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brückenschlag. - Die Klinik für Tumorbiologie in Freiburg

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brückenschlag.
Aktuelles aus Forschung und Klinik
© iStockphoto.com / Geber86
Ausgabe Nr. 70 | 2014
Leben mit Prostata- und Nierenzellkarzinom
Diagnostik – Therapie – Rehabilitation
Tumoren des Urogenitaltrakts
Eine wahrhaft interdisziplinäre Herausforderung!
Diagnostik und Behandlung
Die Diagnostik und Therapie dieser Tumorarten ist so vielfältig, wie der klinische Verlauf
dieser Erkrankungen unterschiedlich sein
kann: Während Prostatakarzinome häufig einen langen, symptomarmen Verlauf haben,
ist beim Blasen- und Nierenzellkarzinom oft
ein rasches und entschiedenes Management
notwendig. Da zum optimalen Vorgehen die
interdisziplinäre Therapieplanung zwischen
den verschiedenen Fachdisziplinen erforderlich ist – der internistischen Onkologie und
Urologie mit den Verfahren der Hormon-,
Chemo- und Immuntherapie, der molekularen Therapieansätze, der operativen Disziplinen, der Strahlentherapie und Radiologie sowie der Pathologie – haben wir unser
Prostata-Zentrum-Südbaden, das sich über
das Prostatakarzinom hinaus auch um andere
Tumoren dieses Formenkreises kümmert, wieder neu und verstärkt aktiviert.
Mensch im Mittelpunkt
Und nicht zuletzt: Wie immer geht es in der
Klinik für Tumorbiologie nicht allein um akkurate Diagnostik und optimal abgestimmte medizinische Behandlung – bei allen Tumorarten steht der Mensch im Mittelpunkt.
Dies trifft auf die Betrachtung der medizinischen Gesamtsituation bei den häufig älteren
Patienten ebenso zu wie auf die Abwägung,
welche ergänzenden Angebote aus unserem
Spektrum von Psychoonkologie, Ernährungsund physikalischer Medizin ergänzend in den
Behandlungsplan eingebracht werden. Gerade die Heilungsraten und der oft lange Verlauf selbst fortgeschrittener Erkrankungsstadien beim Prostatakarzinom tragen dazu bei,
dass zum Glück viele Patienten „Longterm
Survivor“, Langzeitüberlebende, werden.
Wir haben uns zum Ziel gesetzt, nicht nur
die Betroffenen selbst, sondern auch ihre Angehörigen und Selbsthilfegruppen eng einzubinden. Eine anspruchsvolle Herausforderung, der wir uns gerne stellen!
Für das Team der Klinik für Tumorbiologie
Prof. Dr. med. Dirk Arnold
Direktor Klinik für Internistische Onkologie
Klinik für Tumorbiologie
Inhalte in dieser Ausgabe
Seite 2–3
• Editorial
• Prostata-Zentrum-Südbaden
• PREFERE-Studie: Größte Prostatakrebsstudie
• Individualisierte Therapie bei Nierenzellkarzinom
Seite 4–5
• Orale Tumortherapeutika
• Behandlung bei fortgeschrittenem Nierenkrebs
• Chance auf Heilung durch Prostata-Entfernung
• Therapiefolgen nach Prostata-Entfernung
Seite 6–7
• Prostatakrebs Selbsthilfegruppen
• Psychosoziale Unterstützungsangebote helfen
• Omega-3-Fettsäuren und Krebs
• Phytotherapie praktisch: Cranberry
Seite 8
• Neue Spezialsprechstunden an der
Klinik für Tumorbiologie
• Moderne Diagnostik an der
Klinik für Tumorbiologie
• Freunde und Förderer, Impressum
© KTB
Tumoren des Urogenitaltrakts – das sind die Tumoren des Harntrakts und der männlichen Geschlechtsorgane – sind eine große Herausforderung: Nicht nur zahlenmäßig in unserer Klinik
sehr häufig, sondern auch deutschlandweit stellen sie eine der häufigsten Tumorarten dar. Bei
der männlichen Bevölkerung sind mit Prostata-,
Blasen- und Nierenkrebs gleich drei Entitäten
unter den „Top 6“ der Tumor-Neuerkrankungen
vertreten, mit dem Prostatakarzinom als häufigster Tumorentität bei Männern überhaupt.
Spezialsprechstunden
Die Vielfalt der Symptome bei
Tumoren des Urogenitaltrakts
erfordert eine optimal abgestimmte Tumorbehandlung
unter Einbindung aller Disziplinen, wie z. B. der Schmerz- und
Ernährungstherapie. Auch
komplementäre Verfahren
sind eine wichtige Säule in
der Therapie. Unsere neuen
Sprechstunden und Beratungsangebote, die auf Seite 8 kurz
dargestellt sind, helfen, die
passende Therapie zu finden.
Unser Ärzteteam ist Ihr kompetenter Ansprechpartner für alle
Fragen, die Ihre Tumorerkrankung betreffen.
Editorial
© KTB Liebe Leserinnen und Leser,
vieles spricht dafür, dass im Jahr 2014 die
Behandlungsmöglichkeiten für Krebspatienten
wieder eine signifikante Verbesserung erfahren
werden. Die Dynamik, mit der neue Mechanismen der Krebsentstehung und der molekularen
Steuerung des Krebswachstums identifiziert
werden, ist ungebremst, woraus sich neue
Ansatzpunkte der Therapie ergeben. Auf dem
soeben stattgefundenen, weltweit bedeutendsten Krebskongress in Chicago konnten sich
über 30.000 Teilnehmer über diese Innovationen informieren. Die Entwicklung von Krebsmedikamenten, die immer gezielter den Krebs
angreifen, setzt sich fort und bietet die Chance
auf bessere Wirkung und (hoffentlich) auch
weniger Nebenwirkungen. Dies gilt auch für
die häufigste Tumorerkrankung bei Männern,
dem Prostatakrebs.
Dieser Brückenschlag möchte Sie umfassend
über Tumoren des Urogenitaltrakts informieren und gibt Ihnen einen kleinen Einblick in
die molekularen Mechanismen der Krebsentstehung am Beispiel des Nierenkrebs bis hin
zu Studien, mit denen Fragen beantwortet
werden, ob und welche Therapie bei Prostatakrebs sinnvoll ist.
Weitere Schwerpunkte dieser Ausgabe sind die
Vorstellung unseres psychosozialen Unterstützungsprogramms für Patienten mit Prostatakrebs, unsere Spezialsprechstunden sowie die
aktive Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen – am Beispiel der Selbsthilfe nach
Prostatakrebs.
Damit möchten wir Ihnen erneut aufzeigen,
dass unsere Klinik unverändert multiprofessionell orientiert ist und sich mit großem
Enthusiasmus für Fortschritte in der Krebsmedizin engagiert.
Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre
und freuen uns über Ihre Kommentare.
Prof. Dr. med. Hans Helge Bartsch
Ärztlicher Direktor – Geschäftsführer
Klinik für Tumorbiologie
Dipl. -Kfm. Arno Fritzen
Kaufmännischer Direktor – Geschäftsführer
Klinik für Tumorbiologie
Prostata-Zentrum-Südbaden in Freiburg
Zum Wohl des Patienten und als Serviceangebot für Kooperationspartner in der Therapie
© KTB sen der besten Diagnostik und den internationalen Standards der Therapie. Die im Zentrum
gebündelten Leistungen umfassen alle operativen Verfahren zur Behandlung von Prostatakrebs, molekulargenetische Analysen von
Operationspräparaten zur besseren Steuerung
therapeutischer Maßnahmen, alle modernen
Verfahren der Strahlentherapie, die modernen
Standards der Hormon- und Chemotherapie
sowie innovative Therapien im Rahmen klinischer Studien und neue Therapieangebote aus
der klinischen Forschung, speziell für das hormonrefraktäre Prostatakarzinom.
