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Hochzeit Mit über 80 Jahren aufs Standesamt Scheinehe Wie - Biss

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BÜRGER IN SOZIALEN SCHWIERIGKEITEN
1,80 O, davon 0,90 O für den Verkäufer
Mai 2010
Liebe
Hochzeit Mit über 80 Jahren aufs Standesamt
Scheinehe Wie Behörden ermitteln
Eifersucht Die dunkle Seite der Liebe
ISSN 0948-3470
Zu Recht
kommen.
Der VdK hilft bei Rente, Behinderung und Pflege.
Im Jahr 2009 haben wir für unsere Mitglieder
165.000 Sozialrechtsberatungen durchgeführt
l 68.000 Anträge auf Sozialleistungen gestellt
l 27.000 Widersprüche gegen Behördenbescheide eingelegt
l 9.000 Sozialgerichtsverfahren begleitet
Dabei wurden 9,5 Millionen Euro an Nachzahlungen erstritten.
l
Jetzt Mitglied werden
für nur 5,- Euro/Monat.
www.vdk-bayern.de
intern
Liebe geht durch
den Magen
Ich esse gerne und gerne gut. Meine wichtigste Mahlzeit ist das Frühstück, das meist aus Tee, Saft, Müsli, Ei und Brot mit Marmelade und
Quark besteht. Wenn mir das Mittagessen geschmeckt hat, macht es
mir auch nichts aus, zum Abendessen noch mal die aufgewärmten Reste
zu essen. Und dazwischen Kaffee und Kuchen fi nde ich prima. Immer
klappt das natürlich nicht, da manchmal die Zeit dafür fehlt. Aber wenn
es irgendwie geht, kocht mein Mann so wie früher, als die Kinder noch
zu Hause waren, ein Mittagessen für uns. Bei uns liegen Wohnung und
Arbeitsstellen nicht weit auseinander, und mein Mann kann in einer halben Stunde die tollsten Gerichte zubereiten.
Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass Menschen, die nichts Richtiges
im Magen haben, etwas Gescheites leisten, geschweige denn gute Laune
verbreiten können. Deshalb werden wir bei unserem geplanten Hotel BISS
(siehe Seite 23) sehr darauf achten, dass das Essen zum Standard des Hotels
und dem schönen Ambiente passt. Unsere Gäste sowieso, aber auch unsere
Mitarbeiter sollen ein erstklassiges, abwechslungsreiches Essen bekommen,
nach Möglichkeit mit regionalen und saisonalen Zutaten gekocht. Manche
unserer künftigen Auszubildenden wissen bestimmt noch nicht, wie gut so
ein Essen schmeckt. Und vermutlich haben auch nicht alle zu Hause immer an einem hübsch gedeckten Tisch gesessen und sich mit Eltern und Geschwistern beim Mittagessen unterhalten. Im Hotel BISS aber wird gegessen, geredet, gelacht und diskutiert werden, was das Zeug hält – das kann
ich Ihnen versprechen!
Stellen Sie sich vor, liebe Leserinnen und Leser: Sie kommen als Gast in
unser Hotel. Morgens steigt Ihnen der Duft von frisch gebackenem Brot in
die Nase, das wir in der Früh in unserem Steinbackofen backen. Das Frühstück mit Kaffee oder Tee, Brot, Semmeln und selbst gemachten Marmeladen ist inklusive bei uns, bezahlen müssen Sie nur für Extras. In unserem
Bistro können Sie zwar kein fünfgängiges Menü bestellen; dafür wird es
dort eine wechselnde Speisekarte mit wunderbaren einheimischen Gerichten geben, aber auch mit anderen Köstlichkeiten, zum Beispiel asiatischen,
weil eine Köchin Thailänderin ist und nur auf unser Startsignal wartet. An
bestimmten Tagen wird es Schmankerl geben wie zum Beispiel fränkische
Krapfen (in München heißen sie „Auszog’ne“), die frisch gebacken und mit
Puderzucker bestreut serviert werden. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn ich nur daran denke! Krapfen gibt’s in meiner Heimat zu
besonderen Gelegenheiten, also vor allem bei Hochzeiten, Geburtstagen,
Taufen und Kommunionfeiern. Planen Sie Hotel BISS also für Ihre Feiern in
den nächsten Jahren ruhig mit ein!
Dynamo Fahrradservice ist ein
sozialer Betrieb mit Fahrradladen und Recyclingwerkstatt.
Unser Meisterfachbetrieb
bietet Arbeitsplätze,
Beschäftigung, Qualifizierung
und Ausbildung für ehemals
arbeitslose Menschen.
Voller Vorfreude darauf verbleibe ich mit herzlichen Grüßen
Foto: Dorothea Büchele
3
Intro
BISS ist ein Zeitungsprojekt, das seit
1993 Bürgerinnen und Bürgern in sozialen
Schwierigkeiten hilft, sich selbst zu helfen.
Das Blatt wird professionell gemacht und
hauptsächlich von Menschen verkauft,
die obdachlos sind oder waren. Die Verkäufer kommen in der Schreibwerkstatt
(SWS) auf den Seiten 4, 16, 17 und 30
selbst zu Wort.
Vom Verkaufspreis, 1,80 Euro pro Exemplar, behalten die Verkäufer 90 Cent.
BISS hat die Anstellung von Verkäufern,
die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance
haben, zum Ziel. Zurzeit sind 35 von rund
100 Verkäufern fest angestellt.
BISS finanziert sich durch den Verkauf
der Zeitschrift sowie durch Anzeigen und
Bußgelder, die BISS von Richtern und
Staatsanwälten sporadisch zugesprochen
werden. Mit diesen Einnahmen werden die
Herstellungskosten der Zeitschrift inklusive
Honoraren sowie die Betriebskosten und
die Fachpersonal-Gehälter bezahlt.
Der gemeinnützige Verein BISS e.V.
unterstützt Qualifizierungsmaßnahmen
für Betroffene. Um sozial benachteiligten
jungen Menschen zu einer erstklassigen
Berufsausbildung zu verhelfen, hat der
Verein die Stiftung BISS gegründet, die die
Trägerschaft beim geplanten Projekt Hotel
BISS (s. S. 23) übernehmen soll.
Alle Spenden werden für Bürgerinnen
und Bürger in sozialen Schwierigkeiten
eingesetzt.
Spendenkonto bei der
LIGA Bank München
Konto-Nr. 22186 66
BLZ 750 903 00
IBAN DE67750903000002218666
BIC GENODEFM05
Bitte kaufen Sie BISS nur bei Verkäufern,
die ihren Ausweis deutlich sichtbar
tragen. BISS wird nur auf der Straße,
nicht an der Haustür verkauft.
BISS ist Mitglied im Internationalen Netz
der Straßenzeitungen.
www.street-papers.org
Titelfoto: Nelly Küfner
Foto Intro: Barbara Donaubauer
Foto Inhalt: Florian Peljak, Volker Derlath,
Volker Schmitt
4
BISS-Verkäufer Pietro Dorigo inmitten von Tulpen, Narzissen und Maiglöckchen
Mein Standplatz: Pflanzen Kölle
in Obermenzing
Ich verkaufe meine BISS an einem Ort, den viele Leute für den
schönsten Verkäuferstandplatz halten: vor Pflanzen Kölle in
Obermenzing. Um mich herum Blumen, Blumen und wieder
Blumen. Jetzt, im Frühling, ist es besonders schön und bunt, es
gibt Maiglöckchen, Narzissen, Tulpen und viele andere Arten,
eigentlich alles, was man sich an Blumen und Pflanzen vorstellen kann. Aber auch im Herbst ist es wunderschön, sofern das
Wetter mitspielt. Ein Highlight ist immer der Weihnachtsmarkt,
der von den Mitarbeitern mit sehr viel Liebe und Mühe gestaltet wird. Das ganze Jahr über kommen viele Leute zum Kaufen
und Staunen. Die meisten sind Stammkunden, einige kenne ich
schon etwas besser. Etwa 200 Meter abseits vom Laden – das
wissen viele gar nicht – gibt es einen Rosengarten, der ein Paradies für Rosenliebhaber und Neugierige ist. Er ist immer sehr
gepflegt, und seine Schönheit ist kaum in Worte zu fassen. Kommen Sie doch einfach mal vorbei, ich bin sicher, Sie möchten nirgendwo anders sein. Es freut mich immer wieder, den Wandel
der Jahreszeiten zu beobachten, obwohl es im Laufe der Zeit natürlich auch Routine geworden ist. Doch besonders jetzt, nach
einem langen, fast unendlichen Winter, genieße ich es: endlich
wieder schönes Wetter, endlich wieder blühende Pflanzen, endlich „Eine BISS, bitte!“ Und endlich morgen wieder einen Nachschub an Heften kaufen, immer mit der Hoffnung, dass der
nächste Tag ein guter Verkaufstag wird, dass mir die Stammkunden erhalten bleiben und – warum nicht? – ein paar neue dazukommen. Eine ganz besondere Freude ist es mir immer, wenn
jemand, der schon x-mal an mir vorbeigelaufen ist, sich plötzlich
traut, mich anzusprechen: „Was kostet das?“
Pietro Dorigo/SWS
Inhalt
Liebe
8
„Uns fehlt etwas in den Herzen“
Kinder lieben ihre Eltern bedingungslos. Und sie trauern
anders, wenn diese sterben. Lacrima hilft
12
Altes Paar, frisch verheiratet
Für die Liebe ist es nie zu spät: Hedwig und Siegfried Kurtze
haben mit 79 und 82 Jahren noch einmal geheiratet
14
Was ist Liebe?
Ein Psychologe, ein Pfarrer und ein Evolutionsbiologe
suchen Erklärungen für ein Phänomen
15
Drum prüfe, wer sich scheinbar bindet
Ist es tatsächlich Liebe, wenn Ausländer Deutsche heiraten?
Behörden ermitteln in Sachen Scheinehe
18
„Konflikt erzeugt Gemeinschaft“
Der Paartherapeut Arnold Retzer freut sich, wenn Partner
streiten. Weil es zeigt: Sie sind sich nicht egal
20
Die dunkle Seite der Liebe
Was wirklich hinter Eifersucht, Liebeskummer, Narzissmus
und Liebesentzug steckt
8 Liebevolle Trauerarbeit: wie Kinder den Tod ihrer
Eltern verarbeiten
G’schichten
16
Schreibwerkstatt
Unsere Verkäufer erzählen
24
Schulfrei?!
Die meisten Schüler des Abschlussjahrgangs der FranzAubeck-Abendschule schuften tagsüber
28
Um die Ecke
Schriftstellerin Asta Scheib steht auf der Gerner Brücke über
dem Nymphenburger Kanal. Und sie schreibt darüber
30
Jana und die Rabenliebe
Die Kolumne aus der Schreibwerkstatt
28 Gerner Eindrücke: Asta Scheib beobachtet
Karpfen im Nymphenburger Kanal
Rubriken
24 Alles im Griff: Bildungsbürger Mathias arbeitet
tagsüber als Elektriker
6
7
22
23
26
30
31
Lob & Tadel
BISSchen
Patenuhren
Hotel BISS
Freunde & Gönner
Impressum
Adressen
5
Lob & Tadel
Lob
Mit „ausgezeichnet!“, dem Münchner Jugendpreis für Engagement,
werden Projekte von jungen Leuten prämiert
S-Bahn-Gewalt, Koma-Saufen und Vandalismus, Mobbing auf dem Schulhof,
Hartzen statt Lehrstellen – mei, die Jugend, was soll nur aus ihr werden? Jetzt
aber im Ernst: Es geht auch anders. Es
gibt durchaus junge Menschen, die sich
einsetzen, die verändern und verbessern.
Schülerinnen und Schüler, die zum Beispiel Hausaufgabenhilfen für Flüchtlingskinder organisieren, Tanzprojekte
in Unterkünften von Asylbewerbern
oder Zeitzeugengespräche mit KZ-Überlebenden in Schulen. Oder Jugendliche,
die „Teens on Phone“ beraten, Kids, die
Aktionen für ein Schülercafé starten,
für den Skaterpark in Moosach oder gegen Hundedreck in ihrem Wohngebiet.
Und es gibt Vereine, Behörden, Unterstützer in München, die diese Eigeninitiativen fördern und prämieren. „ausgezeichnet!“ heißt der Jugendpreis für
Engagement, der in diesem Jahr bereits
zum dritten Mal verliehen wird. Die Idee
entstand 2006, vorangetrieben vom Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP), der Arbeitsgemeinschaft
Friedenspädagogik (AGFP e.V.), dem
Münchner Kinder- und Jugendforum/
Kultur- und Spielraum e.V. sowie dem
Münchner Trichter, unterstützt vom Jugendamt, dem Ausländerbeirat, dem Sozialpolitischen Diskurs München und der
Stiftung BEST. Bis zum 30. Juni läuft die
Bewerbungsfrist für Projekte und Ideen
unter der Federführung von Kindern und
Jugendlichen. Etwa 20 Gruppen kommen
in die engere Wahl, das Alter der Teilnehmer reicht von 14 bis zu etwa 24 Jahren.
Also: Mitmachen! Wer sich kümmert und
engagiert, wird nicht nur gelobt, sondern
auch belohnt: Am 8. Oktober winken im
„Feierwerk“ der 1. Preis in Gold sowie
500 Euro, der 2. Preis in Silber samt 100
Euro. Infos beim AGFP-Projektbüro, Tel.
089 /65182 22, www.agfp.de
Dieter Wachholz
Tadel
Das Online-Spiel „Pennergame“ hat eine München-Version gestartet.
Was wie eine Satire daherkommt, ist geschmacklos und entwürdigend
Vom Bettler zum Schlossbesitzer, das
ist das Ziel beim Online-Spiel „Pennergame“. Über das Internet verbunden,
kämpfen die Spieler um den sozialen Aufstieg ihrer virtuellen Alter Ego. Vor zwei
Jahren in Hamburg gestartet, gibt es nun
auch eine Version, die in München spielt.
Der Spieler legt eine virtuelle Figur an. Sie
wird unter anderem nach ihrem Promillegehalt und der Anzahl von Läusen charakterisiert. Bei den Arten, auf die eine
Figur Reichtum und Ruhm ernten kann,
haben die beiden 21-jährigen Macher
Niels Wildung und Marius Follert tief in
die Klischeekiste gegriffen: Die „Penner“
sollen nicht nur Pfandflaschen sammeln,
sondern auch schnorren, Verbrechen begehen, sich Waffen zulegen, sich in Banden organisieren und kämpfen. Auch was
die Adaption des Spiels für München angeht, jagt ein Stereotyp das andere: „Die
Krüge sind größer, das Essen deftiger, die
Tiere seltsamer und die Musik rustikaler
6
als im Rest der Republik“, lassen die Erfinder wissen. Es wird zwar klar, dass das
Spiel Satire sein soll. Auch die „nicht immer politisch korrekte Umsetzung“ räumen Wildung und Follert ein. In der gezielten Provokation sehen sie aber ein
Mittel, junge Menschen auf das Thema
Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen.
Die Logik dahinter: Wenn Menschen in
sozial prekärer Lage wollen, dass man
sich mit ihrer Problematik beschäftigt,
müssen sie eben Diskriminierung und
Spott in Kauf nehmen. Die Betreiber haben auf einer Spendenplattform einen eigenen Bereich eingerichtet und lassen die
Einnahmen daraus Hilfsorganisationen
für Obdachlose zukommen – eine Feigenblattaktion. Denn Wildung und Follert
haben das Spiel voll durchkommerzialisiert und leben davon. Es macht traurig,
dass Zynismus gegenüber Obdachlosen
zum Geschäftsmodell taugt.
Bernd Oswald
chen
Wie kommen
Babys zur Welt?
Das Geburtshaus in der Nymphenburger Straße erinnert an eine
gemütliche Wohnung. 200 Babys
pro Jahr kommen hier zur Welt,
unterstützt von elf Hebammen,
darunter Susanne Braun. Die Viertklässler der Sendlinger Montessorischule haben sie besucht
Wie lange dauert eine Geburt?
Susanne Braun: Manchmal geht es sehr
schnell, dann ist das Kind in zwei, drei
Stunden da. Aber es passiert genauso,
dass die Geburt viele Stunden dauert. Im
Geburtshaus geben wir Mutter und Kind
die Zeit, die sie beide brauchen. Das ist
unterschiedlich. Auf alle Fälle kommen
die Kleinen – unabhängig davon, wie lange sie brauchen – gern nachts. Da ist es
einfach schön ruhig.
te Klinik – das ist hier die Taxisklinik.
