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1 Redaktion rbb PRAXIS Masurenallee 8-14, 14057 Berlin Zum

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rbb PRAXIS sucht Ihre Krankengeschichte!
Sie haben gesundheitliche Beschwerden? Sie sind schon bei verschiedenen Ärzten
gewesen und haben immer noch keine klare Diagnose? Sie wären bereit, sich einer LiveDiagnose im Studio zu unterziehen? Sie wohnen in Berlin oder Brandenburg? Wir
können Ihnen vielleicht helfen.
Dann bitten wir Sie, uns kurz Ihre Krankengeschichte zu schildern und Kopien Ihrer
Arztbefunde zu schicken. Wenn möglich, legen Sie bitte ein Foto von sich bei.
Wir arbeiten mit einer Reihe von Ärzten zusammen, die zur Live-Diagnose zu uns ins
Studio kommen. Vielleicht finden wir Ärzte, die Ihnen helfen könnten.
Schreiben Sie uns eine E-Mail und schicken Sie Arztbefunde als Anhang an:
praxis@rbb-online.de
oder schicken Sie uns alles per Post an:
Redaktion rbb PRAXIS
Masurenallee 8-14, 14057 Berlin
rbb Praxis – Das Gesundheitsmagazin
am 22.10.2014, 20.15 – 21.00 Uhr
Die Themen:
Neue Blutverdünner: hilfreich oder gefährlich?
Schockdiagnose Parkinson
Schmeichelhaft: Handcremes im Test
Neue Blutverdünner: hilfreich oder gefährlich?
Zum Schutz vor Schlaganfall und Herzinfarkt sind viele Patienten auf
Gerinnungshemmer - im Volksmund Blutverdünner - angewiesen. Seit einigen Jahren
gibt es eine neue Generation von Blutverdünnern, die zunehmend in die Kritik geraten
sind.
Die Blutgerinnung ist ein komplexes System, Blutgerinnsel werden im Wechsel gebildet
und wieder aufgelöst. Dieses Zusammenspiel sorgt bei Verletzungen einerseits für eine
rasche Blutstillung. Andererseits ist es dafür verantwortlich, dass das Blut flüssig und
die Gefäße durchgängig bleiben. Überwiegen gerinnungsfördernde Faktoren ergibt sich
ein Ungleichgewicht. Dann kann sich unter Umständen ein gefäßverschließendes
Blutgerinnsel (Thrombus) ausbilden. Zu den lebensbedrohlichen Folgen von
Blutgerinnseln zählen Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolie.
Wer muss Blutverdünner einnehmen?
Bei Patienten mit Vorhofflimmern besteht ein hohes Schlaganfallrisiko. Denn bei dieser
Rhythmusstörung ist die Erregung im Vorhof unregelmäßig und die Frequenz hoch.
Dadurch entsteht im „flimmernden Vorhof“ eine kreisende Blutströmung, die festen und
flüssigen Bestandteile des Blutes werden nicht genügend durchmischt. Es können sich
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Blutgerinnsel bilden, die dann über den Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort
Blutgefäße verschließen: Die Folge ist ein Schlaganfall. Patienten mit Vorhofflimmern
müssen sich deswegen mit Medikamenten, die die Gerinnung hemmen, gegen
Schlaganfälle schützen.
Auch bei Patienten mit mechanischen Herzklappen ist eine Hemmung der Blutgerinnung
wichtig. Je nach Klappentyp und -material müssen für einige Monate oder lebenslang
gerinnungshemmende Medikamente eingenommen werden, um eine
Blutgerinnselbildung an der neuen Herzklappe zu verhindern. Zudem muss nach einer
Thrombose oder Lungenembolie mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt
werden, um der Bildung von weiteren Gerinnseln vorzubeugen. Die Dauer der
Behandlung hängt dabei von der individuellen Ausprägung des Krankheitsbildes ab.
