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editorial wie wertvoll ist der designer? - VDMD

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2009
3
extra
d d v e x t r a – v e r b a n d s i n f o r m at i o n d e u t s c h e r d e s i g n e r v e r b a n d / g e r m a n d e s i g n e r s ’ a s s o c i at i o n
vdMd
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
S .2 VDID/VDMD
. . . . . . . . . . . . . . . . . . .
S.8
VDID
................................
S.10
mitgliederversammlung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2
i d d / e v e n t s . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
5 0 j a h r e v d i d ................................. 12 – 1 4
wettbewerbe/messen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
i n t e r v i e w . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
v e r s c h i e d e n e s ...................................... 15
bericht aus peking . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
b e r i c h t e / a u s s t e l l u n g e n . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 – 9
r e g i o n a l e s ....................................... 17–19
vdmd@xing/regionales . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
v e r s c h i e d e n e s / w e t t b e w e r b e . . . . . . . . . . . 10–11
editorial
Wie wertvoll ist der Designer?
D
ie Spatzen pfeifen es von allen Dächern: Kreativwirtschaft ist in aller Munde und die Design­
wirtschaft ist die Leitbranche. Selbst Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier bezeichnet
Kultur und Kreativität als Jobmotor mit bis heute mehr als 238.000 Unternehmen und Selbständigen und er möchte die Voraussetzungen schaffen, um hier weitere Arbeitsplätze zu schaffen.
Überall, wie z.B. in NRW, wo sich Wirtschaftsministerin Christa Thoben persönlich sehr stark für
das Wachstum des Designbereichs einsetzt, entstehen staatliche Initiativen, um Design in den
Focus und in das Bewusstsein der Wirtschaft zu transportieren. Unsere Botschaft scheint also sowohl in Berlin als auch auf Landesebene angekommen zu sein und wir sehen darin ein erfreuliches
Zeichen der Erkenntnis.
So weit, so gut. Szenenwechsel, weg von der Politik hin zum Tagesgeschäft: Vor einigen Wochen
fand ich auf »Jobrapido«, einem der unzähligen Jobportale, unter anderem folgendes Inserat:
Modedesignerin gesucht, mehrjährige Berufserfahrung, gute Schnittkenntnisse und etc. gesucht,
Honorar: 12,50 Euro die Stunde. Tags darauf beim bekannten Discounter um die Ecke ebenfalls
ein Jobangebot: Mitarbeiter, auch ungelernt, gesucht, Stundenlohn: 12,50 Euro, zugegeben eine
übertarifliche Bezahlung. Die Geschichte mit der Designerin ist leider kein fiktiver Einzelfall. Wie
eine interne Umfrage im VDMD ergeben hat, bewegen sich gezwungenermaßen zu viele unserer
Kolleginnen und Kollegen in ähnlichen Honorardimensionen. Dies ist ein deutliches Zeichen für
mich, dass die Wertschätzung des Designers besonders im Bereich Mode- und Textildesign kaum
stattfindet, weder als Person, noch als professioneller Prozessinitiator, der auf der Hierarchieebene
der Geschäftsleitung zu stehen hat. Dies ist sicherlich nicht nur eine Frage der viel zitierten Krise,
sondern vielmehr ein Resultat der weitverbreiteten Ansicht, dass Gestaltungsprozesse entweder
vom Einkauf, vom Handelsvertreter oder von der Tochter des Chefs angestoßen werden. Der
Designer ist in vielen Fällen lediglich für eine halbwegs rechtssichere Adaption eines bereits vorhandenen Produkts verantwortlich und wird somit lediglich als Handlanger und nicht als Schöpfer
angesehen, was wiederum sein Honorar entscheidend negativ beeinflusst.
Wenn auch die Wirtschaft einerseits die Wichtigkeit gut gestalteter Produkte und professionell
durchdachter Prozesse zunehmend erkennt und die wettbewerbsentscheidenden Aspekte guten
Designs mehr und mehr zu schätzen weiß, so ist man jedoch andererseits zu großen Teilen noch
nicht bereit, dafür auch die entsprechenden Honorare zu bezahlen.
Wir wissen, wie wertvoll unser Beruf für die Wirtschaft ist, die staatlichen Institutionen sind gerade
dabei, die Wichtigkeit der Designwirtschaft zu erkennen, nun ist die Wirtschaft selbst an der Reihe,
nicht nur die Wertigkeit des Produkts, sondern auch die des Designers zu verstehen und seine
Arbeit adäquat zu vergüten. Eine der wichtigsten zukünftigen Aufgaben unserer Verbände besteht
für mich darin, diesen Prozess weiter voran zu treiben. Wir müssen Industrie und Handel davon
überzeugen, dass wir nur in gegenseitigem Respekt und Anerkennung unsere Markwirtschaft für
alle funktionsfähig und zufriedenstellend gestalten können.
π René Lang
Präsident des VDMD
VDMD extra
Mitgliederversammlung
A
m Samstag, den 1 4 . N o v e m b e r 2 0 0 9 , findet die alljährliche Mitgliederversammlung des VDMD in Frankfurt/Main
statt. Themen sind die Berichte des Vorstandes und der Geschäftsführung sowie deren formaler Entlastung für das Jahr 2008, die
aktuellen Entwicklungen in den Regionen, die neuen Aktivitäten
des Verbandes sowie eine Aussprache mit den Anwesenden.
Am Vortag findet der VDMD-Trendtag Sommer 2011 statt, außer-
dem lädt Regionalleiterin Kristina Caspary-Gallus zum Regionaltreffen im Anschluss an die Mitgliederversammlung ein – die Reise
nach Frankfurt lohnt sich!
Genaue Informationen über Programm und Ort standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Die Mitglieder des VDMD werden
rechtzeitig informiert und eingeladen.
π vdmd@fashiondesign.de
Wettbewerbe
Golden Shirt Award 2010
Unter dem Motto »Die Farbe Rot« läuft
der 3. Wettbewerb Golden Shirt Award
2010. Veranstalter ist der Herausgeber der
Fachzeitschrift TVP Textilveredlung und
Promotion und Organisator der Messe TV
TecStyle Visions (4. bis 5. Februar 2010 in
Stuttgart), Verlagshaus Gruber, Eppertshausen. Gefragt sind kreative Kombinationen
dekorativer Druck-, Stick- und Flocktechniken auf Bekleidung oder Bahnenware.
Ausgelobt werden insgesamt 6.500 Euro
von den Sponsoren melco, IVM SighTEX,
Madeira Garnfabrik und maag flock.
π Anmelde- und Einsendeschluss: 30. Sep­
tem­ber. www.tvp-textil.de/downloads/gsa.pdf
Erster German Fashion
Film Award
Gefördert wird dieser Award durch das
Bundesministerium für Wirtschaft und
Technologie. Ziel ist die internationale Förderung deutscher Designer, die seit mindestens zwei bis höchstens acht Jahren mit
einer eigenen Marke auf dem Markt sind.
Diese sollen in Zusammenarbeit mit den
Absolventen der deutschen Filmakademien
einen Drei-Minuten-Clip kreieren, der ihre
Kreativität beweist. Es gibt drei Kategorien:
DOB, Haka und Accessoires. Die Gewinner
werden Ende Juni 2010 zum Auftakt der
Fashion Week in Berlin vorgestellt.
π Anmeldeschluss: 31.Dezember 2009
Einsendeschluss der Clips: 30. April 2010
www.german-fashion-film-award.com
4. VDMD-Wettbewerb
Fashion DesignART
Unter dem Motto: Global Ethnic wird in
Kürze der vierte Wettbewerb ausgeschrieben.
Zur Premium im Januar 2010 wird die Jurierung und Preisverleihung stattfinden. Weitere
Informationen erhalten alle VDMD-Mitglieder rechtzeitig von der Geschäftsstelle.
Seminare
Schnitt-Seminare
vom ABST-Institut
Teilnahmegebühr: 280 EUR netto statt
400 Euro netto für VDMD-Mitglieder. Die
Preise sind Tagespreise und enthalten jeweils
ein Mittagessen und zwei Pausenimbisse.
DOB G r a d i e r u n g S c h n i t t K n o w
How für Industrie und Handwerk
Begleitendes Seminar zur Erleichterung der
Arbeit, am Computer als auch manuell, nach
dem gleichnamigen Fachbuch »DOB Gradierung Schnitt Know How für Industrie und
Handwerk«. Referentin: Elisabeth Fändrich
1 1 . S e p t e m b e r 2 0 0 9 Düsseldorf
2 5 . S e p t e m b e r 2 0 0 9 München
Know How der
Schnitt-Perfektionierung
Erfahrungen, Erkenntnisse und Neuentwicklungen für die wichtigsten
Produktgruppen der DOB. Referentin:
Annegret Brinkmann-Stieler.
2 6 . S e p t e m b e r 2 0 0 9 München
Pa s s f o r m o p t i m i e r u n g
in Theorie und Praxis
Erste Hälfte des Seminares vermittelt Ihnen
das Basiswissen des Seminars »Know How
der Schnittperfektionierung«, die zweite
Hälfte ist eine Schnittoptimierung der
mitgebrachten Teile der Teilnehmer (Jeder
Teilnehmer bitte 2 Demonstrationsteile
mitbringen).