In der Tumorkonferenz des Prostata-Zentrums-Südbaden werden Therapieentscheidungen gemeinsam gefällt.
© KTB Kurz vorgestellt
Das Ärztliche Leitungsteam
Links: Prof. Dr. med. Dirk Arnold,
Direktor der Klinik für Internistische Onkologie, Klinik für Tumorbiologie Freiburg
Mitte: Prof. Dr. med. Anca-Ligia
Grosu, Direktorin der Klinik für
Strahlenheilkunde, Universitätsklinikum Freiburg
Rechts: Prof. Dr. med. Jürgen Breul,
Direktor der Abteilung für Urologie und urologische Onkologie,
Loretto-Krankenhaus Freiburg
Die Klinik für Tumorbiologie, das LorettoKrankenhaus Freiburg – und hier die Abteilung für Urologie und urologische Onkologie, sowie die Klinik für Strahlenheilkunde
am Universitätsklinikum Freiburg sind die
Gründungsmitglieder des bereits seit 2007
bestehenden Prostata-Zentrums-Südbaden.
Das Prostata-Zentrum wurde zu Beginn des
Jahres „neu belebt“ mit einigen neuen Angeboten rund um Diagnostik, Behandlung und
Nachsorge des Prostatakarzinoms.
Ein Zentrum für Betroffene und Angehörige
Das Angebot richtet sich dabei an verschiedene Zielgruppen: Für Betroffene und ihre
Angehörigen besteht hier ein eng zusammenarbeitendes Netzwerk mit erfahrenen,
hoch qualifizierten Ansprechpartnern. Dies
ist beim Prostatakarzinom ganz besonders
erforderlich, da die verschiedenen Therapieangebote der unterschiedlichen Fachdisziplinen sich teilweise ergänzen, teils miteinander
konkurrieren und die Vielfalt auch reichlich
verwirrend sein kann.
Seite 2_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
Tumorkonferenz: Erarbeitung eines individuellen therapeutischen Behandlungskonzepts
Für die im Zentrum beteiligten und eng kooperierenden Partner – niedergelassene Urologen im Raum Südbaden, Strahlentherapeuten, Onkologen – stellt das Prostata-Zentrum
eine Plattform für den Austausch von Expertise und Erfahrungen dar: Hier werden Patienten aus den verschiedenen Einrichtungen in
großer Runde interdisziplinär diskutiert und
gemeinsam Therapieentscheidungen gefällt.
Dies erfolgt in der regelmäßig am Montagabend stattfindenden Tumorkonferenz, bei der
die Befunde demonstriert werden, um bei jedem Patienten das bestmögliche Vorgehen
individuell festzulegen. Die Ergebnisse stehen im Regelfall am nächsten Tag schriftlich
zur Verfügung.
Umfassendes Leistungsspektrum mit
bester Diagnostik und auf Basis internationaler Therapiestandards
Die Behandlungs- und Beratungsleitlinien orientieren sich dabei an den aktuellen Kenntnis-
Ganzheitliche Beratung und Behandlung
Prof. Dr. Dirk Arnold, Direktor der Klinik für
Internistische Onkologie an der Klinik für Tumorbiologie betont: „Neben der individuellen,
‚schulmedizinischen’ Therapieberatung legen
wir besonderen Wert auf eine ganzheitliche Beratung und Behandlung der Erkrankten, die alle
Aspekte der Tumormedizin umfasst: Hierzu gehören Vorsorgeuntersuchungen, Beratung über
Prävention, die Stärkung immunologischer
Abwehrmechanismen, Ernährungsberatung,
maßgeschneiderte Rehabilitationsprogramme
und die psychoonkologische Betreuung.“ Und
Prof. Arnold ergänzt: „Weitere Säulen der Beratung, gerade auch im neuen Ambulanzzentrum
hier am Haus, sind Physiotherapie, Sport- und
Bewegungstherapie sowie die Betreuung durch
unsere Abteilung für Palliativmedizin und
Schmerztherapie, wenn dies erforderlich ist.“
Und natürlich ist für das Prostata-ZentrumSüdbaden essentiell, dass die Selbsthilfegruppen in die zahlreichen Aktivitäten mit
eingebunden sind. Hier werden gerade in der
Zusammenarbeit neue Programme und Kooperationen entwickelt. Eines davon widmet
sich den speziellen Fragen und Anliegen von
„Langzeitüberlebenden“ – die durch die optimal abgestimmten Therapiemaßnahmen und
die therapeutischen Weiterentwicklungen immer zahlreicher werden.
Prof. Dr. med. Dirk Arnold
Direktor Klinik für Internistische Onkologie
Klinik für Tumorbiologie
PREFERE-Studie
Größte deutsche Prostatakrebsstudie sucht nach optimaler Therapie
Die Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs
im Frühstadium
Aufgrund der häufig lange ohne Symptome
verlaufenden Krebserkrankung ist allerdings
unklar, wie denn die optimale Therapie in
sehr frühen Stadien aussehen soll. Hier sind
verschiedene Behandlungsarten in der (wissenschaftlichen) Diskussion:
•R
adikale Prostatektomie (Entfernung der
gesamten Prostata)
•P
erkutane Strahlentherapie (Bestrahlung
„von außen“)
•P
ermanente Seed-Implantation (Brachytherapie, d. h. Bestrahlung von „innen“,
durch das Einbringen von Strahlenquellen
in die Prostata)
•A
ktive Beobachtung – mit Verzicht auf eine
unmittelbare Therapie, stattdessen engmaschige Überwachung
Bei diesen Möglichkeiten ist unklar, was die
beste Option ist bzw. ob überhaupt eine aktive Behandlung ab Diagnose eines sehr frühen Stadiums notwendig ist. Alle Leitlinien
sind sich einig, dass die Ergebnisse aller vier
Behandlungsarten mit hoher Wahrscheinlichkeit relativ vergleichbar sind: Die bislang
verglichenen Studien sind untereinander
auch vor allem durch die unterschiedlichen
Patientencharakteristika gekennzeichnet, eine
eindeutige Antwort, was hier das „beste“ Verfahren ist, gibt es nicht.
Ziele der PREFERE-Studie
Aus diesem Grund wurde eine wissenschaftlich hochwertige, prospektive Studie aufgelegt, die PREFERE-Studie, die als größtes Studienprojekt in Deutschland von der Deutschen
Krebshilfe gefördert wird, um den Nutzen
und die Risiken entsprechender Therapiemodalitäten zu untersuchen. Besonderes Augenmerk ist neben der (vermutet etwa gleichen)
Wirksamkeit insbesondere auch auf den Vergleich der Nebenwirkungen gerichtet: Da bei
der radikalen Prostatektomie der Potenzverlust und die Inkontinenz im Vordergrund stehen können, können die Bestrahlung durch
die Haut und die Bestrahlung innerhalb der
Prostata zu chronischen Entzündungen an
Blase und Darm sowie ebenfalls zu Potenzverlust führen. Dem gegenüber kann bei einer
aktiven Beobachtung eine erhöhte psychische
Belastung entstehen.
