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Der Regenwald am Amazonas
1. Wie groß ist der Regenwald?
Den weltweit größten zusammenhängenden Regenwald gibt es am Amazonas und an
seinen Nebenflüssen. 12- bis 14-mal hintereinander die Strecke von München nach
Hamburg als Waldgebiet, fast ohne Häuser, Fabriken oder Straßen, das entspricht der
Strecke einmal quer durch das riesige Regenwaldgebiet des Amazonasbeckens. Der
Regenwald bedeckt zwei Drittel des ganzen Kontinents Südamerika – das sind über
fünf Millionen Quadratkilometer Land, ca. 15-20 mal die Fläche Deutschlands, oder
ungefähr so groß wie der gesamte Kontinent Australien. Der Regenwald des
Amazonasgebiets ist bei weitem der größte zusammenhängende Wald und auch die
größte zusammenhängende Landschaft auf unserem Planeten.
2. Wie alt ist der Regenwald?
Der Amazonas-Regenwald ist ein uralter Lebensraum, der sich hier seit Jahrmillionen
entwickelt. Dabei war er durch den Wechsel von Warm- und Eiszeiten immer wieder
großen klimatischen Schwankungen unterworfen. In den kalten Phasen der Eiszeit
schrumpfte der Regenwald auf kleine, klimatisch bevorzugte Gebiete zusammen, die sich
wie ein Mosaik über Amazonien verteilten. Aus diesen Rückzugsgebieten, den
sogenannten Refugien, breitete sich der Wald dann bei Beginn der Warmzeiten wieder
aus. Eigentlich befindet sich der Amazonaswald gerade in einer Phase der Ausdehnung
(nach der letzten Eiszeit vor 21.000 Jahren) – wäre da nicht der Mensch! Bis Anfang des
20. Jahrhunderts erstreckte sich der Regenwald über die unvorstellbare Fläche von rund
sechs Millionen Quadratkilometern. In den letzten 50 Jahren sind jedoch schätzungsweise
40 Prozent des ursprünglich tropischen Waldes bereits zerstört worden. Bis heute konnte
die Zerstörung des Regenwaldes nicht gestoppt werden.
3. Warum heißt dieser Wald „Regenwald“?
Ein Teil des amazonischen Regenwaldes wird jedes Jahr überschwemmt. Wenn es hier
regnet, dann öffnet der Himmel alle Schleusen. Wolkenbruchartige Regenschauer
gehen fast täglich im Regenwald nieder, häufig gibt es Gewitter. Die Baumkronen
(Kronendach) wachsen so dicht und ausladend, dass sie wie ein großer Schirm wirken.
Äste mit Blättern biegen sich und federn die Wucht des herabstürzenden Wassers ab.
Größere Blätter lassen das Wasser ablaufen und geben es tropfenweise nach unten
weiter. Manche Pflanzen sammeln Wasser in kelchartigen Blättern. Nur jeder fünfte
Tropfen erreicht den Waldboden. Ein Großteil des Regens erreicht den Boden nicht,
ebenso wie das Sonnenlicht. Im Regenwald ist es warm, feucht und windstill.
Die Niederschläge betragen 2500, manchmal 6000 oder sogar bis zu 10 000 Liter Regen
im Jahr pro qm. In Deutschland fällt vergleichsweise nur etwa 800 Liter Niederschlag im
Jahr pro qm.
Für den Regenwald ist auch wichtig, wann dieser Regen fällt: Er muss über das ganze
Jahr gleichmäßig verteilt sein.
4. Unter welchen Bedingungen entsteht der Regen im tropischen Regenwald?
In der Nähe des Äquators steht die Sonne senkrecht am Himmel. Gegenstände werfen
dann keinen Schatten. Es entsteht große Hitze. Die erwärmte Luft steigt auf. Unter der
aufsteigenden Luft entsteht eine Zone mit niedrigem Luftdruck: Passatwinde, die vom
Meer kommen und mit viel Feuchtigkeit beladen sind, ersetzen die aufgestiegene Luft.
Gewaltige Wassermengen verdunsten auch aus den Ozeanen. Da sich aufsteigende Luft
mit zunehmender Höhe immer weiter abkühlt, bilden sich Wolken, die dann wieder –
meist gegen Mittag – über dem Regenwald abregnen. Der Regen fällt regelmäßig, so
dass sich dort lebende Menschen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit verabreden, sondern
sich „vor“ oder „nach dem Regen“ treffen.
