close

Anmelden

Neues Passwort anfordern?

Anmeldung mit OpenID

Leuetatze 1/10 [PDF, 1.00 MB] - Kanton Thurgau

EinbettenHerunterladen
Personalzeitung der Kantonalen Verwaltung
Nummer 1 · Februar 2010
Leuetatze
wie bist du so schön
50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel
Depression hat viele
Gesichter
Eine Kampagne klärt auf und bietet Hilfe
USA – Thurgau
Spektakuläre Rückkehr historischer Familienporträts
Schwerpunkt
Thurgauer Siedlung und Landschaft
im Wandel
2–4
Personalinfos
6–7
Die nachberufliche Zukunft planen
Information
8–11
• Zehn Jahre Thurgauer Technologietag
• Neues Intranet-Portal
• Film über die Steuerverwaltung
Kultur
14–15
Thurgauer Pflanzenwelt im Netz
Pensionierte
16–17
Wie verändern sich die Wohnbedürfnisse?
Vorletzte Seite
Vom Theatervirus gepackt
Mammern in den 1950er-Jahren. Blick von Westen in die Unterseelandschaft. Die Ufer
sind in weiten Teilen noch naturbelassen, die Landschaft durch Obstbäume geprägt.
Foto zVg
23
Titelseite: Blick Richtung Kreuzlingen und Konstanz mit
der A7 und dem Girsbergtunnel im Vordergrund. 2000.
Tiefbauamt, Foto Desair AG.
2 Schwerpunkt
Wie bist du so schön!
Editorial
Der Thurgau ist stolz auf seine vielen noch intakten Dörfer
und naturnahen Landschaften. Doch auch sie verändern sich,
langsam und schleichend. Diesen ständigen Wandel will das
Projekt «50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im
Wandel» sichtbar machen und die Bevölkerung darauf sensibilisieren. Im Zentrum steht eine Wanderausstellung, die ab
12. März 2010 in zehn Orten im Thurgau zu sehen ist, zuerst
in Arbon.
Wer sich weiter in das Thema vertiefen will, kann dies über eine
Begleitpublikation und die verschiedenen Veranstaltungen an
jedem Ausstellungsort tun. Für die Schulen ist ausserdem eine
DVD in Vorbereitung.
«Wo wohnst du?», erkundigt sich eine meiner
neuen Kolleginnen. Ich nenne ihr den Namen
meines kleinen Wohnortes im weiten Thurgauerland und bin gespannt, ob die obligate
Zusatzfrage, die mir dann fast immer gestellt
wird, auch diesmal kommt: «Wo ist denn das?»
Kaum jemand kennt das kleine Dorf. Erst
wenn das Stichwort «Seerücken» fällt, können
zumindest die Thurgauerinnen und Thurgauer
die geografische Lage einordnen. «Eine so
schöne Gegend», lautet der Kommentar, «ich
kenne es vom Reiten» oder «beim Wandern
durch die Wälder trifft man dort kaum eine
Menschenseele an». Hier scheint der Thurgau
noch so zu sein, wie wir ihn in unserem Thurgauer Lied besingen. Mit einer Landschaft,
deren Werte es zu erhalten gilt. Der geplante
Naturpark Seerücken könnte dazu sicher
beitragen. Deutlich verändert hat sich unser
Thurgau in den vergangenen Jahrzehnten
in anderen Regionen, vor allem in den Siedlungszentren. Die Ausstellung «50 Jahre
Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel» zeigt diese Veränderungen eindrücklich.
Nicht nur unser Lebensraum, auch unsere
Lebensinhalte wandeln sich stetig. Ins Bewusstsein rückt das beispielsweise, wenn die
Pensionierung bevorsteht. Wie man sich auf
diesen neuen Lebensabschnitt vorbereiten
kann, erfahren interessierte Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der kantonalen Verwaltung
in einem Kurs. Mit Neuerungen immer wieder
konfrontiert sehen sich auch die aktiv im
Berufsleben Stehenden. Ein Beispiel dafür
ist das neue Intranet-Portal, das demnächst
eingeführt wird.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Susanna Grüninger
Susanna Grüninger
«Wohnen am Meer – im Thurgau können Sie Ihren Traum Wirklichkeit werden lassen», steht auf dem Plakat mit dem roten Apfel
im Bikini. Die Werbekampagne will potenzielle Neuzuzüger in
den Thurgau locken. Doch die neuen Steuerzahler bringen nicht
nur Cash, sondern beanspruchen auch Wohnraum. So entwickelt
sich das kleine Bauerndorf zum begehrten Wohnort mit vielen
Einfamilienhäusern. Der Thurgau wirbt mit seiner intakten Landschaft, obwohl viele Hochstammbäume, Hecken und Bäche aus
dem Agrarland verschwunden sind. Auch touristische Einrichtungen wie Freizeitparks und Golfplätze verändern das Bild. Was
sind die Folgen für Landschaft und Siedlung?
Die Wanderausstellung «wie bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel» gibt darauf Antworten, will aber nicht urteilen, sondern aufmerksam machen. «Meistens werden uns die Veränderungen erst bewusst, wenn wir alte
Fotos oder Ansichtskarten anschauen», sagt Hannes Geisser,
Direktor des Naturmuseums und Mitglied der Projektgruppe.
Vier Filme sind deshalb das wichtigste Element der Ausstellung.
Sie dokumentieren den Wandel der Landschaft, Siedlung und
Infrastruktur im Thurgau. Auf einer anderen Ebene wird uns dieser Wandel in den Hörspielepisoden mit «Beni und Susanne» auf
ihrer Reise durch den Thurgau bewusst.
Das Zollareal Kreuzlingen – Konstanz im Bau, Juli 2000.
Tiefbauamt, Desair Foto.
Helvetiaplatz in Kreuzlingen um 1948.
Foto zVg
Schwerpunkt 3
«Wir wollen aus dem Thurgau
keinen Ballenberg machen»
Die Idee zur Wanderausstellung «wie
bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer
Siedlung und Landschaft im Wandel»
ist aus einem längeren Prozess heraus entstanden. Eigentlicher Anstoss
war die Erkenntnis, dass sich in den
vergangenen Jahrzehnten in der Thurgauer Landschaft vieles rasend
schnell entwickelt hat. Der Blick zurück soll Gedankenanstoss sein für
die künftige Entwicklung.
«Verschiedene Ämter im DBU, insbesondere das Hoch- und Tiefbauamt sowie
das Amt für Raumplanung haben ihre
Spuren in der Thurgauer Landschaft
hinterlassen», stellt Marco Sacchetti, der
Leiter des Projekts «Thurgauer Siedlung
und Landschaft im Wandel» fest. Deshalb war es naheliegend, dass es diese
Ämter zusammen mit dem Amt für
Umwelt und der Denkmalpflege waren,
die den Anstoss zu diesem Unterfangen
gaben. Sie haben sich Fragen gestellt wie
«Hat sich unser Kanton in den letzten
Jahrzehnten so entwickelt, wie wir es
erwartet und wie wir es versucht haben
zu steuern?» Für Marco Sacchetti ist es
selbstverständlich, dass ein Blick zurück
in die vergangenen 50 Jahre weitere Fragen aufwirft: «Was jetzt? Wie soll es
künftig weitergehen? Was sind die treibenden Elemente einer Entwicklung?
usw.» Darauf angesprochen, was denn
die besonderen Probleme bei der künftigen Entwicklung des Thurgauer Lebensraums und der Thurgauer Landschaft
seien, kommt von Marco Sacchetti die
klare Antwort: «Die rasante Entwick-
lung der Mobilität». Sie ermöglicht es, in
der Stadt zu arbeiten und auf dem Land
zu leben. Der Thurgau ohne eigentliches
Zentrum muss sich dieser Situation stellen und eine geordnete Siedlungsentwicklung anstreben. Oder wie es Marco Sacchetti ausdrückt: «Das Thurtal darf nicht
zum Sihltal werden.»
Bilder sorgen für kritische Fragen
Die Ausstellung will die Bevölkerung auf
die Gefahren einer (weiteren) Zersiedelung aufmerksam machen, jedoch ohne
zu schulmeistern und ohne den Mahnfinger zu heben. Sie will neutral bleiben.
Marco Sacchetti ist sich aber sicher, dass
die Ausstellung mit ihren Bildern, Filmen
und Hörstationen für kritische Fragen
sorgen werde, denn die Bilder sprächen
für sich. Als Beispiel nennt er eine Aufnahme der sich im Bau befindlichen
Autobahnausfahrt Kreuzlingen Süd.
Viele erachteten es als katastrophal, wie
dort eine Wunde in die schöne Landschaft gerissen worden sei, aber er fügt
an: «Was dieser Bau für die Wohlfahrt
der Bevölkerung bedeutet, das drückt
dieses Bild nicht aus.» Man wolle überhaupt keine ballenbergschen Verhältnisse, aber man müsse sich die Frage stellen, an welchen Orten im Kanton eine
Entwicklung sinnvoll sei und welche
Orte man möglichst unberührt belassen
solle.
Die Ausstellung zeigt auch positive Beispiele. Als solche nennt Marco Sacchetti
den Seerücken und das Seebachtal, die
recht ursprünglich bewahrt werden
konnten. Solchen Landschaften mit ihren
Werten müsse Sorge getragen werden,
meint Sacchetti, insbesondere im Wissen,
dass die Menschen künftig noch mehr
Raum beanspruchen würden: «Da dürfen wir uns keine Illusionen machen.»
Dabei stellen sich schwierige Fragen wie:
Was bewahren wir und was geben wir
preis?
Die Ausstellung mit ihren zahlreichen
Rahmenveranstaltungen will der Bevölkerung die landschaftlichen Werte des
Thurgaus vor Augen führen, aufzeigen,
wie sie sich in den vergangenen 50 Jahren
verändert haben und wie sie künftig aussehen könnten. Ziel es ist, das Bewusstsein für dieses wertvolle Gut in der Bevölkerung zu schärfen, und Marco Sacchetti
hat diesbezüglich einen weiteren
Wunsch: «In der politischen Diskussion
soll das Thema nachhallen.»
Walter Hofstetter
Die Ausstellungsorte
• Arbon, 13. März bis 25. April 2010
• Diessenhofen, 9. Mai bis 20. Juni 2010
• Kreuzlingen, 26. Juni bis 5. September
2010
• Bischofszell, 26. September bis
31. Oktober 2010
• Weinfelden, 10. November bis
19. Dezember 2010
• Aadorf, 17. Januar bis 30. Januar 2011
• Fischingen, 7. Februar bis 20. Februar
2011
• Tobel, 28. Februar bis 13. März 2011
• Sirnach, 19. März bis 3. April 2011
• Frauenfeld, 9. April bis 26. Juni 2011
Bernhard Wilke und Stefan Gessler von der Agentur Lorth Gessler Mittelstaedt
besprechen am Bildschirm die Filmschnitte.
Markus Keller setzt in seinem Tonstudio die «Soundtracks» unter die fertigen Filme.
Fotos sgh
4 Schwerpunkt
Film ab!: Der Thurgau –
gestern und heute
Beni und Susanne
entdecken den Thurgau
Während sechs Wochen fahren Stefan Gessler und Bernhard Wilke im August und September 2009 kreuz und quer
durch den Thurgau. Sie filmen für die Ausstellung «wie bist
du so schön» – aber nur bei allerbestem Wetter.
Unterhaltung in der Ausstellung versprechen die sechs
Hörspiele mit «Beni und Susanne». Sie reisen durch den
Thurgau und machen Halt an verschiedenen Orten: in
Berlingen, Fischingen, auf dem Ottenberg, im Wald, in der
Stadt. Sie kommt aus Bern und will ihre Vorfahren, die
einst in den Thurgau auswanderten, ausfindig machen. Er
ist hier aufgewachsen, wohnt und arbeitet aber schon eine
Ewigkeit in Zürich.
«Tiefblauer Himmel mit ein paar weissen Wölkchen», so soll
das Wetter sein, wenn die Profis durch die Kameralinse schauen und den Thurgau filmen. An 200 Orten machen Stefan
Gessler und Bernhard Wilke Aufnahmen: von der Wiese, der
Kuh, dem Kreisel, der Autobahn, dem Riegelhaus, der Fabrik.
«Hotspots wie die Kartause Ittingen oder das Kloster Fischingen kommen zwar vor, sind aber nicht tragendes Element»,
erklärt Stefan Gessler von der Agentur Lorth Gessler Mittelstaedt in Konstanz. Die Wahl der Standorte basiert auf historischem Bildmaterial, das Projektkoordinator Heinz Reinhart
zusammengetragen hat.
Immer wieder suchen die Filmemacher den Vergleich zwischen
früher und heute. Den identischen Blickwinkel für die Aufnahmen zu finden, ist nicht immer einfach, wie Stefan Gessler
erzählt. Ein Beispiel: «Das alte Foto zeigt das Schloss Berg, das
sich ganz sanft im Wasser eines Weihers spiegelt. Das hübsche
Schlössli finden wir sofort, den Weiher aber nur mit Mühe,
weil er inzwischen aussieht wie eine grüne Wiese.» Diese Filmeinstellung ging also buchstäblich baden. Mit veränderten
Situationen werden die Filmemacher auf ihren Touren durch
den Thurgau oft konfrontiert. An andern Orten hingegen
scheint die Zeit still zu stehen.