Bei uns dürfen auch nicht alle Kinder zur
Welt kommen: Wir betreuen etwa keine Zwillinge, weil das zu kompliziert sein
kann, oder Babys, die im Bauch sitzen, also nicht mit dem Köpfchen nach unten
liegen. Wenn wir wissen, es ist zu riskant,
das Baby ohne medizinische Unterstützung zur Welt zu bringen, weil schon die
Schwangerschaft ungewöhnlich war, schicken wir die Frauen in das Krankenhaus.
Wie kommen die Babys zur Welt?
Das eine oder andere Kind kommt in unserer Badewanne zur Welt. Viele Frauen
gebären ihre Babys auch auf dem sogenannten Geburtshocker im Sitzen. Die
wenigsten Babys werden liegend im Bett
geboren. Nach etwa zwei Stunden gehen dann die Mütter und Väter mit ihren
Neugeborenen nach Hause.
Wer ist bei einer Geburt dabei?
Bei der Geburt ist immer eine Hebamme
dabei, und ganz zum Schluss, wenn das
Baby kommt, unterstützt sie eine zweite Hebamme. Also sind die Mutter, der
Vater, das Neugeborene und die Hebammen im Raum. Manchmal sind auch die
Omas oder eine Freundin der Eltern dabei. Ganz selten erlebt ein Geschwisterkind die Geburt mit.
Was passiert, wenn Sie als Hebamme bei
einer Geburt nicht mehr weiterwissen?
Wenn es zu lange dauert oder es Komplikationen geben könnte, dann gehen wir
mit den Frauen oder Eltern in die nächs-
Kommt ein Baby immer mit der Nabelschnur raus?
Ja. Die Kinder kommen mit der Nabelschnur zur Welt. Manchmal ist die Nabel-
schnur kurz und manchmal sehr lang. Die
Kinder haben sie dann um die Füße oder
den Hals gewickelt. Ich habe es schon erlebt, dass ein Knoten in der Nabelschnur
war. Wenn das zu fest wird, können die
Kinder daran auch sterben. Gott sei Dank
ist das hier im Geburtshaus noch nie passiert. Das Baby sendet uns Hebammen
Zeichen, wenn es ihm nicht gut geht. Wir
hören das an den Herztönen. Das ist dann
zum Beispiel eine Situation, wo wir ins
Krankenhaus gehen.
Gibt es auch Ärzte im Geburtshaus?
Nein. Die Aufgabe von Hebammen ist es,
Schwangere, Mütter, Eltern und Neugeborene bei der Geburt zu betreuen. Wenn
alles normal läuft, brauchen sie dazu keinen Arzt. Der Hebammenberuf ist schon
sehr alt, älter als der Arztberuf. Das
kommt daher, weil früher in den Großfamilien die Großmütter oder andere schon
erfahrene Frauen den Töchtern bei der
Geburt geholfen haben. Das Wissen über
die Geburt ist von Frau zu Frau über Generationen weitergegeben worden.
Protokoll & Foto: Margaretha Pawlischek
7
Liebe
Text: Christine Auerbach
Foto: Florian Peljak
Kinder lieben anders. Und sie trauern
auch anders, wenn Papa oder Mama
sterben. Bei Lacrima dürfen sie gemeinsam ratschen, schweigen, spielen.
Und lachen
Wenn man Rudis Schuhe berührt, ist alles weniger schlimm: der
Raum mit den fremden Kindern, die Kerzen in der Mitte. Dann
kommt es leichter über die Lippen, dieses ewig lange Wort, das
schuld an allem ist: Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nicht die vielen
8
Silben machen es so schwer, sondern der Rest des Satzes: „Meine Mama ist an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben.“ Schnell
ein bisschen über Rudis Schuhe streicheln. Ob die wohl so weich
sind, wie sie aussehen? Anfassen, festhalten.
„Rudi hat heute wieder ganze Arbeit geleistet“, wird Diakon Tobias Rilling später sagen. Seine Hände erwecken Rudi
zum Leben. Denn Rudi ist eine babygroße Handpuppe, wie sie
Bauchredner benutzen, mit rotem Haarkranz, bunten Klamotten und großen, weichen Plüsch-Stoffschuhen. Rilling ist der
Leiter von Lacrima, einer Organisation der Johanniter Unfallhilfe, die Kindern und Jugendlichen bei der Verarbeitung von
Trauer hilft.
„Uns fehlt etwas
in den Herzen“
Rudi hilft mit. Was Rilling mit seiner freundlichen, zurückhaltenden Stimme nicht schafft, gelingt Rudi mit seiner quäkenden, großen Klappe. Sogar der kleine Lukas* bleibt ohne Eltern im Raum mit den anderen Kindern, weil Rudi sich eben für
ihn interessiert – „Knödel mit Soße ist dein Lieblingsessen? Welche Soße denn?“, fragt er, und schon ist es viel leichter, die Mama in den Elternraum gehen zu lassen. Alleine zu bleiben, obwohl einen doch schon der Papa alleine gelassen hat.
In der Gruppe rund um Rudi wird sichtbar, was Tobias Rilling immer wieder sagt: „Kinder trauern anders als Erwachsene.“ Während Erwachsene vor allem versuchen, ihre Trauer in
Worte zu verpacken, drücken Kinder sie viel eher beim Spie-
len, Malen oder Basteln aus. „Außerdem springen Kinder regelrecht in die Trauer hinein und wieder heraus“, sagt der Diakon.
In einem Moment sind sie kaum ansprechbar, im nächsten ausgelassen und glücklich. Er hat schon Kinder erlebt, die in der
Aussegnungshalle vor dem Sarg auf dem Boden mit ihren Autos spielten, als würde sie die Beerdigung nichts angehen. „Dadurch wird ihre Trauer oft gar nicht richtig wahrgenommen.“
Auch die Gruppe, die jetzt um Rudi herum sitzt, wirkt auf den
ersten Blick wie jede Kindergruppe, die sich gerade kennenlernt. „Wir haben in den Bergen gewohnt“, erzählt Eva. Ganz
steil war es dort, zeigen ihre Hände, und sie isst am liebsten Käsefondue. Man merkt, dass sie gern dort war, an diesem Ort.
9
Liebe
„Kinder springen in die Trauer hinein und wieder heraus“, sagt Diakon Tobias Rilling (M.). Jedes auf seine Art – manchmal still und manchmal laut
Erst später wird klar, dass ihr Papa genau von einer dieser „ganz
steilen“ Straßen abgekommen ist. Ihr Tonfall ändert sich bei diesem plötzlichen Schwenk ihrer Geschichte kaum.
Mit seinem Verlust geht jedes Kind anders um. Auch in der
Lacrima-Gruppe: Einer scheint den Tod der Mutter schon ganz
mit sich selbst ausgemacht zu haben, einer spielt den starken
Max. Ein Mädchen ist hibbelig, fällt ins Wort, eines schweigt.
Deshalb gibt es bei Lacrima verschiedene Räume, in denen die
Kinder sich während der wöchentlichen Gruppenstunden aufhalten können. Einen Ruheraum mit Decken, Kuscheltieren,
Kerzen. Einen Toberaum, in dem man die Wut so richtig rauslassen kann, die zurückbleibt, wenn der Papa einen einfach alleine lässt. Einen Bastelraum. Dazu gibt es eine Outdoor-Gruppe und eine Reitgruppe. Die sieben Kinder zwischen fünf und
zwölf Jahren, die gerade um Rudi herum sitzen, sind zum ersten Mal gekommen. Danach entscheiden sie, ob sie weiter in die
wöchentlichen Gruppenstunden gehen wollen.
Jedes gemeinsame Treffen beginnt mit dem Kerzenritual – alle sitzen im Kreis, in der Mitte stehen Teelichter. Jeder darf eines
anzünden, sagt seinen Namen und für wen es brennt. Für Mama, Papa, Tante. Eines für Rudine – Rudis Freundin. Mit der
brennenden Kerze wird der Tod sichtbar, er kann nicht mehr
einfach verdrängt werden. Denn genau das geschieht oft bei
Kindern. Sie wünschen sich mit all ihrer Fantasie die Normalität
zurück: Manchmal decken sie sogar den Tisch immer noch mit
einem Extrateller. „Der Verlust kommt in ihrem Leben gar nicht
an“, sagt Tobias Rilling. „Durch die Trauerarbeit hier wird ihnen aber klar: Ich bin mit meinem Erlebten nicht alleine.“
Dieses Gefühl des Alleineseins ist es nämlich, was vielen Kindern zusätzlich zu dem Verlust zu schaffen macht. Die Familie
in Trauer. Die Freunde in Kindergarten und Schule unsicher, wie
sie reagieren sollen. Viele der trauernden Kinder kapseln sich ab,
manche werden aggressiv, viele verdrängen ihre Gefühle ein10
fach, um weiter dazuzugehören und nicht zur Last zu fallen. Sie
„funktionieren“ – so nennt es Tobias Rilling.
„Wir sind hier alle zusammen, weil wir gemeinsam etwas erlebt haben“, sagt er deshalb zu Beginn der Schnuppergruppe.
„Könnt ihr euch vorstellen, was das ist?“ Evas Finger schnellt
nach oben – „Uns fehlt allen etwas in den Herzen.“ Dabei kaut
sie auf den Tatzen ihres schon ziemlich abgeliebt aussehenden
Kuscheltigers herum. Die anderen nicken. Danach knüpfen sie
ein Trauernetz: Sie werfen sich ein rotes Wollknäuel zu, und jeder, der den Faden in der Hand hat, sagt seinen Namen, seine
Lieblingsfarbe, sein liebstes Schulfach, sein Lieblingsessen. Spaghetti mit Soße gewinnt. Danach heben alle das geknüpfte Netz
ein bisschen an, und siehe da – sogar Postkarten kann man darauflegen, ohne dass sie herunterfallen. „Genau so ein Netz gibt
es für euch“, sagt Tobias Rilling und lässt Rudi nicken. Und
wenn Rudi nickt, dann muss es ja stimmen.
Nachdem das Trauernetz geknüpft ist, geht es ans Basteln. Jedes Kind bekommt eine Kerze, dazu Wachsreste, um sie selbst
zu verzieren. Man kann die Kerze daheim anzünden, wenn man
an den Verstorbenen denkt. Womit sie verziert wird? Na eben
mit dem, was sie gerne gemacht haben, der Papa, der Bruder,
die Mama. Und während Inlineskates ausgeschnitten werden,
Herzen und Autos, fällt das Reden und Erzählen viel leichter.
Dass sie nach dem Tod des Papas weggezogen sind, weil die Mama es nicht mehr ausgehalten hat im alten Haus. Dass sie selbst
aber viel lieber geblieben wäre. Dass die Eltern schon lange geschieden waren, bevor der Papa gestorben ist. Dass es dann ganz
schnell ging mit der Mama, als sie im Krankenhaus lag. Die
Mitarbeiter, die die Kinder während der ersten Stunde betreuen, kennen deren Geschichten nicht. Diese Informationen werden an die Betreuer nicht weitergegeben. „Bewusst“, sagt Tobias Rilling. Vorwissen schränkt ein. Die Kinder bestimmen das
Tempo, mit dem sie ihre Geschichte erzählen.
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Judith Kowalski
Hochkonzentriert beim Anfertigen einer Gipsmaske
Während der Gruppenstunden bei Lacrima hat die Trauer
ihren Platz. Ganz offiziell. Hier darf geweint werden, hier darf
die Wut raus. Hier darf man aber auch lachen, denn hier hat
auch das Gegenstück der Trauer, die Freude, ihren Platz. „Das
ist schwierig für viele“, sagt Tobias Rilling, „darf ich jetzt lachen, obwohl jemand gestorben ist?“ Man darf. Man darf sich
verkleiden, man darf Kostümfeste feiern, man darf sogar Schokoküsse essen. Man darf tanzen, basteln, raufen, klettern gehen
und reiten. Man darf weiterleben. Das gilt für die Kinder wie
für ihre Angehörigen, denn während der wöchentlichen Gruppenstunden treffen auch sie sich, tauschen praktische Tipps aus,
umschiffen „gefährliche Tage“– Wie verbringt ihr denn Weihnachten? Was macht ihr am Todestag? – oder führen einfach
nur die Hunde spazieren.
Mitmachen oder von seinen Gefühlen erzählen muss bei Lacrima niemand. Die Mitarbeiter zwingen keines der Kinder, etwas zu sagen. Stellen auch keine bohrenden Fragen. Sie sind einfach nur da. „Spiegeln“ nennt Constanze Künstler das, eine der
Gruppenleiterinnen. Wenn ein Kind nichts sagt, nur still auf seinem Stuhl sitzt, während die anderen toben, dann setzt sie sich
ebenso still daneben. Und manchmal kommen sie dann von
selbst: die Geschichten, die Gedanken, die Gefühle.
Zwei Jahre bleiben die Kinder im Schnitt bei Lacrima. Während der Zeit lernen sie, die Trauer in ihr Leben einzubauen,
sie zu verarbeiten und auch wieder Raum für andere Dinge zu
schaffen. Natürlich ist die Kerze für den toten Bruder, die in einer der älteren Lacrima-Gruppen brennt, immer noch die wichtigste, aber daneben ist inzwischen auch noch Platz für eine
zweite: „Für Michael Jackson.“ Weiterleben eben.
Verwaltung von:
– Eigentumswohnungen
– Mietshäusern
– Büro- und Geschäftshäusern
M-Haus Hausverwaltung GmbH
Leopoldstr. 244
80807 München
T 089 / 208 03 93 20
F 089 / 208 03 9378
info@m-haus.info
www.m-haus.info
* Alle Namen der Kinder geändert
LACRIMA, Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche in
München, Tel. 72011190, www.lacrima-muenchen.de
11
Liebe
Im Wohnzimmer
ihrer Schwabinger
Wohnung: Hedwig
und Siegfried Kurtze
Füreinander da sein
Protokoll: Günter Keil
Foto: Nelly Küfner
Hedwig und Siegfried Kurtze wissen, dass es nie zu spät
ist für die Liebe: Zusammen waren sie 161 Jahre alt, als sie
noch einmal heirateten
Hedwig Kurtze: An unserer Hochzeit schien die Sonne. Wir
sind zu Fuß zum Standesamt gegangen. Dort wäre ich am
liebsten unter den Tisch gerutscht, denn ich dachte mir, da
wird man uns komisch anschauen, zwei so Alte, die noch mal
heiraten wollen.
Siegfried Kurtze: Schließlich warst du schon 79 und ich 82.
Aber es war ein wirklich schöner Tag: der zweite April 1998.
Für uns beide war es die zweite Ehe. Trauzeugen waren mein
Sohn und deine Tochter.
Hedwig: Nach dem Standesamt sind wir essen gegangen und
anschließend haben wir bei uns daheim in Schwabing noch gemütlich Kaffee getrunken. Ich komme ja eigentlich aus Darmstadt und mein Mann aus Breslau. Aber 1965 zog ich mit meiner Tochter und meinem ersten Mann nach München. Da hast
du schon länger hier gelebt.
Siegfried: Das war kurz nachdem meine erste Frau gestorben
war. Meine Tochter hatte dich eingeladen, doch einmal bei uns
vorbeizukommen, und ich habe dich abgeholt.
Hedwig: Wir haben auf der Fahrt kein Wort geredet und uns
nur auf den Verkehr konzentriert. Nach dem Besuch hast du
mich wieder heimgefahren. Und dann ging es schon bald los mit
dem Telefonieren. Du riefst mich öfter an und fragtest, wie es
mir geht.
Siegfried: Ich habe ein paar Wochen später vorgeschlagen, man
könnte doch mal spazieren gehen und sich näher kennenlernen.
Also haben wir uns im Englischen Garten verabredet.
Hedwig: Peu à peu haben wir gemerkt, dass wir viele gleiche
Interessen haben. Wir sind gern ins Theater gegangen, lieben
Opern und waren sogar noch gemeinsam in der Senioren-Tanzschule. Da konnten unsere alten Knochen noch was lernen.
Siegfried: Ja, seit Ende der 40er-Jahre.
Hedwig: Über unsere Töchter haben wir uns kennengelernt. Die
gingen zusammen zur Schule. Doch erst als sie schon längst erwachsen waren, haben wir zwei uns zum ersten Mal gesehen.
12
Siegfried: Sieben Jahre ging das so mit den Treffen und Besuchen, dann habe ich gesagt, das ist doch Unsinn, wir könnten
doch auch zusammenziehen und heiraten. Das würde alles einfacher machen.
