschall Refresherkurs Echokardiographie, Teil 1, Wiebaden, 11.12. 2004
Echokardiographie-Grundkurs, Bad Reichenhall, 07.-11.02.2005
Intensiv-Kurs Diabetologie, Bad Reichenhall, 04.-06.02. 2005
Ultraschall-Refresherkurs (Teil 2), HSK Wiesbaden, 22.01.2005
Doppler-/Duplexsonographie-Grundkurs, Bad Reichenhall, 07.-10.02.2005
Informationen zu anderen
Kursen:____________________________________________________________________________________________________________
Ich möchte mich gleich zu folgenden Veranstaltungen anmelden:
Kurs:________________________________Kursgebühr:___________________
Termin/Ort:____________________________________
Kurs:________________________________Kursgebühr:___________________
Termin/Ort:____________________________________
Es gelten die Teilnahmebedingungen des BDI e.V., die ich mit meiner Unterschrift anerkenne (Änderungen vorbehalten).
Ich bin
Mitglied des BDI e.V.
Ort/Datum____________________________
Nichtmitglied
Unterschrift______________________________
Hinweis: Ein optimaler Nutzen von einer Kursteilnahme ist dann zu erwarten, wenn bereits eine dreijährige klinische Weiterbildungszeit vorliegt.
Bitte ausschneiden und einsenden oder faxen an:
Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Postfach 1566, 65005 Wiesbaden –
Fax: 0611/ 18133-23
Telefon: 0611/18133-22, -24
–
E-Mail: info@bdi.de
–
Internet: http://www.bdi.de
BDI aktuell 12-2004
39
BDI aktuell
Statistik
Schützt viel Vitamin E
den Menschen?
Was kosten die KVen?
Übersicht Verwaltungskostensätze 2004 der Kassenärztlichen Vereinigungen
(in Prozent des Honorarumsatzes)
KV
Bayerns
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Koblenz
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordbaden
Nordrhein
Nord-Württemberg
Pfalz
Rheinhessen
Saarland
Südbaden
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Südwürttemberg
Thüringen
Trier
Westfalen-Lippe
PC-Abrechner
2,95
2,4
3,5
1,62
2,15
1,3681-2,0116
2,1
2,3
2,009
2,2
2,5
1,4
1,95
2,5
2,2
2,4
2,2
2,1
1,9
2,1
1,99
2,2
2,3
Manuell-Abrechner
2,95
3,0
3,5
1,82
2,6
1,5287-2,1216
2,9
3,0
2,609
3,5
3,2
2,2
2,95
3,0
3,2
3,35
3,0
3,1
2,5
2,3
2,39
3,0
3,0
(Quelle: facharzt.de)
Fundsache
Ach wie einfach war‘s doch
damals auf dem Donnerbalken...
Gefunden in: ct Nr. 20/2004 auf Seite 69
40
BDI aktuell 12-2004
Im Gegenteil:
Es ist lebensgefährlich!
Dass Vitamin E zwar ein Radikalfänger ist, aber Megadosen
des Vitamins das kardiovaskuläre Risiko keineswegs senken, ist inzwischen durch
mehrere Studien nachgewiesen worden. Trotzdem werben manche Hersteller noch
mit Sprüchen wie „Enorm in
Form mit dem Radikalfänger
Nummer 1: Vitamin E“ und
empfehlen Sportlern und alten Menschen die regelmäßige Einnahme ihres 600-IUPräparates (gefunden auf
www.togal.de/Tipps/
vitamine.htm). Aber auch auf
zahlreichen anderen Webseiten und Publikationen wird
dem interessierten Laien vorgegaukelt, dass eine kräftige
Vitamin-E-Zufuhr für ihn nur
gut sein kann.
Dass dies eher riskant als gesund ist, zeigt nun eine gerade in den Annals of Internal
Medicine (2005/Band 42, Nr.
1) veröffentlichte Meta-Analyse: Hochdosiertes Vitamin
E ist aller Radikalfängerei zum
Trotz mit einer höheren Gesamtmortalität verbunden.
In der Analyse waren 19 klinische Studien mit insgesamt
135.967 Patienten ausgewertet worden – es waren nur
randomisierte Studien mit
Plazebogruppe und einem
Follow up von mindestens einem Jahr herangezogen worden. Offenbar besteht eine
Dosis-Wirkungsbeziehung,
die Gesamtmortalität nimmt
mit steigender Vitamindosis
zu. Fazit der Autoren: „Hohe
Dosen Vitamin E Supplementation (>400 IU/d) können
die Gesamtmortalität erhöhen und sollten vermieden
werden.“
Der vollständige Text der Studie kann als PDF-Datei unter
http://www.annals.org/cgi/
reprint/0000605-20050104000110v1 aus dem Web geladen werden.
BW
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
107
Dateigröße
1 840 KB
Tags
1/--Seiten
melden