Die grösste Herausforderung sei, den Thurgau so zu zeigen,
wie er wirklich ist, und die Optik «früher war alles besser»
auszuschalten, sagt Gessler. «Auch die Themenvielfalt, den
Wandel in 50 Jahren darzustellen, ist riesig.» Entsprechend
schwierig gestalte sich die Selektion aus den rund 800 gemachten Einstellungen. Wir sind gespannt auf die Auswahl!
Susanna Grüninger
Susanne findet den Thurgau total schön und ist begeistert. Beni
will nicht mehr in den «abgelegenen Kanton hinter Winterthur» zurück. Die beiden unterhalten sich auf ihrer Reise mit
Leuten, die im Thurgau leben: einem Bauern, Förster, Polizisten, einem Bäckerehepaar, einer Serviertochter aus Kroatien,
einem deutschen Jogger im Wald. Die Dialoge stellen das Früher und Heute im Thurgau auf unterhaltende Weise dar.
Der Frauenfelder Markus Keller hat das Hörspiel entwickelt
und geschrieben: «Es ist ein extrem schöner Auftrag»,
schwärmt der Schauspieler, Musiker und Regisseur. Dass das
Konzept sich veränderte und sich als fliessender Prozess darstellt, stresst ihn überhaupt nicht. Wichtig sei, dass man im
Projektteam immer im Gespräch bleibe. Während im letzten
Mai noch Toncollagen geplant waren, lautet der Auftrag im
Herbst ganz anders: Es soll ein Hörspiel sein. In der Folge
arbeitet Markus Keller mit Hochdruck an den Geschichten.
Die zuvor für die Toncollagen gesammelten Geräusche sind
trotzdem nicht vergebens. Das vorbeifahrende Auto, das Kirchengeläut, der Presslufthammer, das Vogelgezwitscher und
die vielen anderen Töne sind für die «Soundtracks» der Filme
verwendbar.
Noch bis Ende Februar dauern die Arbeiten in Kellers Tonstudio. Die 13 Sprecherrollen mit Laien besetzen zu können,
bereitet dem Theaterschaffenden keine Probleme. Ob er aber
auch eine Person aus Berlingen und Fischingen zum Sprechen
bringen kann?...
Susanna Grüninger
Der Kreuzlinger Löwenplatz vor den baulichen Eingriffen der 1970er-Jahre.
Foto Gross, St. Gallen
Gespanntes Warten im Cinema Luna (unten), angeregte Gespräche beim Apéro
danach (oben). Fotos sgh
LT unterwegs 5
Rückblick
Ausstellungsbesuch
«wie bist du so schön»
Liebe sich, wer kann
Am 12. März wird die Ausstellung «wie bist du so schön –
50 Jahre Thurgauer Siedlung und Landschaft im Wandel»
im Schloss Arbon eröffnet. Besuchen Sie mit «Leuetatze
unterwegs» die Ausstellung! Wir laden Sie zu einem
geführten Rundgang mit Vater und Sohn Geisser ein:
Und wieder drehte sich alles um Liebe: Der neueste Film
von Woody Allen ist amüsant, witzig und unterhaltsam –
gerade richtig für ein lockeres Vorabendprogramm von
«Leuetatze unterwegs». Rund 45 Personen folgten am
13. Januar der Einladung ins Cinema Luna in Frauenfeld.
Datum
Zeit
Ort
Anmeldung
«Whatever Works» erzählt die Geschichte des alternden Zynikers Boris Yellnikoff, intellektueller Exzentriker und beinahe
Nobelpreisträger in Quantenphysik. Nach einem Suizidversuch arbeitet er nicht mehr als Physikdozent und trennt sich
von seiner Frau. Seitdem lebt er allein und verdient sein Geld
mit Schachunterricht für Kinder. Zentraler Schauplatz ist die
schmuddelige Hinterhof-Wohnung von Boris in Manhattan,
wo eines Abends die blutjunge Melody auftaucht und um
Unterkunft bittet. Nach anfänglicher Skepsis lässt sie Boris in
seine Wohnung ein. Langsam findet er Gefallen an der naiven
jungen Frau, die sich in ihn verliebt. Sie heiraten. Einige Zeit
danach taucht Melodys Mutter auf, schliesslich auch noch ihr
Vater. Beide wandeln sich und ändern ihre Einstellung zur
Liebe. Sie entwickelt sich zur Künstlerin und wird glücklich in
einer Dreierbeziehung mit zwei Männern. Der Vater bemerkt
seine Neigung zur Homosexualität und findet einen Partner.
Melody verliebt sich in einen smarten jungen Mann, und
schliesslich begegnet auch Boris, nach einem weiteren Suizidversuch, einer Frau, die zu ihm passt. Liebe sich, wer kann!
Donnerstag, 24. März 2010
18.30 Uhr (Zug ab Frauenfeld 17.17 Uhr)
Historisches Museum, Schloss Arbon
bis Montag, 15. März 2010, an Informationsdienst,
Esther Stebler, 052 724 25 16 oder
esther.stebler@tg.ch
Der Thurgau kann mit Recht stolz sein auf seine vielen intakten Weiler und Dörfer, seine gut erhaltenen Kleinstädte und die
zahlreichen naturnahen Landschaften, die den «typischen
Thurgau» ausmachen. Doch seit rund einem halben Jahrhundert hat ein nie zuvor erlebter wirtschaftlicher Aufschwung,
verbunden mit Bevölkerungswachstum und einer nahezu
unbegrenzten Mobilität, zu nachhaltigen Veränderungen
geführt.
Die Ausstellung «wie bist du so schön – 50 Jahre Thurgauer
Siedlung und Landschaft im Wandel» ist im Auftrag des Regierungsrates des Kantons Thurgau entstanden und beleuchtet
ausgewählte Aspekte dieses anhaltenden Prozesses, zeigt seine
tagtäglich sichtbaren Auswirkungen und bietet damit Stoff zu
Diskussionen.
Hannes Geisser, Mitglied der Projektgruppe, und sein Vater
Hans, Präsident der Museumsgesellschaft Arbon, erklären die
Ausstellung und zeigen am Beispiel der Industriegeschichte
von Arbon, wie diese das Stadtbild verändert und geprägt hat.
(sgh)
«Whatever Works» ist eine turbulente Geschichte, die von den
rasanten, witzigen Rededuellen lebt. Unterhaltung pur, so dass
die 90 Filmminuten im Nu verflogen. Beim anschliessenden
von der Leuetatze offerierten «Apéro riche» bot sich dem
Kinopublikum, die Gelegenheit die Eindrücke auszutauschen
und neue Leute kennenzulernen.
Susanna Grüninger
Geselliges Beisammensein am Mittagstisch (ganz links der Autor des Textes, Max Mäder) und sportliche Lockerungsübungen
waren Teil des Kursprogramms «Vorbereitung der nachberuflichen Zukunft». Fotos Esther Schindler
6 Personalinfos
«Den Jahren Leben geben»: aktiv in
die nachberufliche Zukunft
Pensionierung als neue Herausforderung: Das Personalamt hat 62 Frauen
und Männer zur Vorbereitung auf den
neuen Lebensabschnitt eingeladen.
Das sorgfältig aufgebaute Weiterbildungsprogramm führte in wichtige
Themen ein oder wirkte als sinnvolle
Vertiefung.
Als ich am ersten Kursmorgen in die
Gesichter der Teilnehmenden schaute,
war für mich klar, dass ich jetzt auch
dazugehöre. Natürlich haben meine Frau
und ich es längst gewusst. Aber plötzlich
finden wir uns mittendrin in einer Gruppe grauhaariger Pensionierungsanfängerinnen und -anfänger, die eben dabei sind,
sich als selbständige Lebensunternehmer
neu zu positionieren.
Ernährung und Sport – die
siamesischen Zwillinge
An der zweiten Veranstaltung wurden
wir in eine breite Sportpalette eingeführt.
Balancierend, hüpfend, jonglierend und
seiltanzend erlebten wir den sportlichen
Teil des Nachmittags. Danach folgte das
Thema «Der Mensch ist, was er isst!»
Natürlich kamen wir nicht um die Nahrungsmittelpyramide herum und an Empfehlungen zum gesunden und genussvollen Essen und Trinken fehlte es nicht.
Dass wir schlussendlich den Apéro selbst
zubereiten mussten, hat Spass gemacht,
doch das Buffet war mir etwas zu gemüselastig.
Tischlein deck dich… oder die Sicherung der materiellen Existenz
Da ging es um die drei Säulen, die das
materielle Gebäude möglichst gut stützen
sollen. Da beschäftigten uns Fragen zur
AHV zwischen 63 und 65 oder zur Pensionskasse betreffend Rente oder kombiniert mit Kapitalbezug, oder zur 3. Säule
und der steuerlichen Anrechenbarkeit.
Nahtlos folgten die Themen Ehe, Güterund Erbrecht. Auch da viele Fragen
betreffend Errungenschaftsbeteiligung,
Meistbegünstigung, Gütergemeinschaft
sowie Eigengut und Gesamtgut etc. Gut
dass es Fallbeispiele gab. Vieles wurde
geklärt und es gilt: «Was du heute regeln
kannst, verschiebe nicht auf morgen».
Werte, Würde, Spiritualität
Das Bildungszentrum Kronenhof in Berlingen und das Kloster Fischingen gaben
den idealen Rahmen für diesen Themenkomplex. Es galt, Körper, Geist und Seele
als Einheit zu verstehen. Endgültige Antworten wurden nicht gefunden, aber in
jedem Fall wurde ein breites Denkfeld
eröffnet. Klar wurde allerdings auch, dass
das gängige Altersbild kein Zukunftsmodell ist. Es braucht neue Ansätze in der
Alters-, Sozial- und Gesellschaftspolitik.
Im Zusammenleben der Generationen
gilt es, vom Defizit- zum Ressourcenmodell zu wechseln. Die nachberufliche
Tätigkeit gewinnt an Bedeutung. Selbstbestimmt leben kann nur, wer Mitverantwortung für sich und die anderen übernimmt. Wohn- und Lebensformen verändern sich nicht nur bei den jüngeren
Generationen, sondern auch bei den
älteren Menschen. Erfahrung, Wissen
und Bildung sind entscheidende Zukunftsfaktoren. Alter schützt vor Freiheit
nicht. Es gilt, täglich ein neues Geschäft
zu beginnen.
Und zum Schluss noch dies
Das Schlussthema «Spiritualität im Kloster» war ausgezeichnet gewählt. Während einer Führung durch die immer wieder beeindruckende Kirche und einem
abschliessenden Konzert mit Orgel und
Flöte wurden die Teilnehmenden zu ihrer
persönlichen Mitte geführt. Genau diese
Synthese war meines Erachtens notwendig. Heute wird oft von Überalterung
gesprochen. Dabei wird übersehen, dass
es sich ja auch um eine Unterjüngung
handeln könnte. Beide Begriffe sind ungeeignet um die heutige Situation zu
beschreiben. Nur in der gegenseitigen
Ergänzung können die Generationen eine
Zukunftsgesellschaft bilden. Die älteren
Menschen sind aufgerufen, den Jungen
vorzuleben, dass es sich lohnt, älter zu
werden und lebensphasengerechte Aufgaben zu übernehmen. Ich schliesse mit dem
Dank an alle Referentinnen und Referenten, an die stets gut gelaunte Organisatorin Esther Schindler und letztlich an die
Personalverantwortlichen im Kanton
Thurgau, die mit einem beachtlichen Aufwand die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die nachberufliche Lebensphase
begleiten wollen. «Die Kunst besteht
darin, jung zu sterben, aber so spät wie
möglich!» (R. Wandtner).
Max Mäder
Foto U. Moser
Foto Susanna Grüninger
Personalinfos 7
Wo drückt der
Schuh?
Nachfolgerinnen Ruhe- + Brückengesucht
tage 2010
Mitte April findet die jährliche «Kleine
Runde» statt. Ruedi Tschudi, Vizepräsident von Personalthurgau, und Mette
Baumgartner, Leiterin der Geschäftsstelle, treffen sich mit Regierungsrat Bernhard Koch und Linus Lüthold zu einem
Gespräch. Personalthurgau hat dabei die
Gelegenheit, Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorzubringen
und zu begründen. Die Arbeitgeberseite
ihrerseits informiert über Geschäfte, die
das Personal betreffen.
Vor zehn Jahren haben wir den Frauentreff in Frauenfeld wieder aktiviert.
Unsere Absicht war und ist es immer
noch, unter den Frauen der Kantonalen
Verwaltung Thurgau ein Netzwerk zu
schaffen, das uns Grundlagen bietet, bei
Fragen in der täglichen Arbeit und auch
darüber hinaus, unkompliziert und
unbürokratisch miteinander in Kontakt
zu treten.
Die Ruhetage im Jahr 2010
im Überblick
Karfreitag
Freitag, 2. April
Ostermontag Montag, 5. April
Tag der Arbeit Samstag, 1. Mai
Auffahrt
Donnerstag 13. Mai
Pfingstmontag Montag 24. Mai
Bundesfeier
Sonntag, 1. August
Weihnachten
Samstag, 25. Dezember
Stephanstag
Sonntag, 26. Dezember
Nun schliessen wir unsere Arbeit in diesem Bereich ab und suchen Nachfolgerinnen, die Freude daran haben, die
Organisation des Frauentreffs Frauenfeld zu übernehmen. Es ist nicht so, dass
uns die Ideen ausgegangen sind oder
dass wir keine Motivation mehr haben.
