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005 Frauentag, wie lange denn noch?ist eine Geschichte - Kupf

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Kulturplattform OÖ
Nr.137 März 2011
005 Frauentag, wie lange
noch?ist eine Geschichte vol
Missverständnisse. 006 Frei
es Engagement in Österre
Überblick 007 Freiwillig, eff
kostengünstig: Über die Ök
misierung des Ehrenamts 01
mut ist bald in ganz Österr
verboten 011V.Y. weiss was
auf sich hat, wenn Ausstellun
einem Tag im Jahr mit „Cunt“
mit „Cock“tails eröffnet werde
Kupf Organisations Handbuch
Das unentbehrliche Nachschlagewerk für Kulturarbeiterinnen
»Gewisse Dinge werde ich nie verstehen - aber es gibt Hoffnung« KAPUzine
»Das Beste an diesem Buch ist, dass es keinen Platz im Regal verstellt,
es liegt immer am Tisch« Columbo
»Besser als die erste Banane« Titanic
Die aktuelle Auflage in 3 Bänden
Alle drei Bände gibt es um 51,70 Euro
für Kupf-Mitglieder um 40 Euro
(incl. MwSt.; zzgl. Porto)
Bestellungen an:
kupf@kupf.at
0732/79 42 88
www.kupf.at
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Band 1: Initiative Kulturarbeit in der Praxis
Band 2: Rechtsfragen
Band 3: Kulturinitiativen als Gestalterinnen
ihrer Öffentlichkeit
Inhalt
5 Frauentag, wie lange denn
noch? Fragt Daniela Fürst.
5 Wortspende
Was wir nicht zu wissen
wagten.
Kulturpolitik
6 Die Geschichte der Freiwilligenarbeit
ist eine Geschichte voller
Missverständnisse.
6 Freiwilliges Engagement
in Österreich
Ein Überblick von
Eva More-Hollerweger
8 Freiwillig, effizient, ko-
20 Kultur ohne momentane
Kulturpraxis
Ansiedlung
Der Mitgliedsverein KomA
aus Ottensheim auf der
Suche nach Raum. Von Tanja
Brandmayr
12 Migration abseits de-
21 Die Geschichte vom
Fekter Integration
Assimina Gouma über die
beeindruckende Karriere des
Integrationsbegriffs
13 Gnackwatsch΄n
Liebe ÖVP! Euch eine
Gnackwatsch´n, dass es nur
so kracht.
14 Termine
Neuigkeiten und Wissenswertes von und für KUPF
Mitgliedsinitiativen
15 Ausschreibungen
und Preise
zusammengetragen von
Eva Immervoll und
Riki Müllegger.
9 Comic
16 Über den Tellerrand:
Stephan Gasser
10 Armut ist bald in ganz
Österreich verboten
Christian Diabl, Sprecher der
BettelLobby OÖ.
11 Parallax Error
Vina Yun weiss, was es auf
sich hat, wenn Ausstellungen
an einem Tag im Jahr mit
„Cunt“- statt mit „Cock“tails
eröffnet werden.
11 Comic
Stephan Gasser
Die Zukunftsgestalter
von Anita Hofer
Tick, Trick und Track widmen sich der Zahlenmystik
und begrüssen die neuen
Mitgliedsvereine der KUPF!
19 Müßiggang -
die verlorene Tugend
Sara Sorglos weiss, das selbst
Buddha bei einer 40Stunden
Anstellung die Fassung verloren hätte.
RadioKupf
KUPF
KUPF Vorstand:
Tanja Brandmayr (RedSapata, Linz), Sabine Funk
(spotsZ, Linz), David Guttner (Freies Radio Salzkammergut, Bad Ischl), Nicole Honeck (Pangea, Linz),
Pamela Neuwirth (Radio FRO und servus.at, Linz),
Richard Schachinger (KV Freiwerk und TKV Regau),
Sabine Stuller (IFEK, Linz), Betty Wimmer (KAPU,
Linz).
22
Die KUPF OÖ wird 25!
Mit Georg Ritter hat die
KUPF ein Nicht-Mitglied
nach einer Einschätzung der
KUPF gefragt. Pamela Neuwirth führte das Interview.
und Frischblut im KUPFVorstand. Die KUPF freut
sich über zwei neue Vorstandsmitglieder: Tanja
Brandmayr und Nicole
Honeck
24 „Der Platz des Hundes“
18 4takt Gemisch!
Bürozeiten:
Mo - Do: 9:00 - 12:30
Di zusätzlich: 15:00 - 19:00
dieKUPF ist der Dachverband und die kulturpolitische Interessensvertretung von 126 Kulturinitiativen
(Stand 2011) in Oberösterreich. Sie sieht sich als kulturpolitisch gestaltende Kraft und handelt im Namen
ihrer Mitglieder, um die Bedingungen für regionale
Kulturinitiativen abzusichern, zu verbessern und gemeinsam mit den Aktivistinnen und Protagonistinnen
weiterzuentwickeln.
Rezension
Kulturinitiativen
dieKUPF – Kulturplattform OÖ
Untere Donaulände 10/1, 4020 Linz
Tel. 0732. 79 42 88
kupf@kupf.at, www.kupf.at
grossen Krakeel
Philip Hautmann, Nikolai
Wassiljewitsch Gogol, John
Tylo aka Drago Tropedowicz
und der Bürgermeister von
Weitersfelden.
23 Neue graue Zellen
stengünstig: Über die Ökonomisierung des Ehrenamts
von Gabriele Michelitsch
dieKupf
Ein mehr als gelungenes Debüt von Anna Weidenholzer,
findet Norbert Trawöger
24 Punk ist universell!
Rainer Krispels Roman „Der
Sommer als Joe Strummer
kam“ hat Gabriele Kepplinger
für Sie runtergeladen und
gelesen.
25 Luftzug
Anna Weidenholzer über
nette Nachbarinnen - die
Angst machen.
Freies Radio Freistadt
Büroteam:
Stefan Haslinger und Eva Immervoll (Doppelte
Geschäftsführung), Riki Müllegger (Mitarbeiterin),
Stella Szanto (Bürohilfe)
Impressum
VERLEGERIN & HERAUSGEBERIN:
dieKUPF - Kulturplattform OÖ,
Untere Donaulände 10/1, 4020 Linz
Tel: 070-79 42 88, Email: kupf@kupf.at,
Web: www.kupf.at
Koordinierende Redakteurin,
InseratBETREUUNG & ABOVERWALTUNG:
Eva Immervoll, eva.immervoll@kupf.at
REDAKTION:
Christian Diabl, Stefan Haslinger, Nicole Honeck,
Eva Immervoll, Riki Müllegger, Pamela Neuwirth, Klemens Pilsl, Gerlinde Schmierer, Alexander
Vojvoda.
LEKTORAT: Martin Lasinger
GESTALTUNG: Janina Wegscheiderin
BILDNACHWEIS:
www.bettellobby.at (S. 10), Stephan Gasser (S. 9
und 11), N. Honeck (S. 23), Tanja Brandmayr (S. 23),
MitterVlg. (S. 24) R.Krispel (S.24)
ERSCHEINUNGSWEISE: Min. 4 Mal im Jahr
ABO: € 16,50
Namentlich gekennzeichnete Artikel müssen nicht
die Meinung der Redaktion wiedergeben. Für
unverlangt eingesandte Artikel kann keine Haftung
übernommen werde. Die Beiträge in der KUPFzeitung sind in der weiblichen Schreibweise verfasst
– Männer sind herzlich mitgemeint.
107,1 MHz oder 103,1 MHz
WISSENSWERTES UND KULTURPOLITISCHES VON DER KUPF
Radio FRO Großraum Linz: 105,0 MHz, Liwest-Kabel 95,6 MHz: Di, 17:30-18:00, Wh.: Mi,
8:00-8:30 Freies Radio Freistadt Bezirk Freistadt Nord: 107,1 MHz / Süd: 103,1 MHz: Di,
BLATTLINIE (LT § 25 MEDIENG):
Zeitschrift zur Verbreitung von Nachrichten und
Meinungen im Bereich der alternativen Kultur, Kulturpolitik und verwandter Themen.
21:00-21:30, Wh.: Do, 14:00-14:30 FRS - Freies Radio Salzkammergut Bad Ischl, Bad
DRUCK: A3 Werbeservice GmbH
Goisern, Ebensee: 100,2 MHz Gmunden, Vöcklabruck: 107,3 MHz Ausseerland: 104,2 MHz
REDAKTIONS- & ANZEIGENSCHLUSS: 09.05.2011
Inseratformate und Preise unter: www.kupf.at/down/
inseratformate_kupf.pdf
Gosau, Rußbach: 107,5 MHz Hallstatt, Obertraun: 105,9 MHz: Fr, 18:20-18:50 Radio B138
Region Kirchdorf: 90,4 MHz: Do, 18:30
ERSCHEINUNGSTERMIN: 07.06.2011
inhalt/impressum
Werte Kulturtäterinnen!
2011 ist ja nicht nur das Jahr des Hasen (so
gelesen am Jahreskalender im Chinarestaurant meines Vertrauens) sondern auch das
Europäische Jahr des Ehrenamts. Deswegen
startete die KUPF gleich zu Jahresbeginn mit
einem hochkarätig besetzten Symposium zum
Thema (Ehrenamt- nicht Hasen!) und lud für
die Zeitung zwei der Referentinnen ein, uns
aufzuklären: Eva More-Hollerweger (S.6) und
Gabriele Michalitsch (S.7) über Facetten des
Ehrenamts.
So sicher wie das jährliche Wiederkehren
des Frühlings ist auch das Stattfinden der
Jahreshauptversammlung der KUPF. Da passiert dann sogenannte Familienvergrößerung
(ähnlich bei den Hasen) und neue Vereine
werden im Netzwerk der KUPF willkommen
geheißen (S.18) - aber auch die „neuen grauen Zellen“ des Vorstands (S.23) sollen kein
Geheimnis bleiben.
Dass Armut jetzt auch in Oberösterreich verboten ist, weiss Christian Diabl, Sprecher der
BettelLobby OÖ zu berichten (S.10), was uns
gleich zur Gnackwatsch´n (S.13) führt, wo es
diesmal ordentlich kracht!
Russische Verhältnisse ortet Philip Hautmann (S.21) in der Mühlviertler Gemeinde
Weitersfelden, wo es für den Mitgliedsverein
Backwood Association zwar einen Raum,
aber keinen Frieden mit dem Bürgermeister
gibt, während Tanja Brandmayr (S.20) in
Ottensheim den Mitgliedsverein KomA ohne
Raum, aber mit freundlicher Bürgermeisterin
vorfindet.
Wenn Sie schon immer wissen wollten, was
das Lesen von Proust mit dem Telefonbuch zu
tun hat, lassen Sie sich von Sara Sorglos (S.19)
aufklären.
Last but not least: 5 Jahre sind seit dem
20-Jahresfest der KUPF vergangen und für
die flinken Kopfrechnerinnen unter uns ist
schnell klar: ein Jubiläum steht vor der Tür!
Am Freitag, 30.September wird die KUPF
eine fette Geburtstagsparty schmeissen- den
Termin bitte gleich mal vormerken! Wir
freuen uns jetzt schon auf Euer zahlreiches
Erscheinen (gerne im Hasenkostüm). Bis dahin wird sich in jeder Ausgabe der KUPFzeitung ein Beitrag zum Thema 25 Jahre KUPF
finden. Den Beginn macht Pamela Neuwirth
(S.22) in einem Interview mit Georg Ritter.
Das mehr als gelungene Debütbuch von
KUPFzeitungs Kolumnistin Anna Weidenholzer (Luftzug, S.24) hat Norbert Trawöger
(S.23) mit grosser Freude für Sie gelesen,
während sich Gabi Kepplinger (S.23) ein
weiteres Highlight der Linzer Alternativszene
zu Gemüte geführt hat. Und natürlich wie
immer jede Menge Veranstaltungstermine,
Ausschreibungen und Comics.
Her mit dem Frühling!
Eva Immervoll
für die Redaktion
Anzeige
HKS 29 N ist nicht der Name eines neuen
KUPF Mitgliedvereins, sondern die Bezeichnung der Coverfarbe der ersten Ausgabe Ihres
kulturpolitischen Lieblingsblattes 2011.
Viele assoziieren diese Farbe mit der traditionelle Farbe für Frauenpolitische Anliegen,
was Daniela Fürst gleich zum Anlass nahm,
in ihrem Leitartikel der Frage nachzugehen,
wie lange wir den Internationalen Frauentag
eigentlich noch feiern müssen (S.5). In der
geschätzten Kolumne namens Parallax Error
(S.11) würde sich nicht nur Autorin Vina Yun
freuen, wenn das hart erkämpfte Wahlrecht
für Frauen auch wirklich alle Frauen betreffen
würde.
editorial
Frauentag, wie
lange denn noch?
Am 19. März 1911 begingen politisch gleich gesinnte Frauen in
Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz
erstmals den Frauentag um, nach Vorbild der sozialistischen
Amerikanerinnen, auf ihre Forderungen nach Gleichstellung
lautstark aufmerksam zu machen. 2011, 100 Jahre später, begehen wir den Frauentag immer noch. Eine 100-jährige Geschichte, die letzten Endes doch nur eine ständige Wiederholung ist?
Man könnte am 100. Geburtstag des Frauentages schon fast von einer Tradition sprechen.
Aber mit den Traditionen ist es so eine Sache.
Werden sie doch meistens unreflektiert weitergeführt, obwohl ihre Sinnstiftung über die
Jahre obsolet geworden ist. Was den Frauentag
betrifft, so liegt seine „Tradition“ wohl eher
gerade in seinem Inhalt, und das ist eigentlich
das Traurige daran.
Im Zuge des ersten Internationalen Frauentages ging es unter anderem um die Forderung
des allgemeinen Wahlrechts für Frauen. Das
haben wir nun zumindest in den westlichen
Ländern erreicht. Andere Forderungen von
damals hingegen könnte man mittlerweile
durchaus schon als „traditionell“ bezeichnen.
So ist etwa die Verteilung von bezahlter und
unbezahlter Arbeit zwischen Frauen und
Männern, wie auch die Entlohnung in gleichen
Beschäftigungsfeldern immer noch alles andere als gerecht. Diskriminierende Zustände, die
sich über die Jahre nicht nur weitertradiert haben, sondern in den vergangenen Jahrzehnten
durch veränderte soziale Verhältnisse und
zunehmender Unabhängigkeit und Individualisierung der Frauen noch schwerwiegender
geworden sind. Außerdem haben sich in den
letzten Jahren einige der bereits erreichten
Ziele, wie die paritätische Verantwortungsund Aufgabenverteilung in öffentlichen und
gemeinnützigen Organisationen, heimlich,
still und leise wieder an die alten patriarchalen
Muster angeglichen, während oberflächlich
immer noch eine geschlechtergerechte Rhetorik herrscht. Es scheint in Sachen Gleichstel-
lung und frauengerechter Politik wieder einmal
rückwärtszugehen anstatt nach vorne. Auch
eine österreichische Tradition, dass in Krisenzeiten nicht nach neuen Wegen gesucht wird,
sondern man sich an Altbewährtem orientiert.
Am Ende stelle ich mir trotzdem selbst die
Frage: Ist der Frauentag als solches noch
adäquat? Auch wenn sich der Feminismus
stark weiterentwickelt hat, einige Forderungen erfüllt worden sind, während neue
dazu kamen, Gleichstellungsziele angepasst
werden mussten und die Frauen mehr Siege als
Niederlagen in ihrem Bestreben nach Egalität
verzeichnen konnten, so lautet meine Antwort,
ohne zu zögern: Ja! Ja, weil er dem Großteil
der weiblichen Lebensrealitäten nach immer
noch notwendig ist. Ja, weil es wichtig ist, Kraft
und Solidarität zu zeigen und zu erfahren. Ja,
weil es gut tut, an diesem Tag besonders laut
zu sagen, was wir wollen. Und ja, weil wir
Frauen uns an diesem Tag zu Recht und ohne
Einschränkung selbst feiern sollen. Vielleicht
braucht Österreich dann nicht noch mal 100
Jahre, um seinen Status als feministisches
„Entwicklungsland“ abzulegen. Unser Ziel ist
erst dann erreicht, wenn uns der Tag für die
Rechte der Frauen ebenso notwendig erscheint,
wie jener für die Rechte der Männer, nämlich
gar nicht.
Daniela Fürst
Daniela Fürst, freie Radiojournalistin und
Mediensoziologin
Wortspende
„Während es in Westeuropa und den USA zu viele Drogen gibt,
leiden Menschen in anderen Teilen der Welt unter zu wenigen“
Der Standard, 02.03.2011, http://derstandard.at/1297819319553/Drogenbericht-Uno-warnt-vor-Drogen-aus-dem-Internet
leitartikel
Die Geschichte der
Freiwilligenarbeit ist
eine Geschichte voller
Missverständnisse.