Prostata-Zentrum-Südbaden in Freiburg
nimmt an PREFERE-Studie teil
Viele deutsche Studienzentren haben sich diesem geplanten Vergleich der Therapiearten
angeschlossen, der einer der wichtigsten deutschen Studienprojekte in der Krebsmedizin in
Deutschland darstellt.
Auch die Region Freiburg ist mit dem ProstataZentrum-Südbaden in die PREFERE-Studie über
© iStockphoto.com / Snowleopard1
Prostatakrebs ist in Deutschland die häufigste
Krebserkrankung bei Männern. Jährlich erkranken mehr als 70.000 Betroffene an dieser
Krebsart. Anders als bei vielen Krebserkrankungen können die Patienten viele Jahre mit
dem Krebs leben, sofern dieser in einem (sehr)
frühen Stadium erkannt wird. In Deutschland
ist der Test auf PSA, einen Einweißstoff der im
Blut messbar ist, etabliert, um eine frühe Erkennung dieser Krebsart zu gewährleisten –
in Verbindung mit der Tastuntersuchung auf
eine Vergrößerung der Prostata. Bei Verdacht
auf Vorliegen einer Krebserkrankung sollte
ein urologischer Facharzt aufgesucht werden.
Die Strahlentherapie ist eine Möglichkeit der Behandlung bei Prostatakrebs im Frühstadium.
die Strahlenklinik (Frau Prof. Anca Grosu) und
über die Abteilung Urologie des Universitätsklinikums Freiburg eingebunden. Bei Interesse vermitteln wir hier gerne weitere Informationen.
Besuchen Sie auch die Studien-Homepage unter
www.prefere.de.
Prof. Dr. med. Dirk Arnold
Direktor Klinik für Internistische Onkologie
Klinik für Tumorbiologie
Analyse von Biomarkern
Gibt es Ansätze für eine individualisierte Therapie des Nierenzellkarzinoms?
Nierenzellkarzinome haben einen Anteil von
drei Prozent an allen bösartigen Tumoren des
Erwachsenenalters. Während Patienten mit
lokal begrenzten Tumoren durch die operative
Therapie fast immer geheilt werden können,
verschlechtert sich die Prognose bei Nachweis von Fernmetastasen bei der Mehrzahl
der Patienten drastisch.
Seit einigen Jahren stehen uns nun Therapeutika für Patienten mit metastasiertem
Nierenzellkarzinom zur Verfügung, die zielgerichtet in Signalwege der Tumorzellen und
der Endothelzellen eingreifen und damit das
Tumorwachstum bremsen. Die Leitlinien der
European Association of Urology (EAU) empfehlen den Einsatz der unterschiedlichen Tyrosinkinaseinhibitoren (TKI) und mTOR-Inhibitoren in der Erst- und Zweitlinientherapie.
Jedoch ist die Medizin noch nicht in der Lage,
das Therapeutikum mit dem besten Ansprechen für den einzelnen Patienten auszuwählen.
Hierzu werden neue prädiktive Biomarker benötigt, die derzeit auf verschiedenen molekularen Ebenen wissenschaftlich erforscht werden.
Prädiktive Biomarker im Tumorgewebe
Es erscheint deswegen sinnvoll, Moleküle des
angezielten Signalweges zu analysieren. Im
Rahmen der TKI-Therapie sind die jedoch wi-
dersprüchlich. Dagegen konnte für die mTORInhibitoren in zwei kleinen Kollektiven gezeigt werden, dass das erhöhte Vorkommen
von Komponenten des mTOR-Signalweges
(pAkt, S6K, p4E-BP1) als prädiktive Marker
dienen könnten. Diese prädikativen Marker
zeigen an, ob eine bestimmte Behandlung
bei einem Patienten überhaupt wirken wird,
sodass hier in Zukunft eine inidividualisierte
Therapie möglich werden würde.
SNPs als prädiktive Biomarker
Sogenannte Single Nucleotid Polymorphism
(SNP) in Genen, die die Aufnahme oder Ausscheidung, den Stoffwechsel und die Zielstrukturen der Substanz beeinflussen, scheinen mit dem Therapieansprechen auf die
Wirkstoffe Sunitinib und Pazopanib in Zusammenhang zu stehen. Für die Validierung
dieser Daten sind jedoch noch größere Studien notwendig, da zum Teil auch widersprüchliche Ergebnisse vorliegen.
Prädiktive Biomarker im Blut
Blutbasierte Marker stellen die klinisch interessanteste Quelle dar, da sie einfach zugänglich sind und mehrfach bestimmt werden
können. Hierzu zählen sogenannte Chemokine
und angiogenetische Faktoren. Darüber hinaus können durch moderne Verfahren auch
Eiweißsignaturen identifiziert werden, wie
aktuell laufende Arbeiten an der Klinik für
Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum des Saarlandes belegen.
Um die Eignung potenzieller neuer Marker
für die klinische Routine zu prüfen, ist eine
Standardisierung der Biomarkerbestimmung
sowie der Erfassung klinischer Daten notwendig. Deshalb muss für die Zukunft gefordert werden, dass in klinische Studien zur
systemischen Therapie zwingend Biomarkerprogramme integriert werden, wie das inzwischen in einigen Studien (MARC-2, BERAT,
SWITCH-2, FLIPPER) realisiert wird. Darüber hinaus werden aktuell zwei große europäische
Projekte (EUROTARGET, PREDICT), zum Teil mit
Beteiligung deutscher Kliniken, zur komplexen Identifizierung prädiktiver Marker beim
Nierenzellkarzinom durchgeführt, welche die
Entwicklung der individualisierten Therapie
für Nierenzellkarzinome voranbringen sollen.
Individualisierte Therapie
Basis der individualisierten
Krebstherapie sind molekulargenetische Untersuchung von
Tumorgewebe oder Blut.
Gesucht wird nach Veränderungen, die die Tumorzelle charakterisieren und die Ursache des
Tumorwachstums sind.
Die Veränderungen werden auch
als Biomarker bezeichnet. Hat
man diese gefunden, kann die
Tumorzelle genau an dieser Stelle
angegriffen werden. Dies wird
als zielgerichtete Therapie (engl.
Targeted Therapy) bezeichnet.
Marker erlauben damit Vorhersagen, ob eine Behandlungsmethode wirkt oder nicht.
Prof. Dr. Kerstin Junker
Klinik für Urologie und Kinderurologie,
Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
Seite 3_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
Behandlung bei fortgeschrittenem Nierenkrebs:
Innovative Therapien verbessern Prognose deutlich
In frühen Stadien des Nierenzellkarzinoms ist
die Operation die Therapie der ersten Wahl.
Bei fortgeschrittenen oder metastasierten
Stadien die medikamentöse Therapie, die
sich in den letzten acht Jahren ganz erheblich
gewandelt hat: Bis zu diesem Zeitpunkt waren Immuntherapien (zumeist mit Interferon
alpha und Interleukin) unbefriedigende Therapieansätze und Chemotherapie war kaum
wirksam – und damit galt die Erkrankung als
„schwer behandelbar“.
Molekularbiologische Grundlagen erkannt
Dies hat sich in den vergangenen Jahren geändert, das Nierenzellkarzinom ist ein „Prototyp“ für die moderne, auf der molekularbiologischen Grundlagenforschung beruhende
Behandlung. Es wurde erkannt, dass ein zentraler Abschnitt im Genom der Tumorzellen
für das Voranschreiten und wahrscheinlich
auch die Entstehung der Erkrankung verantwortlich ist. Dieser Genabschnitt stimuliert
Wachstumsfaktoren, die insbesondere eine
(überschießende) Gefäßneubildung des Tumors zur Folge haben.