Wir meinen, dass es gewinnbringend ist,
wenn neue Gedanken einfliessen können.
Arbeitsschluss vor Karfreitag und vor
Auffahrt ist um 16.00 Uhr, sofern es der
betriebliche Ablauf zulässt, vor Weihnachten und Neujahr um 12.00 Uhr.
Kein vorzeitiger Arbeitsschluss erfolgt
vor 1. Mai und vor 1. August.
Wenn Sie der Schuh drückt, möchten wir
Sie ermutigen, sich bei uns zu melden.
Bei individuellen Anliegen berate ich Sie
jederzeit gerne. Wenn Sie kollektive
Anliegen haben, melden Sie sich bitte bis
am 9. März 2010 bei Personalthurgau.
Die Anliegen werden an der nächsten
Vorstandssitzung besprochen und können dann ins Sozialpartnergespräch eingebracht werden. Ihre Anliegen werden
vertraulich behandelt.
Mette Baumgartner, Leiterin
Geschäftsstelle
Beratung und Begleitung in personalrechtlichen Fragen durch Personalthurgau,
Tel. 052 720 15 41, per Mail: personal.thurgau@tg.ch. Die Dienstleistungen von
Personalthurgau sind für Mitglieder der
Personalverbände kostenlos, für Nichtmitglieder kosten sie 120 Franken pro
Stunde.
Wir stellen uns vor, dass eine Gruppe
von drei bis vier Frauen die Tätigkeit gut
und mit vertretbarem Aufwand gestalten
kann. Für weitere Informationen und
eine erste Koordination stehen wir gerne
zur Verfügung.
Brückenbildung 2010/2011
Brückentage für Weihnachten/Neujahr
2010/2011 sind:
Montag, 27. Dezember 2010
Dienstag, 28. Dezember 2010
Mittwoch, 29. Dezember 2010
Die fehlenden 1,5 Arbeitstage bis zum
31. Dezember 2010, sind im Verlauf des
Jahres 2010 individuell vorzuholen bzw.
mit Überzeiten zu kompensieren.
Wir freuen uns auf erste Kontakte.
Personalamt
Silvia Frischknecht, Arbeitslosenkasse
Tel. 052 724 30 36, silvia.frischknecht@tg.ch
Renate Haas, Amt für AHV und IV
Tel. 052 724 73 39, renate.haas@aai-tg.ch
Regina Kreis, ABB
Tel. 052 724 16 31, regina.kreis@tg.ch
Das Technologieforum unter dem Vorsitz von AWA-Chef Edgar G. Sidamgrotzki (rechts) und weiteren Experten
(von links): Martin Bächer, Amt für Mittel- und Hochschulen, Marcel Räpple, Wirtschaftsförderung, Dr. Xaver Edelmann,
Mitglied der EMPA-Direktion, Dr. Arthur Ruf, Technologieberater, Christoph Lanter, Industrie- und Handelskammer
Thurgau, Heinz Wendel, Thurgauer Gewerbeverband, und Guido Hubmann, Wirtschaftsförderung. Foto Sandra Hubli
Am Thurgauer Technologietag kommt man ins Gespräch.
Foto mb
8 Information
Der Thurgauer Technologietag feiert Jubiläum
Der Thurgauer Technologietag findet am Freitag, 19. März,
bereits zum zehnten Mal statt. Damit feiert nicht nur eine
bewährte interdepartementale Zusammenarbeit ein kleines Jubiläum, sondern auch eine beispielhafte Kooperation zwischen dem Kanton und den Thurgauer Wirtschaftsverbänden.
Am Anfang stand eine Erkenntnis: Wirtschaftlicher Fortschritt
und nachhaltiger Wohlstand sind namentlich in der rohstoffarmen Schweiz je länger je mehr nur noch mit wissensbasierten
Innovationen zu erreichen. Der Zugang zu Wissenschaft und
Forschung gewinnt damit an Bedeutung. Eine zweite Erkenntnis kam dazu: Der Kanton Thurgau verfügt(e) zwar über keine
eigenen Hochschulen, in einem nahen Umkreis von höchstens
einer Fahrstunde aber hat es eine Vielzahl von Einrichtungen
mit einem qualitativ hochstehenden Angebot in Wissenschaft
und Forschung: die ETH Zürich, die Universitäten Konstanz
und St. Gallen, die Fachhochschulen in Konstanz, St. Gallen
und Winterthur, die EMPA in Dübendorf und St. Gallen, um
nur die naheliegendsten zu nennen. Das Problem: Das Knowhow und das Potenzial der umliegenden Hochschulen muss(te)
für die Thurgauer Wirtschaft und ihre Unternehmen besser
erschlossen werden. Die Lösung: Unter Federführung von
AWA-Chef Edgar G. Sidamgrotzki taten sich das Amt für Wirtschaft und Arbeit und das Amt für Mittel- und Hochschulen
mit den beiden Thurgauer Wirtschaftsverbänden im Thurgauer Technologieforum zusammen und hoben, unterstützt von
Technologieberater Rolf Weigele, den Thurgauer Technologietag aus der Taufe.
Hochkarätige Referenten, industrielles Umfeld
Das Konzept dafür ist in den zehn Jahren des Bestehens zwar
immer wieder optimiert worden, im Grunde aber gleich geblieben: Hochkarätige Referenten wie etwa die ETH-Professoren
Lino Guzzella oder Roland Siegwart geben in Impulsreferaten
zu Grundsatzfragen und zum jeweiligen Schwerpunkt-Thema
einen Überblick über den aktuellen Stand des Wissens und die
in nächster Zeit zu erwartende Entwicklung. Vertreter von
Hochschulen und Unternehmen stellen (wenn immer möglich
gemeinsam) Projekte und Produkte vor, die sie zusammen entwickelt und realisiert haben, und zeigen damit an Hand von
konkreten Beispielen, wie der Wissens- und TechnologieTransfer in der Praxis funktioniert. Die umliegenden Hochschulen, aber auch Fachstellen und Institute präsentieren an
ihren Ständen in der Ausstellung ihr Know-how und sind mit
kompetenten Ansprechpartnern vor Ort. Damit bietet sich die
Gelegenheit, an einem Tag mit den verschiedensten Fachleuten
und Experten ins Gespräch zu kommen. «Effizienter lässt sich
Wissens- und Technologietransfer nicht organisieren», wirbt
das Thurgauer Technologieforum daher nicht ganz unbescheiden, aber zu Recht.
Noch etwas zeichnet den Thurgauer Technologietag aus: Er
findet wenn immer möglich in einem industriellen Umfeld
statt, wo sonst produziert wird. Und er ist in den letzten zehn
Jahren durch den ganzen Kanton getourt: angefangen bei der
Arbonia Forster AG in Arbon über die Bernina AG in Steckborn bis zu JohnsonDiversey in Münchwilen.
Zum 10-Jahr-Jubiläum ist der Technologietag fast in der Mitte
des Kantons, bei der Interpars AG in Kradolf-Schönenberg, zu
Gast. Das Schwerpunkt-Thema ist wie bei der erstmaligen
Durchführung breit gefasst und beleuchtet den ganzen Innovationsprozess, von der Idee bis zum Markterfolg. Entsprechend
stammen auch die Praxisbeispiele aus ganz unterschiedlichen
Gebieten, von der Lebensmittel- bis zur Kunststofftechnologie.
Und wer den neuen Empa-Direktor Gian Luca Bona kennenlernen möchte, ist hier ebenfalls am richtigen Ort. Mehr über
das spannende Programm unter www.technologietag.ch, wo
man sich (bis spätestens am 12. März) auch oneline anmelden
kann. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der kantonalen
Verwaltung sind ebenfalls herzlich willkommen, denn schliesslich sind auch hier bisweilen Innovationen gefragt.
Martin Bächer
Wird’s dunkel oder hell?: Winterstimmung am Vierwaldstättersee.
Foto Susanna Grüninger
Information 9
Depression hat viele Gesichter –
eine Kampagne klärt auf
Fast ein Viertel von 500 zufällig ausgewählten Personen im Thurgau ist
der Meinung, dass Depression keine
Krankheit sei, und etwa 12 Prozent
sind der Meinung, man sei selber
schuld daran. Demgegenüber sind
aber zwei Drittel der Befragten selber
oder im privaten Umfeld von Depression betroffen.
Deutlicher lässt sich fast nicht zeigen, wie
schlecht der Informationsstand zu diesem
Thema ist – und dass es deshalb fast
zwangsläufig immer noch zur Stigmatisierung von Betroffenen kommt. Und es
heisst auch, dass mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch in unserem Bekanntenkreis jemand ist, der mit depressiven
Zuständen zu kämpfen hat.
Dunkelziffer ist gross
Fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter
behandlungsbedürftiger Depression,
wesentlich mehr an leichteren Depressionen oder depressiven Zuständen. Auch
das «Burnout» gehört in diese Kategorie.
Schwierigkeiten liegen im Erkennen der
Krankheit. Die Übergänge sind fliessend.
Als Hilfe gibt es auf der Seite www.buendnis-gegen-depression.tg.ch den Informationsflyer «Depression hat viele Gesichter» mit einem Selbsttest und vor allem
einer ausführlichen Liste mit Telefonnummern und Internetadressen. Links verweisen auf weitergehende Informationen auf
andern Webseiten. Auch in der Verwaltung arbeiten Menschen mit depressiven
Erkrankungen. «Es hat ganz viel mit dem
eigenen Gefühl zu tun, wie man dazu ein-
gestellt ist, wie man damit umgeht», sagt
eine betroffene Führungskraft. Gibt es in
der Thurgauer Verwaltung eine Ansprechperson für den Umgang mit depressiv
Erkrankten? Leider lässt sich via Intranet
keine solche Stelle finden.
Wunsch an die Kampagne
Wichtig ist für Erkrankte und ihr Umfeld
gleichermassen, dass offen darüber geredet werden kann. Wie kommt man ins
Gespräch? Wie ansprechen? Selbst, wenn
Ideen zur Erleichterung der Situation da
sind, wie sind sie umzusetzen? «Es ist eine
schwierige Situation und als Führungskraft steht man ziemlich allein da, wenn
ein Mitarbeiter betroffen ist», erfahre ich
von einem Amtsleiter. «Der Lösungsfindungs- und Umsetzungsprozess ist ein langer Weg», sagt eine andere Führungskraft,
die diesen Weg hinter sich hat, «der
Patient oder die Patientin muss ja den Arzt
vom Arztgeheimnis befreien, damit
gemeinsam eine Lösung durchdiskutiert
werden kann. Von der Krankheit – und
von der Lösung – ist immer das gesamte
Umfeld betroffen!» Das heisst auch, dass
das Umfeld ein Teil der Lösung ist, und in
diese mit einbezogen werden muss. Der
Wunsch an diese Kampagne ist deutlich:
Eine Hilfe – in Form von Weiterbildung,
einem Leitfaden oder einem Kaderseminar
zum Thema oder einer spezialisierten
Ansprechperson für Führungskräfte und
Mitarbeiter in der Verwaltung – würde
gerne angenommen. Denn der angesprochene Weg ist keine geteerte Schnellstrasse. Hilfe und Unterstützung für schwierige
Entscheidungen mit grosser Tragweite
auch in den privaten Bereich kann die
Führungsperson oder andere Bezugspersonen davor schützen, selbst in extreme psychische Belastungssituationen zu geraten.
Bündnis gegen Depression
Mitte 2008 hat der Regierungsrat das
Thurgauer Bündnis gegen Depression lanciert. Der Thurgau war damit der fünfte
Kanton in der Schweiz, der sich dieser
Bewegung anschloss. Europaweit besteht
ein Netzwerk von solchen Bündnissen,
ausgehend vom Nürnberger Bündnis
gegen Depression. Der Regierungsrat will
präventiv wirken, aufklären und unterstützen mit dem Fernziel, Vorurteile und
Fehlinformation über diese Krankheit der
Seele abzubauen. Noch bis Ende dieses
Jahres dauert eine Aufklärungskampagne,
deren Hauptprodukt die informative und
mit vielen Links ausgestattete Webseite
www.seelenschmerz.ch ist. Im letzten
November fanden Aktionswochen statt,
die die verschiedenen Facetten der Krankheit beleuchteten. Vom 19. bis 24. April
2010 ist die zweite Aktionswoche geplant.
Anita Enz
Literatur-Tipps
• Jeannette Bischkopf (2009): So nah und
doch so fern. Mit depressiv erkrankten
Menschen leben. Balance, Bonn
• Guy Bodenmann (2009): Depression
und Partnerschaft. Hintergründe und
Hilfen. Huber, Bern
• Daniel Hell (1992): Welchen Sinn macht
Depression? Rowohlt
Debora Ventura, Projektleiterin AfI: Mit übersichtlichen Informationen ist das Intranet-Portal für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nützlich.
Fotos mo
10 Information
Bessere Information für alle: mit dem
neuen Intranet-Portal
Der Aufbau der Software- und Hardware-Umgebung für
das neue Intranet-Portal ist in vollem Gange. Bis Ende
2010 wird es in alle Ämtern mit Information und Schulung
eingeführt.