43,8% der Österreicherinnen
tun es. Freiwilligenarbeit ist
gesellschaftliche Notwendigkeit, damit „das System“ funktioniert. Sie ist aber auch ein
praktischer Weg, „das System“
billiger zu gestalten.
Geprägt ist die Debatte hauptsächlich von ideologisch-politischen Vorstellungen, wie den vielen
Freiwilligen geholfen werden kann. Dies aber meist
ohne großen Reflexionsprozess. Im europäischen
Jahr der Freiwilligenarbeit wird das Hohelied der
Freiwilligenarbeit gesungen. Misstöne in diesem
Lied sind nicht erwünscht.
Freiwilliges
Engagement
in Österreich
– ein Überblick –
Im aktuellen „Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit“ wird der Freiwilligenarbeit wieder
vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. In Österreich engagieren sich 43,8% der Bevölkerung ab
15 Jahren freiwillig. Sie betätigen sich entweder
eingebunden in eine Organisation (38,0%), was
im Folgenden als formelle Freiwilligenarbeit
bezeichnet wird, oder auf privater Basis (36,2%)
z.B. in Form von Nachbarschaftshilfe, nachfolgend als informelle Freiwilligenarbeit bezeichnet.
25,8% der Freiwilligen engagieren sich sowohl in
der einen als auch in der anderen Form.
Gerade dieses Schwerpunktjahr würde aber die
Möglichkeit bieten, etwas unaufgeregter und
reflektierter an das Thema heranzugehen. Denn
nicht alles ist schön und gut. Das Paradigma der
wirtschaftlichen Rentabilität kommt auch auf die
Freiwilligenarbeit zu. Das Auslagern von sozialstaatlichen Aufgaben an das Feld der Freiwilligenarbeit ist ein Faktum. Die soziale Absicherung von freiwillig Tätigen ist (mit
Ausnahmen im Katastrophen- / Schutzbereich) nicht gegeben. Maßnahmen wie
Dienstfreistellungen für Weiterbildung in der Freiwilligenarbeit, die Anrechenbarkeit auf Pensionszeiten, ein generelles Versicherungsmodell könnten einige
der Hürden im Bereich der Freiwilligenarbeit überwinden. Doch es müsste
politisch diskutiert und exekutiert werden.
Die politische Diskussion hat die KUPF im Rahmen des Symposiums „Erst
kommt das Fressen und dann das Ehrenamt“ Anfang Februar gesucht. Und es
wurde klar, wie unterschiedlich die Zugänge sein können, wie unterschiedlich
auch die Themen sein können, die im Zusammenhang mit Freiwilligenarbeit
diskutiert werden können.
Für die KUPF – wie für den gesamten Kulturbereich – ist die Freiwilligenarbeit
ein Dauerbrenner. Und auch die KUPF wird das europäische Jahr der Freiwilligenarbeit nutzen, um verstärkt auf die oben angesprochenen Misstöne hinzuweisen und diese politisch zu verhandeln. Auch in den Medien der KUPF wird
daher dieses Thema präsent sein. Den Anfang machen in dieser Ausgabe der
KUPFzeitung zwei Texte von Referentinnen am Symposium. Politisch-theoretisch und statistisch, zwei mögliche Zugänge, denen noch weitere folgen werden.
KULTURPOLITIK
Freiwilligenarbeit wird in verschiedensten
gesellschaftlichen Tätigkeitsbereichen erbracht. Im Bereich Kultur, Kunst und Freizeit
engagieren sich die meisten Freiwilligen
(516.500). Es folgen die Bereiche Sport mit
rund 474.700 Freiwilligen, der kirchliche/religiöse Bereich mit rund 428.500 Freiwilligen
und die Katastrophenhilfe mit rund 413.200
Personen). Dies ist gut nachvollziehbar, da
gerade im ländlichen Bereich, wo freiwilliges
Engagement deutlich stärker ausgeprägt ist
als in den Städten, viele Vereine in diesen
Bereichen aktiv sind. Fast jede Gemeinde
verfügt über Musikvereine und/oder andere
kulturelle Einrichtungen (Theatergruppen,
Tanzgruppen etc.), kirchliche Einrichtungen,
wie die Pfarrcaritas, Jungschargruppen etc.,
Sportvereine sowie eine freiwillige Feuerwehr.
Weniger Menschen engagieren sich im Bereich politische Arbeit und Interessensvertretung (242.200 Freiwillige) sowie im Bereich
Soziale Dienste (228.000). Die Bereiche
Umwelt, Natur, und Tierschutz (176.400), Bildung (174.300) und Gemeinwesen (146.000)
weisen die wenigsten Freiwilligen auf.
Freiwilligenarbeit ist per Definition eine
57%
36,2%
52%
33,0%
38,0%
14,7
474.700
26,5%
516.500
428.500
19,1%
48%
228.000
Leistung, die immer auch anderen Menschen
zu Gute kommt und kann in diesem Sinne
als Produktionsleistung für die Gesellschaft
gesehen werden. Freiwillige leisten ein wöchentliches Arbeitsvolumen von rund 14,7
Millionen Arbeitsstunden. Dies entspricht
dem Arbeitsvolumen von rund 13% der
unselbständigen Erwerbstätigen in Österreich. Aus gesellschaftspolitischer Sicht ist aber
auch eine weitere Komponente von Interesse:
der Beitrag von freiwilligem Engagement zur
sozialen Integration. Durch ihr Engagement
können Freiwillige an der Gesellschaft partizipieren und sind in soziale Netze eingebunden, woraus sie selbst einen Nutzen ziehen.
Die Vorstellung, dass durch die Unentgeltlichkeit und die Freiwilligkeit wesentliche
Zugangsbarrieren fallen und sich grundsätzlich jeder Mensch engagieren kann, ist aber
nur teilweise zutreffend. Vielmehr zeigt sich,
dass sich generelle gesellschaftliche Partizipationsmuster auch in der Freiwilligenarbeit
widerspiegeln, insbesondere bei Betrachtung
der formellen Freiwilligenarbeit. Ein Grund
dafür ist, dass bestehende soziale Netze
oftmals auch Zugang zu einem freiwilligen
Engagement schaffen. Viele Menschen engagieren sich, weil sie von anderen gefragt und
dazu motiviert wurden.
Die Beteiligung an der formellen Freiwilligenarbeit steigt mit dem Bildungsgrad. Personen
mit Universitätsabschluss weisen einen
höheren Partizipationsgrad auf als Personen,
174.300
70%
die ausschließlich über einen Pflichtschulabschluss verfügen. Die Beteiligungsquote
an der formellen Freiwilligenarbeit von
Erwerbstätigen liegt bei 32,6% und ist damit
fast doppelt so hoch wie jene von Arbeitslosen (16,4%) und auch höher als jene von
ausschließlich Haushaltsführenden (26,5%)
und PensionistInnen (19,1%). Die geringste
Beteiligung weisen Personen in Elternkarenz
mit 13,9% auf, das sind überwiegend Frauen.
Für die Beteiligung von Männern und Frauen
spielt neben sozialen Netzwerken auch die
Zuständigkeit für die Haus- und Familienarbeit, die wesentlich stärker bei den Frauen
liegt, eine Rolle. Dadurch kommt es bei
Frauen auch zu einer stärkeren zeitlichen
Konkurrenz zwischen Erwerbs- und Freiwilligenarbeit. Männer engagieren sich mit einer
Beteiligungsquote von 33,0% weitaus stärker
in der formellen Freiwilligenarbeit als Frauen
(23,3%).
Hinzu kommt eine Teilung der Freiwilligenarbeit in klassische Männer- und Frauendomänen. In den Bereichen Katastrophenhilfe,
Sport und Politik liegt der Anteil der Männer
bei über 70%, auch in den Bereichen Umwelt
und Gemeinwesen sind fast zwei Drittel der
Freiwilligen Männer. Frauen sind hingegen in
den Bereichen Religion und Bildung deutlich
stärker vertreten. Lediglich im Sozialbereich
und im Bereich Kultur, Kunst und Freizeit ist
der Anteil von Frauen und Männern relativ
ausgeglichen. Auch in der informellen Frei
32,6%
146.000
176.400
43,8%
13%
242.200
kulturpolitik
13,9%
25,8%
413.200
23,3%
16,4%
willigenarbeit entspricht die Verteilung von
Frauen (52%) und Männern (48%) nahezu
jener in der Bevölkerung. In Organisationen
üben Frauen weitaus weniger oft leitende
Funktionen aus als Männer. Über alle Bereiche hinweg nehmen Männer mehr als 70%
der Führungspositionen ein, obwohl sie nur
57% der Freiwilligen ausmachen.
Viele Freiwilligenorganisationen sind
bestrebt, den Zugang für alle Bevölkerungsgruppen zu öffnen, dennoch zeigt sich, dass
soziale Barrieren häufig nur unter Einsatz von
Ressourcen überwunden werden können,
die über das „Tagesgeschäft“ der Organisationen – ihren eigentlichen Zweck – oft hinaus
gehen.
Eva More-Hollerweger
Eva More-Hollerweger, Senior Researcher
und Vizedirektorin am NPO-Institut. Das
Kompetenzzentrum für Nonprofit Organiatsionen, Projektleiterin und Ko-Autorin des 1.
Österreichischen Freiwilligenberichts.
Dieser kann heruntergeladen werden unter:
www.bmask.gv.at/cms/site/
attachments/3/4/0/CH0016/
CMS1245323761951/freiwilligenbericht.pdf
Freiwillig,
effizient,
kostengünstig:
Die Ökonomisierung
des Ehrenamts
Im Zuge neoliberaler Transformationsprozesse avancierte das Marktmodell zum
zentralen gesellschaftlichen Organisations-,
Regulations- und Entwicklungsmodus. Damit
verbindet sich eine neue Aufgabenteilung
zwischen Staat und Gesellschaft:
Wirtschaftliche und gesellschaftliche
Steuerung werden auf Selbst-Management
ausgerichtet, um ein auf „Eigenverantwortung“ fokussiertes Sozialmodell durchzusetzen. Dieses bildet den Bezugspunkt vor allem
arbeitsmarktpolitischer Deregulierung und
sozialpolitischer Leistungskürzungen. Gerade
angesichts anhaltenden Sozialabbaus stellt
Freiwilligenarbeit hierbei ein zunehmend unverzichtbares, mit öffentlichen Diensten meist
eng verbundenes Element von Sozialpolitik
dar.
Vor diesem Hintergrund artikuliert sich
verstärktes politisches wie wissenschaftliches
Interesse an Freiwilligenarbeit. Schließlich
ermöglicht mehr Wissen verbesserte Anleitung und Lenkung ehrenamtlicher Arbeit
und eröffnet damit weitere Optionen auf
Entstaatlichung durch Verlagerung vorrangig
sozial-, gesundheits-, bildungs- oder auch
kulturpolitischer Aufgaben in den zivilgesellschaftlichen Bereich.
Freiwilligenarbeit, Staat
und Ökonomie
Denn die Aufwertung von Freiwilligenarbeit
zielt auf die Entwicklung einer auf Vertrauen
basierenden „grundlegenden Kooperationskultur“ als „wichtige Voraussetzung für
wirtschaftliche Prosperität, politisch-gesellschaftliche Stabilität und Lebensqualität“1.
Freiwillige Arbeit soll fördern, was von
Konkurrenz und Wettbewerb bestimmte,
zunehmend flexible und projektförmige,
auf kurzfristige Bindungen ausgerichtete
Erwerbsarbeit ebenso wie reduzierte sozialstaatliche Leistungen nicht (mehr) leisten:
gesellschaftlichen Zusammenhalt sichern,
„eine Atmosphäre der Solidarität, der Zugehörigkeit und des gegenseitigen Vertrauens“
schaffen und „die Verbundenheit und das
Verständnis zwischen den Mitgliedern einer
Gesellschaft, die Verlässlichkeit gemeinsam
geteilter Regeln, Normen und Werte“ stärken.
Die Förderung solcherart charakterisierten
„sozialen Kapitals“ richtet sich dabei – grundlegende gesellschaftliche Widersprüche
und Ausschlussmechanismen ausblendend
– vorrangig auf ökonomische Verwertungsinteressen. Denn „auf gemeinsamem Engagement beruhende gesellschaftliche Netzwerke
kulturpolitik
zwischenmenschlicher Vertrauensbeziehungen“ gelten als „Garanten wirtschaftlicher
Prosperität und Motoren der Entwicklungsfähigkeit“, als Stimuli von Investitionstätigkeit
und Wirtschaftswachstum sowie als Stabilisierungsfaktoren der Durchsetzbarkeit von
Verträgen und Eigentumsrechten. Folglich
sollen auch Unternehmen „stärker und
bewusster als Akteure bürgerschaftlichen Engagements auftreten“. Im Hinblick auf verbesserte Arbeitsmarktchancen werden aber auch
– etwa im ersten österreichischen Bericht zu
Freiwilligenarbeit – durch Ehrenämter zu
erwerbende Fähigkeiten und Kompetenzen
propagiert.
Demokratie-Politik
Freiwilligenarbeit kommt demnach eine
zunehmend systemerhaltende Funktion
im von Kürzungen besonders betroffenen
Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich
zu. Dabei soll das Potential an Freiwilligenarbeit ausgeschöpft und diese möglichst effizient eingesetzt werden – zumal im Gefolge
der Wirtschaftskrise hohe Arbeitslosigkeit,
soziale Polarisierung und gesellschaftlicher
Ausschluss den seit dem Jahr 2000 konstatierten Rückgang freiwilligen Engagements
in Österreich verstärken dürften. Denn
Einbindung in – an Erwerbsarbeit geknüpfte – soziale Strukturen und persönliche Netzwerke, Bildungsgrad und nicht
zuletzt finanzielle Ressourcen bestimmen
Zugangschancen zu formeller Freiwilligenarbeit entscheidend. Folglich manifestieren – und reproduzieren – sich auch im
Bereich ehrenamtlicher Arbeit bestehende
gesellschaftliche Machtverhältnisse, wie
sie sich in sozialer Ungleichheit und
Exklusion artikulieren. So leisten Männer
etwa zwei Drittel formeller, Frauen etwa
zwei Drittel informeller – gesellschaftlich
weitgehend unsichtbarer nachbarschaftsbezogener – Freiwilligenarbeit. Aber auch
der Bereich formeller Freiwilligenarbeit
erweist sich im Hinblick auf Tätigkeitsfelder und Positionen als nach Geschlecht
ebenso wie Migrationshintergrund hochgradig segregiert.
Gesellschaftliche Partizipationschancen
– und damit demokratische Grundlagen
– lassen sich folglich nicht durch Freiwilligenarbeit gewährleisten. Inklusion,
soziale Sicherung und gleiche Teilhabe
aller Bürgerinnen stellen vielmehr nach
wie vor zentrale Aufgaben wohlfahrtsstaatlicher Politik dar. Freiwilliges Engagement
vermag diese nicht zu ersetzen, sondern
bestenfalls zu ergänzen. Dessen Logik
solidarischen Tätig-Seins für andere und
damit oft verbundene – aus betriebswirtschaftlicher Sicht wohl „ineffiziente“
– basisdemokratische Auseinandersetzung
stellen jedoch auch Grundlagen lebendiger Demokratie dar. In deren Sicherung
jenseits von Profitinteressen und ökonomischen Imperativen besteht die zentrale politische Herausforderung. Dabei
wäre, um Inklusion und Partizipation zu
fördern, bei genereller Erwerbsarbeitszeitverkürzung und verstärkter Redistribution
im Kontext von Steuer- und Sozialsystem,
dem Ausbau von professionellen Pflegeund Betreuungsleistungen ebenso wie
von Anti-Rassismus- und Anti-SexismusArbeit anzusetzen. Nur so sind letztlich
auch die für Freiwilligenarbeit notwendigen Rahmenbedingungen nachhaltig zu
verbessern.
Gabriele Michalitsch
kulturpolitik
Dieses und die folgenden Zitate stammen aus
dem Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des
Deutschen Bundestags 2002.
1
Gabriele Michalitsch ist Politikwissenschafterin und Ökonomin, lehrt an der
Universität Wien.
Comic: Stephan Gasser, er ist
freischaffender Künstler in Linz
Armut ist bald in ganz
Österreich verboten
Betteln ist eine unangenehme Sache. Vor
allem für jene, die sich gezwungen sehen,
diese Tätigkeit auszuüben. Die Ursachen
sind vielfältig. Sie reichen von individuellen Schicksalsschlägen über Lücken im
Sozialsystem bis hin zu strukturellen Folgen
der kapitalistischen Marktwirtschaft. Manchmal ist es auch rassistische Diskriminierung,
die Menschen zwingt, Grenzen zu überqueren
und sich in wohlhabenderen Gefilden auf die
Straße zu setzen.