Hedwig: Es gab aber kein Liebesbekenntnis, keinen Kniefall. Es
hat halt einfach alles gepasst, es ging von Anfang an gut mit uns
beiden. Wir hatten viel Freude und haben viel gelacht. Vorher,
ohne unsere ersten Ehepartner, haben wir uns allein gefühlt,
aber zu zweit dann nicht mehr. Liebe ist für mich vor allem,
dass man miteinander redet. Unseren Kindern haben wir auch
immer gesagt: Redet mit euren Partnern. Denn wenn man sich
in einer Beziehung nichts zu sagen hat, braucht man auch nicht
zusammen sein. Mein erster Mann hat mir vieles nicht erlaubt,
zum Beispiel schwimmen zu gehen. Er war sehr eifersüchtig.
Das war mit dir kein Problem.
Siegfried: Ich war ja auch selber eine Wasserratte!
Hedwig: Einmal haben wir uns einen Urlaub auf Gran Canaria
geleistet. Da habe ich das erste Mal das Meer gesehen. Soll ich
da etwa reingehen, fragte ich.
Siegfried: Und ich meinte: Komm mit, das ist wunderbar!
Hedwig: Wir haben uns also an den Händen gehalten und sind
zusammen in die Wellen gelaufen. Ich fand es so erfrischend und
schön, dass ich laut aufgeschrien habe. Es war ein Traum! Am
liebsten hätte ich das Meer mit nach München genommen. Inzwischen, mit 94 und 91 Jahren, sind wir fast nur noch daheim.
Mit all den Krankheiten und Gebrechen kann man einfach nicht
mehr. Man möchte zwar etwas tun, und wenn man im Sessel
sitzt, glaubt man, es geht noch. Aber wenn man aufsteht, merkt
man: Es ist vorbei. Und manchmal denkt man schon, dass es
schön wäre, einfach sanft einzuschlafen, für immer. Im hohen
Alter und mit den gesundheitlichen Problemen ist es ein Trost,
dass man zu zweit ist. Man kann sich unterstützen, sich helfen.
Geblieben sind kleine Berührungen. Ich sitze neben ihm beim
Fernsehen und lege die Hand auf sein Bein, oder wir lehnen uns
aneinander. Mein Mann sagt gerne Schatz oder Liebling zu mir,
da hat er das ganze Repertoire drauf ...
Siegfried: ...während du mich immer nur Siegfried nennst.
Hedwig: Die Paare heute trennen sich viel schneller als früher.
Das finde ich nicht gut. Andererseits sind die jungen Frauen natürlich viel selbstständiger, haben eigenes Geld und dürfen mitreden, das gefällt mir. Früher dagegen waren wir meist nur
Hausmütterchen und konnten frühestens arbeiten, wenn die
Kinder mit der Schule fertig waren.
Siegfried: Wir beide wissen, dass wir füreinander da sind. Und
die Stärke unserer Verbindung ist über die Jahre hinweg gleich
geblieben.
Hedwig: Aber wer sagt, es gibt keine Krisen, der lügt. Wir streiten schon mal, zum Beispiel, wenn du wieder einmal heimlich
Süßigkeiten gegessen hast, obwohl du das als Diabetiker nicht
solltest. Oder ums Aufräumen.
Siegfried: Aber das passiert selten. Denn wir mögen uns sehr.
Hedwig: Ja, da hast du recht.
BISS-Verkäufer zeigen ihre Stadt!
Die andere Art, Münchens
soziales Leben kennenzulernen.
Führung I: BISS & Partner
Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen von BISS e.V.
sowie dem Dynamo Fahrradservice, besuchen Sie das Grab der
BISS-Verkäufer und das Mausoleum des BISS-Förderers Rudolph
Moshammer. Erfahren Sie beim alten Gefängnis Am Neudeck
alles über das Projekt „Hotel BISS“.
Treffpunkt: BISS-Büro, Metzstraße 29
Dauer: 2 ½ Stunden (1 Stunde reine Gehzeit)
Führung II: Wenn alle Stricke reißen …
Besuchen Sie mit uns ein Obdachlosenheim und gewinnen Sie
Einblick in das Leben seiner Bewohner. Entdecken Sie das Projekt
ABBA, wo behinderte, psychisch kranke und arbeitslose Menschen
Arbeit finden. Und lernen Sie in einem Clearinghaus das neueste
Konzept städtischer Wohnraumversorgung kennen.
Treffpunkt: Amt für Wohnen und Migration, Franziskanerstraße 8
Dauer: 2 Stunden
Die Führungen finden immer dienstags um 10 Uhr statt
(Führung I: 11.5. und 25.5.; Führung II: 4.5. und 18.5.).
Für Gruppen können zusätzliche Termine vereinbart werden.
Neu: Führungen auch an Wochenenden möglich.
Erwachsene: € 10,– p.P.
Studenten und Gruppen ab zehn Personen: € 5,– p.P.
Schüler und Hartz-IV-Empfänger: € 2,50 p.P.
Informationen und Buchung unter 089/33 20 33 oder per E-Mail an
info@biss-magazin.de, Betreff: Stadtführung; www.biss-magazin.de
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Liebe
Ist es Liebe...
... wenn Hormone verrücktspielen?
... wenn Gott uns ein Geschenk macht?
... wenn zwei Immunsysteme zueinanderpassen?
Prof. Eckart Rüther, ehemaliger Direktor
der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen:
Neurobiologisch betrachtet, schlägt ein
Mix von Botenstoffen im Körper Alarm,
wenn man sich verliebt. Dopamin wird
ausgeschüttet. Das Hormon aktiviert
das Belohnungszentrum im Gehirn, ähnlich wie zum Beispiel Kokain. Wenn eine Liebe länger andauert, lässt sich das
nicht allein durch biologische Mechanismen erklären. Wir Menschen sind nicht
triebgesteuert wie Tiere. Es ist auch eine
Willensentscheidung: Diese Frau ist diejenige, die ich liebe. Daher bekommt ein alter Mann nicht nur eine Erektion, wenn
er eine junge Frau sieht, sondern auch,
wenn er die Person sieht, mit der er seit
30 Jahren verheiratet ist. Das liegt daran,
dass er eine seelische Verbindung zu ihr
hat. Bei langfristigen Beziehungen spielen auch noch andere Hormone eine Rolle, zum Beispiel Oxycotin. Besonders bei
Zärtlichkeiten, beim Stillen und bei der
Geburt steigt der Pegel des Hormons an.
Es verstärkt offenbar die Bindung zwischen Menschen. Für die Frage, ob sich
Verliebtsein in Liebe verwandelt, sind viele Faktoren wichtig wie gemeinsame Werte und Zukunftspläne.
Karl-Heinz Schulz, evangelischer Pfarrer
in der Kirchengemeinde Woltersdorf:
Der Mensch (das Ich) kann ohne das Gegenüber (das Du) nicht sein. Der Mensch
hat im Mutterleib die Vereinigung, das
Einssein mit einem anderen erlebt und
sucht beständig, das Einswerden zu wiederholen. Liebe ist also ein Grundbedürfnis in dem Sinne, dass jedes Ich ein Du
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sucht. Ist am Anfang das Du die Mutter,
so wird es später vielleicht der Geliebte,
um sich noch später vom Materiellen zu
lösen und das Du im Geistigen zu suchen.
Das wäre dann die Liebe zu Gott, in der
der Mensch aufgeht, sich wissend als Teil
der Schöpfung, geliebt von Gott, und so
seine Geborgenheit findet. Liebe ist Hingabe, Liebe zu Gott, Nächstenliebe –
nicht Eifersucht, Vereinnahmung, HabenWollen. In diesem Sinne schrieb Paulus
seinen Korintherbrief mit dem bekannten Ausspruch: „Nun aber bleibt Glaube,
Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größte unter ihnen.“ In meinem
Nächsten kann ich Gott lieben. Beispiele dafür sind Mutter Teresa und Albert
Schweitzer.
Evolutionsbiologe Claus Wedekind,
Université de Lausanne:
Ein wichtiger Faktor bei der Partnerwahl ist der ureigene Körperduft, wie ein
von mir durchgeführter Versuch an der
Berner Universität demonstrierte: Frauen rochen an benutzten T-Shirts mehrerer Männer. Bei manchen Körperdüften
gerieten die Probandinnen ins Schwärmen, bei anderen Ausdünstungen dagegen wurde ihnen fast schlecht. Der
Grund: Im individuellen Duft jedes Menschen ist eine genetische Struktur des Immunsystems wahrnehmbar. Besitzen Eltern möglichst unähnliche Gene, dann ist
der Nachwuchs gut gegen den Ansturm
von Krankheitserregern gefeit. Daher stufen Menschen einen Duft, der sich von
dem ihren stark unterscheidet, als attraktiv ein. Der Mechanismus dient auch dazu, Inzucht zu vermeiden.
Text: Annette Leyssner
Liebe
Verdacht: Scheinehe
Wenn Deutsche und Ausländer
heiraten, schauen die Behörden
ganz genau hin
„Zu den Hobbys Ihrer Ehefrau befragt,
geben Sie an, dass sie gerne Sport treibe,
während sie selbst angibt, gerne Musik
zu hören.“ Oder: „Frau Maier* geht davon aus, dass Ihre Eltern nicht arbeiten,
während Sie angeben, von Ihren Eltern
unterstützt zu werden.“
Zitate aus einem dreiseitigen Bescheid
der deutschen Botschaft in Tunis vom
Februar 2010, mit dem der Ehegattennachzug des Tunesiers Kerim Tounsi* zu
seiner in Deutschland lebenden Frau abgelehnt wird. Es gebe „erhebliche Zweifel
am Bestehen einer schutzwürdigen Ehe
(...). Es ist vielmehr davon auszugehen,
dass es Ihnen lediglich um die Erlangung
eines Aufenthaltstitels geht.“ Eine sogenannte Scheinehe vermuten die Behörden,
nachdem sie die beiden Eheleute getrennt
voneinander zu Lebensgewohnheiten,
Verwandtschaftsverhältnissen und Hobbys befragt haben. Zeitgleich, um Absprachen zu vermeiden. „Erhebliche Abweichungen“ habe die Auswertung der
Befragungsprotokolle ergeben.
„Die ist teils ziemlich an den Haaren herbeigezogen“, findet die Münchner Anwältin Angelika Lex. Sie befasst
sich seit 1987 in ihrer Kanzlei mit Ausländerrecht und ist zuversichtlich, dass
sie die Vorwürfe vor dem zuständigen
Berliner Verwaltungsgericht ausräumen
kann. Zu wenig stichhaltig seien die angeführten Argumente, teilweise auch reine Auslegungssache – könne es nicht sein,
dass Kerims Eltern zwar nicht über ein
Arbeitseinkommen, aber über Vermögen verfügen? Und schließen die Hobbys
Sport und Musik einander etwa aus?
Zu den Verdachtsmomenten, die
die Behörden aufmerksam werden lassen, gehören laut Lex ein großer Altersunterschied – vor allem in der Konstellation ältere Frau, jüngerer Mann –, ein
Alkoholproblem oder Sozialhilfebezug
beim deutschen Partner, das Fehlen einer gemeinsamen Sprache oder voraus-
Text: Katharina Zeckau
gegangene Ehen des deutschen Partners
mit Ausländern. Das amtliche Vorgehen hängt davon ab, wo die Eheleute vor den Traualtar getreten sind: War
das wie bei Kerim Tounsi und Inge Maier im Ausland, lädt die Botschaft zur Befragung, sobald zwecks Ehegattennachzug ein Visum beantragt wird. Wurde in
Deutschland geheiratet, ermittelt die Ausländerbehörde, und zwar mithilfe von
Aktenauswertungen, Recherchen im Melderegister, Befragungen der Betroffenen,
aber auch von unterschiedlichsten Informanten ebenso wie durch Erkundigungen
vor Ort, erklärt Claudia Vollmer, die Leiterin der Münchner Ausländerbehörde.
Wenn Angelika Lex von den Überprüfungsmethoden der Behörde erzählt,
dann wird sie schon mal etwas lauter:
Von Beamten berichtet sie, die am Wohnort des Paares den Hausmeister befragen
und der neugierigen Nachbarin ein Foto
des mutmaßlichen Scheingatten vor die
Nase halten: „Das ist für die Betroffenen
natürlich total unangenehm. Und es hat
vor allem gar keinen Beweiswert, denn
ich kann ja aus den Aussagen der Nachbarin nicht den Umkehrschluss ziehen –
nur weil die mich vielleicht noch nie gesehen hat, heißt das ja nicht, dass ich da
nicht wohne!“
Lex kritisiert demütigende und ineffektive Methoden – doch dass es die
Pflicht der Ausländerbehörde ist, einen
Scheinehe-Verdacht zu überprüfen, räumt
die engagierte Anwältin ein. Zumal mit
Scheinehen auch lukrative Geschäfte gemacht werden, an denen das organisierte
Verbrechen verdient und bei denen Missbrauch, Menschenhandel oder Zwangsprostitution eine Rolle spielen können.
Manch deutscher Partner lässt sich mehrere tausend Euro fürs Mitmachen bezahlen. Vor einigen Jahren, so berichtet
Claudia Vollmer, wurde von ihrer Behörde „ein ganzer Ring von organisierten
Scheinehen mit Dutzenden von Beteilig-
ten aufgedeckt, die Gewinne von mehreren zehntausend Euro erzielten“.
So klar ist die Sachlage freilich selten. In den allermeisten Fällen ist eine Scheinehe schwer zu definieren. Denn
wie will man von außen beurteilen, ob eine Ehe aus Liebe oder Kalkül geschlossen
wurde? Wie berücksichtigt man kulturelle Unterschiede, etwa bei arrangierten
Ehen? „Die Palette zwischen der großen
Liebesheirat und einer Scheinehe ist natürlich extrem breit“, sagt Angelika Lex,
deren Mandanten zum Großteil aus dem
Irak kommen. „Wir haben hierzulande ja
einen eher abgehobenen Begriff von Ehe.“
Offizielle Zahlen über die Häufigkeit
von Scheinehen gibt es weder beim Bundesministerium des Innern noch bei der
Justiz noch beim Auswärtigen Amt noch
beim Bayerischen Innenministerium oder
der Münchner Ausländerbehörde. Die
Ablehnung einer Aufenthaltsgenehmigung wird nicht nach Gründen aufgeschlüsselt abgespeichert. Eine grobe Orientierung bietet deshalb nur das Berliner
Verwaltungsgericht. Das ist wie bei Kerim Tounsi zuständig, wenn es Zweifel
daran gibt, ob ein Partner aus dem Ausland nachziehen darf. Etwa 900 entsprechende Verfahren hat das Gericht im vergangenen Jahr bearbeitet. In knapp 700
Fällen habe sich der Verdacht auf eine
Scheinehe erhärtet, so Gerichtssprecher
Stephan Groscurth. Auch wenn dabei die
in Deutschland geschlossenen Ehen nicht
berücksichtigt sind, ist das neben den gut
33 000 zwecks Ehegattennachzugs erteilten Visa im vergangenen Jahr ein relativ
kleiner Anteil. Auch die Bremer Anwältin Kathi-Alexandra Hartmann, die ihre Dissertation zum Thema Scheinehen
geschrieben hat, spricht von einer „verschwindend geringen Zahl“ und „maximal drei Prozent aller binationalen
Ehen“, die das Problem betreffe. Und
Angelika Lex bestätigt: „Die Scheinehe
ist inzwischen sicher kein Skandalthema
mehr, sondern eher ein Randproblem.
Auch, weil sich im Gegensatz zu Anfang
der 1990er-Jahre gerade der Umgang der
Münchner Ausländerbehörde hier massiv
verbessert hat. Mittlerweile findet da eine
Kommunikation zwischen Behörde und
Betroffenen statt und man kann Zweifel
ausräumen.“ Den unerfreulichen Zeilen
aus Tunis zum Trotz: Kerim Tounsi und
Inge Maier dürften also noch Grund zur
Hoffnung haben.
*Namen von der Redaktion geändert.
15
Schreibwerkstatt
In der Schreibwerkstatt bringen
BISS-Verkäufer unter Anleitung einer
Journalistin ihre Gefühle und Gedanken zu Papier. Die Beiträge geben
die persönliche Meinung der Autoren,
nicht die der Redaktion wieder.
ein guter Sportler ist und eine Menge Geschichten vom Fußball und seiner Familie erzählt. Er ist viel älter als ich, nämlich schon 45 Jahre, ist vor einiger Zeit
Vater geworden, momentan arbeitssuchend und wohnungslos. Wir unterhalten
uns immer spontan über irgendetwas. Er
lebt ganz in Sport und Fußball. Wenn er
verletzt ist, kümmere ich mich manchmal
um ihn. Er ist hörbehindert (so wie ich)
und einsam. Ich freue mich immer, wenn
er mich besuchen kommt; dann biete ich
etwas Gutes zu essen an, und wir trinken Rotwein. Wir entspannen uns gern
und machen Spiele, z.B. mit der Wii am
Fernseher. Im Sommer wollen wir Fußball spielen und etwas unternehmen.