Moderne Therapieansätze
Moderne Therapieansätze setzen genau hier
an. Der dabei wahrscheinlich relevanteste
Verursacher ist der vaskuläre endotheliale
Wachstumsfaktor (VEGF). Dieser kann durch
einen monoklonalen Antikörper (Bevacizumab)
„abgefangen“ und in seiner Wirksamkeit damit reduziert werden. Dieser Antikörper kann
zusammen mit der Immuntherapie mit Interferon eine Therapieoption darstellen.
Breites Wirkspektrum
Weitere Therapieoptionen beruhen ebenfalls
auf dem Wirkprinzip der Gefäßbildungshemmung, oder Antiangiogenese (die in unserer
Forschung lange Zeit einen Schwerpunkt
darstellte), haben aber einen etwas breiteren
Wirkmechanismus: Die sogenannten Tyrosinkinaseinhibitoren Sunitinib, Sorafenib und
Pazopranib wirken auf mehrere Schlüsselstellen der Signalübertragung in der Tumorzelle
und somit „breiter“ als der ausschließliche
Hemmer dieses Wachstumsfaktors. Dies hat
Vor- und Nachteile: Die Substanzen sind als
Tabletten verfügbar und können zu Hause
bequem eingenommen werden – haben aber
auf der anderen Seite auch nicht unerhebliche Nebenwirkungen, die eines sehr sorgfältigen Managements bedürfen (siehe Artikel unten).
Die dritte Therapiefamilie sind ebenfalls Signalübertragungshemmer aus der Gruppe der
sogenannten mTOR-Inhibitoren wie Temsirolimus und Everolimus. Dieses Wirkprinzip ist
ein wenig anders und wird vorwiegend bei
refraktären Patienten bzw. Patienten mit ungünstiger Prognose eingesetzt.
Prognose deutlich verbessert
Durch diese Therapiemaßnahmen hat sich die
Prognose der Patienten mit fortgeschrittenem
Nierenzellkarzinom ganz deutlich verbessert.
Trotz der zum Teil sehr bequemen Verabreichungsart als Tabletten, sind es doch „echte“
onkologische Therapieverfahren – die ein sehr
sorgfältiges Management, Aufklärung und Patientenüberwachung erfordern. In der Klinik
für Tumorbiologie werden diese Patienten über
eine spezielle Uro-Onkologische Arbeitsgruppe
betreut und nach Therapieeinstellung kann die
Einnahme dann in Zusammenarbeit mit unseren niedergelassenen Partnern in der ambulanten Therapie erfolgen.
Prof. Dr. med. Dirk Arnold
Direktor Klinik für Internistische Onkologie
Klinik für Tumorbiologie
Besonderheiten der oralen Tumortherapie
Auch bei der Therapie der Tumoren im Urogenitalbereich werden zunehmend orale Tumortherapien verordnet. Vor allem bei der
Einnahme der Medikamente sind Besonderheiten zu beachten. Jedes dieser Medikamente hat ein spezielles Spektrum an möglichen
Nebenwirkungen, über die der Patient informiert werden sollte.
Engmaschige Betreuung
© KTB Das Behandlungsteam der
Klinik für Tumorbiologie mit Pflegedirektor Christian Wylegalla
berät Patienten über die entsprechenden präventiven Maßnahmen
oder das Management der Nebenwirkungen während der Einnahme
oraler Tumortherapeutika.
Orale Tumortherapeutika
Was ist zu beachten?
Die klassische medikamentöse Antitumortherapie in Form regelmäßiger intravenöser
Infusion wurde in den vergangenen Jahren zunehmend ergänzt oder ersetzt durch eine orale
Antitumortherapie. Diese Therapie erfolgt in
Form einer regelmäßigen Tabletteneinnahme,
was oftmals eine Langzeiteinnahme der oralen
Medikamente bedeutet.
Vorteile und Risiken oraler Tumortherapeutika
Die Einnahme oraler Tumortherapeutika hat
für die Betroffenen viele Vorteile, birgt aber
auch Risiken. Es gibt meist weniger Kontakte zum Behandlungszentrum und vom
Patienten wird eine höhere MitverantworSeite 4_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
tung erwartet. Medikamente wirken nur,
wenn diese eingenommen werden. Dies gilt
auch für Patienten, die eine orale Antitumortherapie erhalten. Gerade deshalb ist der
wichtigste Punkt bei der oralen Tumortherapie die regelmäßige konsequente Einnahme
der verordneten Medikamente. Dies klingt
auf den ersten Blick sehr einfach, ist aber leider nicht selbstverständlich. Untersuchungen
haben gezeigt, dass Betroffene die verordneten
Medikamente nicht regelmäßig bzw. fehlerhaft
einnehmen. Orale Tumortherapien sind komplexe Behandlungen, die eine engmaschige Begleitung der Betroffenen nötig machen, um ein
gutes Behandlungsergebnis zu erreichen.
Bei der Behandlung des Nierenzellkarzinoms
werden z. B. die Präparate Afinitor®, Sutent®,
Nexavar® und Votrient® eingesetzt. Neben
den allgemeinen Regeln, wie der konsequenten Einnahme entsprechend der Dosierung
und Verordnung durch den behandelnden
Arzt, sind hierbei häufig spezielle Vorschriften
zu beachten. Manche Präparate dürfen nur
auf nüchternen Magen, andere hingegen nur
während der Mahlzeit eingenommen werden.
Auch die Einnahmefreuquenz (einmal oder
mehrmals täglich) ist von Medikament zu
Medikament unterschiedlich. Für alle vier aufgeführten Präparate gilt der Hinweis, während
der Behandlung keine Grapefruitprodukte
und Johanniskraut-Präparate einzunehmen.
Diese Produkte können die Wirkung stören.
Mögliche Nebenwirkungen
Ebenso wichtig ist die Aufklärung über mögliche Nebenwirkungen. Eventuelle Nebenwirkungen der vier beschriebenen Medikamente
sind Durchfall, Hautausschlag und -rötung sowie Übelkeit und Erbrechen. Zusätzlich gibt
es die Gefahr von Nasen-, Zahnfleischbluten
(Afinitor®, Sutent®, Nexavar®), Entzündung
der Mundschleimhaut (Afinitor®, Sutent®), erhöhtem Blutdruck (Sutent®), Veränderung der
Haarfarbe oder Haarausfall (Votrient®), Müdigkeit, Schwäche (Votrient®), Hand-Fuß-Syndrom
(Nexavar®), Kopf-, Knochenschmerzen (Nexavar®) oder Husten und Atemnot (Afinitor®).
Christian Wylegalla, Dipl. Pflegewirt (FH)
Pflegedirektor
Klinik für Tumorbiologie
Chance auf Heilung durch Prostata-Operation
Die radikale Prostatektomie als zentraler Baustein im Behandlungskonzept
Geschichte der Prostataoperation
Die erste radikale Prostataoperation wurde
im Jahre 1904 von H. H. Young in Baltimore
über einen Dammschnitt durchgeführt. Da die
Komplikationen dieses Eingriffs unverhältnismäßig hoch waren, hat diese Operation keine
weite Verbreitung gefunden. Erst die grundlegenden anatomischen Studien von P. C. Walsh
Ende der 80er Jahre haben durch das bessere
Verständnis der Blut- und Nervenversorgung
der Prostata dazu geführt, dass der Eingriff in
den folgenden Jahren immer weiter verbessert
wurde. Die negativen Folgen für den Patienten
(Inkontinenz und Impotenz) konnten entscheidend reduziert werden.