Neue Blutverdünner in der Kritik
Seit einigen Jahren ist eine neue Generation von Blutverdünnern auf dem Markt. Diese
Gerinnungshemmer wie Pradaxa® (Wirkstoff: Dabigatran), das 2011 in Deutschland für
die Anwendung bei Vorhofflimmern zugelassen wurde, sind in die Schlagzeilen geraten.
Sie sollen „vermehrt“ zu gefährlichen Blutungen und dadurch zu möglichen
Komplikationen bei Patienten führen, bis hin zum Tod. Vor allem Hirnblutungen, aber
auch Blutungen im Magen-Darm-Bereich werden hier angeführt. Die Gefahren seien
verharmlost worden. Der Hersteller hätte Informationen unterschlagen, wonach mehr
ärztliche Überwachung nötig wäre. In den USA gab es 4000 Klagen wegen fahrlässiger
Tötung durch Pradaxa®. Hersteller Boehringer Ingelheim zahlte in einem juristischen
Vergleich 650 Millionen US-Dollar an die Kläger. Der Vergleich sei aber kein
Schuldeingeständnis, sagt Dr. Holger Gellermann von Boehringer Ingelheim. Vielmehr
habe damit Ruhe für die Patienten und für die verordnenden Ärzte schaffen wollen.
Studienlage zu Blutverdünnern
Prof. Dr. Hanno Riess von der Charité Berlin hat nach den Meldungen über Todesfälle
und Klagewellen sämtliche Studien geprüft, die es weltweit zu Pradaxa® gibt. Dabei
wurde der neue Blutverdünner mit den herkömmlichen Präparaten Marcumar® und
Warfarin® verglichen. Diese Präparate werden seit über 30 Jahren eingesetzt. Der
Mediziner kommt zu dem Ergebnis: „Fasst man die gegenwärtige Wissenslage zu
Pradaxa und den alten Blutverdünnern bei Patienten mit Vorhofflimmern zusammen,
dann ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis bei Pradaxa ganz klar besser als bei den alten
Blutverdünnern.“
Auch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) kritisiert, dass die möglichen
Risiken der neuen blutverdünnenden Medikamente in der öffentlichen Diskussion oft
einseitig dargestellt würden. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, die
Deutsche Gesellschaft für Neurologie, die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die
Deutsche Herzstiftung zu einer gemeinsamen Stellungnahme veranlasst. Darin heißt es:
„In den Medien wurde behauptet, Pradaxa® bringe ein unerwartet hohes Risiko für
Blutungen mit sich. Diese Behauptung ist falsch. (...) Unter der Behandlung mit
Pradaxa® beträgt die Rate an tödlichen Blutungen nach aktuellen Berichten 0,063 %
(63 Patienten je 100.000 pro Jahr). Sie ist damit deutlich geringer als bei einer
Behandlung mit Marcumar®, bei der eine Blutungsrate von 0,33 % (330 Patienten je
100.000 pro Jahr) zu erwarten ist.“
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Regelmäßige ärztliche Kontrolle nötig
Ein Risiko bei der Einnahme aller Blutverdünner, egal ob ältere oder neuere Präparate,
ist eine Einschränkung der Nierenfunktion. Wenn dieses wichtige Ausscheidungsorgan
nicht mehr richtig arbeitet, dann können sich die Medikamente im Blut sammeln und
verursachen eine verstärkte Blutverdünnung. Damit steigt die Gefahr für eine
Hirnblutung. Bei den bisherigen Blutverdünnern müssen deshalb regelmäßige
Laborkontrollen im Abstand von sechs bis acht Wochen durchgeführt werden, um die
Wirkung zu überprüfen. Beim neuen Medikament Pradaxa® empfiehlt der Hersteller
lediglich eine Prüfung der Nierenwerte in jährlichem Abstand. Doch inzwischen raten
Ärzte auch bei den neuen Gerinnungshemmern zu einer engmaschigeren Überwachung.