Referentin: Annegret Brinkmann-Stieler.
1 2 . S e p t e m b e r 2 0 0 9 Düsseldorf
1 0 . O k t o b e r 2 0 0 9 München
π www.abst-institut.de
Stickereiseminare
von Mountek
Der Stickmaschinenhändler bietet für Neueinsteiger und Fortgeschrittene Stickseminare. Das Basisseminar für Neueinsteiger
2 4 . S e p t e m b e r 2 0 0 9 Winterlingen
2 6 . N o v e m b e r 2 0 0 9 Winterlingen
Kosten: 190 EUR zuzüglich MwSt.
π www.stickmaschinen.biz/
seminare-2.html
Stickerei-Seminare
von Gunold
Workshop »Sticken in der Praxis«
Der zweitätige Workshop behandelt Fragen
des richtigen Einsatzes von Stickmaterialien.
2 . + 3 . O k t o b e r 2 0 0 9 Stockstadt
6 . + 7 . N o v e m b e r 2 0 0 9 Stockstadt
Kosten: 390.– EUR zuzüglich MwSt.
W orkshop » Punchen in d e r P r a x i s «
Der zweitägige Workshop ist für Puncher,
die bereits digitalisieren können, ihre
Punchsoftware beherrschen und jetzt ihr
Know how vertiefen wollen. In diesem Kurs
punchen Sie selbst – mit Ihrem Laptop und
Ihrer Software.
2 . + 3 . O k t o b e r 2 0 0 9 Stockstadt
6 . + 7 . N o v e m b e r 2 0 0 9 Stockstadt
Kosten: 390.– EUR zuzüglich MwSt.
π www.gunold.de
VDMD extra Gewinner des 3. VDMD-Wettbewerbs Fashion DesignART
D
ie Juroren hatten dieses Mal 15 Interpretationen des vorgegebenen Themas »Transformation« zu begutachten und
ihr Votum jeweils zu begründen. Eine echte Herausforderung
für die Designer­innen waren die vorgegebenen Materialien der
Sponsoren: Funktionstextilien von Schoeller Textiles, CRYSTALLIZED ™ – Swarovski Elements von Swarovski, Stickgarne von
Madeira Garnfabrik und Inkjetdruck von Braun Digitaldruck. Ort
der Jurierung und der Vergabe der Preise war der stylish inszenierte
Messestand des VDMD auf der Modemesse Premium (1. bis
3. Juli 2009) in Berlin. Der 4. Wett­bewerb Fashion DesignART ist
bereits in Vorbereitung.
Der erste Preis ging – bereits zum zweiten Mal in Folge – an
Rebekka Antoniadou, freie Designerin aus Ulm, für ihr ausgefallenes Kleid­konzept.
Den zweiten Preis
errang Gabriele Jost,
freiberufliche Designer­
in aus Sand­hausen,
mit ihrem eleganten
Abendkleid mit Kapuze und Schulterpasse. Über den dritten Preis freute sich Elke Dürer
aus Düsseldorf.
Explizites Ziel ist, die kreative Kompetenz von Mode- und Textil­
designern zu unterstreichen. Ausgelobt werden drei Jahresmitgliedschaften im VDMD, jeder Teilnehmer erhält eine Urkunde.
S p o n s o r e n d e r p r ä s e n tat i o n : ASA Selection, Höhr-Grenzhausen | Moch Figuren, Köln | Premium Exhibitions, Berlin |
Kristallglasfabrik Spiegelau, Neustadt a. d. Waldnaab
Jurysitzung mit
intensiver Diskussion
Foto:
Claudia Ollenhauer-Ries
Messen
Z
ahlreiche unserer Designer nutzten das Angebot der bread &
butter, über die Geschäftsstelle die heißbegehrten Eintrittskarten zu beziehen. Nur so ist eine Legitimation möglich, da der
Einlass zur Messe äußerst restriktiv gehandhabt wird.
Die Premium, bei heißem Berliner Wetter, war sehr erfolgreich
für den VDMD, da wir erstmal eine größere Fläche bespielen
konnten. Sie wurde Plattform für die Arbeiten der Finalistinnen
des 3. VDMD­-Wettbewerbs Fashion DesignART und Tagungsort der
jektleitung von Hendrik Hwang, Dozent an der MD.H in München,
entstand eine spannende Inszenierung. Sie löst das Projekt Meet
your next designer ab, das nicht die gewünschte Resonanz fand.
Herzlichen Dank an Frank Junker und sein Team.
Wa s wä r e n w i r o h n e s i e ?
Stets unterstützt unsere Präsentationen Dr. Josef Moch, Moch
Figuren, durch die bereitwillige Lieferung seiner Figuren an die
jeweiligen Messestandorte. Dazu kommen die ehrenamtlichen Pro-
Auf der Premium in Berlin
Zum ersten Mal: unser Stand auf der JAM in Köln
Foto: Claudia Ollenhauer-Ries
Foto: André von Schúeck
Jury. Auch unsere Trendvorträge, die erstmals im Auditorium der
Premium stattfanden, verzeichneten einen Achtungserfolg. Heißen
Dank an Anita Tillmann und Norbert Tillmann mit ihrem Team.
Aufgrund dieser Inszenierung sagte uns die Projektleiterin Elke
Sautter der CPD spontan mehr Raum zu – den wir mit dem
neuerlichen Aufbau der Wettbewerbsexponate zu nutzen wussten.
Elke Sautter und Executive Director Fashion Mirjam Dietz gilt in
Düsseldorf unser herzlicher Dank.
Erstmals war der VDMD auch auf der JAM in Köln. Obwohl die
Messe schwächer noch als im Januar besucht wurde, gilt sie als
wichtige Arbeitsmesse – bei der die After-Fair-Party für den Hype
sorgt. Möglich machten diese VDMD-Darstellung Frank Junker und
Sebastian Klinder, die uns seit Jahren auch auf der munich fabric
start intensiv unterstützen.
Parallel zum Redaktionsschluss liefen die letzten Vorbereitungen
zur munich fabric start. Hier wurden erneut die Wettbewerbs­
modelle gezeigt. Novum war die multimediale Darstellung des
VDMD und einiger Designer im Projekt EINBLICK. Unter der Pro-
Wieder spielerisch inszeniert: der VDMD-Stand auf der CPD
in Düsseldorf Foto: André von Schúeck
jektleiter, Regionalleiter, ungezählte Mitglieder sowie die Mitarbeiterinnen unserer Geschäftstelle, die in den oft stressigen Auf- und
Abbauphasen die Ruhe bewahren, Hand anlegen, wo es notwendig
ist, und die Stand-Besetzung sicher stellen. Ihnen allen gilt besonderer Dank, denn ohne sie wäre diese aufwändige und massive
Präsenz nicht zu realisieren! Sie haben alle, trotz der Arbeit, zu
Lachen gehabt, neue Kontakte geknüpft und auch das eine oder
andere Business eingefädelt.
Nach der Messe ist vor der Messe
Wer das Netzwerk des VDMD intensiv nutzen möchte, ist herzlich
eingeladen, die Messeprojektleiter tätlich zu unterstützen. Der
Jahresanfang 2010 bietet reichlich Gelegenheit: Heimtextil, ISPO,
Premium, CPD, JAM und munich fabric start finden in dichter
Folge, teilweise mit zeitlicher Überschneidung statt. Infos gibt es
bei Geschäftsführerin Mara Michel.
π vdmd@fashiondesign.de
VDMD extra
Report | Mode- und Textilausbildung in Deutschland
D
er VDMD wollte es genau wissen: Wo wird der kreative
Nachwuchs ausgebildet. VDMD-Praktikantin und zukünftige
Modestudentin Yvonne Koutny checkte die Studienmöglichkeiten.
Das Fazit der Recherche: 32 Ausbildungsstätten stehen zur Wahl.
Neben den staatlichen Hochschulen und Fachhochschulen
bewerben sich 17 private Einrichtungen um Studierende. Teilweise
müssen die Studierenden bzw. ihre Financiers bei den Privaten tief
in die Tasche greifen: Studiengebühren von bis zu 575 Euro monatlich plus eine satte Aufnahmegebühr von bis zu 900 Euro lassen
ein siebensemestriges Studium plus Lebenshaltungskosten den
Wert eines gut ausgestatteten Mittelklassewagens erreichen. Die
Aufnahmebedingungen wie auch die Studiencuriculae variieren,
dank Föderalismus im Kultur- und Bildungsbereich, von Bundes-
land zu Bundesland. Meist sind jedoch künstlerische Mappen
Pflicht, teilweise auch eine abgeschlossene Schneiderlehre. Die
Abschlüsse sind Bachelor of Arts (B.A.), in Reutlingen und Albstadt
ist auch ein Master of Arts (M.A.) möglich. Private titulieren die
Absolventen zum Beispiel als Staatlich geprüfte/r Modedesigner/in
oder Modellmacher/in, Stylist oder Modelist. Im Angebot sind
auch Meisterausbildungen und studienvorbereitende Lehrgänge.
π Die Ausbildungsstätten sind ab sofort auf www.vdmd.de /
Service / Links gelistet.
Eine detaillierte Zusammenfassung des Reports wird ab Herbst
2009 gegen eine 25 EUR Schutzgebühr beim VDMD erhältlich sein.