«Wir werden ein starkes Produkt bereitstellen», sagt Debora
Ventura, Projektleiterin AfI des neuen Intranet-Portals. Dieses
bietet eine Sammlung aller für den Benutzer wichtigen Informationen auf einen Blick. Ein Ziel ist es, Doppelspurigkeiten
und verwaiste Links zu vermeiden sowie Arbeitsabläufe zu
optimieren. Durch die Einbindung von Fabasoft-Dokumenten
wird zusätzlich Speicherplatz gespart.
Den Bedürfnissen angepasst
Die Kantonale Verwaltung Thurgau stellt schon seit 15 Jahren
ein Intranet für die interne Kommunikation zur Verfügung.
Dieses hat sich im Lauf der Jahre den Bedürfnissen der Benutzer und dem Informationsfluss angepasst. Debora Ventura fügt
an, dass die Rollen der einzelnen Ämter nicht im Detail berücksichtigt waren und so das jetzige Intranet an Attraktivität
einbüsste. Der Hauptgrund für die Einführung eines IntranetPortals sind die verschiedenen Kommunikationswege innerhalb der Verwaltung. Während einige Ämter ihre Informationen bisher auf dem Mailweg verteilten, nutzten andere das
Intranet oder interne Publikationen. «Wir müssen in einer
Unmenge von Informationskanälen wühlen, um einen ganz
normalen Alltag zu bewältigen», spricht Debora Ventura den
Zeitfaktor an. Der Informationswert sinke damit automatisch.
Benutzerfreundlich
Bei der Entwicklung des neuen Portals hat eine Projektgruppe
entscheidend mitgearbeitet. In der Pilotphase war die Koordination mit dem Personalamt intensiv. Dies wirke sich in der
praktischen Anwendung auf die Bedienerfreundlichkeit aus,
weiss Debora Ventura. Bei der Einführung sei die Zusammenarbeit mit den Amtsleiterinnen und Amtsleitern wichtig.
Einführung in drei Schritten
Die Einführung des neuen Intranet-Portrals erfolgt pro
Departement mit folgendem Ablauf:
• Inhaltliche Besprechung mit Amtsleiter und -publisher (Auftrag zur Entwicklung der Inhalte im Amt wird erörtert)
• Schulung der Amtspublisher und Start des Aufbaus der
amtsinternen Umgebung
• Informationsveranstaltung für alle im Amt. Aufschaltung
des Intranet-Portals am nächsten Tag.
Für die Weiterentwicklung der Grundapplikation arbeitet das
AfI mit der Firma Esmo SA zusammen. Das Afi-Team stellt das
Rechenzentrum bereit. Für das Design wurde die Firma Friedl
id.com unter Einbezug der BLDZ beauftragt.
Manuela Olgiati
Auf einen Mausklick
Das neue Intranet-Portal zeigt eine übersichtliche Sammlung aller
für den Benutzer gefilterten, internen Informationen:
• Beim Öffnen des Portals stehen dem Benutzer acht Seiten zur
Verfügung. Sieben davon (Home, Hilfsmittel, Personelles, Unterlagen/Management, Organisatorisches, Publikationen und
Marktplatz) werden vorgegeben. Die letzte Seite ist die persönliche «Meine Seite» und kann individuell von jedem Mitarbeiter
eingerichtet werden.
• Der Fabasoft-Arbeitsvorrat zeigt die neuen Aufgaben.
• Aus dem GroupWise wird der Terminkalender angezeigt.
• Die Eingangs-Mailliste ist ersichtlich.
• Die Ansicht Mitteilungen zeigt alle Meldungen, die vom eigenen
Amt oder Departement für die Mitarbeitenden erstellt wurden,
sowie die News des Informationsdienstes.
• Dokumente werden im Original und der Rechtezuteilung von
Fabasoft genutzt.
• Übersichtliche Such-Funktion.
• Direkte Verlinkungen ins Internet.
Neu können sich Mitarbeitende, die keinen Computerarbeitsplatz
im kantonalen Netz besitzen, von einem Computer zu Hause einwählen. Dafür sind Mailadresse und Natelnummer nötig.
(mo)
Pierre Enz nutzt einfache Hilfsmittel wie ein Skateboard als mobiles Kamerastativ.
Fotos sgh
Projektleiter Fabian Dux (Mitte) erklärt dem Kameramann Pierre Enz und
den Protagonisten Astrid Mathis, Hans Rusch und Remo Stump (sitzend, v.l.n.r.)
wie er die Szene haben will.
Information 11
Die Steuerverwaltung wagt eine
filmische Inszenierung
Wer die Homepage der Steuerverwaltung des Kantons Thurgau anklickt,
wird seit kurzem mit einem Video
empfangen. Der Film stellt die Steuerverwaltung und den Thurgau als
Wohn- und Lebensraum vor.
«Wir sind Thurgau – und wir sind stolz
darauf!» spricht eine Stimme am Anfang
des Films. Ein Film über die Steuerverwaltung? Die Leuetatze wollte mehr darüber erfahren und begleitete das Filmteam. Verantwortlich für Regie und
Skript zeichnet Fabian Dux, Projektleiter
in der Steuerverwaltung. Ursprünglich sei
wirklich nur ein Film über die Steuerverwaltung geplant gewesen. Bald habe man
aber festgestellt, dass die Arbeit der Steuerverwaltung visuell nicht einfach umzusetzen sei. Deshalb sei der Filminhalt
etwas breiter gefasst worden. «Die Steuern sind ja auch nur einer von mehreren
Faktoren, die für potenzielle Zuzüger in
den Thurgau eine Rolle spielen», begründet Fabian Dux. Ebenso wichtig für die
Wahl eines neuen Wohnortes seien
Wohn- und Lebensqualität, Infrastruktur
und Verkehrsanbindungen. Also stellt der
Film zuerst mit Stimmungsbildern den
Thurgau als Wohn- und Lebensraum vor.
Dann erst kommt das Thema Steuern ins
Spiel: «Im Thurgau wird Ihrem Steuerfranken besonders Sorge getragen», lautet die Botschaft. Beispielsweise fliessen
nur sieben Prozent der Steuereinnahmen
in die Verwaltung, die damit im Vergleich
der Pro-Kopf-Ausgaben seit Jahren zu
den günstigsten der Schweiz gehört.
Für die Filmsequenzen zum Thema
«Steuern» hat sich das Steueramt in
Aadorf zur Verfügung gestellt. Die Leuetatze beobachtete das Filmteam bei der
Arbeit. «Stopp! Machen wir das Ganze
noch einmal», Kameramann Pierre Enz
von der Firma Astramedia, Adliswil, gibt
sich nicht so schnell zufrieden. Astrid
Mathis und Hans Rusch werden mehrmals aufgefordert, die Szene zu wiederholen. Die Leiterin der Einwohnerdienste
und der Betriebsleiter des Gemeindezentrums Aadorf spielen ein Ehepaar, das auf
dem Steueramt eine Einsprache gegen die
Steuerveranlagung besprechen will. Empfangen werden die beiden von Steuerkommissär Remo Stump. Die Szene wirkt
äusserst authentisch, denn die Umgebung
stimmt und auch der Steuerkommissär ist
echt. «Damit wollen wir zeigen, dass die
Steuerverwaltung Kundenanliegen ernst
nimmt und einen freundlichen und
respektvollen Umgang pflegt», erklärt
Projektleiter Dux. Dass dies keine leeren
Worte sind, beweist eine vor kurzem
gemachte Kundenumfrage der Steuerverwaltung. Sie belegt, dass die Kundenzufriedenheit in den vergangenen fünf
Jahren kontinuierlich gestiegen ist. Das
sei unter anderem das Resultat von intensiven Mitarbeiterschulungen in den Bereichen Kommunikation, Fach- und Sozialkompetenz, begründet Fabian Dux.
Mösli hat das filmische Geschehen von
seinem Schreibtisch im Hintergrund
beobachtet. Er habe seine Räumlichkeiten gerne dafür angeboten, erklärt der
Leiter des Steueramtes, und betrachtet
den Film als eine gute Sache. Damit
könne man zeigen, dass man auf den
Ämtern Auskunft bekomme und mit den
Leuten reden könne. «Gegenüber früher
hinterfragen die Bürger mehr und wir
müssen viel erklären. Aber deshalb zahlt
niemand lieber Steuern», konstatiert
Mösli.
Für den Nachmittag steht ein Szenenwechsel auf dem Programm: Fabian Dux
will den Vorgang einer Liegenschaftenschätzung bildlich darstellen. Als Kulisse
dient ein Einfamilienhaus in Leutmerken.
Noch einmal geht es um die tägliche
Arbeit der Steuerverwaltung. Dass der
Kanton Thurgau bekannt ist für seine
kurzen Wege zur Verwaltung, die kunden- und wirtschaftsfreundlich orientiert
ist, dokumentiert am Ende des Kurzvideos ein Statement von Reiner Pichler, CEO
der Strellson AG. Und zu guter Letzt symbolisieren «Handshakes» das gute Verhältnis zwischen Kunden und Mitarbeitern der Thurgauer Steuerverwaltung.
«Wir sind für Sie da!», bekräftigt die
Stimme.
Susanna Grüninger
Mehr erklären als früher
Am Mittag ist die Filmszene auf dem
Steueramt Aadorf im Kasten. Der
«Hauch von Hollywood» ist verflogen
und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kehrt der Alltag wieder ein. Ernst
Wichtiger Hinweis: Um den Film mit Ton
sehen zu können, muss der lokale Browser
geöffnet werden. Via Citrix-Server steht
kein Ton zur Verfügung.
Link: www.steuerverwaltung.tg.ch.
Thomas Heidegger an seinem Büroarbeitsplatz mit Weitblick über den Bahnhof Frauenfeld hinaus.
Foto Susanna Grüninger.
12 Pingpong
Bilanzen sind seine Arbeitswelt.
Die Freizeit gehört der Familie und …
Das Interview mit Thomas Heidegger, Revisor der
Finanzkontrolle, führte Thomas Mauchle vom BBZ
Arenenberg.
Thomas, du arbeitest als Revisor bei der Finanzkontrolle.
Wird man da immer mit offenen Armen empfangen oder
besteht auch manchmal eine gewisse Skepsis?
Seit Herbst 2003 arbeite ich bei der Finanzkontrolle. Da
meine Vorgänger nur für relativ kurze Zeit bei der Finanzkontrolle tätig waren, wurde ich anfänglich vielfach mit
der Frage empfangen: Jetzt kommt schon wieder ein neuer
Revisor, wie lange bleiben sie? In der Zwischenzeit darf ich
jedoch sagen, dass ich in «meinen» Ämtern immer herzlich
begrüsst und willkommen geheissen werde. Die Finanzkontrolle hat neben ihren Prüfungsaufgaben ja auch eine beratende Funktion. Unser Ziel ist es, durch unsere Arbeit bei
den Ämtern auch einen Mehrwert zu schaffen.
Dies ist ja nicht deine erste Stelle beim Kanton.
Am 1. Januar 1991 trat ich die Stelle als Leiter Zentrale
Dienste im Forstamt an. Ich führte u.a. die Buchhaltung des
Forstamtes, der Staatsforstverwaltung sowie der Forstbetriebe der Forbat, Aadorf und der Pro Forst, Kreuzlingen. Es
war eine sehr interessante, lehrreiche und vielseitige Arbeit.
Ich lernte dabei auch, dass wir Menschen viel mehr auf die
Natur achten sollten. Unsere Hektik und der Stress schaden
uns sehr. Daher lautet mein Motto in stressigen Situationen:
Der Wald wächst auch langsam, nimm es geruhsam.
Welches sind nun heute deine Hauptaufgaben als Revisor?
Als Revisor der Finanzkontrolle prüfe ich anfangs Jahr die
Jahresrechnungen der mir zugeteilten Ämter. Ebenfalls prüfe
ich externe Mandanten u.a. die Pädagogische Hochschule
Thurgau (PHTG), die Arbeitsbeschäftigungsprogramme
(Stiftung Zukunft, Verein Kompass und die ESRA) und die
Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft (SHL) in
Zollikofen. Wir prüfen die Bilanz, die Erfolgsrechnung und
die Investitionsrechnung. Über jede Prüfung wird ein Revisionsbericht erstellt.
Im Monat Mai beginne ich jeweils mit den Zwischenrevisionen bei den kantonalen Ämtern. Bei diesen Revisionen führen wir vertiefte und projektbezogene Prüfungen durch.
Durch die Vielfalt der verschiedenen Ämter ist meine Aufgabe als Revisor sehr abwechslungsreich und spannend. Zu
meinen Mandanten gehören u.a. die Staatskanzlei inklusive
BLDZ, das Generalsekretariat DIV inklusive die Abteilungen Öffentlicher Verkehr und Energie, das Amt für Wirtschaft und Arbeit, das Landwirtschaftsamt, das Hochbauamt, das Amt für Umwelt, das Amt für Denkmalpflege, das
Obergericht, die Bezirksämter und die Bezirksgerichte.
Welche Voraussetzungen muss ein Revisor unbedingt
mitbringen?
Ein Revisor sollte u.a. ein fundiertes Fachwissen, ein breites
Allgemeinwissen und eine gewisse Lebenserfahrung haben.
Er muss über ein gutes Zahlenverständnis verfügen,
Zusammenhänge erkennen und begreifen, vernetzt denken.