Mein Bekannter sorgt sich manchmal um
mich, weil ich noch so jung bin; er sagt,
ich müsse mehr auf meine Gesundheit
achten. Ich bin froh, dass ich nicht mehr
traurig bin und meine Katastrophenzeit
vorbei ist. Er kann gut mit Menschen
umgehen, sich austauschen, hat viele alte
Freunde und Bekannte, er ist mein Begleiter und mein Traumfußballer. Manchmal
gehen wir in ein Café oder einkaufen. Er
hilft mir auch gerne, falls mal Not am
Mann ist.
Annegret Künkel/SWS
Ein Dutzend Körbe
„Ich liebe die Liebe, die Liebe liebt mich,
doch die, die ich liebe, die liebt mich
nicht.“ Wie oft ich in meinem Arbeitsleben entlassen oder gar gefeuert wurde,
habe ich nicht gezählt. Aber ziemlich genauso oft bin ich bei meinen Angebeteten
abgeblitzt. Das fing schon in der Grundschule an, mit Brigitte Nummer eins. Jedes Mal wenn ich in eine neue Schulklasse, eine neue Umgebung, einen neuen
Kreis kam, fand ich eine neue Flamme.
Leider blieb es bei einseitigen Flirtversuchen, die nicht auf Gegenliebe stießen.
Ich hätte nicht so beharrlich sein sollen,
wenn ich doch merkte, dass ich auf kein
positives Echo stieß. Am Gymnasium,
wo ich bis zur Mittleren Reife sechs Jahre verbrachte, unternahm ich gleich mehrere Anbandelungsversuche, meist mit
deutschen Mädchen, die jedoch kläglich
scheiterten. Mit jeder Niederlage bekam
mein Selbstbewusstsein einen Dämpfer. Da die Kandidatinnen im Laufe der
Schulzeit immer dieselben waren, konnte
ich nur diese anbaggern und bekam regelmäßig einen Korb. Mit Gaby, die ich aus
16
Giacomina
der Nachbarschaft kannte, schien sich
das Blatt zu wenden. Da war ich 17. Aber
mein Vater sagte ihr, dass er sie nicht in
der Wohnung haben möchte, und meinte,
ich wäre eh ein Volltrottel. So endete eine Beziehung, bevor sie anfing. Das erste
Mal ernst wurde es mit Brigitte Nummer
zwei, aber auch hier zeigte ich Schwächen
und bekam irgendwann den Laufpass.
Frauen mögen einfach keine Männer, die
wie eine Klette an ihnen hängen. Ausgerechnet vor der Hochzeit mit meiner Frau
hatte ich parallel eine Affäre, die ich zugunsten der Ehe beendete. Einige Monate
später erfuhr ich von der Mutter der verbotenen Liebschaft, dass sie sich das Leben genommen hatte. Ich kann eigentlich
zufrieden sein, mit 26 meine Frau kennengelernt zu haben und seit 16 Jahren
mit ihr und vier Kindern zusammenzuleben, sei es auch mehr recht als schlecht.
Ercan Uzun/SWS
Mein Bekannter
Ich habe vor ein paar Monaten einen
Mann kennengelernt, der früher ein Fußballprofi war. Ich mag ihn sehr, weil er
Letzten August war ich wieder in Italien.
Der Strand und das Meer waren sehr
schön. Ich erinnere mich, dass ich und
fünf Freunde, als wir zwischen 12 und
15 Jahre alt waren, im Sommer nicht ans
Meer gegangen sind, obwohl es nicht weit
weg war und wir mit dem Bus oder mit
dem Fahrrad jederzeit hätten hinfahren
können. Stattdessen fuhren wir zu einem
Fluss, wo er an einer besonderen Stelle
sehr wild war und einen kleinen Wasserfall hatte. Dort haben wir drei, vier Jahre lang den August und teilweise den September verbracht. Nicht nur wir, auch
andere junge Leute und Familien waren
dort zum Baden und Grillen. Aber trotz
allem Respekt für die gewaltige Schönheit
des Ortes gab es in Wirklichkeit doch nur
einen einzigen Grund, weshalb wir dort
sein wollten. Dieser Grund hatte lange
schwarze Haare und einen Namen, der
uns fast ohnmächtig gemacht hat: Giacomina. Sie verkaufte dort am Kiosk ihres
Onkels Getränke. Für uns war das der
Mittelpunkt der Welt, zumindest für die
damaligen Sommer.
Pietro Dorigo/SWS
Mutterliebe durch dick und dünn
Früher war das Verhältnis zwischen mir
und meiner Mutter recht gut. Außer
wenn ich mit meiner Schwester stritt, das
ärgerte meine Mutter. Da flogen schon
ab und zu die Türen zu Hause, und jeder
von uns war sauer. Aber ansonsten war
alles in Ordnung. Schlechter wurde unser Verhältnis, als sich meine Eltern scheiden ließen. Ich wurde bockig, lustlos und
frech und wurde oft beim Schwarzfahren in der S-Bahn erwischt. Als ich mit
der Schule fertig war, wusste ich nicht,
was ich machen wollte, außerdem bekam ich Ärger wegen der vielen Schwarzfahrten. Einmal kam der Gerichtsvollzieher. Ich fing ihn vor dem Haus ab und
sagte zu ihm: „Wenn Sie jetzt da reingehen, schlafe ich wegen Ihnen auf der Straße.“ Ich konnte ihn tatsächlich abwimmeln und war heilfroh, als er ging. Nach
der Schule sollte ich ein Berufsfindungsjahr in Traunreut machen, das ich aber
nach den Weihnachtsferien schmiss, weil
mich die Trennung meiner Eltern ziemlich traf. Dann wohnte ich wieder eine Weile zu Hause, wo ich mich wohler fühlte, aber das passte dann meiner
Mutter und ihrem Freund nicht so. Wir
suchten etwas Neues für mich und fanden einen Platz in der Jugendpsychiatrie in Starnberg, wo ich ein halbes Jahr
blieb. Dann vermittelten sie mich nach
Burglengenfeld, wo ich wieder ein Berufsfindungsjahr machen sollte. Nach ein
paar Monaten wurde ich 18, dann haute
ich ab und fand einen Platz in einer Kirche in Obermenzing, in der Obdachlose
schlafen können. Mein Geld verdiente ich
mit verschiedenen Aushilfsjobs von der
Jobbörse. Als ich nach ein paar Monaten
den Mut fasste, mich bei meiner Mutter
zu melden, war sie froh und bot mir an,
dass ich wieder in meinem Zimmer wohnen könne. Eine Zeit lang ging es ganz
gut, aber es gefiel ihr nicht, dass ich nur
jobbte, ich sollte etwas Festes machen.
Schließlich gingen wir zum Arbeitsamt.
Ich hätte da noch einmal die Möglichkeit
bekommen, eine Ausbildung zu machen,
aber ich hatte Angst davor und keine
Lust. Meine Mutter war deshalb sauer,
und ich machte weiter meine Jobs. 1992
verkaufte meine Mutter unser Haus und
zog zum Ammersee; da wollte ich sowieso nicht mit. Für mich und meine Schwester fand sie zwei kleine Wohnungen, worüber ich sehr glücklich war. Von nun an
fühlte ich mich frei, alles klappte gut – bis
ich von einem Auto angefahren wurde.
An den Unfall kann ich mich gar nicht erinnern, aber ich konnte danach ein paar
Wochen nicht arbeiten und machte Schulden. Das ärgerte natürlich meine Mutter. Wir gingen zum Sozialamt, wo sie
mir glücklicherweise halfen. Aber meine Schulden konnte ich nicht abbauen.
Das Sozialamt bot mir einen Kurs an, der
vier Monate dauerte, und anschließend
bekam ich einen festen Job beim „Weißen Raben“. Aber ich konnte nicht mit
Geld umgehen, und die Schulden wurden
mehr, bis ich schließlich hinschmiss. Eine
Betreuerin half mir, mein Leben zu ordnen. Das klappte auch wirklich. Meine
Mutter war sehr froh darüber, und unser Verhältnis wurde wieder besser. Heu-
Foto des BISS-Verkäufers Wolfgang Kurz von der Auslage eines Schmuckgeschäfts
te verstehen wir uns bestens. Eigentlich
war ich dumm, dass ich mir und ihr das
Leben so schwer machte. Wenn man älter wird, wird man schlauer und vernünftiger, Gott sei Dank!
André Schmitt/SWS
Von Liebe und Freundschaft
Vor 18 Jahren, genauer am 9. Dezember
1992, lernte ich meine große Liebe kennen. Was am Anfang nur ein Techtelmechtel war, wurde eine echte Liebe mit
Herz und Geist. Leider ist die Eifersucht
geblieben, denn wegen ihres guten Aussehens und Verstandes „beliebäugeln“ die
Männer meine Freundin oft. Früher trieb
mich das fast in den Wahnsinn. Die Intensität der Gefühle ist noch genauso wie vor
18 Jahren, wenn nicht noch stärker. Unsere Liebe ist so extrem, dass wir manchmal
am liebsten heiraten würden, aber das
geht aus finanziellen Gründen eh nicht.
Einmal ging ich mit meiner Freundin in
ein Schmuckgeschäft, wir wollten Verlobungsringe kaufen. Meine Freundin sagte:
„Hast ja gar kein Geld dabei.“ Es ging
hin und her. Bis die Verkäuferin sagte:
„Gehen Sie noch eine Runde spazieren.“
Wir gingen ein paar Minuten spazieren. Im Geschäft sagte ich dann: „Habe
Schecks dabei!“ Die Ringe trugen wir ein,
zwei Jahre, dann landeten sie im Müll.
Wir sind beide Hitzköpfe. Ganz wichtig sind für mich meine „geschwindelten“
Enkelchen, also die Kinder ihrer Tochter:
Mein vierjähriges „Mausepupperl“ erfüllt
mein Herz mit Glück. Wenn ich ihr eine
Kleinigkeit mitbringe, lachen ihre Augen;
wenn ich kein Geschenk dabeihabe, erinnert sie mich mit ihrer piepsenden Stimme
daran. Mit meinem 14-jährigen Enkel ist
die Beziehung schon schwieriger, denn er
ist in der Pubertät. Mit ihm muss ich erwachsener, aber auch sehr liebevoll umgehen. Es freut mich zu sehen, wie er zum
Mann wird. Ich habe auch eine „platonische Liebe“. Diese ist ganz ohne Hintergedanken. Sollte meiner Lebensgefährtin
einmal etwas passieren, würde ich nach
Spanien auswandern, weil mich hier alles an sie erinnern würde. Aber das steht
in den Sternen. Freundschaften und Bekanntschaften sind auch wichtig und tun
mir gut. Die Freundschaft mit meiner besten Freundin habe ich allerdings kürzlich
aufgelöst, das ist einerseits schade, andererseits ist es besser so.
Wolfgang Kurz, „Butzi“/SWS
17
Liebe
„Konflikt erzeugt
Gemeinschaft“
Paartherapeut Arnold Retzer über das Gute am
Streiten, die Gründe für Scheidungen und warum
„resignative Reife“ für eine Beziehung wichtig ist
Sie sagen, dass Konflikte hochwirksam
für Paarbeziehungen sind. Warum?
Man streitet sich nur mit jemandem,
dem man nahesteht. Je intimer man mit
seinem Partner wird, desto höher ist die
Wahrscheinlichkeit eines Konflikts. Gemeinschaft erzeugt Konflikt, und Konflikt erzeugt wiederum Gemeinschaft.
Dann ist es hilfreich, richtig sauer auf
den anderen zu sein?
Ich bin ein absoluter Anhänger davon, ärgerlich auf den Partner zu sein. Wut ermöglicht viel Positives und hilft, Negatives zu verhindern.
Beschreiben Sie bitte die positiven Effekte.
Ein positiver Aspekt am Sauersein ist,
dass man etwas über sich selbst erfährt.
Zum Beispiel, welche Wünsche und Werte habe ich?
Und welchen Nutzen hat die Wut für die
Beziehung?
Den Ärger mitteilen stellt eine von Gefühlen geleitete Aktivität dar, die zur Gestaltung der Beziehung genutzt werden
kann – eine hochfunktionale Angelegenheit. Diese Mitteilung ist die Voraussetzung dafür, überhaupt in Verhandlungen
miteinander zu treten.
Was wird durch das Austragen von Konflikten verhindert?
Durch das Ausdrücken des eigenen Grolls
werden destruktive Gefühle der Unzufriedenheit und des Ekels weniger wahrscheinlich. Behält man seinen Ärger für
sich, kann er im Langzeitgedächtnis gespeichert werden und sich verwandeln.
Ist Harmonie also ein Beziehungskiller?
18
Möglicherweise. Unter dem Harmonieanspruch macht man aus seinem Herzen eine Mördergrube und versucht,
vieles unter den Teppich zu kehren. Besser ist es, dem anderen zu sagen, was einen stört, und sich darüber ordentlich zu
streiten.
Viele Menschen setzen statt auf Konfliktbearbeitung auf Konfliktvermeidung.
Steckt dahinter eine Form von Angst?
Ja, wahrscheinlich. Viele Menschen befürchten, dass durch einen Konflikt irgendetwas Schlimmes passiert, die Beziehung womöglich beendet wird.
Welches sind die typischen Streitanlässe?
Man muss unterscheiden, in welcher Phase sich eine Beziehung befindet. Zu Beginn sind die zentralen Konflikte die
Unterschiede in den Werten und Lebensstilen der Partner. Da treffen ja zwei füreinander unbekannte Menschen zusammen. In dieser Phase machen sich
Konflikte an einfachen, aber für den Alltag hochrelevanten Themen fest, zum
Beispiel an Pünktlichkeit oder Sauberkeit.
Wie geht es dann weiter?
Im weiteren Verlauf von Paarbeziehungen
geht es mehr um die Handhabung von
Ambivalenzkonflikten.
Was verstehen Sie darunter?
Nun ja. Schon Goethe stellte im „Faust“
fest, dass jeder Mensch zwei Seelen in seiner Brust hat. Auf der einen Seite streben wir nach Autonomie und Freiheit,
auf der anderen nach Nähe und Verbundenheit. Das ist ein grundlegender, unlösbarer Konflikt, und die Paarbeziehung
spielt die Hintergrundmusik, auf der die-
ser immer wieder thematisiert wird. Eine
Gemeinschaft ist nicht ohne einen gewissen Verlust an Autonomie zu bekommen.
Und völlige Autonomie muss auf eine Beziehung verzichten.
Sie sagen also, die Ambivalenzprobleme
seien unlösbar. Dann sollte man gar nicht
erst versuchen, diese zu klären?
Es ist oft extrem unvernünftig, bestimmte
Probleme auf Teufel komm raus lösen zu
wollen.
Wann zum Beispiel?
Der Versuch beginnt oft schon am Hochzeitstag. Man heiratet jemanden, den
man ganz nett findet: Mein Geliebter hat
zwar drei Macken, aber man denkt, das
ist nicht so schlimm, die können wir ändern. Seine Macken werden als ein lösbares Problem betrachtet. Man versucht
nun, dem Partner über viele Jahre die
schlechten Angewohnheiten auszutreiben. Meist erfolglos. Allerdings ist in der
Zwischenzeit ein großer Teil von Lebensqualität auf der Strecke geblieben.
Und was empfehlen Sie?
Unlösbare Probleme sollte man nicht
lösen wollen, sondern als unlösbar akzeptieren. Ich nenne diesen Erkenntnisprozess „resignative Reife“. Interessanterweise ist es so, dass, wenn man
aufhört, den Partner verändern zu wollen, sich dieser manchmal wie von Geisterhand selbst verändert.
Wie das?
Das geschieht dadurch, dass der andere unter Wahrung seiner Autonomie die
Veränderung selbst vornehmen kann.
Vorher hatte er das Gefühl, der Partner
startet einen Angriff. Und auf Angriff reagieren Menschen vernünftigerweise mit
Verteidigung. Da haben wir das paradoxe
Ergebnis, dass, je mehr man versucht, seinen Partner zu ändern, er umso mehr der
gleiche bleibt.
Woran erkennt man, dass eine Beziehung
am Ende ist?
Ich habe keine Ahnung. Leider gibt es
noch keinen Urintest für gescheiterte Beziehungen. Aber im Ernst. Es gibt keine
objektiven Kriterien. Jeder entscheidet für
sich, wann er die Schnauze voll hat. Wir
können natürlich über Bewertungskriterien sprechen.
Gern.