π VDMD@fashiondesign.de
Peking-Reise
G
Business und
Sightseeing in
Peking – zweite
von rechts:
Gabriele Jost,
die Berichterstatterin
abriele Jost nahm im Oktober 2008 eine Business-Reise, organisiert von Geo Tours International, zusammen mit Gudrun
Weiss-Dannholz, Renate Harvan und Semka Muratovic sowie
weiteren Teilnehmern wahr und schildert ihre Eindrücke.
Beim Citycheck Peking fällt uns auf: Mode und Modedesign begegnet einem in Peking auf der Straße sehr selten. Die Menschen sind
größtenteils westlich gekleidet. Zum Teil tragen sie aber auch noch
Mao-Look. Auch in den Geschäften findet man neben diesem Stil
vor allem europäische Marken. Moderne Dessins z.B. Drucke gibt
es nicht. Chinesische Designer mit eigenständiger Aussage sind
uns nur sehr vereinzelt, z.B. im Art-District, begegnet.
Bei der China Fashion Association treffen wir dessen Vizepräsidentin Pauline Su. Hier sind die angestellten Modedesigner organisiert, berichtet sie uns. Textildesigner scheint es in China nicht zu
geben, neue Entwicklungen in diesem Bereich gehen eher von den
Technikern aus, Trendthemen und Kollektionsaussagen werden
aus Europa importiert. Der China Fashion Design Award wird jedes
Jahr an die zehn besten Modedesigner vergeben. In China gibt es
142 Mode-Ausbildungsstätten und 90 Model-Agenturen.
Wir besuchen eine der drei Design-Hochschulen in Peking, an der
Studenten der verschiedenen Designsparten ausgebildet werden.
Wir erfahren von der Dekanin der Modefakultät, dass das Studium
in China vier Jahre dauert und mit Bachelor abgeschlossen wird. In
den ersten beiden Jahren wird allgemeines Design unterrichtet. Danach folgt eine Zwischenprüfung. Die letzten beiden Jahre arbeiten
die Studenten eng mit der Industrie zusammen. Die Firmen geben
die Themen vor und die Studenten machen die Ausarbeitung. Unsere Gesprächspartner, darunter zwei Professorinnen, zeigen sich
äußerst interessiert am Modedesign­studium an deutschen Hochschulen. Ich habe
den Eindruck, dass
unser Verständnis
von Kreativität als
Grundlage für Design und der Ablauf
einer Kollektionsentwicklung für
sie nicht nachvollziehbar ist. Der
Designer scheint hier eher für den technischen Ablauf zuständig zu
sein als für den kreativen Prozess.
Wir besuchen das Bekleidungsunternehmen Eve: Vier Marken im
Showroom, die Kollektion »Notting Hill« wohl die Premium Marke
und an Boss angelehnt. Wir dürfen hinter die Kulissen sehen:
Das Interiordesign zeigt eine moderne Symbiose von antiker
chi­nesischer Kunst und technischer Materialien. Die Büros der Mitarbeiter, auch der Designer, sind eher klein und eng. Der Bereich
Objektdesign, den das Unternehmen ebenfalls abdeckt, präsentiert sich in den zahlreiche Vitrinen. Auch hier nimmt das Design
die klassischen chinesischen Elemente auf und transformiert sie
in moderne authentische Gebrauchsgegenstände, die auch auf
dem internationalen Markt abgesetzt werden. Genau dies fehlt im
Bereich Mode noch ganz.
Zum Abschluss empfängt uns der Präsident des Unternehmens,
Mr. Wang. Offensichtlich spricht er lieber mit einem gleichrangigen
Gegenüber, denn er vermisst den Präsidenten des VDMD (damals
noch Dietrich Metzger). Im Verlauf des Gesprächs können wir uns
aber als interessante Gesprächspartner positionieren. Er bestätigt,
die Marke Notting Hill sei an Hugo Boss angelehnt, aber man sei
mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Zum Beispiel sei die Schnitttechnik noch nicht optimal. Es gäbe einen Showroom in Mailand,
aber eine Erweiterung des Vertriebsnetzes etwa nach Deutschland
sei aber im Moment nicht geplant. Eve sei auch auf der Suche
nach Modedesignern für Männermode und Mr. Wang hatte sich
vom Präsidenten des VDMD einige – persönliche – Empfehlungen
erhofft. Das Booklet reicht ihm nicht und er bittet um eine persönliche Beratung von Präsident zu Präsident.
Ein weiterer Unternehmenszweig ist die Produktion von Corporate
Fashion. Da konnte ich ja immerhin mich als Fachfrau outen. Hier
lässt sich ebenfalls eine Zusammenarbeit denken, Designleistung
einkaufen oder die Produktion von Serien übernehmen. Zum
versöhnlichen Abschluss macht Mr. Wang uns das Angebot, ihn
bei jeder denkbaren Fragestellung zu kontaktieren. Er werde gerne
behilflich sein oder unsere Anfragen an befreundete Unternehmen
weiterleiten.
π Gabriele Jost, gab.jost@t-online.de
VDMD extra VDMD@XING
Z
wischenzeitlich sind rund 70 Mitglieder
im exklusiven Forum für VDMD-Designer auf XING registriert. Die Vorteile
dieses Forums: Es bietet eine Kommunikationsplattform zwischen den Mitgliedern,
ermöglicht einen fachlichen Austausch
zu allen möglichen Fragen des Business’.
Außerdem ist XING ein riesengroßes Businessnetzwerk, über das neue Kontakte und
auch gelegentlich Aufträge generiert werden.
Der Eintrag ist kostenlos, die erweiterte Professionalversion ist mit ca. 6 Euro im Monat
absolut erschwinglich. VDMD@XING ist
jedoch exklusiv für unsere Mitglieder zugänglich und nicht für Externe einsehbar!
Derzeit haben wir bei VDMD@XING u.a.
diese Foren:
· Existenzgründung und -Entwicklung
· Messen für Labeldeisgner, Mode- und
Textilkünstler
· Design-Wettbewerbe
· Forum Strick
· IT-Forum
· Forum Textil & Fläche
Auf Wunsch können wir weitere Foren
einrichten, so zum Beispiel soll ein Forum
für die DozentInnen, Lehrbeauftragte und
ProfessorInnen im VDMD entstehen.
So erreichen Sie den VDMD bei XING:
Als XING-Mitglied auf www.xing.de
registrieren.
2 . www.xing.com/net/vdmd aufrufen
und Zugang beantragen.
3 . Einer der XING-Moderatoren
René Lang, Claudia Schnabel und
Claudia Ollenhauer-Ries schaltet Sie
binnen kürzester Zeit frei, Sie werden
automatisch per E-Mail benachrichtigt.
4 . Jetzt können Sie Beiträge lesen und
neue schreiben. Tun Sie es!
1.
Regionales
Baden-Württemberg
Nach unserem sehr informativen und gut
besuchten Treffen bei der Firma Madeira
im Mai, dem recht kleinen Treffen auf der
Design Blast in Karlsruhe im Juni, waren wir
im Juli einer Einladung der Firma Stoll in
Reutlingen gefolgt.
Wir haben einen umfangreichen Einblick in
die Geschichte der Firma Stoll und ihre jetzige Marktposition bekommen. Die MitarbeiterInnen haben uns sehr informativ die
neuesten technischen Möglichkeiten der
Stollmaschinen vorgestellt: Über die neuen
Maschinen, neue Vereinfachungen bei
der Programmerstellung bis hin zu neuen
innovativen Details an bereits fertigen Mo­
Unser nächstes Treffen wird ein Messe­
austausch sein und nach der Premiere
Vision voraussichtlich im Oktober statt­
finden. Der Termin wird noch rechtzeitig
bekannt gegeben.
π Uli Fabry, Regionalleiterin BaWü
modedesign@ulifabry.de
Hamburg und Region
Das Treffen in Hamburg findet am 3 1 . O k t o b e r 2 0 0 9 um 14:00 Uhr statt, Ort wird
noch bekannt gegeben. In Bremen, Hanno­
ver und Kiel versucht Regionalleiterin
Giovanna Di Mai erst wieder im Frühjahr
ein Treffen zu organisieren und nur bei
größerer Beteiligung, da sich aus diesen
Gebieten bisher keine bis maximal zwei
Personen für das letzte Treffen angemeldet
haben – leider.
π Giovanna Di Mai,
dimai@dimai-design.com
Berlin
Kleben statt nähen – wir sind fasziniert
Foto: Claudia Ollenhauer-Ries
dellen waren wir alle angenehm überrascht.
Fasziniert hat auch die riesige Auswahl der
Musterdatenbank und Pattern Library, die
die Firma Stoll ihren Kunden zur Verfügung stellt. Es war ein sehr interessanter
Nachmittag, der sogar »Nicht-Stricker«
motivierte. Im Anschluss ließen wir den
Tag im Biergarten beim gemeinsamen
Plaudern ausklingen.
Suzana Wouda, Berlin,
löst Victoria Louise
Pawlik als Regionalleiterin ab. Stellvertretende Regionalleiterin
bleibt Ulrike Strenge,
ebenfalls Berlin.