Viele bekannte Probleme also, für die es keine
schnelle Lösung gibt. Österreich aber macht
es sich einfach und will ein Phänomen verbieten, das so alt ist wie die Menschheit selbst.
Die gewählte Strategie ist kurzsichtig, ineffizient und brutal. Sozialpolitischen Problemen
wird mit ordnungspolitischen Maßnahmen
begegnet. Altbekannt, oft ausprobiert und
garantiert nie erfolgreich.
Der Mythos Bettelmafia
Salzburg, Tirol, Wien und die Steiermark
haben diesen Weg bereits beschritten, Ober­
österreich folgt nun. Während es in anderen
Bundesländern ein absolutes Verbot gibt,
bekommen wir aber – so ehrlich müssen auch
die Kritikerinnen sein – eine Light-Version.
Verboten wird aggressives, aufdringliches
und organisiertes Betteln. Zudem Betteln mit
Kindern. Letzterer Punkt hat die SPÖ dazu
bewegt, gegen das Gesetz zu stimmen. Zum
aggressiven Betteln ist zu sagen, dass es das
laut Polizeidirektor Widholm in Linz gar
nicht gibt. Außerdem sollte es mit „Nötigung“
und „Störung der öffentlichen Ordnung“
genug Handhabe dagegen geben. Kinder
werden – zumindest solange es keinen GratisKindergarten für Bettlerinnen gibt - wohl
oder übel auch ab und zu dabei sein. Klar ist,
dass das Verbot auf ausländische Bettlerinnen
abzielt. Also jene Menschen, die aus den neuen EU-Mitgliedsstaaten zu uns kommen und
tageweise hier betteln. Organisiert natürlich
- wie denn auch sonst. Menschen sind soziale
Wesen und organisieren sich immer. Das
Fatale an der aktuellen Debatte ist, dass Organisation fast automatisch mit Kriminalität
gleichgesetzt wird. Über Jahre haben Boulevardmedien und Rechtsparteien den Mythos
der „Bettelmafia“ aufgebaut. Die Story vom
Paten, der nach einem langen anstrengenden
Betteltag mit schwarzem Mercedes vorfährt
und die Einnahmen abkassiert, bildet die
Grundlage für die politische Durchsetzung
der Bettelverbote. Wer also nichts gibt, oder
sich sogar für ein Verbot einsetzt, tut nach
dieser Erzählung sogar etwas Gutes, indem er
die Ausbeutung für den Paten weniger lukrativ macht. Hass darf so unter dem Deckmantel der Gutherzigkeit rausgelassen werden.
Die durchschnittliche Österreicherin hat
ein sehr konkretes Bild, wie eine Bettlerin
auszusehen und sich zu verhalten hat: Einheimisch, unterwürfig und katholisch. Abseits
dieses Bildes (das es kaum noch gibt) fehlt die
Akzeptanz völlig.
Doch wer sind diese Leute?
In erster Linie kommen Bettlerinnen aus der
Slowakei, Rumänien oder Bulgarien nach
Österreich. Sie gehören vor allem den Minderheiten der Roma und Sinti an und bilden
die unterste soziale Schicht in ihren Heimatländern. Von nationalstaatlichen Grenzen
und Stalins Sozialismus einst zur Sesshaft-
werdung gezwungen, leben sie heute am
absoluten Rand der Gesellschaft. Rassistische
Diskriminierung verhindert eine gesellschaftliche und ökonomische Partizipation.
Aber sie sind EU-Bürgerinnen und können
sich theoretisch frei bewegen. Solange im
kleinen EU-Europa solche massiven sozialen
Unterschiede existieren, wird es vorkommen,
dass sich einige Wenige organisieren und im
reichen Österreich betteln. Das ist ihr gutes
Recht.
Eine Lobby gegen das
Bettelverbot
Fast sah es so aus, als ob das Bettelverbot
in Oberösterreich ohne größere Kritik über
die Bühne geht. Um das zu verhindern, hat
sich in Linz spontan die BettelLobby OÖ
gegründet, die für den 5. März zum 1. Linzer
Massenbetteln aufgerufen hat. Die Aktion
wurde von 65 Organisationen quer durch
die Gesellschaft unterstützt. Das Spektrum
reicht von linken Parteien und Jugendorganisationen über zahlreiche Vereine der
freien Kunst- und Kulturszene bis hin zu
katholischen und evangelischen Laienorganisationen. 400 Menschen folgten dem Aufruf
und bettelten in einer langen Schlange, die
sich vom Taubenmarkt bis zum PassageEinkaufszentrum zog. Die Teilnehmerinnen
waren bunt gemischt und die Stimmung trotz
der Kälte sehr gut. Die mediale Resonanz
war groß. Binnen kurzer Zeit schaffte es die
BettelLobby, das Verbot zu thematisieren und
eine landesweite Diskussion auszulösen.
In der Bettel-Diskussion erleben wir ein
Schema, das wir bereits zur Genüge aus der
Asyl-Debatte kennen und das zur Verrohung
und Verdummung politischer Diskurse in
Österreich führt. Ein Ende der geistigen
Abwärtsspirale ist derzeit nicht in Sicht. Ein
Ende des Widerstands dagegen aber auch
nicht.
Christian Diabl
www.bettellobby.at
Christian Diabl ist Aktivist der KAPU und
Sprecher der BettelLobby OÖ.
kulturpolitik
10
Auge
Auge
Parallax Error
Die Vorzeichen sind nicht zu übersehen:
Binnen kürzester Zeit schnellt die Zahl der
Polit- und Kulturveranstaltungen mit dem
Zusatz „Gender-“ oder „Frauen-“ im Titel
in die Höhe und es reiht sich ein „Special“
nach dem anderen – vom Diskussionspanel
über die „Gender-Schere im Musikbereich“
bis hin zur „Frauenfilmwoche“. Ein großes
Kunsthaus in Wien, das sich ansonsten
nicht unbedingt mit gesellschaftspolitischen
Anliegen hervortut, lässt seine
Abendbeleuchtung in Lila („die traditionelle
Farbe für frauenpolitische Anliegen“, so die
Presseaussendung) erstrahlen. Ausstellungen
werden mit „Cunt-“ statt „Cock“tails eröffnet,
bei Diskussionsveranstaltungen werden
ausschließlich Weine von Winzerinnen
gereicht. Radio- und Fernsehsender kündigen
„Frauensonderprogramme“ an, Zeitungen
bewerben ihre „Sonderbeilagen“ zum Thema
„Frauen und Prekarisierung“. Es ist wieder
soweit:
Der 8. März steht vor der Tür.
Heuer gibt es besonders viele Aktivitäten,
schließlich feiert der Internationale Frauentag
Comic: Stephan Gasser, er ist
freischaffender Künstler in Linz
sein 100-jähriges Jubiläum. Dabei ist der
eigentliche Geburtstag nicht der 8., sondern
der 19. März: An diesem Datum wurde der
Frauentag im Jahr 1911 erstmals gemeinsam
in verschiedenen europäischen Ländern sowie
in den USA begangen. Mehr als eine Million
Frauen gingen damals auf die Straße, in der
österreichischen Bundeshauptstadt zogen rund
20.000 Demonstrantinnen über den Wiener
Ring.
Um die Entstehungsgeschichte des
Internationalen Frauentags ranken sich
unterschiedliche Mythen und Legenden – eines
steht aber fest: Der feministische Aktionstag geht
auf die Kämpfe der proletarischen Bewegung
in Nordamerika und Europa seit dem 19.
Jahrhundert zurück. Es waren ursprünglich
Arbeiterinnen in Textilfabriken, die für
bessere Arbeits- und Lebensbedingungen
protestierten und in den Streik traten. Später
einte die politische Forderung nach dem
aktiven und passiven Wahlrecht konservative
und linke Frauen. Erst in den 1970ern wurde
der 8. März von den Vereinten Nationen zum
„Weltfrauentag“ ausgerufen.
11
kulturpolitik
Zeiger
z.B.
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Parallaxenfehler
Heute ist viel von „Chancengleichheit“ und
„Gleichstellung“, von gleichem Lohn für gleiche
bzw. gleichwertige Arbeit, von der „Vereinbarkeit
von Beruf und Familie“, von eigenständiger
Existenzsicherung die Rede. Dabei ist die
Forderung nach dem „Frauenwahlrecht“ – als
Instrument politischer Mitbestimmung – alles
andere als ein alter Hut. Denn: Nicht jede Frau in
diesem Land darf wählen oder gewählt werden.
Es würde mich also nicht stören, gäbe es zum
Thema Wahlrecht für Migrantinnen ebenso
zahlreiche „Sonderprogramme“ und „Special
Events“ – auch am 8. März.
Vina Yun
Vina Yun ist Redakteurin beim feministischen Monatsmagazin „an.schläge“
(www.anschlaege.at) sowie bei migrazine.at,
dem „Online-Magazin von Migrantinnen
für alle“.
Skala
Migration abseits
deFekter Integration
Am 1. März 2011 fanden zum ersten Mal in
Wien Aktionen zum Tag des Transnationalen
Migrantinnenstreiks statt. Damit schließt ein
Bündnis aus Migrantinnen und Aktivistinnen
an die transnationale Mobilisierung an, die in
den letzten Jahren in den USA, Frankreich,
Italien und Griechenland stattgefunden hat.
Inhalt der Proteste ist es auch, der Migration
eine politische Stimme zu geben. Zeitgleich
zu den Vorbereitungen für den 1. März
hat der Ministerrat die Novellierung des
Fremden- und Asylrechts abgesegnet. Unter
dem Vorwand der „Integration“ haben die
Regierungsparteien ein Regelwerk vorbereitet, das die Illegalisierung von Migrantinnen
vorantreibt.
Die politischen Anliegen der Aktivistinnen
und der regierenden Parteien sind gegensätzlich. Manche träumen davon, Migration
vollends kontrollieren zu können, andere
setzen sich für das Recht auf Bewegungs- und
Niederlassungsfreiheit ein. Einerseits gibt es
viele gesellschaftliche Akteurinnen, die vom
Interesse, stattfindende soziale Ordnung
zu konservieren, getrieben werden. Anderseits gibt es jene, die eine Veränderung der
Gesellschaft durch Grenzüberschreitungen
fordern bzw. erzwingen. Denn Migrantinnen
verändern die Gesellschaft, indem sie Grenzen überschreiten und Nationen „überwinden“. Gesellschaft, Politik und Ökonomie
reagieren auf Migration und Migrantinnen:
Machtverhältnisse werden neu formuliert
bzw. übersetzt.
Die beeindruckende Karriere des Integrationsbegriffs
Die erfolgreichste Übersetzung politischer
Machtverhältnisse ist das Integrationsparadigma: Die Frage der Integration bestimmt
den gesellschaftlichen Umgang mit Migration
und blendet andere Aspekte völlig aus. Die
Wissensproduktion rund um „Integration“
läuft indes auf Hochtouren: Integrationsbarometer, Integrationsindikatoren, Integrationsbeauftragte und Integrationsvereinbarungen
sind nur wenige Beispiele dafür.
in das gefällige Selbstbild einer wie auch
immer definierten Mehrheitsgesellschaft.
Die Gründe, warum „Integration“ zu einem
politischen Schlager avancierte, sind vielfältig.
Der Integrationsbegriff setzt eine homogene
Mehrheitsgesellschaft voraus. Damit stellt
er kein Risiko für nationale Narrative dar.
„Integration“ wird zudem als Abgrenzung
zu „Assimilation“ bemüht, um sich vom
Verdacht des kolonialen Erbes der westlichen
Gesellschaften zu distanzieren. Die Parole
„Integration statt Assimilation“ galt lange
Zeit „als non plus Ultra des linksliberalen
fortschrittlichen Denkens“ (Bratić 2010:
43f.) Eine ganze Generation von Sozialwissenschaftlerinnen verschrieb sich daraufhin
der Aufgabe, den inhaltlichen Unterschied
zwischen Integration und Assimilation aufzuzeigen.
Der Integrationsbegriff versperrt sowohl den
Blick auf Fragen des Rassismus als auch auf
die globalen Produktions- und Arbeitsverhältnisse, obwohl Migration innerhalb dieser
Bedingungen stattfindet. Im Gegensatz dazu
begreift der Integrationsdiskurs in der Herkunft begründete soziale Ungleichheiten entweder als selbst verschuldet oder als Ergebnis
kultureller Differenzen, während strukturelle
Rassismen und Exklusionsmechanismen
ausgeblendet werden.
Trotz dieser Bemühungen erwies sich
„Integration“ als besonders elastisch in den
Händen der politischen Akteurinnen: Es gibt
kaum gesellschaftliche oder ökonomische
Konflikte, die nicht medial wirksam auf die
„Integrationsunwilligkeit“ der Migrantinnen
zurückgeführt werden. Auch die florierende Industrie der Integrationsindikatoren
demonstriert die Elastizität des Integrationsbegriffs: So wurden in Fragebögen der 80er
Jahre Migrantinnen nach den Dimensionen
„Arbeitswilligkeit“, „Hilfsbereitschaft“,
„Reinlichkeit“, „Freundlichkeit“ und „Anpassungsfähigkeit“ beurteilt. Im Gegensatz dazu
sollen heute „Sprache“, „Homophobie“ und
„Frauenrechte“ das Maß der Integration angeben. Angesichts dieser Entwicklung liegt der
Schluss nahe, dass Integrationsindikatoren in
ihrer Vorgefasstheit kaum etwas über Migrantinnen aussagen: Vielmehr liefern sie Einblick
kulturpolitik
12
Antirassistische
Interventionen
In den letzten Jahren war die Dekonstruktion
der politischen Verhältnisse rund um “Integration” ein Thema für Wissenschaftlerinnen
und Aktivistinnen. Der Politikwissenschaftlerin Manuela Bojadzijev (2008) gelang es,
aufzuzeigen, wie die migrantische Forderung
nach Kollektivrechten in individuell zu
erbringende Leistungen übersetzt wurde: Die
Kämpfe der Gastarbeiterinnen nach Gleichberechtigung und Inklusion in die gesellschaftlichen Strukturen wurden politisch in
einen Integrationsimperativ umgedeutet. Der
rassismustheoretische Zugang zu „Integration“ hatte eine Reihe von Aktionen zu Folge:
Die Aufrufe „Demokratie statt Integration“ in
Deutschland oder „Ausschluss Basta“ in Österreich haben breite Unterstützung erfahren.
Es heißt, dass Utopien Ventil für politisches
Handeln sind. In den aktuellen Protesten
rund um den 1. März spielt „Integration“
keine Rolle. Die Aktionen grenzen sich auch
inhaltlich von Diversity- oder „Nützlichkeits“-Diskursen ab. Denn das argumentative
Arsenal rund um die Einführung der RotWeiß-Roten Karte führt nicht zu gerechteren
Arbeits- und Lebensbedingungen, sondern
Gnackwatsch´n
Von der unerträglichen
Schäbigkeit des Seins
Liebe ÖVP,
Nachdem die letzte Gnackwatsch´n demütig an die
Gnackwatsch´n selbst gegangen ist, wird es nun
wieder Zeit, unsere Landespolitik ins Visier zu
nehmen. Anlässe dafür gibt es ja genug, und dieses
Mal habt Ihr das große Los gezogen. Niemand wird
mir ernsthaft böse sein, dass ich die FPÖ heute
vernachlässige. Von der sind wir schäbige Politik auf dem Rücken der Schwächsten ja ohnehin
gewohnt. Mehrheitsfähig wird diese Schäbigkeit
aber durch Eure Stimmen im Landtag. Ihr wart ja
angeblich mal eine christlichsoziale Partei, allerdings können sich nur mehr ein paar Historiker an
diese Zeit erinnern. Wäre Jesus nicht auferstanden,
würde er sich angesichts Eures Bettelverbots im
Grabe umdrehen, soviel ist sicher. Als nichtgläubige Staatsbürgerin finde aber auch ich genügend
Gründe, Euch abzuwatschen. Und ich bin damit
nicht allein. Die Polizei findet das Gesetz unnötig.
Die katholische Basis findet es unmenschlich. JusProfessorinnen finden es verfassungswidrig. Nur
die Krone findet es gut. Tolles feedback, nicht?
Ich lese nicht alle Eure Gesetze, deshalb frag ich
mich, ob die immer so aussehen. Selten habe ich
so einen schlampigen Pfusch gelesen. Schwammige
Formulierungen gepaart mit Verallgemeinerungen.