Eine hohe Flexibilität, eine rasche Einstellung auf neue
Situationen und eine hohe Sozialkompetenz sind ebenfalls
gefordert.
Gibt es ein spezielles Erlebnis aus deiner Revisionstätigkeit?
Im letzten Jahr durfte ich im Auftrag der Schweizerischen
Hochschule für Landwirtschaft und des Bundes (DEZA)
eine Revision in Kiew in der Ukraine durchführen. Es handelte sich um ein Projekt, das den ökologischen Anbau und
Vertrieb von Getreideprodukten fördert. Für mich war diese
Revision eine sehr gute Erfahrung. Es war sehr spannend,
andere Kulturen und Arbeitsmethoden kennenzulernen.
Ich weiss, dass du in den Ferien auch gerne einmal eine
grössere Reise machst. Du engagierst dich auch für ein ganz
spezielles Projekt. Kannst du uns davon kurz berichten?
Am 25. Februar 2004 wurde in meinem Wohnort Täger-
Im 350 Jahre alten Appenzeller Haus verbringt der Revisor oft seine Freizeit. Seine zwei Enkelkinder sind seine grosse Freude.
Fotos zVg
Pingpong 13
… einem Projekt für Strassenkinder
wilen der Verein ESPATO, Projekt für Strassenkinder in
Ecuador und Venezuela, gegründet. Der Verein bezweckt die
Förderung der Jugenderziehung, die Erstellung und den
Unterhalt von Schulen sowie den Betrieb von Ambulatorien
zur medizinischen Versorgung der Bevölkerung. Ich bin seit
der Gründung dieses Vereins im Vorstand als Kassier tätig.
Per 1. Juli 2008 konnten wir das Ambulatorium in Paraguian, Venezuela, dem Betrieb übergeben. Im Mai werde ich
nun zum zweiten Mal nach Venezuela reisen, um unser Projekt zu besuchen. Ich werde dann natürlich auch die Buchhaltung vor Ort prüfen. Sämtliche Aufgaben machen wir
selbstverständlich ehrenamtlich und jeder Spendenfranken
geht direkt an unsere Projekte. Wir haben auch keine Verwaltungsspesen. Unser Verein ESPATO vermittelt auch Kinderpatenschaften in Venezuela und Ecuador. Für eventuelle
Fragen oder Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung.
schliesslich unseren Holzherd. Für die Heizung haben wir
einen Kachelofen. Zu meiner Bürotätigkeit ist dieses Haus
ein ausgezeichneter Ausgleich. Ich muss Holz für die Küche
und den Kachelofen bereit stellen. Auch gibt es im und ums
Haus immer diverse Arbeiten zu erledigen. Ebenfalls hat
unser «Hüsli» den grossen Vorteil, dass wir keinen Natelempfang haben, da wir in einem Funkloch sind. So kann ich
am Wochenende und in den Ferien abschalten und die Ruhe
geniessen.
Wie ich feststelle, bist du ein rundum zufriedener Mensch.
Gibt es doch noch Wünsche für die Zukunft?
Ich hoffe, dass meine Familie und ich gesund bleiben und
dass ich weiterhin viel Freude an meiner Arbeit als Revisor
habe.
Thomas, herzlichen Dank für das interessante Gespräch!
Die Musik bereitet dir ebenfalls viel Freude. Bist du noch
immer aktiv dabei?
Nein, ich habe mein Instrument (Flügelhorn) vor zwei Jahren an den «Nagel» gehängt. Nach 35 Jahren Musizieren
habe ich ein neues Hobby entdeckt: meine zwei Enkelkinder.
Als stolzer Grossvater geniesst du sicherlich auch gerne das
Familienleben. Dieses findet nicht nur an deinem Wohnort
in Tägerwilen statt, oder?
Unsere zwei Enkelkinder sind fünfeinhalb und dreieinhalb
Jahre alt. Da sie ebenfalls in Tägerwilen wohnen, können
wir sie sehr geniessen. Meine Frau und ich suchten eine
Alternative zu «Grossmutter/Grossvater». In unserer Nachbarschaft wohnte eine Familie aus Arosa. Da hörten wir, wie
die Kinder zu ihren Grosseltern «Nani und Neni» sagten.
Das war für uns die Alternative: Meine Frau ist die Nani und
ich bin der Neni.
Seit über 20 Jahren besitzen wir ein Ferienhaus im Appenzellerland in Wald AR. Das Haus ist ca. 350 Jahre alt und
ganz aus Holz gebaut. Zum Kochen verwenden wir aus-
Im nächsten Pingpong: Matthias Brunschweiler, Steuerverwaltung
Die Sammlungsdaten «Flora Thurgau» des Naturmuseums basieren auf dem Thurgauer Herbarium mit 7200 Herbarblättern.
Fotos Naturmuseum
14 Kultur
Die Thurgauer Pflanzenwelt im Netz
Die UNO-Vollversammlung hat das
Jahr 2010 zum Internationalen Jahr
der Biodiversität erklärt. Vor diesem
Hintergrund macht das Naturmuseum
Thurgau einen Teil seiner Sammlungsdaten über das Internet öffentlich zugänglich.
Das Naturmuseum stellt nicht nur
Gegenstände zur Naturgeschichte des
Kantons Thurgau aus, es sammelt diese
auch. Die naturwissenschaftliche Sammlung schafft die Voraussetzung dafür,
Fragen zur Entwicklungsgeschichte des
Thurgaus und seiner Tier- und Pflanzenwelt zu erforschen. Das Sammeln erfolgt
auf Basis eines Sammlungskonzeptes.
Seit 150 Jahren nimmt das Naturmuseum diese Aufgabe wahr und hat mittlerweile rund 100 000 Objekte in seinen
Beständen. Die Sammlung dokumentiert
als naturgeschichtliches Archiv die Biodiversität des Kantons Thurgau und ist
in seiner Art einzigartig. Um diese Aufgabe auch zukünftig wahrzunehmen,
möchte das Museum das Interesse von
Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftlern
und kundigen Laien an seiner Sammlung
fördern, denn die Möglichkeiten, die die
Arbeit mit den Beständen bietet, sind
längst nicht ausgeschöpft. Ziel ist es, die
Sammlung vermehrt für Forschung und
Vermittlung zu nutzen. Die Sammlungsbestände sollen deshalb besser bekannt
und zugänglich gemacht werden. Hierbei bietet die Veröffentlichung von
Sammlungsdaten im Internet neue Möglichkeiten, die das Museum mit der Online-Schaltung seiner «Flora Thurgau»
nutzen möchte (www.naturmuseum >
Sammlungen > Botanische Sammlungen).
Fundmeldungen zu 1680 Pflanzenarten
Die «Flora Thurgau» ist das Verzeichnis
der im Kanton Thurgau vorkommenden
Pflanzenarten, welches das Naturmuseum seit 200 Jahren fortführt. Basis dieses Verzeichnisses ist das Thurgauer Herbarium mit 7200 Herbarblättern mit
gepressten Pflanzen und die 1943
erschienene Publikation «Flora des Kantons Thurgau» von Heinrich Wegelin,
Konservator des Naturmuseums von
1897 bis 1939. Das Verzeichnis von
Wegelin mitsamt den Herbarbelegen
wurde bis heute weitergeführt. Die
Datenbank umfasst mittlerweile ungefähr 20 000 Fundmeldungen für 1680
Arten. Seit November 2009 ist die FloraDatenbank unter dem Namen «Neue
Flora Thurgau» auf der Homepage des
Naturmuseums einsehbar. Die PflanzenDatei umfasst die erwähnten 20 000
Fundangaben zu den Blüten- und Farnpflanzen, die einerseits als Belege auf
Herbarblättern vorhanden sind oder auf
die andererseits schriftliche Hinweise
(Literatur, Meldungen) im Archiv des
Naturmuseums existieren. Nebst den
Pflanzen können Namen von Sammlern
und Pflanzenforschern sowie wichtige
Literaturverweise abgerufen werden.
Die Internet-Datenbank stellt eine Auswahl der Flora-Datenbank dar. So sind
beispielsweise zum Schutz der Pflanzen-
vorkommen die Fundorte nicht punktgenau sondern nur in einem groben Raster
ersichtlich. Wer genauere Angaben
abfragen will, kann dies auf Anmeldung
im Museum tun. Ernsthafte Interessenten und Interessentinnen erhalten Einsicht in die detaillierten Daten und Fundbelege. Im Gegenzug wird erwartet, dass
Ergebnisse eigener floristischer oder
vegetationskundlicher Untersuchungen
im Thurgau dem Naturmuseum zur Verfügung gestellt werden.
Ein Blick 200 Jahre zurück
Der älteste Beleg aus dem Herbarium
stammt aus dem Jahr 1811. Das Verzeichnis dokumentiert also seit bald 200
Jahren den Bestand und den Wandel der
Thurgauer Pflanzenwelt. Mit Hilfe solch
langer Sammelreihen und deren Überprüfungen in zeitlichem Abstand werden
Veränderungen in der Zusammensetzung, Gefährdungen, Artenverluste und
Neuzuzüger in der lokalen Pflanzenwelt
sichtbar. Das Naturmuseum Thurgau
versteht die vereinfachte Zugänglichkeit
dieser Informationen über das Internet
auch als Beitrag, damit die Biodiversität
im Kanton noch besser zu dokumentieren, zu verstehen und zu schützen.
Barbara Richner, Sammlungskuratorin
Naturmuseum
René Schiffmann und Janina Hauser packen die wertvollen Gemälde im Beisein der Medien aus, darunter das Porträt von Sabina Gonzenbach.
Ernest Menolfi (rechts) vermittelte René Schiffmann den Kontakt in die USA.
Fotos Alexander Leumann
Kultur 15
USA – Thurgau: spektakuläre Rückkehr
historischer Gemälde
Am 13. Januar wurde im Schloss Frauenfeld eine äusserst
interessante Kiste im Beisein der Medien geöffnet: Sie
kam per Luftfracht aus den USA und enthielt fünf Porträtbilder der Hauptwiler Industriellenfamilie Gonzenbach aus
der Zeit von 1630 bis ca. 1780. Die Geschichte der Bilder in
den USA, aber auch ihre Rückkehr in den Thurgau ist
spektakulär, ja eine «story» im wahrsten Sinn.
Die Familie Gonzenbach, ursprünglich aus St. Gallen, führte in
der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Hauptwil die Leinwandindustrie ein und wandelte den aus wenigen Häusern
bestehenden Weiler in kürzester Zeit zu einem Industrieort mit
gegen 40 Manufaktur- und Wohnbauten um. Im 17. und 18.
Jahrhundert zu Wohlstand gekommen, hatte die Familie im
19. Jahrhundert zunehmend finanzielle Schwierigkeiten, so
dass ein Teil der Familie sich entschied, nach Amerika auszuwandern, um dort ihr Glück zu versuchen. Vermutlich wurden
in dem Zusammenhang Familienstücke wie die Gemälde auf
die Reise in die Neue Welt mitgenommen.
Auf den Rahmen zurechtgestutzt
Die Bilder befanden sich bei dem Zweig der Familie Gonzenbach, der 1906 von New York und Ecuador nach Warren,
Rhode Island, gezogen war, um dort die «Swiss Textile Mill»
zu betreiben. Als Folge der 1927 einsetzenden Wirtschaftskrise
ging das Unternehmen Konkurs. Nach der öffentlichen Versteigerung räumte der Urgrossvater des späteren Besitzers
Daniel Horton die unveräusserten Besitztümer weg und lagerte
sie in seiner Scheune im ländlichen Massachusetts ein. Dort
verblieben sie unbeachtet, unter ihnen auch die fünf Porträts,
bis 1957 die Mutter von Daniel Horton auf der Suche nach
Einrichtungsgegenständen für ihr renoviertes Wohnzimmer auf
zwei der Bilder stiess. Diese erhielten nun einen Ehrenplatz in
der schönen Wohnstube, aber erst, nachdem sie teils mit einer
Schere auf die Grösse der vorhandenen Rahmen zurechtgestutzt worden waren. Später übernahm Daniel Horton auf
Wunsch der Grosseltern auch die anderen übrig gebliebenen
Gegenstände, damit die alte Scheune abgerissen werden konnte. So kamen auch die restlichen Porträts schliesslich in das
Haus, wo sie seither hingen. Daniel Horton, ein passionierter
Familienforscher, nahm sich der Bilder näher an und entdeckte
bei einigen den Namen Gonzenbach – sein Forschertrieb war
geweckt.
Kontakt über Internetforum
Ein anderer passionierter Familienforscher ist Beat Oswald aus
Sirnach. Auf einem Internetforum für Ahnenforschung hatte er
früher einmal eine Anfrage zur Familie Gonzenbach diskutiert.
Diese Spur nahm Dan Horton auf – dem world wide web sei
Dank! – und kontaktierte Beat Oswald. Dieser wusste um die
laufenden Forschungen des Basler Historikers Ernest Menolfi
zu Hauptwil und den Gonzenbachs und vermittelte Dan Horton an Ernest Menolfi. Seit dem 29. Dezember 2008 entwickelte sich zwischen diesen ein anregender Mailverkehr zu den Bildern. Der Historiker erfasste schnell nicht nur das historische,
sondern auch das museale Potenzial dieser Gemälde, zeigte
sich doch Dan Horton bereit, die Portäts unter geeigneten
Umständen abzutreten. Ernest Menolfi meldete sich schliesslich über das Thurgauer Staatsarchiv beim Museum. Das Ziel
des Museums stand sofort klar: Die Porträts sind zurückzuholen und durch das Museum zu übernehmen. Zusammen mit
Ernest Menolfi gelang es schliesslich nach langen Verhandlungen, Dan Horton zu überzeugen, dass die Bilder in den Thurgau zurückkehren sollen. Das Museum garantiert Öffentlichkeit und Zugang zu Forschung. Insbesondere kann es die von
der wechselhaften Geschichte gezeichneten Bilder fachlich professionell restaurieren, was sich Private selten leisten können.