π Suzana Wouda
Suzana Wouda
wouda@betterfair.de, Tel: 030/308 312 44,
Mob: 0160/929 679 40
NRW
Nächstes Treffen: 2 . D e z e m b e r 2 0 0 9
in Essen
π Nunzia Galati, info@nunzia-galati.de
Hessen, Rheinland-Pfalz,
Saarland
Die Regionaltreffen finden an wechselnden
Orten statt, Informationen gibt Regional­
leiterin Kristina Caspary-Gallus. Der nächste Termin: 1 4 . N o v e m b e r 2 0 0 9 , im
An­schluss an die Mitgliederversammlung
in Frankfurt.
π Kristina Caspary-Gallus,
kcaspary-gallus@t-online.de
Bayern
Die nächsten Treffen:
· Freitag 9 . O k t o b e r 18:00 Uhr
in München
· Freitag 6 . N o v e m b e r 18:00 Uhr
in Nürnberg
· Freitag 4 . D e z e m b e r 18:00 Uhr
in München
π Hendrik Hwang,
VDMD Regionalleiter Bayern
hendrik.hwang@germandesign.de
VDMD/VDIDextra
Die Initiative Deutscher Designerverbände (iDD)
gibt sich eine Rechtsform
M
it der Unterzeichnung der iDD-Satzung haben die Verantwortlichen der Verbände den wichtigen Schritt von der
gemeinsamen, eher locker verbundenen Initiative zur Bildung
einer Rechtskörperschaft vollzogen. Damit erhalten die Anliegen
der Designerinnen und Designer deutlich mehr Gewicht als bisher.
Gleichwohl bleiben die beteiligten Verbände sowohl in fachlicher
wie wirtschaftlicher Hinsicht selbstständig.
Der formelle Akt der Unterzeichnung fand am Samstag, den
11. Juli 2009, auf dem Welterbe Zollverein, Essen, statt. Dort ist
auch der Sitz der iDD. Zur Vorsitzenden der iDD wählte die Gründungsversammlung, Susanne Lengyel, Präsidentin des VDID, und
zum stellvertretenden Vorsitzenden Steffen Schauberger, Vizepräsident des BDG, Mitglied im Forum Typografie und in der TGM.
Die iDD vertritt die organisierten Designerinnen und Designer
folgender Verbände:
Bund Deutscher Grafik-Designer e.V. (BDG), Forum für Entwerfen
e.V. (FfE), Forum Typografie e.V. (FT), Illustratoren Organisa­tion
e.V. (IO), Typografische Gesellschaft München e.V. (TGM), Verband Deutscher Industrie Designer e.V. (VDID) und Verband Deutscher Mode- und Textil-Designer e.V. (VDMD). Darüber hinaus
versteht sie sich als Sprachrohr aller Designer­innen und Designer
gegenüber Politik und Wirtschaft. π www.i-dd.org
Der formelle Akt der Unterzeichnung fand am Samstag, den 11.Juli 2009,
auf dem Welterbe Zollverein, Essen, statt.
Foto: Arne Leichert (BDG)
Events
VDMD-Trendtag Sommer
2011
Der VDMD lädt Designer und Produktverantwortliche am 1 3 . N o v e m b e r 2 0 0 9
zum Trendtag nach Frankfurt/Main ein.
Programm und Tagungsort standen bei
Redaktionsschluss noch nicht fest.
Die Tagung inkl. Mittagssnack und
Dokumentation auf CD-ROM
kostet 129 Euro plus Mwst., die
aufwändig gestaltete Farbkarte
mit Begleittext kostet 140 Euro
plus MwSt., Mitglieder der Verbände VDMD und VDID sowie iDD
zahlen jeweils die Hälfte.
Weitere Informationen gibt es per Newsletter, der auf www.vdmd.de (links oben!)
einfach abonniert wird, oder bei der Geschäftsstelle des VDMD.
π vdmd@fashiondesign.de
Face2Face 9
Frankreich ist das Partnerland der neunten
Konferenz für Wirtschaft und Designpraxis,
Face to Face (F2F9). Das internationale
Treffen von Designexperten und ihren
Auftraggebern aus Industrie, Handel und
Dienstleistungsbranchen findet statt vom
1 2 . b i s 1 4 . N o v e m b e r in der Film-, Medien- und Designstadt Ludwigsburg.
Face to Face hat für die Konferenz mehr als
vierzig namhafte Redner gewonnen, die auf
dem Podium echte Höhepunkt der Gestaltung über fachliche und nationale Grenzen
hinweg präsentieren und disku­tieren.
Schottland (GB), Tampere (SF), Oklahoma
(USA), Quebec (CAN), Karnataka (IND)
und Shanghai und Qingdao (CN).
π www.creativityworldforum.de
viscom düsseldorf 2009
I n t e r n at i o n a l e F a c h m e s s e f ü r
Partner auf französischer Seite ist der
Designerverband AFD, Alliance Française
des Designers.
π Normalpreis 390 EUR für alle 3 Tage,
Tagesticket 260 EUR. VDID-Mitglieder
erhalten Sonderkonditionen.
π www.face-to-face.eu
Creativity World Forum
Im Europäischen Jahr der Kreativität und
Innovation ist Baden-Württemberg Gastgeber für das Creativity World Forum 2009.
Vom 30. November bis 3. Dezember 2009
bietet das internationale Forum zum Thema »Standortfaktor Creative Industries«
internationalen und regionalen politischen
Entscheidungsträgern, Initiativen, Unternehmen und Experten im Bereich Creative
Industries eine Plattform, um sich zu
vernetzen und auszutauschen.
Das Creativity World Forum ist das jährliche
Hauptevent des internationalen Netzwerks
»Districts of Creativity«, dem 2004 gegründeten globalen Netzwerk der kreativen und
innovativen Regionen Flandern (B), BadenWürttemberg, Rhône-Alpes und Nord Pas
de Calais (F), Lombardei (I), Katalonien (E),
v i s u e l l e K o m m u n i k at i o n
1.–3. Oktober 2009
Messegelände Düsseldorf, Hallen 8a & 8b
Erleben Sie eine nie gesehene Vielfalt visueller
Kommunikation. Über 350 Hersteller und
Händler aus 30 Nationen präsentieren ihre
Maschinen, Technologien, Verfahren und
Dienstleistungen in folgenden Bereichen:
Werbetechnik, Lichtwerbung, Großformat
Digitaldruck, Digital Signage, Leit- und Orientierungssysteme, alles für den POS, Zubehör,
Materialien und Werkzeuge.
π www.viscom-messe.com
VDID-Mitglieder erhalten kostenlose Eintrittskarten über die Geschäftsstelle.
Gute Gestaltung 10
Der DCC prämiert gutes Design aus allen
Gestaltungsbereichen. Bewertet werden
Arbeiten aus den Jahren 2008 und 2009.
Und zwar in 8 Kateogrien:
1. Produkt, 2. Digital Media, 3. Foto/Film
NEU, 4. Werbung, 5. Raum/Architektur,
6. Unternehmenskommunikation,
7. Graphic Fine Art NEU, 8. Zukunft
π Einsendeschluss: 21. September 2009
Infos unter www.ddc.de
VDMD/VDIDextra Die geteilte Form
Deutsch-deutsche Designaffären 1949–1989
S
eit mehr als 20 Jahren ist mit dem
Thema DDR-Design auch der Name
Günter Höhne verbunden. Auf seiner
Homepage und in Publikationen und Ausstellungen setzt er sich mit diesem Thema
auseinander, vermittelt Einblicke, wirkt
aufklärend und stellt richtig. Er arbeitet seit
40 Jahren als Kulturjournalist und lebt in Berlin. Von 1984 bis 1989
war er Chefredakteur der vom Amt für industrielle Formgestaltung
herausgegebenen Design-Fachzeitschrift form+zweck. 2007 wurde
er für sein Lebenswerk mit dem Lilienthal-Designpreis des Landes
Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet.
π www.industrieform-ddr.de
— 2009 jährt sich der Fall der Mauer zum 20. Mal. Gibt es noch
Beispiele von DDR-Design, die uns im Alltag begegnen?
G . H . Ja, da muss ich jetzt erst einmal rückfragen: Was verstehen
Sie hier unter DDR-Design? Wenn es um Produkte geht, die noch
in der DDR entworfen und hergestellt wurden und die bis heute
nicht nur überlebt, sondern sich weiter entwickelt haben: Dann ist
ein gutes Beispiel das Kommunalfahrzeug Multicar. Er wurde seit
1958 in Waltershausen/Thüringen hergestellt und konnte z. B. als
Kleintransporter eingesetzt werden. Diese Fahrzeuge von damals
und ihre designpreisgekrönten Nachfolger der 1990er und 2000er
Generationen sind bis heute im Einsatz, gestaltet wie eh und je von
dem Thüringer Designatelier gotha design & marketing GmbH.
— Welches Beispiel fällt Ihnen ein, wo es nicht gelungen ist, ein
erfolgreiches Produkt für den gesamtdeutschen Markt zu erhalten?
G . H . Da gibt es unter anderem den traurigen Fall VERITAS. Die
DDR hatte die weltweit effizienteste Nähmaschinenproduktion
mit dem VEB Nähmaschinenwerk Wittenberge: Hier wurden Ende
der 1980er Jahre täglich 1500 Qualitäts-Nähmaschinen produziert!