Erfahrung des Operateurs und Operationstechnik sind entscheidend
Unterschiedliche Operationsmethoden sind
in den letzten Jahren entwickelt worden. Die
klassischen Verfahren über den Dammschnitt
(perineal) und über den Unterbauchschnitt (retropubisch) wurden ergänzt durch laparaskopi-
sche und robotergestützten Verfahren. Aktuelle
vergleichende Untersuchungen der Verfahren
zur Tumorkontrolle und zu den funktionellen
Ergebnissen (Inkontinenz und Impotenz) haben
keinerlei Vorteil für eine der genannten Operationsmethoden nachweisen können. Es hat sich
gezeigt, dass die Erfahrung des Operateurs und
eine subtile Operationstechnik für das Ergebnis
wichtiger sind als die angewandte Methode.
Radikale Prostatektomie bei aggressiveren
oder lokal fortgeschrittenen Tumoren
Während für die wenig aggressiven Tumoren
die optimale Therapie noch nicht eindeutig
festgelegt ist und im Rahmen der PREFERE-Studie die Optionen abwartendes Verhalten mit
regelmäßigen Kontrolluntersuchungen (aktive
Überwachung), verschiedene Formen der Strahlentherapie oder eine radikale Prostatektomie
miteinander verglichen werden, ist die radikale
Prostatektomie entscheidend bei der Behandlung der aggressiveren oder lokal fortgeschrittenen Tumoren. Die Heilungschancen sind dadurch verbessert.
Wie bereits erwähnt, konnten die Komplikationen dieses Eingriffs in den letzten Jahren deutlich reduziert werden. So liegt der Krankenhausaufenthalt heute zwischen fünf und acht Tagen.
Die Transfusionsrate liegt unter 1% und die Kontinenzrate über 95%. Bei beidseitiger Schonung
der für die Erektion entscheidenden Nerven
kann in ca. 70 % die Potenz erhalten werden.
Erfolgreiche Tumorkontrolle durch multimodales Therapiekonzept
Da die entfernte Prostata vom Pathologen exakt untersucht werden kann, liegen den Ärzten
definitive Informationen über die Ausdehnung
des Tumors vor, was durch bildgebende Verfahren (z. B. CT / MRT) nicht 100% zuverlässig
möglich ist. So kann nach Eingang des histologischen Ergebnisses entschieden werden,
ob die lokale Therapie ausreichend ist oder ob
bei einem lokal fortgeschrittenen Tumor unter
Umständen noch eine zusätzliche Behandlung
(additive Strahlentherapie oder Hormontherapie) sinnvoll ist. Ein solches multimodales Therapiekonzept bietet ebenfalls bei ausdehnten
Befunden eine gute, realistische Aussicht auf
eine langfristige Tumorkontrolle.
© Fotolia.com / Kzenon
Die radikale Prostatektomie ist die chirurgische
Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms. Bei dieser Operation wird die gesamte
Prostata mit den Samenblasen entfernt. In der
Regel werden die umgebenden Lymphknoten
ebenfalls entnommen. Abschließend wird die
Blase wieder mit der Harnröhre verbunden.
Insgesamt stellt die radikale Prostatektomie
bei hervorragenden Heilungsraten und geringer Morbidität einen zentralen Baustein in der
Behandlung des Prostatakarzinoms dar.
Prof. Dr. med. Jürgen Breul
Direktor der Abteilung für Urologie und
urologische Onkologie
Loretto-Krankenhaus, Freiburg
Therapiefolgen nach Prostata-Entfernung
Häufige Probleme und ihre Behandlung
Die radikale Prostataentfernung bietet in vielen Fällen eine gute Chance auf Heilung eines
auf die Prostata begrenzten Karzinoms. Sie
erfolgt durch einen Bauchschnitt oder vom
Damm her. Neuere Techniken der „Schlüsselloch-Operation“ – auch laparoskopische oder
Roboter-assistierte Prostata-Resektion genannt – sind wegen nur weniger Vergleichsdaten noch nicht sicher beurteilbar. Die Hoffnung, dass gefürchtete Folgestörungen wie
Inkontinenz und Erektionsstörungen verringert werden, lassen sich aktuell nicht belegen.
Behandlung der Inkontinenz
Die von Betroffenen am meisten gefürchtete
Folgestörung der Operation ist die Harninkontinenz. Diese tritt ein, nachdem der postoperativ eingelegte Blasenkatheter entfernt
wurde. Ursächlich hierfür ist, dass die Abflusswege durch die Operation verändert wurden.
Die Entfernung der als Abflusshindernis wirkenden Prostata als auch des inneren Schließmuskels überfordern die Fähigkeit des erhaltenen äußeren Schließmuskels den Urin
zurückzuhalten. Eine Trainingsbehandlung,
die auch an der Klinik für Tumorbiologie an-
geboten wird, vermittelt wieder ein Gefühl
für Spannung und Entspannung der für den
Harnröhrenverschluss verantwortlichen Beckenbodenmuskeln und trägt ganz entscheidend zu einer schnelleren Kontinenz bei. Die
Inkontinenz bildet sich in den meisten Fällen
innerhalb der ersten sechs bis zwölf Wochen
zurück. Bei schon vorbestehender Inkontinenz oder auch sehr großer Prostata kann es
aber auch deutlich länger dauern. In diesen
Fällen können Bio-Feedback-Geräte oder eine
Elektrostimulationsbehandlung hilfreich sein.
Bei anhaltend starker Inkontinenz nach mehr
als einem Jahr kann auch über die operative
Anlegung eines künstlichen Schließmuskels
nachgedacht werden. Während der Phase der
Inkontinenz verbessert die Beratung und Versorgung mit Inkontinenzhilfen das Wohlbefinden und die Lebensqualität ganz erheblich.
Behandlung von Erektionsstörungen
Eine weitere, sehr häufige Operationsfolge ist
der Verlust der Erektionsfähigkeit. Diese tritt
ein, wenn die erektionsfördernden Nervenbahnen durch den Eingriff verletzt wurden.
Moderne „nervenschonende“ Operationstech-
niken können dieses Risiko zwar erheblich reduzieren, sie sind jedoch nur bei einem Teil der
Patienten mit kleinem Tumor umsetzbar.
Auch wenn es möglich war, Nervenbahnen zu
erhalten, bleibt häufig eine verringerte Erektionsfähigkeit zurück. Diese kann aber durch verschiedene erektionsfördernde Medikamente
günstig beeinflusst werden. Selbst bei komplettem Erektionsverlust kann in den meisten
Fällen eine Erektion wiederhergestellt werden.
Dies bedarf einer individuell abgestimmten
Beratung und Anpassung der Medikamente
sowie psychologischer Unterstützung, die in
entsprechenden Facheinrichtungen angeboten werden. Medizinische Rehabilitationsangebote konzentrieren sich gerade auch auf
diese Symptomatik. Patienten, die keine Medikamente wünschen oder diese schlecht vertragen, können auf Vakuumpumpensysteme
zurückgreifen, die insgesamt die höchste Erfolgsrate bei den Erektionshilfen besitzen.