Man kann sich Fragen stellen: Wie viel
Einsatz mag ich noch bringen? Wie hoch
ist die Loyalität, die wir zueinander haben? Ist die Partnerschaft für mich ein
sicherer und freier Ort? Wie angenehm
sind mir körperliche Berührungen und
Nähe? Gibt es etwas Unverzeihliches, das
ich nicht vergeben kann?
Gut ein Drittel der Ehen wird geschieden.
Geben die Menschen zu schnell auf?
Ja und nein. Durch die hohen Scheidungszahlen entsteht der Eindruck, die
Ehe sei ein Auslaufmodell. Das ist aber
eine massive Wahrnehmungsverzerrung.
Andere Zahlen rücken die Fakten in den
Vordergrund: 60 Prozent aller erwachsenen Deutschen leben in einer Ehe. Und 60
Prozent davon schon seit 45 Jahren. Niemals haben so viele Menschen mit ein
und demselben Partner so lange zusammengelebt wie heutzutage. Studien zeigen
außerdem, dass 60 bis 70 Prozent dieser
Menschen mit ihrer Paarbeziehung sogar zufrieden sind. Dennoch kann man
natürlich nicht leugnen, dass die Scheidungszahlen hoch sind.
Warum lassen sich so viele scheiden?
Oft sind es die hohen Erwartungen und
Ansprüche. Es beginnt schon bei der
Vorstellung, es gebe nur einen einzigen
richtigen Partner. Der läuft da draußen
rum, und ich muss ihn nur noch rausfiltern, zum Beispiel über eine Partner-Matching-Plattform im Internet. Bei den Erwartungen geht es oft um das absolute
Glück, um Harmonie, um die Abwesenheit von Konflikt, um die Fortführung
der ersten Verliebtheit. Überzogen ausgedrückt, könnte man sagen, die hohen Erwartungen der Liebe erzeugen Scheidung.
Dann muss man Ehe oder eine Paarbeziehung also realistischer betrachten?
Ich würde dazu „vernünftiger“ sagen.
Dass einem das „gut genug“ genügt. Meiner Ansicht nach entsteht eine erfolgreiche Paarbeziehung eher durch Weglassen als durch Hinzufügen. Durch das
Weglassen unrealistischer Erwartungen
und der Vorstellung, alles wäre lösbar,
das Glück wäre herzustellen oder der
Partner wäre so hinzubekommen, wie
man ihn sich in seinen Träumen vorgestellt hat.
Es klingt deprimierend, seine Träume
aufzugeben.
Aber ist es nicht auch deprimierend, jahrzehntelang etwas verändern zu wollen
und dann festzustellen, dass der andere
noch immer dieselben Macken hat? Mir
scheint das deprimierender als die Vorstellung, die „Banalität des Guten“ zu
genießen.
Sie selbst sind 22 Jahre verheiratet. Worin liegt das Geheimnis Ihrer langen Ehe?
Wir haben darauf verzichtet, uns scheiden zu lassen. Das Weglassen ist, wie gesagt, der entscheidende Punkt einer erfolgreichen Paarbeziehung.
Worüber streiten Sie mit Ihrer Frau?
Darüber, wer das Hauptverdienst daran
hat, dass wir die 22 Jahre einigermaßen
über die Runden gebracht haben.
Das Verdienst nimmt Ihre Frau für sich
in Anspruch?
Natürlich. Ich aber auch. Und ich rechne
damit, dass ich der Gewinner sein werde.
Wann stellt sich das heraus?
Ich befürchte, meine Frau wird es niemals
einsehen. Das ist die Macke meiner Frau,
mit der ich leben muss.
Und welche Macken würde Ihre Frau Ihnen zuschreiben?
Ich habe keine Macken!
Interview: Andrea Tholl
Foto: Walter Breitinger
Arnold Retzer, Jahrgang 1952, studierte
Medizin, Psychologie und Soziologie.
2004 gründete Retzer das Systemische
Institut Heidelberg (SIH), dessen Leiter er
ist. Seit vielen Jahren bildet er Psychotherapeuten und Berater aus und ist als
Privatdozent tätig. 2009 erschien sein
neuestes Buch: „Lob der Vernunftehe.
Eine Streitschrift für mehr Realismus in
der Ehe“ (Verlag S. Fischer). Arnold Retzer
ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder
und lebt in Heidelberg.
19
Liebe
Wenn die Seele
Falten wirft
Eine Schriftstellerin, eine Fotografin,
ein Therapeut und ein Philosoph
erklären die dunklen Seiten der Liebe
Liebeskummer: Altern und Reifen
Ganz spontan würde ich sagen, Liebeskummer ist ein negatives Gefühl, weil
man darunter leidet. Aber das ist nur eine Seite. Ein unglücklich Verliebter, der
seinen Kummer überwindet, ist anschließend ein anderer Mensch.
Man altert durch Liebeskummer. Es
ist, als ob Seelenfalten entstehen. Genauso wie die Falten im Gesicht sind sie ein
Zeichen von Reife, die sich aus guten und
schlechten Erfahrungen, aus der Summe
der Biografie zusammensetzt.
Liebeskummer entsteht, wenn einer mehr liebt als der andere. Der andere liebt nicht oder nicht genug und enttäuscht so die Hoffnung des Liebenden.
Der Zurückgelassene nimmt aber, wenn
der erste Schmerz vorübergegangen ist,
Sicherheit in die nächste Liebe mit. Er
kann sich bewusst werden, dass Liebe immer mit dem Risiko verbunden ist,
hart aufzuschlagen.
Menschen sind wohl nicht fähig, unerwiderte Liebe dauerhaft zu tragen. Deshalb wandelt sie sich nicht selten in ihr
Gegenteil. Dabei kommt mir der Begriff
„Stalker“ in den Sinn. Darunter verstehe
ich jemanden, der einen anderen zur Liebe, zumindest aber zur Aufmerksamkeit
zwingen will und dem dazu alle Mittel
recht sind.
Ich glaube, dass junge Menschen häufiger schwer von Liebeskummer getroffen
werden, weil sie ihrem Gegenüber ungeschützter begegnen und deshalb verletzlicher sind. Jemand, der 40 Jahre alt ist,
liefert sich meist nicht mehr so vorbehaltlos an eine Beziehung aus. Schade eigentlich, denn mir sind Menschen lieber, die
sich diese Fähigkeit bewahrt haben. Ich
20
Schriftstellerin Monika Feth
bin dafür, Liebe zu erleben, ohne schon
zu Beginn alle Geschütze der Verteidigung aufzufahren. Wenn ich mich mit allen Gefühlen hingebe, muss ich in Kauf
nehmen, verletzt zu werden. Deshalb sage
ich: Lasst uns Liebeskummer riskieren!
Monika Feth, Schriftstellerin, Erftstadt
Liebesentzug: Abgrenzen und Ausliefern
Ich verwende lieber das Wort Beziehungsentzug, weil es darum im Kern nämlich
geht. In einer Bindungsbeziehung stellt
die Bezugsperson eine sichere Basis dar,
sie ist ein schützender Hafen und gewährt Geborgenheit. Das befriedigt ein
lebensnotwendiges Bedürfnis im Menschen. Eine Bezugsperson, die sich nach
einem Konflikt körperlich und emotional zurückzieht, löst existenzielle Ängste
aus. Das wirkt wie der Entzug von Wasser, Nahrung und Luft. Oft setzen Menschen die Strategie des Beziehungsentzugs
nach einem Konflikt ein, in dem sie sich
bedroht gefühlt oder geärgert haben. Beispiel: Ein Kind ist frustriert und schlägt
seine Mutter. Darauf sagt sie: „Ich gebe
dich in ein Heim!“ Im schlimmsten Fall
entschließt sie sich, eine Zeit lang nicht
mit dem Kind zu sprechen. Diese Form
der extremen Abgrenzung kommt auch
zwischen erwachsenen Partnern vor. Es
ist keine Voraussetzung, dass der Betroffene der schwächere Teil in dem Machtgefüge ist, auch wenn das Kind seine Eltern mehr für seine Sicherheit benötigt als
umgekehrt. Für den aktiven Part ist der
Beziehungsentzug attraktiv, weil der andere praktisch bedingungslos kapitulieren muss und sich gezwungen sieht, alles
zu tun, damit die Beziehung wieder ins
Laufen kommt. Es ist erschütternd, wel-
Psychiater Karl-Heinz Brisch
chen Preis Menschen dafür zu zahlen bereit sind. Sie lassen sich quälen, verletzen,
vergewaltigen – nur, um die Verbindung
wieder herzustellen. Bei Menschen, die
nur wenige enge soziale Kontakte aufgebaut haben und die in einer abhängigen
Beziehung leben, wie zwischen Kindern
und Eltern, aber auch zwischen Partnern,
funktioniert diese Grausamkeit besonders schnell. Allerdings beschneiden sich
die Beziehungsentzieher selbst, weil sie
ihr Ziel nicht erreichen. Anstatt den Kern
des Konfliktes zu verstehen und zu bearbeiten, schaffen sie eine angstbesetzte Atmosphäre, die einer Klärung zusätzlich
im Weg steht.
Dr. Karl-Heinz Brisch,
Psychiater und Psychotherapeut am Dr. von
Haunerschen Kinderspital, München
Narzissmus: Spiegeln und Schönen
Fotografie ist ein Medium der Oberfläche, grundsätzlich subjektiv. Narzissmus
spielt dabei eine große Rolle, denn die
Verliebtheit in sich selbst, oder allgemeiner ausgedrückt, der Wunsch des Menschen, in der Welt ein geschöntes Bild zu
hinterlassen, bestimmt überwiegend sein
Verhalten vor der Kamera.
Fotografen müssen einen Weg finden,
hinter die Selbstdarstellung zu blicken –
wichtiger noch, den Betrachtern der Bilder den Zugang hinter die Oberfläche zu
ermöglichen. Die Bedingungen des Mediums, der Stillstand der Zeit, die Ausblendung der Umgebung und die Transformation des Gegenübers vom Subjekt zum
Objekt, stehen dem zum Teil entgegen.
Susan Sontag schreibt: „Die Fotografie ist zur kennzeichnenden Kunstform der
rastlosen Überfluss- und Wegwerfgesell-
Fotografin Kirsten Kleie
Philosoph Titus Maria Horstschäfer
schaft geworden – zum unentbehrlichen
Werkzeug der neuen Massenkultur.“
Die Fotografie ähnelt in heutiger Zeit
sehr der egoistischen Selbstliebe, die sich
immer nur selbst bespiegeln kann und
um Erhöhung und Bedeutung ringt. Eine wirkliche Kommunikation mit dem
Gegenüber hat hier keinen Platz. Selbstbespiegelung im narzisstischen Sinne
schließt Selbsterkenntnis aus.
Fotografie verlässt den narzisstischen
Kontext, wenn es ihr gelingt, die Oberfläche zu durchbrechen. Im Bild von Narziss, dem sich im Wasser spiegelnden
Menschen, wäre das der Augenblick, in
dem er in den See fällt und den Blick auf
die Spiegelung verliert. Aus der Selbst-Betrachtung wird Selbst-Beteiligung. Fotografien können mehr als ein Abbild zeigen. Es geht darum, das wahre Wesen des
Sees zu erkennen, der sich in den Augen
von Narziss spiegelte.
Der norwegische Maler Edvard Munch
zeigt in seinem Bild „Die Eifersucht“, dass
ein ganz und gar eifersüchtiger Mensch
am Ende ganz und gar einsam ist.
In einem positiven Sinne aber lässt Eifersucht den Menschen zunächst aus sich
heraustreten, auf den anderen zu. In der
Bibel sagt selbst Gott: „Ich bin ein eifersüchtiger Gott.“ Wer eifersüchtig ist, sagt
dem anderen: „Du bist mir nicht gleichgültig.“ Und so wie der Tod eine ständige Bedrohung des in jeder Sekunde
unsicheren Lebens ist und es damit in seiner Begrenzung bedeutungsvoll werden
lässt, so ist auch die Eifersucht eine ständige Bedrohung der stets unsicheren Liebe und lässt sie so kostbar werden. Indem
die Eifersucht in einem negativen Sinne
der Liebe ihre Freiheit nimmt und den
anderen zu einem bloßen Ding macht,
das man besitzen will, statt zu einer Person, und ihn dadurch förmlich erstickt,
zeigt sie zugleich in einem positiven Sinn,
auf welch wackeligen Füßen dieses zerbrechliche Gut Liebe täglich steht. Die Eifersucht entsteht aus der Bedrohung der
Liebe, und in ihrer pathologischen Form
ist sie eine Bedrohung der Liebe, weil sie
den anderen nicht anders sein lässt.
Die anfangs erwähnte Schwäche, das
Eingestehen der Eifersucht, aber ist am
Ende als Stärke zu verstehen: Indem ich
dem anderen meine Eifersucht eingestehe,
sage ich ihm: „Ich liebe dich wirklich.“
Und damit bin ich plötzlich nicht mehr
allein, sondern endlich ein Stück weit
beim anderen.
Kirsten Kleie, Fotografin, Leiterin
des Fachgebiets Fotografie & Video/Film der
Münchner Volkshochschule, München
Eifersucht: Lieben und Besitzen
Eifersucht hat einen schlechten Ruf.
Niemand ist gern eifersüchtig, und niemand gibt gern zu, eifersüchtig zu sein,
weil damit das Bekenntnis von Verlustängsten, also einer Schwäche, verbunden ist. In dem Wort steckt auch der Begriff „Sucht“, was die Sache nicht besser
macht.
Interessant ist aber, dass jeder
wünscht, der Partner möge doch wenigstens ein bisschen eifersüchtig sein. Und
während wir von der Liebe den Hals nicht
voll bekommen können, scheint bei der
Eifersucht die Dosis entscheidend zu sein.
Dr. Titus Maria Horstschäfer, Philosoph,
Aachen
Protokoll: Bernd Hein
Foto: Peter Godry, privat, Kirsten Kleie, privat
21
Freunde & Gönner
eine Patenuhr für…
Patenschaften: Die Paten übernehmen den Teil des Gehalts, den der Verkäufer nicht selbst
durch den Zeitungsverkauf erwirtschaften kann. Das sind durchschnittlich 5000 Euro pro Verkäufer und Jahr. Auch eine Teilpatenschaft (für 1250 Euro, 2500 Euro, 3750 Euro) ist möglich.
Veronika Lackenberger
Patenschaft: Bunique GmbH
bis Dezember 2010
Martin Berrabah
Pate (Jan.–Juni): Marc Schlunke
versorgt bis Dezember 2010
Edelfried Fili
Pate: Christof Gabriel Maetze
bis Dezember 2010
Hans Pütz
Pate: Dr. Georg Freiherr
von Waldenfels
bis Dezember 2010
Ernst Köppel
Patenschaft:
Hagemeyer Deutschland
bis Dezember 2010
Christian Zimmermann
Patin: Katrin Keller
bis Dezember 2010
Bernhard Gutewort
Patenschaft: Bayerngas GmbH
bis Dezember 2010
Michael Kropfhammer
Patenschaft: i-pointing ltd.
bis Dezember 2010
Ercan Uzun
Pate: anonym
bis Dezember 2010
Marco Veneruso
Pate: anonym
bis Dezember 2010
Frank Schmidt
Patin: anonym
bis Dezember 2010
22
Thomas Grabner
Patenschaft:
KPMG München 5 Partner
bis Dezember 2010
Hartmut Jacobs
Patenschaft (Jan.-Juni):
Bartsch Warning Partnerschaft
versorgt bis Dezember 2010
Roman Hajek
Paten: Nicole und
Dr. Thomas Lotz
bis Dezember 2010
Ursula Graßl
Patenschaft (Jan.– Juni):
Neumaier Logistics Group
versorgt bis Dezember 2010
Jaroslav Zlucka
Patenschaft:
SZ-Adventskalender
bis Dezember 2010
Maximilian Käufl
Patenschaft:
Rücker + Schindele GbR
bis Dezember 2010
Francesco Silvestri
Patenschaft:
Prof. Hermann Auer Stiftung
bis Dezember 2010
Katharina Gutewort
Paten:
Sabine und Franz Lutzenberger
bis Dezember 2010
Hans Dieter Müller
Patenschaft: Jost Hurler
BuV GmbH & Co. KG
bis Januar 2011
Annegret Künkel
Patenschaft: anonym
bis Dezember 2010
Pietro Dorigo
Patenschaft (Jan.–Juni):
Antonie-Zauner-Stiftung
versorgt bis Dezember 2010
Joachim Seifert
Patenschaft: anonym
bis Dezember 2010
Jana Förster
Patenschaft: anonym
bis Dezember 2010
Halina Massouras
Paten: Dr. Andrea BierschneiderJakobs und Dr. Andreas Jakobs
bis Dezember 2010
Erwin Stecher
Patenschaft: Lions Hilfswerk
Metropolitan e.V.
bis Dezember 2010
Carl-Wilhelm Sachse
Patenschaft: Atreus
Interim Management
bis Dezember 2010
Wolfgang Urban
Pate: Karl-Peter Schmitt
bis Dezember 2010
Rainer Bernhöft
Patenschaft (April–Juni):
Hauser exkursionen
versorgt bis Dezember 2010
Christine Karsunke
Pate: anonym
bis Dezember 2010
Dirk Schuchardt
Patin: anonym
bis Dezember 2010
André Schmitt
Patin (Jan.–Juni): anonym
versorgt bis Dezember 2010
Peter Schratz
Patenschaft: anonym
bis Dezember 2010
Tibor Adamec
1. Patenschaft: Martina u. Robert
2. Patenschaft für Altersteilzeit:
Rudolph Moshammer Verein
Licht für Obdachlose e.V.
bis Dezember 2010
Karl-Heinz Wendicke
1. Patenschaft: anonym
2. Patenschaft für Altersteilzeit:
Rudolph Moshammer Verein
Licht für Obdachlose e.V.
bis Dezember 2010
Peter Cwetko / Dynamo
Fahrradservice BISS e.V.