Nach der Wende ging das hochmoderne Werk in treuhänderische
Verwaltung über, diese setzte auf einen Scheininvestor aus Fernost,
der dann verschwand, und so ging der ganze Betrieb die Elbe runter. Und das, obwohl Anfangs PFAFF Teile der Produktion übernehmen wollte - die wussten nämlich, welchen Wert und welche Qualität das Werk hatte. Für mich war das staatliches Missmanagement,
am Ende dann aber auch eine bewusste Konkurrenzausschaltung
wie bei ähnlich potenten ehemaligen VEBs.
— Aber es gibt doch auch positive Beispiele, wo sich Marken und
Hersteller nach der Wende am gesamtdeutschen Markt nicht nur
behaupten, sondern auch eine herausragende Stellung eingenommen
haben. Nehmen wir beispielsweise das Porzellan-Unternehmen Kahla.
G . H . Ja, Kahla ist natürlich ein gutes Beispiel. Da ist zumindest
die Marke noch vorhanden. Kahla wurde übrigens nach der Wende
durch den Marketingchef von Rosenthal gerettet, Holger Raithel
war das. Er hat damals nicht zusehen können, dass neben Colditz
auch das traditionelle Kahlaer Werk seine Öfen ausschalten sollte
und ein gutes Gespür auch damit bewiesen, dass er Barbara
Schmidt zur Designchefin gemacht hat. Sie hatte 1990 in Halle
(Burg Giebichenstein) ihr Diplom gemacht. Und sie ist bis heute
die Designchefin von Kahla.
— Wie viel Einfluss hatten Partei und Politik auf die Designentwicklung in der DDR?
G . H . Nach meinen Erfahrungen und nach dem, was ich von
anderen erfahren habe, gab es in Deutschland und vielleicht sogar
international kein anderes Beispiel nach 1945, dass sich die Politik
so vehement, so rabiat und kontinuierlich in die Gestaltungskultur
von Produkten eingemischt hat, wie das in der DDR der Fall war.
Das waren von oberster Ebene inszenierte Eingriffe und Verbote in
die Produktkultur. Parteidiktatur ohne Wenn und Aber, ohne Sinn
und Verstand.
— In der BRD wurde 1951 der Rat für Formgebung gegründet. Welche Institution gab es alternativ in der DDR und mit welchem Ziel?
G . H . In der DDR gab es ebenfalls seit Anfang der 1950er Jahre zentrale Design-Förderinstitutionen, unter hin und wieder
wechselnden Namen. Aus ihnen ging 1972 das staatliche Amt für
industrielle Formgestaltung hervor. Als Instrument der SED-Wirtschaftspolitik hatte es u.a. die Aufgabe, die Gestaltungsarbeit in
der Industrie anzuleiten und zu kontrollieren.
— Wie politisch war die Arbeit des AiF zu bewerten?
G . H . Über das AiF wurde indirekt, aber immer ganz klar SED-Wirtschafts- und Außenhandelspolitik betrieben, leider auch Personalpolitik: Die Arbeitsmöglichkeiten von freiberuflichen Designern
wurden erheblich eingeschränkt durch die rigide Zulassungspolitik
des AiF. Denn wer als freier Designer arbeiten wollte, musste dafür
eine sogenannte Berufszulassung beantragen. Und die Vergabepolitik wurde seit den 1970ern zunehmend restriktiv gehandhabt.
Durch die Erfüllung der Planaufgaben auch im Design war der
Bedarf an angestellten Designern sehr hoch, und das AiF teilte
nach festgelegten Zuwachsquoten die Designer der Industrie und
den Betrieben zu. Daher wurde die freiberufliche Zulassung zunehmend verhindert, insbesondere für Industriedesigner.
— Welchen Einfluss hatten die staatlichen Jahrespläne auf Design?
G . H . Einen sehr großen. In den 1980er Jahren gab es z. B. einen
zentralen Parteibeschluss, nach dem 60% aller Industriegüter der
DDR mit dem Zertifikat »Gestalterische Spitzenleistung« (SL)
ausgezeichnet werden mussten. Diese Produkte sollten absoluten
Welt-Qualitätsstandard in der Designqualität aufweisen. Das zu
erreichen, war nicht nur pure Theorie, sondern Illusion. Um das
hohe Plansoll dennoch zu erfüllen, haben am Ende nicht selten
Funktionäre der Partei durchgesetzt, wo das Gütesiegel SL anzubringen war! Motto: Augen zu und durch, Beschluss ist Beschluss.
— In den 70er und 80er Jahren war die DDR Exportweltmeister.
Insbesondere im Bereich Möbel gab es Spitzenleistungen der Formgestaltung. Wie wurde den Bürgern vermittelt, dass diese Produkte
meist jedoch nicht im Lande selbst zu erhalten waren?
G . H . Die Antwort ist ganz einfach: Es wurde gar nicht vermittelt!
Zwar wurde diese Tatsache von der Bevölkerung deutlich wahrgenommen und kommentiert – Indikator waren die alle vier Jahre in
Dresden stattfindenden Kunstausstellungen, dort gab es seit 1956
eine eigene Abteilung für Kunsthandwerk/Formgestaltung. Zu
lesen war dann regelmäßig in den Gästebüchern: Wunderschöne
Produkte, wenn wir sie nur kaufen könnten!
π Das Gespräch führten Sonja Förster und Jutta Ochsner, VDID.
Für das ausführliche Interview s. www.vdid.de – Veranstaltungen
oder abrufbar über vdid@germandesign.de
VDMD/VDIDextra
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Anzeige
Kick Off Forum
von Bayern Innovativ
am 7. Juli 2009
D
ie Naturkulisse des Starnberger Sees bildete den Rahmen
des ersten Kooperationsforums Sport & Lifestyle, zu dem
Prof. Dr. Josef Nassauer, Geschäftsführer der Bayern Innovativ
GmbH, geladen hatte.
Der Projektleiterin Christina Nassauer war es gelungen 130 Top­Unternehmens-Vertreter aus den sportnahen Technologiegebieten
in den Süden Deutschlands zu holen. Die sehr gute Qualität der Referenten und das Themenspektrum markierten einen erfolgreichen
Auftakt der Forumsserie. Der VDMD war offizieller Medienpartner.
Die Veranstaltung
zeigte, wie verschiedenste Institutionen
bereits interdisziplinäre Kooperationen
eingehen und ihre
Entwicklungen gegenGelungene Premiere des Kooperationsforums
seitig beschleunigen.
Sport & Lifestyle. Im Vordergrund Prof. Dr. Josef
Nassauer, GF von Bayern Innovativ Foto: Bayern Innovativ
Im Pool der Aussteller
und Firmen waren Forschungsinstitute ebenso vertreten wie Techniker, Unternehmer und nicht zuletzt Vertreter der Politik.
In der Vortragsreihe referierten Unternehmer und Entwickler über
ihre jüngsten Produkte und über die beharrlichen Wege zur Produktumsetzung. Präsentiert wurden funktionelle Bekleidungs­systeme,
Sicherheitskonzepte im Radsport und Bootsbau und nicht zuletzt
die Visionen einer Zukunft die heute schon begonnen hat.
Eine beeindruckende Metapher der Technologiebeschleunigung
zeigte sich im Vortrag von Stefan Krause der Firma VAUDE. Während vor einigen Jahren Bergbesteigungen noch Wochen und Tage
in Anspruch nahmen, werden dieselben Gipfel heute in Stunden
und Minuten bezwungen. Der Mensch, sein Material und das
Wissen um die Gesetze der Natur lassen Hindernisse nicht ohne
Respekt, aber doch mit hoher Erfolgsquote überwinden. Getreu
dem Motto: Wirklich innovativ ist nur, wer dorthin geht, wo die
anderen nicht sind.
Innovative Materialien im Bergsport
waren das Thema von Stefan Krause,
VAUDE Foto: Bayern Innovativ
Gabriela Kaiser, TRENDagenturFUTURIZE und VDMD-Mitglied sprach über
FutureSportsGuide – Trends, Retail,
Lifestyle Foto: Bayern Innovativ
Neue Materialtechnologien, designunterstützte Produktentwicklung
und disziplinübergreifende Kooperationen bilden im Verbund ein solides Fundament für die Stärkung der deutschen Unternehmen und
deren Wirtschaftskraft. Daher wird Bayern Innovativ auch in Zukunft
den Sport- und Outdoorbereich in themenspezifischen Kooperationsforen aufgreifen. Wir freuen uns darauf wieder dabei zu sein.
π Hendrik Hwang, Regionalleiter Bayern VDMD
Probedruck
VDMD/VDIDextra Ausstellungen
Neubau-Entwurf: NIXDORF CONSULT /
Architekten + Ingenieure
RecyclingDesignpreis 2009
Die ausgewählten Arbeiten des 3. RecyclingDesignpreis werden
vom 11. September (Preisverleihung) bis zum 26. September 2009
im MARTa, Herford, zu sehen sein. Anschließend wird die Ausstellung im Stilwerk Hamburg (5. Oktober bis 1. Novem­ber 2009),
Umweltbundesamt Dessau (14. Januar. bis 19. März 2010), dann
im Stilwerk Berlin und Düsseldorf sowie im Design­museum Gent
präsentiert. Der RecyclingDesignpreis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Die Ausschreibungsunterlagen für den RecyclingDesignpreis 2010
stehen ab Herbst 2009 im Internet. Veranstalter ist Arbeitskreis Recycling e.V./ RecyclingBörse/, Herford. π www.recyclingboerse.org
Super Contemporary
Eintauchen in der Welt der Londoner Krea­tiven kann der Besucher
dieser, noch bis zum 4. Oktober 2009 andauernden, Ausstellung
im Londonder Design Museum.