Die Charité Berlin empfiehlt, dass Ärzte je nach Patient individuell entscheiden sollen, ob
die Nieren- und Blutgerinnungswerte alle drei, sechs oder zwölf Monate überprüft
werden müssen.
Prinzipiell gilt: Um Blutungen zu verhindern, muss strikt auf die Nierenfunktion geachtet
werden. Deshalb haben die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) und das
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit einem Rote-Hand-Brief
der Herstellerfirma Boehringer Ingelheim die Ärzte aufgefordert, die Nierenfunktion der
Patienten genau zu überwachen. Bei Patienten mit einer schweren Beeinträchtigung der
Nierenfunktion darf Pradaxa® nicht verordnet werden. Ein Teil der Todesfälle sei darauf
zurückzuführen, dass diese Regel nicht beachtet worden sei. Es muss alles dafür getan
werden, um das Risiko einer schweren Blutung zu senken. Denn ist es erst einmal so
weit, können Ärzte oft nicht viel tun. Studien haben gezeigt: Egal ob neuer oder
herkömmlicher Blutverdünner – bei einer Hirnblutung verstirbt die Hälfte der Patienten.
Was Sie bei der Einnahme von Blutverdünnern generell beachten müssen
Bei der Behandlung mit allen gerinnungshemmenden Medikamenten besteht prinzipiell
ein erhöhtes Blutungsrisiko. Wenn Sie gerinnungshemmende Medikamente einnehmen,
sollten Sie daher bestimmte Vorsichtsmaßnahmen einhalten. Dazu gehören:
• Tragen Sie immer einen Ausweis zur Gerinnungskontrolle bei sich, aus dem
hervorgeht, dass Sie einen Gerinnungshemmer einnehmen, welcher es ist und in
welcher Dosis.
• Informieren Sie alle behandelnden Ärzte über die Einnahme gerinnungshemmender
Medikamente. Besonders wenn Operationen, Katheteruntersuchungen, MagenDarm-Spiegelungen oder auch Zahnbehandlungen anstehen. Unter Umständen
ist vor der Behandlung eine Reduzierung der Dosis notwendig oder der Wechsel
auf ein anderes Präparat
• Es gibt zahlreiche Medikamente, die zu einer Veränderung der Wirkung von
gerinnungshemmenden Medikamenten führen können. Einige erhöhen das
Blutungsrisiko erheblich. Auch freiverkäufliche Arzneimittel können die Wirkung
beeinflussen. Fragen Sie deshalb vor der Einnahme weiterer Medikamente Ihren
Arzt oder Apotheker nach möglichen Wechselwirkungen!
Experten im Beitrag:
Dr. Holger J. Gellermann
Medizinischer Direktor Deutschland von Boehringer Ingelheim
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Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG
Binger Straße 173
55216 Ingelheim am Rhein
Tel: 06132 - 77 0
Prof. Dr. med. Hanno Riess
Charité Berlin
Ärztlicher Leiter
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Postadresse:
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Telefon: 030 - 450 50
Prof. Dr. med. Matthias Endres
Charité Berlin
Direktor der Klinik und Hochschulambulanz für Neurologie
Postadresse:
Charitéplatz 1
10117 Berlin
Telefon: 030 - 450 50
Unter Ärzten hat die Einführung der neuen Blutverdünner eine intensive Diskussion
ausgelöst. Hierzu einige Links:
http://www.herzstiftung.de/Pradaxa-Dabigatran.html
Stellungnahme der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft
www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/PDF/OAKVHF.pdf
Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der
Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)
http://www.dgn.org/pressemitteilungen/stellungnahme-antikoagulantien.html
http://www.dsginfo.de/images/stories/DSG/PDF/Stellungnahmen/130117_DGN_DSG_Stellungnahme_
NOAC_final.pdf
Antwort der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft auf die Einwände der
Fachgesellschaften
http://www.akdae.de/Arzneimitteltherapie/TE/LF/PDF/OAKVHF-Antwort.pdf
Schockdiagnose Parkinson
Für die Betroffenen ist die Diagnose Parkinson wie eine Zäsur, die das ganze Leben
betrifft: Schließlich schreitet die Krankheit unaufhaltsam fort und ist bis heute nicht
heilbar. Doch es gibt auch Hoffnung: Denn nie zuvor waren die Möglichkeiten der
Parkinsonbehandlung größer, die Therapieformen vielfältiger. Und so können viele
Parkinson-Patienten mittlerweile trotz ihrer Krankheit für lange Zeit ein unabhängiges
Leben führen.