Nicht genügend, setzen. Glaubt Ihr wirklich, dass
mit diesem Wisch Probleme gelöst werden? In
Ermangelung ausreichender Arroganz werde ich
die handwerkliche Kritik aber fähigeren Zeitgenossinnen überlassen. Zum Kotzen finde ich den
Geist, der hinter diesem Machwerk steht. Warum
sprecht Ihr es nicht einfach aus: Ihr wollt keine
ausländischen Bettlerinnen in unseren Straßen.
Punkt.
Blöderweise habt Ihr uns in die EU geführt, Eure
Politik definiert die Europäische Gemeinschaft als
Wirtschaftsunion, Ihr seid die Verfechterinnen des
neoliberalen Kapitalismus, Ihr und Eure Gesinnungsfreundinnen seid maßgeblich für die sozialen
Unterschiede in Europa verantwortlich. Und jetzt
stellt Ihr Euch allen Ernstes her und wollt die
Auswirkungen Eurer Politik per Gesetz verbieten.
Geht’s noch?
Das Traurige an der Geschichte ist, dass Ihr mit
diesem absurden und unmenschlichen Gesetz
wahrscheinlich durchkommen werdet. Ihr habt
gemeinsam mit der Krone fest am „Mythos Bettelmafia“ gebastelt. Nun stellt ihr euch an die Spitze
des Volkszorns und fahrt die Ernte ein. Ob ich
enttäuscht bin? Nein, nicht wirklich. Eigentlich
hab ich von Euch nichts anderes erwartet. Also
erfülle auch ich meine Rolle und verabreiche Euch
eine Gnackwatsch´n, dass es nur so kracht. Bis auf
weiteres...
– mit den Worten von Ljubomir Bratić – zu einem „neuen Gastarbeitertum“.
In Vordergrund der Proteste rund um den Transnationalen
Migrantinnenstreik am 1. März standen Fragen nach antirassistischen Interventionen und der Anspruch auf gleiche Rechte für
Alle. Aus diesem Grund richten sich die Aktionen nicht nur an
Migrantinnen, sondern auch an alle anderen, die sich gegen soziale
Ausschlüsse solidarisieren. Dabei geht es um das Verständnis von
Migration als eine Bewegung, die in Zusammenhang mit den umfassenden gesellschaftlichen Kämpfen um gerechtere Arbeits- und
Lebensverhältnisse steht. Es gilt die Gruppe der Migrantinnen trotz
ihrer Heterogenität als politische und soziale Bewegung sichtbar
zu machen: „Wir kommen als Arbeiterinnen und als Familienangehörige, Studierende und Menschen ohne Papiere, Lehrende und
Sexarbeiterinnen, Flüchtlinge und Ärztinnen, Pflegekräfte [...] Wir
haben alle Geschlechter und sexuellen Orientierungen, alle Religionen und Weltanschauungen, sind aus allen Altersgruppen und aus
allen Schichten. Wir kommen von überall, haben alle Hintergründe, mal definieren wir uns über sie, mal können wir damit nichts
anfangen. Wir suchen weder ein altes noch einen neues Vaterland.
Wir leben da und dort. Grenzen sind uns zu eng, sie passen nicht
zu uns.“ (Auszug aus der Website der Aktionen)
Assimina Gouma
www.1maerz-streik.net.
Literatur
Bojadzijev, Manuela (2008): Die windige Internationale. Rassismus und
Kämpfe der Migration. Münster: Westfälisches Dampfboot.
Bratić, Ljubomir (2010): Politischer Antirassismus. Selbstorganisation,
Historisierung als Strategie und diskursive Interventionen. Wien: Löcker.
Assimina Gouma ist Kommunikationswissenschaftlerin und lebt in
Wien. Sie ist Mitglied der Forschungsgruppe “Kritische Migrationsforschung [KriMi]”.
13
kulturpolitik
Termine im Überblick
Ausgewählte Veranstaltungen von KUPF Mitgliedsvereinen
Einen übersichtlichen Veranstaltungskalender für Termine der
KUPF-Mitgliedsvereine finden Sie
unter www.kupf.at. Hier wird
auch die Barrierefreiheit der einzelnen Häuser angezeigt.
Ausstellung: Salzkammergut Osterbrauchtum, 10.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Workshop: Butoh-Tanz, 14.00 Uhr
Kabarett: Alfred Dorfer „bisjetzt“,
20.00 Uhr
Sa. 16. April:
KIKAS / Aigen-Schlägl,
www.kikas.at
Workshp: Ausdruckstanz mit Theresa
Schaireiter, 9.00 Uhr
Kabarett: Ludwig Müller – „Der Paragrafenreiter“, 20.30 Uhr
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Vernissage: ART BRUT trifft ZEITGENÖSSISCHE KUNST, 19.30 Uhr
Konzert: Edan, Paten Locke, Def Ill,
22.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
KAPU / Linz
REDSAPATA /Linz
Fr. 1. April:
So. 10. April:
Kabarett: H. H. Thielke: „Jetzt oder nie“,
20.00 Uhr
Do. 4. April:
KULTUR IM GUGG / Braunau,
Lesung: Doron Rabinovici: Andernorts,
20.00 Uhr
Konzert: Tango and more, 20.00 Uhr
Gh. Penkner/Steinbach/ Alberndorf
Literaturkeller, Hinterstadt 21
4840 KULTURAKZENTE / Vöcklabruck
GALLNSTEINE / Gallneukirchen
Konzert: Wortfront, 20.00 Uhr
KIKAS / Aigen-Schlägl
Do. 7. April:
Konzert: Meena feat. Chris Filmore & The
Hot Pants Road Club Band, 20.30 Uhr
Lesung: Michael Amon, 19.30 Uhr
Wissensturm
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Konzert: Stoabeck, 20.30 Uhr
KV KINO EBENSEE / Ebensee
Konzert/Session: O2 Jazz-Club: Herbert
Sattlers Jazz Family & Christian Maurer,
21.00 Uhr
Rossstall Lambach
GRUPPE 02 / Lambach
Stadtspaziergang: KunstGeschichten,
13.45 Uhr
Landestheater Linz
KULTURCAFE Pichl
RÖDA / Steyr
Ausstellung: Salzkammergut
Osterbrauchtum, 10.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Konzert: Preglow / Dave Rempis & Frank
Rosaly, 21.00 Uhr
GH Post Ottensheim
KV KOMA / Ottensheim
Konzert: Sandra Kreisler/Roger Stein:
„Freilandtour“, 20.00 Uhr
KULTUR IM GUGG / Braunau
KAPU / Linz
Konzert: EVAN PARKER / UWE OBERG,
20.00 Uhr
JAZZATELIER / Ulrichsberg,
www.jazzatelier.at
Party: TEILZEITSCHIZOPHREN |
dangerous dave | chris salivan | marko
fono | naughty bastard | markus motion |
woidwicht, 21.00 Uhr
RÖDA / Steyr
Konzert: Indie & Electro Night: Bilderbuch,
Destroy, Munich, 20.00 Uhr
Kitzmantelfabrik Vorchdorf
KV Dezibel / Vorchdorf
Sa. 16. April:
FRAUENFORUM SALZKAMMERGUT / Ebensee
Konzert: ANAJO, 20.00 Uhr
RÖDA / Steyr
Konzert: Nils Gessinger Band, 20.30 Uhr
Vortrag: Von Kolkatta über Sikkim nach
Bhutan
MedR Dr. Erwin Unterberger, 20.00 Uhr
Rossstall Lambach
Di. 12. April:
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Lesung: O. P. Zier – „Mordsonate“,
20.00 Uhr
Crossing Europe Filmfestival,
GRUPPE 02 / Lambach
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Konzert: JAZZ JAM: Diabate | Meissl | Sitz,
21.00 Uhr
Crossing Europe Filmfestival,
KAPU / Linz
So. 17. April:
KAPU / Linz
Benefizkonzert: Congarilla mit 80 TrommlerInnen & Mamadou Diabate, 17.00 Uhr
Mi. 13. April:
Fr. 8. April:
Crossing Europe Filmfestival,
KAPU / Linz
ALTE SCHULE GUTAU
Workshop: Tontechnik - ladies only!,
14.00 Uhr
Do. 14. April:
Stadtwerkstatt, Linz
FIFTITU % Vernetzungsstelle für
Frauen in Kunst & Kultur in OÖ /
Linz
Vortrag: Ein Haus der weiten Welt im
Arcobaleno: Ägypten, 18.00 Uhr
VEREIN BEGEGNUNG / Linz
Crossing Europe Filmfestival,
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Crossing Europe Filmfestival,
KAPU / Linz
Do. 21. April:
Konzert: Cotton Ponies, Stuzzicadenti,
KAPU / Linz
Theater: Gilla Cremer „Lili Marleen & Lale
Andersen“, 20.00 Uhr
KAPU / Linz
Fr. 22. April:
KULTUR IM GUGG / Braunau
Konzert: The Blues Against Youth,
22.00 Uhr
Konzert: RAY CHILDISH, 20.00 Uhr
RÖDA / Steyr
Konzert: Six Feet Under, 21.00 Uhr
KAPU / Linz
KIKAS / Aigen-Schlägl,
Konzert: DaStaumtisch, 21.00 Uhr
DJ-Line: Beat Boutique II,
Konzert: The Cesarians, 22.00 Uhr
LMS Ottnang
KULTURELLA / Ottnang
Diskussion: Mit Sicherheit? | Zu Gast:
Sandra Ernst Kaiser, 19.00 Uhr
LINZER FRÜHLING / Linz
Konzert: Dr. BAJAN 20.00 Uhr
Sa. 2. April:
Lesung mit Musik: Kurt Palm „Bad
Fucking“ und die Mollner Maultrommler,
20.00 Uhr
Mo. 11. April:
RÖDA / Steyr
Konzert: ALEX BIRTHDAYBASH | gümix
| slack hippy | righsing | evolution∞ |
revo*lotion allstars, 21.00 Uhr
HÖRIBACHHOF / St. Lorenz am
Mondsee
Fr. 15. April:
GH Post Ottensheim
KV KOMA / Ottensheim
RÖDA / Steyr
Lesung: Thomas Sautner: „Fremdes
Land“, 20.00 Uhr
Musikschule Regau (1. Stock)
Sa. 9. April:
Sa. 23. April:
TKV - Treffpunkt Kulturverein
Konzert: WORRIED MEN SKIFFLE GROUP,
20.00 Uhr
Konzert: Lungau Big Band„a soulful celebration“, 20.00 Uhr
RÖDA / Steyr
KULTUR IM GUGG / Braunau
Konzert: Les hommes sauvages,
20.30 Uhr
Konzert: Cerumen & James Hornsby,
20.00 Uhr
Rossstall Lambach
KV KINO EBENSEE / Ebensee
Konzert: Nim Sofyan, 20.00 Uhr
Gh. Penkner/Steinbach/ Alberndorf
GRUPPE 02 / Lambach
So. 24. April:
GALLNSTEINE / Gallneukirchen
Crossing Europe Filmfestival,
Konzert: Schneesand, 20.00 Uhr
MUSIC SCHOOL OF POP & ROCK,
19.30 Uhr
RÖDA / Steyr
Theater: Gilla Cremer „Lili Marleen & Lale
Andersen“, 20.00 Uhr
KULTUR IM GUGG / Braunau
KAPU / Linz
ALTES KINO / St. Florian
Konzert: Düsenfried & The Stuffgivers,
So. 3. April:
Termine
14
21.00 Uhr
„Red Rooster“, Schloss Mühlgrub
kultur Verein schloss Mühlgrub
Party: EASTER MEGA DANCE 2011,
21.00 Uhr
RÖDA / Steyr
Mo. 25. April:
Ostermontagsbrunch mit Musik,
11.00 Uhr
HÖRIBACHHOF / St. Lorenz am
Mondsee
Do. 28. April:
Theater: “Wir aber haben nur Worte”
Szenisches nach dem “Tagebuch aus
dem KZ Ebensee” von Drohamir Barta,
20.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Fr. 29. April:
Theater: “Wir aber haben nur Worte”
Szenisches nach dem “Tagebuch aus
dem KZ Ebensee” von Drohamir Barta,
20.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Kabarett: Gerald Fleischhacker: “Alles
muss raus”, 20.00 Uhr
KULTUR IM GUGG / Braunau
Konzert: LOVE & FIST, 20.00 Uhr
RÖDA / Steyr
Konzert: I am Cereals – „Galaxy”,
20.30 Uhr
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Konzert: Schnaak, 21.00 Uhr
GH Post Ottensheim
KV KOMA / Ottensheim
Konzert: Dirge, Rorcal, phal:angst,
22.00 Uhr
KAPU / Linz
Musikfestival: ULRICHSBERGER
KALEIDPHON 2011,
JAZZATELIER / Ulrichsberg
Sa. 30. April:
Workshop: Tanzkomposition- und Improvisation, 10.00 Uhr
REDSAPATA /Linz
Ausstellungseröffnung: “Vor und zurück
– Druckkunst heute, alte und neue Drucktechniken”, 18.00 Uhr
Österr. Papiermachermuseum /
Steyrermühl
Konzert: The fools on the Hill“ Die Mutter
der Beatles packt aus“, 20.00 Uhr
KULTUR IM GUGG / Braunau
Fest zur Walpurgisnacht, 20.00 Uhr
HÖRIBACHHOF / St. Lorenz am
Mondsee
Konzert: Maurer-Sitter Quartett „MAU-SI“
feat. Ali Gaggl (A, USA), 20.30 Uhr
KUNST & KULTUR RAAB / Raab
Musikfestival: ULRICHSBERGER
KALEIDPHON 2011,
JAZZATELIER / Ulrichsberg
Ausschreibungen und Preise
Kontaktadressen:
4840 KULTURAKZENTE / Vöcklabruck
Anna Brandstätter / Wartenburgerstraße43
4840 Vöcklabruck / Tel: 0664 11 23 582
www.kulturakzente4840.org/ info@kulturakzente4840.org
ALTE SCHULE GUTAU
St.Leonharderstr.4, 4293 Gutau
www.alteschule-gutau.at
ALTES KINO / St. Florian
Christian Matzinger / Wiener Straße 8 / 4490
St. Florian / Tel: 07224 - 4101/ www.come.
to/altes.kino/ altes.kino@utanet.at
FIFTITU % Vernetzungsstelle für Frauen
in Kunst & Kultur in OÖ / Linz
Roswitha Kröll / Harrachstraße 28 /4020
Linz / Tel: 0732 - 770353/
www.fiftitu.at/ fiftitu@servus.at
FRAUENFORUM SALZKAMMERGUT /
Ebensee
Iris Kästel / Soleweg 7/3 / 4802 Ebensee
Tel: 06133 - 41 36-13/ www.frauenforumsalzkammergut.at/ verein@frauenforumsalzkammergut.at
GALLNSTEINE / Gallneukirchen
Postfach 37 / 4210 Gallneukirchen
Tel: 0664 1053752/ www.gallnsteine.at
info@gallnsteine.at
GRUPPE 02 / Lambach
Regina Lint / Postfach 18 / 4650 Lambach
Tel: 07245 - 32 784/ www.gruppeo2.org
office@gruppeo2.org
HÖRIBACHHOF / St. Lorenz am Mondsee
Mag. Nicolette Waechter / St. Lorenz 1 5310
St. Lorenz a.M. / Tel/Fax: 06232 - 27585
www.hoeribachhof.at/ buero@hoeribachhof.
at
JAZZATELIER / Ulrichsberg
Alois Fischer / Badergasse 2 / 4161 Ulrichsberg / Tel: 07288 - 6301/ www.jazzatelier.at
afischer@jazzatelier.at
KAPU / Linz
Maria Steinbauer / Kapuzinerstr. 36 / 4020
Linz / Tel: 0732 - 779 660/ www.kapu.or.at
kapu@servus.at
KIK - KUNST IM KELLER / Ried i. I
Stefan Stürzer / Hartwagnerstr. 14 / 4910
Ried / Tel: 07752 - 81 818/ www.kik-ried.
com / kik-ried@aon.at
KIKAS / Aigen-Schlägl
Ulrike Jauker / Schlägler Hauptstraße 14
4160 Aigen / Tel: 07281 - 62 970
www.kikas.at/ office@kikas.at
KULTUR IM GUGG / Braunau
Alois Mandl / Palmstraße 4 / 5280 Braunau
Tel: 07722- 65 692/ www.gugg.at/ gugg@
gugg.at
kultur Verein schloss Mühlgrub
Marcus Goldmann / Mühlgruberstraße 42
4540 Pfarrkirchen / / www.kultur-schloss.at
info@kultur-schloss.at
KULTURCAFE Pichl
Bibiana Weber / Oberndorf 1 / 4632 Pichl
Tel: 07247 - 6720/ www.kulturcafe.at
kulturcafe@aon.at
KULTURELLA / Ottnang
Ingeborg Aigner / Waldweg 6 / 4901 Ottnang a. H. / Tel: 07676 - 88 70/ kulturella.
ods.org/ kulturella@gmx.at
KUNST & KULTUR RAAB / Raab
Rudi Wötzlmayr + Johanna Wagner / 4760
Raab 399 / / Tel: 07762 - 35 88
www.kkraab.com/ office@kkraab.com
KV Dezibel / Vorchdorf
Richard Baldinger / Eichham 17 / 4655
Vorchdorf / Tel: 0660 46 80 129
www.dezibel.cc/ office@dezibel.cc
KV KINO EBENSEE / Ebensee
Riki Müllegger / Schulgasse 6 / 4802
Ebensee / Tel: 06133 - 6308/ www.kinoebensee.at/ culture@kino-ebensee.at
KV KOMA / Ottensheim
Wolfgang Gratt / Jacob Siglstraße 11 / 4100
Ottensheim / / www.koma.ottensheim.at
wodo@ottensheim.at
LINZER FRÜHLING / Linz
Kurt Mitterndorfer / Dornacherstr. 15 / 4040
Linz / Tel: 0732 - 247110/ www.linzer-fruehling.at/ literaturundso@linzer-fruehling.at
Österr. Papiermachermuseum
Steyrermühl
Sonja Aigner / Museumsplatz 1 / Tel: 07613
3951 / www.papiermuseum.at
papier.druck@aon.at
REDSAPATA /Linz
Iona Roth / Hauptplatz 3 / 4020 Linz
www.redsapata.com/ office@redsapata.com
RÖDA / Steyr
Chris Rabl / Gaswerkgasse 2 / 4400 Steyr
Tel: 07252 - 76 285/ www.roeda.at
roeda@roeda.at
TKV - Treffpunkt Kulturverein
Elke Holzmann / Waldgasse 1 / 4844 Regau
www.treffpunktkulturverein.org
office@treffpunktkulturverein.org
VEREIN BEGEGNUNG / Linz
Eva Mayrhofer / Friedhofstraße 6 / 4020 Linz
Tel: 0732 60 58 97/ www.arcobaleno.info
office@arcobaleno.info
15
outstanding artist award Frauenkultur 2011
Das Bundesministerium für Unterricht, Kunst
und Kultur schreibt für das Jahr 2011 einen
outstanding artist award - Frauenkultur 2011
aus. Der Preis wird für ein im Jahr 2010
realisiertes oder ein im Jahr 2011 laufendes
Projekt im Bereich Frauenkultur vergeben.