π www.designmuseum.org
der Arbeiten seiner »Meister und Schüler«. Die Schau, die 1000
Exponate entwicklungsgeschichtlich auf 2000 Quadratmeter
einordnet, rückt besonders die Frage nach der Weiterführung
und heutigen Bedeutung des Bauhauses in den Mittelpunkt Sie
thematisiert die weltweite und bis zum heutigen Tage andauernde
Wirkung auf Architektur und Design, besonders spannend ist das
Begleitprogramm wie Vorträge, Buchvorstellungen, Workshops
und Filme. Schon in der ersten Woche kamen 17.000 Besucher.
»Eine solche Ausstellung könnte man, mit genug Platz, das ganze
Jahr über in Berlin haben«, sagt Annemarie Jaeggi, Direktorin des
Bauhaus-Archivs in Berlin. Erweiterungspläne, seit 25 Jahren diskutiert, erhalten jedoch einen nächsten Tiefschlag. 30 Millionen Euro,
die für einen Erweiterungsbau in Aussicht gestellt worden waren,
sind aus der mittelfristigen Finanzplanung gestrichen. Stattdessen
wird dieses Geld für den Bau einer Berliner Kunsthalle verplant.
Die Hoffnung stirbt zuletzt! // JO
π www.modell-bauhaus.de
Unbekannt
Bauhausmeister
auf dem Dach des
Bauhauses in Dessau,
1926
anlässlich der
Eröffnung am 5. Dezem­
ber 1926;
Personen von links:
Josef Albers, Hinnerk
Scheper, Georg Muche,
László Moholy-Nagy,
Herbert Bayer, Joost
Schmidt, Walter
Gropius, Marcel Breuer,
Wassily Kandinsky,
Paul Klee, Lyonel
Feininger, Gunta Stölzl,
Oskar Schlemmer
π Claudia Ollenhauer-Ries / VDMD
modell Bauhaus
Die drei Bauhaus-Institutionen – Bauhaus-Archiv Berlin, Stiftung
Bauhaus Dessau und die Klassik Stiftung Weimar – zeigen bis
zum 4. Oktober im Berliner Martin-Gropius-Bau erstmals eine
gemeinsame Ausstellung – die bisher umfassendste Präsentation
Bauhaus-Archiv Berlin/
Musée National d‘Art Moderne/
Centre Pompidou
Kreativ, gesund und leistungsfähig!
D
ie Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz werden in Kreativberufen meist
als zweitrangig angesehen. Doch gerade in
diesen meist kleinteiligen Betriebsstrukturen
mit schwer regulierbarem und strukturiertem
Arbeitsaufkommen und Arbeitsabläufen ist es
besonders wichtig, dass der selbständige Desig­
ner gesund und leistungsfähig ist und bleibt.
Gesundheit ist das größte Kapital. Wer krank ist, kann nicht arbeiten und wer nicht arbeiten kann, wird wohl auch nicht dauerhaft
als Selbständiger seinen Beruf ausüben können.
Kein Unternehmen kann sich einen 100%igen Ausfall über längere
Zeit erlauben und sichert sich dagegen ab. Nur selbständige
Designer glauben oft »unkaputtbar« zu sein und gehen so teils
bewusst, teils unbewusst, ein Existenz gefährdendes Risiko ein.
Dabei kann man mit der freiwilligen Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft sich einfach und relativ preiswert gegen Arbeits­
unfälle und Berufskrankheiten versichern.
Angestellte müssen ohnehin versichert sein, weil sonst gegen
geltende Gesetze verstoßen wird und sonst neben Nachzahlungen
auch saftige Bußgelder drohen, bzw. im Falle eines Arbeits- oder
Wegeunfalls eines Angestellten der Unternehmer zum vollen
Ersatz aller Krankheits- und Folgekosten gezwungen ist. Das kann
schnell Summen erreichen, die dann die wirtschaftliche Kraft eines
Unternehmens übersteigen. Denn die grundsätzliche Verantwortung für den Arbeitsschutz im Betrieb trägt allein der Unternehmer.
Auch betriebswirtschaftlich gesehen, vermeidet der Designer als
Arbeitgeber durch effizienten Arbeitsschutz Kosten und erzielt
Produktivitätsvorteile. Zum Beispiel ist es erwiesen, dass die
Effizienz an einem regelgerecht ausgestatteten Bildschirmarbeitsplatz erheblich steigt. Es wird wesentlich länger und konzentrierter
gearbeitet. Ausfallzeiten durch gesundheitliche Beeinträchtigungen
entfallen fast gänzlich.
Die Fachkraft für Arbeitssicherheit (FASI) ist ein wichtiger Berater
des Unternehmers in Sachen Arbeitsschutz. Sie unterstützt den
Unternehmer bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung für
Sicherheit und Gesundheitsschutz seiner Mitarbeiter.
Bei Infos zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in Kreativ­
berufen, sowie der Berufsgenossenschaft, fragen Sie mich.
Telefon 0211/452919 oder Mail info@lutz-gathmann.de
π Lutz Gathmann
Designer VDID / Fachkraft für Arbeitssicherheit
10 VDMD/VDIDextra
Existenzgründung
Nachruf
Designpark and der HfG Ulm
Der Stiftungsrat der Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm macht den Weg frei für
die Errichtung eines Designparks und will an die frühere Ära als Designhochburg anknüpfen. Bis 2011 sollen sich auf dem oberen Kuhberg sukzessive designnahe Firmen, Gestalter,
Architekten, Agenturen, Künstler und Fotografen sowie kulturelle und wissenschaftliche Institutionen ansiedeln. Gesucht werden nun Kreative, die am Designpark mitwirken und am
Zukunftsbau überzeugt und nachhaltig mitarbeiten. »Potenzielle Interessenten (...) sollten
sich deshalb mit ihrer Arbeit den Idealen der großen Ulmer Designlehrer der 50er und 60er
Jahre (...) verpflichtet fühlen.« lautet die Vorgabe des Stiftungsrats.
π www.designpark-hfg-ulm.de
Lisa Maria Franke
Foto: bayern design
Am 6. August starb Lisa Maria Franke
nach schwerer Krankheit. Frau Franke
leitete bayern design seit 2003. Sie hat
das Unternehmen mit großem Engagement vorangebracht und es war
ihre besondere Stärke, nicht nur die
Mitarbeiter, sondern alle Menschen,
mit denen sie in Kontakt stand, für
den Auftrag von bayern design zu begeistern, so auch die Teams des VDID
und VDMD. Zahlreiche Projekte hat
sie mit uns außerordentlich erfolgreich
durchgeführt. Wir werden sie in bester
Erinnerung behalten.
π www.bayern-design.de
»Design & Marketing –
Zwei Herzen in einer Brust?«
Die Mainzer Designgespräche 2009 beschäftigen sich am 2 2 . O k t o b e r 2 0 0 9 ab
16:00 Uhr im Haus Kupferberg in Mainz mit diesen beiden Disziplinen. Als Fach­referenten
sind Armin Angerer (Peter Schmidt Group), Roman Arnold (Canyon Bicycles) und Petra
Lutz (Hygiene-Museum Dresden) eingeladen; sie stellen ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Haltungen dar und diskutieren mit dem Publikum. Veranstalter des halb­
tägigen Fachsymposiums ist das Designforum Rheinland-Pfalz descom gemeinsam mit
dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz.
π www.descom.de
Wettbewerbe
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MIT KALEDO®
ZEIT GEWINNEN!
universal design award 2010
Veranstalter ist die universal design GmbH mit Unterstützung
der IF, International Forum Design, beide Hannover. Der dritte Wettbewerb fokussiert auf stark auf Produktdesign, weist
aber auch die Kategorie Mode/Sportbekleidung auf.
π Anmeldegebühr: 600 EUR zuzüglich MwSt. pro Beitrag
Kosten für Präsentation der ausgezeichneten Beiträge:
1.175 EUR zuzüglich MwSt.
Anmeldeschluss: 15. Dezember 2009
Anlieferung: 8. Januar 2010
Plagiarius-Wettbewerb 2010
®
Der neue Softwarestandard für Modedesign
Mit der Kaledo® Suite können sich Designer vollkommen auf den
Entwurf von Stoffen, Modellen und Kollektionen konzentrieren
™H^X]l^ZYZg]daZcYZI~i^\`Z^iZclZgYZcYZjia^X]WZhX]aZjc^\i
™:[Òo^ZciZhBVcV\ZbZcikdcHid[[ZcjcY@daaZ`i^dcZc
™Higj`ijg^ZgiZIZVbVgWZ^iYjgX]Z^c[VX]Zc9ViZcVjhiVjhX]
™BZ]gGVjb[“g@gZVi^k^i~i
www.lectra.com/design
Einsendeschluss: 4 . D e z e m b e r 2 0 0 9
NEU: Frühbuchertarif für Anmeldungen bis zum 30. Oktober 2009
In Ergänzung zur (außer-)gerichtlichen Verfolgung von Nachahmern hat sich die Teilnahme am Plagiarius-Wettbewerb
für Originalhersteller oftmals als sehr erfolgreich erwiesen.