Auf die beschriebene Weise entsteht – rund um den Äquatorgürtel – das feucht-warme
Klima, das der tropische Regenwald für seinen Fortbestand braucht. Regenwald wächst
ursprünglich überall dort, wo Temperaturen zwischen 20 bis 28 °C mit hohen
Niederschlägen zusammentreffen. Im Regenwald herrscht ein recht gleichförmiges
Wetter – ohne extreme Kälte oder Hitze. Es gibt keine Jahreszeiten. Die Luftfeuchtigkeit
bei den warmen Temperaturen im Regenwald ist stets hoch: ca. 6 Wassertropfen befinden
dort etwa in Form von Wasserdampf in einem Liter Luft.
5. Welche Pflanzen leben im Regenwald?
Im feuchten und warmen, tropischen Klima des Regenwaldes gedeihen die Pflanzen wie
in einem Treibhaus. Nirgends wachsen Pflanzen so schnell wie hier. Nur das Licht
begrenzt den üppigen Wachstum, denn das dichte Blätterdach fängt den Großteil des
Sonnenlichts ab; bis zum Boden gelangen nur 1-2 Prozent des Lichts. Pflanzen holen sich
ihr Baumaterial vor allem aus der Luft. Nur wenige Pflanzen können dauerhaft auf dem
lichtarmen Waldboden leben: einige Farne und Begonien. Die Pflanzen des Regenwaldes
wachsen in scheinbarem Durcheinander, über-, mit- und aufeinander und auch von oben
nach unten. Ein einzelner Regenwaldbaum kann Hunderte anderer Pflanzen tragen, ihr
Gewicht kann mehrere Tonnen betragen. Es gibt Schmarotzerpflanzen, die ihrer
Wirtspflanze die nötigen Nährstoffe entziehen, aber auch Luftpflanzen oder Aufsitzer,
die Energie sparen, indem sie keinen eigenen Stamm bilden, sondern sich von anderen
tragen lassen, aber ihrem Wirt dabei nicht schaden. Oben in den Baumkronen wachsen
Orchideen, die in hoher Luftfeuchtigkeit gut gedeihen. Die meisten Orchideen besitzen
keine Wurzeln, Nährstoffe und Feuchtigkeit holen sie sich direkt aus der Luft. Bromelien
können mit ihrem Trichter Wasser sammeln und bieten so vielen Vögeln und Affen
Trinkwasser in luftiger Höhe; außerdem beherbergen sie – wie Mini-Tümpel – Algen,
Kleinstlebewesen und Larven von Mücken und Libellen.
Es gibt Aufsitzerpflanzen, die sogar - mittels feiner Härchen auf ihren Blättern - die
Nährstoffe aus herabfallenden Regentropfen und aus Staubteilchen einfangen können.
Von den Zweigen hängen Lianen herab, an denen Affen sich weiterschwingen können.
Sie können eine Länge von 400 m erreichen und werden so dick wie der Oberschenkel
eines Menschen. Einige Bäume wehren sich mittels Gift gegen Aufsitzer oder
Schmarotzerpflanzen, andere werfen regelmäßig ihre gesamte Rinde mit allem, was daran
wächst, ab. Es gibt auch Würgepflanzen, deren Samen von Vögeln über deren Kot hoch
oben gesät werden und die auf ihrem Wirtsbaum von oben nach unten wachsen, bis ihre
Wurzeln den Boden erreicht haben. Dann überwuchern („erwürgen“) sie ihre Wirtspflanze
ganz und benutzen den abgestorbenen Baum nur mehr als sie tragendes Skelett. Die
Bäume sind Riesen, sowohl in ihrer Länge, als auch in ihrer Dicke. Die hellen Stämme
stehen wie Säulen in dem spärlichen Unterholz und verschwinden oben im Grün des
Blätterdachs. Am Boden ist wenig Bewuchs. Die riesigen Regenwaldbäume haben keine
tief ins Erdreich hinab reichenden Wurzeln wie z.B. unsere Eichen. Sie wurzeln flach unter
der Oberfläche, weil nur hier die Nährstoffe zu finden sind. Damit diese
Oberflächenwurzeln die bis zu 80 m hohen Stämme, die aus sehr schwerem Holz
bestehen, vor allem bei Stürmen halten könnten, entwickelt der Baum am Hauptstamm
nach unten hinab wachsende dicke Stütz- oder Brettwurzeln, die sich im Boden fest
verankern und die Riesen des Waldes aufrecht halten.