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Parkinson gehört zu den so genannten neurodegenerativen Erkrankungen. In einer
bestimmten Region des Gehirns, der „Substantia nigra“ gehen Nervenzellen unter, die
für die Produktion des Botenstoffs Dopamin zuständig sind. Dadurch kommt es zu einem
Dopaminmangel, wodurch die Feinabstimmung zwischen Gehirn und Muskeln gestört ist.
Typisch sind dann sowohl eine Steifigkeit der Muskeln (Rigor) als auch das Zittern
(Tremor). Erst wenn rund 50 Prozent der Dopamin freisetzenden Nervenzellen
untergegangen sind, bemerken die Patienten erste Symptome. In Deutschland sind
knapp 300.000 Menschen an Parkinson erkrankt.
Diagnose
Erste Symptome einer Parkinson-Erkrankung sind häufig unspezifisch: depressive
Verstimmungen, Riech- und Geruchsstörungen, wechselnde Schmerzen im
Bewegungsapparat. Viele Patienten gehen daher auch zunächst zum Orthopäden oder
dem Hausarzt. Nicht selten werden dort die Frühsymptome eines Morbus Parkinson
nicht richtig erkannt, weshalb diese Patienten manchmal jahrelang von Arzt zu Arzt
laufen. Neurologen sind auf die Diagnose der Parkinson-Erkrankung spezialisiert. Sie
stellen die Diagnose durch eine körperliche Untersuchung und bestimmte Tests des
Bewegungsapparates. So wird zum Beispiel geprüft, ob beide Arme beim Gehen
gleichmäßig schwingen oder ob die Schrittfolge des Patienten verkürzt ist.
Eine Bestätigung der Diagnose kann auch durch den so genannten L-Dopa-Test erfolgen.
L-Dopa ist ein pharmazeutischer Wirkstoff, der zur Behandlung des Morbus Parkinson
eingesetzt wird. Bekommen Patienten mit der Verdachtsdiagnose „Parkinson“ dieses
Medikament, und zeigt sich bei ihnen nach kurzer Zeit eine Verbesserung der
Symptome, gilt das als Beweis, dass die Erkrankung tatsächlich vorliegt. In seltenen
Fällen kommen auch bildgebende Verfahren zur Klärung der Diagnose in Betracht, wie
Ultraschall oder eine spezielle CT-Untersuchung namens SPECT. Dabei wird dem
Patienten eine radioaktive Substanz gespritzt, mit welcher die Dopamin freisetzenden
Nervenzellen dargestellt werden können. So kann festgestellt werden, wie viele dieser
Nervenzellen noch intakt bzw. geschädigt sind.
Neudiagnostizierte Patienten müssen zunächst mit dem Schock der Diagnose fertig
werden. Die meisten erkranken um das 60. Lebensjahr herum, doch nicht wenige sind
auch erst Mitte 40, wenn sie von ihrer Erkrankung erfahren. Da die Symptome anfangs
oft noch milde sind und erst langsam voranschreiten, verdrängen viele Betroffene ihre
Erkrankung zunächst. Doch spätestens wenn erste Symptome wie Zittern oder
Gangunsicherheiten auftreten, müssen sie sich der veränderten Situation stellen.