Dan Horton schliesslich schenkte die Bilder dem Museum, dieses hatte allerdings alle Kosten für die Überführung zu übernehmen.
Die abenteuerlichen Kapitel der Geschichte der GonzenbachBilder sind zu Ende – es sei denn, die noch anstehende Restaurierung birgt neuen Stoff für eine «story».
René Schiffmann, Historisches Museum
Wohnen im Reihenhaus?: Die Wohnbedürfnisse sind sehr individuell, auch in der nachberuflichen Phase.
Foto Susanna Grüninger
16 Pensionierte
Wohnbedürfnisse in der nachberuflichen
Lebensphase
Die Behörde einer grösseren Gemeinde diskutierte die Frage: Sich mit
den Wohnbedürfnissen der Menschen
nach ihrem Berufsleben zu befassen,
ist das eine Gemeindeaufgabe?
Ergebnis der Diskussion: Ja, es ist
eine wichtige Aufgabe. In welcher
Form sich die Gemeinde engagieren
könnte, war dann das Thema eines
Informationsabends. Mir wurde die
Moderation übertragen. Es war ein
spannender Abend, weil aus der Mitte
der interessierten Männer und Frauen
prüfenswerte Ideen, Vorschläge und
auch Forderungen formuliert wurden.
Mir ist aufgefallen, wie die Wohnbedürfnisse der über 50-Jährigen sich in der letzten Zeit deutlich geändert haben. Bis vor
wenigen Jahren konnten sich ältere Menschen meist nur zwischen einem Leben in
der eigenen Wohnung, einer Kleinwohnung, bei den Kindern oder im Altersheim
entscheiden. Heute bieten sich ihnen
interessante Alternativen. Wichtig ist,
dass sie sich mit diesen vertraut machen,
denn auch hier gilt: Nur wer die Weichen
rechtzeitig stellt, kann mitreden, wie und
wo er im Alter leben möchte.
Welche Kriterien soll die ideale Wohnung erfüllen?
Die verschiedenen Betrachtungsweisen
haben mich überrascht. Am häufigsten
wurden folgende Kriterien genannt:
- kostengünstig
- nicht alleine sein
- in der Nähe von Angehörigen
- rollstuhlgängig
- gute und nahe Einkaufsmöglichkeiten
- drumherum muss Leben sein
- Haustiere erlaubt
- gross genug für Gäste
- gemütlich
Erstaunt haben mich die Vorstellungen
und Erwartungen, auch deshalb, weil sie
mit einer Umfrage der Universität Zürich
fast deckungsgleich sind.
Wann sind wir alt?
Es ist gar nicht so einfach, wie nicht pflegebedürftige und geistig agile Menschen
ab 65 Jahren angesprochen werden sollen. Mit den Anreden Senioren, Rentner,
Betagte oder ältere Menschen trifft man
nicht das eigentlich Gemeinte. Die Werbebranche hantiert heute mit Begriffen wie:
«Generation 50+», «Best Agers»,
«Master Consumers» usw.
In der heutigen Gesellschaft, wo «Anti
Aging»- und Wellnessprodukte allgegenwärtig sind, ist das Alter eines der letzten
Tabuthemen. Nach dem Geburtsjahr von
anderen wird nicht gefragt und bei den
eigenen Daten wird gern geschummelt.
Fast alle Rentner fühlen sich Umfragen
zufolge deutlich jünger, als sie sind. Alt
sind immer nur die anderen. Jeder will alt
werden, doch keiner will alt sein.
Nach der Veranstaltung habe ich in
Alterskonzepten nachgelesen und bin auf
vier Umschreibungen des Alters gestossen.
- Kalendarisches Alter: Alter nach
Lebensjahren
- Biologisches Alter: Gesundheitszustand
im Vergleich zum Durchschnitt
- Funktionales Alter: Fähigkeit, die
Anforderungen des Alltags zu bewältigen
- Psychologisches Alter: «Man ist so alt,
wie man sich fühlt»
Aus gerontologischer Sicht ist das kalendarische Alter wenig aussagekräftig. So
gibt es zwischen Personen im selben Alter
deutliche Unterschiede, welche die körperlichen und geistigen Fähigkeiten
betreffen. Das biologische Alter kann
durch eine gesunde Ernährung und Bewegung beeinflusst werden. Zwei Gleichaltrige können sich deshalb im Laufe des
Lebens vollkommen unterschiedlich entwickeln. Für die bedarfsgerechte Wohnraumfindung ist das funktionale Alter
entscheidend und wird daher auch bei
Heim- und Spitaleinweisungen als Beurteilungskriterium verwendet. Die Aussage
«Man ist so alt, wie man sich fühlt» ist die
meist gebräuchlichste.
Welche Wohnbedürfnisse bestehen?
Bei der Frage, welche Wohnbedürfnisse
entsprechen denn dem alternden Menschen, gingen die Meinungen weit auseinander. Für mich völlig nachvollziehbar,
denn die nachberuflichen Lebensvorstellungen beginnen bereits in der Phase der
letzten Berufsjahre. Dazu einige Stichworte: Auszug der Kinder, nahende Pensionierung, Haus wird nur teilweise bewohnt,
Besuche werden erwartet, finden aber
nicht so oft statt. Deutlich äusserten sich
die Teilnehmenden für die Phase des
unabhängigen Rentenalters. Die Mehrheit wünscht in der vertrauten Wohnung
zu bleiben. Kritischer wird es dann, wenn
Die bronzene Nebra-Scheibe mit Goldapplikationen gilt als weltweit älteste
Himmelsdarstellung. Foto zVg
Pensionierte 17
Rückblick
eine verstärkte Gebrechlichkeit eintritt.
Da hoffen viele Menschen auf ein Leben
im Privathaushalt mit fremder Hilfe. Und
wenn sie in eine abhängige Pflegebedürftigkeit fallen, ist dann der Umzug in ein
Heim der letzte Ausweg?
Und bei plötzlichen Veränderungen?
Wenn der Partner stirbt? Wenn körperliche und/oder geistige Fähigkeiten nachlassen? Wenn man nicht mehr mobil ist?
Wenn man plötzlich vereinsamt? – Gibt es
Wohnräume, die für solche Situationen
eine mögliche Antwort bieten? Bei diesen
Fragen geriet die Diskussion etwas ins
Stocken. Die Erkenntnis, sorge in der
Zeit, so hast du in der Not, wurde den
Teilnehmenden immer mehr bewusst. Zu
einer zentralen Frage wurde im Laufe der
Diskussion, die der passenden Wohnform
für die späteren Jahre.
Gewünschte Wohnformen
Am häufigsten wurden folgende Wohnformen genannt:
Private Mietwohnung, Private Eigentumswohnung, Mehr-GenerationenFamilie, Alterswohnung, Seniorenresidenz, Alterswohngemeinschaft.
Als es darum ging, die Plus- und Minuspunkte der einzelnen Wohnformen
aufzulisten, stellte sich heraus, dass Individualität, Privatsphäre, normale Wohnumgebung mit Gestaltungsmöglichkeit
einerseits und soziale Unterstützung, Einsamkeitsrisiko, schlechte Anbindung an
den öffentlichen Verkehr, keine altersmässige Durchmischung anderseits, hohe
Anforderungen an ein Konzept für altersgemässes Wohnen stellen.
Die Trägerschaft?
Wer soll als Trägerschaft auftreten, ein
privater Investor, eine Genossenschaft, die
Gemeinde? Mehrheitlich waren die Teilnehmenden für eine Genossenschaft. Die
Gemeinde könnte eine Anschubfinanzierung in Form einer Projektstudie oder von
geeignetem Bauland sicherstellen. Doch
die Gretchenfrage blieb offen: Gibt es
genügend Genossenschafter die sich an
einem solchen Projekt beteiligen?
Ich kenne das Beispiel Thusis, wo sich
genügend Genossenschaftskapital häufte,
um ein solches Projekt zu realisieren. Ein
Genossenschafter aus Thusis sagte mir
kürzlich: «Ich möchte in dieser Gemeinde
alt werden. Deshalb habe ich mich mit
20 000 Franken beteiligt. Ich komme auf
die Interessentenliste und erhalte für mein
Kapital eine jährliche Verzinsung von 4
Prozent. Wann ich eine Wohnung beziehen werde, weiss ich noch nicht, ich habe
aber mitgeholfen ein sinnvolles Projekt zu
realisieren.»
Und nun?
Der Abend hat in mir lange nachgeklungen. Mir ist bewusst geworden: Wohnen
in der nachberuflichen Lebensphase geht
uns alle an. Zielgerechtes «Wohnen im
Alter» findet einen nicht zu unterschätzenden Markt. Die Menschen auf diese
Möglichkeiten vorzubereiten und ihnen
Angebote zu machen, ist nicht nur gesellschaftspolitisch sinnvoll, sondern auch
betriebswirtschaftlich interessant. Auch
für Banken.
Pius Lang
Sterne lügen nicht, sie schweigen
Der Glaube daran, dass die Geschehnisse
am Himmel einen Einfluss auf das
menschliche Leben haben, ist uralt.
Gehalten hat er sich bis heute. Befragt
man heutzutage Menschen über ihre
Einstellung zur Astrologie, so gibt es,
neben glühenden Verteidigern oder Verächtern viele, die es trotz einiger Skepsis
nicht ausschliessen wollen, dass die
Astrologie hin und wieder doch Recht
hat. Neben diesen diffusen Gefühlen gibt
es aber eine verbreitete Unkenntnis über
die Astrologie. Was genau verstehen
denn die Astrologen unter «Sternzeichen»? Ist das nicht das Gleiche wie die
«Sternbilder»? Was sind das für «Häuser», in denen die Planeten stehen? Und
was ist der «Aszendent», der so einen
grossen Einfluss auf den Charakter des
Menschen haben soll? Antworten auf
diese Fragen haben gegen 120 Pensionierte interessiert, die am 21. Januar
2010 die sehr aufschlussreiche Vorführung «Die Logik der Sterne – Astrologie
gestern und heute» im Planetarium
Kreuzlingen besucht haben.
Ruedi Schluep
AGENDA
Freitag, 26. Februar, 14.30 Uhr, Hotel
Blumenstein – Thema: Älter werden – mobil
bleiben. Andreas Oberhänsli, Verkehrsinstruktor, Kantonspolizei
Dienstag, 9. März, 13.30 – ca. 16.15 Uhr
Bischofszell Nahrungsmittel AG
Betriebsbesichtigung
Die Lernenden im Strassenverkehrsamt (v.l.n.r.): Jessica Oertle, Thomas Hürlimann, Martina Nef.
Fotos zVg
18 Lernende
Die kaufmännische Lehre beim Strassenverkehrsamt
In der Verwaltung des Kantons Thurgau kann die kaufmännische Lehre bei verschiedenen Ämtern absolviert werden,
ausserdem auf den Grundbuchämtern, in den Berufsschulen Weinfelden und Arenenberg sowie beim Strassenverkehrsamt. Die Lernenden des Strassenverkehrsamtes
Thurgau stellen im folgenden Beitrag den Ablauf der kaufmännischen Ausbildung in ihrem Lehrbetrieb vor.
Zu Beginn der Lehre starten die Lernenden in der Buchhaltung, wo sie ein halbes Jahr ihrer Lehrzeit verbringen. Während dieser ersten Phase lernen sie die Debitorenbuchhaltung
kennen und sammeln die ersten Erfahrungen mit Kunden, die
zum Beispiel Probleme mit ihrer Rechnung haben. Der Kundenkontakt erfolgt in der Buchhaltung hauptsächlich über das
Telefon.
In den folgenden vier Monaten werden die Lernenden im
Bereich Führerwesen ausgebildet. Dieser beinhaltet die Erteilung der Lernfahrausweise sowie Führerausweise. Das setzt die
Kenntnis der zahlreichen gesetzlichen Bestimmungen voraus.
Nach der abgeschlossenen Ausbildung wechseln die Lernenden
ins Backoffice, wo sie ihr Wissen zum ersten Mal im direkten
Kundenkontakt anwenden dürfen.
Im zweiten Lehrjahr
Den Anfang des zweiten Lehrjahres macht die Ausbildung in
der Fahrzeugzulassung. Die Kenntnisse über die Voraussetzungen für das Einlösen von Fahrzeugen können bei der Bearbeitung der täglichen Post angewendet werden.
Nach einer dreimonatiger Ausbildung im Fahrzeugwesen
erfolgt ein Wechsel in die Disposition, die für die gesamte Planung der Fahrzeug- und Führerprüfungen verantwortlich ist.
Erfahrungsgemäss ist die nachfolgende Abteilung die beliebteste unter den Lernenden. Das Strassenverkehrsamt ist nicht
nur für die Erteilung zuständig, sondern auch für den Entzug
des Führerausweises infolge von Verkehrsdelikten. Dies
geschieht in der Abteilung Massnahmen, wo die Lernenden
auch das Schreiben verschiedener Verfügungen kennenlernen.