6. Artenvielfalt im Regenwald
Millionen von Pflanzen- und Tierarten leben in den Regenwäldern der Erde. Doch
niemand weiß auch nur annähernd, wie viele es tatsächlich sind. Die Schätzungen über
noch nicht bekannte Arten sind sehr ungenau: 10 Millionen oder sogar über 100
Millionen...?
In tropischen Regenwäldern trifft man auf die weitaus größte biologische Vielfalt. Aber
warum gibt es gerade hier diese unglaubliche Artenvielfalt? Bäume, Pflanzen und Tiere
schützen sich mit Tricks: stachelig, ekelig, giftig, klebrig, unsichtbar, auffällig?
In der Wissenschaft gibt es verschiedene Erklärungsansätze für dieses Phänomen: Je
wärmer eine Region, desto größer ihre Artenvielfalt. Das gleiche gilt für die
Niederschlagsmenge: Gebiete mit viel Regen weisen eine wesentlich größere Artenvielfalt
auf, als trockene Regionen. Und. Die gesteigerte Artendiversität wirkt wie ein Filtersystem,
das die Nährstoffe besonders effektiv im internen Kreislauf hält und Verluste minimiert.
Anpassung an Mangel erscheint daher als hervorstechendstes Prinzip der Strukturierung
der Artengemeinschaften (Prof. Fittkau). Dem Naturforscher Henry Bates verdanken wir
die ausführlichen Aufzeichnungen The Naturalist on the River Amazon (1863) aus
Amazonien: Im Umkreis von einer Stunde Fußweg um seine Forschungsstation herum
gelang es ihm, 700 Schmetterlinge einzufangen. Aber keiner davon gehörte zur selben
Art. Allein im brasilianischen Amazonasgebiet sind über 1.800 Schmetterlingsarten
bekannt: Das ist etwa ein Viertel aller Schmetterlingsarten auf der ganzen Welt. Ein
Forscherteam fand auf nur einem Baum im Amazonas-Regenwald 95 unterschiedliche
Ameisenarten. Eine wirklich unglaubliche Artenvielfalt!
7. Welche Tiere gibt es im Regenwald des Amazonas?
Im Dämmerlicht kaum sichtbar, krabbeln Millionen von Insekten – Ameisen, Käfer,
Skorpione, Spinnen, Raupen – auf dem Waldboden und den Blättern herum. Tiere, die nur
der geduldige Beobachter entdecken kann, sind im Gestrüpp versteckt: Faultiere hängen
fast bewegungslos in Zweigen, kleinere Affenarten turnen weit oben umher. Im grünen
Blätterdach wimmelt es von Vögeln und Papageien: Blaue Hyazintharas und auch Tukane
– mit ihrem grellen orangegelben Riesenschnabel in rätselhafter Leichtbauweise, rote
flamingoartige Sichler und winzig kleine Kolibris. Über dem Gewimmel schwebt ein großer
Greifvogel, eine Harpyie, der auf Beute aus ist: unvorsichtige Affen, Vögel oder
Schlangen. Im Regenwald des Amazonas leben kleine Affenarten wie der Rote Brüllaffe,
der Totenkopfaffe und der Kapuzineraffe. Zahlreiche Schlangen, einige giftig, tarnen sich
zwischen Schlingpflanzen und Orchideen oder im Gebüsch am Boden. Sogar einen
Menschen tötet das Gift einiger Korallen- und Lanzenottern. Die große Abgottschlange
und die noch größere Anakonda, beides Würgeschlangen, greifen auch die großen Tiere
an – wie z.B. das über 1 m lange und 50-60 kg schwere Wasserschwein Capybara.
Giftgrüne Leguane steigen hoch hinauf zu ihrer Beute. Horden von Pekaris
(Wildschweinen) werden von Jaguaren durchs Unterholz gejagt oder von oberhalb
angegriffen. Am Boden leben auch Ameisenbären, Nasenbären, der Trompetervogel,
Beutelratten, Waldhunde und die größten Säugetiere des südamerikanischen
Regenwaldes: Flachlandtapire. Kleinere Wildkatzen, wie der Ozelot und die
Zwergtigerkatze, die sehr gut klettern können, verfolgen Vögel und Kleinsäugetiere bis
hoch in die Baumspitzen.