So brachten der Hinweis auf die Plagiarius-Nominierung
und die damit einhergehende Sorge um die öffentliche Bla­
mage durch die enorme Medien­berichterstattung schon so
manchen Plagiator dazu, sich mit dem Originalhersteller zu
einigen. Außerdem dienen die eingereichten Beispiele von
Produkt- und Markenpiraterie der Sensibilisierung der Kon­
sumenten – und die ist extrem wichtig, da die Kunden mit
ihrer (un-) bewussten Nachfrage nach Plagiaten Teil des Problems sind und hier Bewusstsein geschaffen werden muss.
π www.plagiarius.com
VDMD/VDIDextra 11
Versicherungen | KSK Abgabe sinkt erneut
D
ie Künstlersozialabgabe sinkt für das Jahr 2010 von 4,4 %
auf 3,9 %. Dies ist die fünfte Senkung in Folge. 2007 war die
Kontrolle der Abgabepflicht von Unternehmen verstärkt worden.
Bis dahin sind viele Unternehmen ihrer Abgabenpflicht nicht
nachgekommen.
Auch das geschätzte Durchschnittseinkommen der Versicherten
steigt derzeit von Jahr zu Jahr. So scheint die Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes zu wirken und beschert der KSK mehr
Einnahmen und eine solidere Finanzbasis.
Gesetzesänderung Krankentagegeld für Selbständige
Nun ist es wieder möglich ab dem 1. August 2009: Für gesetzlich
Versicherte kann per Wahlerklärung ein Krankengeld mit Leistungsbeginn ab der 7. Krankheitswoche abgeschlossen werden. Zu
zahlen ist dann der allgemeine Beitragssatz.
Die Krankenkassen müssen in ihrer Satzung weiterhin Krankengeld-Wahltarife anbieten. Bei diesen variieren der Leistungsbeginn
und die Höhe im Vergleich zum »gesetzlichen« Krankengeld. Hier
ist jedoch Vorsicht angesagt: Für Wahltarife gilt weiterhin eine dreijährige Bindefrist und ein Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse
ist so genauso wenig möglich wie der Wechsel in eine private
Versicherung vor Ablauf dieser drei Jahre.
Die alten Krankengeld-Wahltarife endeten automatisch am
31. Juli 2009!
Versicherte, die Krankengeld-Wahltarife nach altem Recht abgeschlossen haben, können wählen:
1) Überprüfung, ob ein Wechsel in eine private Vollversicherung
oder einen privaten Krankentagegeldtarif in Frage kommt
2) Abgabe einer Wahlerklärung für das »gesetzliche« Krankengeld
3) Keine Absicherung bezüglich Krankengeld
Die richtige Entscheidung über den passenden Krankengeldtarif für
sich zu treffen, ist nicht immer einfach. Daher ist es immer besser,
alle Fragen, Vor- und Nachteile für sich beantwortet zu haben.
π Barbara Ströbele
Tel: 0203/51 88 414, www.rueckenwind-fp.de
Rezensionen
Foto: Nomos
Designrecht
In der Nomos Verlagsgesellschaft, BadenBaden, erschien gerade das Praxishandbuch Designrecht, herausgegeben von
RA Dr. Helmut Eichmann und Prof. Dr.
Annette Kur. Das über 500 Seiten starke
Werk greift alle designrelevanten Rechtsfragen von Marken- und Produktschutz auf,
kommentiert die einschlägigen Gesetzestexte, gibt
konkrete Beispiele und
sach­dienliche Hinweise
auf die Eintragungsverfahren. Das Handbuch
ist mit ca. 128 Euro eine
ausgezeichnete Investition für Juristen, die
sich mit Designrechten auseinander setzen
wollen.
π ISBN 978-3-8329-3743-0
Auf Anfrage können die Verbandsmitglieder
das Buch in der VDMD-Geschäftsstelle
einsehen.
Design Magazin
Die im Juni 2009 erschienene Erstausgabe
des Magazins – nur als PDF oder HTML
online erhältlich, aber dafür kostenfrei – fokussiert ganz stark auf Grafik und
Typografie. Design im Sinne von Produkt-,
Mode- oder Textildesign findet (noch) nicht
statt. Dafür gefällt das Layout, frisch und
luftig, gut. Herausgeber sind die Macher
von www.designmadeingermany.de, eine
Newsseite, die in asketischer Schlichtheit
daherkommt.
π www.design-magazine.de
Designkritik
Im Sommer 2009 startete das Onlineportal
designkritik.dk, über dessen Anliegen die Initiatoren Birgit S. Bauer, Nicole Birlenbach
und Michael Okraj sagen: »designkritik.
dk ist eine Initiative, die Designtheorie und
-kritik zugänglich und verständlich machen
möchte.« Ideal für jeden, der sich mit
diesen Themen auseinandersetzt.
π www.designkritik.dk
π Claudia Ollenhauer-Ries / VDMD
The Making of Design
Das Buch liefert eine detaillierte Darstellung von Design-Prozessen: Anhand von 25
»Making of-Beiträgen«
aus den unterschiedlichsten Branchen deckt
es die Schwerpunkte
Möbel-Design, Transpor­
tation Design und
Haushaltsgeräte ab.
Renommierte Designer
wie Konstantin Grcic, die Bouroullecs, Stefan Diez, Hella Jongerius und Sir Norman
Foster zeigen Schritt für Schritt, wie sie
für Vitra, Grundig, Jura oder Authentics
Produkte entwerfen, mit welchen Mitteln
sie visualisieren und wie sich Projekte in
der Modellphase verändern. Dazu ein
Interview mit Design-Legende Dieter Rams
über realisierte und nicht realisierte BraunProdukte.
π Birkhäuser Verlag;
ISBN: 3034600887, 29,90 EUR
konferenz
Designing Future
Innovations
21. und 22.10.2009 in Coburg
Die zweitägige Konferenz diskutiert umfassende Philosophien, Strategien und Arbeitsprozesse zur Erweiterung von Leistungsgrenzen und Unternehmenspotenzialen.
Sie zeigt Zukunftssynergien im Bereich
Design- und Innovationsprozesse auf.
VDID-Mitglieder erhalten Sonderkonditionen. Statt 690,00 EuroTeilnahmegebühr
lediglich 250,00 Euro bei einer Anmeldung
bis 30.09.2009, Studenten profitieren vom
Sonderrabatt von 100,00, zzgl. MWSt.
π www.coburg-connecting-conference.de
12 VDID extra
50 Jahre VDID | Bunt, ausgefallen und unkonventionell!
U
m die Bedeutung und die Stellung des VDID in Deutschland Ende der 60er/Anfang der 70er Jahre zu verdeutlichen, muss man sich vor Augen halten, was überhaupt die
Welt bewegte.
1968: Ermordung von Robert F. Kennedy und Martin Luther
King, das Attentat auf Rudi Dutschke löste Studentenunruhen
in Deutschland aus, Juli 1969: Neil Armstrong betritt als erster
Mensch den Mond – übrigens ein Ereignis, das mich mehr
beeindruckte als meine Berufung nach Hamburg, 1969: Richard
M. Nixon wird Präsident der USA, Anfang des Truppenrückzugs
aus Vietnam, Rockfestival Woodstock, 1972: Beginn des WatergateSkandals, 1974: Richard M. Nixon tritt auf Grund des WatergateSkandals zurück., 1975 Beginn des Baader-Meinhof-Prozesses.
Gegen Mitte der 60er Jahre ging die Zeit des Funktionalismus,
die an die Grundsätze des Bauhauses angelehnt war, zu Ende. Es
herrschte Aufbruchstimmung. Anfang der 70er Jahre begann eine
neue Design-Ära. Neue Technologien, insbesondere Kunststoffe,
erlaubten eine neue Form- und Gestaltungsvielfalt im Bereich des
Möbeldesigns: eine neue Experimentierfreudigkeit, die der Phantasie durch die neuen Materialien keine Grenzen mehr setzte. Dem
Design kam eine neue Aufgabe in der Gesellschaft zu.
Mit meiner Berufung als Professor an die Hochschule für Bildende Künste Hamburg im Jahr 1968 setzte nicht nur eine turbulente
hochschulpolitische Zeit für mich ein, sondern auch eine überaus
Anzeige
kreative Phase als Designer. Ich sollte für die nächsten 25 Jahre meinen Platz in Hamburg gefunden haben. Während der Lehre an der
Hochschule betreute ich Studenten in den Bereichen Industrial Design, Kunstpädagogik und Architektur. Ich arbeitete sehr engagiert
mit den Studenten. Für mich war es eine ganz neue Zeit, weil die
Studenten mitsprachen und mitwirkten am Prozess der Gestaltung.
Eine meiner Erinnerungen an den Beginn der 70er Jahre führt
mich zum damaligen Direktor des Victoria & Albert Museums,
London. Er hielt in der Aula der Hochschule am Lerchenfeld eine
Rede und sagte u. a. »Ich freue mich, dass die Deutschen so aktiv
Demokratie üben!«
Dieses Ausüben der Demokratie der Studenten hatte auch
Einfluss auf die älteren Kolleginnen und Kollegen an der Hochschule. Auch für mich war es nicht einfach, da ich kein 68er war.