Therapie
Medikamente wie L-Dopa oder so genannte Dopamin-Agonisten können erste Symptome
recht zuverlässig unterdrücken. L-Dopa wird von den Nervenzellen aufgenommen und
zu Dopamin umgewandelt. Dopamin-Agonisten wirken im Körper wie der natürliche
Botenstoff Dopamin und werden häufig in Kombination mit L-Dopa gegeben. Beide
Medikamente, aber vor allem L-Dopa, verursachen zum Teil unangenehme
Nebenwirkungen wie Übelkeit, Magenschmerzen, Blutdruckabfall, Unruhe und
unwillkürliche Bewegungen. Auch deshalb wollen manche Patienten die Einnahme von
Parkinson-Medikamenten möglichst lange herauszögern und lieber mit leichten
Symptomen leben. Die Frage, wann mit der Gabe von Parkinson-Medikamenten
begonnen wird, ist für viele Patienten auch deshalb zentral, weil deren Wirkung nach
rund acht bis zehn Jahren abnimmt.
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In der „Honey Moon Phase“ können viele Patienten mit L-Dopa & Co. gut leben. Doch
spätestens nach zehn Jahren lässt die Wirkung der Medikamente nach und es kommt zu
so genannten Fluktuationen. Ursache ist zum einen, dass das Magen-Darm-System die
Medikamente nicht mehr so gut aufnimmt. Zum anderen nehmen auch die Nervenzellen
im Gehirn ab, die Dopamin speichern können, weshalb auch das medikamentös
zugeführte Dopamin weniger gut wirkt. Dieser Verlauf ist allerdings unabhängig vom
Beginn der Medikamenten-Einnahme. Das heißt, auch erst später damit beginnt,
Parkinson-Medikamente einzunehmen, kann diesen Prozess nicht nach hinten
herausschieben.
Parkinson-Patienten können den Verlauf ihrer Erkrankung jedoch nicht nur durch
Medikamente steuern. Vor allem durch Bewegung, gezielte Physiotherapie, aber auch
Logopädie können die Symptome gemildert werden. Als sehr erfolgreich hat sich hierbei
die so genannte BIG-Therapie gezeigt. Dabei üben die Patienten gemeinsam mit dem
Physiotherapeuten, gezielt große Bewegungen zu machen. Bei Parkinson werden die
Bewegungen, verursacht durch die Muskelsteifigkeit und die Unsicherheit, immer
kleiner. Dem wirkt die BIG-Therapie entgegen. Vielen Patienten, die schon häufiger
gestürzt sind, hilft auch eine aktivierende Therapie. Dabei werden zum Beispiel
Gleichgewichtsübungen gemacht oder die Patienten üben, auf unebenem Untergrund zu
laufen.
Gerade Patienten, die unter Fluktuationen leiden, bei denen also die Medikamente nicht
mehr so gut wirken, kann die so genannte videounterstützende Therapie helfen. Die Idee
dahinter: Die Patienten nehmen mehrmals am Tag bestimmte Bewegungsabläufe mit
einer Videokamera auf. Diese Aufzeichnungen werden dann an den behandelnden Arzt
geschickt und dort ausgewertet. Der kann sich so ein wesentlich umfassenderes Bild von
den motorischen Einschränkungen seines Patienten machen, als wenn er ihn nur
punktuell in seiner Arztpraxis untersucht. Anhand der Auswertungen können dann zum
Beispiel die Medikamente angepasst werden. Im weiteren Krankheitsverlauf gibt es dann
noch die Möglichkeit von Medikamentenpflastern sowie Medikamentenpumpen, die den
Wirkstoff direkt in den Dünndarm leiten. Auch die tiefe Hirnstimulation ist eine
Möglichkeit, Symptome zu kontrollieren, wenn Medikamente nicht mehr ausreichend
helfen.