8. Wie fruchtbar ist der Regenwald?
Trotz des üppigen Wachstums und der unglaublichen Artenvielfalt des Regenwaldes gibt
es hier kaum fruchtbaren Humusboden. Humus bildet sich dort, wo Kleinstlebewesen, die
tote Tier- und Pflanzenteile zersetzen, wegen niedriger Temperaturen ihre Tätigkeit
einstellen, so dass der Rest an Nährstoffen liegen bleibt. Im Regenwald herrscht
ganzjährig gleichmäßiges Klima, so dass – unter Mithilfe von Bakterien und Pilzen – alles
Material, sobald es abstirbt, auch wieder vollständig zersetzt wird. Die in dem Material
enthaltenen Nährstoffe werden demnach sofort wiederverwendet. Der gesamte
Regenwald lebt sozusagen „von der Hand – in den Mund“. Die bei uns wie eine Art
‚Nährstoff-Spardose‘ wirkende Humusschicht am Boden ist im Regenwald meist so dünn,
dass man sie mit dem Fuß beiseite scharren könnte, darunter befindet sich eine
unfruchtbare Sand- oder Lehmschicht. Die nährstoffreiche Humusschicht beträgt teilweise
lediglich wenige Millimeter. Alle Nährstoffe sind in den Pflanzen selbst gespeichert. Das
ist auch der Grund, warum der Regenwald für immer stirbt, sobald er auf größeren
Flächen abgeholzt wurde: Der Boden hat keine Reserven, aus denen er schöpfen könnte,
um neues Leben, neue Vegetation, entstehen zu lassen und sich zu erholen. Nach einer
recht kurzen Zeit der Nutzung der brandgerodeten Flächen, verfällt das Land zu einer
kargen Steppenlandschaft, auf der nahezu nichts mehr wächst und die auch der Tierwelt
für immer verloren ist. Der Regenwald ist ein äußerst vielfältiger und sensibler
Lebensraum, auf den kleinste Veränderungen bereits einen großen Einfluss haben.
9. Regenwald und Klima?
Die Baumriesen und ihr Blätterdach leisten einen ganz entscheidenden Beitrag zur
Regeneration unserer Erdatmosphäre. Die Blätter entziehen tagsüber der Luft mithilfe
der Sonnenenergie Kohlendioxid (CO2) und wandeln es um in Sauerstoff: Dieser Prozess
der Photosynthese sorgt für das atmosphärische Gleichgewicht auf der Erde, solange
es ausreichend Baumbestand und vor allem große Waldflächen gibt.
10. Wodurch wird der Regenwald zerstört?
Die Bedrohung Amazoniens ist recht unterschiedlicher Natur. Die weitreichendsten Folgen
hat ohne Zweifel die Zerstörung des Regenwaldes. Daran beteiligt sind internationale
Holzkonzerne, die für die relativ wenigen Nutzhölzer (Tropenholz), die im Wald
geschlagen werden, riesige Flächen des Regenwaldes schwer schädigen. Außerdem
vergiften sie durch den Abtransport der Stämme flussabwärts das Wasser, denn manche
Urwaldbaumstämme enthalten natürliche Gifte zur Abwehr gegen Schädlinge. So wird das
Trinkwasser vergiftet; Menschen müssen ihre Heimat verlassen. Die Zerstörung des
Regenwaldes geschieht vor allem durch Abholzung für die Holzproduktion und den dafür
nötigen Bau von Straßen für den Abtransport der Urwaldriesen. Außerdem werden
riesige Flächen des uralten Waldes einfach brandgerodet, wodurch riesige Mengen von
C02 entstehen. Auf den so geschaffenen Freiflächen werden große Plantagen angelegt:
z.B. für den Anbau von Palmölplantagen (Biokraftstoff) oder für Baumwollplantagen.