Gegen Ende des zweiten Lehrjahres sind sie, wie zu Beginn der
Lehrzeit, in der Buchhaltung tätig. Der neue Schwerpunkt liegt
in der Kreditorenbuchhaltung.
Im dritten Lehrjahr
Die ersten Erfahrungen im Umgang mit Kunden am Schalter
werden im September des dritten Lehrjahres gesammelt. Für
die folgenden zwei Monate wechseln die Lernenden den
Arbeitsort von Frauenfeld nach Amriswil, wo sie hauptsächlich am Schalter arbeiten. Zurück in Frauenfeld beginnt die
Vorbereitung auf die bevorstehende Lehrabschlussprüfung.
Die Lernenden haben dabei die Möglichkeit, das Gelernte der
letzten drei Jahre in den verschiedenen Abteilungen zu repetieren.
Während der dreijährigen Lehrzeit schreiben die Lernenden
sechs ALS-Arbeiten (Arbeits- und Lernsituationen). Dabei
wird das Verhalten sowie eine schriftliche Arbeit, in der das
erworbene Wissen geprüft wird, bewertet. Zusätzlich darf
jedes Jahr ein Prozess mit Flussdiagramm und Kurzbericht
beschrieben werden, der von den jeweiligen Berufsbildnern
bewertet wird. In den überbetrieblichen Kursen der öffentlichen Verwaltung, welche die Auszubildenden jedes Jahr für
eine Woche besuchen, darf die geschriebene Prozesseinheit in
einer Präsentation vorgestellt werden und anschliessend wird
sie von den Kursleitern bewertet. In diesen Kursen lernen sie
auch die öffentliche Verwaltung besser kennen. Es werden
Themen wie Staatsaufbau, Finanz- und Steuerwesen sowie das
Vormundschaftswesen behandelt.
Die abgeschlossene kaufmännische Lehre bildet eine gute Basis
für die Zukunft in der Berufswelt.
Martina Nef, 1. Lehrjahr, Buchhaltung
Thomas Hürlimann, 2. Lehrjahr, Back-Office
Jessica Oertle, 3. Lehrjahr, Support
Peter Benz
Leute · Ehrungen 19
25 Dienstjahre
Hansjörg Affolter
Peter Benz
Christian Eicher
Mit Beschluss des Regierungsrates vom
28. Mai 1996 wurde Hansjörg Affolter
Mitglied der nichtlandwirtschaftlichen
Schätzungskommission. Nebst der
Tätigkeit als Lehrabschlussprüfungsexperte, die er vom 1985 bis Ende 2004
ausübte, stellte er sich auch der Herausforderung zur Bewertung von nichtlandwirtschaftlichen Grundstücken mit grossem Engagement. Seit dem 1. August
2004 arbeitet Hansjörg Affolter im Teilzeitpensum als Liegenschaftenschätzer
bei der Steuerverwaltung.
Peter Benz verbrachte seine Jugendzeit
im Schlattertal. Nach seiner Ausbildung,
als Keramiker bei der Ziegelei Paradies,
suchte er bald eine neue Herausforderung. Die fand er als 22-Jähriger bei seinem Eintritt in den Staatsdienst am 1.
Januar 1985. Zu dieser Zeit hatte noch
jeder Strassenwart ein Teilstück der Kantonsstrassen zu betreuen. Dabei hatte
natürlich auch unser Jubilar den Stolz,
seine Strassen möglichst sauber und
gepflegt zu halten. Seine Aufgaben beim
kantonalen Tiefbauamt waren zu Beginn
sehr unterschiedlich. Der Jubilar arbeitete dabei in den verschiedensten Bereichen des Strassenunterhalts. Seit längerer Zeit ist er sehr zufrieden bei seiner
täglichen Arbeit in der Grüngruppe. Als
Kontrast zu seiner Arbeit im Lärm und
Staub erholt sich Peter in seiner Freizeit
auf dem Tanzparkett. Ebenfalls spielt er
gerne auf seiner Orgel oder geniesst es,
sich bei schöner Musik zu entspannen.
Der Jubilar trat am 1. Januar 1985 bei
der kantonalen Steuerverwaltung als
Kontrollbeamter in der Abteilung Verrechnungssteuer ein. Bereits auf den 1.
Mai 1986 wurde Christian Eicher, aufgrund seiner qualifizierten Tätigkeiten
bei der Steuerverwaltung, im Bankwesen
sowie auf einem Gemeindesteueramt,
zum Leiter der Abteilung Steuerrevisorat
gewählt.
Hansjörg Affolter verfügt als dipl. Architekt ETH/SIA mit langjähriger Praxis
über ein grosses Fachwissen in der Baubranche. Dieses setzt er erfolgreich bei
seiner Tätigkeit als Liegenschaftenschätzer ein. Sein vorbildlicher Einsatz, die
hohe Sozialkompetenz sowie sein Kundenverhalten zeichnen Hansjörg Affolter
als wertvolle Stütze im Schätzungswesen
aus. Wie der Beruf des Hochbauzeichners blieb auch das Schätzungswesen vor
grundlegenden Veränderungen nicht verschont. So stellte die Reorganisation auf
Tablet PC für jeden Liegenschaftenschätzer eine Herausforderung dar.
Ich danke Hansjörg Affolter für seinen
Einsatz und die Treue und wünsche ihm
für die Zukunft gute Gesundheit und
weiterhin Zufriedenheit bei der Tätigkeit
im Schätzungswesen.
Jakob Rütsche, Chef Steuerverwaltung
Lieber Peter, im Namen von allen Mitarbeitern danke ich dir für deinen langjährigen Einsatz und gratuliere dir ganz
herzlich zu deinem Jubiläum. Für deine
weitere berufliche und persönliche
Zukunft wünschen wir dir alles Gute.
Max Koradi, Bezirkschef, Tiefbauamt
Die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt
er vollumfänglich, hat er sich doch
innert kürzester Zeit zu einem kompetenten und fachkundigen Abteilungsleiter entwickelt. Zu seinen Kernaufgaben
gehören, neben der Abteilungsleitung,
die Revision der Steuerabschlüsse der
Gemeinden, die Beratung der Gemeindefunktionäre in Sachen Steuerbezug und
Buchführung wie auch das Stundungsund Erlasswesen betreffend die Staatsund Gemeindesteuern und neuerdings
auch der direkten Bundessteuer.
Christian Eicher erfüllt seinen vielfältigen, verantwortungsreichen und
anspruchsvollen Aufgabenbereich mit
sehr grossem Einsatz und Engagement
sowie ausgeprägtem Verantwortungsbewusstsein. Dafür und für seine Treue
danke ich ihm herzlich. Ich wünsche
Christian für das absehbare Berufsende
alles Gute und viel Schönes.
Jakob Rütsche, Chef Steuerverwaltung
Hermann Frey
Regierungsrat Kaspar Schläpfer (links) und Generalsekretär Andreas Keller (rechts aussen) freuen sich mit dem
Team des Veterinäramtes über die erfolgreiche ISO-Zertifizierung: (v.l.n.r.): Christian Senn, Ulrich Rupp, Ulrich
Weideli, Maja Goldinger, Martin Häne, Paul Witzig, Laura Brügger, Urs Knill, Stefan Munsch (F.E.E. Consult AG),
Jörg Cadisch, Rosmarie Schnelli, Barbara Juchli.
Foto Susanna Grüninger
20 Leute · Ehrungen
25 Dienstjahre
Wir gratulieren
Hermann Frey
Rosmarie Fröhlich
Hermann Frey wuchs im Toggenburg
auf und ist mit der Natur und den Tieren
sehr verbunden. In seinen jungen Jahren
half Hermann über längere Zeit auf verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben
aus. In den achtziger Jahren zog es ihn in
die Ferne und er arbeitete bei einem Baugeschäft in Wilen bei Neunforn. Am
1. Januar 1985 trat Hermann Frey seine
neue Stelle im kantonalen Tiefbauamt
als Strassenwart an. Hermann war bei
allen Arbeitsgruppen ein beliebter und
wertvoller Mitarbeiter. Vor einigen Jahren machten sich beim Jubilar dann aber
Rückenprobleme bemerkbar. Seitdem
arbeitet er hauptsächlich im Magazin,
hilft beim Erstellen der Schriften für die
verschiedensten Signalisationen und
beim Aufstellen von Umleitungen mit. In
seiner Freizeit erkundet Hermann gerne
den Thurgauer Rundwanderweg, macht
Ausflüge mit seiner Frau Susanne oder
geniesst bei verschiedensten Veranstaltungen das Schweizer Volksbrauchtum.
Am 1. Januar 2010 durfte die Jubilarin
auf 25 Dienstjahre beim Betreibungsamt
Romanshorn zurück blicken. Bei ihrem
Eintritt als Verwaltungssekretärin war
für sie die Materie rund um das SchKG
neu. Auch in der Arbeitstechnik brachte
die Zeit viele Neuerungen. So war doch
der Umstieg von der Schreibmaschine
zum Computer mit einem grossen Lernprozess verbunden. Mit grossem Engagement arbeitete sich Rosmarie Fröhlich
in ihrem Tätigkeitsbereich ein und erwies sich als grosse Stütze im Arbeitsteam.
Lieber Hermann, im Namen von allen
Mitarbeitern gratuliere ich dir ganz herzlich zu deinem Jubiläum und danke dir
für deinen langjährigen Einsatz. Für die
berufliche und persönliche Zukunft
wünschen wir dir alles Gute.
Max Koradi, Bezirkschef, Tiefbauamt
Für ihren Einsatz und ihre langjährige
Treue zu unserem Amt danken wir
Rosmarie Fröhlich ganz herzlich. Wir
gratulieren zum Jubiläum und wünschen
für die Zukunft alles Gute.
Amtsleiter Heinz Fröhlich
(Seit 1. Januar 2010 im Ruhestand)
Roman Mosberger, Mitarbeiter im Amt
für Wirtschaft und Arbeit, Arbeitslosenkasse, zur bestandenen Berufsprüfung
zum Sozialversicherungs-Fachmann mit
eidg. Fachausweis. Brigitta Gerosa, Mitarbeiterin im Amt für Wirtschaft und
Arbeit, Arbeitslosenkasse, zur bestandenen Prüfung zertifizierte Sachbearbeiterin Personalwesen edupool.ch/KV
Schweiz.
Edgar Georg Sidamgrotzki, Chef Amt
für Wirtschaft und Arbeit
Alice Lampert, Sachbearbeiterin Ergänzungsleistungen zum erfolgreichen
Abschluss zur Sozialversicherungsfachfrau mit eidg. Fachausweis.
Anders Stokholm, Chef Amt für AHV
und IV
Rolf Wittker, Personalberater im Amt
für Wirtschaft und Arbeit, RAV Amriswil, zum erfolgreichen Abschluss als Personalassistent und Sandrine Egloff, Personalberaterin im Amt für Wirtschaft
und Arbeit, RAV Amriswil, zum erfolgreichen Abschluss als HR-Fachfrau mit
eidg. Fachausweis.
Heinz Erb, Leiter RAV Thurgau
Felix Granwehr, Regionalleiter RAV
Amriswil
Foto Susanna Grüninger
Leute · Ehrungen 21
Die anderen runden
Zahlen
Kommen und Gehen
20 Dienstjahre
Austritte
Brigitte Camenzind-Göldi, Sachbearbeiterin Datenmanagement,
Personalamt
Erika Dörflinger, Sekretärin, Betreibungsamt Kreuzlingen
Marcel Epper, Sekretär, Enteignungskommission
Anny Frischknecht, Sachbearbeiterin, Kantonsschule Frauenfeld
Karin Looser Hürsch, Bezirksgerichts-Sekretärin, Bezirksgericht
Kreuzlingen
Urs Müller-Widmer, Obstbauberater, Bildungs-und Beratungszentrum
Arenenberg
Hans Munz, Bezirksgerichts-Präsident, Bezirksgericht Bischofszell
Michael Polich, Rebmeister/Landw. Berater, Bildungs-und Beratungszentrum Arenenberg
Hans-Ulrich Portner, Hauswart, Finanzverwaltung
Heinrich Toggenburger, Trinkwasserinspektor, Kantonales
Laboratorium
Michael Dubach, Berater und Lehrer, BBZ Arenenberg
Melanie Hugentobler, Programmiererin, Amt für Geoinformation
Adrian Leutenegger, Leiter Abfallwesen, Amt für Umwelt
Angelo Miano, ICT-Techniker, Amt für Informatik
Roger Oechslin, Leiter Kanzleidienste, Staatskanzlei
Lea Okle, Sekretärin, Steuerverwaltung
Kurt Roth, Bereichsleiter IV, Amt für AHV und IV
Christina Steiner, Hauswirtschaftslehrerin, BBZ Arenenberg
Tanja Stenzl, Wissenschaftliche Sachbearbeiterin, Kulturamt
Peter Tanner, Forstingenieur, Kantonsforstamt
Eintritte (Siehe auch Seite 22)
Franziska Gnägi, Sachbearbeiterin, Generalsekretariat DJS
Cornelia Grobe, Sachbearbeiterin, Amt für AHV und IV
Pensionierungen
25 Dienstjahre
Barbara Merz, Obergerichts-Schreiberin, Obergericht
30 Dienstjahre
Beatrice Nagel, Sekretärin/Sachbearbeiterin, Notariat Romanshorn
Gisela Sotgiu, Sekretärin, Bezirksgericht Kreuzlingen
Wolfgang Boller, Sachbearbeiter, Amt für AHV und IV
Rosmarie Fröhlich, Sekretärin, Friedensrichter- und Betreibungsamt
Romanshorn
Christa Gross, Verwalterin, Napoleonmuseum
Hans Haag, Gruppenführer, Tiefbauamt, Unterhalt
Vera Minovsky, Sozialarbeiterin, Jugendanwaltschaft
Susanna von Niederhäusern, Rechnungsführerin, Tiefbauamt
35 Dienstjahre
Markus Oswald, Grundbuchverwalter/Notar, Grundbuchamt und
Notariat Aadorf
Konzert der Polizeimusik
Am Samstag, 13. März 2010, 20 Uhr, präsentiert das Spiel der Kantonspolizei Thurgau in der Mehrzweckhalle «Weitsicht» in
Märstetten das Jahreskonzert 2010. Unter dem Motto «Moments in Time» werden Melodien aus Filmklassikern und
Fernsehserien aufgeführt, die zum Träumen und Schwelgen einladen.