Vorurteile
Patienten, die unter Parkinson leiden, haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Dies ist
vielleicht ein Grund dafür, warum gerade zu Beginn viele ihre Erkrankung verschweigen.
Das Zittern wird auf Alkohol zurückgeführt und viele setzen Parkinson auch mit dem
Morbus Alzheimer gleich und unterstellen den Betroffenen mangelnde Gedächtnis- und
Merkfähigkeit. Doch obwohl die Parkinson- und die Alzheimererkrankung beides
neurodegenerative Erkrankungen sind, leidet das Gedächtnis beim Morbus Parkinson
nicht. An der Krankheit selbst stirbt man auch nicht; die Lebenserwartung ist allerdings
je nach Stärke des Verlaufs durch bestimmte Co-Erkrankungen gemindert. So kommt es
durch Verschlucken häufiger zu Lungenentzündungen und die mangelnde Beweglichkeit
schwächt das Herz-Kreislaufsystem.
Forschung
Über die Ursachen der Parkinson-Erkrankung gibt es zurzeit spannende Hypothesen.
Eine geht davon aus, dass die Erkrankung im Darm beginnt und von dort über den
Vagusnerv ins Gehirn gelangt. Der Darm ist unser größtes Immunsystem und
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möglicherweise lösen Umweltgifte oder auch bestimmte Bakterien dort Prozesse aus,
die sich erst zehn, fünfzehn Jahre später in Form von Parkinson äußern. Wissenschaftler
arbeiten daran, diese Prozesse besser zu verstehen und darüber vielleicht neue
Therapieansätze zu finden.
Experte im Studio:
Dr. Reinhard Ehret
Neurologische Gemeinschaftspraxis
Schloßstr. 97
12163 Berlin
Tel.: 030-79 08 850
Internet: www.neurologie-berlin.de
Hinweis auf Vortrag Dr. Ehret: Die Parkinsonkrankheit bei jungen Patienten: Was ist zu
beachten?
am Do, 30.10.2014, 13:00 bis 14:00 Uhr in den Räumen der Praxis, bitte mit
Voranmeldung
Im Beitrag:
Tine Theißen
Bewegungstherapeutin
Qi Gong & Massage
Orthopädische Rehabilitation
Horstweg 12
14059 Berlin
Tel: 030 – 49 80 32 46
Tel: 01577 – 266 36 30
theissen.tine@web.de
Janis Glöden
Personal Trainer
Neurologisches Fachkrankenhaus für Bewegungsstörungen / Parkinson
Standort: Parkinsonklinik
Straße nach Fichtenwalde 16
14547 Beelitz-Heilstätten
Tel: 033204 / 22781
Fax: 033204 / 22782
E-Mail: info@parkinson-beelitz.de
www.parkinson-beelitz.de
Selbsthilfegruppen in Berlin:
www.berlin-parkinson.de
http://mitten-im-leben-parkinson.de/
Für Angehörige: http://www.selbsthilfegruppen.de/veranstaltungen/parkinsonangehorigengruppe-berlin-2014-10-24/
Kompetenznetz Parkinson: www.kompetenznetz-parkinson.de
Deutsche Parkinson-Gesellschaft e.V. www.parkinson-gesellschaft.de
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Buch-Tipp: „Zitterpartie. Eine Erzählung“ von Stefan Berg, Suhrkamp Taschenbuch,
ISBN: 978-3-518-46418-2 Euro: 8,99
Schmeichelhaft: Handcremes im Test
Die kalte Jahreszeit stellt die Haut auf eine harte Belastungsprobe. Denn bei sinkenden
Temperaturen reduziert die Haut ihre Fettproduktion und damit ihren Eigenschutz. Der
Wechsel zwischen trockener, warmer Raumluft und den kälteren Temperaturen draußen
belastet die Haut. Handcremes aus Drogerie und Apotheke versprechen Hilfe. Doch
halten die Cremes, was die Hersteller versprechen?