Patenschaft (Jan.–Juni):
LHM Stiftungsverwaltung
versorgt bis Dezember 2010
„Um das Projekt BISS zu unterstützen, übernehme ich die Druckkosten für diese Seite.“
Ernst Burger, Sintzenichstr. 9, 81479 München
Hotel BISS
Der Spendenwürfel
Den Hotel-BISS-Spendenwürfel (20 x 20
x 20 cm) stellen wir Ihnen gern für Ihre
Feiern und Veranstaltungen zur Verfügung.
Auf Wunsch kommen wir bei größeren
Veranstaltungen auch selbst vorbei, um
über unser Projekt zu sprechen.
Hotel BISS, grüß Gott!
Die gemeinnützige und mildtätige Stiftung BISS möchte das
Münchner Frauen- und Jugendgefängnis Am Neudeck unter
Einhaltung des Denkmalschutzes und Erhalt des alten Baumbestands in ein Hotel der gehobenen Klasse umbauen, um damit
eine umfassende, erstklassige Ausbildung und Qualifizierung
von etwa 40 jungen Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten möglich zu machen. Hotel BISS wird 72 Zimmer haben. In einem separaten Gebäudeteil werden elf altengerechte
Wohnungen im Rahmen eines Konzepts vermietet, das die „Zusammenführung der Lebenswelten“ zum Inhalt hat. Die Erfahrungen und die Professionalität der Älteren sollen aktiv für die
zu qualifizierenden Jüngeren genutzt werden. Das denkmalgeschützte Ensemble Am Neudeck wird erhalten, zur Freude
aller Bürger.
Um das Hotelprojekt realisieren zu können, ist es notwendig,
bereits jetzt Spenden zu sammeln, obwohl wir noch nicht sicher
wissen, ob wir das Grundstück vom Freistaat Bayern bekommen. Voraussichtlich wird der Ausschuss für Staatshaushalt und
Finanzfragen im Bayerischen Landtag im April entscheiden, wie
das Land Bayern die Immobilie veräußern kann. BISS ist bereit,
einen angemessenen Preis für das Gefängnisgrundstück zu bezahlen, und für jede konstruktive Lösung offen.
Ihre Spende trägt dazu bei, dass die Stiftung BISS das notwendige Eigenkapital von 5,5 Millionen Euro aufbringen kann. Wir
brauchen Ihre Spenden jetzt, denn das Hotel als Social Business
trägt sich schon nach der Eröffnungsphase selbst! Für Ihre Spende gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Sie sind damit einverstanden, dass Ihre Spende von der Stiftung BISS für die Baukosten des Hotels verwendet wird. Die Stiftung wird das Hotel an die zu gründende Hotel BISS gemeinnützige GmbH günstig vermieten, die das Hotel betreibt. Falls das
Projekt nicht realisiert werden kann, wird Ihre Spende für die
Qualifizierung und Ausbildung von schwer vermittelbaren jüngeren Menschen verwendet, die auch bei wirtschaftlichem Aufschwung keine Lehrstelle bekommen. In diesem Fall erhalten Sie
sofort eine Spendenquittung.
2. Sie wollen Ihre Spende nur für das Hotelprojekt zur Verfügung stellen. Dann schreiben Sie auf den Überweisungsträger:
„Nur für Hotel“. In diesem Fall erhalten Sie eine Empfangsbestätigung von uns. Später, wenn die Stiftung BISS das Grundstück erworben hat, erhalten Sie eine Spendenquittung. Falls das
Hotelprojekt nicht realisiert werden kann, bekommen Sie Ihr
Geld zurück.
Hildegard Denninger
Foto: a+p Architekten
Frauengefängnis Am Neudeck 10:
An diesem Ort ist Platz für Zukunft
Mit Ihnen zusammen schaffen wir es:
• Knast wird Sternehotel • Ausgegrenzter wird Arbeitnehmer
• Fremder wird Freund • Vision wird Wirklichkeit.
Spendenkonto: Stiftung BISS,
Konto-Nr. 81 66, Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 700 205 00
IBAN DE60700205000008872700, BIC BFSWDE33MUE
Sie können auch online spenden! Für nähere Informationen
besuchen Sie bitte unsere Website: www.hotelbiss.de
Förderzusagen:
Bayerische
Landesstiftung
Landeshauptstadt
München
2.500.000,00 Euro
500.000,00 Euro
Spendenstand:
1.085.316,17 Euro
ergibt insgesamt:
4.085.316,17 Euro
Auf das anvisierte Eigenkapital von 5,5 Millionen Euro fehlen der
Stiftung BISS derzeit noch ca. 1,5 Millionen Euro.
Liebe Freunde und
Unterstützer!
Wenn alles so geht, wie versprochen, wird der Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags im April über unsere Petition,
dass wir das Grundstück Am Neudeck zu einem angemessenen
Preis vom Freistaat kaufen können, entschieden haben. Bis zum
Redaktionsschluss dieser Ausgabe am 14. April war der Termin
aber noch nicht auf der Tagesordnung. Deshalb kann ich Ihnen hier nichts Neues sagen. Uns bleibt nichts anderes übrig, als
durchzuhalten.
Bei Hotel BISS hat sich das Bayerische Finanzministerium
immer sehr viel Zeit gelassen. Wenn am Ende nun eine positive Entscheidung für das Projekt herauskommt, wird das sehr
gut für alle Bürgerinnen und Bürger Bayerns sein, insbesondere für die jungen Leute, die im Hotel BISS erstklassig ausgebildet werden.
Sie und wir bleiben weiterhin dran, bis unser gemeinsames
Anliegen ein glückliches Ende und Hotel BISS einen glücklichen Anfang genommen hat! Und sollten wir wirklich noch ein
letztes Mal dafür kämpfen müssen, dann werden wir nicht zögern. Sie hören dann auf jeden Fall von mir!
Hildegard Denninger
23
Die Bildungsbürger
Text: Daniela Walther
Foto: Volker Schmitt
1 Ein ganz normaler Donnerstag in der Früh um acht in Unterschleißheim: Es werde Licht! Mathias bei der Installation
eines Stromkabels …
2 … nachdem er sich hoffentlich für
das richtige Kabel entschieden hat.
Für die meisten Abendschüler bedeutet „kein Unterricht” einfach
nur „Arbeit“. Vor oder nach der Schule werden aus ihnen Elektriker,
Verkäufer, Tankstellen- oder Hotelmitarbeiter. Kurz vor den Prüfungen
kommen sie sogar gerne einen zusätzlichen Abend zur Schule: in den
Mathe-Crashkurs
3 Zur gleichen Zeit in Nymphenburg:
Nicole nutzt den freien Vormittag, um
ihre neue Wohnung endlich fertig zu
streichen, bevor sie …
24
4 … am Nachmittag in „Schörger´s Papierkiste” in der Maxvorstadt wieder hinter der
Kasse steht.
5 18 Uhr, Neuhausen: Josefine Beck
wiederholt in ihrem berühmten
„Crashkurs“...
6 … die wichtigsten „Kochrezepte“; unter anderem zur
Diskussion von Funktionen …
7 … für diejenigen, die jetzt im Frühjahr
in die Abi-, sorry, in die „Begabten“Prüfung gehen.
9 … oder Zigaretten verkauft.
11 … nutzt jede freie
Minute, um was für die
Schule zu tun.
8 Den Donnerstagabend verbringt Volkan statt in der
Schule regelmäßig an der Tanke, wo er den Kunden
außer der Benzinrechnung auch Croissants serviert …
10 21 Uhr in der Landwehrstraße : Stefan tritt seine Nachtschicht an der Rezeption des „Hotels Andi” an und …
25
Freunde & Gönner
Herzlichen Dank!
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Herbert Mueller
Gerhard Prestele
Ingrid und Rainer Wundrak
Eva und Alexander Knorr
Dr. Joachim Gneist
Ulrich Mengel
Günther Steinkirchner
Mitarbeiter der Interchip AG
Barbara Schubert
Advantest Europe GmbH
Dr. Gerhard-Wolfgang Hintz
Berberich Papier Ottobrunn
Ernst Burger
kb-m, Planungsbüro für Ingenieursbauten
CMS Hasche Sigle
PKF hotelexperts GmbH
Heye & Partner, Werbeagentur
PR!NT Communications Consultants
Sportfreunde Stiller
Myllykoski
Zur Goldenen Hochzeit gratulieren wir
Frau Inge und Herrn Hermann Maier
ganz herzlich und wünschen weiterhin
alles Gute!
BISS gratuliert und wünscht nachträglich
alles Gute zum Geburtstag:
Herrn Günther Helm
Frau Erika Pettenberg zum 70.
Frau Karin von Strasser zum 75. und
Frau Ursula Stadler zum 75. Geburtstag
Herzlichen Dank den Jubilaren und Ihren
Gästen für die großzügigen Spenden!
Herrn Gerd Obst wünschen wir alles
Gute für den Ruhestand und bedanken
uns bei ihm und seinen Kollegen von der
FOGRA Forschungsgesellschaft e.V.!
Unser herzliches Beileid gilt den Angehörigen, Verwandten, Freunden und Kollegen der Verstorbenen Herrn Dr. Josef
Schurek und Herrn Eugen Josef Dobel.
Wir bedanken uns für die zahlreichen
Spenden, die anläßlich der Trauerfeiern
bei uns eingingen.
Fortsetzung der Dezember-Spender:
... M. Rauschel, S. Reger, W. Reicheneder, M. Reiner, S. + H. Reinhardt,
W. + W. Reisinger, E. + R. Reisinger,
P. Reitemann, M. + H. Reiter, A. Reitschuster, H. Reuter, G. Reviol, E.-M.
+ I. Richter, H. J. Richter, S. Riedel,
26
H. + V. Riedel, I. Riemenschneiber, H. +
K. Rittmann, G. Rogge, F. Rohloff, G.
Röhrl, RA Dr. H. Roithmaier, H. Rolke, K. Rolke-Voelkel, R. + K. Römer, Dr.
M. + M. Rose, Rosenbauer, M. Roßteuscher, C. Rost, Röthig, A. Rott, F. Rotzinger, M. Ruhs, F. Rummel, Ch. Rümmelein, P. Rupprecht, M. Rupprecht,
F. Russek, S. Rüth, H. Saalfeld, E. + H.
Sachse, E. Saigger, A. Sailer, T. Saks,
E. Salberg-Klemm, S. Salzberger, A. Sander, J. + J. Santer, H. Sauthoff, B. Schaefer, A. Schaeffler, B. Schäfer, J. Schaible, D. + J. Schandl, A. Scheller, K. + M.
Schepp, P. + P. Scherkamp, S. Scherr, V.
Scheuermann, E. Schillo, F. Schindler,
Dr. G. Schirrmacher, Schlögel Ingenieurges. für Bauwesen mbH, A. Schlotterbek, H. Schlötterer, M. Schmick, W.
Schmid, J. Schmid, J. Ch. Schmid, C.
+ J. Schmid, Th. Schmidt, Dr. F. + H.
Schmidt, E. Schmidt, Dr. H. Schmidt-Sibeth, J. Schmitz, H. + B. Schmitz, A. +
D. Schnackenburg, R. Schnappinger, H.J. Schnarr, A. Schneider, Dr. M. Schneider, Dr. O. Schneider, A. M. Schneidt, D.
Schöckel, M. Schoeller, Dr. H. Schoenfeld, M. Schönauer, R. + P. Schreiber, E.F. Schreiber, E. Schröter, D. + Ch. M.
Schuberth, Schule-Beruf e.V., F. SchulteSpechtel, Dr. E. Schulz, I. Schulz-Wörös,
B. Schürmann, R. + J. Schuster, N. Schuster, G. Schuster, E. + K. Schütz, B.
Schwab, I. Schwanke, V. + N. Schwarz
+ Schlensog-Schwarz, G. Schwarzboezl, M. Schweiger, H. von Schwerin, E.
Schwinert-Tonti, B. + U. Schwingenstein,
B. + E. Schwrtzina, Dres. V. + R. Sedlmayer, R. Seelos, R. Sehling, L. + H. Seifarth, K. + F. Seifert + Salger, E. Th. Seifried, M. Seigner, H. Seitz, A. Sellmayr,
S. Sellmeir, F. Sellmeir, R. + F. Selmayr,
P. + H. Seubert, M. Seufert, H.-H. Siebert, M. Siegmund, P. Ch. Silbernagel,
B. + H. Simon, E. + W. Simons, K. Skwar,
G. + P. Sobota-Fischer + Fischer, Dr. G.
Soeder, G. Söffing, L. Söldner, A. Soman,
P. Sommer, J. Speigl, I. Spörer, H. Springer, C. + R. Stadler, W. Stärk, Dr. M.Th. Starke, M. Staub, M. Staudinger, I.
Staufenbiel, Th. Steinberger, A. Steinert,
K. Stelling-Schack, S. von den Stemmen,
M. Stephan, L. Stephan, W. Steyrer, H.
Stibbe, K. + M. Stocker, H. Stocker, A.
Stölb, D. Stratmann, P. Strauch, I. + H.
Strauß, Dr. W. Streit, Dr. H. Striebel,
E. Striegel, G. Strigl, Dr. Th. + G. Strobl,
E. + H. Stroebl, G. Strohmeier, J. Strunz,
B. Strunz, M. Struppert, G. Stuhl, Dr. R.
Suchentrunk, J. + K. Sura, SV-Schaumstoffe GmbH, B. Tang, M. + St. Tangelst, H. Tatus, RA Dr. G. Tersteegen,
Tever Technik GmbH & Co. KG, M.
+ H. Thalmaier, G. Thelen, B. Thielke, Dr. H. Thomas, I. + K. Thomas, E.
+ G. Titze, Fam. O. Toll, Tost GmbH, S.
Trautmann, Dr. E. Trefftz, H. Tutsch, W.
Uebelhoer, L. Unger, I. Unterreiner, H. +
R. Urban, C.-F. Veit, G. Veriopulos, Dr.
Th. Vignau, S. + H. Voelker-Brockmann
+ Brockmann, Ch. Vogl, J. Vögl, R. + S.
Vogler, D. Voigt, C. Voigt, A. Völk, P.
Völkner, A. Wachs, Dr. M. Wachsmann,
E. + K. Waecker, M. Wagner, J. Wagner, R. + H.-Ch. Wagner, A. Wagner, H.
Wagner, B. Wagner, M. H. Wagner, M.
Walden, E. H. Waldenburger, A. Wallinger, A. Wallner, S. + C. Walter + Schömann-Finck, Dr. Wankelmuth GmbH,
I. Wartenberg, Dr. C. Wasmer, M. + W.
M. Wastian + Tantz, Webcapital GmbH,
V. Webel, H. Weber, I. + H. G. Weber, B.
Weber, W. Wegerich, R. P. Weidner, G.
Weigl, H. Weimann, Dr. A. + J. Weingartner, Dr. M. Weingärtner, B. Weiss,
U. Weißenberger, M. Weith, C. Weller,
H. + K. Wellisch + Puk, E. + H. Wenger, B. Wengert, P. Wenz, U. Westpfahl,
D. Westpfahl, H. Westphal, L. + R. Wetzel, G. + R. Wicht, A. Wickbold, G. +
R. Widl, E. Widmann, F. Wiedemann,
K. Wienand, W. Wiening, A. Wilder, A.
Wildung, M. Wilhelms, Ch. Wimmer, L.
Wimmer, M. Winderl, G. + W. Winkler,
I. + M. Winkler, Dr. D. Winter-Berke, H.
Winternitz, B. Wirth-Wimmer, U. + H.