Dotierung: € 8.000.Die zu honorierenden modellhaften
Leistungen müssen mittels Methoden aus
Kunst- und Kulturarbeit, darunter Mentoring
und Netzwerkbildung, die öffentliche Anerkennung von Frauen und ihrer Kompetenzen
sowie ihre aktive Partizipation am gesellschaftlichen Leben und Entwicklungsprozess, ihr Empowerment und ihre Selbstverwirklichung zum Ziel haben.
Teilnahmeberechtigt sind gemeinnützige
Kunst- und Kulturvereine, Künstlerinnen sowie Kulturarbeiterinnen mit Sitz in Österreich.
sind ab sofort Kulturpreise in den Sparten
Bildende Kunst, Literatur, Interdisziplinäre
Kunstformen und Wissenschaft (Fachbereich
Rechtswissenschaft) ausgeschrieben. Darüber hinaus vergibt das Land Oberösterreich
heuer einen Landeskulturpreis für Kunst im
Interkulturellen Dialog. Talentförderungsprämien sind in den Sparten Bildende Kunst,
Literatur, Interdisziplinäre Kunstformen sowie
Wissenschaft (ohne Einschränkung) ausgeschrieben. In Kooperation mit der Energie
AG wird zudem heuer erstmals ein “Klemens
Brosch-Preis für junge Talente” mit dem
Schwerpunkt Zeichnung vergeben.
Landeskulturpreise sind mit jeweils 7.500
Euro dotiert (der “Kleine Landespreis für
Kunst im Interkulturellen Dialog” mit 3.000
Euro), Talentförderungsprämien mit je 5.400
Euro, der “Klemens Brosch-Preis” mit 4.000
Euro.
Über die Vergabe aller Preise und Prämien
entscheiden Fachjurys.
Einreichfrist: 29. April 2011
Einreichfrist: 6. Mai 2011
Abteilung V/7 im Bundesministerium für
Unterricht, Kunst und Kultur, 1014 Wien,
Concordiaplatz 2, www.bmukk.gv.at
www.land-oberoesterreich.gv.at
YOUKI . Internationaler Filmwettbewerb
Teilnahmeberechtigt sind Jugendliche mit
Einzel- oder Gruppenarbeiten, Privat- oder
Schulprojekten. Zur Teilnahme am YOUKI
Wettbewerbsprogramm sind Jugendliche im
Alter zwischen 10 und 26 Jahren berechtigt
(Im Zweifelsfall gilt das Alter zu Produktionsbeginn). Der Wettbewerb ist in drei
Altersgruppen unterteilt (10-14 | 15-19 | 20-26
Jahre). Die drei Altersgruppen spiegeln sich
auch in der Programmierung des Festivals
wider.
Einreichschluss : 15. August 2011
Einreichung und nähere Informationen:
www.youki.at
Marianne.von.Willemer.2011
Frauen.Literatur.Preis
Um Frauen, die sich dem Schreiben widmen
zu fördern, vergibt das Linzer Frauenbüro
mit Unterstützung von Linz Kultur und ORF
Oberösterreich den mit € 3.600,-dotierten
Marianne.von.Willemer.2011 - Frauen.
Literatur.Preis. Der Preis versteht sich als
Auszeichnung hochwertiger Arbeiten von
Literatinnen und soll Frauen in der Literatur
beim Fußfassen in der heimischen Literaturszene unterstützen.
Preisgeld: € 3.600,Teilnahmebedingungen:
In Österreich lebende Frauen, die sich dem
Schreiben widmen und die durch Geburt,
Wohnsitz, oder ihr literarisches Schaffen in
besonderer Weise der Stadt Linz verbunden
sind.
Einsendeschluss: 31. Mai 2011
http://linz.at/frauen
Landeskulturpreise und Talentförderungsprämien 2011
Das Land Oberösterreich schreibt jährlich
in unterschiedlichen Sparten Kulturpreise
und Talentförderungsprämien aus. 2011
Ausschreibungen und Preise
FERIALJOBAKTION FÜR OÖ.
KULTURVEREINE
Die Ferialarbeitsplätze sind für oberösterreichische Schülerinnen und Studentinnen
im Alter zwischen 15 und 25 Jahren vorgesehen. Gefördert wird ausschließlich die
Mitarbeit bei
der Planung und Realisierung von Kulturprojekten, sowie bei der Durchführung von
Veranstaltungen und den damit verbundenen administrativen Arbeiten, und zwar
im Zeitraum
Juni bis Oktober 2011.
Nähere Informationen zur Förderaktion:
Direktion Kultur, Institut für Kunst und
Volkskultur, Promenade 37, 4021 Linz, Frau
Petra Kirchberger, Tel.: 0732- 77 20-154 90,
kd.post@ooe.gv.at
AUSSCHREIBUNG SALZAMT
ATELIERS FÜR LOKALE KÜNSTLERINNEN
Die Stadt Linz schreibt drei Ateliers ohne
Wohnmöglichkeit zur unentgeltlichen Nutzung für ein Jahr im Atelierhaus Salzamt aus.
Die Ausschreibung richtet sich an alle Bildenden Künstlerinnen bis 40 Jahre, die in
Linz bzw. im Einzugsgebiet leben. Bevorzugt
werden freischaffende Künstlerinnen und
Absolventinnen von Kunstuniversitäten. Der
Schwerpunkt liegt bei Malerei und Grafik mit
Erweiterung zu Fotografie und Medienkunst.
Eine Bewerbung ist als Künstlerinnenkollektiv oder als Einzelperson möglich,
nicht jedoch von kulturellen Einrichtungen,
Vereinigungen und Unternehmungen und
den derzeitigen Ateliernutzern.
Nutzungsdauer: Mitte Juli 2011 bis Ende
Juni 2012
Bewerbungsunterlagen: Darstellung der bisherigen künstlerischen/kulturellen Aktivitäten
der Bewerbersin: Kurzbiografie, Portfolio
BEWERBUNGSFRIST: 22. April
Weitere infos unter: Atelierhaus Salzamt, z.H.
Frau Cindy Förster, Obere Donaulände 15
4020 Linz , Tel.: 0732 7070 1959, salzamt@
mag.linz.at, http://salzamt.linz.at
Über den Tellerrand
Die
Zukunftsgestalter
Niemand fragt, warum. Die
Landesregierung der Steiermark, die sich seit ihrer
Wiederwahl im Herbst 2010
zur „Reformpartnerschaft“
gemausert hat, macht das
Sparen zur Ideologie. Auch
ihr Argument „Wir haben
in den letzten Jahren über
unsere Verhältnisse gelebt“
löst keine Fragen aus, wie
zum Beispiel jene nach
dem „Wir“. – Der politische
Sprachgebrauch beschwört
ein solidarisches „Wir“, eine
demokratische Herausforderung, der sich „alle“
stellen müssen.
Was uns das Instrument der „Budgetsanierung“ verspricht, sind Innovation, Wachstum
und Zukunft. Was es verhüllt, ist die Ausweitung des Verteilungskampfes, nicht nur
zwischen den einzelnen politischen Ressorts,
sondern zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen. Was es bringt, ist nicht
der Ausgleich von rasant wachsenden Ungleichstellungen innerhalb der Gesellschaft,
sondern die Verfestigung dieser.
Sozial-, Bildungs- und Kulturpolitik sind
dafür wesentliche Steuerungselemente. Sie
sind die entscheidenden Machtmittel zur Gestaltung unserer politischen und gesellschaftlichen Ordnung, die gegenwärtig den Namen
Soziale Krise trägt.
Für wen wird Kulturpolitik
gemacht?
3 Beispiele, die zeigen, von welchem
Gesellschaftsbild sich die Kulturpolitik leiten
lässt und an wen sie ihre Angebote richtet:
1. Die Geldfrage
Wertedifferenz mal zwei.
Zum einen ist der Steiermark die Kultur
knappe 1,5% des Landesbudgets wert. Im
Ländervergleich nimmt sie damit den letzten
Platz ein.
Zum anderen wird mit einem Blick auf die
einzelnen Bereiche der Kulturförderung klar,
welche Wertedifferenz die Mittelvergabe
schafft: 74% des Kulturbudgets fließen in die
landeseigenen Kultureinrichtungen (Oper,
Theater, Landesmuseum), aber nur 2% der
Bevölkerung nutzen diese Einrichtungen.
Der Rest der Bevölkerung von 98% darf sich
damit zufrieden geben, was alle anderen
Kultureinrichtungen mit schmalen 16% der
öffentlichen Mittel auf die Beine stellen. Und
anhand der Budgetentwicklung der letzten
5 Jahre wird deutlich, dass die kulturelle
Ausgrenzung zunimmt: die Ausgaben für die
2% umfassende Interessensgruppe sind um
15% gestiegen, während sie für alle anderen
Interessensgruppen um 10% gefallen sind.
Diese katastrophal ungleiche Verteilung
der Mittel für die verschiedenen kulturellen
Interessensgruppen wird mit einer Budgetreduzierung von 25% keineswegs vermindert
werden, denn Notwendigkeiten wie Strukturerhalt und Arbeitsplatzsicherung von rund
600 MitarbeiterInnen lassen bei den Landeseinrichtungen keinen großen Spielraum zu.
2. Die Arbeitsplatzfrage
Auch hier ist der politische Gestaltungswille
von einer deutlichen Wertedifferenz gekennzeichnet, denn was für Landeseinrichtungen
gilt, gilt nicht für autonome Kulturinitiativen, deren 1800 MitarbeiterInnen keine
Sicherheit haben, von den Budgetkürzungen
nicht getroffen zu werden. Den Hinweis
der Arbeitsplatzgefährdung durch Einsparungen in diesem Bereich kommentiert
der Kulturlandesrat mit: „Ich bin nicht das
Arbeitsmarktservice.“ – Derselbe ist aber
als Wirtschaftslandesrat bereit, Förderungen
in Millionenhöhe an Unternehmen auszuschütten, weil sie Arbeitsplätze sichern. Dazu
gehört auch ein internationaler Konzern mit
Standorten in der Steiermark, der stolz darauf
ist, 2010 trotz Wirtschafts- und Finanzkrise
Kulturinitiativen
16
einen operativen Gewinn von 866 Millionen
Euro gemacht zu haben.
3. Die Inhaltsfrage
Negation und Selektion
Das kulturpolitische Credo „Die steirische
Kunst und Kultur muss international wieder
mehr Bedeutung kriegen“ offenbart 2 Strategien: einerseits die Negierung des bereits
Vorhandenen und andererseits die Ausrichtung auf ein Zielpublikum, das sich dem
internationalen Kunstgenuss verschrieben
hat und kaum 1% der kulturinteressierten
Menschen umfasst.
Des Weiteren findet der Kulturlandesrat das
Betreiben der Kulturschaffenden, die inhaltliche Diskussion mit der Budgetdiskussion zu
ersetzen, sehr bedauerlich. Denn grundsätzlich vertraue er auf die Schaffenskraft der steirischen KünstlerInnen. “Mit viel Steuergeld
können es alle, mit schlanken Ressourcen nur
die wirklich Kreativen.“
Die Aufgaben der
Kulturpolitik
Wenn die gesellschaftliche Entwicklung der
Kulturpolitik als Parameter dient, dann ist
eine Fortführung der bisherigen Strategien
nicht zielführend, weder für individuelle
politische Ziele, noch für die Entwicklung der
Gesellschaft im Allgemeinen.
Angesichts der wachsenden ökonomischen,
sozialen und kulturellen Ausgrenzungen und
der damit verbundenen Verunsicherung von
großen Teilen der Gesellschaft sollte sich die
Kulturpolitik – wie andere Politikfelder auch
– die Frage stellen, wie sie ihren sozialen
Auftrag wieder erfüllen kann.
Kulturschaffende können sich der Aufgabe
widmen, Angebote für die unterschiedlichen
kulturellen Interessensgruppen zu entwickeln, um damit gesellschaftliche Teilhabe
zu ermöglichen. Die Verantwortung der
Kulturpolitik besteht hingegen darin, Rahmenbedingungen für eine Gegensteuerung
zur vorherrschenden Ausgrenzungsmecha-
nik zu schaffen, Rahmenbedingungen für
die Reduzierung der Ungleichheiten und
die Teilhabe aller an den gesellschaftlichen
Errungenschaften.
Eine Delegierung dieser Verantwortung an
die Kulturschaffenden ist nicht möglich.
Eine Zurückweisung dieser Verantwortung,
ein Festhalten an der Verteilungsstruktur, die
einen sehr kleinen Anteil der Bevölkerung
favorisiert, birgt die Gefahr des Verlustes des
gesellschaftlichen Zusammenhaltes.
Das Misstrauen gegenüber der Politik als
Gestalterin der Gesellschaft ist groß. Wenn
sie keine Anstrengungen unternimmt, die
soziale Fundierung der Demokratie vor dem
Niedergang zu bewahren, ist nicht zuletzt das
politische Ziel des Machterhaltes gefährdet.
Anita Hofer
Anita Hofer ist Künstlerin und
Kulturarbeiterin in Graz
Was in der Steiermark gerade passiert, ist
kein regionales Phänomen, es ist nicht
mehr als ein signifikantes Beispiel für einen
konservativen Rollback, für den Niedergang
der sozialen Fundierung der Demokratie, der
schon vor Jahren begonnen hat.
Genug ist genug!
Die Zivilgesellschaft formiert sich endlich
zum Protest gegen ein Belastungspaket, das
den ominösen Namen „Nulldefizit“ trägt.