Die Haut spannt und juckt - ein Problem, das viele im Herbst und Winter kennen. Vor
allem jetzt braucht die Haut intensive Pflege und eine reichhaltige Creme. Denn die
Kälte draußen und die trockene Luft in geheizten Räumen verstärken das Problem
trockener Haut. Die obere Hautschicht ist dann oftmals nicht nur feuchtigkeitsarm,
sondern auch fettarm und empfindlich. Bei besonders empfindlichen Hauttypen können
diese äußeren Einflüsse auch zu Juckreiz führen. Und Wasser und Seife zerstören
zusätzlich den natürlichen Hautschutz. „Der Körper kommt dann nicht mehr hinterher,
seine schützende Barriere aus Fett und Feuchtigkeit nachzubilden.“, sagt Dr. Yael Adler,
Hautärztin aus Berlin.
Um gut durch die kalte Jahreszeit zu kommen, braucht die Haut also besonders viel und
vor allem die richtige Pflege. Handcremes sollen die Hände wieder mit Feuchtigkeit
versorgen, die Hände schützen, weich und geschmeidig halten Die rbb Praxis testet vier
Cremes mit großen Preisunterschieden pro 100 Milliliter: Die Wuta Kamille für 1,70
Euro, die Neutrogena für 5,70 Euro, eine Bio-Orangen-Creme für 6 Euro. Und die Hautin-Balance aus der Apotheke für 17 Euro pro 100 Milliliter.
Testkategorien: Inhaltsstoffe, Einziehverhalten und Feuchtigkeitsanreicherung
Die Testkategorien sind: Inhaltsstoffe der Cremes, Einziehverhalten und
Feuchtigkeitsanreicherung.
Inhaltsstoffe der Cremes
Bei den Inhaltsstoffen sollten Käufer zu Cremes ohne Parabene, das sind bedenkliche
Konservierungsstoffe, greifen. Denn diese Stoffe können zu Kontaktallergien führen.
Zwei der Testcremes enthalten Parabene und fallen deshalb in dieser Testkategorie
durch. Die zwei anderen Cremes enthalten unbedenkliche Duftstoffe, auf die manche
Menschen aber allergisch reagieren können. Deshalb schneiden sie mittelmäßig ab.
Einziehverhalten
Bei der zweiten Kategorie, dem Einziehverhalten, haben die Haut-in-Balance und die BioOrangen-Creme die Nase vorn.
Feuchtigkeitsanreicherung
Zur Ermittlung der dritten Testkategorie, der Feuchtigkeitsanreicherung misst die
Hautärztin Dr. Yael Adler mit einem Spezialgerät, wieviel Feuchtigkeit in der Haut
gespeichert ist. Entscheidend ist dabei, dass sich die in den Cremes enthaltenen Fette
mit den körpereigenen Hautschutzfetten verbinden und nicht nur als Folie auf der Haut
oben aufliegen. Das Ergebnis: Nach einmonatiger Anwendung konnten Wuta Kamille und
Neutrogena auch bei der Feuchtigkeitsanreicherung nicht überzeugen. Die Haut-inBalance-Creme aus der Apotheke schneidet hier gut ab, noch besser die Bio-OrangenCreme. Damit ist die Bio-Handcreme auch insgesamt Sieger des rbb Praxis-Tests.
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Fetthaltigere Pflege in der kalten Jahreszeit
Generell benötigen alle Hauttypen in der kalten Jahreszeit eine fetthaltigere Pflege. Die
Bundesärztekammer empfiehlt Menschen mit trockener Haut, Salben mit einem hohen
Fettanteil zu verwenden. Zudem ist wichtig, schon beim Duschen an den
Feuchtigkeitsschutz der Haut zu denken. Die Duschdauer sollte möglichst kurz gehalten
werden. Und prinzipiell ist ein sparsamer Umgang mit Shampoo, Duschbad und Seife
empfehlenswert. Patienten mit sehr empfindlicher und gereizter Haut können beim
Hautarzt eine Hautanalyse durchführen lassen, um falsche Pflege und teure Fehlkäufe
zu vermeiden.