Sie müssen sich vorstellen: Ich komme nach Hamburg und da ist
eine Studentenrevolte. Da gab es Bewegungen, die ich unterstützt
habe, sicher auch zum Leidwesen meiner älteren Kollegen. Das
waren beispielsweise Max Bill, Margret Hildebrand, in der freien
Kunst Alfred Hrdlicka, Gotthard Graubner – insgesamt eine sehr
bewegte Zeit. Die 70er Jahre waren d i e Revolutionsjahre! Wir
wollten Veränderungen in der Gesellschaft und im Design. Man
beschäftigte sich mit Warenästhetik und Gesellschaftskritik, was
man vorher nicht machte. Proteste, Diskussionen und Kritik an
den herrschenden Zuständen artikulierten sich.
VDID extra 13
Peter Raacke mit -Rattanmöbeln der Serie »Arche Noah«
gefertigt bei Cerda, Valencia, Spanien 1974
Während der Zeit der Studentenbewegung änderte sich auch
bei mir die Einstellung der Machbarkeit in der Industrie. Meine
Pappmöbel-Kollektion zeigte sicherlich die Umbruchstimmung der
68er Zeit an. Sie zielte auf ein junges Käuferpublikum ab, das mit
den Traditionen des Wohnens und Einrichtens gebrochen hatte:
bunt, ausgefallen und unkonventionell. Zur Verfügung stand ein
preisgünstiges Möbelprogramm: Tische, Hocker, Sessel, Regale und
Schubladenelemente, die in der Form großer Wellpappe-Bastelbögen
gekauft und nach Anleitung selbst zusammengefaltet wurden. Wenn
sie ausgedient hatten, warf man sie einfach weg – ein ballastfreies
ungezwungenes Leben! Ausdruck einer schönen neuen Warenwelt.
Mich reizte es, Möbel aus Pappe zu bauen. Mein Interesse war, dort
zu arbeiten, wo Innovation in der Technologie zu sehen war.
Anfang der 70er Jahre, 1973/1974, kamen dann die Rattan­Möbel, die ich entworfen hatte, auf den Markt. Um das Urtümliche
der Möblierung mit diesem Naturmaterial zu signalisieren, nannte
ich die Rattan-Möbel-Serie »Arche Noah«. Der Produktname
sollte die Bewahrung des Korbflechterei-Handwerks verdeutlichen.
Zielgruppe war auch hier eine alternativ eingestellte Käuferschicht.
Verkrustete Wohnstrukturen sollten bewusst aufgebrochen werden.
Was sich in der Zeit bewegt hat, kann man auch innerhalb des
VDID erkennen. Anfang 1969 konstituierten Industrie Design
Studenten eine eigenständige Organisation – IDSV – Industrie-Design Studentenverband. Obwohl man ja eigentlich mit dem VDID
zusammenarbeiten wollte, wurden aber gemeinsame Aktivitäten
unter dem Dach des VDID abgelehnt: Man wollte absolut unabhängig bleiben. Die Gründung war natürlich als Ausdruck des
Unmutes über die festgefahrene Ausbildungssituation zu sehen.
Bereits 1971 zeigten die in den letzten Jahren unternommenen
Aktivitäten des VDID generell aber ihre Früchte. Mit 400 Mitgliedern war der Mitgliederstand relativ hoch. Allein in einem Jahr
erhöhte sich die Zahl um rund 70 % . Fast 40 % der Mitglieder
waren Designstudenten.
Anfang der 70er Jahre (1974) wurde in Hannover ein neues Präsidium gewählt mit Herbert Lindinger als Präsidenten. Und auch
innerhalb des Verbandes, der erst 15 Jahre jung war, bahnte sich
zum ersten Mal in der Verbandsgeschichte ein neues demokratisches Prinzip der Mitbestimmung und Mitarbeit an.
Die Aktivitäten des VDID sollten nicht mehr von oben, sondern
von den Mitgliedern selbst vorangetrieben werden. Das war die
Geburtsstunde der Bildung von Regionalgruppen.
Bisher gab es ja in den einzelnen Städten und Regionen schon
Arbeitsgruppen. Neu aber war der Gedanke, durch diese Basis­
demokratie eine Belebung der Verbandsaktivitäten zu erwirken. Die
Verknüpfung des einzelnen Mitglieds, also der »Regionalgruppe«
mit den Präsidiumsaktivitäten sollte also den Prozess der Entscheidungsfindung wesentlich demokratisieren.
Zum ersten Mal in der Geschichte wurde 1974 den Mitgliedern
eine geschlossene Mannschaft als »Kabinett« vorgeschlagen. Ziel
war es, dadurch ein funktionsfähiges, aktives Präsidium für die
neue Verbandsperiode sicherzustellen. Das gelang damals und
läutete damit eine neue Periode des VDID ein.
Um sich zu vergegenwärtigen: 50 Jahre Erinnerung sind viel
größer als man auf einer DIN A4 Seite beschreiben kann. Mein
Wunsch an die jüngere Generation ist, dass sie mithilft, den
Einfluss des Berufsstandes in Politik und der Rechtssprechung
durchzusetzen. Die Berufsbezeichnung Diplom-Designer muss
gesetzlich noch mehr geschützt werden. Dafür ist eine eindeutige
und unmißverständliche Rechtssprechung notwendig. Nicht mehr
und nicht weniger!
π Peter Raacke, Gründungsmitglied VDID/ - JO
Design
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Werte sichern den Erfolg.
Nachhaltig!
Ethik
14 VDID extra
5 Jahrzehnte Industrie Design in Deutschland –
5 Jahrzehnte VDID 2 0 . u n d 2 1 . N o v e m b e r 2 0 0 9 i n S t u t t g a r t ! DESIGN KOMPETENZ DEUTSCHLAND
V
v. l. n. r.:
Günter Kupetz,
Theo Baumann,
Hans Erich Slany,
Arno Votteler,
Rainer Schütze
or 50 Jahren
wurde der VDID
gegründet – Grund
genug, diesen
runden Geburtstag
zu feiern! Und damit
dies auch gebührend passiert, haben
wir dieses Fest in 3
Akten geplant:
Für den 2 0 . N o v e m b e r ist eine Tagung
organisiert, die die Themenfelder der Gründung des VDID wieder aufgreift:
Wo stehen heute die Kompetenzfelder
PRAXIS/AUSBILDUNG/NETZWERK­
ARBEIT? Was hat sich in den fünfzig Jahren
seit der Gründung des VDID getan? Haben
sich Gewichtungen verschoben? Welchen
Stellenwert hat das Industrial Design heute
im Kontext aller Designdisziplinen? Wohin
geht der Weg im Industrial Design?
Ziel der Tagung ist, die inhaltliche Weiterentwicklung auf allen drei Kompetenzfeldern darzustellen:
praxis: Design Kompetenz im Inter-
nationalen Wettbewerb – Design in der
Unternehmenspraxis
AUSBILDUNG: Design(er) Gestern – Heute, Design(er) in der Zukunft: Ausbildung
heute für Kompetenzen in der Zukunft
NETZWERKARBEIT: Gemeinsame Ziele
und Aufgaben der Design-Disziplinen
Für die Tagung konnten namhafte Referenten gewonnen werden, wie z.B. Gorden
Wagener (Chefdesigner von MercedesBenz/Daimler), Aleksandar Tatic aus
Mailand, Prof. Gert Trauernicht (Bergische
Universität Wuppertal), Prof. Marion Digel
(Folkwang Hochschule), Prof. Günter
Horntrich (KISD), Prof. Thomas Gerlach
(HS Pforzheim). Die Laudatio übernimmt
Christian Marquart.
Abends werden im Rahmen eines Festaktes
im Haus der Wirtschaft nicht nur die
Gründungsmitglieder des VDID zu Wort
kommen, auch die Gewinner des VDIDNachwuchswettbewerbes 2009 sollen
geehrt und anschließend gefeiert werden.
Am Samstag, den 2 1 . N o v e m b e r werden
wir nach einem gemeinsamen Frühstück
die VDID-Delegierten-/Mitgliederversammlung mit Präsidiumswahlen in Stuttgart abhalten – und am Nachmittag gibt es zum
Abschluss die Möglichkeit, gemeinsam die
interessanten Museen der Stuttgarter-Umgebung sowie die HfG Ulm zu besuchen.
π Ein ausführliches Pogramm ist in Kürze
auf unserer Web-Site (www.vdid.de) eingestellt. Anmeldungen und Hotelbuchung bitte
über Frau Ochsner, vdid@germandesign.de
50 Jahre VDID
gesucht werden ...
historische Bilder, Archivmaterial,
Dokumente... Infos über ehemalige
Mitglieder und Interessierte, die
unbedingt zur Feier am 20.11.2009
eingeladen werden müssen ...
K o n ta k t ü b e r d i e
Geschäftsstelle
vdid@germandesign.de
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der Zukunft
>>>
Stiftung Hochschule für Gestaltung HfG Ulm
Am Hochsträß 8, 89081 Ulm
Telefon: +49 (0) 731 - 38 10 01
Telefax: +49 (0) 731 - 38 10 03
www.hfg-ulm.de
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Die Konsequenz der Idee!
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Seele and Geist
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