Weitere Informationen
Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft wurde 1987 als eine
gemeinnützige Organisation gegründet. Sie ist eine medizinischwissenschaftliche Fachgesellschaft,
die interdisziplinär ausgerichtet
ist und sich die Förderung von
Maßnahmen zur Prävention,
Diagnostik, Behandlung und
Versorgung der Harn- und Stuhlinkontinenz zum Ziel gesetzt hat.
www.kontinenz-gesellschaft.de
Dr. Johannes Schmid
Oberarzt
Klinik für Tumorbiologie
Seite 5_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
„Selbsthilfe macht selbstbewusst“
Prostatakrebs Selbsthilfegruppen als wichtige Anlaufstelle für Betroffene
Weitere Informationen
Der Bundesverband Prostatakrebs
Selbsthilfe e. V. (BPS) wurde im
Jahr 2000 gegründet und ist ein
gemeinnütziger Verein. Mittlerweile gehören dem BPS 234
Selbsthilfegruppen an. Der BPS
ist damit europaweit die größte
und weltweit die zweitgrößte
Organisation von und für Prostatakrebspatienten.
Der BPS bietet eine kostenlose
telefonische Beratungshotline
an: 0800 7080-123
„Wir freuen uns immer über Neugierige, die
uns unverbindlich kennenlernen möchten“,
betont Berthold Isele, Vorsitzender der Prostatakrebs Selbsthilfegruppe in Freiburg. Die
Gruppe in Freiburg trifft sich jeden zweiten
Dienstag im Monat, um sich über Erfahrungen mit ihrer Erkrankung auszutauschen, aber
auch, um sich bei Fachvorträgen von Experten
über Prostatakrebs zu informieren. Auch der
Spaß und das Gemeinschaftsgefühl kommen
bei Tagesausflügen, Wanderungen und interessanten Klinikbesichtigungen nicht zu kurz.
Neben der Selbsthilfegruppe in Freiburg gibt
es in Südbaden auch Gruppen in Emmendingen, Lörrach, Waldshut-Tiengen und im Ortenaukreis/Lahr.
Selbsthilfegruppen sind eine unverzichtbare
Ergänzung zum professionellen Gesundheitssystem. Das hat mehrere Gründe: So wird
vielen Betroffenen in einer Selbsthilfegruppe
klar, dass sie mit ihrer Erkrankung nicht alleine stehen. Hier begegnet man ihren Problemen mit Interesse und Verständnis und
durch den Erfahrungsaustausch mit anderen
Betroffenen schöpfen viele neue Kraft und
Hoffnung. Auch Partnerinnen können bei den
Treffen teilnehmen.
Frühes Aufsuchen von Selbsthilfegruppen
empfehlenswert
„Wichtig ist, dass von Prostatakrebs betroffene Männer sich noch vor einer Therapieentscheidung mit einer Selbsthilfegruppe in Verbindung setzen“, erklärt Isele und führt fort:
„Denn alle Männer in der Gruppe verfügen
über einen großen Wissensschatz zu Vor- und
Nachteilen unterschiedlicher Behandlungsmethoden, angefangen bei der Da Vinci-Operationstechnik bis hin zu Protonen-Bestrahlungsmethoden oder Hormontherapien.“ Im
gemeinsamen Austausch werden Fragen beantwortet und Ängste überwunden. Umfassende Informationen helfen dabei, den Ärzten
echte Gesprächspartner zu sein und eigene
Entscheidungen zu treffen. „Leider suchen nur
etwa 30 Prozent aller betroffenen Männer eine
Selbsthilfegruppe auf. Gerade Männer öffnen
sich ungern mit ihren Sorgen vor Gruppen. Ist
die Hürde des Erstkontakts jedoch erst einmal
überwunden, kommen die meisten wieder
oder werden feste Mitglieder“, freut sich Isele.
Psychosoziale Belastungen auffangen
Isele selbst setzt den Schwerpunkt seiner
Tätigkeit auf die verstärkte Einbeziehung
der Psychoonkologie in die Behandlung und
Nachsorge bei Prostatakarzinom. So arbeitete
er im Auftrag des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe (BPS) an der S3 Leitlinie
Psychoonkologie mit, die von Prof. Dr. Joachim
Weis an der Klinik für Tumorbiologie koordiniert wurde. „Es ist eine große Besonderheit
in Freiburg, dass neben den Medizinern auch
die Psychoonkologen in die Behandlung und
Nachsorge des Prostatakarzinoms eingebunden werden. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Begleit- oder Folgeprobleme der
medizinischen Diagnostik oder Therapie mit
psychoonkologischer Unterstützung aufgefangen werden sowie die Lebensqualität der Patienten und ihrer Angehörigen erheblich verbessert wird“, so Isele.
Heike Schuller M. A.
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Klinik für Tumorbiologie
Kostenloses Unterstützungsangebot
Psychosoziales Schulungsprogramm hilft Männern mit Prostatakarzinom-Erkrankung
Kostenloses Angebot der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg
Vor allem gezielte psychosoziale Schulungsangebote haben sich wissenschaftlich als sehr
erfolgreich erwiesen. Im Rahmen eines durch
die Deutsche Krebshilfe geförderten Projektes
bietet die Klinik für Tumorbiologie in Kooperation mit der Psychosozialen Krebsberatungsstelle Freiburg ein kostenloses ambulantes
Unterstützungsangebot für Patienten an.
© Fotolia.com / Robert Kneschke
Die Durchführung erfolgt in kleinen Gruppen
in insgesamt sechs Sitzungen à zwei Stunden
an der Klinik für Tumorbiologie und je nach
Anfrage auch in der Region (z. B. Emmendingen, Lörrach). Aktuell sind noch Plätze frei.
Weitere Informationen
Das kostenlose Unterstützungsangebot wird auch für Patientinnen mit Brustkrebs angeboten.
Die Gruppen werden getrennt
voneinander durchgeführt. Das
Programm wird von erfahrenen
Psychoonkologinnen geleitet.
Interessenten erhalten weitere
Informationen auf unserer
Homepage unter „Aktuelles“
www.tumorbiologie-freiburg.de
oder über folgende Kontaktadresse:
Katrin Nagel
Telefon 0761 206-1405
nagel@tumorbio.uni-freiburg.de
Gruppenangebote helfen, mehr Lebensqualität im Alltag zu finden.
Die Diagnose einer Prostatakrebserkrankung
ist für viele Männer häufig mit massiven psychosozialen Problemen verbunden. Die invasive Diagnostik (z. B. Stanzbiopsie) und Therapie wird sowohl physisch als auch psychisch
als sehr belastend erlebt. Die Auseinandersetzung mit den möglichen Auswirkungen
wie Inkontinenz, sexuelle Funktionsstörungen,
Depressionen, Ängsten, Stimmungsschwankungen und den möglichen Veränderungen im Äußeren (Gynäkomastie) stellen nicht nur an die
betroffenen Patienten, sondern auch an die
Partnerinnen hohe Anforderungen und verlangt von allen Beteiligten ein hohes Maß an
Sensibilität und Geduld.
Seite 6_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
Gespräche mit Ärzten und Partnerin dienen
der Entlastung
Die nach radikaler Prostatektomie bestehende Inkontinenz führt bei den meisten Männern zu einer starken Einschränkung ihrer
Lebensqualität. Ebenso bedeutet die in der
Folge der meisten Behandlungsstrategien des
Prostatakarzinoms auftretende sexuelle Dysfunktion (Erektionsstörungen, Libidoverlust)
erhebliche psychische Belastungen. Hilfreich
für den Verarbeitungsprozess sind deswegen
die aktive Informationssuche über die Erkrankung, eine gemeinsame Entscheidungsfindung mit dem behandelnden Arzt und die
partnerschaftliche Unterstützung.