Traditionsgemäss wird der Saal ab 18.30 Uhr für Apéro und Nachtessen geöffnet sein. Weitere Informationen zum festlichen
Anlass unter www.polizeimusik-tg.ch. Das Musikkorps freut sich speziell auf Besucherinnen und Besucher aus der kantonalen
Verwaltung. Roland Schneiter
Foto Susanna Grüninger
22 Leute · Ehrungen
Eintritte
Andrea Degani
Sachbearbeiterin, Friedensrichter- und Betreibungsamt Romanshorn
Renate Deiss
Sachbearbeiterin,
Generalsekretariat DJS
Dagmar Diener
Personalberaterin, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Angela Granato
Sachbearbeiterin, Friedensrichter- und Betreibungsamt Frauenfeld
Philipp Joseph
Personalberater, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Markus Hochuli
Personalberater, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Astrid Hollenstein
Sachbearbeiterin, Steuerverwaltung
Daniela Knuchel
Sekretärin/Schalterangestellte, Kantonspolizei
Louise Manser-Helbling
Sachbearbeiterin, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Bruno Medici
Regionalleiter, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Robert Merckling
Personalberater, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Michel Pedroni
Personalberater, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Johanna Pilat
Sachbearbeiterin,
Staatskanzlei
Irene Putschert
Abwasseringenieurin,
Amt für Umwelt
Gabriele Segmüller
Sekretärin, Bildungs- und
Beratungszentrum
Arenenberg
Michael Signer
Dienstzweigchef Sicherheitspolizei, Kantonspolizei
Sabrina Tobler
Sachbearbeiterin, Friedensrichter- und Betreibungsamt Frauenfeld
Robert Widmer
Sachbearbeiter, Staatskanzlei
Daniela Wittwer
Personalberaterin, Amt für
Wirtschaft und Arbeit
Andrina Zürcher
Sachbearbeiterin,
Migrationsamt
Ruth Zuppa
Teamleiterin, Amt für AHV
und IV
Viel Spass bei der Theaterarbeit: Marietta Wiederkehr (links) und Regisseurin
Petra Haas.
Bis das Stück «Feuerwehrfrauen» richtig fetzt, müssen die Mitglieder der Weinlandbühne unzählige Probestunden absolvieren. Fotos fs
Vorletzte Seite 23
«Mir macht es Spass, die Akteure
ins rechte Licht zu rücken»
Seit 30 Jahren ist Marietta Wiederkehr
in der Theaterszene für Laien aktiv –
zurzeit als Regieassistentin beim
Stück «Feuerwehrfrauen» der Weinlandbühne Andelfingen. «Mir macht es
Spass, hinter den Kulissen tätig zu
sein und die Akteure ins rechte Licht
zu rücken», meint die 64-Jährige zu
ihrem Hobby. Im Beruf sei es nicht
anders. Als stellvertretende Leiterin
der Parlamentsdienste sorgt sie im
Team der Staatskanzlei für einen reibungslosen Ablauf im Grossen Rat
des Kantons Thurgau.
Die Handlung garantiert überraschende
Szenen, wie sie für die Aufführung einer
Volksschauspielbühne typisch sind: Die
Stabilität und Harmonie einer Frauenfeuerwehr wird durch den Einzug von
drei Männern nachhaltig erschüttert. Bis
sich die Truppe wieder einigermassen
zusammengerauft hat, folgen sich turbulente Szenen und witzige Dialoge Schlag
auf Schlag. Die Thurgauer Regisseurin
Petra Haas hat die Inspiration zum ulkigen Stück in einer niederländischen
Quelle gefunden und die Rollen den Darstellern der Weinlandbühne auf den Leib
geschrieben.
Am Anfang Lockerungsübungen
Der Probenabend beginnt mit einer leichten Verspätung. Nicht alle der sechs
Frauen und drei Männer haben das alte
Schulhaus in Oerlingen, zwischen Andelfingen und Marthalen, auf Anhieb gefunden. Normalerweise finden die Proben
im Saal des Restaurants Bahnhof in
Henggart statt. Warum die Regisseurin
den Probenabend mit Lockerungsübungen beginnt, wird dem Betrachter spätestens zu vorgerückter Stunde klar:
Geprobt wird unermüdlich und ohne
Pause während gut dreier Stunden. Die
Szene ist komplex und anspruchsvoll.
Zuerst müssen die Abläufe klar sein,
dann erst kann intensiv an den Dialogen,
der Mimik und Gestik gefeilt werden,
welche die Beziehungen der Schauspieler
in der Gruppe spiegeln.
Übersicht nicht verlieren
Für Marietta Wiederkehr gilt es, jederzeit
die Übersicht zu wahren. Während die
Regisseurin Anweisungen erteilt und
auch schon mal eine Sequenz vorspielt,
überwacht sie die Abläufe im Textbuch
und trägt Änderungen laufend nach.
Auch ihr wird keine Pause gegönnt, oft
ist sie die einzige, die im Trubel der Ereignisse noch weiss, was wann wie festgelegt
wurde. Im Laufe des Abends gewinnt die
Szene immer mehr Konturen, der Anteil
an Improvisation sinkt, die Abläufe sind
flüssiger, logischer, dynamischer. «Am
Schluss sollten Text und Abläufe auf der
Bühne übereinstimmen, dafür bin ich,
zusammen mit der Regisseurin, verantwortlich», meint Marietta Wiederkehr.
Ihr macht es offensichtlich Spass, Ordnung ins kreative Chaos zu bringen.
Ähnlich wie im Job
«Eigentlich mache ich tagsüber eine ähnliche Arbeit. Auch dem Parlamentsbetrieb liegen klare Regeln zu Grunde. Es
gilt, die kreativen Prozesse, welche die
Politikerinnen und Politiker auslösen,
entsprechend zu kanalisieren und angesichts der Vorstösse, Änderungsanträge
und Entscheidungen nicht die Übersicht
zu verlieren», schmunzelt Marietta
Wiederkehr. Dass ihr dabei so wohl ist
wie der Forelle im Bergbach, spürt man,
sei es bei der Arbeit oder hinter den Theaterkulissen.
Graue Eminenz im Hintergrund
Mit dem Theatervirus angesteckt wurde
Marietta Wiederkehr bereits vor rund 30
Jahren durch ihren Ehemann. «Er spielte
schon als junger Bursche bei Abendunterhaltungen mit, dann bei der Laienspielbühne Frauenfeld, der Weinlandbühne
Andelfingen und jetzt ist er bei der ‚Bühni
Wyfelde’ aktiv.» Aber statt selber auf der
Bühne zu stehen, bleibt sie lieber die
graue Eminenz im Hintergrund, übernimmt die Regieassistenz oder bringt ihre
Kenntnisse bei den Kostümen, Masken
oder beim Bühnenbild ein. «In all den
Jahren habe ich in den verschiedensten
Bereichen mitgearbeitet und mit ProfiRegisseuren viele Erfahrungen gesammelt. Nach wie vor fasziniert mich, die
Schauspieler bei der Entwicklung ihrer
Rollen zu unterstützen und ein Stück zur
Vollendung zu bringen.»
Florian Stöckli
Am 19. April findet die Premiere des Stücks
«Feuerwehrfrauen» der Weinlandbühne im
Löwensaal in Andelfingen statt. Danach
sind insgesamt 7 Aufführungen geplant.
Infos unter: www.weinlandbuehne.ch
Impressum
Redaktionskommission Walter Hofstetter, Informationsdienst (Vorsitz);
Linus Lüthold, Personalamt (Vorsitz Stv.); Martin Bächer, Amt für Mittel- und
Hochschulen; Anne-Mette Baumgartner, personalthurgau; Heinz Brandner,
DEK; Pius Lang, Pensionierten-Vereinigung; Anita Enz, Amt für Umwelt; Alex
Fey, DJS; Christoph Greminger, Kantonspolizei; Susanna Grüninger, Informationsdienst; Peter Guarisco, BLDZ; Claudia Mathias, DBU; Manuela Olgiati,
Naturmuseum; Gabriele Scheiber, DIV; Florian Stöckli, Informationsdienst.
Grafik |Layout Nicola Tauro, dfp Kommunikation AG, Weinfelden
Druck Sonderegger Druck AG, Weinfelden
Redaktion Susanna Grüninger, Informationsdienst, susanna.grueninger@tg.ch
Administration (Adressänderungen) Karin Schreiner, Personalamt,
Marktplatz, St. Gallerstr. 11, 8510 Frauenfeld, Telefon 052 724 13 46,
Fax 052 724 13 53, karin.schreiner@tg.ch
Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe: 19. März 2010
24 Letzte Seite
Wettbewerb
Leuechralle
73 Antwortcoupons gingen ein, 46 enthielten die richtigen
Lösungen. Wir gratulieren den glücklichen (diesmal nur)
Gewinnern!
Die drei «P» des Jahres 2009
Die richtigen Antworten
1. Apfel
2. Johann Konrad Kern
3. Ticketsystem
4. Titelseite
Die Gewinner
1. Kurt Bilang, Frauenfeld
(zwei Halbtax-Tageskarten «Ostwind»)
2. Paul Witzig, Veterinäramt, (ein Thurgauer Sackmesser)
3. Fritz Uehlinger, Weinfelden
(eine Sigg-Bottle im TG-Look)
Wer kennt die «Leuetatze»?
1. Was ist das Thema der Ausstellung «wie bist du so
schön»
2. Seit wann gibt es den Thurgauer Technologietag?
3. Welche Familiengemälde sind in den Thurgau
zurückgekehrt?
4. Von welcher Seite stammt der obenstehende
Bildausschnitt?
Lösungen an «Leuetatze»-Wettbewerb, Informationsdienst, Regierungsgebäude, 8510 Frauenfeld
«Leuetatze-Wettbewerb» 1 · 2010
Name
Adresse
Frage 1
Frage 2
Frage 3
Frage 4
Einsendeschluss: 19. März 2010
Jahresrückblicke sind naturgemäss rückwärtsgewandt, also das
Gegenteil von fortschrittlich. Zudem sind bereits wieder fast zwei
Monate des neuen Jahres vergangen. Vieles spricht also dagegen. Trotzdem wagen wir noch eine kurze Retrospektive auf das
Jahr 2009. Drei P hielten den Thurgau im vergangenen Jahr auf
Trab: «Pitbull», «Prinz» (arabischer) und «proportionaler Einheitssteuersatz».
Der Pitbull steht stellvertretend für alle Hunde auf der Rasseliste, die im Thurgau einer Halterbewilligung bedürfen. Unglücklicherweise ist ein solcher Hund einer Einschläferung zum Opfer
gefallen, was in gewissen Tierschutzkreisen zu lauten Unmutsbezeugungen geführt und das Veterinäramt arg beschäftigt hat.
Der e(c)klige arabische Prinz mit dem angeblichen Milliardenvermögen ist der Steuerverwaltung und dem Migrationsamt auf der
Nase herumgetanzt, und die Ablehnung des proportionalen Einheitssteuersatzes, auch Flat Rate Tax genannt, hat nicht nur dem
Finanzminister zu denken gegeben. Allen drei Themen schenkten die Medien überproportional Beachtung, was in den heutigen Zeiten der Aufregung und Sensationen im Medienbereich
nicht weiter verwunderlich ist. Im Fall des vermeintlichen arabischen Prinzen war oftmals eine Prise Spott nicht überles- und
überhörbar.
Übrigens, wer jetzt aus unerfindlichen Gründen auf die absurde
Idee kommen sollte, einen Zusammenhang zwischen den drei
Thurgauer P und den drei P der mit dem altbewährten Muster
von «Schadenfreude ist die schönste Freude» gestrickten, erfolgreichen Fernsehsendung «Pleiten, Pech und Pannen» herzustellen, dem oder der sei das altfranzösische Sprichwort «honni
soit qui mal y pense» oder auf deutsch «ein Schelm ist, wer
Böses dabei denkt» ans Herz gelegt.
Walter Hofstetter
Document
Kategorie
Seele and Geist
Seitenansichten
57
Dateigröße
1 685 KB
Tags
1/--Seiten
melden