Der Widerstand braucht
auch eure Unterstützung:
Petitionen:
www.petitiononline.com/IGkultur/petition.
html
www.petitiononline.com/Soziales/petition.
html
Dokumentation über die bisherigen Aktionen
und Pressespiegel:
http://igkultursteiermark.at
AUFRUF DER
PLATTFORM 25:
Demonstration gegen das
Landesbudget in Graz
Freitag, 25. März 2011,
15:00-18:00
Treffpunkt: Südtirolerplatz
Die steirische Landesregierung ist
entschlossen, im April ein Budget zu
beschließen, das zu drastischen Kürzungen
im Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und
Kulturressort führen wird. Dabei haben
viele Betroffene bereits einen hohen Preis
für die Wirtschaftskrise der vergangenen
Jahre zahlen müssen. Eine Debatte darüber
wird erst gar nicht zugelassen, dabei treffen
die geplanten 25 % Kürzungen gerade jene
am härtesten, die auf eine Unterstützung
durch die Politik am meisten angewiesen
wären. Einige der geplanten bzw. bereits
beschlossenen Maßnahmen umfassen:
· Kürzung der Mittel für Menschen mit
Behinderung
· Einführung von Kindergartengebühren
· Kürzung der Mittel in der Kinder- und
Jugendarbeit und -wohlfahrt
· Existenz bedrohende Kürzungen bei
zahlreichen Sozial- und Kulturinitiativen
· Wiedereinführung der
Rückzahlungspflicht (Regress) für
Angehörige bei Pflegekosten
· Einführung des Regresses für Angehörige
von EmpfängerInnen der
Mindestsicherung
17
Kulturinitiativen
· Massive Verschlechterung bei der
Mindestsicherung gegenüber der
Sozialhilfe
Während für Prestigeprojekte und
medienwirksame Spektakel ohne mit
der Wimper zu zucken riesige Summen
ausgegeben werden, werden in anderen
Bereichen langfristig tausende Arbeitsplätze
vernichtet und Existenzen zerstört. Viele
Steirerinnen und Steirer werden allein durch
das Belastungspaket der Landesregierung in
die Armut gedrängt.
Geld ist genug da. Jenen etwas wegzunehmen,
die sich am wenigsten wehren können,
erfordert keinen Mut. Ein richtiger Schritt
wäre es, endlich
· von Eventpolitik, Prestigeprojekten und
Konzernförderungen abzurücken und
· eine sozial gerechte Besteuerung
großer Vermögen und
Finanztransaktionen einzufordern.
Tatsächlich gibt es in Österreich mehr
Wohlstand als je zuvor, aber er ist immer
ungerechter verteilt. Das ist keine bloße
Meinung, sondern eine durch alle
einschlägigen Statistiken und Studien wie
dem regelmäßig erscheinenden Reichtumsund Armutsbericht bewiesene Tatsache.
Vertreterinnen und Vertreter zahlreicher
steirischer Organisationen haben beschlossen,
eine Plattform gegen diese Politik zu
gründen. Wir rufen zu einer Demonstration
in Graz am Freitag, 25. März 2011, auf, um
in der Öffentlichkeit gegen diese Politik zu
protestieren.
www.facebook.com/event.
php?eid=115845191823015
4takt Gemisch!
Homosexuelle Tänzerinnen machen Papier
im Tempel! Oder: Tempelmusen tanzen
papierene Homosexuelle! Oder: Tanzendes
Papier trifft auf Homosexuelle im Museumstempel! Oder: Was ganz anderes! Praktisch
für dieses (doch etwas witzlose) Witzchen
gestaltet es sich, dass die KUPF bei ihrem
jährlichen Aufnahmespiel nur vier Vereine
aufgenommen hat. Denn somit sind die Kombinationsmöglichkeiten für das Eingangswitzchen (das wirklich ziemlich witzlos ist)
enden wollend. Biologische, astronomische
Erklärungen standen schon als Einleitung
für die Vorstellung der neuen Mitglieder.
Heute wollen wir uns der Zahl(enmystik) die
Zahl vier betreffend widmen und erfahren in
wikipedia: „Die Besonderheit der 4 ist, dass
sowohl 2 + 2 = 4 als auch 2 * 2 = 4 und somit
22 = 4 gilt“. Wir erfahren auch (ebendort),
dass die in der Desoxyribonukleinsäure
gespeicherte Information des Genoms allen
irdischen Lebens in Triplett-Sequenzen codiert ist, die aus vier verschiedenen Grundeinheiten bestehen: den Nukleobasen Adenin
(A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin
(C). Alle vier eigentlich Spitzennamen für
Kulturvereine. Von den heuer aufgenommen
heißt keiner so!
ner Tanz ist ihr Metier und mit dem vereinseigenen Lokal am Linzer Hauptplatz verfügen
sie auch über die Räumlichkeiten, um ihre
Workshops und teilweise auch Aufführungen
durchzuführen. Was aber Red Sapata neben
der künstlerisch, produktiven Ebene noch
so interessant macht, ist ihr umfassender
Anspruch, ein Netzwerk von Gleichgesinnten,
ähnlich Tickenden zu schaffen. Moderner
Tanz soll in Linz eine dauerhafte Heimat
finden, wenn es nach Red Sapata geht. Und
Red Sapata beschreitet den Weg der dorthin
führen wird konsequent und unnachgiebig!
www.redsapata.com
Österreichisches
Papiermachermuseum Der Musentempel
(Linz)
Red Sapata
„Tanz, tanz, tanz, den Apocalypso!“ Da werden Erinnerungen wach. Spitalo Fatalo, das
zweite und beste Album der EAV. Das war es
auch schon wieder mit der Assoziation. Red
Sapata in einem Atemzug mit der EAV zu
erwähnen ist nicht erlaubt.
Wirft man die Suchmaschine an, findet man
über die Namensherkunft nichts heraus, nur
bald nach der Initiative selbst, wird das „S“
zum „Z“ und es kommt die mexikanische
Revolution. Und bei Revolution können wir
schon ein wenig bei Red Sapata verharren,
denn – wenn es so gesagt werden darf – planen Red Sapata eine kleine Revolution. Sie
wollen Linz zur „Tanzstadt“ machen. Moder-
„Literatur aus der Gegend!“, die es sich zum
Ziel gesetzt hat, regionalen Literatinnen eine
Auftrittsmöglichkeit zu bieten.
Was das Papiermachermuseum darüber hinaus so wichtig – auch für die KUPF – macht,
ist die regionale Verankerung. Der Verein
gehört fix in die Region, die handelnden Personen arbeiten in diesem Wissen, ohne aber
durch Scheuklappen eingeengt zu sein und
holen internationale Kunst nach Steyrermühl.
Es ist alles da, was das KUPFherz begehrt.
Und wie uns wikipedia verrät, stammt sogar
der ehemalige Bundespräsident Kirchschläger
aus dem Ort.
www.papiermuseum.at/
Häh? Was wird das jetzt? Ein Museum bei
der KUPF. Muss die KUPF mit 25 Jahren auf
dem Buckel schon in der Museumslandschaft
graben, um noch Mitglieder zu bekommen?
Still! Die KUPF weiß sehr wohl noch, wen sie
aufnimmt und das Österreichische Papiermachermuseum passt genau. Angesiedelt im
schönen Steyrermühl (47° 59′ N, 13° 49′ O),
werden dort Veranstaltungen aus den Sparten
Kabarett, Lesung und Konzert durchgeführt,
Vernissagen organisiert, welche den Bezug
zum Papier innehaben. Das Museum selbst
ist ein Teil des Vereins und hier geht es vor
allem um die Verbreitung des Wissens der
Papiermacherinnen. Ein besonderes Steckenpferd des Vereins ist die Veranstaltungsreihe
kulturinitiativen
18
Auch wenn sie den Musentempel nicht
kennen – sie kennen ihn wahrscheinlich
doch. Die beiden weiblichen Fixsterne des
Theater-Phönix-Ensembles, Lisa Fuchs und
Judith Richter, haben den Verein Musentempel 2008 gegründet. „Künstler aller Sparten,
vereinigt Euch!“ lautet das durchaus ernst
gemeinte Motto der Theaterschaffenden, als
Ziele werden unter anderem die Belebung des
öffentlichen Raumes, die Vernetzung hiesiger
Kulturmenschen und das Experimentieren
überhaupt genannt. Die öffentliche Wahrnehmung erreichen die nicht nur theateraffinen
Musen vor allem mit Theaterproduktionen an
dafür ungewöhnlichen Orten wie dem Linzer
Parkbad, in das zB. kurzerhand die Odyssee
verlegt wurde. Ausgeheckt werden diese Formate unter anderem im klassischen Salonformat mit Wein, Musen und Gesang.
Aktuell wurde dem Verein der oö Bühnenkunstpreis verliehen: „...hier wird Dynamik
und Einsatz für ein Netzwerk, in dessen Mittelpunkt das Theater angesetzt ist, ausgezeichnet. Die Initiative ist professionell und lebendig, engagiert und wagemutig. Qualitäten, die
eine Anerkennung verdienen.“ Wer mag da
unserem Landeskulturreferenten widersprechen? Die KUPF diesmal sicher nicht.
www.musentempel-linz.at
Müßiggang
– die verlorene Tugend
Müßiggang wird oft verwechselt.
Trägheit, Apathie, Orientierungslosigkeit,
der schiere Hedonismus, depressive
Verstimmtheit, popkulturelle Attitüden
(Slacker) oder Passivität sind kein
Müßiggang.
HOSI Linz goes
culture
Der Zustand, der vieles nicht ist, gleicht mehr einem sensiblen
Aggregat, als dem breiten, langen Fluss des Vergessens. Im Müßiggang
tun sich keine Begehrlichkeiten auf, kein Zank, kein Streit und kein
Krieg. Müßiggang ist nahe am Spielen – Herumtuerei, -tollerei. Laa-a-a-angsames Gehen. Mit der Schildkröte an der Leine flanieren.
Vom Tempo genommen bricht der gewohnte Blick. Dinge verschieben
sich; schieben sich dazwischen. Man liest Proust oder das Telefonbuch
und fragt sich, wohin die Zeit verschwunden ist. Vielleicht geht es um
Zeitlöcher. Man hört, Zeit ohne konkrete Tat sei verlorene Zeit: In
bekannte Fallstricke tappen, vor dem Fernseher liegen (und sich vor
Lizzi Engstler fürchten), sich einfach langweilen, stumm und sinnfrei
zur Decke blicken. Verreisen, eine obsessive Suche anzetteln. Etwas
finden oder leer ausgehen. Warten. Sich verweigern. Ein ewiges hinund her. Oder das Gegenteil: betulich, konzentriert, aktiv. Irgendwo
dazwischen liegt ein Zeitloch, das Portal zur Muse. Fantasieland.
Kein Scheiss. Unendlicher Spaß. Müßiggang ist ungesteuerter
Möglichkeitssinn und die Hard-Core-Realistinnen haben unrecht.
Fahrpläne, Entfernungen und physikalische Gesetze sind aufgehoben.
Feinsinn ohne Ziel macht sich breit. In the mood for ...
Doch. Oh weh. Müßiggang gleitet wie Quecksilber durch die Finger,
ist nicht festzumachen und deshalb vermutlich schrecklich unpopulär.
Im 21. Jahrhundert, großes Wort, sind die Zeitfenster für den geistigen
Flow einfach zu klein gebaut. Irgendwas ist immer. Verpflichtungen
und Verantwortung, Engagement, sehr viele Pixel, nervige Phänomene,
wie Tinnitus und – die eigene Existenz, absurd genug. Sisyphosarbeit.
Im Hamsterrad rennt der Mensch; es ist fast putzig. Nur wird die
Vereinzelte dabei schnell kaputt. Anforderung und Masterplan kratzen
die Haut, wie Island-Pullover.
Pragmatisch gedacht, liegt das Teilen nahe. Die Arbeitsteilung.
Sogar Buddha hätte in einer 40-Stunden-Anstellung die Fassung
verloren. Weniger Arbeit, um in den Genuss dieser nutzlosen
Zivilisationsleistung zu kommen! Müßiggang verspricht
Behutsamkeit und eine reizvolle Qualität des Seins. Als Aspekt im
Gesellschaftskonzept allerdings holpert der Müßiggang; fast unmöglich
zu argumentieren. Die Bürokratiemaschine macht da nicht mit – wie
sollen die vagen Potentiale effizient verwaltet und organisiert werden?
Außerdem: Dauerhaften Müßiggang hält niemand aus. Und so
scheint’s, als bliebe sie ein geheimes Fach. Sie, diese Tugend, ist aber
auch ansteckend. Nicht wie ein Virus. Mehr wie eine übernommene
Laune, die eine Sehnsucht nach Unschuld weckt. Anarcho-Humor.
Arcadia. Dämon des Kapitals.
Sarah Sorglos
Politik und Kultur passen gut zusammen. Besonders wenn
erstere Veränderungsanspruch erhebt. Innerhalb der etablierten Parteien, Gewerkschaften und anderen Organisationen findet sich der schon lange nicht mehr. Überhaupt ist
Veränderung für die Durchschnittsösterreicherin eher etwas
Befremdliches oder gar Unanständiges. Die Homosexuelle
Initiative Linz (HOSI Linz) hat in ihrer Geschichte schon
viel erreicht. Je erfolgreicher eine Bewegung wird, desto
größer ist aber auch die Gefahr, zu einem Teil des veränderungsmüden Systems zu werden. Kunst und Kultur können
da helfen. Schon alleine aus diesem Grund freuen wir uns,
die HOSI Linz in unserer Mitte begrüßen zu dürfen.
Doch warum gleich der KUPF beitreten? Eigentlich wird die
HOSI Linz in erster Linie als gut funktionierende Interessensvertretung wahrgenommen. Eine Lobbyorganisation,
die sich für die immer noch “ausbaufähigen” Rechte homosexueller Menschen einsetzt. Mit der Übersiedlung aus der
engen Schubertstraße in das extra errichtetet Haus in der
Kaisergasse haben sich aber neue Möglichkeiten aufgetan.
Neben dem Café Julius verfügt der Verein nun über einen
modernen Veranstaltungssaal. Und der will natürlich genutzt werden. Kabarett, Feste, Konzerte, Ausstellungen und
Literaturlesungen – die ganze Bandbreite kulturellen Schaffens soll im neuen HOSI-Zentrum Platz finden. Das Haus ist
offen, der Saal steht somit allen zur Verfügung, die ihn für
Kulturveranstaltungen brauchen. Die Freie Szene genießt
dort durchaus einen guten Ruf: “Da entsteht in permanenter
Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Zuständen
laufend Neues, das die gesellschaftlichen und politischen
Umstände reflektiert und sichtbar macht.” Herzlich willkommen, und ich denke, wir dürfen gespannt sein!
www.hosilinz.at
Tick, Trick und Track
Sarah Sorglos lebt in Wien und ist die meiste Zeit mit der Kamera
unterwegs. Sie spielte in den 70ern, schaute fern in den 80ern, studierte
in den 90ern. Sorglos arbeitet aktuell an einem Projekt über Regen und
Religion.
Tick (Haslinger), Trick (Pilsl) und Track (Diabl) sind treue
Vasallen der KUPFredaktion.
19
kulturinitiativen
Kultur
ohne
momentane
Ansiedlung
Andreas Fuchshuber, Magdalena Stadlbauer
und Wolfgang Heller vom KomA-Vorstand
umreißen im Interview die Situation. Grundidee von KomA war im Gründungsjahr 2007
eine Plattform zu haben, „wo was passiert“.
KomA war aber von Beginn an „auch ein bewusster Auftrag, einen Raum zu installieren“.
Dementsprechend logische Konsequenz war,
Raum für die kulturelle Tätigkeit zu suchen.
Neben temporären Veranstaltungsorten vom
Gasthof zur Post bis zur Rodlbudl oder der
Fähre blieb aber Konsequenz, die Vereinstätigkeit im Sinne der Abkürzung KomA zu
verstehen, die da eben bedeutet: Kultur ohne
momentane Ansiedlung.
KomA besteht aus zehn Leuten im Vorstand, etwa zehn weitere Personen sind im
näheren Umfeld aktiv. KomA bildet für die
selbst aktiven Musikerinnen des Vereins eine
Plattform, versteht sich aber auch als offene
Plattform für Tarock oder Jodelworkshops.
Insgesamt möchte man „dem nachgehen, was
einem taugt, einem gewissen Egoismus folgen, einem kulturellen Eigeninteresse abseits
des Mainstreams“.
Auch wenn es zum Teil reizvoll sein mag,
ohne eigenes Lokal zu veranstalten, geht es
dem Verein in erster Linie um Raum – um
abseits des Veranstaltungsbetriebes „zusammenzukommen, der Kommunikation und der
Vernetzung wegen, darum, dass sich Leute
und kulturelle Aktivitäten nicht verlaufen“.
Da zuerst kein passendes Gebäude zu finden
war, war zu Beginn Gründungsidee, ein Schiff
haben zu wollen. Allerdings blieben weitere
Schritte aus – zu hoch wären allein die An-
Der Ottensheimer Kulturverein KomA
trägt den Wanderzirkus sowie sein
Hauptproblem im Vereinsnamen: Der
Umstand, ohne momentane, ohne eigene Ansiedlung zu sein, betrifft viele
oberösterreichische Kulturinitiativen.
schaffungskosten für einen Freiwilligenverein,
der ohnehin von Seiten der Fördergeber mit
wenigen Ressourcen gesegnet ist. Man nehme
nur das Stichwort 4000 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr, um überhaupt den
bisherigen Betrieb am Laufen zu halten: Diesbezüglich kann man sich die „professionellere
Ebene mit fixem Raum und laufendem, organisatorischen Betrieb“ nur als Wunschtraum
erhalten. Eine andere Konstante, die sich
durch die bisherige Vereinsaktivität zieht, ist
das Lärmproblem: So scheiterte auch gleich
zu Beginn eine Idee, das Atelier von Obmann
Wodo Grat räumlich umzuwidmen an der
Dünnwandigkeit zum Nachbargebäude –der
Lärmpegel stellt im besiedelten Gebiet von
Ottensheim die Hauptschwierigkeit bei der
Suche nach einem geeigneten Raum dar.