Ziel des Programms ist es, die Betroffenen in
der Krankheitsverarbeitung zu unterstützen,
die Patientenkompetenz und die eigenen
Ressourcen zu stärken und damit auch die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehört noch:
•M
it Belastungssituationen durch Erkrankung und Behandlung umgehen
•M
öglichkeiten zur Förderung der eigenen
Gesundheit und Verarbeitung der Erkrankung erkennen und nutzen
•M
it Folgestörungen in Partnerschaft und
Sexualität umgehen lernen
•Ä
ngste besser bewältigen können
•E
igene Bedürfnisse gemeinsam mit dem
Arzt besprechen
•S
oziale Unterstützung besser nutzen
•E
ntspannungstechniken erlernen
Prof. Dr. Joachim Weis
Psychosoziale Abteilung
Katrin Nagel M.A.
Abteilung Rehaforschung
Klinik für Tumorbiologie Freiburg
Irreführende Studie zu Omega-3-Fettsäuren
Einnahme von Omega-3-Fettsäuren erhöht Prostatakrebs-Risiko nicht
Die viel zitierte Studie des Fred Hutchinson
Cancer Research Centers, in der behauptet
wird, dass ein hoher Fischverzehr bzw. die
Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren zu einem
erhöhten Risiko für Prostatakrebs führt, hat
Prostatakrebspatienten verunsichert.
Wie beurteilen Sie, Herr Professor
Massing, die Studienergebnisse?
Prof. Massing: In der Hutchinson-Studie wurde gar nicht untersucht, wie viel Fisch oder
Omega-3-Fettsäuren die Studienteilnehmer
tatsächlich zu sich genommen haben – normalerweise eine Selbstverständlichkeit in
jeder ernährungswissenschaftlichen Studie.
Stattdessen wurde der Verzehr aus dem relativen Gehalt von Omega-3-Fettsäuren im Blut
abgeleitet (also der Verhältnisse der Fettsäuren zueinander). Dies ist insofern ein Problem,
da der relative Omega-3-Fettsäuregehalt im
Blut kein Langzeitparameter für deren Auf-
nahme ist und die Werte sich bei entsprechender Ernährung extrem schnell verändern.
Gibt es noch weitere Schwachstellen
in der Hutchinson-Studie?
Prof. Massing: Ja, in der Tat. Denn mit keiner
Silbe wurde erwähnt, dass die PSA-Werte der
an Prostatakrebs erkrankten Männer bereits
vor der Krebsdiagnose deutlich höher waren
als die Werte der Männer, die keinen Prostatakrebs bekommen haben. Prostatakrebs ist
eine sich langsam entwickelnde Erkrankung,
und die hier ignorierten Daten zeigen, dass
offensichtlich nicht wenige der letztlich erkrankten Männer bereits bei Studienbeginn
eine unerkannte Prostatakrebserkrankung
hatten. Da Prostatakrebszellen einen höheren Verbrauch an Omega-6-Fettsäuren haben
(dem Gegenspieler der Omega-3-Fettsäuren),
ist zu diskutieren, ob der relativ höhere Gehalt
an Omega-3-Fettsäuren bei diesen Männern
durch die bereits vorhandene Tumorerkrankung, d. h. durch einen verstärkten Verbrauch
von Omega-6-Fettsäuren, verursacht wurde.
Ein weiteres Problem ist, dass der Unterschied
zwischen den Omega-3-Fettsäure-Werten
in der Gruppe der Männer, die Prostatakrebs
entwickelt haben, und in der Gruppe der ge-
Backzutat mit Heilwirkung
Kontraindikationen beachten
Wichtig ist aber, Cranberry wirkt nicht bei
allen Keimen und kann keinesfalls die Gabe
von Antibiotika ersetzen, sollte diese indiziert sein. Aufgrund des Inhaltstoffes Oxalsäure sollte Cranberry nicht gleichzeitig mit
Eisenpräparaten eingenommen werden. Patienten mit Nierenerkrankungen oder nach
Nierensteinen sollten die Einnahme zunächst
mit ihrem behandelnden Arzt abklären. Oxalsäure, die u. a. auch der Rhabarber enthält,
wirkt nierenreizend.
Quelle: http://jnci.oxfordjournals.
org/content/early/2013/07/09/jnci.
djt174.abstract
Ist die zusätzliche Einnahme von
Omega-3-Fettsäuren oder ein hoher
Fischkonsum nun empfehlenswert?
Prof. Massing: Im Gegensatz zur HutchinsonStudie gibt es mehrere wissenschaftlich solide
Studien, die einen hohen Fisch- bzw. Omega3-Fettsäure-Konsum mit einer Verringerung
der Metastasenbildung bei Prostatakrebs um
mehr als 40% und einer Verringerung der
Sterblichkeit um ca. 60 % in Zusammenhang bringen. Daher sollten Patienten mit Prostatakrebs weiterhin
Omega-3-Fettsäuren in Form von
Fisch oder Supplementen zu sich
nehmen und sich bitte nicht durch
die Studie beeinflussen lassen.
Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Massing
Leiter der Abteilung Lipide
und Liposomen,
Experimentelle Forschung
Klinik für Tumorbiologie
Serie: Phytotherapie praktisch
© Fotolia.com / Taina Sohlman
Entzündungshemmend wirken weitere Inhaltstoffe der Cranberry wie Flavonoide und
Vitamin C. Diese beiden Wirkstoffe helfen, die
durch die Bakterien hervorgerufene Entzündungsreaktion zu lindern. Denn gerade diese ist die Ursache der häufig resultierenden
schmerzhaften Krämpfe.
Hutchinson-Studie
Teil 38, Cranberry
Cranberrys enthalten verschiedene Inhaltsstoffe, die eine Blasenentzündung vorbeugen
können. Einer ihrer Wirkstoffe sind die Proanthocyanidine, welche das Anhaften von Escherichia Coli Bakterien an der Schleimhaut der
Blasenwand verhindern. Besonders bei Frauen
sind diese Darmbakterien häufig die Ursache
von wiederkehrenden Harnwegsinfekten.
Unterstützung bei Infektionen und Karies
sowie Linderung von Entzündungen
Ebenfalls kann Cranberry gegen Helicobakterpylori, ein Erreger von Magen-Darm-Infektionen und Karies (hier als Mundspülung), angewendet werden. Hierbei greift das gleiche
Wirkprinzip: Das heißt, die Anhaftung der Bakterien wird herabgesetzt. Auch in der naturheilkundlichen Anwendung wird die Cranberry
bei Blasenentzündungen und Magen-DarmInfekten eingesetzt. Hier wird die Einnahme
von 200–300ml Saft täglich oder alternativ
eines Extraktes in Kapselform empfohlen.
sunden Männer nur minimale 0,18 % beträgt!
Im Lichte des oben gesagten und durch die
Tatsache, dass die in der Hutchinson-Studie
verwendete, sehr antike Messtechnik viel ungenauer ist als angegeben, ist dieser Unterschied nicht relevant.
Wichtig:
Herkunft und Beschreibung
Die nordamerikanische Kranichbeere, lateinisch Vaccinium macrocarpon, gehört zu den
Heidekrautgewächsen und ist mit der heimischen Heidelbeere verwandt. Den Namen
Kranichbeere gaben ihr europäische Einwanderer, da die Blüten sie an Kranichschnäbel erinnerten. Zu Thanksgiving spielt sie bis heute
in den USA eine wichtige Rolle. Die frischen
Früchte schmecken allerdings äußerst herb, in
der Regel werden sie deshalb getrocknet und
gesüßt oder in Mischungen verzehrt.