Expertin im Beitrag:
Privatpraxis für Dermatologie
Dr. Yael Adler
Richard-Strauß-Straße 27
14193 Berlin
Tel: 030 - 8800 1854
praxis@dradler-berlin.de
Salbenherstellung im Studio:
Dr. Mathilde Laininger
Expertin für Kräutermedizin und Tierärztin
Tietzenweg 23 / Ecke Gardeschützenweg
12203 Berlin Lichterfelde
Tel: 030 - 322 944 80
Fax: 030 - 322 944 81
Selbstgemachte Schafgarben-Spitzwegerich-Salbe in der rbb-Praxis
Schafgarbe: uraltes Heilmittel, wirkt antibakteriell, verhindert Entzündungen und
beschleunigt die Wundheilung
Spitzwegerich: enthält wie Schafgarbe Antibiotika, wirkt Juckreiz lindernd (bei Stichen)
regt Interferon-Bildung bei Menschen an, gut für die Abwehr (Interferone stimulieren
das Immunsystem und haben eine antivirale Wirkung)
Sie benötigen:
ein Bündel Schafgarbe
ein Bündel Spitzwegerich
Calendulatinktur, einige Tropfen
ca. 100 ml Jojobaöl
ca. 100 ml Mandelöl
150 g Lanolin
40 g Bienenwachs
Küchenwaage
Schale zum Abwiegen der Zutaten
Messer
Schneidebrett
Schere
Mörser und Stößel
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Leinentuch
Einmalhandschuhe
Etiketten
Wasserfester Stift
Alkohol zum Reinigen
Küchenrolle
Rezept:
1. Schafgarbenblüten und obere Blätter vom Stiel abstreifen, mit Messer auf
Schneidebrett zerkleinern, dann im Mörser vollständig zerstampfen. Die Masse kommt
in ein Glas und wird mit Jojobaöl so weit aufgefüllt, dass alle Pflanzenteile mit Öl
bedeckt sind. (ca. 100 ml)
2. Die Spitzwegerichblätter werden genauso aufbereitet und mit Mandelöl bedeckt. (ca.
100 ml )
3. Beide Öle werden nun zusammengegeben und unter Rühren erhitzt auf ca. 70 Grad.
4. Die Öle kühlen unter Rühren ab, bis auf Handwärme etwa.
5. Nun werden die Öle durch ein Leintuch gepresst, das Öl kommt in einen Messbecher,
die Pflanzenreste werden später an die Natur zurückgegeben.
6. Lanolin wird im Wasserbad geschmolzen. (auf 200 ml Öl kommen 150 g Lanolin)
7. Schafgarben-Spitzwegerichöl kommt dazu.
8. Bienenwachs kommt dazu (40 g) und wird unter stetigem Umrühren aufgelöst.
9. Flamme ausschalten, unter stetigem Rühren kühlt die Masse langsam ab. Wenn Sie
etwa handwarm ist, wird Calendulatinktur (einige Tropfen) zugegeben.
10. Die Salbe kann jetzt in die Salbendöschen gefüllt werden und erkaltet dort.
11. Beschriften der Döschen und dann ab in den Kühlschrank!
Die Haltbarkeit dieser Salbe beträgt ca. ein Jahr. Durch das Jojobaöl und das Mandelöl
wird die Haltbarkeit stark verlängert.
RBB
„rbb Praxis“
Masurenallee 8 –14
14057 Berlin
www.rbb-praxis.de
Redaktion:
Redaktionsassistenz:
Moderation:
Infotext:
Stand der Information:
Benjamin Kaiser
Ingelore Eirich
Raiko Thal
Ursula Stamm / Nadine Bader
22.10.2014
10
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Seele and Geist
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