Noise-Konzerte etwa wurden gleich gänzlich
von der Veranstaltungsliste gestrichen.
Dabei ist von Seiten der Gemeinde durchaus Rückhalt zu spüren: „Man ist dezidiert
froh, dass es was gibt“. Die Wertschätzung in
Ottensheim selbst besteht für KomA in einem
„informativen, stärkenden Rückhalt“ der Gemeinde. Und mit Bürgermeisterin Ulli Böker
hat Ottensheim wohl eine besonders kulturaffine Ortsvorsteherin ausgefasst, im Gegensatz
zu so manch momentaner Düsternis im oberen Mühlviertel. Auch was das Bewusstsein
von Leerständen anbelangt, klingen zunächst
Gemeinde-Aktivitäten wie Lokale Agenda 21
oder Leerstandprojekt hoffnungsfroh: Dabei
geht es unter anderem um Raumsuche für
einen mehrfach nutzbaren Veranstaltungssaal
oder generell, ob der vielen Leerstände, um
Zentrumsbelebung. Klingt doch nach guten
kulturinitiativen
20
Voraussetzungen? Der erwähnte Veranstaltungsraum erweist sich allerdings als zu sehr
im „Mehrzweck“ verhaftet, und außerdem
wurden die Ausbaupläne wegen der obligaten
Geldnot vorerst sowieso auf Eis gelegt. Bei
der Zentrumsbelebung geht es hauptsächlich
um Wohn- und Geschäftsraum, also um eine
wirtschaftliche Nutzung im Sinne der Kreativwirtschaft, die sehr stark von Gemeinde
und Bürgermeisterin Ulli Böker verfolgt wird.
„Es gibt hier kaum Berührungspunkte, Einbindung ja, aber es passt nicht wirklich was.
Bei der Gemeinde ist deponiert, dass KomA
einen Raum sucht, der Kontakt ist da, aber es
ist mehr eine emotionale Unterstützung – die
Gemeinde hat kein Geld. Es ist schon zach,
dass es nicht wirklich einen passenden Raum
geben soll“, so Wolfgang Heller.
So gibt es einstweilen Ambitionen, den
Saal vom Gasthof zur Post fix für KomA
auszugliedern. Als zweite Möglichkeit soll
„Herbert“ in Zukunft im öffentlichen Raum
stehen, ein Bauwagen, der als mobile Bühne
genutzt werden kann. Zusammenfassung:
Auch im gar nicht kultur-komatösen Ottensheim bleibt das Raumproblem bestehen – und
auch hier wird es wohl noch länger dauern,
bis Noise-Konzerte unter Kreativwirtschaft
fallen werden.
Tanja Brandmayr
www.koma.ottensheim.at
Tanja Brandmayr ist freie Kunst- und Kulturschaffende.
Die Geschichte vom großen Krakeel zwischen
IwaИ IwaИowiTscЊ uИd
IwaИ NiКofiЯowiTscЊ
... heißt eine Erzählung des gewaltigen Charakterzeichners Gogol in seinem frühen Band Mirogod,
eines fiktiven russischen Dorfes das, wie immer
bei Gogol, stellvertretend für ganz Russland bzw.
überhaupt das gesamte Menschheitsdorf gesehen
werden kann.
Darin wird in humorvoller Weise geschildert,
wie sich zwei äußerlich honorige, innerlich
aber etwas unbeholfene befreundete Bürger
aus der besseren Gesellschaft aufgrund einer
lächerlichen Geringfügigkeit und im Zuge
einer sehr rasch folgenden Eskalationsspirale
bis aufs Blut zerstreiten und dabei ganz Mirogod vor den Kopf stoßen. Ich denke immer
wieder gerne an diese Novelle, wenn ich mir
philosophische Gedanken zum Thema „Was
eigentlich ist der Mensch?“ mache – und
fühle mich auch unweigerlich daran erinnert,
wenn mir jemand von den Begebnissen aus
einem Örtchen in der Nähe von Freistadt
erzählt.
Weitersfelden ist ein Ort im Mühlviertel nahe
der tschechischen Grenze mit 1051 Einwohnerinnen. Zumindest zwei Weitersfeldner
haben es geschafft, über die Grenzen Ihrer
Gemeinde hinaus bekannt zu werden, und
zwar zum einen der Kulturvereinsbetreiber
John Tylo aka Drago Torpedowicz aka Karl
Katzinger, zum anderen Bürgermeister Franz
Xaver Hölzl.
Tylo/Torpedowicz/Katzinger betreibt in
seinem von seinen Großeltern ererbten Haus
einen Kulturverein, der sich wiederum je
nachdem Backwood/Backwood Associate/
Backwood Association (Culturelle) nennt und
der schon einmal durch seine eigenwillige
Selbstdefinition besticht: „Backwood Association ist ein auf den Bau der Pyramiden
zurückgehender Kulturverein“. Eine ausführliche Definition dieser Definition findet sich
nicht, es lässt sich rätseln, ob sich dahinter
pharaonisch-megalomanische Eigensinnigkeit verbirgt (eine Deutung, mit der Tylos
Gegner vielleicht gut leben können) oder aber
eine sorgsame Stein-um-Stein-Aufbauarbeit,
die sich im Rahmen eines beharrliches Den-
kens in größeren, universalgültigen Mustern
versteht.
Die Aktivitäten Backwoods umfassen ein
breites Spektrum und spannen sich zwischen
dokumentarfilmerischen Reisen Tylos in die
zweite und dritte Welt bis hin zu einem permanenten Workshop im „Sensenmähen und
Dengeln“ auf. So sphinxhaft wie die Pyramiden-Eigendefenition erscheint die Frage, ob
Backwood sich in seinen Aktivitäten als ein
Labor des Fortschritts (im Rückschritt), des
Rückschritts (im Fortschritt), der Beschwörung des Peripheren bzw. Hinterwäldlerischen oder aber, als öffentlicher Reibebaum,
der Heraufbeschwörung hinterwäldlerischer
und kleinkarierter Reaktionen einer sich
als modern verstehenden Umwelt versteht
– sofern man, was am Wahrscheinlichsten
ist, sich mit einer derartigen Ableitung von
allzuphilosophischen Metaaussagen nicht
von vornherein auf dem Holzweg befindet,
da schlicht und einfach keine intendiert sind.
Auf jeden Fall bewegt sich Backwood nicht
allein mit seinen Aktivitäten sondern auch
mit der Knappheit der Mittel, aus welchen
heraus es seine Aktivitäten zustande bringt,
an den äußersten Rändern freier Kulturarbeit.
Dies, zumindest was die Knappheit der Mittel
und die ideelle Unterstützung durch die
Weitersfeldner Umwelt anlangt, jedoch nicht
ganz freiwillig. Über die Jahre hinweg lässt
sich eine Kette von Auseinandersetzungen
zurückverfolgen zwischen Tylo und den
örtlichen Behörden bzw. dem Bürgermeister
Franz Xaver Hölzl, die auf Außenstehende
etwas befremdlich wirkt und Züge eines
persönlichen Kleinkrieges zu tragen scheint.
Ursprünglicher Streitpunkt war, dass Tylos
Haus, detto sein Kulturverein, nicht an die
Kanalisation angeschlossen ist, weshalb ihm
21
kulturinitiativen
die Auflage erteilt wurde, das zu tun. Tylo
antwortete mit dem Projekt „Kanale Vernetzung“ und, nachdem dieses abgeschmettert
wurde, dem Folgeprojekt „Macht Demokratie
ohne Jury“. Mediale Aufmerksamkeit erregte
Anfang dieses Jahres das Verbot seines
„Landler“- Tanzkurses durch die örtlichen
Behörden: Über die Begründung, Tylo habe
die Veranstaltung nicht ordnungsgemäß
angemeldet, wurden die teilweise über viele
Kilometer angereisten Teilnehmerinnen
von der Polizei ausgesperrt – dementsprechend aufgebracht fielen die Reaktionen aus.
Während sich Bürgermeister Hölzl auf die
Veranstaltungsgesetze beruft, wollen es Tylo
und seine Unterstützer nicht verstehen, wie
„backwood“ die örtlichen Behörden sein
müssen, das ohnehin karge lokale Kulturleben
nach Möglichkeit auch noch zu unterbinden.
Wie auch immer. Ironischer Schluss von
Gogols Erzählung ist, wie in Mirogod wieder
Frieden einkehrt, indem die beiden Iwans
aufhören, miteinander zu streiten sondern
jeweils Prozesse gegeneinander anstrengen,
die dann von den lahmarschigen Behörden
bis ans Ende ihrer Tage verschleppt werden
und als Aktenvermerke verstauben. Backwood hätte freilich etwas Besseres verdient.
Seine Veranstaltungslocation nennt Tylo im
Übrigen Garage Drushba. Also russisch für
Freundschaft ;)
Philip Hautmann
www.backwood.at
Philip Hautmann ist Autor und lebt in Wien,
Sein Roman „Yorick – Ein Mensch in Schwierigkeiten“ ist vor Kurzem bei Trauma Wien
erschienen.
Die KUPF Kulturplattform wird 25!
Alles was Augen hat, ist auch mit blinden
Flecken geschlagen. Mit Georg Ritter hat
die KUPF ein Nicht-Mitglied nach einer
Einschätzung zur KUPF gefragt. Es geht
dabei nicht um Blumen und nicht um
Watschen, sondern darum, unbefangen
die Notwendigkeit und das Wirken der
KUPF zu beschreiben.
Pamela Neuwirth/ KUPF: Die KUPF wird 25!
Georg Ritter, du bist Akteur und Beobachter
der Freien Kulturszene. Welche Notwendigkeit
und welchen Verlauf siehst du in 25 Jahren
KUPF Kulturplattform OÖ?
Georg Ritter: Die Existenz und die Notwendigkeit der KUPF stehen außer Zweifel. Die
Organisationsform, wie die KUPF organisiert
ist, in ihrer Funktion als Standesvertretung,
als Verband, als eigener Körper, das stelle
ich zur Diskussion. Wir in Linz haben einen
eigenen Weg eingeschlagen, um die Szene zu
organisieren. Das Kartell haben wir bewusst
als Gegenentwurf zur KUPF realisiert, nämlich als informelle Plattform, wo die Leute,
die Versammlung den Diskurs machen. Wenn
man intensiver diskutiert, was das eigentlich
heißt, dann ist das vielleicht mitunter ein
Problem für die KUPF, dass sie jetzt “nur”
als Funktionsgilde agiert und selber wenig
produziert. Wobei man der KUPF in keiner
Weise absprechen kann, dass sie nicht ein Ort
der Wissensproduktion ist. Das ist vielleicht
Spekulation, weil mein Einblick begrenzt ist,
dass der Kontakt zur Basis abgehobener ist.
Würde die Organisationsform eine andere
sein, weniger Standesvertretung und mehr
Versammlung, wo laufend der Austausch mit
der Basis zu diskutieren ist, weil eben dann
die Basis das trägt, dann könnte vielleicht eine
aktive Arbeit möglich sein. Es ist interessant,
dass gerade jetzt die KUPF Zielscheibe in
Bezug auf den Innovationstopf wurde, wo das
Land OÖ ganz ersichtlich unliebsame Projekte aus politischen Gründen nicht fördert
und jetzt sogar diesen innovativen Förderansatz biennal kürzt. So sehr der Landeshauptmann das auch bestreitet, umso mehr ist es
ein Indiz dafür, dass Kultur hohen Wertemaßstab hat und Kultur ein Lenkungsinstru-
ment ist, um mitunter Wählerinnenschichten
zu binden und zu halten - und entsprechend
werden die Mittel eingesetzt, d.h. man hat
mehr als genug Geld, um die eigenen von der
öffentlichen Hand betriebenen repräsentativen Einrichtungen und Projekte zu fördern.
Aber jene Kultur, die zur Emanzipation der
Einzelnen führt, zur persönlichen Entfaltung
beitragen, die Partizipation und Emanzipation, ein ganz wichtiger Teil ist - das macht die
KUPF, das ist ihr Kerngeschäft. Und da muss
man das Landeskulturbudget kritisieren, dass
es zuviele repräsentative Anteile hat und dort
wo Emanzipation stattfindet, dort wird mitunter, weil’s vielleicht nicht so bequem ist, gekürzt. Ein wesentlicher Aspekt ist auch, dass
die freien Einrichtungen in unmittelbarer
Konkurrenz stehen, zu den durch die öffentliche Hand getragenen Einrichtungen. Die
öffentliche Hand ist gleichzeitig Geldgeberin
und Betreiberin ihrer Einrichtungen. Das
eine paradoxe Situation, die bislang so noch
nicht besprochen wird. Dass die öffentliche
Hand, selber was betreibt, was auch freie Einrichtungen betreiben. Da gibt es ein Konkurrenzverhältnis und entsprechend sind auch
die Budgets ungleichgewichtig dotiert. Aus
diesem Grund alleine ist es schon schwierig,
aber wichtig, dass die Stimme erhoben wird,
wenn’s um die Entfaltung und Emanzipation
der Menschen und um die emanzipatorische
kulturelle und künstlerische Entfaltung geht.
Und deshalb ist die KUPF ein wichtiger Teil
und sie hat durch die Kürzung, so paradox
das klingen mag, (Anm: Innovationstopf)
auch eine Legitimation widerfahren. Man
kann damit positiv umgehen, sieht man der
Durchsetzungskraft ab, dass diese Kürzung
nicht verhindert werden konnte. Die Protestaktionen waren nicht hundertprozentig
wirksam, und die Szene hat nicht entspre-
KUPF
22
chend geschlossen agiert. Warum kommt es
nicht zu einem Kulturstreik der Szene? Um
das wirklich der öffentlichen Hand bzw. den
politisch Verantwortlichen zu zeigen und
auch der Öffentlichkeit vorzuführen, dass
dieses Service bzw. das ganze emanzipatorische Feld eine ganz breite Basis hat, auf der
sie operiert.
KUPF: Was gibst du der KUPF mit auf Weg?
G.R.: Ich glaube, dass jetzt der Wirbel um den
Innovationstopf aufzeigt, dass die KUPF von
ihrer eigenen Innovation eingeholt worden
ist. Teile der Klientel, welche diese Förderungen beanspruchen, sind schon lange dem
Verständnis der „klassischen“ Kulturinitiative
entwachsen. Formen heutiger Kultur und
Kunstproduktion unterliegen einem Wandel, was ihren zeitlichen, räumlichen und
organisatorischen Komponenten betrifft, und
es wird nicht nur mehr im „klassischen“ Veranstaltungskanon agiert. Ich glaube, hier liegt
das Entwicklungspotential. Und persönlich
meine ich, in der Produktion liegt die Vitalität. Dass man analysiert, bewusst bleibt, um
eben zu produzieren, um nicht zu sehr zum
Funktionär zu werden.
KUPF: Danke für das Gespräch!
Pamela Neuwirth ist im Vorstand der KUPF
und lebt in Linz.
Georg Ritter ist bildender Künstler, Kulturarbeiter und seit kurzem auch Funktionär und
Produzent bei dorfTV. Ritter lebt in Linz.
Die KUPF freut sich über zwei neue
Vorstandsmitglieder: Tanja Brandmayr und
Nicole Honeck. Wer sie sind, was sie tun und
was sie bewegen wollen.
KUPF: Neu in der KUPF! Was tun wir jetzt?
Tanja Brandmayr: Was zumindest ich jetzt tue
– Einfinden in den laufenden Betrieb.
Nicole Honeck: Ich habe das Gefühl Verantwortung übernommen zu haben, noch nicht
im Großen, aber doch im Kleinen, Mitlesen,
Mitdiskutieren, Agieren und Reagieren. Mein
Wunsch, mich kulturpolitisch mehr zu engagieren, Netzwerke weiter zu weben und noch
mehr über die Machenschaften von Linz zu
erfahren, nimmt Formen an, die manchmal
mehr als herausfordernd sind, denen ich aber
gerne frone!
KUPF: 2011 – Was brennt dir
unter den Nägeln?
T.B.: Aus meiner Arbeit der letzten Jahre sind
unabhängige Medien und deren strukturelle
Beschaffenheit für mich ein Dauerthema. Damit einhergehend die generelle Frage, was inhaltliche Auseinandersetzung mit Kunst- und
Kultur können soll: Vermittlung, Differenzierung, Verortung, Kritik, was ganz anderes?