Alexandra Kammerer
Pflegedienst und Pflegeforschung
Klinik für Tumorbiologie Freiburg
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt
Während einer Chemo- oder Bestrahlungstherapie muss die Einnahme von Cranberry
mit dem behandelnden Arzt abgesprochen
werden, da die enthaltenen Antioxidantien
deren Wirkung abschwächen könnten.
© Fotolia.com / Aleksandar Jocic
Seite 7_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
© Fotolia.com / M. studio
Im Interview widerspricht Professor Ulrich
Massing, Leiter der Abteilung Lipide und Liposomen an der Klinik für Tumorbiologie,
den Ergebnissen der Hutchinson-Studie. In
der Studie wird dargelegt, dass die zusätzliche Einnahme von Omega-3-Fettsäuren das
Prostatakrebs-Risiko sogar erhöhen kann.
Brückenschlag
„Was der Sonnenschein für die
Blumen ist, das sind lachende
Gesichter für die Menschen.“
Mit dem Brückenschlag informiert die Klinik für Tumorbiologie regelmäßig über neue
Entwicklungen in Klinik und
Forschung. Die Zeitung richtet
sich an Patientinnen und
Patienten, Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in
Gesundheitsberufen und alle
Interessierten.
Nächste Ausgabe
Oktober 2014
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Ziel ist es, Brücken zu schlagen –
zwischen Akutmedizin, Forschung
und Rehabilitation, zwischen
Schulmedizin und Komplementärmedizin, zwischen Naturwissenschaften und Naturheilkunde,
zwischen der Fachwelt und der
Öffentlichkeit. Der Brückenschlag
kann kostenfrei bestellt werden.
Kontaktadresse siehe Impressum.
Joseph Addison (1672 – 1719),
englischer Dichter, Politiker und Journalist
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Impressum
Neue Spezialsprechstunden
Neue Diagnostik
Nach der Diagnosestellung, aber auch während einer laufenden Krebsbehandlung können
Zweifel aufkommen, ob die aktuelle Therapiestrategie die bestmögliche Option darstellt. Hier
hilft eine Zweitmeinung, diese Unsicherheiten
zu beseitigen oder neue Wege aufzuzeigen.
Die Klinik für Tumorbiologie investiert in drei
neue medizinische Geräte, um die Diagnostik
und Behandlung von Krebs weiter zu verbessern.
Klinik für Tumorbiologie erweitert Beratungsangebot
Seit vielen Jahren bietet die Klinik für Tumorbiologie derartige Beratungen an. Mit dem
nun erweiterten Angebot an unserer Klinik
sollen Patienten ermuntert werden, sich eine
Zweitmeinung in einer Spezialsprechstunde
einzuholen. Damit soll die Beratungsqualität
nochmals gesteigert werden, zumal die jeweiligen Fälle auch im Rahmen von Tumorkonferenzen mit den Kollegen anderer Fachdisziplinen diskutiert werden. Insbesondere, wenn
es nicht nur um die Möglichkeit einer medikamentösen Anti-Tumortherapie geht.
worten wir in unseren Spezialsprechstunden
für Ernährungs- und Komplementärmedizin.
Ergänzt wird unser umfassendes Beratungsangebot noch durch die Sprechstunden für Palliativmedizin und Schmerztherapie sowie einer
Anlaufstelle für Patienten nach einer Tumorbehandlung, die mit medizinischen oder psychosozialen Langzeitproblemen zu kämpfen haben.
Einen Beratungstermin und weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer:
0761 206-1220.
Priv.-Doz. Dr. Georgia Schilling
Oberärztin Klinik für Internistische Onkologie
Klinik für Tumorbiologie
Die Frage „Was kann ich zusätzlich tun, um meine Therapie positiv zu unterstützen?“ beant-
Investitionen in die Zukunft
Ein digitales Röntgengerät und ein Computertomograph (CT) stehen unseren Patienten jetzt
in Kürze zur Verfügung: Damit wird einerseits
die Strahlenbelastung bei Untersuchungen
verringert und andererseits die Präzision der
Tumorbehandlung verbessert.
Im Forschungsbereich unserer Klinik wird
eine Technologie-Plattform für personalisierte Krebstherapie aufgebaut. Mit Unterstützung der Fördergesellschaft Forschung
Tumorbiologie e. V. wurde hierfür ein Durchflusszytometer zum Nachweis zirkulierender
Tumorzellen im Blut installiert. Diese Zellen
werden genutzt, um patientenspezifische Marker in den Krebszellen zu identifizieren und
basierend auf dem Markerprofil geeignete Medikamente für die Krebstherapie auszuwählen.
© 2014
Herausgeber
Klinik für Tumorbiologie Freiburg
Geschäftsführer:
Prof. Dr. med. Hans Helge Bartsch,
Dipl.-Kfm. Arno Fritzen
Adresse
Redaktion Brückenschlag
Klinik für Tumorbiologie
Breisacher Straße 117
79106 Freiburg
Redaktion
Heike Schuller M. A.
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Klinik für Tumorbiologie
Fotos
Klinik für Tumorbiologie,
iStockphoto, fotolia
Gestaltungskonzept und Layout
www.schirmaier-design.de
Druck
Poppen & Ortmann, Freiburg
Freunde und Förderer
Wir danken für die Unterstützung!
Fördergesellschaft Forschung
Tumorbiologie e. V.
Breisacher Str. 117
79106 Freiburg
Telefon 0761 206-1232
foerder@tumorbio.uni-freiburg.de
www.tumorbio-foerdergesellschaft.de
Kirstins Weg e. V.
Kirstin Diehl Stiftung
Theodor-Heuss-Str. 90
56564 Neuwied
Telefon 02631 53499
stiftung@kirstins-weg.de
www.kirstins-weg.de
Patientenhilfe-Verein e. V.
an der Klinik für
Tumorbiologie Freiburg
Breisacher Str. 117
79106 Freiburg
Telefon 0761 206-1102
stadelmayer@tumorbio.uni-freiburg.de
Die Fördergesellschaft Forschung Tumorbiologie e. V. wurde 1992 gegründet. Erklärtes Ziel der
Fördergesellschaft ist es, die Krebsforschung voranzutreiben, damit möglichst rasch möglichst
viele Kranke von den Ergebnissen profitieren.
Ziel des Vereins Kirstins Weg und der Kirstin
Diehl Stiftung ist es, die Krebsmedizin zu fördern und den Betroffenen Orientierungshilfe
zu geben. Die Kirstin Diehl Stiftung unterstützt neue Entwicklungen im Bereich der
Tumortherapie und komplementärmedizinischer Verfahren.
Ziel des Patientenhilfe-Vereins ist die Förderung und Unterstützung von Patienten der Klinik für Tumorbiologie, die eine finanzielle Hilfe
brauchen, sowie das Erbringen von Sach- und
Dienstleistungen, die außerhalb des Klinikvertrages liegen. Alle Unterstützungsleistungen
kommen unmittelbar den Patienten zugute.
Sparkasse Neuwied:
Konto 120 600, BLZ 574 501 20
Volksbank Freiburg:
Konto 12 744 404, BLZ 680 900 00
Sparkasse Freiburg:
Konto 2 555 209, BLZ 680 501 01
Seite 8_Brückenschlag Nr. 70 | 2014
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