Um diese Monokulturen vor Schädlingen zu schützen, müssen große Mengen von
Spritzmitteln und für das Wachstum außerdem Düngemittel gespritzt werden. Das bringt
weitere Umweltschäden mit sich. Die Regierungen der südamerikanischen Länder haben
– zusammen mit der EU – ein Gesetz entworfen, dass kurzerhand Palmölplantagen zu
„Wald“ erklärte. Es leuchtet zwar jedem ein, dass es zwischen einem gewachsenen
Regenwald und einer gepflanzten Palmölplantage einen Unterschied gibt; jedoch auf dem
Papier sind beide per Gesetz „Wald“. Die Abholzung des Regenwaldes wird dadurch
legalisiert, denn es wird neuer „Wald“ gepflanzt. Holzfirmen, die den Urwald roden, gehen
ähnlich vor: „EU Umweltsiegel“ bescheinigen ihnen offiziell, dass diese Abholzung
‚umweltfreundlich‘ sei. Meist geht es um den Profit einzelner Konzerne, aber auch des
betroffenen Landes. Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wiesen in der
Umgebung von Goldsuchercamps hohe Quecksilberkonzentrationen nach, Böden und
Wasser im Amazonasbecken werden verseucht. Quecksilber wird zum Auswaschen von
Gold benötigt: für jedes Gramm des wertvollen Metalls braucht es die gleiche Menge an
Quecksilber. Der Abbau von anderen wertvollen Bodenschätzen, die unterhalb des
Regenwaldes lagern (Brandrodung, Industrieller Abbau), wird in absehbarer Zeit weitere
Probleme mit sich bringen.
Eine ganz andersartige Bedrohung ergibt sich aus der einzigartigen Pflanzen-Vielfalt des
Regenwaldes, in der eine große Möglichkeit für neue Medikamente oder Nutzpflanzen
steckt. Internationale Konzerne eignen sich diese seit Jahrtausenden bekannten Rezepte
in räuberischer Weise an, verkaufen die Medikamente unter eigenem Name (und Patent)
und verbieten dann der Bevölkerung, sie selbst weiter zu nutzen. Dass sie ihr Wissen
meist der indigenen Bevölkerung verdanken, wird dabei aber nicht einmal berücksichtigt.
Die unglaubliche Größe des Amazonas-Regenwaldes ist ein entscheidender Grund,
warum dieser Wald als „die Lunge der Welt“ fungieren kann und außerdem entscheidend
unser weltweites Klima bestimmt. In seiner Größe und Komplexität ist der Regenwald eine
Art Organ, das die Erde mit Sauerstoff versorgt. Bereits kleine Veränderungen zeigen
große Nachwirkungen. Wird der Regenwald Amazoniens zerstört, verliert unser Planet
sein lebensnotwendiges Atmungsorgan!
11. Welches sind die weltweiten Folgen dieser Zerstörung?
Die in den letzten Jahren immer häufiger zu beobachtenden weltweiten Änderungen im
Klimageschehen
(Überschwemmungen,
Trockenzeiten,
Wirbelstürme),
werden
hervorgerufen durch die enorme Verstärkung des natürlichen Treibhauseffektes,
verursacht vor allem durch steigende CO2-Emissionen. CO2 entsteht bei Verbrennung
fossiler Energieträger, wie z.B. Holz und Erdöl. Die von den Vereinten Nationen
eingesetzte Gruppe von internationalen Wissenschaftlern, das sogenannte
„Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), das den Veränderungen im
Klimageschehen und ihren Ursachen nachgeht, hat schon im Frühjahr 2001 festgestellt,
dass der vom Menschen verursachte CO2-Ausstoß für die Klimaänderung verantwortlich
ist. Von vielen anderen Faktoren vermutet man zumindest einen Einfluss auf das
Weltklima: der Anstieg des Methangehaltes trägt zur Erderwärmung bei, die
Sonnenaktivität
ist
weiterer
Faktor,
ebenso
wie
eine
Anomalie
der
Wasseroberflächentemperatur im Indischen Ozean und im Pazifik, welche alle drei bis
acht Jahre auftritt. Die Meerestemperatur ist Indikator für das Weltklima: Die steigende
Meerestemperatur senkt die Fähigkeit des Wassers, Kohlendioxid zu speichern, wodurch
dieses vermehrt freigesetzt wird und den Treibhauseffekt weiter verstärkt.
Fotos mit Ansichten aus der Region Watoriki, Roraíma/Brasilien, 2009,
© ZKM, Foto: Moritz Büchner
© Demini - Foto: Joachim Bernauer
© Demini - Foto: Sérgiu Pinto
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Seele and Geist
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