Wittmann, F. Wolf, Prof. Dr. B. Wolf,
A. Wolf, M. Wolf, K. Wolf, H. D. Wolf,
S. Wrangel, C. Wüllrich, I. + R. Wundrak, Dr. F. P. Zahn, B. Zantow, Dr. H. +
E. Zehfuss, R. Zeiler, Ch. Zeiser, K.-H.
Zerrle, G. Zielonka, A. Zippl
Die Spender von Januar und Februar:
Allround Service, D. Altaner, O. Anetsberger, A. Angermeier, H. Aschberger,
E. Baigger, V. Baldauf, R. Bamgratz, I.
Barz, E. Bauer, Dr. M. Bauer, B. Baumann, A. Bautzmann, I. Bäzner, I. Becke,
I. Becker-Sattler, N. Bembe, D. Benzhaf,
R. Berger, F. R. Bergmann, R. Bernhard,
R. Bernhardt, A. Beyerlein, A. Bicherel,
A. Block, Prof. Dr. I. Bock, A. Böck, G.
Bösel, A. Böttger, H. Boubong, A. Braml,
A. Brandenburg, G. Brandl, A. Brandt,
S. Bräuning, U. Breuel, R. Bruckmeier,
L. Bruckner, R. Brummer, U. Buchholz,
M. Buresch, A. Burgfeld, M. Burg-
„Um das Projekt BISS zu unterstützen, übernehmen wir die Druckkosten für diese Seite.“
kb-m, Planungsbüro für Ingenieurbauten, Filchnerstraße 104d, 81476 München, wiegard@kb-m.de
hardt, D. Busse, G. + U. Christ, A. Croci,
M. Daiser, M. Dandl, B. Danzer, U.
Decker, H. Deimel, Th. Dettweiler,
Deutscher Mieterbund Dachau, U. Diehl,
Th. Dirr, R. + I. Dorochevsky, M. Dresse, B. Dreyer-van’t Hoff, Ch. Eckert,
E. Eggerstedt, S. Eichner, Element 3,
A. Ellerbeck, A. Elsasser, M. Emmerling, E. Englmüller, D. Ernst, Dr. J. Esperschütz, L. Fanslau, R. Faul, H. Fent,
R. J. Feuchtwanger, Dr. A. M. + Ch.
Fiala + Fiala-Köfer, G. Fichtner, Dr. A.
Fischer, B. Florenz, E. + F. Follner, D. +
R. Forster + Urmann, A. Frank, U. + U.
Frantz, S. Franzke, I. Freiwald, A. Frey,
H. Fritsch, M. Fuchs, E. Fuchssteiner,
E. + J. Fußeder, M. Garbe, E.-M. Gehrle,
Th. Gellermann, R. + F. Gemsjäger, D.
Gerth, S. Gervasini, I. Gierster, S. Glass,
M. Goeltenboth, D. Golle, H. Grabmeier, K. G. Graf, E. Gräßl, I. Griess,
F. Gruber, St. Gruber, M. von Grund,
C. Grundherr, S. Grüninger, V. Grünwald, E. + G. Grütter-Krämer + Krämer,
R. Gumberger, T. + G. Gütlein, L. Gutmann, R. Hackenberg, E. Hacker, S. +
H. Häfner, V. Hage, M. + M. HaindlKrompaß + Krompaß, S. Hanrieder, C.
+ M. Hartge, A. Haselmayr, A. + F. von
Hassell, D. + M. Häßler, J. Haun, Dr.
O. + E. Hausner, J. Haussmann, B. Heimann, St. Heindbrink, M. Hemmer,
P.-D. Herbst, Ch. Hermes, K. Heunisch,
S. Heyng, M. Hidalgo, M. + J. Hiebl, H.
+ H. Hierl, P. Hinterberger, H. Hirschauer, E. Hirt, C. Hitzler, W. + A. Höf, R.
Höfer, B. Höfer, R. D. Hoffmann, D.
Hoffmann, D. Hofmann, A. Hofmann,
M. + Ch. Holl-Köppl + Köppl, M. HolzMayer, J. Horbach, H. Huebner, B.
Hueller, B. Huettl, Institut für Mittel-
standsförderung GmbH, I. + P. Irlinger,
E. + G. Jekutsch, Dr. W. Joeckle, A. Joerg,
Ch. Juers, E. Jung-Kramer, P. von Kapri,
P. Kapser, M. Karrer, Ch. Kehr, K.
Keller, S. Kern, A. Kienitz, K. Kircher, E.
Kirmaier, Dr. U. Klein, T. + H. Kleine, O.
Kloker, M. Klöppel, R. Knaeusl, M. Kobl,
R. Kodura, R. Köfferlein, M. Kohler, G.
Koller-Rudat, D. Kolmeder, M. + S. Koniarczyk, Th. + K. König, K. von Königer, H. Konrad, F. Kopp, J. Kostka, Dr.
O. Kremmyda, St. Krenn, Kreuzpointner,
Dr. G. Kronseder, I. + K. Krüger, A. + W.
Kugler, S. Kuhn, E. Kummer, I. KüssnerMörtl, Ch. Kutschka, M. Kuttenreich, K.
Lais, M. Lammel, H. de Lana, J. Lang, D.
Lang, S. Langer, F. Lechner, R. Lehmann,
W. Leibiger-Sommer, St. Leitner, Ch. +
F. Lembert-Dobler + Dobler, H. Lenk, S.
Lettmair, F. Linder, S. + P. Linder, N. Linner, M. Littel, Dr. O. + N. Litzka + Reinery, S. Loeser, A. Loewenberg, I. Loncaric:
Donuts and Candies, K. Löw, M. Lüling,
A. Machnig, F. Mader, W. Mähl, J. Maier, Dr. Ch. Mandl, L. Mann, P. Mann,
K. Marefati, M. Mattheis, I. Matthes,
I. Maxreiter, L. Mayer, M. Mayr, MC
Video, Ch. McMahon, R. Meindl, S.
Meining, E. Meixner, S. + Th. Mende,
D. Merz, R. + W. Metternich, J. Metzger,
MGS Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung mbH, Dr. H. MichailovBeger, M. Milch, E. + W. Minde, S. Möbius, F.-H. Mochow S. + R. Morawietz + Stolle, M. Mueller, Th. Mueller, J.
Muschik, B. + R. Naue, B. Necke, A.
Nefigmann, Netzwerk Geburt und
Familie e.V., U. Nickel, R. Niederberger, R. Niederleithner, K. Niedermeier, R. Nowak, A. Oberhofer, H. + H.
Oertel, H. Offenbeck, OTS Unterneh-
mensberatung GmbH, G. Ott, F. Papendieck, Z. Parol, C. Parth, J.-S. Paty,
R. Pauli, V.-S. Peine, F. Petschler, M.
Peuker, P. Pfisterer, L. Plank, Dr. A. Platte, G. Pletschacher, H. Ploog, G. Pomp,
G. + A. Porak, E. Prandl, Prem Amido, Dr. St. Pueschner, L. Quack, Dr. A.
Quecke, K. Rambold, R. Rauch, M. Rauschel, S. Rehaber, K. Reindl, R. Reischmann, Dr. P. H. Reithmeier, G. + L. Reitz,
U. Renner-Helfmann, M. + U. Richter,
A. Riedelsheimer, M. Rieder, S. Rill, G.
Ringeling, RA Dr. H. Roithmaier, L. + J.
Roll, Y. N. Rom, R. Rössner, I. Rothenberger, B. Rothmann, B. Rothörl, Dr. G.
Rugel, A. Rupp, Ch. Ruth, E. Rüttinger,
G. Sackmann, B. Sailer, S. Salzberger, L.
+ G. Sammer, St. Sauer, A. Schäfer, Dr.
U. Schaper, G. Schaupp, S. Schell, I.
Scheller, L. Scheller, A. Schlaak, U.
Schlabach, H. Schlapka, St. Schlegel, Dipl.-Ing. U. Schlereth, D. Schlösser-Berster, K. Schlossinger, A. Schlummer, L. Schlüßlhuber, M. Schmachtl, G.
Schmelzl, A. + L. Schmid, G. F. Schmidt,
M. Schmiege, H. Schmitt, M. Schneider, V. Scholz, K. Schramm, Ch. + W.
Schröder, U. Schröder, G. Schubert jun.,
G. Schuh, B. Schulz, M. Schulze-Hulbe,
B. Schürmann, W. + E. Schuster, Ch. +
R. Schwartz-Marsudi + Marsudi, M.
Schweiger, P. Seefelder, U. + D. Sefrna,
Dr. M. Sellier, M. Sieferlinger, M. Spann,
P. Späth, A. Stahl, Ch. Stahley, H. Stark,
E. Steinmayr, Dr. F. Stepan, B. Stich, H.
Stichlmair, U. Stöckl, W. Stoeckl, R. +
F. Strascheg, H. Straßer, L. Striegel, M.
Stritzl, B. Tang, R. Thaler, I. + K. Thomas, Ch. Thuermel, Dr. E. Thumm , I.
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jährlich
Um die Ecke
Karpfen,
die den Tag
durchschwimmen
Münchner Künstler und ihr Viertel:
Schriftstellerin Asta Scheib über die Gerner Brücke
Foto: Volker Derlath
Manchmal ist es leicht, sich zu erinnern. Da tut sich plötzlich eine Landschaft auf und bevölkert sich. Das ganze Gehirnland,
hat Werner Schwab gesagt. In meinem gibt es einen Kanal und
eine Brücke. Die Gerner Brücke. Auf der steh ich oft und denke an nichts. Ich denke gerne an nichts. Unter mir öffnen Karpfen das breite Maul. Einmal im Jahr hab ich einen von denen
im Ofen. Weil die von der Schlösser- und Seenverwaltung alle
Karpfen abfischen. Bis auf die ganz kleinen. Meiner wird dann
polnisch, wegen des vielen Rotweins, in dem er gegart wird. Er
sitzt auf einer umgedrehten Tasse und glotzt in den Backofen.
Oder er klemmt als Filets in der Bratpfanne. Stunde null. Tabula
rasa. Er hat alles hinter sich, was er im Nymphenburger Kanal
durchmachen musste. Siege und Niederlagen. Wie andere Leute auch.
Nun hatte ich doch etwas gedacht. Und schon fällt mir ein,
wie ich damals mit einem durch den trockengelegten Kanal gelaufen bin, der sich von mir verabschieden wollte. Mehlig gelb
war der Boden, glaube ich. Ein seltsames Gehen da, wo sonst
neben den Karpfen Enten den Tag durchschwammen. Schwäne
brüteten an immer demselben Ufer, immer auf gleicher Höhe.
Grüß Gott, Frau Schwan, wie geht es den werten Eiern?, könnte
man fragen. Das hab ich in einem Mickymaus-Heft gelesen, da
flogen zwei Condore in der Luft herum und ein Vogel fragte den
anderen: „Grüß Gott, Frau Condor, wie geht es den werten Eiern?“ Das war lange mein absoluter Lieblingssatz, auch wenn er
nicht von allen verstanden wurde. Und die Autorin Erika Fuchs
war eine meiner Lieblingsfreundinnen. Mit ihr stand ich oft auf
28
der Gerner Brücke und ließ mir von ihr erzählen, wie sie dazu gekommen war, fast dreißig Jahre Mickymaus und die Duckente zu übersetzen. Schließlich war sie promovierte Kunsthistorikerin und schätzte eher Autoren wie George Eliot und
Jane Austen. Doch weil ein stupendes Wissen einen offenbar
nicht daran hindern muss, klasse Nonsens zu erfinden, waren
die Treffen mit Petruschka ein einziger Wortrausch.
Der, mit dem ich damals durch das ausgelassene Kanalbett
gelaufen bin, war Sinologe. Diese Leute können Chinesisch lesen
und schreiben, und er wollte nach Peking oder Beijing, wie die
Sinologen sagen. „Nördliche Hauptstadt“ bedeutet das, sagt er.
Wie wir so durch den getrockneten Modder latschen, fragt er,
ob ich nicht mitkommen möchte nach Peking. Beijing. Nördliche Hauptstadt. Jetzt überlege dir aber gut, wie du rauskommst
aus so einer Frage, dachte ich.
Doch da begegnete uns eine weitere meiner Lieblingsfreundinnen. Als hätte sie geahnt, dass sie heute noch hoch willkommen sein würde. Der Sinologe war auch sogleich gebannt von
der Erscheinung der Ankommenden. Wie immer hatte diese
große, schlanke Dame ihre Sturmhaube auf. Die trug sie sommers wie winters. Ein badekappenähnlicher Schnitt, ich schätze
aus Filz, alles gehalten von einem ziemlich breiten Sturmriemen,
der unterm mageren Kinn verlief. Falls sich unter der Haube
Haar befand, konnte kein Sturm es durcheinanderbringen. Am
Arm der Dame ging ein Zivi, ein Zivildienstleistender, die zuweilen dafür bestraft werden, dass sie nicht bei der Bundeswehr
dienen mögen. Doch dieser Junge war zufrieden mit seinem Los.
Sitzen und schauen: Auf der Gerner Brücke lässt sich‘s aushalten
Seine linke Hand steckte locker im Ellbogen seines Schützlings,
die rechte hielt eine Fluppe. Das Leben ist schön bei einer Dame, die den ganzen Tag philosophiert und Joghurtbecher sammelt. Übergangslos berichtete sie uns, dass in Nymphenburg alles von Schnee bedeckt sei, „alles, die Menschen spüren es nicht,
sie schlafen und wissen es nicht, sie sind ohne Substanz. Wer an
diese Welt glaubt, ist ein Verräter, ein Verräter!“ Jetzt flüsterte
sie nah an meinem Ohr: „Dort ist nichts wahr, alles ist falsch,
sie schauen durchs Fernrohr, immerzu durchs Fernrohr, alles ein
Betrug, eine Fiktion. Es handelt sich um einen Traum, glauben
Sie mir, um einen Traum...“ Der Zivi rauchte in Ruhe zu Ende, er schaute uns mit seinem ernsthaft-belustigten Lächeln an.
Dann nahm er seine Schutzbefohlene fest beim Arm, die beiden
winkten uns zu, lächelnd, und ich fragte den Sinologen, ob es
in China auch Bahnhöfe gebe so wie bei uns. Für so viele Menschen. Er sah mich an, dann blickte er meiner Dame nach. „Wer
beweist uns, dass wir da sind?“, fragte er.
Die Schriftstellerin Asta Scheib erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, u.a. das Bundesverdienstkreuz und den Bayerischen
Verdienstorden. Sie begann in den 70er-Jahren mit Kurzgeschichten. Eine davon, „Angst vor der Angst“, verfilmte Rainer Werner
Fassbinder für den WDR. 1980 erschien Scheibs erster Roman
„Langsame Tage“. Seitdem veröffentlichte sie mehr als 20 weitere
Romane, Sachbücher und Bände mit Kurzgeschichten, zuletzt im
Herbst 2009 den Roman „Das Schönste was ich sah“ (Hoffmann &
Campe) über das Leben des Schweizer Malers Giovanni Segantini.
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29
Kolumne
Impressum
Herausgeber und Verleger:
BISS e.V.
Metzstraße 29, 81667 München
(zugleich Anschrift aller Verantwortlichen)
Jana Förster, 55, Kolumnistin aus der Schreibwerkstatt, verkauft seit 2004 BISS. Sie wurde
in Prag geboren, lebt seit 34 Jahren in München und hat zwei erwachsene Söhne.
Geschäftsführung: Hildegard Denninger
Chefredaktion: Günter Keil, Andreas
Unger (beide verantwortlich im Sinne des
Presserechts)
Schlussredaktion: Helga Voit
Gestaltung: Medienkeller
(Anne Britt Keller, Sabine Klein)
Mitarbeit:
Text: Christine Auerbach, Hildegard
Denninger, Bernd Hein, Annette Leyssner,
Bernd Oswald, Margaretha Pawlischek,
Asta Scheib, Andrea Tholl, Dieter Wachholz, Daniela Walther, Katharina Zeckau,
die Schreibwerkstatt von BISS unter der
Leitung von Simone Kayser
Foto: Walter Breitinger, Dorothea Büchele,
Volker Derlath, Barbara Donaubauer
(auch SWS), Benjamin Ganzenmüller,
Peter Godry, Kirsten Kleie, Nelly Küfner,
Wolfgang Kurz, Margaretha Pawlischek,
Florian Peljak, Volker Schmitt
Comic: Papan
Redaktionsschluss dieser Ausgabe:
14.4.2010
Anschrift der Redaktion:
Metzstraße 29, 81667 München
Tel. 089 / 33 20 33, Fax 089 / 33 20 34
E-Mail
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Internet www.biss-magazin.de
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Hildegard Denninger (verantwortlich)
Derzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 8.