Und wie finanziert sich das? Einen offensiven
und produktiven Umgang mit diesen Fragen
betreibt sowieso auch die KUPF – in diesem
Zusammenhang ist die Zäsur Innovationstopf
2010 sicherlich ein ganz schwerer Brocken.
Aus meinem zweiten Arbeitsfeld halte ich es
für enorm wichtig, eine stärkere Vernetzung
mit den zeitgenössischen BühnenkünstlerInnen aus dem Bereich Tanz, Performance,
Theater zu schaffen – auch hinsichtlich der
Nutzung der Tabakfabrik, so die irgendwann
tatsächlich spruchreif werden sollte.
N.H.: Gute Frage, aufmischen täte ich gerne
und den Wahnsinn der sozialen und kulturellen Kürzungen und Stigmatisierungen
stoppen...
KUPF: Die KUPF wird heuer 25!
Was sagst du ihr?
T.B.: Alles Gute – ich möchte besonders der
operativen Geschäftsführung und sämtlichen
bisherigen operativen Geschäftsführungen
der KUPF gratulieren.
N.H.: Herzlichen Glückwunsch und dranbleiben! Auch wenn ich die Strategien und
Reaktionen, die Gebarung noch nicht so
lange Zeit beobachte, so ist sie für mich ein
sehr wichtiges Organ in der Oberösterreichischen Kulturlandschaft, sie soll mit ihrem
Namen weiterhin zahlreiche Mitglieder mehr
Nicole Honeck
Tanja Brandmayr
Neue graue Zellen und
Frischblut im
KUPF-Vorstand!
als nur nach außen vertreten. Die Kupf macht
Politik, die Kupf unterstützt, die Kupf macht
kompetent für die Kulturarbeit und die Kupf
beißt sich durch!
25 Jahre sind ein langer Zeitraum, es wird
auch eine Zeit zum Aufbruch, zur Reflexion
und zum Umbruch eingeleitet werden, nach
dem Motto: ...das letzte viertel Jahrhundert
wurde gemeistert, wie sollte das nächste
gestaltet sein?
Wordrap:
Kulturpolitik. Fluch oder Segen?
T.B.: Notwendigkeit.
N.H.: Eine hinterlistige Herausforderung!
Drei Chancen freier Kulturarbeit?
T.B.: Herausforderung, Eigensinn, Anspruch.
N.H.: Gelebte Individualität, Spielraum,
Grenzfreiheit.
Drei Risikofaktoren?
T.B.: Die negative Avantgarde – in allen materiellen und sozialen Belangen.
N.H.: Abhängigkeit, Prekarität, Befruchtung
der Mächtigen.
Die KUPF bedankt sich und freut sich auf ein
spannendes Arbeitsjahr 2011!
Die KUPF gibt es
nun auch zu sehen!
KUPFtv auf dorf tv - dem ersten
Freien Fernsehsender in OÖ.
dorf ist zu empfangen via DVB-T auf Kanal 51 in weiten
Teilen Oberösterreichs (MUX-C). Über Antenne mit
DVB-T Box oder DVB-T fähigem TV Gerät. Am PC
und Laptop mit DVB-T Karte oder USB Stick für PCs
und Laptops.
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Nächster Sendetermin: 26.04.2011
23
kupf
Zwischenzeitdichten
Es gibt Möglichkeiten und es sind viele, steht im Klappentext von Anna Weidenholzers Debütbuch „Der Platz des
Hundes“, das im Mitter-Verlag im Herbst 2010 erschienen
ist. Augenscheinlich wird sogleich die feine Buchgestaltung,
die eine Grundeigenschaft der Mitter-Bücher ist. Von raffiniert stiller Feinheit ist auch Weidenholzers Erstling. Acht
nicht per se korrespondierende Erzählungen versammeln
sich hier im großräumigen Gelände einer Kleinstadt. Nicht
aber der gemeinsame Schauplatz ist das vordergründig
Verbindende. Es gibt die Möglichkeit, die Wände des nicht
offensichtlich Versteckten zu überschreiten. Nie laut, sanft,
beinah nüchtern und frei von jeglichem Pathos ermöglicht
Anna Weidenholzer diesen Wänden unsichtbar zu werden
um auf Menschen zu treffen, die Du und Ich sein könnten:
Menschen, die wir vielleicht sogar kennen sollten, und von
deren Möglichkeiten wir doch nichts wissen (wollten). Bis
uns die Autorin in Bedachtsamkeit an und in diese unspektakulären Lebensräume hineinführt, immer die poetische
Distanz wahrend und doch mittendrin. Siri sammelt Haare,
fixiert sie mit Tixostreifen. „Leopold wird zuerst leise
sprechen und dann, von Zeit zu Zeit, seine Stimme lauter
werden lassen. Er wird sich vorher noch versichert haben,
dass die Motten aufmerksam sind, ehe er beginnt, zu erzählen.“ Ferdinand ist seit dreiundzwanzig Jahren Schulwart
und kennt einfache Redewendungen in neun Sprachen.
„Hallo. Guten Morgen. Bis bald. Schönes Wochenende.
Nicht laufen. Wie geht es dir. Was ist passiert.“ Und muss
im Auftrag des Schuldirektors die Hausschuhpflicht überwachen, an die er sich selbst nicht hält. Weidenholzer mäandert in den Möglichkeiten „einfacher“ Persönlichkeiten.
Behutsam schreitet sie ihre Einsamkeiten - das vielleicht
Verbindende aller Protagonisten - ab und vermag einen
heimlichen Sog zu entwickeln, der einen an seine eigenen
Ränder wirft, die man aber nie im Leben preisgeben würde.
Weidenholzer tut dies genau so wenig voyeuristisch, wie
diese Erzählungen Geschichten verhandeln. Dichte Atmosphären des Daseins werden chronistisch verzeichnet, ohne
Zeitabläufen zu folgen. Hinein in die verborgen brodelnden
Abstellräume menschlicher Eigenheiten bewegen sich diese
Erzählungen: Tomaten am Grab des verstorbenen Mannes
pflanzen, um ihm nahe sein zu können. Entschieden wird,
was entschieden wird, und auch das, was nicht entschieden
wird. Leben an, um, in und neben seinen Möglichkeiten,
seltener mit.
Ein mehr als gelungenes Debüt!
Norbert Trawöger
Der Sommer als Joe
Strummer kam. Oder.
Punk ist universell.
“Elvis hat mich zuerst gegrüßt.” Nicht Presley sondern Costello.
Gustav, der Protagonist von Rainer Krispels Roman “Der Sommer
als Joe Strummer kam”, lernt ihn und die Pogues 1985 beim Vienna
Folk Festival kennen. Das Interesse gilt aber nicht nur der Musik,
sondern auch der Bassistin Cait, in die Gustav “Absolut fucking
unsterblich!” verliebt ist. Humorvoll, mit viel Ironie und einer guten
Portion reflexiver Weisheit verdichtet der Erzähler die Geschichte
von Gustav über vier Jahrzehnte. Familie, Lehrerinnen, Stellungskommission, Polizisten. Erste Texte, die erste Band, Konzerte,
die man nie vergisst. Die Kapu als Raum fürs eigene Tun. Wo die
internationalen musikalischen Vorbilder hautnah sind, aber auch
die Linzer Bands ihr Profil schärfen. Mit Punk finden Gustav und
seine Freunde eine befreiende Sinnstiftung, eine treibende Kraft
für Orientierung und Widerstand. Das Unbehagen mit Autoritäten
oder repressiver Staatsgewalt wird in Formeln wie “Anger is an
energy” umgepolt in eigene Produktivität. Eine Band zu gründen ist
unausweichlich. Ob man spielen kann, ist nicht Thema. Artikulieren
ist wichtiger. Musikausübung und artverwandte Tätigkeiten bleiben
existentieller Bestandteil des Lebens von Gustav, auch wenn im
Laufe der Zeiten sich ganz normale Abgründe auftun. Beziehungsfragen, Band-Disziplin, Tournee-Müdigkeit, aber auch die argwöhnisch beobachtete Entwicklung der Musikszenerie zur Event- und
Konsumkultur. Und um die Vierzig sind die ersten Begräbnisse zu
absolvieren. Precious moments aus der “Punkerei” helfen über die
düsteren Zeiten hinweg und Musik bleibt der Schlüssel zur Lebendigkeit. Am Ende hat man aber fast das Gefühl, dass Gustav jetzt
schnell aus der Geschichte heraus will. Nicht um sie zu verlassen,
sondern um sie wieder neu zu beleben. Einmal Punk immer Punk.
Die Geschichte von Gustav ist trotz literarischer Verdichtung
unverkennbar die des Autors selbst. Authentisch und wortreich
erzählt von einem, der mitten drin war und ist. Die Sprache scheut
den Alltag nicht. Und fließt wie ein Songtext. Durchflochten von
englischen Phrasen, die den Punk zum Klingen bringen. Die Story
flutscht runter wie Bier an der Bar und ist nach der Musikdoku “Es
muss was geben” ein weiteres Highlight der Linzer Alternativgeschichte. Erhältlich ist der Roman als e-book und als audio-book.
Wer gerne horcht, dem sei Krispels spoken word sehr empfohlen.
Das pdf-Lesen ist gewöhnungsbedürftig. Allerdings: Mit dem
Laptop auf der Couch und connected ins Netz kann man alles recht
schnell nachhorchen.
Gabriele Kepplinger
Anna Weidenholzer
„Der Platz des Hundes“
Erzählungen
Mitter Verlag, 2010
108 Seiten , € 18,70
www.mcpublish.com/dersommer-als-joe-strummer-kamost-33.html
www.mcpublish.com/rainerkrispel-der-sommer-als-joestrummer-kam-pdf.html
Norbert Trawöger ist spielender, lehrender und schreibender Musiker.
Gabriele Kepplinger ist Programm-Geschäftsführerin bei dorf
tv. und gelegentlich Musikerin.
rezensionen
24
Luftzug
Doha Transit
Ein Flughafen mit Lichtern, die blinken:
in der Nacht. Doha International Airport,
dreitausendneunhunderteinundsiebzig
Kilometer von Wien Schwechat,
zweitausendvierhundertsiebenundsechzig
Meilen. Mit Lichtern, die blinken und
Menschen, die warten. Es gibt Männer,
die breitbeinig gehen und Frauen,
die Nackenhörnchen um ihren Hals
tragen. Doha Airport ist Übergang, ist
Zwischenraum. Ein Mann in Kandura
geht mit seiner Tochter an der Hand, eine
Frau im Sari sitzt neben einem schlafenden
Mann, ein Mädchen in Flipflops hört
Musik. Manchmal sind amerikanische
Soldaten da, hat P. gesagt, es sind keine
Soldaten da. Es gibt Gates, dort warten fast
ausschließlich Männer auf den Weiterflug.
Im Restaurant sitzen vier Männer, sie
essen mit Geräuschen und spucken danach
auf den Boden. Im Café tragen zwei
Frauen Cappucino und Latte Macchiatto
zu einem Tisch, ein Ehepaar schläft in
den gepolsterten Sesseln des Cafés, die
beiden belegen zwei der acht gepolsterten
Sessel am Flughafen. Ein Lonely Planet
Reiseführer liegt zwischen ihnen auf
dem Tisch. Auf der Damentoilette wurde
geputzt, manche WCs dürfen nicht
benutzt werden. Eine Frau mit Hidschab
kommt zur Tür herein, eine ältere Frau
bezahlte Anzeige
Acht Stunden in einem Raum in einem
Land, von dem ich nicht weiß, wie
es aussieht; auf welchem Boden die
Menschen hier gehen, wie sie leben, wie
sie sprechen, wer sie sind. Katar. Der
Flughafen ist klein, sehr klein; so klein,
dass in zehn Minuten alles abgegangen ist;
zwei Selbstbedienungsrestaurants, zwei
Cafés, zwei Toiletten, ein Ruheraum, zwei
Gebetsräume. Im Gebetsraum für Männer
brennt Licht, im Ruheraum ist es dunkel,
der Frauengebetsraum nicht einsehbar.
Dazwischen Menschen, die sitzen, liegen
und gehen. Die Sessel am Doha Airport
sind unbequem, es gibt wenig zu tun.
Wir alle warten, und schauen, schauen
uns gegenseitig an; warten, dass die Zeit
vergeht, die uns wegbringt von hier.
25
luftzug
mit rot gefärbten Haaren zieht vor dem
Waschbecken ihren rot gemusterten Rock
aus und eine grün gemusterte Hose an, ein
Mädchen tuscht seine Wimpern, daneben
sitzen die Flughafenmitarbeiterinnen
auf den Waschbecken und unterhalten
sich, eine richtet ihr Kopftuch. Am
Doha Airport stehe ich sechs Frauen
gegenüber und es ist ein schöner Moment.
Dreitausendneunhunderteinundsiebzig
Kilometer entfernt von Wien, wo die
Nachbarin am Vorabend gesagt hat: Ich
habe nichts dagegen, wenn die Türken über
die Donau gebracht werden, in ein Ghetto
gesperrt. Die Nachbarin ist eine nette alte
Frau, die auf das Haus aufpasst und seit
vierzig Jahren in der Josefstadt lebt. Sie liest
Kronenzeitung, kennt alle Schlagzeilen. Die
Nachbarin ist eine nette Frau, das macht
Angst.
Anna Weidenholzer
Anna Weidenholzer ist Autorin, lebt und
arbeitet in Wien und Linz.
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Kulturplattform OÖ
Nr.137 März
0-9 08/16 Gmunden • 4 Frauen fahren fort Linz • 4840 Kulturakzente Vöcklabruck • A AKKU Steyr •
Akzent Altenberg • Alte Schule Gutau • Altes Kino St. Florian • Arge Granit Ottensheim • Autonomes
Frauenzentrum Linz • B Backwood Association Weitersfelden • C CharismART Freistadt • Contrust
Linz • Countdown Prambachkirchen • Cult Waldzell • D Der Keller Bad Ischl • Die Hupfauer Mönchdorf • E Elements of Style Linz • F FIFTITU% Linz • Filmclub Schwanenstadt • FM 5 Bad Kreuzen •
Frauenforum Salzkammergut Ebensee • Frauentreffpunkt Rohrbach • Freies Radio B138 Kirchdorf •
Freies Radio Salzkammergut Bad Ischl • Frikulum Weyer • Funkenflug Micheldorf • G Gallnsteine Gallneukirchen • Gegenlicht Haibach • Gruppe O2 Lambach • GUK Ungenach • Guten Morgen Vorchdorf •
H HOFIS Hofkirchen i.Mkr • HOKUS Hofkirchen i.Mkr • HOSI Linz • I IFEK Linz • Infoladen Wels •
INOK Kirchdorf • Insel Scharnstein • Interstellar Linz • J Jazzatelier Ulrichsberg • Jazzfreunde Bad
Ischl • JO Ottensheim • Jugendbewegung Mischwald St. Thomas • junQ Linz • Justasirisdid Unterweitersdorf • Juz Bauhof Pettenbach • K K 565 Alberndorf • KAPU Linz • KaV Vöcklamarkt • Ketani
Linz • KIK – Kunst im Keller Ried i.Innkreis • KIKAS Aigen Schlägl • KIM – Kultur in Marchtrenk •
KINO Ebensee • KIPFAL – Kultur im Ipftal Niederneukirchen • Kipf`l Steinerkirchen • Kitzmantelfabrik
Vorchdorf • Klärwerk Schlierbach • KOMA Ottensheim • KUBA Eferding • KUIWA Walding • Kulimu
Frankenburg • Kultas Schwertberg • Kultur im Gugg Braunau • Kultur- und Musikverein Titanic Bad
Leonfelden • Kulturbüro Wels • Kulturcafe Pichl • Kulturella Ottnang • Kulturforum Frankenmarkt
Frankenmarkt • Kulturgut Höribachhof St. Lorenz a. Mondsee • Kulturinitiative Bad Zell • Kulturinstitution der Uni Linz Linz • Kulturkreis Pettenbach • Kulturprojekt Sauwald Schärding • Kulturquartier
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Raab • Kunst-&Kulturgruppe des Diakoniewerkes Gallneukirchen • Kunst-Dünger Gampern • Kunterbunt-Kulturbunt Hallstatt • Kurzum Riedau • KV Dezibel Vorchdorf • KV Willy Linz • L Landstrich
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Maiz Linz • m-Arts Andorf • Medea Linz • Medio2 Kronstorf • Miriam Linz • Musentempel Linz • Musik-Kulturclub Lembach • N Noise Art Wels • O Offenes Kunst- und Kulturhaus Vöcklabruck • Openair
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