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Nachdruck – auch in Auszügen – nur
nach vorheriger Rücksprache mit der
Redaktion.
BISS erscheint monatlich,
Juli/August in einer Doppelausgabe.
Gesamtherstellung:
Color-Offset GmbH
Geretsrieder Str. 10, 81379 München
Tel. 780 41-0, Fax 780 41-200
Druckauflage: 39 000
Für unverlangt eingesandte Manuskripte
übernehmen wir keine Gewähr. Die Rücksendung erfolgt nur gegen Rückporto.
BISS wird gedruckt auf einem zweiseitig
gestrichenen holzhaltigen Bogenoffsetpapier mit ökologischem Fasermix. Ein
Produkt von Myllykoski, MD Albbruck
ISSN 0948-3470
Foto: Benjamin Ganzenmüller
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Jana
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Rab
Zurzeit baut sich in einer Buche bei mir
im Hof ein großes, schwarzes Vogelpärchen ein Nest. Ob Saatkrähen, Dohlen
oder Kolkraben? Für mich sind es einfach
„Raben“ – über die ich in meiner Kindheit nur Schlechtes hörte. Mütter, die sich
wenig um ihre Kinder kümmern, nannte man „Rabenmütter“, und das war natürlich sehr negativ gemeint. Als ich noch
zusammen mit meinen Söhnen in einem
Haus im sechsten Stock wohnte, nistete dort in einer Tanne vorm Haus auch
ein Rabenpärchen. Wenn wir leise unseren Balkon betraten, konnten wir Mama und Papa abwechselnd beim Brüten
beobachten und eines Tages drei kleine Schnäbelchen sehen und leises Piepsen hören. Wie fürsorglich die Eltern sich
um ihren Nachwuchs kümmerten! Von
wegen „Rabeneltern“! In Erinnerung
an die Fabel vom Fuchs und dem Raben
schnitt ich ein paar Stücke Käse zurecht
und versuchte, diese ins Nest zu werfen.
Eines der größeren Stücke blieb am Rand
liegen. Erschrocken zuckten die Kleinen zur Seite und quiekten laut. Da flog
gleich einer der beiden Alten herbei, trug
den Fremdkörper aufs Dach und fraß ihn
dort selbst. Wie egoistisch, mag man denken, Raben eben. Vielleicht gab der Alte die vorgekaute Speise aber auch an seine Jungen weiter, und möglicherweise ist
Käse eh nichts für Rabenbabys. Eines Ta-
ges war das Nest leer. Die drei hübschen
Räbchen hopsten unter der Tanne im
Gras und wurden auch da noch von ihren Eltern gefüttert. Als das Trio fliegen
konnte, kam es weiterhin in unseren Hof.
Meine Jungs sind inzwischen auch längst
ausgeflogen. Aber regelmäßig, meistens
gegen Monatsende, wenn bei mir der Verkaufsdruck nachlässt, greife ich zum Telefon und rufe sie an. Sie wissen gleich, worum es geht. Für den einen ist es „meine
Alte“, für den anderen „die Mamutsch“,
die am Sonntag für sie kocht. Fragen wie
„Was gibt es?“ werden nicht gestellt, da
sie wissen, es gibt immer etwas Leckeres.
Die böhmische Küche ist der bayerischen
sehr ähnlich, trotzdem hat jede ihre Eigenheit. Dazu habe ich noch selbst ausgedachte Variationen. Manchmal schaue
ich im Fernsehen Kochsendungen an.
Richtig nachkochen tue ich aber nichts,
nur manchmal nehme ich eine Idee mit.
Als ich vor einiger Zeit in der Stadt zufällig einem Promi-Koch bei einer Vorführung zusah, wollte ich mir ein BISSHeft signieren lassen. Da er seine Speisen
so liebevoll zubereitet und sich im Fernsehen sehr freundlich und lustig gibt, war
ich umso schockierter, als er mir das Heft
ziemlich barsch zurückgab und meinte, in „so etwas“ unterschreibe er nicht.
Diese Kost lag mir, ehrlich gesagt, etwas
schwer im Magen.
Adressen
Wohnungsverlust
Amt für Wohnen und Migration
Franziskanerstr. 6 und 8,
zuständig für Unterbringung, Wohnen
und Geld ist die Zentraleinheit
Wohnungslosigkeit, Öffnungszeiten:
Mo, Mi, Fr: 8.30 – 12 Uhr, Mi: 15 – 17
Uhr (nur für Berufstätige)
Städtisches Unterkunftsheim
für Männer
Pilgersheimer Str. 11, Tel. 62502-20,
Bettenvergabe: Mo bis Fr: 14 – 19 Uhr,
Sa, So u. Feiertage: 16 – 19 Uhr
Karla 51 Frauenobdach
Karlstr. 51, Tel. 549151-0, Beratung
und Aufnahme rund um die Uhr; Café:
Di bis So: 12 – 17 Uhr, Fr: bis 20 Uhr
Heilsarmee (nur für Männer),
Pestalozzistr. 36, Tel. 267149,
Aufnahme tägl. 5 – 22.30 Uhr
Fluchtpunkt – Notschlafstelle
für junge Volljährige
Feigstr. 19, 80999 München,
Tel. 81886923, Notruf: 0160/96704392
Öffnungszeiten: rund um die Uhr
Jugendschutzstelle für
männliche Jugendliche von
14 bis 18 Jahren
Scapinellistr. 15a, Tel. 829903-14,
Öffnungszeiten: rund um die Uhr
Jugendschutzstelle für Mädchen
von 13 bis 17 Jahren
Oselstr. 31a, Tel. 82070047,
Öffnungszeiten: rund um die Uhr
Internationaler Bund
Mädchenschutzstelle
für Mädchen von 13 ½ bis 17 Jahren,
Tel. 43908413
JUP – Jugendpension
Nockherstr. 60, Tel. 436629-11,
Öffnungszeiten: tägl. 8 – 21 Uhr
IMMA e.V.
Zufluchtsstelle für Mädchen und junge
Frauen zwischen 13 und 20 Jahren, Tel.
183609, erreichbar rund um die Uhr
Herzogsägmühle
Von-Kahl-Str. 4, 86971 Peiting,
Beratung und Aufnahme rund um die
Uhr für Frauen, Männer und Paare,
Tel. 08861/219-349
H-TEAM e.V. Ambulante Wohnungshilfe/Ambulanter Pflegedienst,
Beratung und Hilfen bei Wohnproblemen durch Sammeln, Horten,
„Verwahrlosung“, Pflege- und anderem Hilfebedarf. Plinganserstr. 19,
Tel. 7473620, Fax: 7470663, Sprechzeiten: Mo, Mi und Fr: von 9 – 12 Uhr
Beratung
Teestube „komm“ Streetwork
(für Männer und Frauen),
Zenettistr. 32, Tel. 771084/-85,
Öffnungszeiten: tägl. 14 – 20 Uhr
Bürozeiten: Mo bis Fr: 9 – 13 Uhr
Streetwork-Büro
Beratungsstelle für Jugendliche und
junge Erwachsene, Johannisplatz 12,
Tel. 4891472, Öffnungszeiten:
Mo: 10.30 – 12 Uhr, Di: 18 – 21 Uhr
Sozialer Beratungsdienst
(nur für Männer), Pilgersheimer Str.
11, Tel. 62502-0, Sprechzeiten: Mo bis
Fr: 8.30 – 12 Uhr und nach Vereinbarung; Notdienst: Mo bis Fr: 14 – 19
Uhr, Sa, So u. Feiertage: 16 – 19 Uhr
Evangelischer Beratungsdienst
für Frauen (mit Wohnheim),
Heßstr. 12, Tel. 288285/-86,
Sprechzeiten: Mo bis Fr: 9 – 16 Uhr
Beratungsstelle für Mädchen
und Frauen (Sozialdienst katholischer
Frauen), Dachauer Str. 48, Tel. 559810,
Sprechzeiten: Mo bis Do: 9 – 12 Uhr,
13 – 17 Uhr, Fr: 9 – 13 Uhr und nach
Vereinbarung
Initiative Münchner Mädchenarbeit (I.M.M.A.) Beratungsstelle für
Mädchen und junge Frauen, An der
Hauptfeuerwache 4, Tel. 2607531
Frauenhilfe München
Beratung und Wohnmöglichkeit für
misshandelte Frauen und deren Kinder, ambulante Beratung, Tel. 35483-0
Frauennotruf
Fürstenrieder Str. 84, Tel. 763737, Beratungs- und Fachzentrum bei sexualisierter Gewalt: Mo bis Fr: 10 – 18 Uhr,
Krisentelefon bei Gewalt: Mo bis Fr:
18 – 24 Uhr, Sa und So: 18 – 2 Uhr
Ausländerberatung im internationalen Beratungszentrum des BRK
Goethestr. 53, Tel. 5328989, Öffnungszeiten: Mo, Mi, Fr: 9 – 12 Uhr, Di u. Mi:
14 – 17 Uhr und nach Vereinbarung
Krankheit
Informationszentrum Referat für
Gesundheit und Umwelt
zu Gesundheit und Krankheit, zu
stationären und ambulanten Einrichtungen, zu Selbsthilfegruppen und
Beratungsstellen, Dachauerstr. 90,
Tel. 233-37663
Praxis Dr. Barbara PetersSteinwachs, Pilgersheimer Str. 11,
Tel. 6250240, Sprechzeiten: Mo bis Fr:
9 – 12.30 Uhr, Obdachlosenmobil,
Tel. 0172/8221173
Praxis der Benediktinerabtei
St. Bonifaz: Dr. Irene Frey-Mann,
Dr. Mechthild Nowottnick, Karlstr. 34,
Tel. 55171-310, Sprechzeiten:
Mo bis Fr: 8.30 – 12 Uhr und nach tel.
Vereinbarung; Di ab 13 Uhr in Karla
51, Tel. 549151-0
Landeshauptstadt München Referat für Gesundheit und Umwelt
– Anonyme Beratung zu Aids und
sexuell übertragbaren Krankheiten
Bayerstraße 28a, 80335 München,
Erdgeschoss, Zi. 0045. Beratung und
kostenlose Testmöglichkeit:
Mo, Mi, Do: 8 – 11 Uhr, Di: 14 – 18 Uhr,
Do: 14 – 15 Uhr, Tel. 233-23333
Münchner AIDS-Hilfe e.V.
Lindwurmstr. 71, Tel. 54333-0,
Öffnungszeiten: Mo bis Do: 9 – 17
Uhr, Fr: 9 – 14 Uhr
Psychiatrischer Krisendienst
Tel. 729 59 60
Sucht
SuchtHotline:
Tel. 28 28 22 (rund um die Uhr)
Landeshauptstadt München Psychosoziale Beratungsstelle für Alkohol- u. Medikamentenprobleme
Dachauer Str. 90/UG, Tel. 233-37563,
Sprechzeiten: jeden Werktag.
Tel. Terminvereinbarung sinnvoll
Frauentherapie-Zentrum
Beratung und Behandlung bei Alkoholoder Medikamentenabhängigkeit,
Güllstr. 3, Tel. 747370-0, Fax 74737080, Mo bis Do: 10 – 13 Uhr und
15 – 17 Uhr, Fr: 10 – 13 Uhr
Städtische Drogenberatung
Bayerstr. 28a, Beratung und Betreuung für Konsumenten illegaler Drogen
und deren Angehörige, Tel. 23347964, Sprechzeiten: Mo bis Fr: 10
– 17 Uhr oder nach Vereinbarung
extra Beratungs- und Kontaktzentrum für drogenabhängige und
gefährdete Frauen und Mädchen,
Mütter und ihre Kinder, schwangere
Frauen und Mädchen, Corneliusstr. 2, 80469 München, Tel. 236063,
Fax 236069, Öffnungszeiten: Mo bis
Do: 9 – 17.30 Uhr, Fr: 9 – 16 Uhr und
nach Vereinbarung
Condrobs Drogenberatung
Beratung, Therapie, Prävention,
Konradstr. 2, Tel. 3883766
Anonyme Alkoholiker (AA)
Landwehrstr. 9, Tel. 19295,
tel. Sprechzeiten: 18 – 21 Uhr
Al Anon Familiengruppen
Anonyme Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholikern, Tel. 55029916
Blaues Kreuz
Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle für Suchtgefährdete
(auch für Angehörige), Kurfürstenstr.
34/I, Tel. 332020, Telefonsprechzeiten:
Mo, Di, Do: 10 – 12 Uhr und 14 – 17
Uhr, Mi: 14 – 17 Uhr, Fr: 10 – 13 Uhr,
offene Angebote: Mo: 10 – 12 Uhr,
Di: 9 – 11 Uhr
Caritas Fachambulanz für
Suchtkranke
Erwachsene ab 30 Jahre: Schwanthalerstr. 84/Rgb., Tel. 530991-0.
Beratung für junge Erwachsene bis 30
Jahre: Dachauer Str. 29, Tel. 5458320
Drogennotdienst München „L43“
prop e.V., 24 Std. Beratung – Kontaktladen – Notschlafstelle, Landwehrstr.
43/Rgb., Tel. 54908630, Öffnungszeit
Kontaktladen: So bis Mi: 11 – 21 Uhr
u. Do bis Sa: 16 – 21 Uhr, Anmeldung
Notschlafstelle: tägl. 18 – 20 Uhr
OFF Kontaktladen
Condrobs, Rosenheimerstr. 124, Tel.
44718868, Fax 44718870, Öffnungszeiten: Mo u. Di: 10.30 – 16.30 Uhr,
Mi u. Do: 12.30 – 16.30 Uhr
Hans-Scherer-Haus
Träger: Katholischer Männerfürsorgeverein München e.V.,
85764 Oberschleißheim,
Tel. 3158250, Fax 31582599
Kreuzbund Diözesanverband
München und Freising e.V.
Selbsthilfe-Helfergemeinschaft für
Suchtkranke und deren Angehörige,
Dachauerstr. 5, Tel. 59083777,
Fax 59083776, Kontakttelefon, Gruppenverzeichnis, persönliche Beratung
nach Vereinbarung
Fährhaus – Anonyme
Sucht-Selbsthilfe
Zusammenkünfte:
Mo u. Mi: 20.15 Uhr, Westendstr. 68
im Selbsthilfezentrum,
Sa: 17.30 Uhr, Leonrodstr. 19
Schulden
Landeshauptstadt München
Allgemeiner Sozialdienst (ASD)
Schuldnerberatung
Mathildenstr. 3a, Tel. 233-24353,
Anmeldung über die zuständige
Außenstelle des ASD
Schuldnerberatung von AWO
und DGB im Gewerkschaftshaus für
Münchner Arbeitnehmer, Schwanthalerstr. 64, 80336 München, Tel.
532716
Bayerisches Rotes Kreuz
Schuldnerberatung, Kreisverband
München, Seitzstr. 8, 80538
München, Tel. 2373-0/-245/-264
Schuldner- und Insolvenzberatung
Evangelisches Hilfswerk München
Bad-Schachener-Str. 2b,
81671 München, Tel. 1890476-60,
Fax 1890476-61
Schuldnerberatungsstelle
der Caritas, Landwehrstraße 26,
80336 München, Tel. 23114930
Schuldnerberatung H-TEAM e.V.,
Plinganserstraße 19, 81369 München,
Tel. 7473620
Weitere Hilfsangebote
Münchner Arbeitsgemeinschaft
Arbeitsförderungsinitiativen
MAGAFI im Internet unter
www.magafi.de
Telefonseelsorge
Beratung in allen Lebensfragen, rund
um die Uhr besetzt (gebührenfrei),
Tel. 0800/1110111 (ev.),
Tel. 0800/1110222 (kath.)
Evangelische und katholische
Bahnhofsmission
Münchner Hauptbahnhof, Gleis 11,
Tel. 594576/-77/-78, Öffnungszeiten:
tägl. rund um die Uhr.
Münchner Insel unter dem
Marienplatz
Ökumenisches Kriseninterventionsund Beratungszentrum (keine finanzielle Hilfe), U-Bahnhof Marienplatz,
Untergeschoss, Tel. 220041,
Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi, Fr:
9 – 18 Uhr, Do: 11 – 18 Uhr
Münchner Zentralstelle für
Strafentlassenenhilfe
Haimhauser Str. 13 (Eingang
Occamstr.), Tel. 380156-0,
Sprechzeiten: Mo bis Fr: 8 – 12 Uhr
und nach tel. Vereinbarung
Alleinerziehende, VAMV – Verband
alleinerziehender Mütter und Väter,
Silberhornstr. 6, Tel. 6927060
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Elternschaft e.V.
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